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9rud btr Sulbcer Xctienbraderti in Hulda.

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Freitag 20. Juni (913.

. i\.' y Lokales.

- Fulda, 20. Juni 1913.

(*) Eine Alaorverorimeten-Bersammlilng findet am Montag, den 23. Juni 1913, abends 7*/» Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: I. Gemeinschaftliche Eitzung des Magistrats und der Stadtverordneten zwecks Wahl eines Kreistagsmitgliedes anstelle des verstorbenen Kunstgärtners Breitenborn. II. Stadt. verordneten'Sitzung. 1. Erhöhung des Zinsfußes für Einlagen und Ausleihungen bei der Sparkasse. (Singet.) 2. Erneuerung des Gashauptrohrstranges in der StraßeHinter den Löhern. (Axt.) 3. Ober. reaUchul.Neubau. (Fritz und Vollmer.) 4. Vorent­wurf zum Neubau der dompfarrlichen Schule. (Vollmer und Fritz.) 5. Errichtung einer Turnhalle neben der projektierten dompfarrlichen Schule. (Fritz und Adam.) 6. Errichtung eines Bedürfnishäuschens am Schweine, markt. (Mahr.) 7. Beitritt zur deutschen Kommunal« dank. (Dux.) 8. Löschungsurkunde. (Singer.) Für die geheime Sitzung: 9. Grundstückserwerb bezw. Veräußerung. (Wehner.)

I . Die Versetzung des Lehrers Weitzel von Jster- fliefel nach Oberrodenbach ist zurückgenommen worden.

* Schwurgericht. Zum Vorsitzenden der am Montag, 7. Juli beginnenden zweiten diesjährigen Schwurgerichtsperiode wurde Landgerichtsrat Dr. Frey tag ernannt.

E Sonderzüge nach Berlin über Bebra, Eisenach, Halle, werden am 4. und 13. Juli gefahren. An betben Tagen trifft der Sonderzug um 10,30 Uhr hier ein und fährt um 10,34 Uhr weiter. Die Fahrpreise betragen für 2. Klasse hin und zurück 30,20 Mk. und für 3. Klaffe 19,80 Mk. Die Fahrkarten be« richtigen zur Rückfahrt innerhalb zweier Monate. Die Ausgadezeit für Fahrkarten zu dem ersten Sonder­zug währt vom 25. Juni bis zum 3. Juli, für den zweiten Zug vom 4. bis 11. Juli.

8 Biehmarkt. Anläßlich des gestrigen ViehmarkteS wurden auf der Station Fulda 91 Waggons Vieh verladen, das ist gegen den schlecht befahrenen April« markt ein Mehr von 21 Waggons. Der nächste Markt findet am 10. Juli statt.'

-y- Diebstähle ohne Ende. Dem Straßenmeister B. wurde gestern vormittag das Fahrrad, das er im Rathaus in die zur Aufbewahrung für Räder ange­brachte Vorrichtung gestellt hatte, gestohlen. Der Dieb ist noch nicht ermittelt. Ferner wurde eben­falls im Rathaus (im Vorraum zur Steuerzahlstelle) dem Angestellten eines hiesigen Baugeschästes sein Regenschirm gestohlen.

= Spitzbube bei der Arbeit. Seit drei Tagen hat sich bei einem Metzgermeister in der Heinrichstraße abends ein Dieb eingeschlichen, der jedesmal seine Flucht durch ein Fenster nach dem Garten zu nahm. Gestern abend, als der Spitzbube bemerkt wurde, verlor er auf der Flucht zwei Rotwürste, die wahr­scheinlich von einem anderen Diebstahl herrühren.

X Zur Erstkommunionfeier der Oberrealschule er­fahren wir noch, daß die Prozession der Schüler um *.'18 Uhr vom Schloßhof ausgeht und die Feier auf dem Frauenberg um 8 Uhr beginnt. Herr Stadt- kaplan Bilz, der die Erstkommunikanten vorbereitet hat, wird sie auch zum Tische des Herrn führen. Für die Angehörigen der Kommunikanten sind die Plätze auf der linken Seite reserviert.

+ Die Stadt Fulda gehört nach dem Haushalts­plan für 1913 insgesamt 42 Vereinen und Kor­porationen als Mitglied an, wofür sie an Bei­trägen zusammen 2675 Mark zu zahlen hat. Neuer­dings ist die Stadt Mitglied nachfolgender Vereine geworden: Ortsverein Fulda vom kath. Mäßigkeits­bund, Verkehrsverband für Hessen und Waldeck, Deutscher Verein für Armenpflege und Wohltätigkeit Berlin, Fürforgeverein für hilfsbedürftige Taubstumme in Kurheffen und Waldeck und der Reichsflieger- Stiftung e. V. zu Berlin.

Anglerglück. Heute früh hatte der Zolldiener, Herr Knab, das seltene Glück, an der Angelstelle Hornungsbrücke einen kapitalen Weißfisch im Gewichte von 5 Pfund an einer einfachen Angel zu fangen. Der kostbare Fang wurde dem Delikatessengeschäft E. Wolf zum Verkauf überlassen.

i & Der Eisenbahnvrrein Gedern (Prov. Oberhessen) unternahm gestern mittag einen Ausflug nach unserer Stadt. Es wurde in mehreren Lokalen Einkehr ge­halten und verschiedene Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt.

s- Für mittlere bautechnische Beamte ist in der Reichspost- und Telegraphenverwaltung mit der Wir­kung vom 1. April eine Laufbahn eingerichtet, für die die Grundsätze nunmehr amtlich veröffentlicht worden sind. Die Anwärter müssen ein Bauhand­werk erlernt, eine deutsche Baugewerkschule absolviert und hier Jahre bei Hochbauten, davon mindestens zwei Jahre bei der Reichspostverwaltung abgeleistet haben und gesunde Sinne besitzen. Nach zweijährigenr Vorbereitungsdienst ist die Prüfung zum Postbau­sekretär abzulegen. Nach bestandenem Examen wird er bautechnischer Diätar mit 16002200 Mark jähr­lichen Bezügen. Nach etwa fünf Jahren können sie als Postbausekretäre etatsmäßig auf Lebenszeit au- gefteöt werden. Im Amtsblatt des Reichsvostamts sind die weiteren Bestimmungen und Ausführungs­dorschriften abgedruckt.

* Maul- und Klauenseuche. Mit Rücksicht auf den jetzigen Stand der Maul« und Klauenseuche ist die durch die viehseuchenpolizeiliche Anordnung des Herrn Regierungspräsidenten vom 11. März d. Js. ange­ordnete amtstierärztliche Untersuchung und polizeiliche Beobachtung des aus den Königreichen Bayern und Württemberg und aus Elsaß Lothringen in den hiesigen Bezirk eingeführten Klauenviehs aufgehoben worden.

Jubiläum der 81er. Wie wir aus gut unter­richteten Kreisen erfahren, ist die hundertjährige Feier deS 1. Kurhesfischen Jnfanterie-Reqimeins Nr. 81 wie folgt beabsichtigt: Mittivoch, 23. Juli 1913: Fest für die Stadt Frankfurt: 6 Ubr abends Doppelkonzert auf dem Festplatz; 8 Uhr abends Festvorstellung in der Festhalle, daran anschließend Volksbelustigungen aus dem testplatz und zum Schluß Schlachtenmusik. (Eintritt 50 Big., Logenplatz 3 Mark.) Donnerstag, 2t. Juni 1913, treffen von 5 Uhr abends ab die Abordnungen alter 81er hier em. 8 Uhr Beginn der Festvorstellung in der Fest- Halle, daran anschließend Kommers auf den Feftplätzen und um 11 Uhr nachts großer Zapfenstreich mit Gebet. Freitag, 25. Juli 1913: Morgens großes Wecken. Um 9 Uhr morgens steht das Regiment, die Veteranen, der Verein der 81er in Frankfurt, die Vereinigungen, die sich für die Jubelfeier gebildet haben, aus dem Fesiplatz zum Festgottesdienst bereit. Nach dem Festgottesdienft findet Paradeaufstellung mit Vorbeimarsch des Regiments tu Zugfront und der alten Soldaten statt. _ Daran an­schließend ist ein Kommers auf dem Festplatz, Um 12 Uhr mittags ist Frühschoppen der Offiziere und der Festgäste, sowie der alten Offiziere in ,en oberen Räumen des Kaiserkellers. Um 1 Uhr mittags findet die Spei­sung des Regiments und der alten Angehörigen durch die Stadt in den Räumen der Festhalle statt. Am Nach- »iltaa^eüchtiaen die alten Angehörigen den Zoologischen

Palmengarten, Schlachthaus und die Anlagen am Osthafen. Um 6 Uhr abends ist Festeflen des Offi- zrerkorps mit seinen Festgästen und alten Offizieren im vote »Frankfurter Hof". Die Kompagniefeiern beginnen abends 9 Ubr in 12 großen Lokalen mit Gärten in der Stadt. Samstag, 26. Juli 1913: Um 11 Uhr Vor- rnttagg ist Speisung des Regiments und der alten An­gehörigen auf dem Kasernenhof und von 12 Uhr mittags ab Frühstück des Otfizierkorps und der alten Offiziere im Regiments-Kasino. Ilm 8 Uhr abends versammeln sich bei einem Abendessen die >.tzigen und ehemaligen Einjährigen des Regiments in der Römerhalle.

() Buchdruckerversammlung. Die christlich-nationale Gehilfenorganisation im Buchdruckgewerbe, der Outen« bergbunt), hat auf kommenden Sonntag, 22. Juni, vor- mittag§ 10V, Uhr ins katholische Gesellenhaus eine öffentliche Versammlung einberufen. Hierzu sind alle Buchdruckergehilfen, sowie Freunde und Gönner der christlichen Gewerkschaftsbewegung freundlichst eingeladen.

(*) Sport. Am Sonnta". 22. Juni findet vom Restaurant »Hohenzoll'7n" aus das diesjährige Gelände­laufen statt, das dem Spielverein Germania hier vom Verbände übertragen wurde. Da zahlreiche Meldungen aus Alsfeld, Hersfeld, Bebra und Fulda vorliegen, wird der Sieg hart erkämpst werden muffen.

Aus dem Nachbargebiete.

* Lauterbach, 19. Juni 1913. In letzter Zeit grassiert hier ein wahres Kaninchenmorden. Einem Kaninchenzüchter wurden in einer Nacht 8 wertvolle Tiere t o t g e b i s s e n. Einem andern, der tags zuvor 2 Zuchtkaninchen für teures Geld aus Belgien bezog, stieß dasselbe Unglück zu. Im ganzen sind jetzt etwa annähernd 200 Kaninchen, darunter eine große Anzahl wertvoller Exemplare, dein Räu­ber, von dem man nicht weiß, ob es ein Hund oder ein Marder ist, zum Opfer gefallen.

* Aus der Rhön, 19. Juni 1913. In letzter Zeit ist in der Rhön, besonders in den etwas abgelegenen Dörfern und Höfen, ein Reisender aufgetreten, der unter den verschiedenartigsten Vorstellungen P h o- tographien zwecks Anfertigung von Vergröße­rungen entgegennimmt und sich darüber quittieren läßt. Mit der Vergrößerung trifft dann auch unter Nachnahme ein Rahmen ein. Gezahlt muß aber wer­den, denn die Unterschrift hat ja den Kauf des Rah­mens, der klein gedruckt dabeistand, bestätigt. «Wir haben schon öfters Gelegenheit gehabt, vor derartigen Bilderreisenden zu warnen. D. Red.

* Hersseld, 19. Juri 1913. Hauptlehrer Dünkel und Frau hier feierten gestern in voller Rüstigkeit die goldene Hochzeit. Zahlmeister Borr- mann von der Kriegsschule ist zum Husaren-Regi« ment Nc. 14 mit dem 1. Juli 1913 nach Kassel, Zahlmeister Gunde lach vom Infanterie-Regiment Nr. 95 zur Kriegsschule nach Hersfeld kommandiert. Folgende Feuerwehrleute aus dem Kreise Hers­feld haben das Erinnerungszeichen für Verdienste um das Feuerlöschwesen erhalten: Oberbrandmeister P. Eckhardt in Kalkobes, Ortsbrandmeister Joh. Haßenpflug in HeeneS, Zugführer K. Jckler in Niederjossa, Ortsbrandmeister Joh. R ü ger in Peters­berg, Brandmeister-Stellvertreter A. Bieber in Niederaula, Steiger Hrch. Bickel in ASbach, Brand­meister-Stellvertreter Joh. Schmidt in Kerspen­hausen, Steiger G. Erbe in Malkomes, Spritzen­meister Hrch. Pfaff in Schenklengsfeld, Ortsbrand- meister I. Jäger III. in Motzfeld und Brandmeister Schlotzhauer in Philippsthal.

Röhrigshof (Kr. Hersfeld), 18. Juni 1913. Auf der Bahnstrecke GerstungenVacha wurde heute nach­mittag zwischen Heringen und Wölfershausen das Lastgespann des Bahnbau-UnternehmerS der Gewerk- schastsbahn nach Herfa vom Zuge erfaßt; beide Pferde wurden getötet, während der Kutscher mit einer Kopfverletzung davongekommen ist. Von den aus Schacht Herfa durch ausströmende Gase vergifteten Bergleuten ist gestern noch ein zweiter gestorben, ein dritter soll noch heute erlegen fein, während für mehrere andere diese schlimme Folge noch zu befürchten ist.

* Bebra, 18. Juni 1913. In der gestrigen Sitzung der Gemeindevertretung wurde für den aus dem Gemeindevorstand ausscheidenden Schöffen Zim­mermeister Abhau Lokomotivführer H. Reß gewählt. Das den Gemeindevertretern vorgelegte Statut über die hier seit Ostern bestehende Privatschule wurde genehmigt. Der Verlegung des Wasenplatzes wurde zugestimmt und den Heizern des Gaswerks die ge­forderte Erhöhung ihrer Bezüge zugesprochen.

* Kassel, 19. Juni 1913. Heute beging Lehrer Ellenberger hier sein 50jähriges Lehrer - Jubiläum.

* Earlshafen, 19. Juni 1913. Zur Erinnerung an das 25jährige Regierungsjubiläum des Kaisers stiftete Zigarrenfabrikant Baurmeister seinen Arbei­tern 10 000 Mk., deren Zinsen alljährlich an hllfs- bedürstige Arbeiter und deren Angehörige verteilt werden sollen.

* * Aus Thüringen, 18. Juni 1913. Wie im Gastwirtsgewerbc Geld verloren wird, zeigen fol­gende Tatsachen. Das mit einem Aufwand von über 60 000 Mark erbaute Kurhaus in Tambach wurde zwangsweise für 34 000 Mark verkauft und soll nun in ein Sanatorium umgewandelt werden. Der Gast­hofHerzog Alfred" in Dietharz wurde vor zwei Jahren für 42 000 Mark erstanden, jetzt aber für 30 000 Mark verkauft. In Triptis bleiben die Veteranen mit einem Einkommen unter 1200 Mark hinfort steuerfrei. Beim Kadcttenhaus in Nau m- b u r g wurde wegen Ueberfüllung der Hauptkadettcn- anstalt in Groß-Lichterfelde eine neue Klaffe einge­richtet. Die Stadtväter von Naumburg haben beschlossen, die Krieasveteranen, die mit einem Ein­kommen von nicht mehr als 900 Mark veranlagt sind, von der Gemcindccinkommensteuer dauernd frcizu- stellen, den Kriegsveteranen, die in besonders dürf­tigen Verhältnissen leben, am 15 Juni jedes Jahres eine Ehrengabe von je 15 Mark als Veteranenbeihilfc zu gewähren, ein städtisches Grundstück für die Zwecke der" Jugendpflege zur Verfügung zu stellen und als Sport- und Spielplatz herzurichten. Der Platz wird 10 000 20 600 Mark, die Herrichtung 2800 Mark kosten. Weiter werden zur Förderung des Klein- wobnungswesens in Naumburg 10 000 Mark zur Verfügung gestellt und es ward befchloffen, zu dem bereits angefammeltcn Fonds von 56 519 Mark jährlich 3000 Mark zu stiften für die Errichtung eines zweiten Sieckienhaufes, das den Namen Kaiser Wil­helm-Stift tragen soll.

A\ Wetzlar. 20. Juni 1913. Fünf Gemeinden des Kreises find in diesem Jahr in der beneidenswer­ten Lage, weder Z u s ch l ä g e zur Stoatseinkommen- ffeuer, noch Realfteuern erheben zu brauchen. Es sind die Orte Oberwctz, Neukirchen, Holzhausen, Griedel­bach und Greifenthal.

* Aus Franken, 19. Juni 1913. Kaufmann Salo­mon Reis in Oberwaldbehrungen erwarb Wohnhaus und Laaer bet Fränkischen Malzfabrik Gärtner und

Söhne in Neustadt a. S. bei einer Zwangsver­steigerung um 30000 Mark. Das Rathaus in Hammelburg soll neu restauriert werden. Die Restaurations- und Verptttzarbeiten werden nut an ortsansässige Handwerksmeister vergeben. Das Kgl. Staatsärär als Eigentümer der Solquelle zu Burgsinn hat den Antrag auf Festlegung eines Schutzgebiets für den genannten Sprudel gestellt. Innerhalb eines gewissen Gebietes sollen Bohrungen und Aufgrabungen bis auf eine Tiefe von 20 Metern unterhalb der Bohrlochkante zulässig sein.

Amt Geisa und Umgebung.

* Geisa, 19. Juni 1913. Der Hochwürdigste Herr Bischof von Fulda hat für nächsten Sonntag eine Kollekte für die Ueberschwemmten an- aeordnet. Ein am Jubiläumstage vom Haupt- frauenverein Eisenach zum Besten der Üeber- schwemmten veranstalteter Verkauf von Blumen und Ansichtskarten ergab einen Reinertrag von 500 Mk.

dt Vacha, 19 Juni 1913. Den katholischen Teil­nehmern am Gauturnfest ist am Sonntag um 5 Uhr morgens Gelegenheit zum Besuche der hl. M esse geboten. Das Wetturnen beginnt um 6 Uhr.

* Vacha, 19. Juni 1913. Die hiesige städtische Sparkasse hatte im Jahre 1912 an Gesamtein­nahmen 1007 952,83 Mark, an Gesamtausgaben 1002 856,61 Mk. zu verzeichnen. Der Kaffenumsatz bei 2480 Buchungen betrug mithin ca. 2 Millionen Mark. An Spareinlagen wurden neu eingezahlt 525 808 Mk. und zurückgenommen 154992 Mk. An Zinsen wurden gezahlt bezw. den Einlagen gutge­schrieben 44 000 Mt. Der Spareinlagenbestand be­trug Ende 1912 auf 1328 Sparkassenbücher 1382 403,64 Mk., bas bedeutet gegen den vorjährigen Bestand eine Zunahme von fast 43%. Der Reserve­fonds beträgt 13 180 Mk.

* Dermbach, 18. Juni 1913. Dienstag abend traf der Kommandeur des Jnf.-Regts. Nr. 94, Herr Oberst v. Lepel hier ein und fuhr am Mittwoch früh in Gemeinschaft mit dem Herrn Bezirksdirektor Baron v. Groß und Herrn Baurat Jaenisch ins lieber« schwemmangsgebiet, um den Stand der durch die Soldaten auszuführenden Arbeiten in Augenschein zu nehmen.

Aus Gberheffen u. den heff. Aemtern.

L Marburg, 18. Juni 1913. Nach dem amtlichen Personalverzeichnis der Universität Mar­burg zählt die Hochschule im lausenden Sommer­semester 2406 Immatrikulierte (darunter 163 Frauen gegen 2302 (127) int vorigen Sommer und 2028 (127) im letzten Winter. Zu den Immatriku­lierten kommen noch hinzu 27 (5) zum Hören Be­rechtigte, sodaß die Gesamtzahl aller Besucher in die­sem Semester 2433 beträgt gegen 2347 int vorigen Sommer und 2072 int letzten Winter. Von den Im­matrikulierten studieren 243 Theologie, 379 Jura, 546 (darunter 24 Frauen) Medizin und 1238 (139) philosophische Fächer. Gegen das vorige Sommer- semestcr hat die Zahl der Theologen um 47, der Mediziner um 81 zugenommen, die der Juristen da­gegen um 19 und die der Philosophen um 5 abge­nommen. Frauen sind in diesem Jahre 36 mehr als im vorigen immatrikuliert. Unter den 1862 (121) Preußen sind 656 (32) Hessen-Nassauer, 339 (27) Rheinländer und 232 (14) Westfalen. Von den 135 an der Universität wirkenden Dozenten und Leh­rern gehören an der theologischen Fakultät: 13 (7 ordentliche Professoren, 2 außerordentliche Professo­ren und 4 Privatdozenten), der juristischen Fakultät: 10 (6 ordentliche, 3 außerordentliche Professoren und 1 Privatdozent), der medizinischen Fakultät 42 (14 ordentliche Professoren, 1 ordentlicher Honorarpro­fessor, 5 außerordentliche Professoren und 22 Privat­dozenten), der philosophischen Fakultät: 70 (28 or­dentliche, 4 Honorar- und 9 außerordentliche Profes­soren, 22 Privatdozenten, 4 Lehrer für Sprachen und Künste und 3 Lehrer für körperliche Fertigkeiten). Die Studentenschaft ist teils durch die 30 Korporationen, teils durch dieFreie Studenten­schaft" vertreten, teils erstreben freie Vereinigungen ohne korporativen Charakter einen Zusammenschluß unter den nichtinkorporierten Studenten. Als die jüngste solcher freier Vereinigungen hat sich in diesem Semester dieFreischar" konstituiert. Von den sog. katholischen Verbänden sind der C. V. durchRhe- nania" undPalatia", der K. V. durchThuringia" und der U. V. durchUnitas" vertreten. Die C. V.- Verbindung Rhenania feierte in der Pfingstwoche (vom 10.13 Mai) unter zahlreicher Beteiligung der alten Herren der Verbindung und vieler Freunde aus dem C. V. ihr 34. Stiftungsfest, verbunden mit der feierlichen Einweihung und Uebergabe ihres neuen Hauses am Rotenberg. Auf terraffenstuftgem Ge­lände, von einem geräumigen, mit herrlichem alten Baumwuchs bedeckten Garten umgeben, besitzt nun dort Rhenania ein schmuckes Heim, das durch seine praktische innere Einrichtung allen Anforderungen an ein modernes Korporationshaus vollauf genügt; denn wir finden dort u. a. einen geräumigen Kneip- faal, ein Eßzimmer, ein Spielzimmer, ein Biblia- theks- und Lesezimmer, ein Schreibzimmer, ein Ba­dezimmer usw., dazu außerdem eine schöne Wohnung für den Hausmeister. Wie man hört, will auch T h u r i n g t a sich ein eigenes Haus bauen.

Marburg, 19. Juni 1913. Die Kraftwagen- Verbindung Marburg-Josbach macht während der Erntezeit täglich nur eine Hin- und Rücksabrt. Die Abfahrt von Marburg ist abends 6.20 Uhr, die von Josbach früh 6.20 Uhr. Sonntags fahren die Autos planmäßig. Fabrikbesitzer Schäfer dahier wurde der Titel eines Kommerzienrats und dem Pro­fessor in der juristischen Fakultät Dr. H c p m a n n der Titel eines Geheimen Justizrats verliehen.

* Biedenkopf, 17. Juni 1913. Auf der Sackpfeife wurde der Grundstein zu einem A u s s i ch t s t u r ut gelegt.

* Fronhausen, 19. Juni 1913. Bei dem gestrigen Gewitter wurde ein Hjähriges Mädchen auf dem Felde durch ein Blitzschlag gelähmt.

* Stausebach, 19. Juni 1913. Die Messer­stecherei vom 17. Mai d. I., die hier zwischen ausländischen Bahnarbbikern stattfand, sand heute ihre Sühne bei dem Schöffengericht in Kirch Hain. Der Attentäter wurde zu 2Vi Monaten Gefängnis verurteilt.

mit seinen weiten fruchtbaren Steppenländern ist hieril nicht zurückgeblieben. Einer der bekanntesten ameri konischen Hühnerzüchter ist R. Meech in Poole, Dorsels der Eigentümer einer Riesenfarm für Hühner. Sei« Export an Hühnereiern geht ins Unermeßliche. Er hat sich für die Unterbringung seiner Tausenden und Aber- taufenben von Hühnern jetzt ein besonderes HühnerhauS bauen lassen, luas wohl als das größte der Welt ange- sprochen werden darf. Es hat nämlich Raum für 3 0 0 0 Hennen und kostete nicht weniger als 80 000 Mark. Es gleicht in seiner Bauart einem gewöhnlichen Hühnerhaus, nur daß eben alle Maße bedeutend größer sind. Herr Meech legte das Hauptgewicht auf die pein­lichste Sauberkeit, die er zur rationellen Hühnerzucht für unerläßlich hält. Für unbedingt erforderlich hätt er auch, daß die Hühner immer reichliche Nahrung vor­finden und ihr Körnerfutter möglichst trocken gehalten wird, damit sie möglichst viele Eier legen. In dieser Hinsicht kann sich denn auch der Züchter nicht beklagen.

* Begnadigung. Der vom Schwurgericht in Duisburg wegen Mordes zum Tode verurteilte ju­gendliche Arbeiter Schmitz wurde vom Kaiser zu l e- benslänglichem Zuchthaus begnadigt.

* Ein Vermächtnis für Kriegsveteranen. Der ver­storbene Kaufmann Schultze in Gobesberg hat dem Graffchaster Kriegerverein in Mors im Rhein- land in einer letztwilligen Verfügung 3000 Mark für unbemittelte Veteranen vermacht. Zehn alte Krieger haben nun ein Sparkassenbuch übet je 300 Mk. erhalten.

* Kinder zu verkaufen! Eine Frau in Ilmenau zeigte durch die Zeitung an, daß sie ein bildhübsches Mädchen von 14 Jahren, ein bildhübsches Mädchen von 5 Jabren und einen bildhübschen Bubi von 1 Jahr zu eigen vergeben wollte und dafür 3000 Mk. fordere. Die Frau, der das Unmoralische ihrer Handlungsweise wohl nicht zum Bewußtsein gekom­men war, gab an, daß sie das Geld zum Unterhalt und znr Erziehung des bei demVerkauf" übrig blei­benden Kindes verwenden wolle. Das Vormuild- schastsgericht will sich mit der Sache beschäftigen.

* Großseuer. In der Zelluloidabteilung der Lerck- schen Bürstenfabrik in Schönheide bei Plauen ist ein Großfeuer ausgebrochen, das die ganze Fabrik­anlage zerstörte. ,

* Was eine Garnison dem Stadtsäckel kostet. Die Errichtung von neuen Truppenformationen erweckt bei zahlreichen Kommunen, namentlich kleineren, das Verlangen nach dem Besitz einer Garnison. Zu diesen gehört auch Nauen und es will anscheinend mit Spandau in Wettbewerb treten. Nach Spandau sol­len, wie mitgeteilt, zwei dritte Bataillone zu den fünf­ten Garderegimentern kommen. Da die Truppen int Herbst eingestellt werden, bietet deren Unterbringung einige Schwierigkeit. Nauen hat sich bereit erklärt, für die Truppen Baracken zu errichten, in denen sie zwei bis drei Jahre, bis die Kasernen fertiggestellt sind, iintergebracht werden sollen. Will Spandau eine Verlegung verhindern, dann muß es dem Fiskus die gleichen Zugeständnisse machen. Der Spandauer Magistrat ersucht denn auch die Stadtverordneten um die Bewilligung von 300 000 Mk. für Bara­ck e n b a u t e n," in denen die Truppen mindestens zwei Jahre untergebracht werden können. In die­sem Falle würde Spandau etwas über 100 000 Mk. erhalten und das Uebrige zusetzen müssen. Außerdem wird die Stadt um die Ueberlassung zweier Stadt­häuser gegen ortsübliches Quartierservis ersucht, ein Geschäft, das ebenfalls einen Ausfall an Einnahmen bringt. So hat eine Garnison auch ihre Schatten­seiten für den Stadtsäckel.

* Eine rätselhafte Heilung einer Blinden versetzt die Londoner Augenärzte in nicht geringe Aufregung. Das Dienstmädchen Welsh war seit ihrer Kindheit sehr kurzsichtig. Ihr Leiden verschlimmerte sich der­art, daß sie seit zwei Jahren völlig erblindet war, trotzdem sie in der Behandlung erster Spezialisten sich befand und mehrfach operiert wurde. Schließlich wurde ihr Fall, dessen Diagnose nicht feststand, für hoffnungslos angesehen. Da erkrankte ihre Groß­mutter, an der die Welsh sehr hing, und, so erzählt das Mädchen selbst, der Wunsch, die Sterbende noch, einmal sehen zu können, verfolgte sie Tag und Nacht. - Als die alte Frau gestorben war, vergoß die untröst­liche Enkelin wahre Tränenströme, und brach schließ-, lich am Grabe in einem Weinkrampf zusammen. Als sie wieder zum Bewußtsein gekommen war, habe' sie ihr Augenlicht wieder gewonnen. Fräulein Welsh : suchte wiederum einen ihrer Aerzte auf, der die Hei-! lung konstatierte, ohne eine Erklärung dafür zu ha-- ben. Während in den ersten Tagen nach der Hei­lung sich noch eine starke Kurzsichtigkeit bemerkbar machte, verfügte die Geheilte jetzt über eine normale i Sehstärke. Vermutlich hat die starke seelische Er-: schütterung durch den Tod der geliebten Verwandten! eine ähnliche Wirkung gehabt, wie z. B. starkes Er-: schrecken oft Leuten, die bis dahin stumm gewesen sind, die Sprache wiedergegeben hat. O

Eingesandt.

Für Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Beraniwortung.

Unser Schloßpark, der auf Fremde wie auf Ein­heimische einen gleich reizvollen Eindruck ausübt, ist von jeher das Eldorado von Fulda gewesen. Doch trotz aller Schönheiten des Parks muß auf einen Mißstand, hingewiesen werden: das Schließen des Schloßgartens. Mir selbst in Begleitung meiner Gattin passierte es gestern abend, daß wir dort mit einem Male eingeschlos- fen war. Als wir dem Hauptausgang zustrebten, mach., ten wir die Ueberraschung, daß wir nicht die einzigen Gefangenen" waren, denn es gesellten sich noch 5 Lei- densgefährten (1 Herr und 4 Damen) zu uns. Wie wir 7 Personen feststellten, sind die Türen ohne vor­heriges Läuten geschlossen worden. Wohl vernahm ich aus weiter Entfernung den schwachen Ton einer sog. Kuhglocke, aber erst, nachdem schon vollständig geschlossen war, während die übrigen 6 Ueberraichten nichts gehört hatten. Zu gutem Glück gelang es uns, einen im Schloßgarten noch anwesenden dienstbaren Geist auf unsere üble Lage aufmerksam zu machen. DieserReiter in der Not" öffnete uns eine nach dem Garten führende hintere Tür des Schlosses, sodaß wir endlich nach viertelstündiger Gefangenschaft wieder frei waren. Hätten wir nickt nochGlück im Un­glück" gehabt, dann mußten wir wohl oder übel unseren Weg über die Mauer nehmen. Wenn der Einsender wünscht, daß diesem Ucbelftande abgeholfen wird, so spricht er damit sicher im Sinne Vieler; denn schon viele andere außer uns haben das zweifelhafte Vergnü. gen gehabt,Gefangene in Gottes freier Natur" zu fein. Einsender ist Geschäftsmann und kann leider nur am späten Abend auf Minuten die Annehmlichkeit des Parkes genießen.

Ein steuerzahlender Bürger.

vermischtes.

* Tas größte HühnerhauS der Welt. In den letzten Jahren hat die rationelle Hühnerzucht in allen Ländern Baüautcnben Aufschwung genommen. SUä Amerika

Handel und Industrie.

Berlin, 19. Juni 1913. »Das eben ist bet Börse Leben, daß sich die Kurse senken Und heben,«' ob mit oder ohne Grund, das ist schließlich gleich!, Ohne Grund war man gestern mißgestimmt.. Heute