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ES ist eine Dekenntnisfcier, und ihr Einfluß wird ein weitreichender sein. Hat euer Erzbischof von eurer Vaterlandsliebe Zeugnis gegeben, so wisset ihr, daß es keine edlere Vaterlandsliebe gibt, als jene, die da ausgesprochen ist in dem Kaiserworte, das eure Kalserglocke durch die deutschen Lande rüst: Sorget, daß unserem Volke die Religion erhalten bleibe. Der heutige Abend verkündet dem katholischen Deutsch­land, daß ihr den Ruf eures Oberhirten richtig ver­standen habt.

Schmückt in Gottes Namen eure ehrwürdigen Tempel reich und würdig aus. Aber vergesset nie, । daß höher als die Tugend der magnificentia die I Hebung der misericordia steht. Auch der Heiland lobte die Frau, die die kostbarsten Salben seinem hochheiligen Leibe weihte; mehr noch lobte er biet die den gefährdeten Seelen Hülfe brachten; die nenne ich meine Brüder und die nenne ich meine Mutter, so lautete Jesu geheimnisvolles Wort.

Als wertvollste Macht in der Bonifatiusarbeit be­grüße ich dann

2. die warmherzige Liebe eurer Priester.

Nicht eine herrliche Generalversammlung schafft bas, was uns not tut, sondern die Kleinarbest, em­sige und liebevolle Kleinarbeit. Wie soll die nun einsetzen?

Vor allem durch gute Organisation der Samm­lungen in allen Gemeinden. Tropfen sind die Gro­schen und die Pfennige, aber vereint bilden sie den be­fruchtenden Strom. Das ist unser Ziel: jede Pfarr­gemeinde muß ihren gut organisierten Bonifatius- Zweigverein haben. Ich wiederhole: jede. Ich nehme keine einzige in ganz Deutschland aus.

\ Kleinarbest kann jeder Priester dadurch leisten, datz er di» Gelegenhest benutzt die zur Belebung hoch­herziger Gesinnung von selbst sich bieten, wenn nur das Auge aufmerksam ist.

So eine gute Gelegenheit-Benutzung war die humorvolle Aufforderung zur „güldenen Brocken- sammlung" in Neuß, die sicher den Gebern ebenso btd köstliche Freude bereitet hat, wie dem Urheber und de» Miffionaren. Man merkt da durch: Die Liebe ist erfinderisch, man muß nur den rechten Schlüssel g» den Herzen zu finden wissen.

r Besonderen Dank schulde ich denjenigen Pfarrern, die am Kircheneingange einen Opferstock anbringen mst der Aufschrift: „Für den Bonifatiusverein". Da hchrein rinnt manche G.abe, die man so gelegentlich still geben möchte. Der Opferstock ist eine stille Pre- orgt... Wir zu Hause haben's ebenso gemacht. In der BvnffatiuSwoche, zu Weihnachten, am Allerheiligen­feste und in der hl. Fastenzeit erinnert der Prediger diskret an diese Inschrift in einer herzlichen Wen- tang, die gern gehört und befolgt wird.

deiner Gemeinde, lieber Pfarrer, ist eine Bolksmisiion gewesen. In Hunderte, ja, Tausende do« Herzen fft jener Friede eingekehrt, den die Welt nicht geben kann. Mst dem neu gewonnenen Herzens» glücke regt sich das Verlangen, dem Herrn sich bank bar zu erweisen. Kann nicht mancher ein Scherflcin denjenigen Katholiken zuwenden, die nie im Leben das Gluck einer Bolksmiffion empfinden? Sind das nicht darbende Brüder, die gerade bei der Schlur­fet er am letzten Abend der Mission deinem Herzen rat nächsten stehen sollen?

Der Tag der Erstkommunion naht. Himmels- glöck in den unschuldigen Kinderherzen, Himmels­glück in Elternherzen. Findest du, lieber Pfarrer, gar kein Wort, um Kinder und Eltern binzuweisen auf fine vielen katholischen Kinder Deuffchlands, die mst 12, 13, 14 Jahren das Wort Kommunion" über­haupt noch nickt gehört haben?

In einem Hause deiner Gemeinde wird ein Fa- vtrlienfest gefeiert: Du kennst die braven Leute, die H^nnelssegen auch in irdischer Wohlfahrt erfahren haben; es ist ein Fest, das die Eltern oder Brautleute von selbst auf den Gedanken bringt, einen Tribut der Dankbarkeit zum Altäre zu tragen; sie machen dir eine Andeutung; du denkst vielleicht an den Schmuck deiner Braut, deiner Pfarrkirche, oder an eine Stif­tung zur Förderung kirchlicher Jugendpflege. Das ist sehr löblich. Aber kannst du nie der Diaspora ge­denken?

Hast du nie von Windthorst gehört, der damals, ÄlS das ganze katholische Deutschland sich ihm dank­bar erweisen wollte, einen Kirchenbau in der Dia- Hora als einziges Ziel für alle diese Gaben ausersah?

Als mein Amtsvorgänger, Bischof Wilhelm, ein Kind von elf Jahren wär, hat fein Onkel, Dechant Jakobi, ihn einmal acht Tage vor Weihnachten liebe­voll mtgeleitet, auf seine Weihnachtswünsche zu ver­zichten zugunsten armer Kinder. Das Glück, so hat er selbst mir als Greis erzählt, das der Knabe gerade au jenem Weihnachtsfeste im Herzen empfand, war bestimmend für sein ganzes Leben. Findet nicht auch mancher von euch Gelegenheit, ein solches Samen- körn in edel veranlagte Kinderherzen zu senken? Das wird für's Kinderherz zu einem Erlebnis, besten Früchte fortbauern burchs ganze Leben.

Glaubt nicht, baß unter ben Opfirn für die Sache deS heiligen Bonifatius die Interessen der eigenen Gemeinde leiden. Im Gegenteil, nichts lähmt mehr ben religiösen Schwung in "einer Gemeinde als llein- liche Engherzigkeit. Echte Bonifatiusliebe z..bt den Segen des Glaubensfeuers in reicher Fülle herab auf die Herzen. 9He hat St. Bonifatius mehr Glaubens- feuer in den Seinen entzündet, als in jener Stunde, da er sie verließ, um für die Diaspora sich zu opfern.

3. Der dritte Machtfaktor im Bonifatius-Werke ist eurer führenden Männer Wester Blick und die Mit» mchest der katholischen Presse.

Ter Bonifatiusverein ist das edelste Kind der Ka- tholikcuversammlungen; er muß darum eine domi- nierendc Stelle in eurer religiösen Jntcressenwelt einnehmcu. Nicht die erste Stelle. Bischof Martin sagt mit Recht: Die erste Stelle nimmt ein die Sorge für die Lage des Heiligen Vaters; aber die zweite Stelle reklamierte der Bekennerbischof für den Boui- fattusverein. Der ist unter den Werken der Licbcs- tätigkeit der edelste Zweig. Sein Name ist das Pro­gramm eines wahrhaften Laien-Aposwlates. Dank sei darum den durch Stand und Beruf und Geiftes- gaben von Gott so hoch gestellten Männern, die die Fahne des hl. Bonifatius mit mutiger Hand ergriffen haben. Solchen Männern ist es tief zum Bewußtsein gekommen, wie es sich in der Diaspora um Rettung von Tausenden unsterblicher Seelen handelt — und nicht nur um Rettung Einzelner, sondern um künf­tige Generationen.

Dank sei der katholischen Presse für jedes zugun­sten des Bonifatiusvereins eingelegte warme Wort. Die Preste wird aber auch den Leitern des Bonisa- tiusvereins dankbar sein, wenn sie von diesen regel­mäßig mit gut orientierenden Artikeln, Nachrichten« Winken bedient wird. Ein Herr in Hannover, der mitten im geschäftlichen Leben steht und die Zeitungs­artikel über den Bonifatiusverein genau verfolgt hat, sagte mir vor acht Tagen wörtlich Folgendes: Wenn ich die Bedeutung des Bonifatiusvereins bedenke, und so viele kenne, die gern helfen, wenn man nur in der rechten Weise es ihnen näher bringt, dann muß ich sagen: eure Agstatwnsmethode ist ungenügend.

4. Dank sei nicht minder auch all' den Gebern von Einzelspenden. Die Fälle, in denen arme Perso­nen lange zu dem Zwecke gespart haben, um mit an­sehnlicher Gabe den Bonifatiusverein zu unterstützen, sind durchaus nicht selten. In den Kreisen der Un­bemittelten herrscht vielfach ein Opfersinn, der den Bemittelten vorbildlich sein kann. Oberpfarrer Schmitz, der spätere Weihbischof, sandte meinem Amtsvorgänger aus Krefeld einmal mehrere hundert Mark, gesammelt von ungenannten Dienstmädchen und fügte hinzu, daß auf diesen opferwillig dargebo- tenen Spenden der Armen sicher besonderen Segen ruhen werde.

Bon hoher Bedeutung sind ferner die Schenkungen mit Zinsenvorbehalt, die der Bonifatiusverein ebenso wie der Bischöfliche Stuhl gern übernimmt. Tausende möchten mit einem Teil der Habe gern eine dauernde gute Stiftung machen, können aber die Zinsen nicht entbehren. Sie möchten es schon bei Lebzeiten ord­nen, denn das fft das Sicherste. Wenn sie nun ein Kapital mit Zinsenvorbehalt schenken, dann sind beide Absichten mit mündelsicherer Gewähr erfüllt.

Es sind viele, teilweise auch fürstliche große Gaben, die der Diaspora schon aus Stadt und Erzdiözese Köln zugeflossen sind. Doch die Not wächst.

Eine Hoffnung ist es, die ich besonders von Köln mit nach Hause nehme. Tas ist die Zuversicht, daß die eucharistische Bewegung ganz ^besonders der Diaspora zugute kommen wird. Zunächst durch einer zündendes Beispiel. Glaubt es mir: der Hunger nach der Eucharistie ist in der Diaspora ost noch grö­ßer als in katholischen Gegenden; das macht die Ent­behrung. Und das Fronleichnamsfest, mag es auch bei euch viel glanzvoller gefeiert werden, in der Diaspora wird es dennoch alljährlich mit noch größe­rer Sehnsucht erwartet. Viel tiefer empfinden unsere zerstreuten Katholiken die ermutigende Wirkung des eucharistischen Kultus, wenn sie, die wochenlang, monatelang keinem Gottesdienste beiwohnten, zu Fronleichnam meilenweit von allen Seiten her zu­sammenströmen in Sehnsucht nach dem Tische des Herrn. Die die dann lauschen dem Ecce panis angelorum! Wie die dann in tiefster Andacht zu­sammen knien am primitiven Feldaltar: Schlesier und Rheinländer, Eichsfelder und Süddeuffche und Polen. Wie sie dann alle als Brüder und Schwestern nachmittags zur Familienfeier auf dem Rasen am Waldeshange traulich sich versammeln! Fronleich­nam ist der Trost der Diaspora. Das Prozesfions- glöcklein fft das „Kehrwiederglöcklein" in der Diaspora.

5. Mein letztes Wort gilt den edlen Frauen und Jungfrauen, die mst Herz und Hand der Sache des hl. Bonifatius Liebe erweisen.

Sagt mir: wer von euch möchte im Lebensbilde des Apostels bet Deutschen bie hl. Lioba vermissen und alle jene eblen Frauengestalten, die seinen Gang durch Deutschlands Gaue mit ihren Gebeten beglei­teten, die Paramente und Gaben feinen Missions- kapelleu sandten? Alle die edlen Frauen und Jung­stauen, die ich in den Paramentenvereinen zuweilen bei emsiger Arbeit überraschte, oder denen ich von Disittttionsreisen aus die Gesuche der Missionen em­pfehlen durste, — alle die Mägdlein, die das kleine Bonifatmsblatt von Haus zu Haus tragen, stünd­lich grüßend, so daß sie gewiß sind, keine abschlägige Antwort zu «-halten: muß ich ihnen nicht heute Dank sagen namens des hl. Bonifatius? und namens der Katholiken der Diaspora, deren Auge freubig auf­leuchtet, wenn sie hören, wie treu bie Damen von Köln und Münster und Aachen ihrer gedacht haben?

Frauen waren die ersten Boten in der jungen Kirche, die ersten Trägerinnen der Botschaft des Auf- erstandenen, die feinem Erscheinen den Weg berefte- ten. Frauen haben der Bonifatiussache oft die wesentlichsten Dienste geleistet.

Es war am 8. D^ember frühmorgens. Der im politischen Kampfe ergraute Zentrumsführer faß am

Arbeitstische. Tu».»., das katholische Deutschland war der Ruf ergangen, ihm eine Ehrengabe zu stiften. Aber er, der für Deutschlands Größe auch den letzten Groschen zu opfern bereit war, lehnte rundweg olles ab, er wollte nichts, keinen Pfennig, auch nicht für genzcirtnvth' Zwecke, auch nicht für die Diaspora. Ta. am Morzm des schönsten Marienfestcs trat eine Jnnzfra'.», rom Tische des Herrn kommend, bei ihm ein nnb -ajte Vater, heute komme ich im Namen der Muttergottes: und bann legte sie ihm auf ben Tisch bi» Ausruf zur Sammlung von Gaben für die Marienkirche m Hannover unb bat um feine Unter­schrift. Es war seine einzige Tochter; sie bat im Namen - Gottesmutter. Jetzt konnte er nicht mehr widerstehen. Nun ließ er ben Ruf erschallen: Wer mir eine Freude machen will, der sende mir eine Gabe für die Marienkirche. Als ich heute vor acht Tagen am Grabe Windthorst in der Marienkirche die Firrnuna spendete, kam mst unwillkürlich der Ge­danke: fo ist es denn ein frommes und kluges Frauenherz gewesen, das diesem edlen MifsionS- kirchenbau bie Wege geebnet hat.

Ich weiß, baß viele, viele Damen ber Rheinlande ähnlich fühlen, ähnlich wirken. Möge ber heutige Tag ihnen Tank unb Ansporn fein zum apostolischen Wirken. Bereitet auch ihr bem guten Hirten bie Wege durch die Diaspora eures Vaterlandes!

So laßt uns denn heimziehen in unsere Diaspora mit dem frohen Bewußtsein, daß wir viel Verständ­nis unb viel Liebe bei euch allen gefunben haben. Das sei ber Erfolg ber wandernden Generalversamm­lungen: ber Sieg des Solidaritätsbewußtseins im katholischen Deutschland.

Wenn ich über bie Bebeutung ber Wanberver- fammhtngen des Bonifatiusvereins nachdenke, dann erinnere ich mich besonders gern an den Bischof Burchard von Hildesheim. Als ganz Hildesheim, Stadt und Stift, vom katholischen Glauben abgeirrt war bis auf wenige kleine Häuflein, da, in dieser traurigsten aller Zeiten, hörten die beiden Küster, bie nachts in unserem Dome schliefen, jebesmal um Mttternacht ein leises Geräusch unb Reben im Dorne, fast eine Stunde lang; und als sie demselben nach- forfchten, da erfuhren sie, daß Domdechant Burchard von Oberg, ber spätere Bischof es war, ber in tiefer Nacht von Altar zu Altar, von einem Patrone zum anberen, durch Krypta und Dom, durch Chor und Kapellen ging, und so heiß vor jedem der Altäre zu allen Patronen ffehte, daß Gott das ewige Licht doch nicht ganz erlöschen lassen wolle. Sein Gebet ist er­hört: Maria, des Domes erste Patronin, batte ihre Hand schirmend auf ben tausensifährigen Rosenstock gefegt, besten Zweige nach Jahrhunderten sich aus- dehnm sollten über alle jene Gebiete rundum, deren bischöfliche Stühle untergegangen waren. So wie Bischof Bmchard, zieht auch der Bonifatiusverein mit feinen Wanderverfammlungen betend zu allen Heiligtümern Deutschlands, um Hülfe für bie ge­fährdeten Elaubensbriider zu suchen.

So sind wir hierher gekommen zur Stadt der hl. Dreikönige, die so recht die Patriarchen der ,Diaspora sind. Ihre Gebeine hat euer Erzbischof Rainald von Dassel nach hier übertragen; als er unter bem Jubel eurer Ahnen sie am 24. Juli 1164 in euren Dom geführt hatte, da gedachte er seiner Heimatdiözese und sandte drei Finger von den Reliquien dem Dome zu Hildesheim, wo sie noch heute in goldener Monstranz verehrt werden. Lastet diese Finger, die einst die drei dem Jesuskinde geweihten Gaben umspannt haben, uns allen in der Diaspora ein Unterpfand sei«, daß auch eure Finger und Hände stets segen­bringend der Diaspora zugewandt sein werden!

vermischtes.

* Infolge eines ehelichen Zwistes sprang in Köln eine etwa 30 Jahre alte Frau mit ihrem dreijährigen und einem drei Monate alten Kinde in den Rhein. Personen, die in einem in der Nähe befindlichen Bootshause weilten, gelang es, die Frau und das dreijährige Kind zu retten, während das drei Monate alte Kind ertrank.

* ,L. Z. 18", das fünfte für bie Militärverwal­tung bestimmte Zeppelin-Luftschiff, besten Fertigstel­lung wegen einiger Neuerungen zurückgestellt worben war, geht jetzt seiner Vollendung entgegen. Das Luftschiff wirb Anfang Juli von ber Militärverwal­tung unter dem Namen ,L. 5" übernommen werben.

♦ Sechs Zeppelinschiffe für Oesterreich. Bei der Zeppelin-Baugefellschaft sollen vom Jahre 1915 an sechs Zeppelm-.Kreuzer für die österreichische Armee in Auftrag gegeben werden. Ein früherer Lieferungs­termin konnte nicht vereinbart werden, da bie Zeppe­lin-Gesellschaft bis 1915 allzu stark in Anspruch ge­nommen ist. Als Stanborte für diese Militärlust­schiffe find Wien, Prag, Lemberg, Innsbruck, Buda­pest «nd Sarajewo in Aussicht genommen worden.

* Weizen ohne einen Tropfen Regen wurde auf ber Regierungsversuchsfarm in Lichtenburg, hu Trockengebiet von Transvaal gelegen, gewonnen. Mit berechtigtem Stolz wies jüngst in London Dr. Macdonald vom Ackerbauministerium der,Südafrika­nischen Union auf diesen Erfolg hin. Zwischen Aus­saat und Ernte gab es keinen Tropfen Regen.

* DaS Wichtigste. Die internationale Finanz­konferenz trat, wie ans Paris gemeldet wird, am Montag zu einer Sitzung zusammen und ließ sich zunächst einmal im Hofe des Quai d'Orsay photo- graphieren. Hierauf entfernte sich der Photograph unb W« Diplomaten gingen an die Arbeit.

* unroencr ut Fr«rrreUy. <xm p.irchlvarer tsturin ist über die Gegend von Lucheur niedergegangen. Ein ■ Hagelschlag, besten Körner ungewöhnlich groß waren, hm bie Ernte vollkommen vernichtet. Bcson- bers das Sradrchen Montauban ist außerordentlich in Mitleidenschaft gezogen worden- da ein durch das Städtchen führendes "Flüßchen zum reißenden Strome anschwoll, der bald so große Verheerungen anrichtete/ daß die Bewohner flüchten mußten und nur noch das nackte Leben retten konnten. In der ganzen Umge­bung wurden bie Scheunen mit forrgeris- f e n nnb das darin aufgcspeicherte Getreide vollkom­men vernichtet. Die Bevölkerung war ben entfessel­ten Elementen gegenüber vollkommen machtlos.

• Geheimnisvoller Diebstahl. Der russische ©enerat; Alfred von Manteuffel ist am Dienstag im Ex. pretzzng Paris—Nizza das Opfer eines Diebstahls ge­worden. In seinem Abteil lernte er einen sehr elegant ten Offizier kennen, der sich ihm als Oberst der fron.: zösischen Kolonialarmee vorstellte und mit dem er sich in ein längere« Gespräch einliefe. Als der General s-Äiefelich auf einen Augenblick das Abteil verliefe, be. mächtigte sich der Pseudooberst des HandtäfchchenS des Ge­nerals von Manteuffel und verschwand aus dem fahr«.! den Zuge. Alle Nachforschungen blieben vergeblich, und es blieb unaufgeklärt, wie der Räuber aus dem Zuge verschwinden konnte. Tie Polizei wurde sofort tele­graphisch von dem Diebstahl in Kenntnis gefetzt, doch sind alle Nachforschungen bisher vergeblich geblieben. I» dem Täschchen sollen sich aufeer einer größeren Summe baren Geldes auch verschiedene sehr wertvolle Schmuck, stücke befinden. Ob man es mit einem gewöhnlichen Gauner zu tun hat, oder mit einem Spion, der es auf politische Geheimnisse abgesehen hatte, ließ sich gleich­falls noch nicht feftstellen.

Literarischer. _____

Die Frau im Mittelalter. Von Dr. Heinrich Finke, Univ.-Professor. Mit einem Kapitel .Die Reuigen Krauen im Mittelalter", von Dr. LennL In Leisten gebunden. Preis 1,— Mk. (Sammlung Kösel, Bändchen 62.) Verlag Kofel, Kempten. , ■ ^en Frauen des Mittelalters hat, wie der geschicht­lichen Stellung der Frau überhaupt, bisher die hifto. rische Forschung oft ein viel zu geringes Interesse bei- gemessen. Es ist daher aufs dankbarste zu begrufeen, dafe einer der führenden Historiker unserer Tage, der Freiburger Univ.-Prof. Geh. Hofrat Dr. Heinrich Fink«, der „Frau im Mittelalter" eine eigene umfassende^ Studie gewidmet hat. Der damalige Bildungsstand der Frau, ihre Stellung in der Ehe, ihre Wertschatzungl in der Literatur (welche keineswegs auf eine Mißachtung! deutet), ihre praktische Tätigkeit im engeren und toeU teren Kreise, wobei auch soziale, politische mtd selbst wissenschaftliche Tätigkeit keineswegs ausges<W>ss«n war, wird in eigenen Kapiteln über die heiligen Frauen rm Mittelalter, wobei sich auch in diesen idealsten Gestalten die innere Mannigfaltigkeit und Fülle mittelalterlichen Lebens noch einmal in der höchsten Ausprägung barmt

Handel ttnb Industrie.

a Berlin, 18. Juni 1913. Auch heute an der Börse nicht an unfreundlichen Ginwuckungen,' di« dar Geschäfts» und Privatpublikum daran er» innerten, daß die allgemeinen Verhältniffe noch »eti( Raum für optimistische Auffassungen und entsprechend« Betätigung zeigten. Gegen Schluß der zweite« schäftsstunbe zeigte sich die Neigung zu leichter IW estiaung der führenden Werte, allein dre neuerlich« Erhöhung deS Privatdiskonts, der sich für langfristig» Sichte« auf 5,75 Prozent versteifte, verhindert« «inen nennenswerten Erfolg. Don deutschen Anleihen gab« 4proz. Reichsanleihe und KonsolS 0,10 Prozent, di« meisten übrigen 3proz. und 3,5 proz. 0,20 Prozent nach»

Märkte. 7

* Kassel, 18. Juni 1913. Auf der heut« hi« ad» gehaltenen mitteldeutschen Kalbfell» und Schaf« fell.Dersteigerung kamen 70781 Kalb» urt Schaffelle zur Versteigerung. Bei d« Versteigerung von 55115 Stück Kalbfellen zeigt« sich matte Ten» Äbei flau«« Stimmung verloren Kalbfell« geg«

aiauklion bis zu 5 Prozent, während beim V«« kauf von 15270 Schaf» und 396 Lammfell« sich »«« festere Stimmung herausbildete, so daß hi« di« Preis« bis zu 10 Proz. gegen bas Vorjahr anzlehen tonnten D« Gesamtumsatz belief sich auf üb« eme Million Mark. Auf dieser Auktion kam daS Geselle von sieben groß« Vereinigungen zur Versteigerung, näm« lich auster Raffel noch Dresden, Leipzig, Magdeburg, Branschweig, Halle und Chemnitz, denen wieder «och 300 bis 400 Nebenplätze angeschlosstn find.

Utflamnt« und Anzeigenteil»

Gotterdienstordnung.

F r e i t a g, 20. Juni. Nannenkirchr. ‘/«® llhr Hoch» amt; nachm. 4 llhr Her^Jesu-Andacht.

SamStag, 21. Juni. (Fest deS hk. Aloyfi«S.> Institut St. Mariae der Englischen Fräulel«. Ewig« Anbetung. 6, 7, 9 und 10 Uhr hl. Messen; 8 Uhr feierlicher Hochamt; nachm. 2, 3 unb 4 llhr Betstunden p abends 6 Uhr Echlußandacht.

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