Zuldaer Leitung
wünsche.
Wilhelm B.
zum Segen gereichen.
Viele Handwerker.
Reklamen- und AnzeigenteN.
IN
Deutschland so viele gibt, willkommen sein.
'S:
Oberland sind weiter 4830 Mk. eingegangen. Darunter sind mehrere namhafte Beträge, so von dem Zen- traldirektorium des patriotischen Instituts der Frauenvereine in Weimar 1000 Mk., einer Sammlung der Eisenacher Zeitung 1400 Mk., der Landeszeitung Deutschland Weimar 700 Mk., von den Gewerkschaften Heiligenroda und Dönges 500 Mk.. von den Beamten dieser Gewerkschaften 213,05 Mk., von der Gemeinde Kaltennordheim 585,20 Mk., von Generalmajor Graf Karl zu Boineburg-Gehaus 100 Mk.
Amt Geisa und Umgebung.
* Geisa, 17. Juni 4913. Anläßlich des Kaiscr- jubiläums wurde der Berbandsdircktor C. Klattenhof von der Thüringischen Raiffeisenorganisa- tion in Erfurt zum Königlichen Ockonomierat ernannt.
* Dermbach, 16. Juni 1913. Zur Unterstützung der durch das Hochwasser Geschädigten im Eiienächer
Lokales.
>.__Fulda, 18. Juni 1913.
d. Auf das gemeinschaftliche Glückwunschschreiben des t>ochw. Herrn Bischoss Joseph Tamianus und deS Bischöflichen Domkapitels hat der Kaiser mit folgendem Dank-Telegramm geantwortet:
Meinen herzlichen Dank für die freundlichen Glück
zielen, hält man die öffentliche Ausschreibung der Anstreicherarbeiten in den städtischen Schulen für sehr unverständlich. Welche Fülle von Arbeit und Unterlagen zur Ausgestaltung der Verdingungsordnung hat man aus Handwerkerkreisen zusammengetragen und welche Hoffnungen hat man darauf gesetzt! Ader das Ergebnis der letzten Submission hat überrascht und die Zahlen zeigen deutlich, daß das Verfahren ein bedauerliches ist. Wäre es nicht zu empfehlen, die ArbeikMi bei solche» geringen Beträgen zu angemessenem Preise te mehreren Losen zu vergeben? Man könnte dabei nach der alphabetischen Reihenfolge vorgehen. Bei höheren Beträgen ist öffentliche Ausschreibung am Platze. So würde viel Mißtrauen beseitigt; es würde em gerechtes Verfahren sein, für die Stadtbehörde vorteilhafter, und dem daniederliegenden Gewerbe in unserer Stadt,
# Verliehen wurde dem Buchdruckereibesitzer Eugen Mahlau, Mitinhaber der Firma Schirmer u. Mahlau in Frankfurt a. M., Vorsitzender der Deutschen Buchdrucker-Berussgenossenschast und Vor- sitzender des Kreises III des Deutschen Buchdruckervereins, der Rote Adlerorden 4. Klasse, anläßlich seines Uebertritts in den Ruhestand dem Generalsuperintendenten D. Pfeiffer in Kassel der Stern zum Kronenorden 2. Klaffe, dem Superintendenten a. D. Wolfs in Kassel vom Großherzog von Hessen das Ritterkreuz 1. Klaffe des Ordens Philipps des Großmütigen mit der Krone.
# Personalien. Bauaufseher Pickel von der Eisenbahnbau-Abteilung Kirchhain wurde nach Marburg an das Eisenbahnbetriebsamt versetzt. Dem Bürovorsteher bei der Intendantur der Kgl. Schauspiele zu Kassel Max Balke wurde der Charakter als Hosrat verliehen.
rt Schöffengericht. Aus der Haft vorgesührt wird der 32 Jahre alte Erdarbeiter Br. aus Glogau. Nicht weniger wie 58 Vorstrafen hat er verbüßt. Heute sollte er sich abermals wegen Bettelns verantworten. Er benahm sich aber derart ungebührlich, daß ihm 3 Tage Haft wegen Ungebühr zudiktiert werden mußten. Hierüber geriet er derart in Wut, daß er dem Gericht Beleidigungen entgegenschleuderte, was ihm drei weitere Tage Haft einbrachte. Wegen des Bettelns wird man in einem neuen Termin mit ihm sprechen. — Der schon 19mal vorbestrafte 46- jährige Arbeiter Sch. von hier zertümmerte am 3. Mai vorsätzlich an einer Wirtschaft am Buttermarkt 3 Fensterscheiben. Seine Zerstörungswut muß er mit 14 Tagen Gefängnis büßen. — Der vorbestrafte 36jährige Arbeiter H. von hier, hatte ein Raffekaninchen gestohlen und es änderweit für 5 Mark versilbert. Er erhält dafür eine Gefängnisstrafe von 5 Tagen.
X. Ei« Schulstreik vor dem Schöffengericht. In der Schule zu Finkenhain ist seit Ostern ds. Js. auf Anordnung der Regierung für das Sommerhalbjahr der geteilte Schulunterricht eingeführt. Ostern 1914 soll endgiltig festgelegt werden, wie der Schulunterricht ferner für die Sommermonate gehalten werden soll. 17 Väter aus Wolferts, Altenrain, Birkenhof, Steimvand rc. demonstrieren ganz energisch gegen die neue Anordnung, weil sie bei. den teilweise recht weiten Wegen für die Kinder eine ungemein große Erschwerung bringt. Sie haben infolgedessen ihre Kinder seit April ununterbrochen entweder vormittags oder nachmittags nicht zur Schule geschickt. Für die Schulversäumnisse im April erhielten die Väter einen polizeilichen Strafbefehl, gegen den sie einmütig gerichtliche Entscheidung beantragten. Nachdem Kreis- schulinspektor Wulf-Fulda als Zeuge und Sachverständiger vernommen, auch Lehrer Sack-Finkenhain gehört war, wurde letzterer beauftragt, in kürzester Frist eine Liste der Kinder, die den Unterricht versäumten, mit Angabe des Alters und der versäumten Schulstunden einzureichen. Ferner soll der Lehrer kurz über den Gesundheitszustand des einzelnen Kindes berichten. Das Gericht behält sich vor, die bett. Kinder unter Umständen hier durch den Kreisarzt, Geh. Medizinalrat Dr. Marx, untersuchen zu lassen. Dieser wie auch der Arzt Dr. Seubert-Hofbieber sollen zu dem neuen Verhandlungstermin als Sachverständige geladen werden.
§ Vom Amtsgericht. Nicht weniger als 71 Termine in Zivilprozefsen standen heute im großen Sitzungssaals des Amtsgerichts zur Verhandlung.
❖ Nationales Volksfest. Zu unserem gestrigen Berichte ist noch nachzutragen, daß auch die Firmen Rübsam und Gies dem Festkomitee eine größere Anzahl Beleuchtungsgegenstände zur Verfügung gestellt hatten, die hauptsächlich für den Reigen der Jünglingsvereine und als Fackeln verwendet wurden.
-y- Festgenommen wurde gestern abend ein angeblich stellenloser Kaufmann von auswärts, der in mehreren Geschäften der Mittelstrabe bettelte und die Geschäftsinhaber obendrein mit frechen Redensarten belästigte. Er ist heute früh in das Amtsgerichtsgefängnis ein« geliefert worden.
■= Brieftauben. Für den am Sonntag stattfindenden Wettflug um die goldene Staatsmedaille von der Fortifikation in Posen aus (550 Kilometer Luftlinie) wurden am Montag 100 Brieftauben von der Fuldataler Reisevereinigung gesetzt. Die Tauben müffen spätestens am 19. dort eingeliesert sein und werden in den Kriegsschlägen verpflegt. Derjenige Brieftauben- öesitzer, der mit den gesetzten Tauben das beste Resultat erzielt, wird Sieger.
— Die diesjährigen Herbstübungen des 18. Armee- '«rps. Die Brigademanöver der verstärkten 41. Infanterie-Brigade (Jnf.-Rgt. 87 und 88, Dragoner 6, Feldart.-Rgt. 27, Unteroffizierschule Biebrich, 2. und 3. / Pioniere 21 und 1. i Train 18) finden vom S.—8. September bei Babenhausen im Kreise Dieburg statt; die verstärkte 42. Infanterie - Brigade (Jnf.-Rgt. 80 und 81, Ulanen 6, Feldart.-Rgt. 63, i., 4. und Scheinwerferzug / Pioniere 21. und 2. I Train 18) manöveriert vom 5.-8. September bei .Windecken im Kreise Hanau. Die verstärkte 49. In- ^anterie-Brigade (Jnl.-Rgt. 115, 116 und 168, Dragoner 24, Feldart.-Rgt. 61, 1. und 2. / Pioniere 25, 3. I Train 18) manöveriert vom 4 —6. Sept, zwischen Steinau im Kreise Schlüchtern und Opperz im Kreise Fulda. Die verstärkte 50. Infanterie- Brigade (Jnf.-Rgt. 117 und 118, Dragoner 23, Feldart.-Rgt. 25, 3. und 4. / Pioniere 25 und 4. I Train 18) übt vom 5.-8. September zwischen Gelnhausen und Freien-Steinau im Kreise Lauterbach in Oderhessen. Die 21. Division manöveriert vom 9. bis 13. September bei Altenstadt im Kreise Bü- lingen, die 2 5. Division vom 9.—13. September livischen Gelnhausen und Opperz. Ain 15., 16. und 17. Sept, findet in dem Gelände zwischen Steinau im Kreise Schlüchtern und Grebenhain im Kreise Lauterbach in Oberheffen das Korpsmanöver statt, und am 17. Sept, wird das ganze 18. Armeekorps gegen einen markierten Feinv fechten. Nach der Hebung am 17. September kehrt die Infanterie mittels Bahn in ihre Standorte zurück, während die berittenen Truppen und die Maschinengewehr-Abtei- iunaen den Fußmarsch dorthin antreten.
M }58.
Mittwoch 18. Juni I9i3.
Ans dem Uachdargebrete.
H Petersberg, 18. Juni 1913. Dem Alter-iuva- lidcn Dehler von Schrödershäuschen ist.das Allg. Ehrenzeichen verliehen und heute überreicht worden.
Giesel, bei Fulda, 17. Juni 1913. Zur Erinnerung. an die Hundertjahrfeier der Befreiuna
Literarisches.
Marias Wunder und Gnadenerweise in Lourdes und an ihrem Schmerzcnsbilde in Campocavallo nebst einer Belehrung über die Wahrheit des katholischen Glaubens und einem Gebetbuch; von einem Priester. Trier 1913, Druck und Verlag der Paulinus- druckerei. Geb. 80 Pf.
Der berühmte Gnadenort Lourdes in Frankreich hat schon viele Beschreiber gefunden. Aber das Gnadenbild der schmerzbaften Mutter in Campocavallo bei Loreto in Italien ist vielen in Deutschland noch unbekannt geblieben. Es war darum ein glücklicher Gedanke, die Wunder und Gnadenerweise der unbefleckten Gottesmutter in Lourdes und in Campocavallo in einem Büch
lein zu vereinen und bei denselben die Absichten Gottes zur Stärkung des katholischen Glaubens und zur Erneuerung eines wahrhaft christlichen Lebens dem christlichen Volke zu zeigen. Das beigefügte Gebetbuch zur Verehrung der schmerzhaften Mutter wird auch den Verehrern der schmerzhaften Mutter, deren c5
2. Blatt.
Druck ber $nlbatr rietiendruserei in Salbe.
Deutschlands und an das 25 jährige Jubiläum des Kaisers wurde dahier neben der Kirche ein vom Kriegerverein, Kath. Arbeiterverein und der Gemeinde gestiftetes Denkmal feierlich eingeweiht. Die Weihe nahm Herr P. Philippus vom Kloster Frauenberg vor. Bei der Feier wurden einige Ansprachen gehalten und Schulkinder trugen entsprechende Gedichte vor. Das ganze Dorf war am Festtag geschmückt. Nach der Einweihung des Denkmals beschloß ein gemütliches Zusammensein beim Gastwirt Schnell die schöne Feier.
-a. Neuhof, 17. Juni 1913. Ein großartiger Fackelzug aus Anlaß des Regierungs-Jubiläums des Kaisers bewegte sich gestern abend durch die Straßen N-uhofs. Alles war auf den Beinen. An dem Zuge beteiligten sich die Schulkinder, der Kriegerund Knappschafts-Verein, sowie alle übrigen Vereine mit ihren Fahnen.
* Gersfeld, 17. Juni 1913. Die Stadtverordneten beschlossen die Beschaffung von Wasserm esse r n , um einer Wasservergeudung und dem damit zusammenhängenden Wassermangel in den höher gelegenen Wohnungen vorzubeugen. Der Wasserpreis wurde versuchsweise auf 15 Pfg. pro Kubikmeter festgesetzt. Zur Deckung der Anschaffungskosten der Was- sermeffer in Höhe von ea. 5000 Mk. soll ein Kapital zu dem üblichen Zinsfuß und 5 Proz. Abtrag bei der Sparkaffe aufgenommen werden. Die Stadtverord- netenversammlung erteilte ferner dem Kriegerverein die Genehmigung, auf dem Marktplatz ein Kriegerdenkmal in Verbindung mit einem Laufbrunnen nach dem vorgeführten Modell aufstellen zu dürfen. Außerhalb der Tagesordnung wurde der Bürgermeister ermächtigt, den Verkauf der Untermühle zum Preise von 10 000 Mk. mit Herrn v. Waldthauseu abzuschließen.
* Hanau, 17. Juni 1913. Bei der © d) rost ne« zähluug wurden im Landkreise Hanau 18399 Stück Schweine gezählt gegenüber 19466 Stück Schweine bei der Viehzählung am 2. Dezember v. I. — Beim Abkochen im Felde zog sich der Diamantschleifer Hübner v. Rückingen auf einem Ausfluge nach Büdingen schwere Brandwunden im Gesicht und an den Armen zu, sodaß er ins Büdinger Krankenhaus eingeliefert werden mußte. — Vergiftet hat sich heute eine 61 Jahre alte Witwe Wilhelmine Fried. F. durch Einatmen von Kochgas. Ein körperliches Leiden wird als Beweggrund für die Tat angesehen.
ch. Frankfurt, 16. Juni 1913. Am letzten Ver- Handlungstage des Deutsch - nationalen Handlungsgehilfenverbandes wurden die geschäftlichen Angelegenheiten des Verbandes erledigt. Der Verwaltungsrat plant die Errichtung einer deutschnationalen Volks« Versicherung, für die bereits 200000 Mk. Aktienkapital gezeichnet wurden. Obwohl von den meisten Rednern gegen diese Versicherung ans eigener Kraft gewichtige Bedenken geltend gemacht wurden, betraute die Versammlung den Vorstand mit der weiteren Verfolgung des Plans. Die Abrechnung der Ver- bandskaffe für 1912 m Höhe von 1911948 Mark Einnahmen und Ausgaben wurde genehmigt; ebenso billigte man den Voranschlag für 1913 mit 2027871 Mark. Das Verbandsvermögen wuchs im Jahre 1912 um 113 897 Mk. auf 1350156 Mk. an. Die Bilanz vom 31. Dezember 1912 schließt in Soll und Haben mit 4466324 Mk. ab. Als Ort für den 14. Ver- bandstag im Jahre 1915 wurde Leipzig bestimmt. Den Abschluß des an allen Tagen starkbesuchten Bundestages bildete am Dienstag eine Rheinfahrt, an die sich an den folgenden Tagen Studienfahrten durch das rheinisch - westfälische Industriegebiet und das benachbarte Belgien anreiben.
♦ Darmstadt, 17. Juni 1913. Die im Rieder- modauer Prozeß verurteilten 3 Angeklagten Ihrig, Beck und Isaak haben gegen ihre Bestrafung Berufung eingelegt, während Adam feine Strafe anerkannt hat. — In Gemeinschaft mit den übrigen tech- nischen Hochschulen Deutschlands hat auch die hiesige technische Hochschule KaiserWilhelm II. aus Anlaß seines 25jährigen Regierungs«Jubiläums die Würde eines Doklor-Jngenieurs Ehrenhalber verliehen.
* Mainz, 16. Juni 1913. Gestern wurde in ber bereits vor mehreren Monaten eiiigeweihten Mainzer Stadt-Bibliothek das ®utcnberg-sJ)iufeum er- öffnet. Durch mehrere Ehrenräume, die Bilder unv Andenken an den großen Erfinder der Buchdrucker- kunst enthalten, darunter vornehmlich das vom Kasinohof zum Gutenberg neuerdings überlassene erste Denkmal Gutenbergs aus dem Jahre 1827, gelangt man in Säle, die den Buchdruck bis auf seine letzten Errungenschaften des Kupferrotationsdruckes im Zeitungswesen und den Vierfarbendruck historisch vorsühren. Die Schau soll durch Wechselausstellungen nach und nach eine Uebersicht über das Gesamtgebi.t der druck- geschichtlichen Entwickelung geben. — Der Sergeant Kellner von der 4. Schwadron des hiesigen Dragoner- Regiments Nr. 6 machte seinem Leben durch einen Schuß in den Mund ein Ende, weil er infolge eines Vergehens auf der Wache eine Strafe zu erwarten hatte.
* Aus Frauken, 17. Juni 1913. In der Montag Nacht brannten in Bischofsheim v. Rh. das Wohnhaus des Herrn Schöppner und die Scheune des Herrn Braun vollständig nieder, weitere drei Häuser wurden beschädigt. — In der Darlehnskasse R i ch e l b a ch wurde ein Fehlbetrag von 16 000 Mk. aufgedeckt, der durch den früheren Rechner, den verstorbenen Lehrer Mich. Zeißner, veruntreut wurde. — Am 28, und 29. Juni findet in Würzburg die fränkische Verbandsregatta statt. Aus Bayern wie auch aus den angrenzenden Gebieten (Frankfurt, Offenbach, Halle, Hanau) haben sich 16 Vereine zur Regatta gemeldet mit 98 Booten und 452 Ruderern. — Morgen feiert der Privatier Mühlield mit feiner Ehefrau in Mellrichstadt sein goldenes Ehejubiläum. — Von Sonntag ab wurde die bisherige Bedarfshaltestelle am Siebener Sprudel für den Automobilpostverkehr Bad Brückenau—Bad Kissingen in eine ständige Haltestelle umgewandelt. Die Kur- und Fremdenliste Nr. 5 für Stadt Brückenau weist 768 Personen auf. — Auf dem Maine macht sich jetzt schon Wassermangel bemerkbar, so daß die Schiffe nicht mehr mit. ganzer Last fahren können. — In Marktsteft wurde am Sonntag das 200jährige Jubiläum oer (gl. priv. Schützengesellfchast begangen. — 437ftr Hektoliter Bier wurden beim Landwirlschasts- fcst in Aschaffenburg auf dem Festplatz verzapft.
Vermischtes.
* Automobilunfall. Auf ber Chaussee bei Büderich int Rheinland stießen fünf Automobile zusammen, die vom Krefelder Rennen kamen. Das aus einer Seitenstraße biegende zweite Auto fuhr auf das erste, während die drei nachfolgenden auf diese beiden fuhren. Soweit bisher bekannt wurde, sind drei Personen getötet und vier oder fünf Personen schwer verletzt worden.
* Maßregeln gegen Industriespionage. Infolge sich häufender Fälle von Industriespionage wird den am 25. und 26. Juni in Dresden weilenden amerikanischen Ingenieuren als einziges industrielles Unternehmen lediglich die Seidel u. Naumann A.-G. ihre Werke zur Besichtigung freigeben.
* Ein Student als Vatermörder. Der Student der Medizin Vogel aus München hat zuerst seine Mutter mißhandelt und dann seinen Vater durch mehrere Revolverschüsse getötet. Er wurde sofort festgenommen. Augenscheinlich hat man es mit einem Geistesgestörten zu tun.
♦ Der Schröder-Strautz-Skandal. Das dänische Blatt ,Morgenbladee meldet aus Tromsö, daß der Grund für den Untergang der Schröder- Strantz-Expedition Uneinigkeit gewesen sei. Die Expedition war von vornherein zum Scheitern verurteilt, da sie in der leichtfertigsten Weise unternommen wurde. ,Morgenbladet^ verlangt eine gerichtliche Untersuchung ber Vorfälle, die sich in Spitzbergen abgefoielt haben, da die schweren Anklagen, die Kapitän Sfayrud und die geretteten deutschen Teilnehmer gegen die norwegische Mannschaft des „Herzog Ernst" erheben, dem norwegischen Namen nur zur Unehre gereichen könnten.
* Ein blutiger Streit brach in einer italienischen Kolonie ber beim Bau bes Mont D'or-Tunnels in Vallorbe (Schwei;) beschäftigten Arbeiter au?. Mehrere Arbeiter wurden getötet bejro. verletzt. Drei Verhaftungen wurden vorgenommen.
* Infolge eines Waffereinbruchs in die Kohlengruben von Carehouse in England sind acht Bergleute ums Leben gekommen.
Eingesandt.
Für Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung.
Nachdem nun die neue Verdingungsordnung, mit Ausnahme der allgemeinen Bestimmungen bei der Stadt Fulda, zur Hebung und Förderung des Handwerkerstandes, insbesondere des Baugewerbes geschaffen ist. um eine gerechtere m-vg«biuia der Arbeiten zu er«
A«5 Oberheffen u. den heff. Aemtern.
A Marburg, 17. Juni 1913. Ein Kaufmann auSNeustadt war des unlauteren Wettbewerbs beschuldigt. Er sollte Seife, von der er wußte, baß sie minderwertig war, als gut in Reklamezetteln an« gepriesen und für teures Geld verkauft haben. Das Gericht sprach den Angeklagten schuldig und erkannte auf 300 Mark Geldstrafe, sowie auf Urteilspublikation in der Marburger ,Oberhessischen Zeitung" und der ,Fuldaer Z-itung".
* Kirchhain, 17. Juni 1913. Aus Anlaß des Kaiserjubiläums wurde dem Rittergutsbesitzer und Kreisdeputierten Fritz v. Goldammer auf Plausdorf vom Kaiser die Kammerherrnwürde verliehen.
st. Frankenberg 17. ^uni 1913. Die seit Samstag vermißte 20jährige Tochter des Gastwirts Ziegler wurde gestern mit ihrem Bräutigam, dem Buchhalter Funk von hier in einem Walde bei Mannheim erschossen aufgefunden. Funk hat sich bei feiner Offenbacher Firma erheblicher Unterschlagungen, deren Höhe noch nicht sestgestellt werten konnte, schuldig gemacht.
# Ziegenhain, 17. Juni 1913. DaS 25jährige Jubiläums-Fest wurde in der hiesigen Stadt in würdiger Weise gefeiert. Nachmittags fand ein Festzug der Vereine und Schulen unter Musikbegleitung nach dem Schützenfelde statt. In reichhaltiger Fülle wurden geboten Gesänge, deklamatorische und Musikvorträge. Alsdann erfolgte die Austeilung der Geschenke an die Kinder. Abends ging es in einem Lampionzuge zurück nach dem Paradefelde, wo die Feier mit Gesang und einer Ansprache geschlossen wurde.
* AuS dem Kreise Ziegenhain, 16. Juni 1913. Seit voriger Woche hat die Heuernte begonnen. In den letzten Nächten hat es mehrfach gereist, so« daß die Gurken und Bohnen in den tieferen Lagen gelitten haben. — Die Kartoffeln sind gut aufgegangen und werden jetzt gehäufelt. Für die Obsternte sind die Aussichten nicht sonderlich günstig, da das naßkalte Frühjahr und die Obstbaumschädlinge manche Hoffnung vernichtet haben. Zwetschen und Birnen scheint es noch am meisten zu geben.
[:] Neustadt, 17. Juni 1913. Der hiesige Radfahrer-Verein errang am vergangenen Sonntag in Neukirchen beim Korsofahren den ersten Preis, bestehend in einer silbernen Bowle. Derselbe Verein veranstaltete am gestrigen Abend zur Feier des 25jäh- rigen Regierungs - Jubiläums Sr. Maj. des Kaisers einen Fackelzug mit Musik durch die Straßen der Stadt.
Im Sommer Lebertran?
Natürlich — doch nur in Form von Scotts Emulsion genommen! Denn morgens, mittags und abends regelmäßig einen Löffel voll, dürfte eine vorzügliche, bequeme Weise sein, wieder zu Kräften zu kommen. Auf diese Art hat sich Scotts Emulsion für Erwachsene und Heranwachsende seit bald 40 Jahren bewährt, denn es ist ihr Hauptvorzug gegenüber gewöhnlichem Tran, daß sie bei größerer Wirkungskraft zu jeder Zeit, auch bei der größten Hitze, zuträglich ist und sich gut hält. Ein Versuch wird dies am besten bestätigen, nur muß es Scotts Emulsion fein, keine Nachahmung.
BeftsüdteUe: Reiv.f: ■ . »'.nvl-Lebertran printc
SltHftin £0.(>, -interpi «. . >aurer Sait 4,3. unterphorptzo^- iaurcS Oiatron 8,0, pri . .. 8,0, lewfter «ab. «Srrmivi
oniD. 2,0. Benin. 'Jia ci > •■ ,:>, ÄNohot 11,0. Hierzu aroniatiiche Emulsion mit ftimt, anbei- und Gaultheri-öl je i Tropfen.
Handel unv Industrie.
* Berlin, 17. Juni 1913. Diesmal hat die Aus. frischung der Werte nur zwei Tage gedauert, heult flaute bereits wieder alles ab. Die Haltung stellte sich heute sogar noch um einen Grad unfreundlicher dar, denn nicht allein die Kurse der tonangebenden Werte zeigten durchweg Ermattung, sondern auch die Geschäftstätigkeit erlahmte ganz empfindlich. Die Abläsfe, die für diese gedrückte Stimmung verantwortlich zu machen waren, sind die nämlichen, die schon bisher ihre Herrschaft über den Geldmarkt übten, nämlich in erster Reihe Geldmarktverhältniffe und Konjunkturrückgang, in zweiter die Balkanpolitik.
Märkte.
• Frankfurter amtliche Notierungen der Liebmartt- preise vom 16. Juni 1913. Auftrieb: 1239 Rinder ieinschließlich 00 Rinder aus Holland, sowie 00 Rinder aus Schweden), darunter 484 Ochsen, 54 Bullen 701 Färsen und Kühe, 00 Fresser 458 Kälber, 113 Schafe, 2055 Schweine. Preise für 1 Zentner, Rinder: A. Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes 1. tm Alter von 4—7 Jahren (Lebendgewichts 52—58 Mark, (Schlachtgewichts 95 bis 100 Mark, 2. die noch nicht gezogen haben (ungejocht) Lebendgewichts OO — 00 M., (Schlachtgewichts 00—00 Mark, b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete (Lebendgew.s 48—51M., (Schlachtg.s 87—93 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere (Lebendgew.s 41—45 M., (Schlachtgew.s 75—83 Mark, d. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.s 00—00 M_, (Schlachtgew.s 00—00 M. 8. Bullen: ». vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.s 50—54 M., (Schlachtgewichts 83 —90 M., b. vollfleischige jüngere (Lebendgewichts 46—49 Mark, (Schlachtgew.s 80—84 M., c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgewichts 00-00 Mark. (Schlachtgew.s 00 —00 M., d. gering genährte (Lebdgew.s 00—00 M., (Schlachtgew.s 00—00 Mark. C. Färsen und Kühe: a. vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgewichts 50—54 Mark, (Schlachgew.s 89—96 M, b. vollfleischige, ausgemästete, Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Ldgew. 46—50 M., (Schlachtgew.s 86—89 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen (Lebendgew.s 40—44 M., (Schlachtg.s 77—85 M., do. 2) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebendgew.! 41—45 M., (Schlachtgew.s 76—84 M„ d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Lebendg.s 34—39 M., (Schlachtgew.s 68—78 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.s 25—31 Mark, (Schlachtgew.s 61—70 M. D. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebendgew.s 00—00 M., (Schlachtg.s Kälber: a. Toppelender feinste Masi (Lebendgewichts 00—00 Mk., (Schlachtgewichts 00—00 Mk. b. feinste Mast- (Vollmilchmasts und beste Saugkälber (Lebendgew.s 00—00 M., (Schlachtgew.s 000—000 M., c. mittlere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgew.s 60—64 aii., (Schlachtg.s 102—108 M., d. geringere Mast-u. gute Saugkälber (Lebendgew.s 54-59 M., (Schlachtgew.s 92—100 M., e) geringe Saugkälber (Lw.sO—00, (Schlachtgew.s 00—00M. Schafe: 4. Weidemastschafe: a. Mastlämmer und jüngere Maflhämmel (Lebendgew.s 47—48 Mk., (Schlachtgew.s 98—100 M-, b. geringere Maflhämmel und gut genährte Schafe (Lebendgewichts 00—00 Mark, (Schlachtgew.s 00—00 M„ c. mäßig genährte Hammel und Schafe i Merz-Schafe > (Lebendgewichts 00—00 M., (Schlachtgewichts 00—00 Mark, d. Marschschafe oder Niederungsschafe (Lebendgewichts 00—00 M., (Schlacht! gew.s 00-00 M. ö. Stallmastschafe: 00. Schweine: a. vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht (Lebendgew.s 54V- —57 M.» (Schlachtgewichls 71—72 Bä, b. vollfleischige Schweine bis 80 kg Lebendgewicht sLebendgew.s 54-51 M., (Schlachtgew.s 70 —72 M., c. vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht (Lebendgew.s 54?/«—57Vs M., (Schlachtgew.s 70—72 M.» d. vollfleischige Schweine von 120 —150 kg Lebend- gew. (Lebendgew.s 54V,—57 M., (Schlachtgew.s 70 bis 72 Mark, e. Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht (Lebdgew.s 00—00 M., (Schlachtgwichts 00—00 Mark, f. unreine Sauen und geschnittene Eber (Lebendgew.s 00—00 M., (Schlachtgewichts 00—00 M. — Bon dey Schweinen wurden am 16. Jun; verkauft: a. Lbdgew, zum Preise von 57^, M. 61 Slück, von 57 M. 161 Stück, von 56V, M. 69 Stück, von 56 M. 60 Slück, von 55V: ä)i. 13 Slück, von 55 M. 136 Slück, von 54V, ä)l 56 Stück, von 54 M. 14 Slück, von 53V» M. 19 Lflück von 53 M. 5 Stück, von 52 M. 0 Stück, von 51 M (j Stück, von 50 M. 0 Stück, von 49 M. 0 Stück von 48 Mk. 0 Stück. b. Schlachtgewicht zum Preis! von 75 M. 3 Stück, von 74 M. 160 Stück, von 73 M 904 Stück, von 72 M. 253 Stück, von 71V- M. 3 Stück von 71 M. 195 Stück, von 70V- M. 5 Slück, von 70 M 121 Stück, von 69 M. 8 Stück, von 68V-M. 36 Slück, vor 68 M. 58 Stück, von 67V- M. 81 Slück, von 67 M. 28 Stück, von 66 M. 15 Stück, von 65 M. 41 Stück, vor 63 M. 1 Stück. — Marktverlauf: Der Rindermarkl wird bei flottem Geschäftsgang geräumt. Kälber werde« bei gedrücktem, Schafe bei ruhigem und Schweine be regem Handel ausverkauft.