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Fuldaer Leitung

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:folfle.

Wir wollen einen neuen We>

>Ja, Kind, einen neuen 2

Und knietief im Schnee watend, setzten sie ihre Wanderung, leise betend, fort.

Schneidend Pfeift und heult der Wind. Immer wilder, stürmischer. Hier und da ragen verdorrte Blumenstengel aus dem Schnee und schwanken trau­rig hin und her, als dauerte sie das Mädchen, als riefen sie ihm zu: „Hüte dich! Hüte dich!"

Eis und schneeschimmernde Disteln und Hage-

Aber das Dorf widersetzte sich.

Da erschien in einer Winternacht ein Regiment Kosaken. In der schneidenden Kälte wurden die Leute aus ihren Behausungen hinaus aufs offene Feld gejagt. Drei Tage umlagerten die Kosaken ihre Hutten, schlachteten rhr Vieh, raubten und plün­derten. Drei Tage lang standen die Unglücklichen mit entblößten Häuptern draußen auf dem fchnee- bedeckten Felde und beteten zu Gott.

Schließlich wird der Kosakenoberst des langen Harrens müde, und er befahl: „Peischt sie".

Die Rücken wurden entblößt, und der Reihe nach wurden sie gepeitscht, bis allesamt, von Verzweiflung erfaßt, sich selbst in langen Reihen niederlegten und den Knutenhieben Preisgaben, bis Leon, Felcks Sohn, sich mit geballten Fäusten auf den Kosakenoberst stürzte.

Ta brach er erst recht los. Sechs Kosaken peitsch­ten Leon so, daß er blutüberströmt zu Boden sank. Der Kosakenoberst stieß ihm seine Sporen tief in den wunden Rücken, als er blutend im Schnee lag.

„Willst Du unterschreiben, Du Hund?" brüllte er wutschnaubend.

Lokaler.

; . Fulda, 6. Juni 1918.

Amt Geisa und Umgebung.

* Geisa, 4. Juni 1913. Der Bohrturm der Firma Winter ist jetzt vollständig abmontiert. Wo derselbe wieder aufgestellt werden soll, ist noch unbe- stimmt. — Am Sonntag feiert die Gruppe Geisa des Großh. S. Krieger- und Militärvereins« buudeS ihr diesjähriges Gruppensest in Barsch.

Donnerstag 6. Iruri (9(5.

[•] Neustadt, 4. Juni ISIS. DK durch Pensionierung des Lehrers M. MarkuS fteigewordem Schulstelle M der hiesigen israelitischen Gemeindeschule wurde vom ^Iuli d. Js. ab dem Lehrer Werthrim-ZimmerS- rode übertragen. 1

t. * SriWr, 4. 3uni 1913. Nächsten Sonntag findet brer dre Ernwerhung des KreiSkrieg erden km als statt.

sind eine halbe und eine ganze TageStour vorgesehen. Lie Versammlung nahm einen anregenden Verlauf und war gut besucht.

:4- Gewitter. Kaum hat sich die Bevölkerung von d«r Schrecknissen des Dienstag-Abends erholt, als gestern abend schon wkder ein heftiges Gewitter sich über unserer Stadt entlud, ohne jedoch hier Schaden anzurichten. Grell« Blitze mit krachenden Donnerfchlägen folgten Schlag auf Schlag. — Nachträglich wird noch bekannt, daß am Dienstag abend auch der Blitz wieder in die Leitung am Kloster Frauenberg traf, die von einem Schlag der vorigen Tage beschädigt war. Infolgedessen entstand ein kleiner Brand, der bald gelöscht wurde. Auch die Leitung an einem Turm des Domes wurde getroffen und mehrer« Schiefer der Bedachung heruntergeschleudert.

== Bom Truppenübungsplatz Ohrdruf. Zum ersten Male seit der Errichtung des Ohrdrufer Truppen­übungsplatzes sollen dort in diesem Jahre auch Feld­artillerie. Scharfschießübungen stattfinden. Zu diesem Zwecke treffen am 16. Juni die Feld- artillerieregimenter Nr. 11 au8 Kassel und Nr. 47 au§ Fulda auf dem Truppenübungsplatz ein. Die Hebungen dauern bis zum 5. Juli. Der Hin. unv Rücktransport beider Regimenter wird voraussichtlich mit der Eisenbahn erfolgen, damit gleichzeitig auch Hebungen im Eisenbahntransport von Feldartillerie- regimentern erfolgen können. Am 25. Juli beziehen bann auch die beiden andern Feldarlillerieregimenter des 11. Armeekorps, nämlich die Regimenter Nr. 19 aus Erfurt und Nr. 55 aus Naumburg, den Truppen- platz. Die Hebungen dieser Regimenter dauern bis zum 14. August.

= Mehr Erfrischungen und Früchte auf den Bahnsteigen. Die Pächter der Eisenhahn-Gastwirt- schäften werden gegenwärtig durch die Eisenbahn- Direktionen darauf hingewiesen, während der Som­merzeit die Reisenden besser mit Erfrischungen aller Art zu versehen. Nicht nur die Schnellzüge, sondern auch dre Personenzüge sind hierbei zu berücksichtigen. Bei längerem Zugaufenthalt sollen auf den Bahn­steigen besondere Tische mit Erfrischungen aufgestellt werden. Namentlich ist Obst in kleinen Mengen be­reit zu halten. Sämtliche Waren sind mit deutlich sichtbaren Preisauszeichnungen zu versehen. Auch Milch und Brausen dürfen bei den Erfrischungen nicht fehlen.

Felck bleibt stehen, legt zum Schutze gegen das blendende Schneelicht die Hand über die Augen und schaut spähend nach allen Seiten aus. Dann schüt­telt er unruhig mit dem Kopf. Seine Lippen be­ginnen zu zittern. Hier am Waldrand hätten ver- streute Hütten liegen muffen. . . .

„Das ist nicht der rechte Weg!" murmelt er er­schreckt.

Draußen auf der Steppe fegt der Wind hohe Schneewehen zusammen und reißt sie dann wieder auseinander. Heulend braust er über das weite Flachland und jagt ganze Wolken, ganze Säulen von Schnee hoch auf.

„Ich bin irre gegangen, — ja, ja, ich irrte trotz meines Alters", zitterte es von des Greises Lip­pen.

I Menge von Zahlungsverpflichtungen hinterlaffen hat. Festgestellt wurde ferner, daß er sich häufig gegen den § 175 des Strafgesetzbuches vergangen hat. Man ver- mutet, daß er den größten Teil des Geldes dazu ver­wendet hat, um die Erpreffer, denen er wahrscheinlich in die Hände geraten ist, zu beruhigen.

* Frankfurt, 4. Juni 1913. Im Stadtteile Bockenheim begeht am 8. Juni der katho­lische Arbeiterverein sein Fahnenweihfest. Morgens um 9 Uhr ist Festgottesdienst und Weihe der Fahne. Die Weih« wird der erste Präses des Vereins, Herr Stadtkaplan Kräh aus Fulda vornehmen. Um 2 Uhr nachmittags wird sich dann der Festzug nach einer Andacht in der Kirche durch bie Straßen Bockenheims zum Rhein- gauer Hof bewegen. Hebet 50 Vereine haben schon I ihr Erscheinen zugesagt. Nach Ueberreichung der Fahne wird Herr Reichstags- und Landtagsabgeord­neter Giesberts die Festrede halten. Darnach.wird für Unterhaltung jeder Art gesorgtlffein.^ Der.Verein hofft recht viele Freunde und Gönner an diesem Tage begrüßen zu'können. — Eine Schauspielerin ' wurde ihre Monatsgage im Betrage von'1100'Mark von ihrem Dienstmädchen aus dem Schreibtisch ge­stohlen. Das Mädchen vergrub das Geld unter einem Baum im (Sorten. Die Diebin leugnete an­fangs, legte aber ein Geständnis ab. — Gestern nach­mittag ertrank in der Badeanstalt von Kleeblatt ' ein 22—25jähriger Herr. Er hatte beim Baden eine Ohnmacht bekommen. Wer der Tote ist, konnte noch nicht sestgestellt werden.

* Bad Wildlingen, 4. Juni 1913. Der 78 Jahre alte Geh. Justizrat Klapp, einer der ältesten noch amtierenden Amtsrichter Deutschlands, feierte gestern sein 50jähriges Richterjubitäum und wurde bei dieser Gelegenheit von bet Stadt zum Ehren­bürger ernannt. — Der Herzog von Sachsen-Mei­ningen ist mit Gefolge und Dienerschaften zu längerem Kuraufenthalt hier eingetroffen.

* Friedberg, 4. Juli 1913. Auf der Grube der Eisen« und Manganerz-Gesellschaft in Oberrosbach fehlten heute morgen zwei Mann von der Belegschaft. Der Obersteiger Lenz begab sich mit einem Bergmann in den betreffenden Stollen, beide sind aber bis jetzt ebenfalls nicht zurückgekehrt. Alle Anstrengungen, die Vermißten zu retten, waren vergebens. Einer wurde als Leiche geborgen, während sich die drei übrigen noch in bet Grube befinden; sie dürsten ebenfalls nicht mehr am Leben fein. Die Verunglückten sind sämtlich aus Rosbach i. Taunus.

* Aus Franken, 4. Juni 1913, Am Sonntag den 8. Juni wird in Brückenau ein Blumentag zu Gunsten der Tuberkulosebekämpfung veranstaltet, an welchem sich nicht nur Stadt und Bav Brückenau, sondern auch einige größere Landgemeinden des Be­zirks beteiligen werden. — Da die Ausfuhr bayerischen VieheS durch eine Verfügung des preußischen Land­wirtschaftsministers bedeutend erschwert ist, will der Magistrat von Würzburg beim Ministerium um Aushebung dieser Schwierigkeiten vorstellig werden. — Im Einvernehmen mit dem Bischöflichen Ordinariat Würzburg wird innerhalb der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul eine Tochtergemeinde St. Adalbero gebildet. — BeiBadKifsingen sprang das 15jährige Dienstmädchen Sabine Weidlein von Seifriedshof in die Saale und ertrank. — Der des Mordes an der Telephonistin Josephine Haas verdächtige angebliche Wilhelm Thomann ist in das Untersuchungsgefängnis nach Aschaffenburg eingeliefert worden.

„Nein, nein, nein!" ächzte der Gemarterte.

Und mit dem Nein auf den Lippen starb er im Lazarett zu Siedlex. Er blieb katholisch.

Als sie Theosilka zu peitschen begannen, war des alten Felck Widerstand gebrochen. Er unterschrieb für sich und seine Enkelin und nahm den falschen Glauben an. Er zitterte wie Espenlaub und kroch vor den Moskowitern und küßte ihre Füße . . .

Als die Kosaken weg waren, pilgerten sie nach Warschau zur katholischen Kirche, Gott um Vergel­tung für den Abfall anzuflehen. Seit sie mit Gott auSgesöhnt, wandern sie heimlich nach Warschau zu den Hauptfcsten jede? Jahr. Ter Alte kennt einen Weg, wo man nicht nur keinen Kosaken, sondern überhaupt keinem menschlichen Wesen begegnet.

Dicht vor Warschau liegt eine alte Kirche, deren Priester ein Herz voll tiefen Erbarmens für die lei­dende und irrende Menschheit hat. Seine Rede klingt milde und sanft, tröstlich und überzeugend. ........................... „,,u

- Zur Nachtzeit langen sie stets dort an. Der Greis | dornbüsche nesteln sich in ihren Gewändern f

K- Verliehen wurde dem Militärinvaliden Boh- HW 8« Frankfurt a. M. das Allgemeine Ehren- 'geraden, dem Weichensteller Habig von Salmünster JauS Anlaß seines Hebertritts in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber.

j.r.M Das medizinische Staats- und Doktor-Examen

* 41 “ ^err cand. med. Leo Nobel

Stille Märtyrer.

Von Olaf Frengassis.

Die (Sreuetiaten der Orthodoxen auf dem Balkan gegen Anhänger der katholischen Kirche machen nach­stehende Erzählung ähnlicher Unterdrückungen der Katholiken leiten der Russisch-Orthodoxen für die Gegenwart besonders interessant.

Ein schmaler Pfad schlängelt sich durch meilen- wetten Wald. Gebeugt unter der Last der Schnee- maffen hängt das Gezweig der uralten Tannen tief aber den Waldweg herab. Schwache Windstöße schütteln Schneemassen von den Bäumen.

Todesschweigen herrscht. Dumpfe, schwere Stille!

Den Waldweg entlang wandert ein gebeugter, greifet Bauer mit seiner Enkeltochter. Den Knolen- stock m der Hand, hastet der in feinem Schafpelz steckende Greis 'mit großen Schritten vorwärts. Er keucht und hustet, aber er bleibt nicht stehen, obwohl sein gebeugtes Gesicht mit Schweiß bedeckt ist.

Das Mädchen stapft mit ihren Füßen, die in großen Stiefeln stecken, in des Großvaters Spuren. Sie zieht das Tuch fester an sich und hält gleichen Schritt mit dem Alten, obwohl sie Vox Müdigkeit dem Umfallen nahe fft. Mit ängstlichem Blick be­trachten beide das über den Baumwipfeln glim­mende Abendrot und eilen noch schneller vorwärts.

Vier ganze Tage sind sie bereits so gewandert, haben dann und wann ein paar Stunden in Heu­schobern oder leeren Scheunen gerastet und in ein­samen, abseits von den Dörfern gelegenen Hütten ge­nächtigt. '

Sie kamen von Drohiezyn und wollen nach War­schau, nach Warschau in die katholische Kirche zur Beichte. Seit man ihnen den fremden Glauben auf- gezwungen, machen sie alljährlich diesen Weg . . .

Der alte Felck hatte sein Grundstück bereits fei« nem Sohne übergeben, war Großvater geworden, hatte seine Schwiegertochter begraben und saß nun in seinen alten Tagen am Ofen und las in der Legende, als er urplötzlich den Befehl erhielt, zur russischen Kirche überzutreten. Und mit ihm sein Sohn Leon, seine Eukek« Neoftlka. das. ganze Dorf.

A«§ Gberhefsen u. den Hess. Armier«.

△ Marburg, 4. Juni 1913. Die Marburger studentischen Fäßchenpartien sind seit etwa 14 Tagen flott im Gange. Nachmittags ge^s in geschlossenem Zuge nach irgend einer schönen Wald­ecke in der Umgebung, wo bis in die Abendstunden bei Musik, Gesang und Becherklang verweilt wird. Wends erfolgt unter Vorantritt der Musik mit Lam­pions, die natürlich die Farben der betreffenden Kor­poration haben müssen, der Rückmarsch in die Stadt zum Bereinshause oder irgend einem Berkehrslokal: Besondere Aufmerksamkeit erweckte gestern der Miß- chenpartiezug der Kliniker, die ihre langen weißen Operationstalare angezogen hatten.

klopft ans Fnester und flüstert etwas. Gleich darauf erscheint der Priester, führt sie durch eine Seiten­pforte in die Kirche und hört ihre Beichte. Dann liegen sie auf den Knien vor dem Kreuz bis zum Morgengrauen. Dann kommunizieren sie, und wenn sie gehen, schärft ihnen der Mann Gottes stets das­selbe Gebot ein: „Siebet eure Feinde! Siebet eure Feinde wie euch selbst!"

Wenn die Sonne aufgeht, und die Stcwt erwacht, sind' sie bereits fern. . . .

So wollen sie auch jetzt nach Warschau. — Daher eilen sie dahin durch Eis und Schnee. Nun beginnt der Wald sich zu lichten, und eine endlose Steppe dehnt sich, so weit das Auge reicht, vor den Blicken des Wanderers aus.

— Gedeukglöckcheu für Liebende. In Japan ist eine recht anmutige Sitte verbreitet, die über kurz oder lang vielleicht auch einmal bei uns als .Modesache" Eingang findet. Die jungen Japaner verehren näm­lich ihrem Liebchen eine Art kleiner Glocke, die auä ganz dünnen und so federleichten Glasstreifen berge» stellt ist, daß der Lufthauch oder die leiseste Schwin­gung genügt, ein zartes Tönchen hervorzudringen. Hierdurch werden die Besitzerinnen bann jedesmal an den Geber erinnert, vorausgesetzt, daß sie die Glöckchen irgendwo am Fenster oder bergt aufhängen. v8.

gleich barmherzigen Händen, die sie zurückhalten wol­len.

Beider Stiefel sind durchnäßt, die Füße erstarrt^ und der Atem stockt in der Brust.

„Merkst Du, wie er bläst, der Moskowiter? Er will uns hindern, ins Gotteshaus zu gehen", sagte der Greis mit zitternder Stimme.

Plötzlich tönt ein gewaltiges Tosen hinter ihnen. Es ist der Sturm, der den Wald erreicht hat. Und der stolze Forst beugt sich ächzend.

Dann wirft der heulende Wettersturm sich ge- waltsam auf die beiden Wanderer, er jagt durch ihre Kleider und peitscht ihnen Schnee und Eissplitter, scharf tote Glasscherben, ins Gesicht.

Draußen auf der Steppe liegt ein großer Stein. Tie Nacht ist herabgefunken, der Sturm heult ohne Unterlaß. Zuweilen verstummt er für einen Augen­blick. Dann leuchtet kaltes, bleiches Mondlicht über der Einöde und schimmert geisterhaft auf zwei an den Stein gelehnte erstarrte Häupter mit weit offe­nen, gebrochenen Augen, an deren Wimpern Tränen gefroren sind.

Als das Morgenrot flammend am Himmel em­porsteigt, herrscht wieder Stille über der -weiten Steppe. Nur dann und wann fegt ein Windhauch Schneewolken von den Bäumen, die wie der Rauch eines unsichtbaren Opfers in der Luft schweben, und sich wie ein weißes Kleid niedersenken auf die zwei stillen Toten. —

bestand in Göttingen He

aus Fulda mit gutem Erfolge.

** Meisterprüfung. Im Sitzungssaale der Hand­werkskammer zu Kassel bestanden die Meisterprüfung für das Echornsteingewerbe die Schornsteinfeger Schröder aus Frankenberg und Sippel aus , Reichensachsen, und für das Bäckerhandwerk di« Meisterssöhne Höst er aus Wolfhagen und Becker 'aus Borken (Kr. Homberg).

J[ Die „Viktoria Luise", die gestern morgen kurz nach MMe Uhr Fulda passierte, ist abends kurz vor 7 Uhr in Potsdam glatt gelandet.

*♦ Vechafteie Kirchendiebe. Der „Aschaffenbur­ger Beobachter" am Main teilt folgendes mit: „Vor einiger Zeit wurde in der Kirche in Rupperts- hütten im Spessart eingebrochen und eine Opfer- kaffe beraubt. In Partenstein hatten offenbar die gleichen Personen ebenfalls versucht, in die Kirche einzud,singen, doch war dieselbe zu fest ver- schloffen, sodaß die Diebe wieder abziehen mußten. Einige Tage später wurde sodann in Fulda gleich­falls ein Einbruch in eine Kirche verübt. Am Mon- tag konnten hier in Aschaffenburg die betreffenden ^Kirchendiebe festgenommen werden. Der eine der­selben ist der Sohn eines Falschmünzers Werth- mann aus Ruppertshütten, welch letzterer im No­vember v. I. vom Schwurgericht zu mehreren Jah­ren Zuchthaus verurteilt wurde. Der jetzt verhaftete Sohn war auch bei einem großen Zimmerdiebstahl in Frankfurt a. M. vor mehreren Jahren beteiligt und damals zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt wor- den. Sein Komplize bei den Kirchendiebstählen ist ■ein ©cf) Io ff er ans Fulda. Jedenfalls haben die beiden Verhafteten noch mehr Schandtaten auf dem Kerbholz. — Vermutlich ist mit dem von Fulda gemeldeten Einbruch der Diebstahl in Oberbimbach tzemeint.

M X1 LaudeSkreditkaffe. Von heute ab bis zum -20. Juni d. Js. einschl, können bei der Landes« venterei Fulda 4°/o mündelsichere Schuldverschreibungen , -Der Ser. 25 zum Vorzugskurs von 9 8°/« bezogen A«5 ötM ttöAbürüebkte. -werden. Zahlung des Erlöses braucht eventl. erst am I ’s

W. Juli d. Js. zu erfolgen. Anmeldungen nimmt I * Wächtersbach, 4. Juni 1913. Gestern vormit- -dre Landesrenterei entgegen. Wir machen auf dieses I tag fand in der Marienkapelle durch den Hochwür- vorteilhafte Gebot aufmerksam. I digsten Herrn Bischof Joseph Damian von Fulda

i Rhönklub. Die Mitglieder des Fuldaer Zweig- I die Trauung der Prinzessin Resita zu Dsen- vereins waren gestern abend zu einer Hauptversamm- I bürg-Büdingen- Wächtersbach mit dem k. k. öfter- Ang in der .Alten Post" eingeladen, um über wichtige I reichischen Kamwerherrn a Santa Croce statt. Am -Angelegenheiten der Rhönsache int allgemeinen zu be- I Vorabend brachte die Bürgerschaft dem Brautpaar raten und zu beschließen. Herr Dr. Schneider er- I einen imposanten Fackelzug. Vor dem Schlosse öffnete die Versammlung und wies auf die bevor- I wurden durch die Gesangvereine Lieder vorgetragen, stehende Hauptversammlung in Bischofsheim hin, die I während der Turnverein turnerische Hebungen aus- füt bett gesamten Rhönklub int Vordergründe des I führte. Die Neuvermählten werden ihren Wohnsitz Interesses ftefje. Als fünftes Vorstandsmitglied I in Trient nehmen.

AC1? $Ot«beÄ August Müller * Sübingen/4. Juni 1913. In einer dringlichen e T Brechung der Tagesord, | Gemeinderatssitzung befaßte man sich noch einmal mit

Rimg für bie Hauptversammlung. Das Programm I dem Bahnbau Hanau — Büdingen. Die

Whfnhrf ’f -folgendermaßen feftgelegt: Die Sitzung war veranlaßt worden durch ein Schreiben

12b^ llbt »nn Um ?n?§t20,ben 101 Jul/' I des Großh. hessischen Kreisamtes Büdingen, in dem

12'06 Uhr von Fulda. Um 3 Uhr beginnen dort die I alle Für- und Gegengründe auseinanderaefetzt und

^/ulungen und^ um 8 Uhr findet die offizielle Be- I auf die durch Ablehnung eventuell zu erwartenden Nußung statt. Arn Sonntag, den 20. Juli vormittags I Nachteile aufmerksam gemacht worden war. Der 10 n^henU^nTbtf?h^tQU«b 6fer Sehenswürdigkeiten; Gemeinderat stand in seiner Mehrheit wiederum auf der Beratungen ; danach gemein- I dem Standpunkte, das geringe Jntereffe Büdinaens Aaftl-Mittagessen, Gartenfest.Von Wichtigkeit ist bei der I mit der zugesagten verhältnismäßig hohen Leistung Hauptversammlung dte Neuwahl des Vorortes (bisher I genügend begründet zu haben. In diesem Sinne A?lda) und bte des Hauptausschusses. Für die voll- I fällte er seine Entscheidung.

ständige Umgestaltung der Wegebezeichnungen in der I ♦ a & „• inio ~

Rhön nach dem Plane des Malermeisters Fuchs-Fulda die ®tne, 3*qu Don b'er,

hat die Hauptversammlung den Betrag für das erste I s .. £er.,m bekommen hatte, verwendete Iah, feUuschen, damit die Haupt-Wanderwe^e als« Ä0hn0o§Jä^fit “nb

bald begonnen werden können. Ru diesem Punkt I b^? r,te Offenbach um 224 M., indem wurde ein Beschluß nicht gefaßt und dem Vertreter I l'L der auswärts wohnende Vater

des Zweigvereins eine der allgemeinen Stimmuna I Binder tue. Später

anaepaßte Stellungnahme überlasten o,. ® I stellte sich jedoch heraus, daß bte Frau von dem Vater

SBsm 35“!?;LW-iL SäL”%»«U°IBut«... kuppe können vorläufig die Arbeiten nock nickt in I b^ ^^^e-^l8egen Betrugs verurteilte sie das Schöffen- Angriff genommen werden, da die hierzu erforderstcken 07± M°rk Geldstrafe. - Die Untersuchung Mittel noch nicht ausreichen. Aus der^weiavereins" I Landesverrats gegen den flüchtig gc. Me soll später ein größerer Betrag außer den schon wnterü-Regüne!tt° Nr^168^ in'cffeXt V sw gezeichneten Geldmitteln geleistet werden. Sodann wurde nn^n Offenbach a. M. hat

noch angeregt, die nähere Umaebuna ctnlhns inPhr I nacHn drshertgen eingehenden Ermittelungen temertei mit WebSta greifbare Beweise ergeben. Dagegen haben die Er«

legenheit wird man mit dem Vogelsberger Höhenklub Unter»

" D--d»"dIu»S-n - Für dm Mm,». Juni ffibätäÄüÄ »uch. tajSrtÄS

vermischtes.

* Wie sich Zeugen irren können. Einen intereffan. ten Beitrag zur Bewertung der Zeugenaussagen lie­ferte eine Verhandlung vor einer Strafkammer des Landgerichts I Berlin. Angeklagt war wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruchs der Händ­ler Karl Treptow, welcher gegen ein Urteil des Schüft fengerichts Berlin-Mitte, welches ihn zu zwei Mona­ten und einer Woche Gefängnis verurteilt hatte, Be­rufung eingelegt hatte. Das Schöffengericht hatte sei- nerzett folgendes als erwiesen angenommen: Bei einer Schlägerei waren ein Händler Zähl und fein Begleiter, wie das Gericht annahm, der Händler Karl Treptow, über den Vater des Zähl hergefallen. Di« beiden Leute wurden schließlich von Schutzleuten zu, Polizeiwache sistiert, wo sie bis zum nächsten Vor. mittag im Gewahrsam blieben. Schon in der Ver- Handlung vor dem Schöffengericht war der Ange- klagte Treptow mit der Behauptung hervorgetreten, daß er überhaupt nicht als Täter in Frage komme, sondern sein B r u de r E r n st. Da sämtliche Zeu- gen einschließlich der Polizeibeamten mit aller Be­stimmtheit erklärten, daß Karl Treptow der Täter sei, kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß es sich nur um eine Ausrede handle. Die neue Verhandlung vor der Berusungsstrafkammer nahm einen hochinteres­santen Verlauf. Vom Verteidiger des Angeklagten Treptow, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, war der Be­weis dafür angeboten worden, daß sich sämtliche Zeugen irren, also auch die Polizeibeamten, welche mit aller Bestimmtheit Karl Treptow als den Täter wiedererkennen wollten. Der Zeuge Zähl sen. bekundete ausdrücklich, daß der auf der Anklagebanl sitzende Treptow jener Mann sei, der in Gemeinschaft mit feinem Sohne auf ihn eingeschlagen habe. Sein Sohn habe u. a. auch gerufen: „Karl, saß an!" Die gleiche Angabe machte die Zeugin Winkler, die eben­falls Karl Treptow als den Täter bezeichnete und auch jene Aeußerung gehört haben wollte. Der Schutz­mann Köhler bekundete, daß er den jetzigen Ange­klagten zur Wache geführt habe. Dieser und nicht der ihnen ebenfalls vorgestellte Ernst Treptow sei der Täter. Auch der Kriminalwachtmeister Wiener er­klärte als Zeuge, daß er den Angeklagten mit aller Sicherheit toiebererlenne. Die ganze Verhandlung nahm eine überraschende Wendung, als die von der Verteidigung geloben en Zeugen vernommen würben. Der Bruber beS Angeklagten, Ernst Treptow, gab zu, baß er seinerzeit der Begleiter des jungen Zöhl gewe­sen war. Er habe sich allerdings auf der Polizei­wache den Namen seines Bruders Karl zugelegt, um seiner Blutter keine Unannehmlichkeiten zu bereiten, da diese ihn noch nicht polizeilich angemelbet hatte. Der Zeuge schilderte bann bis in die kleinsten Einzel­heiten hinein die Vorgänge bei der Tat selbst, die Lokalitäten der Polizeiwache usw., sodaß die Polizei­beamten die Richtigkeit dieser Angaben bestätigen mußten. Ferner bekundete die Arbeitgeberin "des Karl Treptow, daß dieser zu einer Zeit, als sich, tote feftgefteüt tottrbe, der wirkliche Täter noch im Poli­zeigewahrsam befand, bei ihr fleißig gearbeitet habe. Dies wurde auch von mehreren anderen Zeugen be­stätigt. Eine Reihe weiterer Zeugen bekundete, daß Ernst Treptow an jenem Abend mehrere Lokale be­sucht hatte. Nach einer mehrstündigen Beweisauf­nahme kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß sich sämtliche Zeugen, die Karl Treptow als den Täter bezeichnet hatten, tatsächlich in einem Irrtum befinden, da völlig einwandfrei festgestellt sei, daß der Bruder des Angeklagten als Täter in Frage komme. Unter Aufhebung des Schöf­fengerichtsurteils wurde deshalb der Angeklagte auf Kosten der Staatskasse fteigesprochen. Fünf Zeugen also hatten falsche Angaben abgegeben.

Handel und Industrie.

-S> Berlin, 4. Juni 1913. Angesichts unerfreu« licher Nachrichten aus der Montanindustrie und erneuter Ermattung der Kanada-Aktien hatte di« Börse erneute Preisrückgänge zu verzeichnen. Be­sonders scharf rückgängig waren Phönix - Aktien, die fast 4 Prozent einbußten. Von deutschen Anleihen gaben 4 proz. Reichsanleihe und Konsols 0,10 Prozent nach.