Fuldaer Zeitung
und richtige Anwendung sowohl der natürlichen und künstlichen Düngemittel. An diesen äußerst lehr-
werden
vermischtes
Aus Gberheffeu u. den Hess. Aemtern.
* Zwei Kinder verbrannt. Am Samstag verbrannten bei einem Brande in einem Mansarden- zimmer in der Eifelstraße zu Köln in Abwesenheit
— Der Landesausschuß wird am Dienstag, den 23. Juni, zu einer ganz kurzen Tagung im Stände- Hause zusammemreten, um die Rechnungsabschlüsse bet einzelnen Verwaltungen zu prüfen.
* Rektor- und Mittelschullehrerprusung. Das Pro« vinziaftEchulkoüegium hat zur Abhaltung der Prüfungen für Rektoren und Mittelschullehrer den 27. dezw. 21. November 1913 festgesetzt, an welchen Tage» die schriMchen Prüfungen beginnen.
S Unfall. Samstag nachmittag fuhr ein Radler in schnellstem Tempo die Petersbergerstraße herunter. Am Franzosenwäldchen rannte er gegen einen fünf- jährigen Jungen, der sich durch den Anprall Wunden an Kops und Armen zuzog.
* Ein spanischer Offizier als Mörder. Die Polizei in Madrid verhaftete den in der Kriegsschule ange- siellten Hauptmann der Reserve Sanchez und dessen' Tochter, die den Klubmann Garcia Lajalon in die Kriegsschule gelockt und nach seiner Ermordung den Leichnam zerschnitten und bei feite geschafft haben sollen, indem sie ihn in eine Felsengrotte warfen. Wie es heißt, haben die beiden Mörder einen Erpressungsversuch an dem genannten Klubmanne ge- macht und ihn, als er sich weigerte, aus die Forde tuttgen einzugehen, getötet.
[:] Neustadt, 25. Mai 1913. Am verflossenen Samstage hielt der Direktor der landwirtschaftlichen Winterschule zu Marburg in der Gastwirtschaft von
Handel uno Industrie.
Berlin, 24. Mai 1913. Nach der anfangs ziemlich festen Haltung der Börse trat in der zweiten Börsenstunde eine Abschwächung ein, die ihren Ausgang vom amerikanischen Markte nahm. Von beul-
Reklame«. und Anzeigenteil.
Sicher und schmerzlos wirkt das echte [294
dlmr'sthe Hühnerousenmittel
36 «8.
Montag 26. Mai t9t&
scheu Anlechen zogen 3prozentige Reichsanleihe 0,20 Prozent, die übrigen 0,10 Prozent an. Der Privat-' diskont erniedrigte sich auf 5,5 Prozent auf kurz Stattplatz zeigte zahlreichen Besuch, die meisten Zu- I triftige und fünfeinachtel Prozent für langfristige schauer hrelten jedoch die Landstraßen und die Höhen Sichten.
... 2. Stan.
Dreck der Kuldaer Aetieudrukterei iu Zulda
~*> Pfg. Nur echt aas der Kronen»Apotheke, Ul ehen- 1 tierlüi W. 8. Zu haben in Apotheken u. Drogerien. ■
* Ei» Beterau des deutschen Bergbaues. In Herne (Westfalen) starb einer der ältesten Veteranen des rheinisch-westfälischen Bergbaubezirkes, für MAP hn« 14 „„s in cy„T,re„ I Georg Laverick, im Alter von 77 Jahren. 56 Jahre -w i so imh E Ian9 war der Verstorbene im Dienst der Bergwerks-
«w. 1.30 Mk »Ith f»r I Gesellschaft Hchernia. Er war in Hallgarth in Eng
land geboren und vor 60 Jahren mit dem späteren Generaldirektor Mulvany zur Zeche -Hibernia gekommen, wo er an der Abteufung des ältesten Schachtes mitgeholfen hat. Vor iy2 Jahren trat der Veteran in den wohlverdienten Ruhestand. — Nach der Statistik erreichen die im Kohlenbergbau beschäftigten Arbeiter durchschnittlich nur ein Alter von 48 Jahren.
* Briefmarken-Versteigerung. Im Architekten- Hause in Berlin fand in diesen Tagen eine Briefmarkenversteigerung statt, zu der aus allen Teilen des Reiches die Briefmarkensammler (Händler und Liebhaber) herbeigeeilt waren. Es tourben zumteil fabelhafte Preise erzielt. Das Haupt des letzten Versteigerungstages bildete eine Moldau 27 Parole, die in ihrer wunderbaren Erhaltung Wohl einzig dasteht; sie erzielte den ansehnlichen Preis von 2640 Mk. Käufer war ein Mitglied der Pariser Aristokratie.
♦♦ Verband für deutschen Grundbesitz. Durch die soeben in Berlin erfolgte Gründung des Verbandes für deutschen Grundbesitz ist der Zusammenschluß des städtischen und ländlichen Grundbesitzes vollzogen. An der Spitze der Abteilung für städtischen Grunde besitz bleibt Kammergerichtsrat Trnius, an die Spitze der Abteilung für ländlichen Grundbesitz tritt Graß von Spee; die Geschäftsführung bleibt in der Hand des Präsidenten a. D. von der Borght. An die Spitze der Gesamtorganisation tritt der Fürst zu Salm-Horstmar.
besetzt. Mürau flieg im ganzen viermal auf und flog über das Lahntal bis nach Wehrda hin und zurück, die Landung ging dreimal gut, das letztemal geriet er beim Gleiten über die Wiese mit dem Vorderteil seines Grade-Apparates in eine» Graben, wobei der Propeller beschädigt wurde. Fräul. Möh- ring flog in geringer Höhe eine kurze Strecke und mußte daun landen, später kehrte sie wieder "
। falls sehr niedrigem Flug zum Startplatz zurück. — ' Der von seinem Ar^itskollegen in Stausebach durch einen Dolchstich verletzte kroattsche Bahnarbeiter ist in der hiesigen Klinik gestorben. Der Täter wurde ins Landgerichtsgefängnis eingeliesert.
* Marburg, 24. Mai 1913. Ein junger Manu von hier hat sich bei der Fremdenlegion anwerben lasten. Er schreibt jetzt seiner Muller Briefe, in denen er seinen Entschluß bittet bereut. — Du hiesige Fleischerinnung gibt folgende Fleischpreise bekannt: Schweinefleisch pro Pfd. 70 Pfg, Braten- stücke pro Pfd. 85 Pfg., Kotelettes pro Pfd. 1 Mk.
* Kirchhain, 24. Mai 1913. Die Vorarbeiten zur Feier des 75jährigen breitägigen Sängerfestes des hiesigen Gesangvereins sind in vollem Gange. Die Festtage sind der 7., 8. und 9. Juni. Viele Vereine haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. — Die Stadtverordneten beschlossen, mehrere Plakatsäulen und Plakattafeln in verschiedenen Teilen der Stadt anzubringen. Ferner wurde der Umbau des Rathauses im Jntereste der Sparkasse be- schlosten Es soll ein besonderer Warieraum, ein feuer- und diebessicheres Gewölbe mit Safes-Einrichtung angelegt werden.
# Ziegenhain, 25. Mai 1913. In unserem sonst so stillen Städtchen herrschte heute ein gewaltiger Verkehr. Es war die „L a 11 i ch k i r m e s", die so viele Gäste aus den benachbarten Orten und außerordentlich viele Fremde nach Z. gelockt hat. Sie gsiene» sich an dem lustigen Treiben sehr zu ergötzen.
ie Schwälmer waren in ihrer buntfarbigen Tracht wieder sehr stark vertreten. Wenn sie einen „Schwälmer" tanzten, gab es jedesmal ein starkes Gedränge. Morgen vormittag ist die altgewohnte Spritzenprobe mit nachfolgendem von der Stadt gegebenem Frühstück und nachmittags Fortsetzung des Kftmes- treibens.
n er aus Niederzwehren zum Gerichts-Astestor im I Bezirke des Oberlandesgerichts zu Kastel, Oberleut- I riant Kahse r-Marburg zum Hauptmann d. Land wehr, Unterarzt der Res. Bog t-Marburg zum Afsi- stenzarzt- Der Abschied mit Erlaubnis zum Tragen der bisherigen Uniform wurde bewilligt dem Stabsarzt der Res. Prof. Dr. Zangemeister«Marburg.
£ Todesfall. Gestern nachmittag verschied im Landtrankenhause der ht allen Kreisen der Bürgerschaft beliebte Kunst- und Handelsgärtner Herman« Breitenborn im Alter von nur etwas über 50 Jahren. Noch vor einigen Wochen voll kraftstrotzender Gesundhett, wurde er durch ein schwerer Nierenleiden im Gefolge einer Jnfluema aufs Krankenlager geworfen, von dem er sich nicht mehr erheben sollte. Der Verstorbene war em tüchtiger Fachmann. Sein Rat in Sachen de? Gartenbaues, der Obstzucht und der Blumenpflege war stets willkommen und wird besonders im Gartenbauverein, besten zweiter Vorsitzender er war, künftig sehr vermißt werden. Die Vornehmheit seiner Gesinnung und die Lauterkeit seines Charakters verschafften ihm das volle Vertrauen feiner Mitbürger, die ihn im Jahre 1908 in das L-tadtvkrordnelen-KoUe;ium wählten, dem er bis $u seinem Tode angehörte. Ferner wurde er als Mitglied des Kreistages berufen und wirkte auch als Fachlehrer an der landwirtschaftlichen Winterschule. In der evangelischen Gemeinde, der er als gläubiger Christ angehörte, bekleidete er verschiedene Ehrenämter, u. a. das des 1. Vorsitzenden des evangelischen Arbeitervereins. Er war ein friedfertiger Charakter, der immer zur rechten Zeit ein rechtes Wort zu sagen wußte. Möge er ruhen in Frieden I
)( Im kathol. Meister- und Mänuerverein hielt gestern abend der geistliche Beirat Herr Subregens Dr. Heller einen Vortrag über die durch Kaiser Konstantin geschaffene religtöfe Freiheit aller Konfessionen. Redner behandelte die strengen Verordnungen der römischen Kaiser vor Konstantin, durch die bekanntlich die Katholiken drei Jahrhunderte lang unsäglich litten, und stellte diesen die milden Erlöste Kaiser Konstantins gegenüber, in denen allen Reift । gionsgemeinschaften volle Parität gesichert wurde. Mit Recht, so schloß Redner seine interessanten Ausführungen, begehe deshalb die katholische Christenheit die 1600jährige Jubelfeier der Religionsfreiheit. Der Name Konstantins werde i» den dankbare» Christen- Herzen immer mit Freude genannt werden. Herr Obermeister Neidert dankte im Namen der erschienenen Damen und Herren für den lehrreichen Vortrag. Gemeinsam gelungene Lieder und Deklamationen trugen zur Abwechselung wesentlich bei.
t Leobund (Jugendabteilung des St. Josephs- vereins). Die gestrige Generalversammlung des jüngsten unter den kathol. Standesvereinen bot I einen hocherfreulichen Einblick in ein reges Vereins- I leben, das alle Gebiete der neuzeitliche» Jugendpflege I in einer dem reiferen Alter der jugendl. Arbeiter ent« I sprechenden Form umfaßt. Nach den Berichte» des I Schriftführers und Kasfieres erfolgte eine Ergänzungs- 1 wähl zum Vorstände, der nunmehr aus folgenden I Mitgliedern besteht: Ernst Hofmann, Senior, Hermann I Metz, Schriftführer, Emil Hohmann, Kassierer, I Wendelin Lehr, Anton Laudenbach und Joseph Lehr. I Bei einet Reihe von Anträgen und Besprechungen, I die nun folgten, zeigte sich augenfällig die Einmütig. I feit bet Mttgliebet und ihre ernste Teilnahme am I Vereinsleben. Die Beschlüsse betrafen die Ausgestal« ] hing der Vereinsabende zu eigentliche» Bildung»« j
+ Sie Landesverficheruugsanstalt der Provinz Heffru-Raffa« hat bis zum Schluffe des Jahres 1912 i81. 12.) zum Bau von Arbeiterfamilienwohnungen innerhalb der Provinz als Dar- lehn zu mäßigem Zinsfuß hergegeben insgesamt 16855 671,00 Mk., und zum Bau von Ledigenheimen, Hospizen, Herberaen, Gesellenhäusern usw. 390000.00 Mark. Für sonstige Wohlfahrtseinrichtungen (Wegebau, Kleinbahnen, Hebung der Viehzucht, Linderung oder Futternot, Bau von Kranken-GenefungShänsern, VolkSheilstätten, Siechenhäusern für Kranken« und Jnvalidenpflege, BauvonVolksbädern, Schlacht- Häusern, Wafferleitungen, Friedhöfen, für Erziehung, Unterricht, Hebung der Volksbildung rc., hat die Anstalt bis zum 31. Deiember 1912 zu billigem Zins- fuß hergegeben 32990190,00 Mk.; und außerdem für eigene Veranstaltungen 70 161,00 Mk. aufgewendet (b. i. für Krankenhäuser, Heilanstalten, Lungenheilstätte» pp.)
und demzufolge außer den Selbstkosten der Verzinsung nebst l°/o Amortisation, sowie der Kosten der Unterhaltung der Anlage, der Ergänzung des Inventars und der Betriebskosten feinerlei Ueberschüffe erzielt werden dürfen und daß der bereits amortisierte Betrag nicht mehr weiter verzinst werden dürfe. Der Anttag wurde einstimmig angenommen. — Handwerkskammerpräsident Obermeister Jung-Frankfurt a. M. empfahl, bei dem deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag dahin vorstellig zu werden, daß er auf die deutschen Handwerks- und Gewerbekammern einwirken möge, daß dieselben bei den von ihnen zu errichtenden Verdingungsämtern in ausreichen- dem Maße Sachverständige der einzelnen Handwerks« zweige zur Mitwirkung heranziehen. Ein entsprechender Antrag wurde debattelos angenommen. Schilz« Mainz empfahl den Mitgliedern des Vereins, um den Wünschen des Publikums entgegenzukommen, die Preise für Fleisch verschiedentlich und zwar nach dem Werte der einzelnen Stücke festzusetzen. Für eine Revision der Bestimmungen über Viehwähr- fchast unter besonderer Berücksichtigung der Rinder- finne, der Trächtigkeit und des Milzbrandes sprach Stahl-Limburg aus. Gewerberat Falk-Mainz sprach über die Selbständigkeit des Fleischergewerbes und wandte sich besonders gegen das im letzten Jahre zu Tage getretene Vorgehen verschiedener Städte in Sachen der Fleischversorgung, wodurch eine wirkliche Verbilligung des Fleisches zwar nicht herbeigeführt, das Fleischergewerbe aber schwer geschädigt worden sei. Auch die neue Art der Fleischversorgung, die Einrichtung von städtischen Schweinemästereien sei nicht zu billigen wegen der damit verbundenen Seuchengefahr. Die langfristigen Lieferungsverträge zwischen Viehzüchtern und Städten, wie sie neuerdings angestrebt werden, gehen ebenfalls auf Schädigung des Metzoergewerbes aus, da sie unfehlbar auf eine Monopolisierung des Fleischmarktes und eine Festigung der Preise ohne Rücksicht auf die jeweiligen Verhältnisse hinzielen. Im Jutereffe der Stadtverwaltungen liegen alle diese Maßnahmen nicht. Auch btö vom Landesökonomiekollegium vorgeschlagene Gesetz, wonach der Polizei das Recht zugesprochen werden soll, jederzeit von den Metzgern wahrheits- Semäße Angaben über Fleisch- und Viehpreise ein» Mördern, ist ein schwerer Vorstoß gegen die Selbständigkeit des Metzgergewerbes. Schnell-Kassel und Jung-Frankfmt beleuchteten durch weitere An« 8aben, daß die betteffenden Kommunen mit dem Verruf ausländischen Fleisches Fiasko gemacht hätten. Schwarz-Fulda sprach der hiesigen Stadtverwaltung kür ihr besonnenes Vorgehen beim Bezug fremden Fleisches den Dank und die Anerkennung der Innung uu§. Einstimmig wurde daraus eine Entschließung ^genommen, m der gegen jede Beeinträchtigung der Selbständigkeit des Fleischergewerbes Einspruch erhoben wird. Jnnungssekretär Boe ck-Gießen empfahl »le Errichtung von fachlichen Fortbildungs- Ichulen, in denen Lehrer und Handwerker den Unter« hcht erteilen, um das für die heutige Zeit Notwendige Maß von theoretischen und prakischen nenntniffen dem Nachwuchs zu vermitteln. Wo ln>er die Errichtung solcher Fachschulen aus finan- lnllen Gründen nicht möglich ist, soll man dahin streben, daß in den bestehenden Fottblloungs- ichulen die Schüler gleichgearteter Gewerbe un Unter« I At vereinigt werden, und daß in diesen Fachklassen I 6cn Aufgaben und Fragen dieser Gewerbe mehr Auf- I Utttksamkeit zugewendet werde. Der Vorsitze re de- I ströme die neuerlichen Bestrebungeu auf dem W- Hete
Fachschulausbildung und betonte, daß die
“wütig nicht bloß theoretifche und praktische Kennt» Me vermittle, sondern auch ein gewisses Mas? gesell« Mstücher Bildung mit sich bringe. Mattern- ^ttsdaden sprach sich scharf gegen ben unlauteren -«-Mbewerb durch Inserate aus, wodurch auch das
△ Marburg, 25. Mai 1913. Das heutige Schaufliegen des Aviatikers Mürau aus Gelsenkir- chet: und der Fräulein Charlotte Möhring aus Marnz war vom Prächügsten Wetter begünstigt. Der Startplatz zeigte zahlreichen Besuch, die meiftei ~
gliedern. Der Bezirksverein hat 57 Innungen mit 2683 Mitgliedern zu verzeichnen. Die Kaffenverhält- ntffe sind sehr günstig. Metzgermeister Franz Kramer« Fulda referierte sodann über die Verzinsung der Sch lacht Höfe. Er empfahl eine Resolution, in der der Verbandsvorstand beauftragt wird, bei der bevorstehenden Revision des preußischen Kommunalabgabengesetzes beim preußischen Landtage und bei der preußische» Regierung geeignete Schritte zu tun, daß die Vchlachthöfe gesetzlich als dem allgemeinen sanitären Interesse und der Förderung der Volksgesundheit dienende Wohlfahrtseinrichtungen angesehen und demzufolge außer den Selbstkosten der Ve
I Publikum oft irregeführt werde. Fisch er.Griesheim legte dar, daß das Publikum über ben Nähr« siehalt künstlicher Fabrikate wie Maggiwürfel vielfach irriger Ansicht sei, indem dieser nach den Feststellungen durchaus nicht den Anpreisungen entspräche. Weiterhin begründete der Vorsitzende einen Vorschlag des Vorstandes auf Versicherung der zu Tagungen entsandten Delegierten gegen Unfall. Die Beitragsprämie beträgt jährlich 3 Mark. Der Vorstand wurde ermächtigt, weitere Schritte in dieser Angelegenheit zu unternehmen. Der Bezirksverein bat im abgelaufenen Geschäftsjahr an Einnahmen 5560,90 Mark, nach Abzug der Ausgabe» verbleibt ein Raffen« bestand von 1785,09 Mark. Das Vermögen des Vereins beträgt 6786 Mark. Der Beitrag zum Bezirksverein wurde auf der alten Höhe belassen. Die ausscheidende» Vorstandsmitglieder Lautz« Dorrn« stadt und Jung-Frankfurt wurden roiebergeroäblt. Auf Vorschlag der größeren Innungen des Reg.-Be- zirks Trier, auch ihrerseits im Vorstände vertreten zu fein, wird Happ-Trier zum Mitglied deS Bezirksvorstandes gewählt. Sodann wurde dem Bor. stand die Berechtigung zuerkannt, drei weitere Mit- glieder in den Vorstand zu wählen. Lautz-Darmstadt wurde als Vertreter des Bezirks in den Verbands- Vorstand gewählt. Die Wahl des Ortes der nächsten Tagung wurde dem Vorstand überlasten. Der Vorsitzende schloß dann die fünfstündigen Verhandlungen. — Eine Stunde darauf vereinigten sich die Versamm- lungsteilnehmer zu einem gemeinsamen Festmahl im Bürgerverein. Heute morgen wurde» unter Leitung von Führern die Sehenswürdigkeften der Stadt in drei Gruppen besichtigt. Im Anschluß daran wurde den Gästen im Parkhotel von der Fleischerinnung Fulda ein Frühstück gegeben. Heute nachmittag roiro eine Wagenfahrt zur Besichtigung von Schloß Adolsseck unternommen. Auf der Rückfahrt wird man sich zum Schluß zu gemütlichem Konzert und Tanz im Jägerhaus-Bronnzell zusammenfinden.
r abe»ben, ferner die vertiefte Pflege bes WanbernS, Turnens unb Sportes u. a. m. Wir wünschen dem jungen Bunde ein rüstiges Wetterschreiten auf dem begonnenen Wege; dann kann der Verein, nach dem stolzen Worte semeS Seniors, wirttich et» .Musterverein* werden.
? Das Krmzbündnis B a. K. unternahm gestern einen wohlgelungenen Ausflug nach Künzell. Punkt 1 Uhr wanderte der Jugendbunb deS Vereins unter \ klingendem Spiel und Fahnen ab, um gegen 3 llhr nach einem schönen Marsche mit ben Damen unb &*)& Hauptvereins zusammenzutreffen. Herr c Ruez von Künzell hielt eine Andacht für die Kreuzbündler ab, lobte in einer kurzen Ansprache die edle Caritas, die der Verein übe unb wünschte diesem ferneres Wachsen unb Gedeihen. Die Feier bei Kaffee und Kuchen im .Gasthaus z^.n grünen Baum*, die der Herr Pfarrer durch seine Gegenwart beehrte, verlief in schönster Weife, lieber Ermatten befriedigt machte sich der Verein gegen 7*/i Uhr auf ben Heimweg.
-n Die hiesige Sanitätskolonne nahm gestern in Hanau an einer großen Santtätsübung teil. Diese gestaltete sich, ba sie sich zu Lanbe (Eisenbahnunfall) unb zu Waffer (auf Flößen auf dem Maine) abspiette, sehr intereffant unb anregend. Die am Abend in der Zentralhalle abgehaltene Festversammlung nahm einen sehr gemütlichen Verlauf, füllt dem Nachtzuge kehrten die Sanitätsmannschasten recht befriedigt über den Tag hierher zurück.
* Jahrmarkt. Der Krammarkt dieser Woche findet erst am Mittwoch unb Donnerstag statt. Auf unserem Wandkalenber ist die Markibemerkung durch ein technisches Malheur um einen Tag höher gedruckt.
-y- Ans dem Schloßgarten. Planche Besucher des Schloßgartens wirb cs intereffieren, zu erfahren, daß die schwarze Schwanenfamilie Zuwachs in Gestalt I von zwei Schwänen erhalten hat.
Lokales.
Fulda, 26. Mai 1913.
* Personalien. Dem Förster Kranz zu Kirchhain ist vom 1. Juli d. I. ab die Försterstelle Mellnau, Oberförsterei Wetter-Ost übertragen worden. — Versetzt wurden Oberwachtmeister R o 11 m a n n von Ziegenhain nach Rinteln, die berittenen Gendarmerie-Wachtmeister Böttger von Oberkaufungen als Oberwachtmeister auf Probe nach Ziegenhain, Wolf von Halsdorf, Kr. Kirchhain, nach Ooer- kaufungen, Schäfer von Steinau, Kr. Schlüchtern, nach Halsdorf, Kr. Kirchhain, Andrae von Reichensachsen, Kr. Eschwege, nach Steinau, Kr. Schlüchtern, D o m d e h von Hersfeld nach Reichensachsen, Kr. Eschwege, die Futzgendarmerie-Wachtmeistcr Lüning von Zwesten, Kr. Fritzlar, nach Harleshausen, Zikorskh von Homburg v. d. H. nach Fulda. — Ernannt wurde der bisherige Privatdozent Dr. Ludwig Mecking zu Göttingen zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität zu Kiel und Gerichtsreferendar Dr. Z i ck e w i tz in Kassel zum Regierungs-Assestor. Oberbnchhafter D ö r g e bei der Regierungshauptkaste in Kastel wurde zum Kgl. Land-Renttneister bei der Regierungshauptkaste in Köln ernannt. — Befördert wurden Postsekretär Rabe in Kassel zum Oberpostsekretär, 'Gerichtsreferendar Müld-
( Fleischerverbandstag.
Fulda, 26. Mai 1913.
Gestern und heute tagt in unserer Stadt der AeischerverbandStag deS Bezirks „Beide Heften unb Raff au*. Oeffmtliche unb private Häuser zeigten zu Ehren der zahlreichen Gäste — es sind ihrer an die 200 —- bunten Flaggenschmuck. An den Verhandlungen, die gestern mittag von 21/» Uhr ab im .Bürgerverein" unter Leitung bes Bezirksvorsitzende» Lautz-Darmstadt ftattfanben, nahmen u. a. die Herren Oberbürgermeister Dr. Antoni, 1. Bei. georbneter Halbleib, Landtagsabg. Amtsgerichts« mt Rhiel und Schlachthofdirektor Dr. Lemge» teil.
Obermeister Schwarz«Fu!da entbot den Anwesenden einen herzlichen Willkomm. Darauf eröffnete Herr Lautz-Darmstadt den Verbandstag unb begrüßte die Ehrengäste. Er kennzeichnete die Tagung dahin, daß man bestrebt fei, nicht bloß die Jntereffen des eigenen Gewerbes, sondern auch die der Gesamt- h«tt zu vertreten. Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni nahm sodann das Wort. Er führte aus: Im Namen der Ehrengäste danke ich für die freundliche Begrüßung. Es ist nicht das erstemal, baß Ihr Der- banb in ben Mauern unserer Stabt tagt; vor 15 Jahren habe ich das Vergnügen gehabt, bic Vertreter Ihres Bezirks hier zu begrüßen. Ich habe stets mit Bewunderung auf die Vereinigungen der Metzger geschaut, weil ich dort die Einigkeit fand. Kaum ein anderes Gewerbe ist in bet Verfolgung feiner Ziele so einig wie bie Metzger- und Fleifchervereinigungen. Dazu kommt noch die große Energie, mit der Sie Ihre Bestrebungen durchzusetzen suchen. Sie haben dann auch viele gute Erfolge erzielt. Allerdings liegt bei diesem Streben auch die Gefahr nahe, das fliel S weit zu stecken unb über dasselbe hinauszu- ießen. Ich habe jedoch das Bewußtsein, daß Ihre Korporation bestrebt ist, diesen Mißgriff p verhindern. In diesem Sinne heiße ich Sie mr Namen der Stadt herzlich willkommen.
Lantz-Börnstadt erstattete sodann den Jahres« I bericht. Er führte aus: Die Verhältnifte im Fleischer- geroerbe haben sich noch nicht so günstig entwickelt, wie wir vor einem Jahre gehofft hatten, unb wir stehen heute noch vor Verhältnissen, bie mitzumachen feine Lust ist. Vor allem ist es bie Steuer, bie unser Gewerbe schwer belastet, bie erhoffte Steuerermäßigung ist nicht eingetreten. Dieses hat nun die gute Seite gehabt, daß unser Verband sich gekräftigt hat. Er zählte zu Beginn des Jahres 1912 1175 Innungen unb zu Beginn 1913 bereu 1195 mit 44067 Mrft
Amt Geisa und Umgebung.
♦ UnterMa, 24. Mai 1913. Die Leiche des fett dem 13. d. M. verschwundenen Dienstmädchens Elli Leser wurde in der Nähe von Weidenhain aus der Werra gezogen.
* Straßrnreinigmig. In der Stadtverordneten«
sitzung vom 28. April machte Herr Stadtv. Adam ..... .... ...
längere Ausführungen zu der Magistratsvorlage I H- Gies einen mehrstündigen Vottrag. Redner be- bttreffs Uebernahme der Reinigung öffentlicher Straßen handelte in ausführlicher Weise Zusammensetzung in städtische Regie unb wies dabei auf bie Un« und richtige Anwendung sowohl der natürlichen und zuträglichkeiten hin, bie das bestehende System im I künstlichen Dünge-nittel. An diesen äußerst lehr- Gefolge habe. Unser Berichterstatter faßte einen I reichen Vottrag schloß sich ein gemeinschaftlicher Abschnitt dieser Aeußerungen in den Satz zus ammen: I Orientierungsgang durch unsere Gemarkung, bei wel- „Meiner Ansicht nach hat man hier unter schikanösem I <6er_ Gelegenheit besonders die Lebensweise und Vorgehen bet unteren Polizeiorgane zu leiden." Wir I Schädlichkeit des sog. Drahtwurmes gezeigt und be- erhalten dazu von dem Polizeibirektor Herrn Land rat I sprachen wurde.
Frhr. v. Doernberg folgende Zuschrift: I * Neustadt, 24. Mai 1913. Zu Weihnachten kam
In Nr. 98 der ,Fulvaer Zeitung' vom 29. April I es hier bei einer Vereinsfestlichkeit zwischen älteren 1913 ist in dem Bericht über die Stadtverordneten-Ber- I und jüngeren Besuchern zu Streitigkeiten, die damit sammlung vom 28. April angegeben, der Stadtverord- I endeten, daß ein Mann mit einer Flasche einen neteabam habe geäußert: .Meiner Ansicht nach hat wichen Schlag auf den Kopf erhielt, baß ärztliche bekörb« MWBehandlung nötig wurde. Der Täter, der zu einer m4 b ”ti?^örbneÄam fo” S geantwortet ! ^oche Gefängnis, verurteilt worden war, hatte hier« .Fulda, ben 19. Mai 1913. Auf dos Schreiben vom I siegen Berufung eingelegt, tnbent er Notwehr geltend 7. JNo. P. I. 3459, welches erst gestern in meine Hände machte. Die Strafkammer in Marburg erkannte kam, teile ich mit, daß ich eine derartige Aeußerung, wie I heute auf Freisprechung.
der Zeitungsbericht sie mir in ben Mund legt, nicht I * Fritzlar, 24. Mai 1913. Bei den Kasernen- getan habe unb auch nicht tun konnte, da ich hierzu b au = 91 r beit en ist wieder ein merkwürdiger
V web” Unterschied bei Forderung für Herrichtung massiver
welche Klagen vorzubringen. Ich kann "nur im Gegen«' I b<-ttua^l9367 rie^ocrinafte^lf 678^^ ”3
teil bestätigen, baß die Polizeibeamten mir in entgegen- j betrug 19 367 Mark, dte geringste 12 678 Mark,
kommenster Weise jederzeit gegenübertreten, gez. F.Adam, I --------, ,T
Architekt." — Frbr. v. Doernberg.
a Fouragepreise. Als Vergütung für im Monat Mai gelieferte Fourage sind in den Kreisen Fulda, Gersfeld, Gersfeld, Hünfeld und Schlüchtern pro Zentner folgende Preise festgesetzt worden: für Hafer
9,06 SW!., für §eu 3,41 SDU., für Strcch 2,36 Mk. I her Eltern bie beiden Kindern eines Tapeziers, ein b Bestimmungen fünfjähriger Knabe unb ein Knabe von achtzehn Ortslohn für den Kreis Fuldd vom Oberverfiche- I
fanden rungsamt vom 1. Januar 1914 ab festgesetzt für 1 -■ -
männliche Versicherte über 21 Jahre auf 2,80 Mk.
(für weibliche Versicherte über 21 Jahre auf 1,80 Mk.), für Versicherte von 16—21 Jahre auf 2,10 Mk. bezw. 1,60 Mk., für solche von 14 und 15 Jahren auf 1,50 Mk. bezw. 1,30 Mk. und für Versicherte beiderlei Geschlechts unter 14 Jahren auf 0,90 Mft