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öamstag 2^. Mai 1913.

Zuldaer Leitung

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Mark 3,75 Proz. Für die Zeit vom 1. Juli 1913 bis zum 31. März 1914 soll zur Deckung des im Jahre 1913 in der Kanalisauonskafse erforderlichen Bedarfs ein Mehrfaches der vorher aufgeführten Sätze, und zwar ein Viertel mehr erhoben werden.

Tischnosski hat gewiß nicht die Uhr mit ins . Krankenhaus- genommen", so folgerte Krotkin scharf- sichtig,es hätte ihn auch kompromittieren können. I Es wäre aber möglich, daß er die Uhr der Tante zur 1 Aufbewahrung gegeben hat. Halte ich noch diesen Beweis in Händen, so ist alles gewonnen, und ich I kann den Schurken gefangen nehmen lassen." ' Nadeschda Simonowna humpelte zu ihrem Bett- Sie zog unter dem Strohsack ein schmutziges, buntes Baumwolltuch hervor und knüpfte es mühsam mit den von der Gicht gekrümmten Fingern auf. Un­geduldig sah der Geheimpolizist zu, aber er tat gleich­gültig und füllte abermals das Glas der alten Frau.

Trinkt, trinkt, Mütterchen", ermahnte er.

Sie stürzte den schweren, roten Portwein hin­unter. Ihre Augen bekamen einen verglasten Schim­mer, sic kicherte vergnügt.

Hier, das gab mir der Grigori zur Aufbewah­rung", sagte sie. »

Krotkin zitterte vor Freude.

Es war die ktäblerne Ubr. Sic trua das Mono-

Die Schuld des Vaters.

27] Roman von Freifrau G.von Schlippenbach.

Der Geheimpolizist hatte Mühe, einen Ausruf der Freude zu unterdrücken. Er goß der schwatzhaf­ten Alten immer wieder das Glas voll, das sie wohl­gefällig schmatzend leerte.

Das tut Wohl", lallte sie schon halb betrunken, die Arme auf den Tisch gestützt, sich mit den Händen 'm den unordentlichen, Weißen Haaren krauend.

Hat Euer Neffe Euch denn gar kein Geschenk ür Eure Gastfreundlicbkcit gemacht?" fragte Krot- !in,oder zur Aufbcw ^'ung?"

Ja, Euch will iw "eigen", raunte der zahnlose Mund",aber Ihr d s ja nicht weiter erzählen, versprecht es mir bei allen Heiligen, der Grigori Wäre auf mich wütend, wenn er es erfährt, daß ich geplaudert habe."

2. Blatt.

ter Kuldoer Letientrncerti in Xulba.

»Ich muß jetzt gehen, Mütterchen, lebt wohl", ' sagte der Gast der Alten und verabschiedete sich.

iDas ist ja über alles Erwarten gut gegangen", schmunzelte der schlaue Detektiv.Nun schnell nach 2- Hoffentlich ist der Hallunkc, der Tischnofski, noch im Krankenhause. Simon Iwanowitsch Mestutscheff wird mit mir recht zufrieden sein.

_ Krotkin bestieg sein Wägelchen und fuhr zur nächsten Eisenbahnstation. Dort nahm er den Zug nach 2- und erreichte den Ort gegen Abend. Er suchte sofort den Oberarzt des Krankenhauses auf und hatte eine lange Unterredung mit ihm, in wel- cher der Detektiv dem Hochcrufhorchenden alles er­zählte.

Der Patient, von dem Sie sprechen, sollte mor­gen entlasten werden", versetzte der Oberarzt,er ist sehr krank gewesen. Als er zu mir kam, hatte er eine recht bedeutende Wunde an der Stirn, die, wie ich glaubte, von einem spitzen Stein herrührte. Er heißt aber nicht Tischnofski, sondern Raklinski. Er muß die Wunde vernachlässigt haben, da kam die Rose hinzu."

Sie erlauben wohl, daß ich mich auf kurze Zeit entferne", bemerkte Krotkin,ich muß die Polizei benachrichtigen und Hilfe requierieren. In einer halben Stunde bin ich wieder hier. Bis dahin hüten Sie mir gefälligst meinen Gefangenen: es muß Tischnofski sein, der andere Name ist falsch."

Keine Sorge, ich hafte Ihnen für den Schuft."

Nach kurzer Zeit war Krotkin in Begleitung zweier Polizeibeamten zur Stelle. Der Oberarzt führte sie in ein Zimmer, in dem drei Betten standen. Tischnofski schlief schon.

Heda! Stehen Sie auf!" rief, ihm der eine der Polizisten zu und schüttelte den Missetäter am Arm.

Der Mörder Romans fuhr auf. Mit weitaufge- riffenen Augen starrte er dosier Entsetzen um sich.

Was; was soll das heißen?" stotterte er mtt bleichen Lippen.

Sie sind verhaftet al» Derjenige, der Roman Romanowitsch Swerieff arElß. April ermordet hat", sagte der Geheimpolizist mit furchtbarem Ernst.

Tilchnokski sprang aus dem Bett, er wollte fliehen J

totales.

Fulda, 24. Mai 1913.

* Verliehen wurde dem Stadtschulinspektor Zinke zu Frankfurt a. M. der Rote Adlerorden vierter Klofle und dem Senatspräsidenten Steg- n a n n beim Oberlandesgericht in Kastel der Kro­nenorden drstter Klasse.

-st- Personalien. Realgymnasialdirektor Profeffor Sachse in Wiesbaden wurde zum Provinzialschul­rat ernannt und dem Provinzialschulkollegium in Berlin überwiesen. Versetzt wurde Hauptmann Reinbach im Lehr-Regt. der Feldart.-Schießschule Mit dem 1. Juni 1913 als Battr.-Chef in das \ Kurhcss. Feldart..Regt. Nr. 47 in Fulda, die Hauptleute Kniep, Lehrer an der Kriegsschule in Hersfeld, in die 4. Jngcn.-Jnsp., Kindermann, romp.-Chef im Bad. Pion.-Bat. 14, als Lehrer zur ?riegsschule in Hersfeld. Hauptmann Boistersre m 2. Kurheff. Feldart.-Regt. Nr. 47 ist vom 1. Juni 1913 ab ein einjähriger Urlaub bewilligt. Qu Hauptleuten der Res. befördert die Oberleutnants )cholz.Kastel und Räuber-Kaffel.

(*) Eine Stadtverordnetensitzung findet am Mon- jag den 26. Mai 1913, abends 7y2 Uhr mit folgen« ?er Tagesordnung statt: 1. Feststellung des Planes rnd Kostennachweises über Herstellung des Bürger­teiges in der Johannisstraße Westseite und Heranziehung der Anlieger zu Beiträgen gemäß S 9 'es K.-A.-G. (Sauer.) 2. Desgl. Johannisstraße Südseite. (Sauer.) 3. Gutachten des Professors Dr. Dunbar betr. Versalzung der Flüsse durch die «bwässer der Kaliindusttie. (Sunkel.) 4. Protokoll -es Preisgerichtes^über die auf Grund des ergange- gegangenen Entwürfe für

Und wieder füllte sich der Saal des Bezirksge­richts in K. mit einer hund'ertköpfigen Menge die! erregt auf das Urteil des Verbrechers lauschte. Mestutscheff war gekommen, und auch Arbutins, Olga und Soltjakosfs wohnten der Verhandlung bei

Zuerst leugnete Tischnofski alles. Als ihm aber* Beweis auf Beweis aufgeführt wurde, begann seine künstliche Ruhe einer fieberhaften Aufregung zu Wei­chen. Mau hatte sein Haar mit dem in der Hand des Ermordeten mikroskopisch verglichen, dieses Mal- War auch die Stärke genau dieselbe.

Endlich bekannte Grigori Gefimowitsch" sich schuld dig. , * * ~ ?

Tischnofskis Aussage lautete, wie folgt:

Am' 10. April reiste ich von der Stadt Lafka, die sieben Stunden von Latwilischki entfernt liegt, in meine alte Gegend, wo ich bei Roman Romanowitsch Verwalter war. Ich hatte in Bernowka Geld zuj bekommen, außerdem trieb mich noch ein anderer; Beweggrund her. Seitdem Swerjeff mich zum Dank für alle meine Dienste geprügelt hatte, lebte ein wütender Haß gegen ihn in meinem Herzen. Jchi wollte ihn noch einmal sehen, um ihm womöglich ble? Schläge heimzuzahlen; der Gedanke, ihn zu errnor- den, lag mir damals noch fern. Ich hatte erfahren,! daß Roman Romanowitsch mich bei allen Nachbarn^ als Dieb und Betrüger verleumdet hatte; diese An- schuldignng wollte ich ihm ins Gesicht schleudern. Ich" kam spät auf der Station an, und ich entschloß mich, den Weg nach Vernowka zu Fuß zurückzulegen. Da-! zu mußte ich durch den Wald von Blagotir. Ich kannte jeden Baum,,jeden Pfad von früher her, als Swerjeff das Gut besaß. In der Nähe des schwarzen Teiches glaubte ich Stimmen zu hören. Langsam pürschte ich mich näher. Als ich das unheimliche Wasser im Mondlicht schimmern sah, hörte ich den Galopp eines Pferdes und erkannte in dem Rester Ilja Georgewitsch. Was mochte er um diese Stunde hier zu tun haben? Mit wem hatte er gesprochen?: Vorsichtig lauschte und spähte ich.

-' (Fortsetzung folgtJ

Palästen der Patrizier, das Düstere der Katakomben, Utz denen sich die ersten Christen heimlich zusammensanden. In diesem blendenden Rahmen spielt sich eine packende Handlung, reich an aufregenden Momenten, ab. Da ist der Riesenbrand Roms und die Spiel, und Kämpfe in' der Arena. Nie zuvor ist wohl eine solche Maffen- entfaltung, zugleich aber auch solch» Geschicklichkeit des Arrangements auf einem Film zu sehen gewesen.

X Die Nebungen der Reservefeuerwehr beginnen ist diesem Jahre am Dienstag, 27. Mai mit der ersten Ab­teilung, am Mittwoch, 28. Mai übt di» zweite Abteilung und am 29. Mai die dritte Abteilung. JedeSmal abends 7 Uhr in der Schloßstraße vor demFvuerwehrdepot^ (Siehe Anzeige.)

be -orovinzialrat kein Erfolg zu erwarten ist und weil bet der unregelmäßigen Tagung deS Provinzial- ^tes durch den Zeitverlust ein starker Ausfall an Gebühren herbeigeführt würde. Der Magistrat schlägt deshalb die Erhebung eines einmalige« Kanal- bertrageS nach folgenden Grundsätzen vor: Die Bausumme für die Neükanalisation wird auf 1526 000 Mark festgesetzt; hiervon soll ein Viertel durch Erhebung eines Beitrages gedeckt werden und zwar ist dieser Beitrag von den Eigentümern der im Stabt» bezirkFulda bclegencn an dieKanalisation angeschloffenen bebauten Grundstücke zu entrichten. Als Grundstock gilt hierbei diejenige unter einer oder mehreren Nummern katastrierte zusammenhängende Grundfläche, welche eine wirtschaftliche Einheit bildet. Die Ver­teilung des Beitrages erfolgt nach dem gemeinen Wert des lGrnndflückes. Bei öffentlichen Gebäuden und solchen privaten, die öffentlichen Zwecken dienen, wird derjenige Betrag als gemeiner Wert angenommen, welcher sich durch Zusammenrechnung deS Boden- wertes und des Gebaudewertes ergibt. Kirchen und andere öffentliche, gottesdienstlichen Zwecken dienenden Gebäude sind von der BeitragSleistung befreit. Bei denjenigen Grundstücken, für welche bereits ein Be - trag zu den Kanalkosten geleistet ist, wird dieser auf den jetzt zu erhebende« Beitrag in Anrechnung gebracht. Der gemeine Werl eines Grundstückes soll durch eine von den Stadtverordneten zu wählende stebengliedrige Kommission mit dem Oberbürgermeister oder eiilem Magistratsmitglied als Vorsitzenden bestimmt werden. Gegen die Veranlagung, welche schriftlich mitgeteilt wird,_ist Einspruch innerhalb 4 Wochen zulässig. Zur Deckung der Zinsen und des Tilgungssatzes für den Rest der Kanalisationskosten sowie der laufende« Betriebskosten re. soll eine Kanalbenutzungs- gebühr nach Maßgabe der am 17. April d. Js. beschlossenen Ordnung erhoben werden, jedoch mit hem Unterschiede, daß für den Mielwert ein geringerer Satz in Anrechnung gebracht ist. Es sollen nämlich erhoben werden von 1150 Mk. Mietwert 1,5 Pro,., von 151200 Mark 2 Prozent, von 201300 Mark 2,5 Prozent, von 301600 Mark 3 Prozent, 601-900 Mk. 3,375 Proz. und von 901 und mehr Mark 3,75 Proz. Für die Zl' bis zum 31. März 1914 soll

I Einteilung der Wege in Chausseen und gebesserte I Wege fort und es werden die Wege in Zukunft in I Straßen, unterhaltene Fahrwege, Feld- und Wald- I Wege geschieden. UnterStraßen" sind nur noch I solche Wege zu verstehen, hei denen durchgehend eine I künstliche Befestigung der Fahrbahn erfolgt. Diese I Straßen werden wiederum in Kunststraßen im I Rechtssinne, sonstige ausgebaute öffentliche Straßen I und ausgebaute nicht öffentliche Straßen getrennt, I und es werden die öffentlichen Straßen nach dem I hauptsächlichen Träger der Wegebaulast und die nicht I öffentlichen Straßen nach dem Eigentümer geordnet. I Nach den auf Grund dieser Bestimmungen aufge- I stellten Verzeichnissen besaß die Provinz Heffen-Nas- I sau am Enöe des Jahres 1910 folgende Straßen: I 5890 Kilometer Kunststraßen im Rechtssinne (das I sind die vormaligen Staatsstraßen, die Provinzial-, I Distrikts- und chauffierten Verwindungsstraßen, so- I wie die Landwege), 5402 Kilometer sonstige auSge- I baute, öffentliche Straßen. Im Jahre 1911 sind | 20,5 und im Jahre 1912 8 Kilometer ausgebaut, so- I daß Ende 1912 in der Provinz ein Bestand von

11322 Kilometer Kunststraßen vorhanden war.

** DaS Genossenschaftswesen in Hessen-Nassau. Bei I Beginn dieses Jahres bestanden in Hessen-Nassau I insgesamt 1260 Genossenschaften (gegen 1244 im I Jahre 1912). Davon batten 994 (987) unbeschränkte I Haftpflicht, 4 (4) unbeschränkte Nachschußpflicht und I 262 (253) beschränkte Haftpflicht.

I . )( Für Nachnahmesendungen lehnt die Post nach I wie vor die Haftpflicht entschiede« ab mit Rück- I sicht auf die daraus entspringende Mehrarbeit. In I einem Bescheid des Staatssekretärs des Reichspost­amts auf eine Eingabe des Deutschen Handelstages heißt es: ,Jn Fällen, wo der Absender einer Brief­sendung sich die Garantiepflicht der Postverwaltung für den Nachnahmebetrag sichern will, ist er nun» wehr in der Lage, dies durch Versendung unter Einschreibung" zu erreichen. Es darf hierbei erwähnt i werden, daß in fast allen Ländern Nachnahmebrief­sendungen überhaupt nur bei der Auflieferung unter .Einschreiben" zugelassen werden." Die Nachteile dieses Mangels einer Haftung wären jedoch auszu­gleichen, wenn die Post durch Reklamationen in allen Fällen gezwungen wird, die aus einer solchen man­gelnden Haftpflicht der Poft entspringende Gefahr einer Sorglosigkeit unter den Beamten entgegen» zuwirken.

Freie Arzthilfe für Eisenbahner. Im Hinblick darauf, daß bei den Eisenbahnbeamten nicht selten Gehirnkrankheiten auftreten, Sie von dem psychiatrisch nicht geschulten Arzt oft nicht erkannt werden, wird I den Bahnärzten durch Gewährung freier Fahrt Ge- I legenheit gegeben, die an benachbarten Universitäten I oder von Spezialärzten in größeren Städten heran« I statteten psychiatrischen Kyrse. zu besuchen. Auch sind I in den von der Pensionskasse für die Arbeiter der I preußisch-hessischen Staatsbahn errichteten beiden Lungenheilstätten für die Bahn- und Bahnkassenärzte prattische Lehrkurse über Tuberkulinbehandlung ein­geführt worden. Im letzten Petriebsjahr hatten 170 800 Beamte Anrecht auf freie ärztliche Behand­lung, wofür 2668 Bahnärzte bestellt waren, deren Bezüge sich auf 2 375 900 Mark beliefen. Neben den Bahnärzten sind Augen- und Ohrenärzte bestellt, die die bahnseitig für notwendig' erachtete Untersuchung I der Bediensteten auf das Seh- und Hörvermögen I vornehmen.

M Kath. Kamm. Verein. Wie aus der Anzeige im I ersten Blatt ersichtlich ist, findet der morgige Ausflug I auch bei ungünstiger Witterung statt und zwar m die- I fern Falle nur nach dem Jägerhaus in Bronnzell.. Nie- I mand lasse sich durch ungünstige Witterung beeinflus- I fen. Die Erfahrung hat schon des öfteren gezeigt, daß zu Wasser gewordene" Ausflüge zu den schönsten Er- I innerungcn zählen.

(*) Der Kaninchen - Züchter - Verein Fulda hält am Sonntag, den 25. Mai, eine Wanderversammlung in I Goras in den Lokalitäten zum Bonifaliusbnmnen ab. I Es werden einige Borträge über den Nutzen der Kaninchen­zucht gehalten werden.

() Blindenkonzert. Die blinden Klavier- und Geigen- j Virtuosen Geyer und Risch geben am 4. Juni im Bürger­vereinssaale einen einmaligen Instrumental Konzertabend. Die Leistungen dieser blinden Musiker haben überall die größte Bewunderung hervorgerufen. Wer seelen­erquickende, echt klassisch» Musik liebt, versäume es nicht, I dies Konzert zu besuchen.

SQuo vadis ? Der Riesenfilm ,,Quo vadis ? wird amstag im Zentral-Kino-Theater gegeben. I Die Herstellung dieses Films kostete 2V» Millionen und I nicht weniger als 30000 Personen wirken in demselben mit. DaS Rom zur Zeit Neros steigt in der Auffassung des Dichters, die freilich manche Historiker bekämpfen, I vor dem Zuschauer auf. Neben der Pracht auf dem I Forum, wo sich die Vertreter fast aller Raffen und I Völker begegnen, neben dem übertriebenen Glanz in den

ser Hochw. Herr eine Ansprache halten. Die Feier vird durch mehrstimmige Lieder der Alumnen ver­glicht werden.

Das diesjährige Airshebungsgeschäft für den tzreis Fulda beginnt am 31. Mar im Gasthause Mnionftranerei" in der Leipzigerstraße. Das Nähere vird im Anzeigenteile mitgeteilt.

<P Für das nationale Volksfest sind gestern abend it einer zweiten Besprechung die Einzelheiten fest« jelegt worden. Den Vorschlägen des Herrn Ober­bürgermeisters Dr. Antoni betr. Bildung von Unter­abteilungen für die Festveranstaltung wurde zu­gestimmt. Dementsprechend wurden drei Ausschüffe gebildet und zwar für den Festzug (Vorsitzender Herr Hofbäckermeister ©immer), für die Nachmittagsveran- ftaltung im Schloßgarten (Vors. Herr Bankvorstand Singer) und für die Abendveranstaltung (Vors. Herr Oberlehrer Schnäbler). Eine längere Diskussion ent­stand über den Tag der Abhaltung des Festes. Es wurden Zweifel laut, ob die Fabrikanten dem Wunsche auf Freigabe des Festnachmittags mit Fortzahlung des Lohnes nachkommen würden, ob daher die Ar­beiterschaft allgemein würde teilnehmen können. Es sollen zur Regelung dieser Frage die ersorderlichen Schritte getan werden. Einige Vereine haben sich schon bereit erklärt, für den Festzug Gruppen zu stellen, so eine Sektion der alten Fuldaer Bürger­garde, die Darstellung der Schill'schen Offiziere, andere sind in Aussicht gestellt. Für die Nachmit­tagsvorführungen dürften ein Schauturnen der beiden hiesigen Turnvereine und Liedervorträge der Gesang­vereine in Betracht kommen. Am Abend werden außer turnerischen Darbietungen, wie elektrisches Keulenschwingen, eine Massenaufführung mit Lam­pions sämtlicher hiesigen Jünglingsvereine stattfinden. Herr Fabrikant Eickenscheidt hat sich in liebenswür­diger Weise bereit erklärt, die Beleuchtungskörper für die Illumination im Schloßgarten gratis zu liefern.

Kaualbeitrag und Kanalgebühren. Nachdem auch der neuen Kanalgebührenordnung vom Bezirks­ausschuß die Genehmigung versagt worden ist, hat der Magistrat beschlossen, keine Beschwerde gegen diesen Beschluß zu erheben, weil von einer solchen

Aus dem Nachdargediete.

I Ä Eichenzell, 23. Mai 1913. In der gestriges Generalversammlung des Kriegervereins Eichen«

I zell wurde beschlossen, das 25jährige Regierungs­jubiläum unseres Kaisers, sowie das Gedächtnis der

I Befreiung Preußens und das 25jährige Bestehen des Kriegervereins Eichenzell am Sonntag, den 6. Juli

I 1913 durch eine öffentliche Feier zu begehen.

* Hünfeld, 23. Mai 1913. Das diesjährige AuS« Hebungsgeschäft für den Kreis Hünfeld findet in den Rathaussälen dahier und zwar am Montag, den 9. und Dienstag den 10. Juni von morgens 9 Uhr I an statt. »

!! Hilders, 23. Mai 1913. Mit der Stellver- I tretung für den wegen Krankheit beurlaubten Lehrer I Hillenbrand von hier wurde der Schulamtsbewerber Alfons Werner hier von der Regierung zu Kaffek beauftragt. !

ss. Bad Toden, 22. Mai 1913. Zur Vergrößerung des Klara v. Brün.ing-Heims, dar heute vor 2 Jahren eröffnet wurde, läßt die Direktton augen­blicklich einen Neubau aufführen. Zu den Baukosten bewilligten das Zentral-Komitee zur Bekämpfung der Tuberkulose in Berlin 1000 Mark, und die Familien v. Meister, Lucius und v. Brüning vor einiger Zeit schon 5000 Mark. Die Sodener Quellens welche bisher fortlaufend numeriert waren, was schon öfters zu mißliebigen Verwechselungen Veranlassung gab, iollen bestimmte Namen erhalten, und zwar will man sich als gute Nassauer zeigen und Bezeichnungen wie Oranienbrunnen, Herzog Adolf-, Luxemburgbrun» nen rc. wählen.

! * Hersfeld, 23. Mai 1913. Der 26. Lehrgang der

Kriegsschule hat am 19. Mai begonnen und dauert bis zum 24. Januar 1914. Außer 96 Fähn­richen sind noch Leutnant Prinz zu Hohenlohe- Oehringen vom Dragoner-Regiment Nr. 8 und Leut-. nant Graf Fugger v. Babenhausen vorn Dragoner- Regiment Nr. 26 der Kriegsschule zur Ablegung der Offiziersprüfung zugeteitt.

* Kassel, 23. Mai 1913. Gestern ertrank in der Fulda beim Baden ein unbekannter ungefähr 30jähriger Mann. Die Leiche konnte noch nicht ge­borgen werden. Beim Ausheben der Baugrube! für die Erweiterung bezw. den Neubau des Kirchens schiffes in Niederzwehren stieß man in einer Tiefe von 3 Metern auf ein gut erhaltenes, nur 2,60 Meter langes und 2,35 Meter breites Tonnen­gewölbe, von Bruchsteinen, in welches von einer Langseite ein 50 Zentimeter breiter Eingang führt/ dessen Zugang aber oben verschüttet ist. Wir haben in dem Gewölbe einen Vorratskeller oder Gaden vor uns, der im ganzen 15. und 16. Jahrhundert von den Landleuten als Depot für Lebensrnittel auf be­festigten Kirchhöfen angelegt wurde. Jedes Gehöft mußte auf dem Kirchhof einen Gaden haben, um infl Fall der Not stets den nötigen Mundvorrat zu haben.. Ein anderer, mehr kunsthistorischer Fund wurde beim Abbruch des Altars gemacht, unter dem ein unge­wöhnlich großer, runder Taufstein auf achteckigems Fuß mit umlaufenden Linien und Wulsten und.einens breiten Weinlaubfuß verborgen war.

db. Friedberg, 22. Mai 1913. Kein Tag oh«, Kaffenzusammenbruch! In Obbornhofen beschloß die General-Versammlung der dortigen Spar- und Darlehnskasse die Auflösung, da man bei dech drohenden Konkurs der Darmstädter Hauptgenoffem schäft auch für Obhornhofen schwere finanzielle Ver- lüfte befürchtet. J

(*) Wiesbaden, 22. Mai 1913. Der Rhein-Main-Gau im Berbande Deutscher Handlungsgehilf,« hielt am Sonntag hier seinen Gautag ab. Der Gau Hal im letzten Jahre an Mitgliedern zugenommen trotz der Beitragserhöhung von 10 Mark auf 18 Mark und zwar war die Zahl der Neuaufnahmen höher als 19111 Die bedeutende Erhöhung des Stellenlosengeldes, die Einführung des Sterbegeldes und der kostenlosen Liefe- rung wertvoller wissenschaftlicher Bücher, sowie die Stellenvermittlung sind von den Mitglieder« mit Freuden ausgenommen worden. Der Kassenbericht des Doch da packten ihn kräftige Arme, und er wurde,' nachdem er sich angekleidet, in Ketten gelegt und forlgefühtt.

ch. Besichtigung. In Gegenwart des komman- bierenben Generals, des Divisions- und Brigade- fommanbeur§ begann gestern morgen bie Besichtigung des hiesigen Regiments. Um 7 Uhr früh stauben bie Batterien in Paradeaufstellung auf dem Exerzierplätze bei Neuenberg. Die Besichtigung im Exerzieren war gegen 2 Uhr beendet. Nachmittags wurden noch Besichtigungen in der Kaserne abgehalten. Im Laufe des gestrigen Tages reiste bereits der kommandierende General und der Divisionskommandeur wieder ab, während der Brigadekommandeur heute vormittag noch drei Batterien besichtigte.

= Fleischdiebstähle. Am Mittwoch abend wurden ber einem Metzgermeister in der Leipzigerstraße ein größeres Stück Rindfleisch (etwa 30 Pfund) und bei einem andern Metzger in der Löhersttaße eine Anzahl Servelatwürste gestohlen. In beiden Fällen ist als Täterin ein 13jähriges Mädchen ermittelt.

2- Rücksichtsloser Radfahrer. Gestern mittag 12 Uhr überfuhr in der Langebrückenstraße ein des Rad- fahren? noch nicht recht kundiger junger Mann von ,.uen£er8 Einen vierjährigen Knaben. Derselbe erlitt Verletzungen am Kopf, Arm und Bein, sodaß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Der Radfahrer bekümmerte sich nicht um das über, fahrene Kind, sondern fuhr schleunigst davon; er ist aber erkannt.

s Fleischerverbandstag. Dem mehrfach geäußer­ten Wunsche aus unserem Leserkreise, die wichtigeren Punkte der Tagesordnung des morgigen Fleischer- Bezirksverbandstages kennen zu lernen, kommen wir hlermit nach: Es sind dies: 1. Die Verzinsung der j Schlachthofe: 2. Die Festsetzung der Ficischpreifc nach dem Wert der einzelnen Fleischstücke; 3- Die Zuziehung von Vertretern der Handwerkszweige zu den Submissionsämtern; 4. Die Selbständigkeit des sffeischergewerbes (kommunaler Fleischverkauf); 5. Handwerkerschulen und Gewerbliche Fortbildungs­schulen. Die Bürger Fuldas werden ersucht, die zahl­reichen fremden Gäste durch Beflaggen ihrer Häuser zu begrüßen.

* Tas Wegenetz in ber Provinz Hessen-Nassau. Hefter die Aufstellung der Straßenverzeichnisse hat das Ministerium der öffentlichen Arbeiten neue Grundsätze erlassen. Nach diesen fällt die bisherige gramin des Ermordeten, ein R. und ein S-, darüber eine fünfzinkige Krone. Der elfenbeinerne Toten­kopf hing daran.

Erlaubt, daß ich mir die Uhr etwas ansehe", I sagte er höflich.

Nadeschda Simonowna reichte sie ihm arglos.

Wollt Ihr sie mir nicht verkaufen, Mütterchen?" I Wie kann ich das, da mein Neffe sie mir an- I vertraut hat", sagte die. Bobrowa, plötzlich ängstlich I werdend.

Ich gebe Euch zwanzig Rubel."

Krotkin legte zwei Goldstücke auf den Tisch.

Tie Greisin schüttelte den Kopf.

Hier noch ein Goldstück." I

Die Augen der habgierigen Alten kunkelten. Sie | blickte starr auf den Ring am Finger des Geheimpoli- I giften.

Nein, nein", stöhnte sic,führt mich nicht in I Versuchung, Arkadij Maseirnowitsch, ich fürchte mich I vor Grigori. Wenn er aus dem Krankenhause ent- I lassen wird, wollte er mich wieder besuchen. Er I wird dann nach der Uhr fragen und

Und Ihr könnt ihm'sagen, daß Ihr einen Käu- I ser für das ziemlich wertlose Ding fandet. Hier gebt I ihm diese hundert Rubel."

Klirrend fiele« die Goldstücke auf den Tisch.

Und für Euch ist dieser Ring, Mütterchen, er 1 oll Euch gehören, wenn Ihr in den Handel einwil- I ligt. Ich hafte mich nun einmal darauf erpicht, in I den Besitz dieser Uhr zu kommen."

Der letzte Tropfen in der Flasche war auSge- I trunken, die Bobrowa war jetzt fast ganz ftesinnungs- I los.

Gut gut da habt Ihr das Grigori Eigen- I tum, er kann mir mir danken für für den I chöncn Handel." « ]

Da ist der Ring." -* _ ' .

Krotkin schob das von ber Greisin bewunderte I Schmuckstück auf ihren welken, braunen Finger.

Sie hält für echte Steine, was nur Simili ist", I dachte er schadenfroh.Mag sie in dem Glauben I bleiben, mir ist's einerlei.".

Nadeschda Simonowna liebäugelte mit ihrem I Rinae. '...... 1 I

Mit ernstem Gesicht gab der Polizist die feierliche Versicherung, zu schweigen. Er war aufs Höchste ge­spannt. In seinem Hirn kreuzten sich blitzschnell bic Gedanken.

ren Wettausschreibens eingegangenen Entwürfe für fen Neubau der Oberrealschule. (Fritz.) 5. Beschluß les Bezirksausschuffes betr. Ablehnung der Genchrni- Sg der beschlossenen Kanalgebühren-Ordnung und ebung eines einmaligen Kanalbeitrages. Ordnung ietr. die Erhebung von Kanalbenutzungsgebühren. Fritz und Dux.) Ferner für die geheime Sitzung: I. Erwerb von in die Fluchtlinie fallenden Grund- sigcntums. 7. Gewährung von Ruhegehalt au: Vrund ber Ordnung vom 27. Oktober 1905. (Dux. I. Führung eines Rechtsstreites wegen Besitzstörung, fldam.)

F Die Herz «Jesu-Statue im Dom. Am fommenben Freitag abenb um1 /»8 Uhr wirb im Dom bie neue große yerz-Jesu-Statue durch den Hochwürbigsten Herr« Bischof feierlich geweiht. Vor ber Weihe wird