Fuldaer i Zeitung.
dnung zum Regierungsjubiläum. Die
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Augen zu sagen.
„Ja —‘ ich will — für dich tue ich alles," las er in den Augen der geliebten Frau.
Mestutscheff begann zu sprechen. Er führte gleich von vornherein schlagende Beweise
„Ich habe das Haar geprüft, das man in des Ermordeten Hand sand. Es gleicht allerdings in der Farbe genau dem des Angeklagten, trotzdem ist es nicht auf seinem Haupte gewachsen."
Simon Iwanowitsch hielt inne und warf einen triumphierenden Blick umher. Sein schlaues Fuchsgesicht strahlte sörmlich.
eine größere Festlichkeit verbunden mit Festzug in Aussicht genommen. Zu dieser Feier sollen sämtliche'hiesige Vereine eingeladen werden. Der Turnverein hofft, daß alle Vereine der Einladung folgen werden.
ressen es verlangen, mit einer angemessenen Einfriedigung versehen werden sollen. Das Kammergericht erklärte diese Bestimmung für unwirksam,
** Schont die Frühlingsblumen! Zur Aufgabe der Naturdenkmalpflege gehört nicht nur die Erhaltung dem Untergange geweihter Naturmerkwürdigkeiten, sondern auch die liebevolle Pflege der alltäglichen Natur. Verödet doch in der Umgebung der Städte die Pflanzenwelt immer mehr, verschwinden doch seltene, durch große Blüten ausgezeichnete Pflanzen allmählich ganz durch den Zerstörungstrieb mancher Spaziergänger. Darum sei der Mahnruf erhoben: „Schone die Pflanzen, fchone vor allem die Frühlingsblumen! Brichst Du Blumen, sei bescheiden- nimm nicht gar so viele fort!... Ein Sträußlein 6m Hute ziert den Wanderer, ein Riesenbusch kennzeichnet den rücksichtslosen Plünderer. Schneide Blumen und Zweige stets vorsichtig mit einem scharfen Messer ab; die übriggebliebenen Teile entwickeln sich dann weiter! Niemals Pflanzen mit den Wurzeln ausgraben, keine Zweige von den Bäumen abreißen, sondern behutsam abschneiden, nicht die Rinden der Bäume als Stammbuch benützen!"
(*) Nationalspende zum Kaiserjubiläum. Aus den Sammlungen für die Nationalspende im Bereich des kurheflischen Landesausschusses liegen schon einige Ergebnisse vor. Nach dem Stande in der Mitte der letzten Woche waren bei den Hauptsammelstellen eingegangen: in Kassel 11752 Mk.; in Eschwege (nur aus den Landgemeinden des Kreises ohne Eschwege Stadt) 876 Mk. 45 Psg.; in Hofgeismar 526 Mk.; in Homberg (nur aus dem Ort) 360 Mk.; in Witzenhaüsen (nur aus dem Landkreise 165 Mk.; in Ziegenhain 1740 Mark. Die Sammlungen werden bereits Ende Mai abgeschlossen.
!! Unbestimmt formulierte Polizeiverordnungen sind ungültig. Das Kammergericht hat in einer bedeutsamen Entscheidung den Grundsatz ausgesprochen, daß der Wortlaut der Polizeiverordnungen so abgefaßt sein muß, daß ihre Absicht ohne weiteres verstäub- lich ist. Auch müssen die Voraussetzungen, an die sich die Verordnung knüpft, bestimmt ausgedrückt sein. Eine Polizeiverordnung hatte bestimmt, daß unbebaute Grundstücke, wenn die öffentlichen Jrtte-
Lokales.
' Fulda, 17. Mai 1913.
# Verliehrn wurde dem Amtsgerichtsrat Drj Mathius Auerbach in Frankfurt a. M. der Rote Adlerorden 4. Klaffe.
0 Die städtische Badeanstalt „Rosenbad" wird mit fern heutigen Tage (17. Mai) eröffnet. Mancher Badelustige kgm in den letzten Tagen vor die Bade- emstalt, um ein Bad zu nähmen, mußte aber unverrichteter Sache wieder umkehren, weil die offizielle Eröffnung noch nicht erfolgt war. — Die städtische Badeanstalt ist unter Nr. 569 an das Telephonnetz angeschloffen worden.
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Samstag 17. Mai 1915.
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veuS der Fuldaer rketiendnttlerei in Fulda.
Besuchern und Freunden deS EchloßgartenS durchaus nicht ungeteilte Zustimmung. Für die Freunde deS Schlittschuhsportes mag die Lage der projektierten Eisbahn ja wohl ideal fein. Es ist aber sehr zu be- fürchten, daß durch die Ausführung des Projektes . t>ie Eigenart und Schönheit unseres vielgerühmten EchloßgartenS beeinträchtigt wird. Wer jetzt den Schloßgarten in seiner Frühlingspracht bewundert, müßte e§ bedauern, wenn durch irgendwelche Ver« änderungen der Charakter der Gartenanlage Einbuße «leiben würde. Damit soll dem Plane, eine große und zweckdienliche Eisbahn zu schaffen, durchaus nicht widersprochen werden. Man möge hierzu aber einen anderen Platz wählen, wo sich eine größere Bahn mit geringeren Kosten anlegen läßt. Es gibt Jahre, in denen der Eissport noch keine zwei Wochen lang betrieben werden kann. Sollte man für diese kurze Zeit wirklich das zweifelhafte Experiment mit dem Schloßgarten unternehmen?
Rh. Diebstahl. Gestern nachmittag drangen einige Fortdildungsschüler, obwohl ihnen die Fran des Haus- meisterS erklärte, daß kein Unterricht stattfinde, in die Stadtschule ein, öffneten in verschiedenen Knaben- und Mädchenklaffen die Schränke und Katheder mit Feuerhaken und entwendeten einige Schulgegenstände und die Geldbeiträge für den Schutzengelbund und den Kindheit-Jesu-Verein.
△ Vom BonifatiuSdenkmal. Seit längerer Zeit schon war das eiserne Gitter des Bonifatinsdenkmals durch Riffe schadhaft geworden, so daß es für Kinder, die viel in der Nähe des Denkmals spielen, eine Gefahr bedeutete. Dies stellte auch in der letzten Stadtverordnetensitzung Herr Kapp fest und mahnte zur Vorsicht, damit nicht der Brunnen zugedeckt würde, nachdem das Kind hineingefallen fei. Vom Vertreter des Magistrats, Herrn 1. Beig. Halbleib, wurde versichert, daß der Magistrat von dem Mißstande Kennt- nis genommen und das Erforderliche veranlaßt habe. Daraufhin ist denn heute morgen das Gitter abgebrochen worden. Auf den Vorübergehenden macht das Denkmal ohne das auch im Stil wenig zum Denkmal passende Gitter entschieden einen imposanteren Eindruck. Unter den vielen vorliegenden Projekten zur Neugestaltung des Bonifatiusplatzes ist bis jetzt noch keine Bestimmung getroffen worden.
I gehörige verstorbener Mitglieder ausbezahlt; während an die Verbandskaffe ein Ueberschuß von 8868 Mk. abgeführt wurde. Im weiteren verzeichnet der Jahresbericht die Gründung der Krankenkasse für Postunterbeamte nebst Familienangehörigen. Gewünscht wird noch ein weiterer Ausbau der Krankenkasse dahin, daß auch den Unterbeamten mit 2000 Mark und mehr Einkommen ärztliche Behandlung usw. zu denselben Sätzen gewährt wird, wie den übrigen Kaffenmitgliedern. Von den vielen Fragen, die den Verein beschäftigen, sei noch erwähnt: Erhöhung der Tagegelder für P o st b o t e n, Beseitigung der Gehaltsunterschiede, die zwischen den vor und nach 1905 angestellten Ober-Postschaffnern bestehen, Anrechnung der Dienstzeit als Telegraphenarbeiter zum Besoldungsdienstalter und zur Pension, Einrichtung einer Feuerversicherung usw. Bemerkt sei noch, daß der Verein seinen diesjährigen Bezirkstag am 31. Mai und 1. ^uvi in der alten Kaiserstadt Gelnhausen oblylt
= Die Fleischbeschau iu beide« Heffeu. Im ersten Vierteljahre 1913 stellt sich die Zahl der Schlachttiere, die in der Provinz Hessen-Nassau der Fleischbeschau unterworfen wurden, wie folgt: Pferde und andere Einhufer 908 (gegen 1079 im 4. Vierteljahre 1912), Ockfen 6760 (6929), Bullen 1523 (1468), Kühe 17,585 (17,883), über 3 Monate alte Jungrinder 9905 (11,751), bis zu 3 Monaten alte Kälber 42,427 (37,973), Schweine 270,267 (283,216), Schafe 11,070 (18,153), Ziegen 3445 (3558), Hunde 1. — Im Großherzogtum Hessen wurden der Fleischbeschau unter- zogen: Pferde und andere Einhufer 579 (703), Ochsen 4761 (4741), Bullen 328 (330), Kühe 9641 (9628), Jungrinder 7329 (8730), Schafe 2418 (4332), Ziegen 8764 (4737).
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Provinz Hessen-Nassau wird wie die anderen Provinzen zum Regierungsjubiläum des Kaisers eine Abordnung senden, bestehend aus dem Landeshauptmann in Hessen, dem Landeshauptmann in Naflau, dem Vorsitzenden des Kommunallandtages für den Regierungsbezirk Kassel, v. Pappenhe'im-Liebenau, und dem Vorsitzenden des Kommunallandtages für den Regierungsbezirk Wiesbaden, Geh, Justizrat Dr. Humfer-Frankfurt a. M.
ß Eisbahn im Schloßgarten. Zu diesem Projekt erhalten wir folgende Zuschrift: Das in der ,Fuld. Ztg/ bereits erwähnte und in der letzten Stadtver- ordneten-Sitzung besprochene Projekt, auf dem Rondell des Schloßgartens eine Eisbahn anzulegen, findet bei der hiesigen Bürgerschaft und insbesondere bei den
„Wie können Sie das behaupten?" fragte der Präsident des Bezirksgerichtes.
„Ich habe das Haar mikroskopisch untersuchen lassen, auch das des Gefangenen; da hat sich denn etwas Wichtiges ergeben. Das Haar von Ilja Georgewitsch ist viel feiner, als das andere. Doktor Babotkin hat die Untersuchung gemacht, er ist bereit, meine Aussage zu bestätigen." x:. .. . . ■
Babotkin mußte vereidigt werden. ’ ’
„Ich habe erst heute den sichersten Beweis von der Unschuld des Gefangenen erhalten. Bitte, mein Fräulein, treten Sie vor und sagen Sie, was Sie zu jagen haben."
Sehr blaß folgte Olga der Aufforderung.
Ihre Stimme bebte, wurde aber allmählich fester.
„Ich erkläre hiermit, daß ich vor Halbzwölf den Galopp eines Pferckes hörte," sagte das junge Mädchen, „der Reiter hielt am Stalle an und nach etwa fünf Minuten verließ er ihn und eilte auf das Haus zu, es war Ilja Georgewitsch Soltjakofs. Ich hatte das Fenster meines Salons geöffnet und erwartete ihn."
Hier versagten Olga die Worte; sie atmete schwer.
„Bitte fahren Sie fort," sagte Mestutscheff freundlich ermutigend.
„Die Uhr vom Stalle schlug Halbzwölf, als Ilja Georgewitsch zu mir kam," sprach Olga weiter. „Er
Aus dem Nachbargebiete.
| * Neuhof, 17. Mai 1913. Die G e w e r k f ch a f t
I Rothenberg teilt in ihrem Bericht über das I 1. Quartal 1913 folgendes mit: Der Nettogewinn I für Rothenberg im 1. Quartal d. I. beträgt I 801759,88 Mk. gegen 690 310,38 im 1. Quartal des I Voffahres. Es entfallen hiervon 221828 Mk. auf I das Neuhofer Werk. Das Kaligeschäft war im In- I lande in der Berichtszeit ein recht flottes, während | die amerikanischen Aufträge spärlich einliefen. Es I ist zu hoffen, daß das Amerika-Geschäft sich im 2. I Quartal besser entwickelt. Auf dem Werke Neuhof I wurde die Verbindungs st recke nach dem Schacht der Gewerkschaft Ellers weiter zu Felde getrieben. Das obere Lager wurde weiter vorgerichtet und außerdem find die Auffchlußarbeiten im unteren Lager wieder ausgenommen worden« Die Ausschlüsse im unteren Lager sind recht gute. Die Bauarbeiten der Fabrik wurden ziemlich zu Ende geführt. Die Montagearbeiten der maschinellen Einrichtungen gingen nicht so schnell von statten, wie wir es erhofft hatten, da die Maschinenfabrik nicht liefern konnte. Auf dem Schacht des benachbarten Werkes Ellers ruhen die Abteufarbeiten. Zur Bewältigung des Waffers ist ein Betonpftopfen eingebracht. Diese Arbeit ist anscheinend mit gutem Erfolge ausgeführt. Nach dem Erhärten des Betonklotzes wird mit dem Sümpfen des Waffers begonnen und das Abteufen unter Anwendung des sogenannten Zementicrver- fahrens wieder aufgenommen werden.
* Hünfeld, 16. Mai 1913. In Odenfachfen I wurde der Landwirt Mohr zum Bürgermeister^ gewählt. Die Wahl ist vom Landratsamt bestätigt worden. Gleichfalls bestätigt wurde die Wiederwahl des Bürgermeisters Kircher in Großenbach. — Das diesjährige Aushebungsgeschäst im Kreise Hünfeld findet Montag den 9. und Dienstag den 10. Juni im Rathaus in Hünfeld statt. — Die Zuchtbullenkörung findet in diesem Jahre am 23. Mai in Burghaun, Großenmoor, Neukirchen (vormittags 10.30 Uhr bei der Kimpelschen Wirtschaft), Eiterfeld und Treischfeld am 24. Mai in Hos- aschenoach und Hünfeld statt.
* Lauterbach, 16. Mai 1913. Für die Abwässer der in den beiden letzten Jahren durchgeftihrten Kanalisation wird zur Zeit eine Kläranlage östlich der Stadt an der Straße nach Fulda errichtet. Die Anlage wird eine nach den neuesten Erfahrungen, nach dem System Riensch-Wurl, mit mechanischem Betrieb ausgebaute Reinigungsanstalt geben. Auch zur Desinfektion in Seuchenzeiten ist ein Rührwerk vorgesehen, durch das dem Abwasser vor seinem Eintritt in die Lauter ein Desinfektionsmittel zugefetzt werden kann.
* Aus der Rhön, 16. Mai 1913. „Der Mai ist gekommen!" und damit auch die Zeit fröhlicher Wanderung. Es fei deshalb auch der Rhön gedacht, die, was recht erfreulich ist, immer mehr von Reisenden besucht wird und nicht mehr ängstlich als das „Sibirien" mit furchtbarer Kälte und entsetzlichem „Hungertyphus" gemieden wird. Gerade jetzt ist die für den Besuch der Rhön am besten geeignete Zeit; denn während im Hochsommer dem Fußwanderer die große Hitze lästig wird und die Aussichten von den Bergen meist unklar und durch häufige Nebel beschränkt sind, dürfte jetzt die Fernsicht der Berge am klarsten fein. Gerade zur Jetztzeit kommt der eigenartige vulkanische I Charakter der Rhön so recht zur Geltung; markant heben sich die für die Rhön charakteristischen und so verschieden gestalteten Phonolith- und Basaltfelsgebilde vom blauen Frühlingshimmel ab. Gerade jetzt schweift der Blick ungehemmt hinaus in die Lande oder sucht stille wiesenreiche Täler auf. Jetzt kommt auch an vielen Stellen der bekannten Hochmoore die cigenarige Flora zur Geltung. Neuerdings sind ja auch eine Reihe von Verkehrsverbesserungen (Fahrposten, Automobillinien) eingerichtet, die den Besuch auch der Hohen Rhön erleichtern. Nun ist kein Gebirgskamm mehr zu hoch, um dem durchlaufenden Reiseverkehr hinderlich zu sein. Diese Kraftwagenposten mit 18—20 Kilometer Stundengeschwindigkeit und einem Kilometerpreissatz von 7 Pfg. schließen an die Eisenbahnendstationen Gersfeld, Hilders, Fladungen und Kaltennordheim an, zumteil mit Schleifen- I fahrten. Die in Betrieb zu nehmenden 5 Kraftwagen 1 ging eine in tiefe Trauer gekleidete Dame, der ein I junger, hübscher Bauernbursche in der Nationaltracht I folgte.
Der Gefangene hob den Kopf.
Olgas und Iljas Blicke trafen sich.
„Wie, du willst wirklich?" schienen des Mannes I
I sind stationiert in Meiningen, Kaltennordheim Und I Wüstensachsen; die Beaufsichtigung des Betriebes auf I den Rhönkursen ist dem Postamt in Kaltennordheim I übertragen. Ta auch auf der Rhön eine ganze An« I zahl Studenten- und Schülerherbergen errichtet wor- I den sind, die ihre gastlichen Pforten bis spät in beit I Herbst hinein offen halten, ist auch unserer deutschen I Jugend Gelegenheit gegeben, die Rhön bequem zu I besuchen. Darum auf in die im Frühlingsschmuck I prangende Rhön! I
(*) Bischofsheim v. b. Rhön, 16. Mai 1913. Dis I am 8. b. M. von bem landwirtschastl. Bezirksverein I Bischofsheim v. b. Rhön veranstaltete Bezirkstier« I schau, verbunden mit Prämiierung, war gut beschickt I mit Bullen und weiblichen Zuchttieren des gelben I Frankenschlages, Ebern und Zuchtschweinen des ver« I edelten Landschweines, Rhönschafen und Rhönziegen. I Der reiche Austrieb vieler preiswürdiger Tiere läßt I erkennen, daß die Viehzucht des Rhöngebirges sich in I stets aufsteigender Richtung bewegt, und es ist freu« I big zu begrüßen, daß durch bas Jntereffe der Vieh« I züchter an der Verbefferung und Hebung der Vieh« I zücht unseres zur Viehwirtschaft außerordentlich geeig« neten Mittelgebirges auch die Rhön schon jetzt in der I Lage ist, nicht nur ihren Bedarf an güten Zuchttieren I zum großen Teile selbst zu decken, sondern auch solche Tiere (Frankenrinder, Rhönziegen und Rhönschafe) zu I exportieren. Der befriedigende Verlaus der feit Jahr« I zehnten zum ersten Male wieder abgehaltenen Tier« I schau und der Wunsch zahlreicher Interessenten wird zu einer alljährlichen Wiederholung dieser Ver«
I anstaltung. führen. ,
■* Hersfeld, 16. Mai 1913. Der vor einigen Iah- I ren eingeführte Hersfelder Prämienmarkt I wird in diesem Jahre am 16. Juli abgehalten.
I * Brückenau, 16. Mai 1913. Der hiesige Notar > A. Grimm wurde auf fein Ansuchen aus dem I Staatsdienste entlassen und ihm die Weiterführung I des Titels eines Notars a. D. gestattet. Das ist I das Ende der bekannten Affäre, in die wegen der I Fran des Notars der Bczirksamtmann verwickelt war« I — Die Brückenauer Kurliste Nr. 1 ist eben erschie- I nen. Die Zahl der Kurgäste beträgt 70. j
* Dörnberg, 16. Mai 1913. Nachdem die Gewerk« I schäft Schomdardt (Habichtswald) durch größere I Bohrungen festgestellt hat, daß nordwestlich des Her« I kules noch größere Braunkohlenmengen liegen I hat dieselbe jetzt mit dem Aufschluß des Grubenfeldes I begonnen. Die zu dem betr. Grubenfelde zu bauende I Förderstrecke, welche über 1000 Meter lang wird, ist I schon bis ans 50 Meter vorgemeben. |
* Frankfurt, 16. Mai 1913. Ein dreiköpfiges B e- I trügertonfortium, das in Frankfurt, Darm- I ftabt und Mainz Schwindeheien beging, wurde von I der Kriminalpolizei verhaftet. Der 30jährige Hand- I luizgsgehilfe Haas wurde hier erwischt, während der I Kaufmann Neinberger in Mainz und der Kaufmann I Preis in Darmstadt der Polizei ins Garn gingen. I Ihr Trick bestand darin, angeblich bestellte Pakete bei I beliebigen wohlsituierten Personen abzugebpn und sich I Beträge bis zu 20 Mk. für die bestellte Ware bezah- I len zu lassen. Wurden die Pakete später geöffnet, so I fand man Steine oder Packmaterial darinnen. j
* Mörlenbach, 16. Mai 1913. Bei einem Treib- I jagen wurde in der hiesigen Gemarkung ein mensch- I liches Skelett gefunden, und man vermutet, daß | man cs mit der Leiche des seit sechs Jahren ver- I schwundenen Wärters Gölz zu tun hat.
* Carlshafen, 16. Mai 1913. Der Bugenvt- I t en türm auf dem Kaiserstein der Hessischen Klip« I pen ist nunmehr fertiggestellt« -
I * Kassel, 16. Mai 1913. Die Einnahmen auf dem Forst bei dem Prinz Heinrich-Flug durch den Kartenyerkaus haben einen Betrag von 8200 Mk. ergeben; nach Abzug von 600 Mk. für I städtische Eintrittskartensteuer verbleiben 7600 Mk. als Reineinnahme. Der von der Stadt Kassel in Höhe von 10 000 Mk. für die Vorbereitungen ansge. worfene Betrag ist also nicht voll eingenommen} bei der „Viktoria Luise" waren über 30 000 Mk. eingekommen. <
* Kassel, 16. Mai 1913. Die 26jährige Konfektionsarbeiterin M. ist nach Verübung .von Urkundenfälschung und mehreren Betrügereien flüchtig geworden. — Gestern versuchte ein 20jähriges Mädchen in der Waisenhausstraße sich durch Erhänge n das Leben zu nehmen. Es gelang, die Lebensmüde noch rechtzeitig abzuschneiden und ins Leben zurück- zurufen. — Die Bewohner des Hauses der Witwe Schiebeler, Graben Nr. 30, wurden in der gestrigen Mittagsstunde in großen Schrecken versetzt. Durch Lösen bet alten Balken stürzte plötzlich unter gro- schloß das Fenster balb darauf und ließ die Vorhänge nieder." ' j
' „In welcher Beziehung stehen Sie zu bem Angeklagten?" 4
„Ich bin feine Braut, ich wurde es erst in jener Stunde," entgegnete Olga mutig. „Ilja Georgewitsch schrieb mir und gestand mir seine Liebe, er gab mir den Bries, kurz ehe er am 10. April fortritt. Am andern Tage sollte ich um 11 Uhr vor Tisch abreffen; ich aber sehnte mich danach, ihm gleich die Antwort zu geben, die er verlangte."
„Wußten Sie etwas von seinem Rendez-vous mit W,>in."Uber?W
„Sprach er darüber mit Ihnen, nachdem Sie sich verlobt hatten?" ■-
Abermals verneinte Olga. *’
Mestuschesf befahl Timofei, fein Zeugnis abzulegen.
Nachdem es geschehen war, wurden Olga Und der Bursche vereidigt.
„Es bleibt mir fast nichts zu sagen übrig", sprach der Verteidiger. „Das Alibi des Verurteilten ist derart, daß cs ihn glänzend freispricht." ’- Die Geschworenen zogen sich zurück.
Nach kurzer Zeit erschienen sie wieder«
Einstimmig lautete das Urteil auf Freisprechung Soltjakosss. " .. , ■«.
„Olga, tote soll ich dir danken?" '
Mehr vermochte Ilja nicht zu sagen, als er tief« bewegt feine Braut in die Arme schloß.
„Liebe mich immer so, wie heute," gab sie leise zurück. „
Ein donnerndes Hurra begrüßte das schöne Paar, als es Arnt in Arm auf die Treppe des Bezirksge- gerichtes hinaustrat.
Fürst Arbutin gratulierte dem Freunde herzlich. In seinem Wagen fuhr das Brautpaar zur Sta- fion und von dort mit ber Eisenbahn nach Dat- nofka.
,Komm mit mir zu Daisy, zu unserem Kinde," hatte Ilja gebeten.
„Ja, zu unserem Kinde," wiederholte Olga glücklich. ... ' .< ♦ - • X
(Fortsetzung folgt.) " 1
a. Unfall und Diebstahl. Als heute morgen auf bem Buttermarkte eine Frau von hier einer anberen, di- von Krämpfen befallen wurde, befftanb, würbe
tbr ber Schwur entwendet. Alle- Suchen auf dem denn es sei darin nicht ausgedrückt, daß die Orts-
ri mroQmR „ , . , m v I Polizeibehörde, wenn sie das öffentliche Interesse für
Ter ^ezirksverem Kassel bet unteren Post- und I vorliegend erachtet, die Einfriedigung zu fordern Telcgraphenbeamten hat sich auch rm ^ahre 191«, I hahx, Einern Privatmann könne es in einer Polizei- ubcrauä Mnstig entwickelt. Den 16 durch Tod usw. I Verordnung nicht überlassen werden, darüber zu be- ausgeschredenen Mitgliedern stehen1131 Neuaufnahmen stimmen, ob die Voraussetzungen, an die sich die Ver- gegeimber. ~ie Mttg^derzahl flieg um 9 Prozent. I Orbnung knüpft, gegeben seien.
Die Jahresbilanz schließt mit 13 404,22 Mk. ab. Be- I (*) yjn Promenadenkonzert des Trompeterkorps sonbers beachtenswert ist, daß ber Verein auch tm unseres Feldartillerie-Regiments findet morgen vorvergangenen Jahre wieder recht erhebliche Summen I mittags W Uhr bei günstiger Witterung im Schloß, für Unterstutzungszwecke verausgabt hat. An Witwen- I flölten statt.
Uffd Waisengew wurden 792 Mk., als Beerdigungs- I (*) Der Turn- und Fechtklub Fulda feiert am 2. und bechilfe 2500 Mk. an im Bezirk Kassel wohnende An- I 3. August d. Js. fein 25jähriges Jubiläum. Es ist
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I Timofei kratzte sich verlegen den Kops, bann
Die »chulo oe$ Vaters.
I s g „Ich war etwas in bie Torfschenke gegangen unb
£21 Roman von Freifrau G.von Schlippenbach. stahl mich leise nach Hanse. Der Herr ist streng ge- _r , . ™ I gen solche Uebertretungen feines Willens; er hebt cs
Splga kam in Blagonr gegen Morgen an. Sie I nicht, daß feine Leute sich nach zehn herumtreiben, wollte von dort nach der Kreisstabt K. fahren, um I Ach, liebes Mütterchen, bitten Sie, mir zu verzeihen, dem Schluß ber Verhandlung beizuwohnen. Sie war ich bin sonst ein ordentlicher Kerl." kaum eme halbe Stunde tn Blagotir, da meldete ihr I or(fi n(irn„tipn, bir borQU§ dast Ilia Georae- iLL"LLber ®irtn,rb"*Zlrofel ’»-» 7-L7-' K.-Ä?7L
7ZLSL-M n-6 ihm n™, st- w, ,-m- -* «• w-
10 >;.• « . ru. , s . . r „ . I „So, muß ich das? Ich fürchte mich vor der Be-
<Jjnn L I Hörde. Die ganze Zeit hat es mir schon das Herz
treff?benimm"8 et ettoa§ e$r wichtiges unb 6e= I abgedrückt, daß ich etwas weiß, das vielleicht dem gu= „ ien Herrn helfen könnte."
D-. ®ätA„,(d>e ** in d-- Zimm-- ge. »®“
führt. Er war ein hübscher Mensch von kaum zwan- aÖer n0C9 8“ 1P ' 1
ftaunF“5 ^a6cn m'r 3U 'asen?" ^ra9te Cl9a tT'' I Ihr Zeugnis allein hatte vielleicht wenig genützt, '^mofei drehte seine Mütze verlegen zwischen den
.. „Barina," begann er, „ich Weiß, weshalb Sie zu- Heute füllte eine noch größere Menschenmenge den rückgekommen sind. Sie wollen aussagen, daß Ilja I Saal des Bezirksgerichts; man erwartete die Frei- Georgewitsch um halb zwölf am 10. April in ber | sprechung ober Verurteilung bes Gefangenen.
Nacht bei Ihnen war." I Soltjakosf sah seinem Schicksal gefaßt entgegen.
Olga errötete heftig. | Er stellte alles bem Höchsten anheim, der Herz und
„Woher weißt Du das?" fragte sie verlegen. | Nieren ber Menschen Prüft. Sein Verteibiger war „Ich sah, tote ber Herr vom Stall durch den Gar- j aus Petersburg gekommen und hatte sich eingehend ten eilte; ich habe auch gehört, toaS er Ihnen zurief." I mit Iljas Prozeß beschäftigt. Seiner glänzenden Be-
Timofei schtoieg, als erto artete er bie Aufforbe- ] rebfamfeit toürbe es vielleicht gelingen, SoltjakoffS hing, toeiterzuveben. I Unschulb zu beweisen.
„Er sagte: „Olga, finb Sie noch auf?" I Olga fuhr mit Timofei direkt zu dem Verteidiger.
»Ja, ja, so war es", stammelte das junge Mädchen I Iljas.
»ertoirrt. I Um 11 Uhr begann die Verhandlung.
„Sie antworteten: „Ja, —• ich erwarte Sie." I Der Prokureur klagte Soltjakosf des Mordes an Darauf schloß der Herr die Haustür auf, ich aber I Swerjesi an; er führte alle belastenden Beweise an
blieb neugierig stehen." I und plaibierte für Bestrafung. Atemlose Stille
„Unb was iahst bu?" I herrschte im ganzen Saal, die vielen Augen ruhten
„Ich sah Ilja Georgewitsch bald darauf in Ihrem I auf bem Angeklagten, der bleich, aber ruhig dasaß.
Zimmer; et schloß das Fenster und zog die Vor- I Da — ein» Bewegung. Alle Hälse reckten sich.
sänge zu. I „Simon Jwanowttsch Mestuffchesf kommt, der
„Wie kamst du zu so später' Stunde noch in den I Advokat Soltjakosss," so raunte man sich zu.
Karte»?."- . . . . > Hinter ber imposanten^Gepalt des Verteidigers