2. Blatt.
Brud öei Fuldaer Zdientrucerei in ijui6a.
* Fuldaer Leitung. «•
M M.
Sreiteg 16. Mal 1915.
kurz
Amt Geisa und Umgebung
Die Möbelfabrik in Triptis, die als solche ihren
Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten kann, wird in
eine Fabrik für Flugzeugbestandteile umgewandelt. — In Willersdorf bei Tanna (Reuß) zerstörte ein
Kleines Femlleton
geführt. In der Gemeindeschenke folgten danach Liedervorträge jeglicher Art und die Darstellung einer
eigenartigen Bauerntänre bewundern konnte.
Aus dem Nachbargebiete.
e Hersfeld, 15. Mai 1913. Heute nacht schlug der Arbeiter Sch., der auf der Polizeiwache wegen einer Schlägerei verwiesen worden war, aus Aerger hierüber von draußen her eine Scheibe der Polizeiwache mit der Hand ein und verletzte sich dabei an der Hand derartig, daß er sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.
* Marburg, 15. Mai 1913. Auf dem heutigen Schweinemarkte hielten die seitherigen Preise an. Es kosteten 6—8 Wochen alte Ferkel 48—56 Mk., 3—4 Monate alte Läufer 80—120 Mk. und größere Ware 130—120 Mark pro Paar. Die Zufuhr belief sich auf 820 Stück. Der Handel ging flott.
* Vöhl, 14. Mai 1913. Kürzlich haben die Witwen Frau Apotheker Heinzerling und Weber hier ihren 91. Geburtstag gefeiert. Beide Damen sind noch recht rüstig und verrichten noch ihre gewohnten alltäglichen Arbeiten.
* Frankenau, 15. Mai 1913. Der Lehrling des Sattlers Sch. fiel von einem kleinen Handwagen den er die steile Straße nach Allendorf laufen ließ, und erlitt einen doppelten Beinbruch.
— Das dreijährige Mädchen des Maurers Groß in Burgsinn wwde vom Hauptlehrer Strupp aus Mittelsinn vom Tode des Ertrinkens gerettet. — In Aschaffenburg wurde der Schlosserlehrling Haun aus Leider durch Teile einer geplatzten Riemenscheibe derart schwer verletzt, daß er während einer darauf vorgenommenen Operation starb.
* Ettingshausen, 15. Mai 1913. In ganz Oberhessen ist unser Dorf wohl das einzige, das keine Gemeindesteuer erhebt, vielmehr jedem OrtS- bürger alljährlich noch eine Vergütung gewährt. Die Gemeinde löst auS ihren großen Waldungen alljährlich 25 —30000 Mark; damit bestreitet sie alle Ge- meindeausgaben.
* Aus Frauken, 14. Mai 1913. Die Zahl der Kurgäste inBadKissingen beträgt 3346 Personen. Das König!. Kurhausbad wird morgen eröffnet. — Von der alten Mainbrücke in Würzburg sprang heute nacht der Soldat der 1. Komp, des 2. Train- Bataillons Becker aus Großkahl in den Main und ertrank. Ec war gerade vom Pfingsturlaub zurückgekehrt. Das Motiv zur schrecklichen Tat ist unbekannt. Dienstliche Verfehlungen liegen nicht vor. — Die Güldner-Motorengesellschaft in Aschaffen, bürg kann auch in diesem Jahre wieder eine Divi- dende von 12 Prozent verteilen. Sie hat im letzten Jahre eine Reihe von Erweiterungen vorgenommen. — Der 22jährige Militär-Invalide Bundschuh, der von der Strafkammer Mosbach wegen Schlägerei zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, schoß in der Aufregung mit einem Jagdgewehr auf den Gendarmen Horch und den Ortspolizeidiener und verletzte beide erheblich. Mit der dritten Kugel erschoß sich der Täter selbst. — Das Transportschiff .Regina* des Schiffereibesitzers Zöller aus Dorfprozelten fuhr gestern mit einer Ladung Getreide zu zirka 4000 Zentner mit dem Vorderteil an der Hafenböschung auf. Dadurch erlitt das Schiff am Boden eine starke Beschädigung und kam sofort zum Sinken. — In Schweinfurt hat die Zahl der Kacholiken die der Protestanten überholt. Die Zahl der Katholiken beträgt 12 318, die der Protestanten 12207.
Lokales.
Fulda, 16. Mai 1913.
# Verliehen wurde dem Obersten z. D. C h z. - l o n s, bisherigem Kommandeur des 2. Kurhcssischen Infanterieregiments Nr. 82, der Rote Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife, dem Lehrer a. D. Weber zu Frankfurt et. M. der Kronenorden vierter Klaffe, dem bisherigen Oberpfleger Kaiser zu Haina im Kreise Frankenberg das Kreuz des Mge- meinen Ehrenzeichens.
* Zum Geburtstag der Landgräfin von Hessen am morgigen Tage traf gestern ihre Tochter, Frau Erb- prinzessin von Anhalt, in Frankfurt ein. Auch der Landgraf von Hessen wird heute von England dorthin zurückkehren, um den Geburtstag der hochbetagten Mutter mit dieser feiern zu können.
An das Fernsprechnetz wurde unter Nr. 565 angeschlossen: Engelbert Stock, Stein- und Bildhauerei, Künzellerweg 24.
W Der Telegraphendienst an den Wahltagen. Das Reichspostamt macht in seinem Amtsblatt bekannt, daß an den Tagen der Neuwahlen, der engeren Wahlen und der Ersatzwahlen zum Preuß. Abgeordnetenhaus die an der Beförderung der Wahltelegramme beteiligten Telegraphen- und Fernsprechanstalten wenigstens bis 10 Uhr abends, erforderlichenfalls jedoch so lange im Dienste bleiben, bis alle die Wahl betreffenden Telegramme aufgearbeitet sind.
X Schweinezählung. Wie wir schon mitteilten, ist für den 2. Juni vom Bundesrat eine Zwischenzahlung der Schweine im Deutschen Reich angeordnet worden. Die Zählung erfolgt ohne Verwendung von Zählkarten. Das Ergebnis wird jeweils für jede Haushaltung mit Schweinen in die von den Zählern geführten Listen eingetragen.
* Jagd. Mit dem heutigen Tage ist die Jagd auf Rehböcke sreigegeben.
— Zum Schutze der Vögel. Bei der eben begon- neuen Brutzeit ist es wichtig, auf das Vogelschutz, gesetz für das Deutsche Reich vom 30. Mai 1908 hinzuweisen. Das Zerstören und das Ausheven von Nestern oder Brutstätten der Vögel, das Zerstören und Ausrehmen von Eiern, das Ausnehmen und Töten von Jungen ist verboten. Verboten ist ferner: Das Fangen von Vögeln mit Leim oder Schlingen, Fangen und Erlegen von Vögeln mit Sietzen oder Waffen, Fangen von Vögeln mit Anwendung von Körnern oder anderen Futterstoffen, denen betäubende oder giftige Bestandteile beigemischt sind, Fangen von Vögeln durch Fallkäfige, Fallkasten, Reusen, Schlag- und Zugnetzen usw. In der Zeit vom 1. März bis 1. Oktober ist der An- und Verkauf, Feilbieten usw. von lebenden wie toten Vögeln auch zu Handelszwecken verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. Der gleichen Strafe unterliegt, wer es unterläßt, Kinder oder andere unter seiner Gewalt stehende P.r- fonen, die seiner Aufsicht untergeben sind, und zu seiner Hausgenossenschaft gehören, von der lieber« tretung dieser Vorschriften abmhalten.
(*) Die Feuerwehrkapelle feiert am nächsten Sonntag im Jägerhaus zu Bronnzell ihr Sommerfest. Konzert und Tanz versprechen den Gästen einige frohe Stunden,
* Hanau, 15. Mai 1913. Die Firma Amend, Fabrik gesundheitstechnischer Anlagen, ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Gestern sand eine Gläubigerversammlung statt. Man war allgemein der Ansicht, daß ein Konkurs zu vermeiden sei, auch im Interesse der 120 Köpfe betragenden Arbeiterschaft. Die Versammlung wählte einen Ausschuß, der zusammen mit dem Firmeninhaber einen genauen Status feststellen und innerhalb fünf Tagen mit geeigneten Vorschlägen an die Gläubiger herantreten soll. Dem Vernehmen nach betragen die geltend gemachten Forderungen etwa 700000 Mark. — . _
Die Verhandlungen zwischen Meistern und Gehilfen | Nur das Inventar wurde zum Teil zertrümmert. — int Bäckergewerbe haben einen beide Seiten be. ..
friedigenden Abschluß gefunden.
ch. Frankfurt, 15. Mai 1913. Die Schopenhauer-Gesellschaft hielt hier in diesen Tagen rhre Haupwersammlung ab. — Das von der Stadt ant 1. April eingerichtete Nahrungsmittel-Untersuchungsamt hat die Anerkennung des Ministeriums des Innern gefunden und darf jetzt seine Tätigkeit mit Ausnahme der Kreise Limburg, Unterwesterwald, Westerburg, sowie der Stadt Biebrich und des Polizeibereichs Frankfurt über den ganzen Regierungsbezirk Wiesbaden erstrecken. — Für das aus Mittelstandskreisen angeregte Projekt eines Schulferienheims hat ein Frankfurter Herr sich erboten, den dazu nötigen Bauplatz im Odenwald kostenlos zur Verfügung zu stellen.
X Klein-Krotzenburg, 15. Mai 1913. Am Drei- saltigkeits - Sonntage, also nächsten Sonntag, findet die erste Wallfahrt auf die Liebfrauenheide statt. Morgens von 6 Uhr an ist in der Kapelle Gelegenheit zur hl. Beicht. Um 71/« Uhr ist hl. Messe und Austeilung der hl. Kommunion; diese hl. Messe findet auch bei ungünstiger Witterung statt. Nach der hl. Messe ist sakramentalische Betstunde bis zum Beginn der Festpredigt am Nachmittag; die Festpredigt und Andacht ist nachmittags um 3 Uhr. Der Zug von Hanau, der 231 in Hainstadt ankommt, bietet günstige Gelegenheit zum Besuche des Gnadenortes.
X Kassel, 14. Mai 1913. Alle auf dem weiten Erdenrundc verbreiteten Vincenz-Vereine begingen in den letzten Wochen unter großer Beteiligung der Katholiken aller Stände die Gedächtnisfeier des 100. Geburtstages des Begründers der Vincenz-Vereine, Friedrich O z a n a m s. In Kassel soll diese Feier Sonntag den 18. Mai, begangen werden. Nach der am Morgen in den verschiedenen Pfarrkirchen stattfindenden Generalkommunionen der Vincenzbrüder und Wohltäter des Vereins werden nachmittags 5 I Uhr im Saale des Gartenrestaurants Schaub in der Wolfsschlucht die Herren Prof. Dr. Weber hier und I Generalsekretär der Vincenzpereine Dr. Löhr aus I Köln die Festreden halten Ersterer wird ein Lebensbild dieses sozialen Mannes und großen Wohltä- I ters der Menschheit zeichnen, um die Richtlinien aufzufrischen, die Ozanam für die Vincevzvereine gege- I ben hat; letzterer wird über die Tätigkeit der Vincenz- Vereine im allgemeinen sprechen. Wie in anderen I Städten, werden sich gewiß auch hier alle Freunde der christlichen Caritas mit ihren Damen an dieser Feier
Vermischtes.
* Opfer des Automobils. Fünf Schüler der Handelshochschule Köln fuhren mit einem Auwmobil von Krefeld nach Köln. In Büderich versagte mitten in der Fahrt die Steuerung, und das Automobil wurde gegen einen Baum geschleudert. Ein Hochschüler namens Wehersbusch aus Elberfeld kam zu Tode. Einer wurde schwer und vier leicht verletzt.
* Die Gefahren des Kinematographen. Wie die Kino-Zensur des Berliner Polizeipräsidiums auf dem Posten ist, beweist das Verbot des folgenden Films: ! Ein Maler, der kein Geld aber großen Hunger hat, besitzt für sich und feine Familie weiter nicht mehr an Lebensmitteln im Hause als eine Oelsardine. Er geht mit seiner Familie in ein feines Restaurant, ißt und trinkt. Als die süße Speise serviert wird, er- hebt er ein Geschrei, denn in der Speise findet sich die Oelsardine, die der kluge Maler mitgebracht und hin- einpraktiziert hat. Entschuldigung des Wirts. Das Essen wird nicht berechnet. Dre Familie ist satt. Die Zensur fürchtete, der Film würde beiartig befruchtend auf das Berliner Gaunertum wirken, daß man bald in allen Restaurants die sonderbarsten Sachen in den Speisen finden würde. In der Tat wurde denn auch vor einigen Tagen, wie wir meldeten, ein Mann dabei abgefaßt, als er in einer Wirtschaft versuchte, einen schmutzigen Lappen in eine Speise hineinzustecken.
* Ein neuer „Erwerbszweig" in Berlin. Dem „Berl. Börs.-Cour." erzählt ein Leser: „Ich komme neulich in eine überfüllte Elektrische und muß im Innern stehen, als mir ein höflicher, wenn auch schlecht gekleideter junger Mann seinen Sitz einräumt. Als ich mich weigere, meint er: „Setzen Sie sich man ruhig hin, schließlich können ®ie mir ja meinen Iroscheu Fahrjeld ersetzen, wenn Sie wollen, ick bin ja man bloß 'n armet Luder!" Mtt Vergnügen willigte ich jetzt ein, der Mann bekam ein 25-Pfennigstück von mir. Wie groß war aber mein Erstaunen, als ich denselben höflichen Jüngling bald darauf in einer gleichen Bahn antraf und sah, wie er einer wohlbeleibten Dame Platz machte und nach kurzem Wortwechsel ebenfalls seinen Obolus empfing. Jetzt beschloß ich, der Sache auf den Grund zu gehen, verließ mit dem jungen Manne den Wagen und fragte ihn draußen, wie fein „Geschäft" ginge. Da erzählte er mir ganz freimütig, daß er dies täglich so mache und ganz hübsche Einnahmen habe."
* Zugzufammenstoß. Bei der Einfahrt in den Bahnhof Gerolstein stieß ein von Trier kommender Güterzug auf einen Rangierzug. Ein Bremser wurde getötet,- mehrere Sahnbeamte erlitten zum Teil
♦ Oechsen, 15. Mai 1913. Mit dem Aus sch ö- pfen des Wassers wird am 26. d. M. begonnen. Man hofft, daß durch die Zementierung der Wasser-
* Frankfurt, 15. Mai 1913. Der Lotteriekollekteur I
Schäfer, der vor ein Paar Tagen wegen der be- -- . - - .
trügerischen Manipulationen bei verschiedenen Lotte- Großfeuer 7 Wohn- und Nebengebäude. — In rien zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde hat Altenburg haben die Unternehmer und Gehtlfen
gegen das Urteil Revision eingelegt. — Gestern im Tapeziergewerbe einen neuen auf dret Jahre
stürzte sich der 61jährige Hausierer Wolfgang von hier gültigen Tarifvertrag vereinbart, der den Gehtlfen in den Main und ertrank. I eine Arbeitszeitverkürzung und eme Lohnerhöhung
bringt. — Die Eisenbahndirektion Erfurt hat für 20—45 jährige völlig zufriedenstellende Dienstführung etwa 9000 Mk. an 161 Beamte und Bedienstete der
Staatseisenbahnverwaltung als besondere Belohnungen zur Auszahlung bringen lassen, und zwar in Be- — Wünschelrute und Blitzgefahr. Die Anhänger trägen von 200, 100, 80, 60, 50 u«d 20 Mark. - der Wünschelrute behaupten seit langem, daß die Unter Beteiligung vieler ehemaltger Schuler wurde Stellen, an denen sich unter einem Gebäude oder 'N Naumburg das 50;ahrtge Bestehen deS Real- sonst unter der Erdoberfläche zwei unterirdische Wasser- I gymnastums gefeiert.
liufe kreuzen, im besonderem Maße durch Blitzschlag I * Wiesbaden, 15. Mai 1913. Im benachbarten gefährdet seien. Bei einer Reihe von Versuchen ist! Frauenstein verbrannte daS drei Jahre alte es gelungen, mit Hilfe der Wünschelrute die Stelle, I Töchterchen des Tagelöhners Strehl, das in Abwesen- an der ein Blitz eingeschlagen hatte, festzustellen, ohne I heit der Eltern mit Streichhölzern gespielt hatte. Als
daß die Blitzeinschlagstelle dem Rutengänger vorher I die Mutter zurückkehrte, sand sie das Kind verkohlt
bekannt war. Die Feststellung erfolgte in der Weise, I im brennenden Hause
daß mit Hilfe der Wünschelrute auf einem Grund- I db, Friedberg, 15. Mai 1913. Die Landwirte der
stück etwa vorhandene unterirdische Wasseradern auf» Wetterau haben sich in diesem Jahr mehr dem f e l d-
gesucht und ihre Kreuzungsstellen ermittelt wurden, mäßigen Gemüsebau zugewendet, wobei die
Diese stimmten bei einer Anzahl von Versuchen mit Anzucht von Früh- und Dauergemüse gepflegt wird.
Blitzeinschlagstellen überein und lagen senkrecht unter I Wenn diese ersten in größerem Maßstab angelegten chnen. Wenn die Behauptungen der Wünschelruten- Versuche gelingen, sollen im nächsten Jahr noch um-
Sänger zutreffen, ist dies von großer Bedeutung für fangreichere Flächen der neuen Kultur dienstbar ge-
die Anlegung von Blitzableitern auf Gebäuden, I macht werden.
”le man bisher fast ausnahmslos an den höchsten I * Barchfeld (Kr. Schmalkalden), 15. Mai 1913. Stellen der Gebäude anlegte, weil man diese für die I In der Zelluloid-Abteilung der Luxschen Fabrik in am meisten gefährdeten hielt. Zur Feststellung der I Marienthal brach Feuer aus. Das massive Ge- mfolge Vorhandenseins unterirdischer Wasserläufe I bäude brannte vollständig aus. Ein Arbeiter erlitt gefährdeten Stellen bedürfte es nicht kostspieliger I schwere Brandwunden.
Bohrungen, sondern nur der mit geringen Kosten I * Born Eichsfcld, 14. Mai 1913. Am Pfingst- öetbunbenen Zuziehung eines guten Rutengängers. I nwntag fand in Marth ein dörfliches Trachten- Jn befonberm Maße sind die Feuerversicherungs- I und Volksliederfest statt, das eine große Zuunternehmungen an diesen Fragen interessiert, da sie I schauermenge angelockt hatte. Es begann mit der l»r die durch Blitzschläge angerichteten Schäden, I Enchüllung eines Gedenksteines, der der Erinnerung gleichgültig, ob der Blitz zündet oder nicht, aufzu- I an die Zeit vor hundert Jahren geweiht ist. Sodann 'onunen haben. Der Verband öffentlicher Feuer« I wurden die schönsten und kleidsamsten Trachten in versicherungS-Anstalten hat daher die Erörterung des I einem geschmackvoll ausgerichteten Hochzeitszuge vor- r^emaS Blitzgefahr und Wünschelrute auf die Tages- I geführt. In der Gemeindeschenke folgten danach thttung seiner in der ersten Hälfte, des Junis dieses I Liedervorträge jeglicher Art und die Darstellung einer oef'b68 *n K'A stattfindenden Hauptversammlung I hübschen Spinnstubenszene. Am Pfingstdienstag fand ^letzt. Auf der Tagung meiden Anhänger und I noch eine Nachfeier statt, bei der man u. a. die alten, j®*gnex der Wünschelrute zu Wort komn.cn-
beteiligen Man hofft, daß durch dre Zementierung der Wasser-
* Kassel, 14. Mai 1913. In Harleshausen wurde Zufluß aufgehört hat.
in der gestrigen Nacht im Hause des Schreinermeisters * Unterzella, 15. Mai 1913. Seit dem zweiten Klapp ein 'Einbruchs hieb stahl verübt. Die Feiertag abend ist ein hier in Stellung gewesenes Diebe stiegen mit einer Leiter durch das Dachfenster I Dienstmädchen verschwunden. Da ein Teil ihrer ein und entwendeten aus der Räucherkammer gegen Kleidung am Ufer der Werra gefunden wurde, nimmt 50 Würste, Speck und Schmalz im Gesamtwerte von man an, daß sich dre Unglückliche ein Leid angetan etwa 250 Mark. — Gestern geriet in einer hiesigen hat. Nachforschungen waren bis jetzt erfolglos. Fabrik die Fabrikarbeiterin Sch. in das Maschinen- * Wölferbütt, 14. Mai 1913. Die Arbeiten des getriebe. Die Verunglückte mußte dem Landkranken- Schulneubaues wurden getrennt an folgende Hanse zugeführt werden- Unternehmer vergeben: 1. Maurerarbeiten Schmidt
* Eichenberg, 14. Mai 1913. Von dem Ritter- £. 2- Simmerarbeiten Dietrich u.
gute Arnstein sind sämtliche polnische Arbeiter I Nwbergall-^olferbutt 3^ Glaserarbetten August Fi- nach Halle abgereist. Auf dem Gute wurden 2 Mk. scher-Urnshausen 4. Trschlerarbetten Gg. May-Vacha, pro Tag für männliche Personen bezahlt. Die Ar- o- Anstreicherarbetten Geb-Wol erbutt, 6 Schlosser- beiter erklärten, bei dem starken Steigen der Nah- I May-Vacha, 7. Klempnerarbeiten Äug.
rungsmittelpreise für diesen Lohn nicht mehr arbeiten I «cyon-Bacya.
zu können, und forderten 2,50 Mk., was aber von I ■
dem Rittergutsbesitzer abgeschlagen wurde. AUS OhekheffeN U- ö-ll h-ff. AeMttkN.
* Langsdorf, 15. Mai 1913. Wie nunmehr end- > 1 " n ”
gültig feststeht, beträgt der Fehlbetrag der hiesigen Kasse 627 000 Mk., der von 92 Mitgliedern zu decken fft, sodaß jeder rund 7000 Mk. zu zahlen hat.
* Aus Thüringen, 14 Mai 1913. Einbrecher haben aus her Zigarrenfabrik von Schrader u. Co. in Walldorf für 4000 Mk. Tabak entwendet. Sie wurden ermittelt. — Der Magistrat von Ko bürg hat vorbehaltlich der Ziistimmung der Stadtverordneten beschlossen, den Veteranen von 1849, 1864, 1866 und 1870/71, soweit ihr Einkommen 1800 Mk. im Jahr nicht übersteigt, ans Anlaß des Regiernngs- jubiläums des Kaisers eine Ehrengabe von je 30 Mk. auszuzahlen. — In einem Kino in Eisenach schrien einige übermütige Burschen während einer gut besuchten Kindervorstellung am ersten Pfingstseierlag „Es brennt!" und verursachten dadurch eine Panik. Etwa 40 bis 50 Kinder wurden niedergetreten. Ein Mädchen fand man später ohnmächtig auf, doch kamen ernstere Verletzungen glücklicherweise nicht vor.
schwere Verletzungen. Der Materialschaden ist sehr erheblich.
* Die älteste Person in Deutschland. Im 119. Lebensjahre steht nach Angabe der Zeitschrift „Aus dem Posener Lande" die Arbeiterin Hedwig S t r a w n a in Dormowo, Kreis Meseritz. Es ist festgestellt worden, daß diese Frau, der alle ihre Angehörigen im Tode vorausgegangen sind, am 15. Oktober 1794 geboren ist. Noch im letzten Herbst war sie so rüstig, daß sie beim Kartoffelhacken mithalf; letzt liegt die Greisin infolge eines Schlaganfalles feil einigen Wochen zu Bett.
* Eine sozialdemokratische Kommune als Streit brccherm, Ter Ausstand der Pariser Bäckergesellen, öer so gu; wie gescheitert ist, hat nach der „Deutsch. Tagesztg." ein ergötzliches Vorkommnis gezeitigt, aus das wir besonders die deutschen Sava demökraten aufmerksam machen möchten. Die Pariser Vorstadt P u t e a u besitzt fast ausschließlich Aröeiterbevölke- rung, denn dort liegen die berühmten großen Eisengießereien und Automobilsabriken. Daß ein solches Jndurstieviertel sich eine ausgesprochen sozralüe- mokratische Gemeindeverwaltung wählt, versteh: sich in Paris von selbst, und ebenso auch, daß eine solche Kommune einen sozialdemokratischen Konsumverein einrichtet, der die „Genossen" mit den nötigen Nahrungsmitteln usw. zu versorgen hat. Als nun das sozialdemokratische Syndikat der Bäckergesellen den allgemeinen Ausstand ankündigte, da legten natürlich auch die vier Brotbäcker des Konsumvereins von Puteaux sofort die Arbeit nieder. Was tat nun die waschecht sozialdemokratische Stadtverwaltung von Puteaux? Sie ließ durch ihren Bürgermeister sofort an die Militärbehörde von Paris die Bttte richten, ihr Militärbäcker zur Verfügung zu stellen, damit diese an Stelle der Streikenden dem sozialdemokratischen Konsumvereine das nötige Brot backen. Und so geschah es auch, die Militärbehörde entsprach sofort dieser Bitte, und überdies wird auch auf Verlangen der sozialdemokratischen Komunalver- waltung von Puteaux die Backstube des Konsumvereins polizeilich überwacht. Dazu muß noch bemerkt werden, daß das rote Puteaux die einzige Stadtgemeinde des Seinedepartements ist, die bisher an die Militärbehörde die Bitte gerichtet hat, ihr Militärbäcker als „Streikbrecher" zur Verfügung zu stellen.
Literarisches.
Deutscher Fleiß. Von Karl Kollbach. 2. Bt>. 8’. XIII. und 241 S. 1912. Verlagsbuchhandlung I. P. Bachem, Köln a. Rh. Brosch. 3,50 Mk., geb. 4,30 Mk.
Dieser 2. Band beschreibt „Wanderungen durch die Fabriken, Werkstätten und Handelshäuser Westdeutschlands". Dem Leser wird ein Einblick geboten in so manche Betriebe, die ihm bloß vom Hörensagen bekannt sind. Man möchte vielleicht meinen, der Inhalt bestehe mehr in einer abstrakten Belehrung; doch dem ist nicht so; schildernd, beschreibend und erzählend führt der Verfasser den 8e|et in jene Arbeitsstätte regen Fleißes ein. Deshalb nennen wir das Buch nicht bloß gehaltvoll vom belehrenden Standpunkt auS betrachtet, sondern auch interessant, was seine Form betrifft, und wir empfehlen es gar sehr dem deutschen Leserkreis. Dr. D.
Deutscher Hausschatz. Das soeben erschienene 16 Heft bringt: Kain und Abel. Kriminalroman von A. Hruschka. Pfingstsonntag. Gedicht von Sosy Fuchs- Stermose. Aus fremden Tiergärten. Bon Dr. Friedrich Knauer. Kulturgeschichtliches vom Hute. Von Dagobert Winter. Eine Mutter. Erzählung von R. Fabri de Fabris. Kulturgeschichtliches vom Edelweiß Von Georg Hoerner. Südtiroler Bauernhöfe. Plauderei von Hedwig Stark Die landschaftliche Schönheit und ihre Erhaltung. Bon Franz Wichmann. Eine Luftjagd. Von Max Karl Böttcher. Erinnerungen an Asturien. Von Fritz Mielerk. Der Mai im Bolksbrauch. Bon G. Horn. Feldgang. Gedicht von Bruno Pompecki. Der Ursprung der Eucharistischen Kongresse. Bon A. Bayol. Ungeschickte Kellner. Von Dr. B. S. Elterliche Fürsorge im Tierleben. Von Christian Kröger. — Literarische Ecke. — Hausschatz- Chronik: Rundschau. — Bilderschau. Für die Frauenwelt: Das Ewig-Weibliche. Von Sosy Fuchs-Stermose. — Frühlingssuppen und ihr Heilwert. — Damen-Moden. — Vermischtes. Für die Jugend: Wie der Fritzle auf die Wanderschaft ging. Erzählt und illustriert voi-> Maria Batzer. Unterhaltung. ,
Handel und Industrie.
■3i Berlin, 15. Mai 1913. Neben Geldsorgen und unerfreulichen 'Meldungen vom Eisenmarlt übten auch Befürchtungen wegen Verschleppung der Balkanpolitil einen ungünstigen Einfluß auf die Börsenstimmunx aus. Von deutschen Anleihen gaben 3proz. Reichs anleihe und Konsols 0,15 Prozent, 3fl»prozentigr Konsols 0,10 Prozent, 31 eprogentige Reichsanleihe 0,20 Prozent nach. Privatdiskont unverändert.
Märkte.
* Kirchhain, 15. Mai 1913. Zum gestrigen Rind vieh« und Schweinemarkt waren aufgetrieben: 5C Stück Großvieh, 16 Kälber und 706 Schweine. Be hohen Preisen entwickelte sich ein flottes Geschäft.
AuW aus Sem Sterberegister Ser Kgl. Standesamts FulS vom 9. bis einschl. 15. Mai ISIS.
(Anmeldestunden: An Werktagen von 8—12 Uhr vor mittags, an Feiertagen von 11—12 Uhr vormittag-, nm für Totgeburten und Sterbefälle.)
10. Mai. Ott» Georg Aloys, S. des Schlosser Vincenz Dehler, 5 M. 10 T. 12. Maria, T. deS Tage löhners Adalbert Schell, 7 T. 12. Rudolf Joseph, S des Schneiders Gregor Gollbach, 1 I. 1 M. 16 T. 13 Schüler Johannes Reichardt, 10 I. 8 M. 4 T. 13 Lackierers-Witwe Elisabeth Rübsam, geb. Kircher, 77 I 7 M. 13 T. 13. Metzger Christoph KnipS, 53 I. 3 M 29 T. 13. Invalide Valentin Burkard von Ellers-New bof, 51 I. 11 M. 10 T. 13. Rosa, T. des Maurer! Magnus Becker von Petersberg, 6 I. 7 M. 8 T. H Schüler Augustin Bolt von Mieswarts, Verw.-Bezir Dermbach, 7 I. 11 M. 13 T. 14. Ehefrau Katharina Herget, geb. Schwab, 63 I. 6 M. 29 T.
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