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Fuldaer Leitung

«Aus TMf und "Nissen

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mehr als 32 000 Mark.

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für Gewerbe und Industrie non nicht 511 schätzender Bedeutung ist.

T. Die Verwendung von Torf als C'nergicqueUe.

Ist ein Gelände mit einer mindestens 20 Zmtr. starken Torfschicht bedeckt, so nennt man es Torfmoor. Torf ist das jüngste fossile Brennmaterial. Er bildet sich überall da, wo größere Mengen bestimmter Pflanzen und Pflanzenrefte der ungehinderte Zutritt dr Luft dadurch verwehrt wird, daß sie bei einer mä­ßigen Temperatur nicht nur vorübergehend, sondern dauernd mit Wasser durchsetzt und bedeckt sind. Da­bei verfaulen jene Pflanzen und Pflanzenreste nicht, sondern sie vertorsen, wobei sich der Sauerstoff und Wasserstoffgehalt vermindert, während sich der Ge­balt der Torfmasse an Kohlenstoff erhöht. Vielfach ist der Torf mit Sand, Lehm oder Ton, aber auch tust Eisenkies vermischt.

Je nach seiner Zusammensetzung ist Torf von berfchiedener Beschaffenheit; man unterscheidet Moor-, Haide-, Wiesen-, Wald- oder Holz- und Meer- iorf. Die Torfmasse ist weich, wasserreich, hellbraun ms schwarz, und zieht sich beim Trocknen stark zu­sammen. Aus der oberen Torflggc, der Moosschicht, tvlrd Torfmull und Torfstrcu gewonnen, während ber mehr nach unten liegende Torf als Fcuerungs tuaterial Verwendung findet. Solcher Torf hat etwa

1 vorsprcchen, und die eigentlichen Handwerksbnrschcn, Sie nur das Handwerk „grüßen", von den Fechtbrü­dern, die, wie die Weiber in Oberbayern, Gaben sammelnd, von Haus zu Haus ziehen. Unter den letzteren unterscheidet man als ehrliche Bettler „Knopfdalfe" (Pfennig-Bettler), die jedem die Hand Hinhalten, „Schalmacher", welche vorzugsweise Spa ziergänger und Gasthofgäfte Heimsuchen, „Bliykun- den", die um abgelegte Sachen bilden, und als un­ehrliche oder Schwindelbettler die „Tappenreiter", welche sämtliche Handwerkssprüche kennen und sämt­liche Krauter (Meister) „ledern", die aber nie Arbeit nehmen, „Hochtöpler", die Brandunglück und Ueber- schwcmmungen vorgeben, Krankheiten Vorspiegeln usw. und „Zoddelbrüder" oder „Drucklashennen", welche nur Gelegenheit zum Stehlen suchen.

Ter staatlichen Aufsicht ist dieser Krebsschaden so wenig verborgen geblieben wie der privaten Abwehr; es haben sich Vereinigungen aller Art gebildet, um einerseits der Ueberhandnabme der Vagabondaqe zu steuern, und andererseits jenen Elementen, denen noch zu helfen ist, Rettung, Unterstützung und vor allem Arbeit zu verschaffen. Hierher gehören die Herbergen zur Hsimat, die Verpflegunqsstationen und die Arbeitsnachweise, die in sozialpolitischer Er­kenntnis dieses Notstandes gegründet wurden, um in erster Linie diejenigen, die am wenigsten mit dem Landstreichertnm verwachsen sind, den ohne eigenes Verschulden Arbeitslosen einem geordneten Leben zn- rückzugewinnen. Die Vermehrung des Landstreicher- tums durch diese arbeitslosen Elemente ist eine Folge der Veränderung unserer Produktion. Der Groß­betrieb und die allgemeine Einführung der Maschine, die die handwerksmäßige Arbeit ablösten, machen namentlich bei Stockungen des Betriebes und bei Handelskrisen viele Arbeiter überflüssig, die auf die Landstraßen getrieben werden und schließlich im Vagabundentum versinken, wenn ihnen nicht recht­zeitig die rettende Hand geboten wird. Eine günstige wirtschaftliche Konjunktur kann die Zahl dieser ohne eigenes Verschulden Arbeitslosen ganz bedeiU""d her- abmindern.

Diese Einrichtung wird so ausgestellt, daß der Kessel nach der Sonne zeigt. Tw innere, mit den Spiegeln ausgelegte Kegelfläche ist in einem Winkel von 45 Grad zu dem Dampfkessel geneigt, der mit den Sonnenstrahlen parallele (gleichlaufende Rich­tung hat. Die Sonnenstrahlen fallet: auf jeden Winkel von 45 Grad, werden unter demselben Win­kel zurückgeworfen' und treffen den Kessel auf der gerade gegenüberliegenden Seite. Ta der Dampf­kessel von allen Seiten aus von zurückgeworfenen Strahlen getroffen wird, fo ist seine Erhitzung eine allseitige und regelmäßige. In weniger als einer Stunde wird eine Dampfspannung von 12 Atm. erzeugt. Der Dampf wird zu einer" Maschine geleitet, die in jener Farm eine Pumpe zur Bewässerung der Felder, eine Dynamomaschine zur Erzeugung" des elektrischen Stromes für die Beleuchtung und eine kleine Pumpe zur Speisung des Kessels treibt.

Wie oben gesagt, muß der Kessel immer nach» der Sonne zeigen. Da die Sonne ihren Standpunkt (scheinbar) wechselt, muß der Apparat noch eine Vor­richtung besitzen, die ihn in die richtige Stellung bringt. Ein Uhrwerk dreht den großen Hohlspiegel mit der scheinbaren Bewegung der Sonne, sodaß die Sonnenstrahlen stets unter einem halben rechten Winkel auf die kleinen ebenen Spiegel fallen.

Tas Eisengerüst, das den Hohlspiegel mit dem Kessel trägt, ist so stark gebaut, daß starke Winde oder Stürme, denen der Spiegel eine vortreffliche Angriffsfläche bietet, keinen Schaden anrichten kön­nen. Auch bei dem Gitterwerk des Spiegels hat man in dieser Hinsicht mit Sorgfalt verfahren, indem man die Gitterstäbe stark baute und auf der Grundfläche des Kegelstumpfes eine große Oeffnung ließ, die dem Wind freien Durchzug gewährt.

'M 107.

»amstac |0 Mai-1913

4E Laudstreichcrtum undBeLtettveseu.

(Nachdruck verboten.)

Tie Statistik zeigt uns, daß die Heerstraßen aller zivilisierten Länder heute von einem Heer von Vaga­bunden bevölkert sind, die, nach Hunderttaufenden zählend, ruhelos von einem Ort zum andern wan­dern, denen das Vagieren Selbstzweck geworden ist, und mit der Vagabondage zugleich der systematische und organisierte Bettel.

Tie drcr häßlichsten Feinde unserer Kultur: Ar- beitsmangel, Scheu vor der Arbeit und Verbrechen, wirken nut vereinten Kräften daran, dem Landstrei- chertum immer neue Scharen zuzuführen. Und da die ihm einmal Verfallenen nur selten den Weg in gesicherte Verhältnisse zurückfinden, es häufig beim besten Willen und trotz verzweifelter Anstrengnngen auch gar nicht mehr können, so ist die Zahl dieser niedrigsten Proletarier allmählich auf eine Höhe ge­stiegen, die geiadezu erschütternd wirkt, Nach eines statistischen Berechnung soll es in Berlin allein 50 000 Personen geben, die sich durch Bettelei an den Wohnungstüren über Wasser zu halten suchen Wenn auch ein großer Teil von diesen als arbeitsscheu zu bezeichnen ist, so ist doch der weitaus größte Teil mangels Arbeitsgelegenheit oder wegen Arbeitsun­fähigkeit zum Hausbetteln gezwungen. Im Jahre 1911 wurden von den Kriminalbeamten insgesamt 16590 Bettler ertappt und in Haft genommen.

Man kann mit Rücksicht auf die besonderen Er- fcheinungsformen der Bettelei unterscheiden: Haus­bettel, der vielfach zur Bemäntelung von kleinen ®e- legenheitsdiebstählen dient, Straßenbettel, Wander- bettclc: alias Vagabundentum, gewerbsmäßigen und betrügerischen Bettel. Unter den seßhaften Bettlern sind die sogenannten verschämten Armen, die durch Bettelbriefe namentlich Personen von bekannten Na- men und hoher Stellung belästigen, und durch ge­schickten Betrieb oft ein ansehnliches Vermögen er­werben, und die Krüppel oder Invaliden, die an Kirchentüren, auf Brücken, in Straßen, oder anderen belebten Punkten ihre festen Plätze einnehmen, die Hauptabarten.

Unter den fahrenden Bettlern unterscheidet man die Schnorrer, jüdischen Bettler, die nur bei Juden I

«l. Blatt.

Oritö 6ei <Hi6oet 2 ctiemnic tret fn tnlbe.

lang in einem abgeschlossenen Raum einem toten» ähnlichen Schlat überlassen. Die Atmung ist hierbei unterbrochen, dennoch findet sicherlich ein geringer Gasaustausch durch die Haut hindurch statt, wobei der Körper ans sieb heraus etwas Kohlensäure und Wasserdampf abscheiden dürste. Wahrscheinlich ist auch die Körperwärme während dieser Zett eine der. minderte.

Diejenigen Säugetiere, welche einen Winterschlaf durchmachen, zeigen ganz ähnliche Erscheinungen. So hat man Fledermäuse während ihres Winter­schlafes von ;eder Luft-, also auch Sauerstoffzuchuhr abgeschnitten; es zeigte sich, daß sie etwa drei Stun­den lang weiter lebten und reichlich Kohlensäure ab­gaben. Auch Murmeltiere, deren Name schon an ihren Winterschlaf erinnert, verhalten sich ganz ähnlich, wenn man sie während desselben ;n eine srnierstoffreie Lustart bringt, die man z. B. dadurch Herstellen kann, daß man der gewöhnlichen Lust allen Sauerstoff in einem abgeschlossenen Raum entzieht, sie also in Stickstoff verwandelt.

Aber noch viel merkwürdigere Vorgänge sind in neuester Zeit bei Tieren nachgewiesen worden, deren Leben durch einen langen schlafähnlichen Zustand auf geraume Zeit unterbrochen wird, bei den Insek- t c n nut sogenannter vollkommener Verwandlung oder Metamorphose. Sie haben bekanntlich drei ganz verschiedene Zustande ober Formen, in denen sie auf­treten, die Larve, die Puppe und das vollkommene Insekt, z. B. den Schmetterling. Ehe die Raupe zu dein so ganz ihr unähnlichen Schmetterling wird, „verpuppt" sie sich. Eine Dame, Fräulein M. v. Linden, hat an Tagfaltern, Schwärmern, Svinnern und dem Breiinessilwickler Versuche angestellt und gefunden, daß diese Tiere int Puppenzustand: nicht Sauerstoff aufnehmen und Kohlensäure abgeben, son­dern daß sich bei ihnen der umgekehrte V 0 r - gang abspielt; ja noch mehr, sie „vergiftete" sogar absichtlich die umgebende Luft mit Kohlenoxyd, jenem Gase, welches für den Menschen ein starkes Gift dar­stellt und dieselben Bestandteile wie Kohlensäure, nur die doppelte Menge an Kohlenstoff enthält, und siehe da — die Schmetterlingspuppen nahmen sogar das Kohlenoxyd auf und schieden dafür Sauerstoff ab.

_ Wer etwas Einblick in die Lebensvorgänge bei den Pflanzen gewonnen hat, weiß nun aber, daß nach der bisherigen Ansicht der Wissenschaft gerade die grünen Pflanzen es sind, welche am Sonnenlicht die von Menschen und Tieren ausgeatmete Kohlensäure a u f n e h m e n, sie in Kohlenstoff und Sauerstoff zerlegen, den ersteren zum Ausbau ihres eigenen Kör­pers benutzen, d-m letzteren aber wieder abscheiden und so ununteröroch'n die Luft mit neuem Sauerstoff ver­sorgen und sie von der schädlichen Kohlensäure be­freien. Wir sehen also, daß hier Tiere die Rolle übernehmen, welche eigentlich den Pflanzen zukommt.

Unter den Wirbeltieren seien noch die Frösch? erwähnt, dies? „Märtyrer der Wissenschaft", von denen man durch viele Versuche nachgewiesen hat, daß sie sehr Wohl ohne Sailerstoff zu leben vermögen, wo bei sie ohne jede Spur von Atmung fortfahren, Koh­lensäure, offenbar aus im Körper vorhandenen Bor­ratsstoffen gebildet, ausziischeiden. Von tiefer stehen­den Tieren sind hauptsächlich Würmer, so der B a n b m u r m, Spulwürmer, der Blutegel und der Regenwurm zu nennen, welche dasselbe merkwürdige Verhalten aufweisen. Spulwürmer leben sechs Tage lang, ohne Sauerstoff aufzunehmen; ie entwickeln hierbei ebenfalls Kohlensäure, deren Ursprung man genau nachgewiesen hat. Er rührt nämlich von Vergärung des im Körper enthaltenen Zuckers her.

Geradezu universell aber ist das „Leben ohne Sauerste ff" auf der tiefsten Stufe tierischer Zustände zu finden, bei einzelligen Lebewesen, welche durch Zutritt von Luft sogar getötet werden können, wie dies Pasteur bereits im Jahre 1861 bei den „Fer- mentorganismen" nachgewiesen hat. Die Gärung der Buttersäure wird durch solche kleine Geschöpfe beran laßt. Auch sie erzeugen einen chemischen Vorgang, bei welchem Kohlensäure frei wird.

Jedenfalls lehren alle diese seltsamen Lebenser­scheinungen zweierlei, daß einmal der Lebensvorgang I selbst, wie man früher allgemein annahm, nicht un­bedingt an ein Atmen gebunden ist, und sodann, daß das Tierreich ebensowenig, wie bisher angenommen wurde, auf das Pflanzenreich als Spender der Le­benslust angewiesen ist. Ja, man kann Wohl behaup­ten, daß, wenn alle Pflanzen eines Tages verschwin den würden, das Tierreich noch nicht verloren wäre, sondern sich durch gesteigertes „Leben ohne Sauer- I stoss" im Gleichgewicht halten würde.

| em Alter von 50—100 Jahren. Man schätzt den Umfang der Torfmoore in Preußen auf mindestens I .4 Millionen Hektar Flächenraum. Davon ent« I en über 560000 Hektar auf Hannover, etwa I 350 000 auf Brandenburg, über 320 000 auf Posen I und etwa 300000 auf Ostpreußen. Auch in Bayern Oldenburg und Württemberg befinden sich kleinere I ^orfmoore. Für die Zwecke der Ausnutzung des Torfes als Kraftenergie muß derselbe möglichst luft- I trocken hergestellt werden. Um dies zu" erreichen, wird der Torf entweder mit besonders konstruierten Spaten ausgestochen oder mittels Maschinen gewon­nen, und es erfolgt diese Arbeit meist im Frühjahr. Ter so geformte Tors wird an der Lust getrocknet, wobei er über 50 Prozent Wasser verliert, mehr noch in Jahren mit heißen Sommern, sowie wenn der Wind kräftig durch den aufgestülpten Torf streicht; dann geht der Wassergehalt bis auf 20 Prozent zu­rück. Nach der Art feiner Gewinnung unterscheidet man Stechtors, Baggertorf, und Streich- bezw. Preß­torf. Bei seinem Lagern unter Dach verliert Tors weiter an Wassergehalt, der bis auf etwa 10 Prozent sinkt.

Von den preußischen Torfmoorgebieten dürften bisher erst etwa 20 Prozent der Kultur erschlossen sein. Alles Land, das abgetcroft worden ist, läßt sich in bedeutendem Maße und mit geringeren Kosten als bisher für die Landwirtschaft nutzbar machen. Als Weideland ist es ein wichtiger Faktor bei der Aufzucht von Schlachtvieh. Wo Sand vorhanden ist, eignen sich die abgetorften Landstrecken auch als Ackerland. Das ist ein wesentlicher Vorteil gegen über dem für die Kultur ungeeigneten Unland bezw. den Bruchflächen, die bei der Gewinnung von Stein­kohle bezw. von Braunkohle, speziell im Tagebau, gewonnen werden. Lufttrockener, guter Maschinen­torf besitzt etwa 3500 Wärmeeinheiten, während Braunkohle deren nur 3000, Steinkohle dagegen 6000 hat. In seinem Heizwerte sollen etwa H/„ Kilogr. guter trockener Torf 1 Kilogramm englischer Stein­kohle entsprechen. Da nun die zur Brikettfabrikation ungeeignete, grubenfeuchte und minderwertige För­derbraunkohle sich zum Zwecke der Versorgung grö­ßerer Ländergebiet' mit Elektrizität mit bestem Er­folge verarbeiten läßt, so ist mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß der Torf, als Energiequelle verwendet, ansehnliche Elektrizitätskraftwerte entstehen lassen würde, wenn man der Ausnutzung der Torfmoore nach dieser Richtung hin größere Beachtung schenken würde.

In der Hauptsache bestebt Torf aus etwa 50 Pro Zent Kohlenstoff, etwa 30 Prozent Sauerstoff, ferner aus Wasserstoff. Stickstoff und Schwefel: sein Gehalt an Asche ist sehr verschieden. Soll Torf sich wirt- schaftl'cb. bewähren, dann muß er als Brennmaterial für Kesselfeuerung im Trevvenrost verbrannt wer­den. Letzterer bietet dem Torf große Rostflächen, dß' notwendig sind, weil der Tors einerseits einen niedrigen Heizwert besitzt und andererseits nur ein geringes spezifisches Gewicht hat.

Bei dem Verbrennen von Torf unter Tampfkef- feln wird Dampf erzeugt, der Dampfmaschinen und Dampfturbinen antreibt. Diese erzeugen elektrische Energie, die narb den Verbrauchsstellen weitergellitct werden kann. Oder der Tors wird veraast, da? Gas der Gasmaschine zvgefübrt, die ebenfalls A-cktrische Energie erzeugt. So wird durch di' Verwendung von Torf eine Energiequelle geschaffen, die b.llig. und volkswirtschaftlich von Bedeutung ist Dadurch ist es möglich, große Gebiete mit elektrischer Energie zu versehen, und ein? billige Energiequelle der Land­wirtschaft und den Eisenbahnen zu liefern, die fort­schreitend elektrisiert werden, bei denen die elektrische Kraft nicht nur für bi? Zukunst, sondern auch schon in der Gegenwart eine große Roll? sivelt, aber auch

II Familien - Chroniken

Fragt man heute jemand nach seinen Großeltern, so kann der Gefragte Wohl noch eine Auskunft geben: Mein Großvater war der und das, und meine Groß­mutter war eine geborene so und so und ist dreiund­achtzig Jahre alt geworden. „Und Ihre Urgroß­eltern?" fragt nun vielleicht der Neugierige. „Was wissen Sie von denen?" In den meisten Fällen er­folgt darauf ein Achselzucken. Oder die Antwort: „Ich erinnere mich, von meinem Vater gehört zu haben, daß die Urgroßeltern hierher zugewandert sind, aber Bestimmtes weiß ich nicht." „Wohnen Verwandte von Ihnen, die denselben Stammbaum haben, auch noch in anderen Teilen Deutschlands?" lautet die weitere Frage. „Ja, aber auch darüber ist mir etwas Sicheres nicht bekannt. Es leben auch Verwandte von uns in Amerika und Australien. In meiner Jugend kamen noch manchmal Briefe von ihnen, seit langen Jahren wissen wir aber nichts mehr vonein­ander." Diesen Auskünften wird dann nicht selten hinzugefügt: „Eigentlich schade, daß es so ist! Es wäre doch recht interessant, wenn man Kenntnis da­von hätte, was aus allen Abkömmlingen unserer Großeltern geworden ist." Nun zuckt am Ende der Fragesteller "mit den Schultern und meint: „Sosern Si? Nachforschungen in die Wege leiten, würden Sie kaum viel darüber ermitteln, oder ^ic müßten schon einen großen kostspieligen App in Bewegung setzen, und auch dann ist der Ers och zweifelhaft. Ter Erfolg ist eben der, daß man von Kindheit au nicht daran gewöhnt wird, auf den Zusammenhang und Zusammenhalt in der Familie Gewicht zu legen. Nur bei den adligen und verschwindend wenigen bür­gerlichen Familien ist das anders. Im allgemeinen reicht die Kenntnis von den Vorfahren nicht über die Urgroßeltern hinaus, sie reicht bei vielen nicht einmal bis dahin, und was man weiß, ist ein bischen nünd- licbe lleberlieferung; schriftliche Aufzeichnungen sind gar nicht vorhanden, oder sie beschränken sich auf die Taten über Geburten, Eheschließungen und Sterbe­fälle. Was Urgroßvaters und Großvaters Geschwister, chr? Kirder und Kindeskftsier anbelangt, so toppt man schon ganz im Dunkeln, und die in die weste Welt gingen, sind verschollen und vergessen. 9)tar. konnte dir Fäden die jetzt völlig entgleiten und vom Winde oerw.g. werden, wenig,>c ns einigermaßen in o?r Hand behalten durch eine Familienchronik, die sich 00m Vater auf den ältesten Sohn, und wenn ein solcher fehlt, auf die älteste Tochter vererbt, mit der Ver­pflichtung, sie gewissenhaft fortzuführen, und darin, was für die Familienkunde von Bedeutung ist, zu vermerken. Und man sollte sich um Vorfahren und entferntere Verwandte nicht erst und nicht nur küm­mern, wenn man eine große Erbschaft antreten möchte." — Wir können dem nur beistimmen. Wer keine umfangreichere Chronik anlegen will, der findet ein brauchbares Hilfsmittel in den Familienstamm­büchern, wie sie bereits in Aufnahme gekommen sind. Die Eintragungen darin können einen urkundlichen Charakter erlangen, wenn sie von zuständiger Seite beglaubigt werden und das sollte man geeignetenfalls veranlassen, schon im Hinblick auf mögliche — große Erbs^asten.

Leben ohne Sauerstoff.

Von Dr sti h. Alexander.

Ist es möglich, ohne Sauerstoff, also auch ohne Luft zu leben? Stellen wir diese Frage uns selbst und prüfen si- an uns selbst, so werden wir sie ebne weiteres mit „Nein" beantworten. Sauerstoff führt ja auch den Namen Lebenslust, der schon darauf hin.

I deutet, daß e zum Leben unentbehrlich ist

Ter Vorgang, der bei dem ununterbrochenen Ein­atmen dieses Gases, welches den fünften Teil der Luft ausmacht, sich abspielt, ist ja so bekannt, drß es kaum nötig tst, ihn nochmals auseinanderzusetzen. Durch die Erweiterung des Brustkorbes wird der Sauerstoff in alle di? vielen Taufende von Lungen­bläschen binciiigebrängt, in denen ein Gasaustausch ftattfinoet, den die Naturwissenschaft Diffusion nennt; der Sauerstoff bringt nämlich durch die Wandungen der Bläschen nach innen, also ins Blut hinein, wäh­rend umgekehrt aus diesem heraus durch dir Wan­dungen der Bläschen hindurch nach außen ein aitbere§ Gas wandert, welches meist als Kohlensäure bezeich­net wird, während die moderne Chemie es Kohlen- divxnd nennt Diese Kohlensäure wird, mit Wasser dautpf gemischt, wieder ausgeatmet.

Um die Frage, ob ein Leben ohne Sauerstoff möglich ist, richtig zu verstehen, müssen wir btc Be­deutung des sl!?ben geschilderten Atemvorgangs zu er­fassen stichen. Ter Menschenkörper ist ja, wie das Tier, materiell betrachtet, nichts anderes als eine Maschine, keineswegs aber ein Perpetuum mobile, d h. um Arbeit zu leisten, muß dem Menschen, wie jeder anderen Maschine, erst ein gewisser Arbeitsvor­rat zugeführt werden. Dieser ist bei den Dampf­maschinen in der Kohle, bei Menschen und Tieren in der Nahrung enthalten. Durch Verbrennung der Kohle entsteht Wärme, die sich in Arbeit umsetzen läßt; zu diesem Zwecke muß der Kohle Sauerstoff in Form von Luft zugeführt werden. Genau so ist es bei Menschen und Tieren: Durch Verbrennung der Nahrungsmittel, allerdings eine Verbrennung ohne Flammen, entsteht ebenfalls Wärme, welche die r.nette unserer Muskelkraft, sowie unserer Körper­wärme ist. Hierzu knauchdn wir aber Sauerstoff, der uns durch bin Atmung zugeführt wird. Nah rungsmittel, die nicht vollständig verbrannt kwissen- schaftlich gesprochen. oxydiert) werd°n, können als Reservestosfe tm Körper verbleiben

Wenn der Organismus nun darauf verzichtet, Arbeit zu leisten, fo ist es wohl denkbar, daß für einige Zeit sowohl die Ausnahme von Nahrung als mich die Einatmung von Luft unterbleiben kann. Von beit im Körper aufgespeicherten Borratsstoffen können während dieser Zeil durch chemische Zersetzung die geringen Mengen von Arbeitswerten geliefert wer­den, welche ersord'tsich sind, um den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten der das Leben bedingt. Der­artige Zustände sind es zweifellos, welche indische Fakire hervorufen, wenn sie sich wock>->» über nwnaw- 1

Allere»

— Tic Frage, ob sich größere Fische an etwas „ge­wöhnen" könne«, wurde kürzlich in Amerika durch ein interessantes Experiment im verneinenden Sinne ae- löst. Vor dreißig Jahren hatte ein Farmer einen ganz jungen Stör gefangen und die ganze Zeit über in dem Behälter eines Springbrunnens tummeln lassen. Hier schwamm der Fisch all' die langen Jahre ununteibro- ■ chen int Kreise herum. Mittlerweile war er freilich größer geworden, er maß zuletzt fast zwei Meter, auch war ihm das Wasser nicht mehr tief genug Man be­schloß nun, nach fo langer Gefangenschaft dem Fische die Freiheit zu geben, und schaff,e ihn zum Kolumbia- fluß, in der Annahme, daß er auch hier, wenigstens zu­nächst, feiner alten Gewohnheit entsprechend, im Kreis: herumschwimmen werde. Das geschah aber keineswegs, der Stör schwamm unverzüglich davon in tieferes Wasser. vb-

— Was hat die Entdeckung Amerikas gekostet? Man hat in den Archiven von Salos-Palos in Spa­nien Dokumente gefunden, die es ermöglichen, genau die Ausgaben Christoph Kolumbus für seine Ent­deckungsfahrt nach Amerika auszurechuen. Tic Equi­pierung seiner drei Schiffe hat ungefähr 14 000 Mk. geioftft; für seine und seines Generalstabs Verpfle­gung hat Kolumbus 1600 Mark ausgcgeben! Von bei Mannschaft empfing jeder täglich 5 Mk.; 25 000 Mk. wurden für Waffen gezahlt; alles in allem nicht viel-

mdt. Die Ausbeutung der Sonneu- tvärme.

Der Aufschwung, den unsere Industrie, unser Handwerk und Gewerbe und im Zusamtuenhang da­mit der Handel und Verkehr tm letzten Jahrhundert genommen haben, beruht zum größten Teile'auf dem Großbetrieb in den Fabriken und auf den Verkehrs­mitteln, die die Kraft des Dampfes ausnützen der Eisenbahn und Tampfschiffahrt.

Die Verwendung der Dampfmaschine ist bis jetzt noch voll und ganz an die Steinkohle gebunden, wenn man von einigen Ausnahmefällen absieht, bei denen Oele, Fette als Betriebsmittel bienen. Bei ber weitaus größten Anzahl Dampfmaschinen wirb St inkohle verwandt. Aber schon jetzt werdett ängst­liche Gemüter beunruhigt durch bas Sckreckgespcitst einer Steinkohlennot, eines vollstänbigen Erschöpft­seins der Kohlenlager. In Gegenden/ in denen die Verwendung der Steinkohle in Fabriken zu teuer zu stehen kommt, — weil die Kohle aus großer Tiefe geholt, sodaß ein Abbau sich nicht lohnt, ober aus weiter Ferne Herbetgeschafft werden muß — hat man schon versucht, andere Kräfte zu Jndustriezwccken auszunützen. Man griff wieder zu der lange Zeit etwas verächtlich behandelten Wasserkraft, und durch Maschinen, die diese Naturkrast gut ausnützen — Turbinen — treibt man jetzt große Mühlenwerke, Elektrizitätswerke, die wiederum ihre Energie auf kilometerweite Entfernungen hin versenden. Die Kraft des Windes wird gezwungen, große Wind- motore in Bewegung zu setzen.

Es liegt nun nähe, daß mau auch an die Aus­beutung der Sonnenwär mg, dachte, besonders in Ländern, in denen die Sonnenhitze eine oft un­glaubliche Höhe erreicht. Allein die" diesbezüglichen Versuche führten zu keinem oder doch nur sehr ge­ringem Erfolg. So versuchten die Franzosen in Algerien die Sonnenwärme direkt zur Verdampfung ves Wassers zu benutzen. In den Aequatorialgegen- 5en kommt es zwar vor, daß der Wüstensand bis zu 30 Grad erhitzt wird. Aber diese schon beträchtliche Hitze reicht doch nicht hin, Wasser zum Sieden zu bringen. .Die Temperatur der Sonnet!noblen mußte etwa doppelt so hoch sein, wenn durch direkte Ein­wirkung der Sonnenhitze Wasser in Dampf verwan­delt werden soll, sodaß eine genügende Spannung für Maschinenarbeit erzeugt wird. Es war nun nichts natürlicher, als daß man die Sonnenstrahlen und vamit ihre Wärme vereinigte durch große Sammel­linsen oder Hohlspiegel von mehreren Metern Durch­messer und auf den Kessel kauzeirtrierte. Aber von einer regelmäßigen Erhitzung des Kessels konnte keine Rede sein, da die auf diese Weise vereinigte Sonnen- tnärme nur auf einem Punkt des Kessels eintotrfte. Eine Reihe nebeneinanberliegenber Linsen erhitzen den Kessel auch nur auf einer Seite. Zubern würde eine solche Anlage sehr teuer sein.

So Haff man sich denn auf einer Farm in Los Angelos (Südkalifornien) auf folgende Weise: Man I stellte einen riesigen Gitterkorb aus Eisenstäbeu her, der die Form eines abgestumpften Kegels hatte. Die­ses Gitter wurde an der Innenseite belegt mit hand­breiten ebenen Spiegelstreifen. In der Mitte des Korbes stellte man einen Dampfkessel auf, der 4 Meter lang war und dessen Durchmesser nur 30 Zen­timeter betrug. Der Gitterkorb war nun zu einem Hohlspiegel geworden, mit der Form eines Kegel- I stumpfs, in dessen Achse der Kessel stand.