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2. Blatt.

Druck der $wl»ett Aktien»», »«ei in «uida.

«• Fuldaer Leitung ♦

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Mittwoch 7. Mai 1915.

Lokaler.

Fulda, 7. Mai 1913.

# Personalien. Versetzt wurden der Ober-Post­assistent Märker von Erfurt nach Fulda; der Post­assistent Nolle von Fulda nach Erfurt und der Telegraphenassistent Zorn von Deutschostafrika nach Fulda und weiter nach Kassel. — Der bisherige Kreistierarzt Oellerich wurde zum Regierungs­und Veterinärarzt bei der Regierung in Kassel r- nannt.

H Verliehen wurde dem bisherigen Hilfsrichter Dr. Dietrich am OberlandeSgericht Hamm der Titel Oberlandesgerichtsrat. D. ist in Fulda als Sohn des damaligen Seminarlehrers, jetzigen Seminar» direklors Dietrich in Münstermaifeld, geboren.

# Verliehen wurde dem Briefträger Kohl in Hanau das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber.

F. Aus der hiesigen Beuediktiuerinnen-Abtei. Am morgiqen Donnerstag, vormittags 8 Uhr, werden in der Nonnenkirche nach einem feierlichen Pontifikal­amte, das unser Hochw. Herr Bischof zelebriert, vier Jungfrauen eingekleidet und außerdem weiden zwei Chorjungfrauen in die Hände des Oberhirten den feierlichen Profeß ablegen.

L Ehrende Anerkennung. Einem jungen Fuldaer, dem Buchbindergehilfen Joseph Fuchs, der tür,- lich in Frankfurt a. M. seine Lehrzeit beendete und dort die Gesellenprüfung mit der Note »Sehr gut­bestanden hat, wurde wegen seinen vorzüglichen prak­tischen und theoretischen Prüfungsarbeiten von der Kommission der Ehrenpreis der Stadt Frank­furt zuerkannt.

+ Eissport. ES fehlt in Fulda an einem gefahr­losen nicht zu kleinen Sportplatz für Schlittschuhlaufen, besonders für unsere Jugend. Der Weiher im Schloß­garten hat sich entschieden als für diesen Zweck zu klein erwiesen, wenn auch anerkannt werden muß, daß er, was Lage und Gefahrlosigkeit anlangt, sich als zweckmäßig erwiesen hat. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Magistrat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, vorbehaltlich der Genehmigung der Stadt- Verordnetenversammlung, das große Rondell im Schloßgartrn so planieren und einrichten zu lassen, daß es im Winter als große Eisfläche zum Schlitt­schuhlaufen benutzt werden kann, ohne daß im übrigen eine wesentliche Aenderung deS hübschen Rasenplatzes eintritt. Die Kosten dürften verhältnismäßig klein sein und sich durch Erhebung einer kleinen Gebühr der Eisläufer wieder einbringen lassen. Durch diesen Beschluß hat sich der Magistrat nach unserer Meinung um die Jugendfürsorge entschieden verdient gemacht, da es wohl kaum eine gesundere Leibesübung als das Schlittschuhlaufen in frischer Luft geben dürfte.

Zs Mit der Beitreibung des Waffergeldes für das 4. Quartal 1912 wird morgen begonnen werden.

= Nach Unterschlagung von ungesähr 40 Mk. ein« kassierten Kundengeldern ist sei! Montag ein aus Friedberg (Großh. Hessen) gebürtiger, 22 Jahre alter Hausbursche eines hiesigen Bäckermeisters durchge­gangen.

X. Unfall. Montag nachmittag fiel die 65jährige ledige Ät. B. aus der Petersgasse dort durch eine offene Kellertür in den Keller und erlitt einen Arm­bruch. Nach Anlegung eines Notverbandes durch einen Arzt wurde die Ueberfüdrung. der Verletzten in das Landlrankenhaus veranlaßt.

§ Verschwunden. Alle bisherigen Nachforschungen nach dem seit fünf Tagen verschwundenen 11jährigen Knaben Hans Reichhardt von hier sind ohne Erfolg geblieben. Der Vater unternahm selbst am Sonn­tag umfangreiche Fahndungen bis auf Margrethenhaun zu, da gerüchtweise verlautete, daß der Junge aus dem Wagen eines Landwirts in dieser Gegend gesehen worden sei. Die Eltern neigen immer mehr der An­sicht zu, daß ihr Sovn entweder von einem Auto mit in die Ferne genommen, oder sich aus unbe­kannten Gründen ein Leid angetan hat.

= V. H. C. Der hiesige Zweigverein hatte für vergangenen Sonntag seine 5. Wanderung vorge­sehen. Recht betrübend war die Stimmung am Frei­tag und Samstag, nachdem es am Freitag fast un­unterbrochen regnete. Anders war sie dagegen am Sonntag morgen, als einem die Sonne so liebevoll ins Gesicht lachte und das schlechte Wetter verschwun­den war. Nicht weniger als 23 Personen fanden sich dann morgens gegen 9 Uhr an der Langenbrücke zu­sammen. Gemeinschaftlich wanderte man gegen 9^ Uhr über Haimbach, Vemelsruhe an Klein-Heiligkreuz vorbei nach Giesel. Wirklich entzückend war es, von der Vemelsruhe bis Giesel den prachtvollen Wald zu durchwandern. Etwa in der Mitte des Waldes wurde dem Rucksack ein kleiner Imbiß entnommen. Fröh-

Kleines Feuittetou.

— Die häusliche Hilfe bei den Schularbeiten tritt jetzt wieder in den Vordergrund, nachdem ein neues Schuljahr begonnen hat, und Tausende von Mc- Schützen ihr ernstes Lebenswerk beginnen, andere Tausende nach Maßgabe der letzten Zensur in stramme Zügel genommen werden müssen, wenn sie weiterkommen sollen. Man meint ziemlich allgemein, die Pädagogen verurteilen die häusliche Hilfe der Mutter oder des Vaters. Das ist jedoch nicht richtig, wenn nur eben die Hilfe selbst richtig vorgenommen wird! Ohne das „Aufbekommen" häuslicher Schul­arbeiten gehtz nun einmal nicht ab. In der Schule wird gelehrt, daheim wird geübt. Darin be­steht das Geheimnis! Es ist sonach die Aufgabe der Eltern, das Kind zum Versuchen, zum Heben, zum Ausdauern anzuregen und anzuhalten. Das muß schon vom ersten Tage an geschehen, wenn das Kind sein „Auf-ab-auf, und ein Pünktchen darauf" malt, um den Buchstaben i fertig zu bringen. Es gilt nicht, schnell und viel zu malen, sondern gut zu malen, sich zu üben, nur Gutes zu leisten und — nur Gutes leisten zu wollen! Der Wille des Kindes muß groß und stark gemacht, die Freude am eigenen Werk geweckt werden! Das sollte der Leitstern sein bei der häuslichen Hilfe. Diese hat aber auch von Anbeginn an für Ordnung zu sorgen: eine genügende .Pause, dann jedoch unbedingt erst die Schulpflicht und hinterher Spiel und Vergnügen. Zur Ordnung gehört auch die Schaffung einer dem Kinde angepaß ten Arbeitsstätte, vor allem Ruhe und Absonderung bei der Anfertigung der Hausaufgaben, um den Geist zu konzentrieren. So die häusliche Hilfe eingeleitet, kann sie nur von Nutzen sein. Dazu käme, daß Vater oder Mutter einen täglichen Zensor abgeben, sich die Arbeiten zeigen, die Sprüche vorfagen lassen und un­weigerlich Remedur schaffen, wenn irgend etwas nicht so ist, wie es sein soll. Natürlich sollen die Eltern besonders dem schwerbegreifenden Kinde hilf­reich bei der Arbeit selbst beistehen, nie aber die Ar­beit, das Erempel oder den Aufsatz oder die Ueber- .setzung selbst machen. Jedes Kind wird Freude cm«

lichen Mutes wanderte man dann weiter und in einer Stunde wurde unter Gesang in Begleitung der mit­genommenen Zupf-Kapelle (Mandoline u. Gftarren) der schön gelegene Ort Giesel erreicht. Hier gab es einen iy2 stündigen Aufenthalt. Gegen 3 Uhr ging die Wanderung weiter an der Thomasruhe vorbei nach Neuhof. An der Thomasruhe mitten im Wald wurde eine i^stündige Rast gemacht. Gegen 5 Uhr zog man mit Gesang unter Borantritt der Musik in Neuhof im Gasthaus Ebert ein. Bald darauf kam auch die zweite Abteilung aus 12 Personen an, die am Nachmittag nach Kerzell gefahren waren und von da aus nach Neuhof wanderten. Im Gasthaus Ebert Vertrieb man sich die Zeit durch Gesang, Vorträge, Tanz usw. Ter in Aussicht genommene Zug 8.27 Uhr ab Neuhof brachte dann die Ausflügler nach Fulda zurück. Die nächste Wanderung findet Sonn­tag den 8. Juni statt und zwar von Lauterbach nach Alsfeld.

rt Schöffengericht. Dem 40 Jahre alten Arbeiter W. K. von Wehlheiden, der beständig bettelnd in der Welt herumzieht, insgesamt schon 52 mal vorbestraft und wiederholt der Landespolizeibehörde überwiesen worden ist, wurde abermals wegen Bettelns in Fulda 3 Wochen Haft zudiktiert. — Ein 25 Jadre alter Ackergehilfe in Kerzell soll durch einen Wurf mit einem scharfen Instrument dem Wagner Th. D. dort zwei Kopfwunden von 2 bis 21/* cm Länge beige­bracht haben. Nach Vornahme eines Augenscheins­termins stand gestern diese Angelegenheit schon zum zweiten Male zur Verhandlung. In beiden Sitzungen bestritt der Beklagte, der Täter gewesen zu sein, sondern schob die Schuld auf seinen 17 jährigen Bruder, während der Verletzte bestimmt erklärte, daß der Angeklagte der Täter sei. Der Amtsanwalt hielt auch nach der Beweisaufnahme den Angeklagten für überführt und beantragte wegen gefährlicher Körper­verletzung eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten. Das Gericht sprach jedoch den Angeklagten frei, indem es aussührte, daß er der Tat zwar dringend verdächtig, jedoch nicht mit voller Sicherheit überführt werden konnte.

g Diebstähle. In der Sebastianstraße sind in der Nacht von Montag auf Dienstag vier Kaninchen, wertvolle Zuchttiere, aus einem Stall gestohlen worden. — AuS einem Hausflur in der Rhönstraße wurde gestern abend ein Fahrrad entwendet.

□ Handwerker-Vertretertag für den Kammerbe­zirk Kassel. Zur Vorbereitung für den 11. Vertreter­tag der Innungen und der Handels- und Gewerbs- Vereine im Handwerkskammerbeziick für Kurhessen und das Fürstentum Waldeck, der am Sonntag, den 25. Mai, in Gelnhausen in der städtischen Turnhalle abgehalten wird, hat sich in Gelnhausen bereits ein Ortsausschuß gebildet. Den Ehrenvorsitz hat der dor­tige Landrat Graf von Wartensleben über­nommen. Zum Vorsitzenden des Ortsausschusses wurde Bürgermeister Dr. Schmidt gewählt.

'M Bei den Postanweisungen dürfen von jetzt an int innern deutschen Verkehr auf die Rückseite des Abschnittes Zettel mit Mitteilungen, Geschäftsan­zeigen usw. aufgeklebt werden.

!! Prämiert. Bei der am 3. und 4. ds. Mts. in Jena veranstalteten Jubiläumsausstellung von Hunden aller Rassen erhielt Herr Max Röder auf seine deutsche Doggenhündin »Flora v. d. Rhön* zwei erste Preise und einen Ehrenpreis.

E Viehsonderzüge. Voraus gesetzt, daß der morgige Viehmarkt doch besser befahren wird al§. man in beteiligten Kreisen annimmt, wird die Station Fulda drei Viehsonderzüge einlegen.

— Der Pfingstmlaub beim Militär beginnt in diesem Jahre am Donnerstag, den 8. Mai.

c. Lehrlinge mit unregelmäßigem Fortb ldungsschul- besuch sollen laut ,Kreuzztg/ in Zukunft zur Ge­sellenprüfung nicht zugelassen werden. Da die Klagen über den unregelmäßigen Besuch der Fortbildung?- bezw. Fachschulen anwachsen, so erließ eine Handwerkskammer bereits eine Bestimmung, denn Annahme durch die gesamte deutsche Handwerker­vertretung gesichert scheinl, folgenden Inhalts:

Nach den bereits etngesührten Bestimmungen kann Lehrlingen, die durch eigenes Verschulden trotz wieder­holter Verwarnungen die Fortvildungs- bezw. Fach­schulen nicht pünktlich und regelmäßig besuchen, die Zu­lassung zur Gesellenprüiung solange verweigert werden, bis sie eine vom Vorstand der Handwerkskammer festzu- setzende, nicht über 3 Monate betragende Zeit nach Vollendung der vertraglichen Lehrzeit nach gelernt und einen ordnungsmäßigen Beiuch der Fortbildungsschule während dieser Zeit nachgewiesen haben. Eine Aus­dehnung der Lehrzeit über die Dauer von 4 Jahren soll hierbei nickt stattfinden. Hinstchtlick der Frage, wann die Schulpflicht der Lehrlinge aufzuhören habe, ist das 18. Lebensjahr bezw. die Ablegung der Gesellenprüfung

pfind.en, wenn die Eltern seine „Arbeit", mit ihm teilen, ihm nachhelsen, eine Brücke bauen, die Fragen beantworten, die Vokabeln überhören usw. ef-

— Schweizer Schololade in französischer und engli­scher Aufmachung für Deutsche. Wenn eine Schokoladen- Fabrik in der französischen Schwei, liegt und ihre Be- sitzer Franzosen oder französische Schweizer sind, dann ist nicht viel dagegen zu sagen, wenn die Firma ihre Erzeugnisse in anderen Ländern in Umhüllungen mit französischem Ausdruck abzufetzen sucht. Die Hersteller mögen denken: „Wer unsere Schokolade, so wie wir sie in den Verkehr bringen, nicht kaufen will, der läßt es bleiben." (Ich laste es bleiben.) Aergernis erregt es aber, wenn Lindt und Sprüngli in Bern und Zürich ihre Schokolade bei uns in Umhüllungen in den Verkehr bringen, auf denen außer den Namen der Inhaber der Firma und den beiden sehr klein ge­druckten Worten „Zürich" und „Schweiz" kein deut­sches Wort zu finden ist, die aber in auffälliger Schrift die englische Bezeichnung Milk Chocolate tragen und im übrigen nur französischen Auldruck. Vielleicht ist diese in der Hauptsache französische Aufmachung von der Firma Rod. Lindt fils der fils wegen gewählt worden, und der englische Ausdruck Milk Chocolate, weil er doch gar anders klingt als das armselige deutsche „Mttch-Chokolade", das sich neben dem fran­zösischen Cbocoht au lait ausnehmen würde, wie der Bauer auf dem Hosballe. Aber das ist noch gor nichts gegen das Verhalten Der Firma F. L. Cailler in Broc. Diese Firma bringt es wahrhaftig fertig, uns zuzu- .nuten, ihre Sckotolade in Deutschland in rein engli- scher (!) Aufmachung zu kaufen: Cailler’s Genuine Swisa Milk Chocolate is warranted to consiat solely of the beet unskimmed and aterilized Sw iss Milk, Cocoa and Sogar :c. Die Firma ist natürlidi „established 1819“ und natürlich in »Switzerland“. Auf einer andern Packung derselben Firma findet sich neben der englischen und französischen Lebensbeschrel- düng der Genuine Swiss Milk Chocolate allerdings auch eine deutsche, und die Bezeichnung Milchschoko- lade ist wenigstens auf der Kante der Umhüllung an­gebracht, aber Der HauptausDruck ist Englisch. Eine anDere Packung dieser Firma zeigt in Der Hauptsache französischen Aufdruck, auf der Kante und Der Rück­

portugiesische Trci-Reis-Stück.

mo

♦ Biebrich, 6. Mai 1913. Der 68 Jahre alte Schuhmacher Wagi.er aus Wiesbaden sprang an bei Regattastraße in den Rhein. Ehe man ihm zu Hilfe kommen konnte, war er ertrunken. Die Leiche konnte nach 2 Stunden geländet werden.

m. Mainz - Mombach, 6. Mai 1913. Im letzten Jahrzehnt bat sich die seuchtsandige Ebene am linken Rheinufer zwischen Mainz und Budenheim zu der be­deutendsten Salat-Kammer für West- und Süd- eeulschland entwickelt. Mit Millionen dieses billigen Gemüses werden alljährlich viele hundert Morgen Land bepflanzt. Jetzt bat Die Hochsaison begonnen, etwa 7 Millionen Köpfe sind herangewachsen und harren des Abstechens. In diesen Tagen trifft man ke nen Mombacher zu Hause, Mann, Frau und Kin­der sind draußen, stechen und verpacken die Köpfe und machen sie für die Eisenbahn versandfertig. Täg­lich fahren lange Güterzüge mit der grünen Last nach allen Richtungen.

* Aus Franken, 6. Mai 1913. Der Verband des bayerischen Post- und Telegraphenpersonals, der in Aschaffenburg tagte, lehnte bei 4 Stimmenthal­tungen mit 92 gegen 83 Stimmen den Anschluß an die christl. Gewerkschaften ab. — Dem Hauptlehrer Schum wurde für 25jährige unermüdliche und segensreiche Dienstzeit in der Gemeinde Wiesen das Ehrenbürgerrecht verliehen. ■— Der Verein zur Errichtung eines Volks- und Hallenschwimmbades in Würzburg hatte im Jahre 1912 eine Einnahme von 5542,87 Mk. Die Faschingsveranstaltungen 1913 erbrachten einen Ueberfchuß von 3207,38 Mk. Das Vereinsvermögen beträgt nach dem Stand vom 15. April 154 600 Mk — In Großlangheim wurde die Jubelfeier des 40jährigen Wirkens und zu­gleich des 70. Geburtstages des Dechantpfarrers und Kgl. Geist!. Rates Jakob Imhof am Sonntag festlich begangen.

* Limburg, 6. Mai 1913. Im Villmarer Tun- n e I auf der Strecke Gießen-Koblenz entgleise heute früh infolge falscher Weichenstellung die Soft» motive und etwa 20 Wagen eines Güterzuges. Von Limburg ging ein Hilfszug mit etwa 100 Arbeitern ab, die gegenwärtig an der Freimachung der Strecke arbeiten, was in dem Tunnel mit ziemlichen Schwie­rigkeiten verbunden ist. Personen sind bei dem Un­fall nicht verletzt worden.

als vortrllhaft anerkannt worden, da man eine Ver­pflichtung »um Schulbesuch über diese Zeit hinaus für nicht vorteilhaft hält.

vermischtes.

• Ei» Buchdruckertechnikum soll in München er- liebtet tverden.

* Ehrung für den Entdecker des Südpols. Das nor- wegische Parlament bewilligte einstimmig als Ehren-,

Aus dem Nachbargebiete.

a. Aus dem Kreise Fulda, 6. Mai 1913. In diesen Tagen werden bei den Gemeinde- und Gutsvorstehern im Kreise Fulda die Gemeindesteuerlisten für 1913, enthaltend die Besteuerungsmerkmale der nir fingierten Einkommensteuer von 1,20 Mk., 1,40 Mk.. 4 Mk. veranlagten Personen eintreffen und vom 8. bis 21. Mai zur allgemeinen Einsicht offen liegen. Bei der Einsicht Dürfen die Steuerpflichtigen nur von Den Merkmalen ihrer eigenen Bestiuerung Kenntnis nehmen. Gegen die Veranlagung können die Be- steuerten beim Vorsitzenden Der Einkommensteuer- Veranlagungskommission in Fulda binnen vier Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist, also vom 21. Mai ab, Einspruch erheben.

C. Dipperz, 7. Mai, 1913. Am Pflngstmontag, nachmittags 3 Uhr, findet im Kircher'schen Saale dahier eine Zentrumswahlversammlung Natt. Unser seitheriger Abgeordneter, Herr Amlsgerichtsrat Rhiel- Fulda, wird in derselben über die abgelaufene Legislatur­periode und andere lokale und allgemeine Zeitfragen referieren. Alle Zemrumswädler von hier und Um­gegend find eingeladen und mögen zu dieser wichtigen Versammlung erscheinen

K. Miis (fit. Fulda), 6. Mai 1913. In unserer Gemeinde schreiten die Zufammenlegungs« arbeiten rüstig voran. Im Lause des Sommers müssen aus diesem Grunde auch zwei neue Brücken­bauten ausgeführt werden. Die Grundstücke gehen zum 1. Oktober an die neuen Besitzer über.

4- Ans dem Kreise Lauterbach, 5. Mai 1913. Die Trockenheit des Jahres 1911 hat den Wald- anpflanzungen stark geschadet. Diese Verwüstungen ist man gegenwärtig bemüht, zu beseitigen, indem ganze Trupps Arbeiter die eingegangenen Stämme durch neue ersetzen. Man hat ziemlich starke Fichten­pflanzen gewählt, um ein Zurückbleiben gegenüber den älteren Beständen zu vermeiden. Dadurch ent­stehen für manche Gemeinden nicht unbedeutende Kosten.

* Gersfeld, 6. Mai 1913. Die herrlichen B u- chenwaldungen unserer Rhön prangen gegen­wärtig bis auf die Gipfel hinauf in zartem Maien- grün und der beliebte Waldmeister steht üppig auf dem Waldboden. Touristen und Spaziergänger ha­ben Gelegenheit, das würzige Maitrank-Kräutlein an Ort und Stelle selbst zu pflücken. Zum Wandern int Freien durch Wald und Flur, über Berge und Höhen ist jetzt die schönste Zeit.

* Obergeis, 6. Mai 1913. Als der 18 Jahre alte Sohn Adam des Bullenhalters Schmidt heute morgen den Stall betrat, in welchem sich der Bulle befand, wurde er von diesem angefallen, zur Erde geworfen und mit den Hörnern schwer verletzt. Der Ver­unglückte wurde sofort dem Krankenhause in Hers- felb zugeführt.

* Offenbach, 6. Mai 1913. Der Reisende Da­niel S. Nathan, der für Pforzheimer und Stuttgarter Firmen in Goldwaren reiste und sich Fälschun­gen und Betrüaereien in Höhe von mehreren 1600 Mark hat zu Schulden kommen lasten, ist geflüchtet.

* Hanau, 6. Mai 1913. Im Landtagswahlkreise Hanau-Stadt und -Land sind bei der bevorstehenden Landtagswahl 350 Wahlmänner gegen 325 bei der letzten Landtaaswahl zu wählen. Auf den Stadt­kreis Hanau entfallen 144, auf den Landkreis Hanau 206 Wahlmänner.

th. Griesheim a. TL, 6. Mai 1913. Seit fünf Tagen werden zwei hiesige junge Mädchen »er« m tßt. Eins derselben war angeblich für ein Frank­furter Kaffeehaus engagiert, bat den Dienst aber nickt angetreten, das andere ist auf der Heimreise von einem auswärtigen Besuch verschwunden.

ed. Hofheim i. T., 6. Mai 1913. Der Limburger Mittagsgüterzug entgleiste gestern auf dem hie- sigen Bahnhof; hierbei stürzten ein mit Marmor- platten und ein mit Mineralwasser beladener Wagen um.

* Rotenburg a. d. F., 6. Mai 1913. Heute ver­starb, von einer Beerdigung kommend, der anfangs der 60er Jahre stehende Kaufmann und Stadtrat W alp er. Lange Jahre hindurch gehörte er dem Stadtverordneten-Kollegium, später dem, Magistrat an. Außerdem hatte er zahlreiche Ehrenämter inne.

* Main,, 6. Mai 1913. Nach einigen Zuge- ftänbniffen an die ausständischen Arbeiter der Kost­heim er Zellu lose fahr ik ist der Ausstand bei­gelegt worden; morgen wird die Arbeit wieder auf« Genommen.

feite allerdings auch deutsche Bemerkungen. Nur eine Sorte dieser Firma ist mir in deutscher Aus­machung begegnet, die »Bittere Qualität*. Was macht man nun dagegen? ES gibt iin sehr einfaches Mittel, und das heißt: .Deutsche, kauft in Deutsch- land keine Schweizer Schokolade in französischer ober gar englischer Aufmachung!* Und wenn ihr bann noch euern Sinbern sagt, es sei beschämenb, solche Schokolabe zu elfen, bann wird der ärgerniserregende Unfug bald aufhören. Am besten aber ist es, man versucht einmal, ob den Kindern gute deutsche Schokolabe nickt genau so gut schmeckt wie die Genuine Swiss Milk Chocolate, oder Cbocolat Suisse Extrafin. Meinen Kindern schmeckt die deutsche Schokolade bester, nachdem ich ihnen dies alles er­zählt hab», und die Erzeugniffe unserer deutschen Sckokolabefabriken sind wirklich nicht zu verachten. Ich kaufe von jetzt ab nur noch deutsche Schokolade. Zum Schluß noch eine bescheidene Anfrage an die Firma Cailler: Haben Ste schon einmal versucht, Ihre Schokolabe in d eut scher Aufmachung in Frankreich oder in England zu ve kaufen?

— Allerlei Weisheit. In jeder einzelnen kleinen Zungenpapille sind bis zu 500 Endfasern von Ge- schmäcksncrven eingeschlosten. — Die Magnetnadel zeigt durchaus nicht immer nach Norden, sie schwankt vielmehr, und diese Schwankungen vollziehen sich innerhalb einer Periode von 952 Jahren. — Der ge­samte deutsche Waldbestaud hat einen Wert von rund 10 Milliarden Mark, die sich mit etwa 314 Prozent verzinsen. — Eine Damtzspferdekrast erfordert jährlich etwa 400 Zentner Kohlen. — Im Jahre 1911 brachte dem französischen Staatsschatz der Verkauf von Zünd­hölzern zirka 23 MMonen Mark ein, derjenige von Tobakfabrikaten 280 Millionen Mark. — Der größte Pilz, den man jemals gefunden hat — m einem Gar­ten in Bonneville in Frankreich — wog fast genau drei Pfund, war 27 Zentimeter hoch und 67 Zenti­meter im Durchmesser. — Die Gelehrten haben un­gefähr 560 verschiedene Farbtöne des Blattgrüns ent­deckt — Tas kleinste Geldstück der Welt besitzt nur einen Wert von drei Zehntel Pfennig. Es ist das

Aus Gberhessen u- -en Hess. Aemtern.

Marburg, 6. Mai 1913. Bei der heutige« Stichwahl der dritten Wählerklaffe wurden Bureau- Vorsteher Srbenberger und Zeichenlehrer Becker als Stadtverordnete gewählt.

* Marburg, 6. Mai 1913. In der gestrige« Stadtverordneteiifitzung wurde der Antrag, die e l e k, Irische Straßenbahn, die jetzt bis zum Heu. markt fährt, noch die kurze Strecke durch die engt Marktgaste zum Markt zu führen, abgelehnt.

* Marburg, 6. Mai 1913. An einem der letzte« Abende wurde auf der Kappeler Landstraße ein Stu. deut von einem jungen Burschen angehalten und un­ter Bedrohung mit einem Revolver zur Her­ausgabe feiner Uhr genötigt. Nunmehr ist es ge­lungen, den Täter in der Person eines schon mehr­fach bestraften jungen Mannes aus Kappel zu er­mitteln, in besten Wohnung die Uhr bei einer Hausu suchung vorgefunden wurde.

* Torf-Itter, Kr. Frankenberg, 5. Mai 1913. Nunmehr soll auch in Kürze in unserer Gemeinde ein lange gehegter Wunsch durch die Erbauung emes Wasserwerkes Erfüllung finden. Es sind be­reits über 60 Hausanschlüsse vorgesehen. Der Hoch­behälter soll einen Fastungsraum von 80 Kubikme­tern erhalten.

-ff- Ziegenhain, 5. Mai 1913. Ste vom lanbtotrk schaftlichen Kreisverein in der Struth errichtete Jungviehweide wutcke am Freitag eröffnet; es wurden über 100 Rinder und 20 Fohlen aufge­trieben. — Bon hiesigen Metzgern wurde der Prets für Schweinefleisch auf 75 •& herabgesetzt.

l:l Neustadt, 6. Mai 1913. Heute nachmittag wollte auf dem Darnpfsägewerk des Herrn K. Todten. hier der Schwiegersohn des Besitzers das tnt Gange befindliche Gatter abstellen und erhielt durch einen abspringenden Hebel einen solchen Schlag Wider den Kopf daß er blutüberströmt zu Boden stürzte und unglücklicherweise mit einem Ange in spttzeS Eisen Nach Anlegung eines Nowerbandes wurde der Verletzte auf Anordnung des Arztes nach Mar­burg in die Klinik transportiert. — Von gestern an fährt das Post - Auto nur zweimal des Tages zwi­schen hier und Alsfeld, da der schwache Personenvern kehr die dritte Fahrt nicht rentierte.

* Vöhl, 6. Mai 1913 Alle diejenigen, welche im Februar d. I. Protest gegen das T aI s p er e n p ro- jekt erhoben hatten, wurden zu einem Termm nach Asel aufgefordert, um die Einwendungen zu erörtern. Mehrere hundert Bewohner aus den verschtedensten waldeckischen und hestischen Dörfern des Gebietes hat­ten sich in Asel eingefunben. Eine Einigung wurde nicht erzielt, da in der Hauptsache, der Brückenfrage, seitens der Interessenten nicht nackae- g.ben wurde. Man will sick nicht durch eine Entschä­digungssumme abfinden lasten. Die Angeleg-nheii Wird nun zunächst den Bezirksausschuß beschäftigen.

* Amöneburg, 6. Mai 1913. Am 2. Pftnastfeier- tage h-aebt der hiesige Turnverein die Feier fei/ nes 25jährigen Bestehens.

Amt Geisa und Umgebung.

♦ Geisa, 6. Mai 1913. Unser Stadtbild wird bald- durch einige in Angriff genommene Neubauten verschönert. Das im Süden an der Schleidaerstraße im Bau befindliche Wohnhaus des Herrn Magnus Möller ist bereits zum Richten fertig,, im Norden der Stadt schreiten die Arbeiten an der im Bau befind, lichen Bahnmeisterei rüstig vorwärts.

* Vacha, 6. Mai 1913 Am Sonntag beschlösse« die Bienenzüchter von Vacha und Umgegend, ein Gesuch zwecks Unterstützung des Vereins zui Gründung einer Belegstation an den Bezirksausschuß zu richten. Am 3 Psingstfeiertag will der Verein einen Ausflug zu dem von dem Thüringer Hauptvev ein veranstalteten Lehrkursus in Hilders unterneh­men.

* Fischbach, 7. Mai 1913. Das 4. Beztrkstnrnfeß des Rhönturnbezirks wird am 22. Juni ü unserem Orte abgehalten.