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gearbeitet und somit ist der bekannte Schlager „Es bar doch keinen Zweck", am glänzendsten widerlegt.

a. ♦ Diez, 2. Mai 1913. Im Reckenrotder Walde ist der Apotbcker Siebert aus Wiesbaden auf der «agd von Wilderern erschossen worden.

g. Limburg, 2. Mai 1913. Die alljährlich« Son» ferenz der Herbergs-Verwalter deS ArbeitSnach» io«ls.Verbandes für Hessen und Heflen-Rasian wurde unter starker Bsteiliguna in unserer Stadt abgehalten. Am MitlelpurNke der Verhandlungen stand die Be» ratung über die einheitliche Organisation der Wander- Mrsorge in Verbindung mit dem Arbeits-Nachweis. Weiter verhandelte man über ein Referat von Haus. >ater Dreißig acker (Mainz) über den .Betrieb der Lehrstellen - Vermittelung" und über die Vermittelung landwMschastl. Arbeitskräfte.

' vermischter.

Eine Bepflanzung der Eisenbahndämmr regt der .Türmer" an. Sie ist aber in vielen Gegenden Deutschlands bereits begonnen worden, die Eisen- bahnoerwaltungen stehe» ihr sehr sympathisch gegen- über. Vielen Streckenwärtern ist beispielsweise ge- stattet worden, rechts und links ihrer Kilometer­stationen die Bahndämme mit Strauchobst zu bepflanzen, soweit natürlich das dienstliche Interesse nicht darunter leidet, d. h. Signale usw. verdeckt werden.

* Die erste blinde Abiturientin Deutschlands. Daß blinde junge Männer höhere Lehranstalten besuchen und zum UniversttätSstudium gelangen, ist nichts Neues, aber bis jetzt hat noch kein blindes junger Mädchen in Deutschland dieses Ziel erreicht. Nun hat, wie wir der Monatsschrift ,Die Frau, entnehmen, Frl. Hilde MiUelsten-Schneid, die von Geburt blinde Tochter eines Kommerzienrats in Barmen, am dortigen Realgymnasium das Abiturientenexamen bestanden. Der Bildungsgang der erst neunzehn­jährigen Abiturientin begann mit privatem Unterricht. Später besuchte sie die oberen Klassen einer höheren Töchterschule und nahm zuletzt an einem vierjährigen Vordereitungskurs in Elberfeld teil. Die junge Dame wird Volkswirtschaftslehre an der Unwersitäl Göttingen studieren, wo ihr gleichfalls blinder Bruder dem Studium der Mathematik obliegt.

* Joseph Unger f. Der berühmte österreichische Jurist, ehemalige Minister und Präsident des Obersten Gerichtshofes Dr. Joseph Unger, ist gestern vormittag im Alter von 86 Jahren in Wien gestorben

* Ei« Notar wegen Falscheides verurteilt. In Trier wurde der Königliche Notar Dumont von der Straf­kammer wegen eines in einem Beleidigungsprozetz gegen seinen Sekretär geleisteten Falscheides z» drei Mo. nate «Gefängnis verurteilt.

* Ein brennender Eiseubahndamm. Infolge von Funkenflug waren am Himmelfahrtstag 2000'Schie­nenschwellen der Strecke Berlin-Stettin in Brand geraten. Ein Zug fuhr buchstäblich durch ein Flammenmeer. Da der Loko­motivführer nicht mehr halten konnte, stellte er die höchste Geschwindigkeit ein. Durch dicken Qualm­schwaden brauste der Zug. Ab und zu schlug eine Helle Flamme gegen die Fenster. Der Zug zeigte später angekohlte Trittbretter. Einem Zugführer eines ein paar Minuten später folgenden Zuges ver­brannte eine auflodernde Flamme die Arme. Nur unter großer Mühe gelang es, den gefährlichen Schwellenbrand zu löschen.

* Mürbprozetz Blume. In Posen begann gestern vor dem Schwurgericht der Prozeß gegen Frau Blume, die wegen Ermordung ihres Mannes, des 28jährigen Assistenten am Kaiser Friedrich-Mu- seum, Dr. Erich Blume, angeklagt ist. Frau Blume, die 24 Jahre alt ist, Hal längere Zeit in Unter­suchungshaft gesessen. Nach der Auslotung der Ge­schworenen verfügte das Gericht die Nicht öff.nt- lichkeit des Verfahrens. Erst bei der Urteilsver- kündung soll die Oeffentlichkeit wieder zugelaffcn werden.

• Landesverrat. In Essen wurde ein Kaufmann und eine andere Person unter dem Verdachte der Spio­nage verhaftet. Die Fäden der Spionageaffäre gehen auch nach anderen Provinzstädten, in denen bereits meh­rere Personen verhaftet wurden. Es hat sich heraus- gestellt, daß die Verhafteten mit noch anderen Personen in Beziehungen standen, durch welche Artillerie. Munition an Frankreich verkauft wurde. In Aachen wurde auf Ersuchen der Essener Staats- anwaltschaft ein Hotelbesitzer unter dem Verdacht der Teilnahme an einem auswärts begangenen Landesverrat festgenommen.

* Schwere Vergehen gegen die Disziplin. Das Kriegsgericht der ersten Marineinfpektion in Kiel verurteilte die Torpedobootsmatrosen Hallensberg und Power vom Schulschiff „Friedrich Karl" wegen mili­tärischen Aufruhrs zu je 5 Jahren und 1 Tag Zuchthaus und Entfernung aus der Marine. Tie beiden Matrosen hatten am 20. Dez. v. I. auf einem Straßenabnwagen einem Obermaat, der auf Bitten des Straßenbähnschaffners ihren Namen feststellen wollte, flegelhaft geantwortet und sich geweigert, ihren Namen anzugeben. Nachdem sie mit dem Vorgesetzten den Wagen verlaflen hatten, fielen sie über ihn her und mißhandelten ihn.

* Der „Witz" als Grund zum Zweikampf. Bor »er Strafkammer einer Stadt Badens stand dieser

Tage ein fast Elfjähriger verheirateter Forstmeister wegen Herausforderung zum Zweikampf. Der Forst­meister war seit 10 Jahren mit einem etwa 35jöh- rigen Arzt befreundet; mit andern Akademikern bil­deten sie eine Stammtischrnnde. Der Arzt stand meist als Msttelpunft in der Unterhaltung: wegen ferner Schlagfertigkeit und seines vorlauten Wesens. So sagten die verschiedenen Zeugen und der Ange- klagte aus. Der Forstmeister hatte Grund, sich als von seinem Freund besonders bevorzugtes Witzobjekt zu fühlen. Schließlich hatte sich deshalb eine Menge Aerger bei chm angesammelt. Eines abends am Stammtisch sagte ein Stammtischgenosse zu dem wie- der spöttelnden Arzt: „Wenn du einmal stirbst, muß dein Maul extra totgeschlagen werden!" und zum Forstmeister gewandt fortfabrend: „Nicht wahr, Herr Forstmeister?" Worauf dieser antwortete: „'s wär' schad' um den Prügel!^ . . . Dann folgten andere flache Uzereien, und schließlich wurde der Forstmeister, der sich wenige Augenblicke entfernt hatte, bei seiner Rückkehr vertraulich angclogen (was ein Witz sein sollte): die Spitze seiner Zigarre sei gepfeffert wor­den. Dieses Pfeffern nannte der Forstmeister mit einem vielleicht wütenden Seitenblick auf seinen Freund, eine Büberei. Als er dann merkte, daß die Mitteilung überhaupt gelogen war, belferte sich seine Stimmung durchaus nicht, und der Freund Arzt bezog die „Büberei" auf sich und nahm sich vor, seinen Freund Forstmeister nicht mehr zu grüßen. Einige Wochen später saß der Forstmeister in einem andern Lokal, in dem sein einstiger Freund mit an­dern einen zweiten Stammtisch unterhält, bei seinem Schoppen badischen Landwein. Da kam sein Freund Arzt herein und grüßte chn absichtlich nicht. Der Forstmeister verlangte aber den Gruß und wollte ihn dai.irch erzwingen, daß er aufstand und seinerseits grüßte. Der Gruß wurde aber nicht erwidert. An­dern Tags schickte der Forstmeister dem Arzt seinen Kartellträger mit einer Forderung auf Pistolen. Nebenher hatte dieser noch das Recht, eine Entschä­digung anzunehmen oder sich mit dem Geforderten über ein Ehrengericht zu einigen. Forderung, Ent­schuldigung und Ehrengericht wurden aber abgelehnt, worauf der Kartellträger die Kritik des Forstmeisters übte: „Das Verhalten sei frech und bubenhaft." „Wo­für ich eine Beleidigungsklage einreiche!" war die Antwort des Arztes. Dadurch kam die Zweikampf­geschichte vor die Schranken des Strafrichters. Die derbe Art des weit über Baden binaus bekannten nnd liebenswürdigen Gerichtspräsii mten von altern Schrot und Korn war wohltuend. Als der Tatbestand klar lag, sagte er zu dem Angeklagten: „Wenn mich jemand nicht, grüßt, denke ich: du dummer Mensch hättest mich jetzt grüßen können und tatest es nicht; es geschieht dir ganz recht, wenn du mich künftig nicht grüßen kannst! Konnten Sie nicht auch so den­ken, Herr Forstmetster?" Tas Urteil lautete auf einen Tag Festungshaft. Der Korteüträ- ger hatte die gleiche Strafe schon vorher erhalten. — Was bleibt von einem solchen Tatbestand übrig? Die unangenehme Erinnerung an geistlose dauernde Fop­pereien einer Anzahl erwachsener Männer in Amt und Stellung. Und die Tatsache, daß gebildete Män­ner der Gesellschaft triviale Biertifchspäße kolpor­tierten, sich mit faden Uzereien bewarfen und diese dann mit einem Fingerhnt voll Pulver und einigen Gramm Blei zu einem standesgemäßen Abschluß bringen wollten! Sonderbar, daß man sich dann an seine Ritterlichkeit erinnert, wenn ein Stück davon in schalen Bierresten zu ertrinken droht.

* Aus die Schaukel eines Möbelwagens kletterten in M ü n ch e n zwei siebenjährige Knaben. Der Kutscher jagte die Sinbcr mit der Peitsche weg, wobei die'Knaben unter die Räder gerieten und schwer ver­letzt touiben. Der eine Knabe starb.

* Versuche m t einer neuen Erfindung werden gegen­wärtig auf den französischen Slaatsbahnen gemacht. Alle Signale, die längst der Strecke gegeben werden, können von der Lokomotive wiederholt werden. Man hofft, die Sicherheit des Eisenbahnverkehrs erhedl'ch ,u fördern.

* Sturm und Schnee herrschte gestern nnd vor­gestern in F r a n k r e i ch. In Myngnaur nnd Um­gebung gingen große Schneemassen nieder, die den Boden mehrere Zentimeter hock; mit Schnee bedeck­ten. Tabci herrscht ein herbstlich kalter Sturmwind. Auch aus anderen Orten irn Hochland der Auvergne, so aus Saint Etienne, kommen Nachrichten über Schneefälle am ersten Mai. In Paris herrschte das schönste Maiwetter.

* Tödlicher Sturz mit einem Motorzweirad. Auf der Chaussee von Plaue nach Brandenburg wurde Bet 24'ährige Fliegerosfizier v. Ledebour, der mit dem Oifizier v. Arnim auf einem Motorrwei- sitzer fuhr, infolge eines Pneumatikdeirkts vom Rade geschleudert und stürzte gegen einen Baum. Mit einer schweren Gehirnerschütterung schaffte man den Gestürzten ins Krankenhaus, wo er bereits ge- torbcn ist.

* Kamps mit Seeräubern, ließet den Angriff chinesischer Seeräuber auf den englischen Dampfer „Taion", worüber wir von einiger Zeit auf Grund einer Meldung aus Hongkong berichteten, werden nunmehr nähere Einzelheiten bekannt. Ter Dam- ofer „Taion" war vom Kapitän des Dampfers

„Heungshon" gesichtet worden, als er das Flaggen­signal „Won Piraten angegriffen, ärztliche Hilfe drin- gend erforderlich" gesetzt hatte. Er lag auf einer Sandbank fest. Kapitän Holmes, der den Dampfer befehligte, erzählte, daß einige 60 chinesische Räuber in europäische: Tracht bereits im Hasen von Hong­kong an Bord gekommen feien und sich unauffällig unter die 450 Passagiere gemischt hätten. Kaum war das Schiff auf hoher See, als die Räuber sich zuerst des Kapitäns, des ersten Offiziers und des Ober- maschinisten bemächtigten, die sie in der Kapitäns­kabine auf dem Brückendeck einfperrten. Zwei S t e u e r k e ut e, die sich weigerten, den Dampfer zur Küste zu steuern, wurden erschossen. Nach den Angaben einer englischen Missionärin habe der Kampf an Bord drei Stunden gewährt. Biele See­leute wurden dabei verwundet und die Pasiagiere un­ter Mißbandlungen gezwungen, alle ihre Wertsachen auszuliefern. Die Besatzung konnte keinen wirksamen Widerstand leisten, weil die Piraten sofort nach Ge­fangensetzung des Kapitäns die Munitionskammer geplündert hatten. Die Räuber ließen dann den Dampfer auf eine Sandbank auflaufen, zerstörten die Maschinen, machten die Rettungsboote klar und er­griffen in ihnen die Flucht nach der nahen Küste. Ihre Beute hatte einen Wert von mehr als 50 000 Mark. Der Kapitän des den Beraubten zu Hilfe ge- kommen-n Dampfers „Heungshon" berichtet, daß er an Bord des „Taion" die entsetzlichste Verwüstung vorgefunden habe. Die verwundeten Seeleute und Passagiere seien hilflos auf dem Deck gelegen.

△ ©ine Karlisten-Kundgebung i« Frankreich. Der „SRatin" berichtet: Samstag abend kamen in Barce­lona zwei Züge mit Karlisten an, die in Lourdes der Ausgrabung der Ueberreste des karlisiischen Generals Tristanh beigewohnt hatten. Bei ihrer Ankunft erzähl­ten die Karlisten folgenden Zwischenfall, den auch die Zeitungen von Barcelona bringen. Der Prätendent Don Jaime von Bourbon war ebenfalls nach Lourdes gekommen. Auf der Straße war er Gegenstand be­geisterter Kundgebungen von Seite seiner Anhänger. Die Polizei ersuchte Don Jaime, nach Pau abzureisen. Don Jaime ließ seinen Freunden mitteiken, daß er sie in Pau bei der Durchfahrt der Extrazüge Be­grüben würde. Aber der dortige Präfekt untersagte jede Kundgebung. Da begab sich denn der Prätendent im Automobil zwei Kilometer vor den Bahnhof hinaus und erwartete den Zug. Als der Zug an die bestimmte Stelle kam, zogen die Spanier die Notbremse. Der Zug hielt, junge Leute bestiegen die Maschine und be­stimmten die Führer derselben, ohne Gewalt anzuwen. den, dazu, eine Viertelstunde zu halten. Die Fahrtteil, nehmer brachten dem Prätendenten ihre Huldigung dar und dann setzte der Zug seine Fahrt nach Spanien fort.

* Das „allergrößte" Schiff der Welt. Der Ruhm des „Imperator" als des größten Schiffes der Welt wird nur von kurzer Dauer sein: schon im November dieses Jahres wird in Belfast ein neuer Riesen- dampfer der White Star-Linie vom Stapel laufen: die „Brita » ni c". Die Dimensionen dieses neuen englischen Dampfers, besten Ban schon vor Monaten begann, waren bisher streng geheim gehalten wor­ben. Jetzt wirb bekannt gegeben, baß seine Länge 887 englische Fuß unb 9 Zoll, etwa 258 Meter, be­tragen wirb. Der Bruttotonnengehalt wird fast 51 000 Tons erreichen und jedenfalls, wie die engli­schen Meldungen bezeichnenderweise ausführen, „den Tonnengehalt des deutschen „Imperators" um ein Weniges Übertreffen." Ursprünglich sollte das Schiff erst im kommenden Frühjahr vom Stapel laufen, aber man hat in den letzten Monaten mit doppelten Arbeiterfchichten gearbeitet, um möglichst bald den Rekord des „allergrößten Schiffes" der Welt wieder an die britische Flagge zu bringen.

Letzte Nachrichten.

W. Berlin, 3. Mai 1913. Der Ausschuß für die Charlottenburger Bürgermetsterwahl wird erst nach Pfinosten wieder zusammeutreten. Wie das „Berliner Tageblatt" hört, soll sich der Oberbürger, meister von Kassel, S ch olz, bereit erklärt Haden, eint auf ihn fallende Wahl anzunehmen.

W. Berlin, 3. Mai 1913. DieTarif-Verhand- langen für das deutsche Baugewerbe wurden am 30. April zu Ende geführt. In den meisten Lohn» gebieten kam cs zu einer Einigung, für andere Ge­biete fällten die Unparteiischen Schiedssprüche. Im Laufe der nächsten Woche werden die Verbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu dem Resultat der Verhandlungen Stellung nehmen.

W. Stuttgart, 3. Mai 1913. In Württemberg und Baden gingen gestern schwere Gewitter mit Hagelschlägen nieder, die an den Kulturen schweren Schaden annchteten. In den höheren Berg» lagen he,richt Schneegestöber, bei zwet bis drei Giad Kälte. Der Feldberg und andere Gipfel tragen eine Neuschneedeckr.

W Paris 3. Mai 1913. AuS Madrid wird ge» meldet, daß gestern vor dem Tore des Hauses des päpstlichen NuntiuS eine Schachtel mit zwei Dynamitpatronen gesunden worden sei. Man glaubt, daß es sich um einen anarchistischen An- chlag handelt.

W. London, 3. Mai 1913. Wegen Auffindung einer mit Nitroglyzerin getüflten Flasche auf dem

Untergrundbahnhof glaubt bi« Polizei an einen neuen' Anschlag der Suffragetten.

W. New • Uork, 3. Mai 1913. Auf dem Mississippi ist ein Dampfer in der Nähe von Natchez mit einem Schwimmdock kollidiert und ge­sunken. 25 Mann fanden den Tod in den Fluten. .'

Vom Balkan.

W. Berlin, 2. Mai 1913. Zu der Pariser Nach­richt des,Matiw, baß Könia Nikita in einer zweiten Benachrichtigung an die Mächte seine Bereitwilligkeit erklärt hat, sich vor dem Willen Europas zu beugen und Skutari zu räumen, wenn ihm territoriale Entschädi« gütigen zugesichert werden, wird, wie das Hirscv'sche Telegraphen - Burrau erfährt, hier an maßgebender Stelle bemerkt, daß man dieses Entgegenkommen nur als Ausflüchte betrachtet, da zweifellos die Fordes tungen König Nikitas in dieser Beziehung so groß sein werden, daß dieselben doch nicht erfüllt werden tonnen.

H Wien, 3. Mai 1913 (Tel.). Dcr Ministerratj der gestern vormittag 11 Uhr zusammengetreten ist, hat bis 10 Minuten vor 3 Uhr beraten, lieber Themen unb Resultat dieser Beratung wird in amtlichen Kreisen in der üblichen Weise strengstes Stillschweigen bewahrt, Doch weiß man, daß alle finanziellen und militärischen Fragen vom Ministerrat vollkommen erledigt wurden« sowohl die Frage der notwendigen Kredite wie der Trup. pen-Transportc, der Sicherstellung der Munition und Proviant-Nachschübe, kurz alles, was zur Vorbereitung der Aktion gehört. Es wurde festgestellt, daß das Som. mando der zur Verwendung gelangenden Truppen Feld­zeugmeister von Kotiorek übernimmt. Trotz aller Ge. duld und LcmgmM glaubt man, daß der Kaiser sich nicht leicht zu einer Sergögerung der Aktion wird entschließen können, weil die militärische Situation sich durch Abwar» ten verschlechtert. Die Nachricht, die über England kam, daß österreichische Transportschiffe mit Lan. dungsiruppen in Sintibari a «gekommen sind, be­stätigt sich, ebenso die Meldung, daß die Truppen in Callellanuovo auf telegraphische Ordre des Kriegsmini­steriums in der Nacht eingeschifft worden find.

W Sarajewo, 3. Mai 1913. Heute ist der Aus­nahmezustand für Bosnien und di« Herzegowina pro- klamiert worden.

W Frankfurt, 3. Mai 1913. (Tel.) Die „Franks. Ztg." meldet aus Rom: Aus zahlreichen Garniso- nen wird gemeldet, daß Trnppenabteilnngen für ein Expeditionskorps nach Albanien zusammcnacstellt werden. Tas Expeditionskorps wird in Brindisi zu- sainmcngezogen. Es soll angeblich 30 000 Mann stark sein.

W Frankfurt, 3. Mai 1913. (Tel.) Die „Franks. Ztg." meldet aus Wien: Oesterreich-Ungarn wird, wenn die Abmachungen zwischen dem österreichischen und ttalienischen Generalstabschef keine Mänderun- gen mehr erfahren, 50—60 000 Mann nach Albanien senden.

Handel und Industrie.

St Berlin, 2. Mai 1913. Die Börse begrüßte die Vertagung der Botschaslerkonserenz mit einer stürrni- schert Aufwärtsbewegung auf allen Gebieten, und wenn auch diese anfangs über das Ziel hinausschoß und infolge Realisation Kursabbröckelungen erfolgten, so bewahrte di« Börse doch ihren festen Grundton. Schiffahrts- und Elektrizilätsaktien waren 2 bis 3 Prozent und darüber gesteigert. Hansa 7 und Schlickert 5 Prozent höher. Kanadas notierten 31/« und russische Bankaktien teilweise über 3 Prozent höher. Sonst waren die Kursbesserungen bescheidener«

Märkte.

+ Fulda, 3. Mai 1913. Auf dem heutigen Schweinemarkte waren 385 Ferkel und — Läufer aufgetrieben. Bezahlt wurden für Ferkel 25, 29 und 35 Mark pro Stück. •

-r. Wettervoraussage

f#t Sonntag, den 4. Mai 1913;

Wechselnd bewölkt, Regenschauer, kühl.

Temperatur. Höch fte seit gestern mittag 12 Uhr?

16,56 Telfius; niedrigste: 5° EelstuS.

Barometerstand. Heute mittag 12 Uhr: 735 mm) gestern 735 mm.

Verantwortlicher Redakteur: K. Schütte; für die Anzeigen: I. Parzeller in Fulda.

Heute

beginnen wir mit der Veröffentlichung empfehlenswerter Ausflugsorte, Som­merfrischen und Bäder. (Siehe 3. Blatt).J Wir bitten unsere Leser, dieses Ver­zeichnis recht oft zu Rate zu ziehen.

In den nächsten Tagen erscheint:

Jubiläums-Büchlein für die Diözese Fulda enthaltend Anleitung und Gebete zur Gewinnung des Jubiläums-Ablasses anlässlich der Konstantinischen Feier.

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