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trud trr fulfctr Actientruccrei in 5ulda.
ZulÄaer Leitung. ------
? Lokales.
Fulda, 18. April 1913.
# Verliehen wurde dem Prof. Dr. Sauer zu Marburg der Kroneuorden 3. Klaffe.
!! Schulfrei. Nach einer Anweisung des Kaiser!. Zivil - Kabinetts hat dcr Kultusminister verfügt, daß am Hochzeitstage der Prinzessin Viktoria ~utfe. am 24. Mai, in allen Schulen Preußens der Unterricht ausfallen soll. Dieselbe Bestimmung gilt auch für den Tag des Negierungs-Jubiläums des Kaisers, den 16. Juni.
hJHeauftragt wurde der Schulamtsbewerber Heinrich Schlünger von hier vom 1. Mai d. Js. ab mit der Vertretung der durch die Versetzung des Lehrers Röder nach Fechenheim erledigten Lehrerstclle in Oberrodenbach.
△ Dienstjubiläum. Herr Stadtkämmerer Joseph Kalb kann beute auf eine 25jähr'ge Dienstzeit bei der Stadt Fulda zurückblicken.
V Eröffnungsfeier. Am Bischöflichen Priester- semrnar wurde heute vormittag das neue Studienjahr 1913/14 in feierlicher Weise eröffnet. Um 8 Uhr fand auf dem Chor der Domkirche ein Lcvitenamt statt, das dcr Senior des Profefloren- kollegiums, dcr hochw. Herr Protonotar Professor Dr. Gut beriet, zelebrierte und das der Chor durch den Vortrag der Herz-Jesu-Meffe von Singenberger und das Veni creator spiritus von Witt verherr- lichte. Zum Schluß des Amtes wurde der sakra- mentale Segen erteilt. — Um 10»/, Uhr begann in der Aula des Priesterseminars die akademische Eröff- nungsfeier, welcher der von seiner Romreise gestern abend zurückgekehrte Hochw. Herr Bischof, das Dom- kapitel und das gesamte Professorenlollegium beiwohnten. Nachdem der Sängercbor Bruno Steins wuchtige Komposition „Wir sind des Herrn" mit Klavierbegleitung gesungen hatte, bestieg Herr Regens Prof. Dr. Schreiber den Katheder, um nach einleitenden Begrüßungsworten zu sprechen über „Die wissenschaftliche Erklärung des biblischen Schöpfung § bericht es". Dcr Redner legte dar, wie der streng geschichtliche Charakter des Berichtes der Genesis über die Entstehung der Welt im Sinne der Konkordanztheorie sich allen anderen Deutungen gegenüber wissenschaftlich streng begründen und aufrecht erhalten läßt, und wie darum die bibelfeindlichen Aufstellungen der historisch-kritischen Methode Westhausens, des Babylonismus von Delitzsch, des Penbabhloi ismus von Winckler, der Gilgamasch- Theorie von Jensen und sonstiger Entlehungstheorien durchaus haltlos sind, und die in bibelfreundlichcn Kreisen vertretenen Theorien von Scholz, Lenormant und Holzhey, Lagrange, Peters, Euringer, Hümme« lauer, sowie die sog. idealistische Theorie dem bibischen Texte nicht allweg gerecht werden. Der Hochw. Herr Bischof konnte in seiner Schlußansprache den versammelten Professoren und Alumnen des Priester- seminars die erfreuliche Mitteilung machen, daß der Heil. Vater ihnen in besonderer Liebe seinen päpstlichen Segen erteilt und den Hochwürd. Herrn Bischof beauftragt habe, denselben persönlich zu spenden. — Die Geiamtzahl der Theologiestudicrenden an Fakultät und Seminar beträgt 112. Hiervon entfallen auf den ersten Kurs 13 Fuldaer und 27 Limburger, auf den zweiten Kurs 17 Fuldaer und 20 Limburger, auf den dritten Kurs 4 Fuldaer, 6 Lim- bürget und 1 Osnabrücker, auf den vierten Kurs 11 Fuldaer und 1 Limburger, auf den fünften Kurs 11 Fuldaer. Die Studierenden des Klosters Frauenberg, die mehr als zwei Jahrzehnte hindurch am Priesterseminar ihre philosophiichcn und theologischen Studien machten, obliegen seit der Neuordnung der Studien im Franziskancrordcn bekanntlich in Salmünster und auf dem Frauenberg ihren Studien.
Mi. Sperrung der Fuldaer Viehmärkte. Bon wohlunterrichteter Seite wird uns zu unserem gestrigen Artikel geschrieben: Der Beschluß der Viehhändler, die Fuldaer Märkte bis auf weiteres nicht mehr zu besuchen, ist bedauerlich nicht nur mit Bezug auf seine Wirkungen, sondern insbesondere auch deshalb, weil er gefaßt worden ist ohne Kenntnis der tatsächlichen Vorgänge. Ans Seiten der Viehhändler hat man angenommen, daß auf den Vortrag ihrer Wünsche hin von den zuständigen Behörden nichts zur Erfüllung derselben unternommen sei. Das ist ein großer Irrtum. Die Königl. Regierung hat einen Kommissar nach Fulda geschickt, um sich über die Berechtigung der geäußerten Wünsche zu informieren. Die Königl. Polizei- direktion ist tätig gewesen und hat die Erfüllung des einen Wunsches schon gewährt und gestattet, daß der Auftrieb des bereits am Tage vor dem Viehmarkte untersuchten Viehes durch einen zweiten Eiir- gang auf den Viehmarktplatz erfolgt, wodurch der Auftrieb wesentlich abgekürzt wird. Der Magi- st r a t hat mit der Polizei und dem Herrn Kreistierarzt Verhandlungen gepflogen, die insbesondere be* zuglich der Untersuckmngsgebühren eine gute Grundlage zu einer endgültigen Verständigung zu bieten geeignet sind. Alle solche Verhandlungen bedürsen jedoch zu ihrem Abschlüsse einer gewissen Zeit, und es ist deshalb bedauerlich, daß die Viehhändler es unterlassen haben, sich vor ihrer Beschlußfassung auf der hiesigen Polizeidirektion und dem Rathause über das bisher Geschehene zu unterrichten. Das beliebte schroffe Vorgehen dürfte die weiteren Verhandlungen gerade nicht erleichtern.
-y- Rückgang der Fuldaer Viehmärkte. In der letzten Zeit hat nicht nur die Beschickung der Fuldaer Viehmärkte wesentlich nachgelassen, sondern es hat sich auch der Diehverkaui, wenigstens nach außen hin, bedeutend vermindert. Denn während auf dem drittletzten Markte noch 110 Waggons Vieh auf dem Bahnhof verladen wurden, waren es beim vorletzten Markt nur noch 88 und gestern ist diese Zahl dem Austrieb entsprechend auf 70 herabgesunken.
Kr. Schlachtvieh - Verficherungkverein der Fleischer« Innung. Aus den Beschlüssen dcr Generalversammlung vom 15. April ist hervorzuheben, daß wegen der stets zunehmenden Beanstandungen ans Erkrankungen an Tuberkulose, hauptsächlich bei den Kühen und Schweinen, die Prämiensätze für Kühe um 2 Mk. auf 14 Mk. und für Schweine von 40 auf 80 Pfg. mit Wiriung vom 1. Mai 1913 erhöht werden. Außerdem wurde einstimmig die Ergänzung zum § 4 des Statuts beschlossen, wonach den hiesigen Metzgern jene Schlachttiere, welche sie außerhalb des Stadtgebietes schlachten wollen, auch versichert werden. Seither war das nur der Fall, wenn dieselben im hiesigen Schlachthofe geschlachtet wurden. Den Grund zu dieser Aendcrung gaben die hohen Schlachtgebührensätze des hiesigen Schlack)thofes. Tie beabsichtigte Verlegung der meisten Schlachtungen in die umliegenden Ortschaften betrifft jene Schlachttiere, deren Fleisch nicht zum frischen Gebrauch kommt, sondern erst in zubereitetem Zustande. Das bedeutet aber einen gewaltigen Ausfall für di« Schlachthofkaffe. Die Maßnahme soll
E ben, Metzgern durchgeführt werden, wenn die Stadtbehörde die Verzinsung des Schlachthofes nicht ermäßigt und die übrigen Härten, die die Metzger in ber Amortisation und dergleichen erblicken, nicht befett tgf.
□ Fahrvteisermäßiguitg für Fahtten im Zutcreffe der Jugendpflege. Nach einer Mitteilung der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. wird die Fahrpreisermäßigung für die int Interesse der Jugendpflege unternommenen Ausflüge, soweit Personenzüge in Betracht kommen, im allgemeinen auch an Sonntagen nicht versagt werden. Ausgeschlossen sind die Tage vom 1. Tag vor bis eittschlteßlich 1 Tag nach den beiden Oster- und Psingstfeiertagen, sowie die zwei ersten Tage der Sommerferien. 'Ten Anträgen aus Gewährung der Fahrpreisermäßigung darf seitens der Stationen keinesfalls früher als "sechs Tage vor dem beanspruchten Reisetag zugestimmt werden. Die Anträge auf Benutzung von Eil- und Schnellzügen unterliegen der Entscheidung der Direktion. Für die l)-Züge 41, 13, 14 und 42 auf der Strecke Frcmksurt- Bevra ist die Erteilung der Erlaubnis ausgeschloffen. Vordrucke zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung im Interesse der Jugendpflege werden von den Fahrkartenausgaben der Ausgangsbahnhöfe auch an die ben Ortsausschüssen angeschloffenen Vereine abgegeben.
'* Für den Prinz Hcinrich.Flng 1913 hat die preußische Heeresverwaltung bereits die Teilnahme von nenn Offizieren in Aussicht gestellt; unter bieten befindet sich auch Oberleutnant Donnewert, der uu8 mit seiner Taube schon zweimal einen Besuch abftaitete. Auch die bayerische Militärverwaltung will drei Offiziere zur Teilnahme an dem Flug beordern. Die Konkurrenzen werden besonders interessant durch die Teilnahme von Zeppelin-Luftschiffen.
--- Ordnungsmäßige Entwertung der Beitrags- marke«! Im Interesse unseres Leserkreises wird wiederholt darauf hingewiesen, daß die Wochenbeiträge für die Invaliden- und Hinterblicbeneu-Ver- sicherung nach ben Bestimmungen bet Reichsoersichc- rungsorbnung alsbald nach ber Eiuklebung mit dem Tage zu entwerten sind, bis zu welchem siegelten. Da die Wochcnmarke immer für die ganze Woche gilt, so ist immer ber Samstag, oder, wenn auch Sonntags gearbeitet wird, ber Sonntag als Datum einzutragen. Auch wenn mehrere Marken gleichzeitig eingeklebt werben, so ist auf jeder dieser Marken das Datum einzutragen, bis zu welchem sie gilt. Nur bei Zusatzmarken ist ber Tag einzutragen, an bem bte Zusatzmarke geklebt wild. Im Unter- lassungsfalle kann Orbnungsstrase bis zu 20 Mark verhängt werden.
* Schaufliegen. Gestern abend ist bereits die Flugmaschine des Herrn Mürau eingeiroffcn und heule vor« mütag vom Bahnhof nach dem Exerzierplätze gewacht worden. Die Maschine ist heute nachmittag von 2Vs bi§ 7 Uhr, sowie morgen von 9 — 12 Uhr norm, und 2V>—7 Uhr nachm. und Sonntag von 9—12 Ubr vorm. zu besichtigen. Die Karten hierzu find an den 3 Vor- Verkaufsstellen zu erhalten. Diese Karten berechtigen auch zum Zutritt zum Schaufliegen selbst am Sonntag. Wir weisen beute schon darauf hin, daß am Sonnlag nachmittag nur ein einziger Zugang zum Platze offen ist, und zwar der von der Stadt aus gesehen am weitesten rechts gelegene Weg. Man geht al|o über die Langebrücke und den neben der Neuenberger Kirche führenden Weg nach dem Exerzierplätze. Alle anderen Wege, außer den Chausseen die nach Haimbach und Sickels führen, sind aus sicherheiispolizeilichen Gründen gesperrt. Fuhrwerke und Radfahrer muffen die Chausseen benützen. Nach- olgend bringen wir noch einige kurze Auszüge aus den Kritiken anderer Zeitungen über Mürau's Flüge. So schreiben die .Busterburger Zig/: Das Beffere ist des Guten Feind. Der Abflug gestaltete sich glänzend. . . . brachte Mürau einen brillanten Gleitflug zustande und landete sanft und leicht rote ein Vogel. Spontanes Beifallklatschen lohnte mit Recht diese famose Leistung. — Die Gelsenkirchener Ztg/: Es gab Lturmflüge, Sturmflüge, daß einem Angst und bange werden konnte. — .Niederrheinische Nachrichten': Alle Erwartungen wurden bet weitern übertroffen, während man sonst bei Flugveranstaltungen fast immer Enttäuschungen zu verzeichnen hak. Diese Leistung war einzig.
Ans dem Nachbargeblete.
(s.) Friesenhausen (Rhön), 17. April 1913. Unser St. Anna-Kirchlein ist nun im Innern so weit eingerichtet, daß an die E i n w e i h n n g gedacht werden kann. Wie jetzt bekannt geworden ist, soll diese in der allernächsten Zeit erfolgen. Das Kirchlein macht jetzt schon im Innern einen tadellosen Eindruck. Sämtliche Einrichtungsstücke sind stilgerecht hergestellt und hervorgegangen' aus den Werkstätten der Kunstschreinerei von A. Bauer in Würzburg. Man muß an ihnen besonders die saubere Arbeit bewundern, am meisten aber die künstlichen Ausarbeitungen an Beichtstuhl und Kanzel. Letztere hat besonders hohen Kunstwert. Auf ihr sind die vier Evangelisten in Eichenholz geschnitzt und in genauen Nachbildungen der bekannten Riemenschnerderschen Kunstwerke angebracht. Ebenso sei der Kommunionbank gedacht, die besondere Mannigfaltigkeit der Schnitzereien zeigt. Wir können Herrn Bauer zu dieser Arbeit gratulieren. Eine Freude für die Einwohner wird es sein, das Kirchlein bald benutzen zu können, womit die langen Kirchwege endlich Wegfällen.
X Schmalnau, 16. April 1913. Der hiesige Rad- fahrerverein „Rhönlust" beging am Sonntag sein diesjähriges Stiftungsfest mit Ball. Angehörige ber Mitglieber, sowohl wie zahlreiche Frennbe bes Vercins nahmen an ber Feier teil. Die Musik würbe gestellt von btt Kapelle bes Artillerie-Regts. Nr. 47 in Fulda.
[:] Aus dem Kreise Gersfeld, 17. April 1913. Zwecks Gründung eines Kreis-Bi en enzüchter-Verb an des findet nach einer vorausgegangeuen Vorbesprechung am kommenden Sonntag, den 20. ds. Mts., nachm. V-3 Uhr, im Gasthause „Zum deutschen Kaiser" in Gersfe Id eine Versammlung von Vertretern der Bienenzüchtervereine des Kreises Gersfeld statt.
* Schenklengsfeld, 17. April 1913. Ein etwa 26jährige Bursche erschien am Montag in einer hiesigen Gastwirtschaft, wo er sich als ber Besitzer bes „Fuchsenhofes" im Kreise Gersfeld ausgab, ber ein Paar junge Pferbe kaufen wolle. Der Wirt wies ihn an ben Lanbwirt W. in Conrobe unb machte sich alsbalb mit seinem Gaste aus den Weg zu W. Der Hanbel war auch bald abgeschlossen, und der fremde „Gutsbesitzer" erwarb die Pferde zum Preise von 1650 Mark. Zum Weinkauf bewirtete der Verkäufer seine Gäste und eine Anzahl bei dem Handel anwesenden Leute reichlich mit allem, was Küche und Keller bot. Der Weinkauf wurde sodann in der Gastwirtschaft fortgesetzt, wo ber Frembe bte Zeche zu bezahlen hatte. Auch dort hatte sich eine erkleckliche Anzahl „Festteilnehmer" eingefunben. AIS es jeboch ans Bezahlen ging, stellte es sich heraus, baß bet „Besitzer des Fuchsenhofes" weder bas Gelb für bie gekauften Psrrbe noch das zum Bezahlen ber Zeche bei sich hatte. Er gab vielmehr an, baß auf der Post-eine größere Summe Gelbes
für ihn bereit läge. Tie allgemeine Verwirrung benutzte ber „Gutsbesitzer", sich heimlich bavonzu- schleichen. Tcn Gästen gelang cs jcboch, ihn einzufangen. Noch in berfelben Nacht würbe er verhaftet unb in bas Amtsgcrichtsgefängnis eingeliefert. Der freche Geselle soll ein bei ber Zeche Hattorf beschäftigter Bergarbeiter fein.
* Wengshaüsen, 17. April 1913. Am Dienstag erfolgte bie Ocffnung ber eingegaugenen Angebote für bie Anlegung ber Wasserleitung. Der Bau ber Wasserleitung würbe ber Firma W. Karl Rosen- bcrg-Hersield übertragen.
§§ Wihenhausen, 17. April 1913. Das hiesige Lansratsamt hat m^t, daß ein großer Teil der im Kreise Witzenhausen arbeitenden ausländischen Jndustri carbeitet die pnutzilche Monarchie verlassen muß. Die Ursache dieses Vergebens soll fein, daß zahlreiche Saisonarbeiter zur vorgeschriebenen Zeit die preußische Monarchie nicht verlaffen und sich auf diese Weise der Militärsewalt ihrer Heimats- beworben entzogen haben.
* Göttingen, 17. April 1913. Währer.b Vater unb Mutter in bem Vororte Geismar auf Arbeit waren, wärmte ein sieden Jahre altes Märchen seinem kleinen Schwesterchen auf einem Spirituskocher Milcd. Tas jüngere Kind zog ben Kocher mit samt der Tischdecke herunter. Der brennende Spiritus ergoß sich über bas Kinb, sobaß es alsbald in Flammen staub unb einer Fenetsäule gleich auf die Straße lief. Es starb gleich noch bet Einlieferung in die Klinik unter entsetzlichen Schmerzen.
* Bad Wildungcn, 17. April 1913. Der Kreis- Vorstand beschloß bie Errichtung eines KreishauseS unb bcs Anschlusses au bas Elektrizitätswerk an ber Talsperre.
* Aus Thüringen, 17. April 1913. In Ko- burg fand eine Versammlung der Landwirtschafts- lehrer statt, an der 500 Herren aus den verschiedensten _ Gegenden Deutschlands teilnahmen. Dem Staffelberg und Kloster Vierzehnheiligen statteten die Teilnehmer Besuche ab. — Die Bienenzucht im Herzogtum M c i n i n g c n hat int vorigen Jahr 83 729 Mark ergeben. Davon entfielen 79 719 Mk. auf Honig unb 4010 Mark auf Wachs. Im Herzogtum befanden sich 1924 Bienenzüchter mit 9952 Bienenstöcken. — In Marktgölitz wurde die Schule auf. vorläufig zwei Wochen geschloffen, weil einige Diphtheriefälle vorgekommen sind. — Der Gemeinderat von Ilmenau hat beschlossen, nachdem das Ortsstatut über die städtische Steuererhöhung die Genehmigung nicht gefunden hat, weil neben der Steigerung der Staatssteuer noch eine weitere Steigerung der Einkommen über 1500 Mark vorgesehen war, die Gemeindesteuern von 150 auf 170 Prozent zu erhöhen.
* Waldkappel, 17. April 1913. Gestern weilte ein höherer Postbeamter hier. Man plant nämlich die Errichtung einer Automobilverbindung Eisenach-Waldkapcl. Von der Stadt wurde der Bau eines Schuppens für drei Fahrzeuge (Voranschlag 3000 Mark) und die unentgeltliche Hergabe von Licht und Heizung für die Wohn- und Schlafrämne der Fahrer verlangt. Unsere Stadtbehörde war der Ansicht, daß — bei aller Wertschätzung des Fremdenverkehrs — man Waldkappel so große Opfer nicht zumuten könne.
* Vom Eichsfelde, 17. April 1913. Vor einigen Tagen wurde in der Nähe von Nordhaufen der Arbeiter Wendler aus Nordhausen mit einer Schußwunde int Kopse tot aufgefunben. Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß der Erschossene von seinem Arbeitskollegen Schäfer erschossen worden ist. Die beiden Arbeiter hatten Schießver suche mit einem Tesching unternommen. Hierbei stellte Wendler leichtsinnigerweise sich selbst als Ziel hin,- Schäfer schoß auf ihn und traf ihn in den Kops. Schäfer ist flüchtig geworden.
Amt Geisa unö Umgebung.
* Stadtlengsfeld, 17. April 1913. Da das Gesuch der Gemeindcbebörden um Genehmigung zur Errichtung einer städtischen Sparkasse vom Staatsministerium abgelehnt wurde, will der Gemeinderat ein erneutes Gesuch einreichen. — Dör Spar- und Vorschußvereitt, dessen Mitgliederzahl von 318 auf 313 zixrückgegangen ist, hat trotzdem einen Mehrumsatz zu verzeichnen. Der Kaffe- umsatz beträgt 166 988,05 Mk. Neben den Zuwendungen zu den Reserven kann wieder eine Dividende von 6 Prozent verteilt und 200 Mk. einem Fonds zu dem int Jahre 1914 zu feiernden 50jährigen Jubiläum überwiesen werden. An Stelle des verstorbenen Anfsichtsratsmitgliedes Hofmann III in Urnshausen ist der Schuhmachcrmeister Hörle in Stadtlengsfeld gewählt worden.
* Kaltennordheim, 17. April 1913. Mit dem Bau bet Autohalle ist gestern begonnen worben. Der Bau muß beschleunigt werben, ba im Mai bereits bas erste Postauto hier eintrifft. Der Bau ist bem Maurermeister Orf für ben Preis von 2716 Mark 43 Pfg. übertragen.
* Uuterelleu, 17. April' 1913. Hier hat sich eine Dampfbteschgenofsenschaft gebilbet, bet übet zwei Drittel ber hiesigen Lanbwirte angehöten.
* Gerstungen, 17. April 1913. Der Gcrstunger Triebwagenzug, ber jetzt Eisenach 10.14 Uhr abenbs verläßt, geht infolge Einlegung des neuen Eilzuges Eisenach-Bebra vom 1. Mai ab schon 9.22 Uhr in Eisenach ab. Et trifft 10.02 Uhr in Gerstungen ein.
* Occhsen, 17. April 1913. Nachdem im Schacht Mariengart 16 000 Zentner Zement eingeführt worden sind, muß die Arbeit 6 Wochen ruhen. Die Arbeiterschaft wird inzwischen am Basaltwerk „Schorn" beschäftigt, das lange stillgestanden hat.
Aus Gberheffen u. ben Hess. Aemtern.
Ä Marburg, 16. April 1913. Bei den heutigen Stadtverordnetenwahlen für die dritte Wählerklasse wurden für die zwei in den Magistrat gewählten Stadtv. Rentier Engel und Rentier Zeiß nicht weniger als 12 Kandidaten votgeschlagen. Die meisten Stimmen erhielten Burcauvorstehet Etden- berger, ©lafermeifter Ritter, Bäckermeister Louis Mengel und Zeichenlehrer Becker, zwischen denen auch Stichwahl stattfindet.
* Marburg, 17. April 1913. Zwei Marburger Kliniker, der Volontär-Ätzt der medizinischen Universi- täts-Klinik, Dr.Kayser, und derSekundär-Arzt der städtischen Kranken-Anstalt Lindenbutg, Dr.Achelis, sind nach Serbien abgereist. Beide werden dort die Leitung von KriegS-Hospitälern übernehmen. •— Am 19. und 20. April hält hier der Provinziell - Verein Heffeu-Naffau. de- Bunde- kommunaler Polt«
Sreitag 18. Xpril 1915. « >
zei-Beamten Preußens seine zweiteHauptvetsamn» lung ab.
* Kirchhain, 17. April 1913. In unserer Stad: besteht gegenwärtig ein Mangel an mittlerer Wohnungen, da der Zuzug groß und die Ban tätigkeit im ooriaen Jahre nur gering war.
♦ Fritzlar, 17. April 1913. Gestern starb nach langem Leiden der ev. Pfarrer Zimmermann. Der Verstorbene erfreute sich bei allen Konfessionen großer Achtung und Beliebtheit. Er war auch für die Garnison als Prediger bestellt und Leiter der evang. höheren Privatschule.
Vermischtes.
* Eine Fahrt unter dem Eiseubahnzuae. Als vor einigen Tagen der Eilzug Berlin-Köln nachts 11 Uhr 24 Min. in Hannover eintraf, entoeckten Bahnbeamte unter dem letzten Wagen auf dem Drehgestell zwischen den Achsen einen' etwa 25 Jahre alten Mann, der, hervorgeholt, angab, daß er auf diesem Platze die beinahe vierstündige Fahrt des Zuges von Berlin, wo er sich eine Bahnsteigkart e gelöst hatte, mitgemacht habe und die Absicht hatte, als blinder Passagier nach Dortmund zu kommen. Ter vollständig steif gefrorene Mann sah feine Fahrt nun vorzeitig auf ber Polizeiwache enden, wo er alsbald in einen tiefen Schlaf verfiel. Er wird sich wegen Betrugs zum Nachteil des Eisenbahnsiskns zu verantworten haben.
* Ein Illjährigcr Mörder. Das Schwurgericht in „r^.ru^e verurteilte den Kettenmacher Kleile aus L ö tz i n g e n (Baden) zum Tode und zu drei Jahren Zuchthaus. Kleile hatte sich an einer zehnjährigen Volksschülerin schwer vergangen und das Kind erwürgt.
Von der Fremdenlegion. Wie leicht junge Ausländer in Frankreich, auch gegen ihren Willen, zur Fremdenlegion gelangen können, ließ eine Verhandlung vor der Strafkammer in Elberfeld wieder erkennen. Der Gärtner Max Kühn aus Ohligs war vor mehreren Jahren in der Erziehungsanstalt Lindenhof untergebracht, entsprang dort unb flüchtete nach Paris, wo er sich einige Monate als Hausdiener ernährte. Als er sich dann nach Nancy wandte, geriet er in die Hände von französischen Werbern, die ihn betrunken machten und in diesem unzurechnungsfähige,! Zustande den Werbevertraq unterzeichnen ließen. Beim Erwachen am andern Morgen befand sich der unerfahrene junge Mann schon in der Kaserne. Er wurde sofort eingekleidet und mit mehreren andern jungen Leuten, die avj ähnliche Weise von Werbern verpflichtet worden waren, nach Afrika gesandt. Nach feinen Schilderungen hat er dort eine furchtbare Leidenszeit durchmachen müssen. Die Beschwerden des Dienstes hatten ein Herzleiden im Gefolge, und als er auch noch einen Schuß in die Brust davontrug, wurde er vollends dienstuntauglich. Die flanzösische Regierung entledigte sich seiner, indem sie ihn über die Grenze abschob. Er kehrte nach der Heimat zurück und stellte sich dort der Militä- behörde, die ihn wegen seines krankhaften Zustandes aber nicht mehr für den Heeresdienst verwenden konnte. Wegen feiner damaligen unerlaubten Auswanderung wurde ein Strafverfahren eröffnet, das jetzt vor der Strafkammer mit feiner Verurteilung zu 160 Mk. Geldbuße endete.
* Der unter dem Verdacht der Spionage in Speyer verhaftete französische Gcniehanptmanii de Morel befindet sich noch im dortigen Amtsgerichtsgefängnis. Die weiteren Vernehmungen, die inzwischen erfolgt sind, ließen eine Freilassung nicht zu. Verdächtig und belastend sollen für den Offizier bie Aufenthalte sein, die er ausgesucht gerade in den deutschen Festungen Metz, Mainz und Germersheim genommen hat.
Handel intb Industrie.
Berlin, 17. April 1913. Das Merkmal der heutigen Börse waren aus verschiedenen Märkten Kursrückgänge. Die Aktien ber brutschen Bank, des Bochumer Vereins unb Laurahütte verloren 1 Prozent. Türkenlose gingen ziemlich bebeutenb in bie Höhe. Dagegen zeigte ber Montan- Akienmarkt eine schwächere Haltung. Erst später melbete sich eine festere Tendenz, an der ziemlich alle Märkte tcilnahmen.
* London, 17. April 1913. Der Diskont ber Bank von Englanb würbe von 5 aus 4flr Prozent herabgesetzt.
MjUg Ms Sem Stcrterfgiitcü öes Kgl. SlmheSMls Ms vom 11. bis 17. April 1913.
(Anmelbestunben: An Werktagen von 8—12 Uhr vormittags, an Feiertagen von 11—12 Uhr vormittags, nur für Totgeburten unb Sterbefälle.)
13. April. Witwe Sybille Lamp, geb. Grösch, 70 I. 10 T. 14. Ehesrau Manha Fischer, geb. Biehl, 61 I. 11 M 20 T. 14. Witwe Rosalia Höhl, geb. Mergenthal, 77 I. 1 M. 8 T. 14. Margareta, T. bes Lanb- roirts Peter Netdlmg von Rixfeld, Kr. Lauterbach, 6 I. 9 M. 25 T. 14. Amtsgerlchtssekretär Ludwig Kaiser, 37 I. 2 M. 23 T. 15. Jsfried, S. bes Hanbelsmanns Hermann Weinberg, 8 M. 1 T. 15. Barmh. Schwester Rosalia Biba, gen. Berlranda, 33 I, 3 M. 5 T. 15. Schuhmacher Rlcharb Krönung, 20 I. 8 M. 20 T. 15. Handelsmann David Katz von Schlüch ern, 62 I. 2 M. 14 T. 15. Heinrich Johann, S. des Vorarbeiters Christian Johann Völlinge,, 10 M 3 T. 17. Wilwcr Rentenempfänger Georg Schmitt, 72 I. 9 M. 23 T.
Reklamen- imd Anzeigenteil.
schmerzloses
OhneBeschwerden brechen gerade, kräftige Zähnchen dmch, und bte Nachtruhe der Mutter bleibt ungestört, wenn man den Klemen zur rechten Zeit Scotts Emntfion gibt, die, aus bestem Lofoten (Norweger) Lebertran mit mineralischen Sahen bestehend, äußerst schmackhaft und durchaus
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I
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