2. blatt. chZ* ZdtlttlCI* *** Mittwoch 2. April lyl3.
Stad bet Salbe« Hctwwgk^. tu Salbe. vw v
Lokaler.
Fulda, 2. April 1913.
H- Personelle«. Postinspektor Krause, der seit acht Jahren bei dem Postamt 1 in Kassel tätig war, wurde zum Oberpostinspektor befördert und an die Obervotldirektion Köln verletzt. — Oberpostpraktikant Orban beim Postamt 1 in Kassel wurde zum Post- inspektor befördert und an die Oberpostdirektion Köln v«ietzt. — Oberst v. Wurmb, mit der Führung der 22. Kavalleriebrigade beauftragt, ist vor mehreren Tagen in Kassel eingetroffen.
-ff- Verliehen wurde dem Sanitätsrat Dr. Alsberg zu Kassel der Rote Adlerorden vierter Klaffe, dem Kriminalkommissar Maethner bei dem Polizeipräsidium in Kassel aus Anlaß seines lieber- tritts in den Ruhestand der Kronenorden 4 Klaffe.
♦ Dienftjubiliium. Am gestrigen Tage konnte der Seminar-Oberlehrer Herr Joseph Kramer auf eine 25jährige segensreiche Tätigkeit am hiesigen König!. Lehrerseminar zurückblicken. Ter Jubilar, der am 5. Januar 1858 zu Naumburg geboren und am 11. November 1882 zum Priester geweiht wurde, war zunächst Kaplan in Amöneburg und Lehrer an der Bisd öfl. Lateinschule daselbst, wurde dann nach Beendigung seiner philologischen Studien in Würzburg und Marburg am 1. April 1888 als ordentlicher Seminarlehrer an das hiesige Lehrerseminar versetzt. Zum 1. April 1898 wurde er Seminar-Oberlehrer daselbst. Der Jubilar feierte den Tag im engsten Kreise in seiner Heimatsstadt Naumburg.
= Arbeitsjubiläum. Gestern konnte der Schloff« Joseph Kramm auf eine 25jährige Tätigkeit in der Elsenbahn-Hauptwerkstätte Fulda zurückblicken. Von der Direktion erhielt der Jubilar ein Geldgeschenk.
ss Für den Wettbewerb zum Neubau der Oberrcal- schule sind von der Stadtkanzlei im ganzen 196 Schreiben versandt worden. Zugelaffen waren Bewerb« aus Hessen-Nassau, aus dem Grobherzogtum Hessen und der Rheinprovinz. Die Zahl der bis heute mittag eingegangenen Entwürfe beträgt 97. ~ v
-y- Unfälle. Das unvernünftig schnelle Zähren der Radfahrer, besonders durch schmale Straßen, nimmt wieder überhand. So kam am Montag abend gegen 7 Uhr der Sohn eines hiesigen Kaufmanns in sehr starkem Tempo von der Post her durch die um diese Zeit belebte, schmale Borgiasstraße, ohne Warnungssignale zu geben, zudem auch noch auf der falschen Straßenseite. Das Unglück wollte es, daß der 13 jährige Sohn des Beamten B. «saßt wurde und durch des jugendlichen Radlers Schuld den linken Arm brach. Nach Anlegung eines Notoerbandes durch einen Arzt wurde der Verletzte in die elterliche Wohnung überführt. — In einer Wirtschaft produ- zierte sich aus Uebermat gestern nachmittag ein 23 jähriger Mann mit Springen über Stühlen, das ihm auch einige Male glückte. Als er trotz Verwarnung sein „Kunststück" fortsetzte, streifte er mit einem Fuß einen der Stühle, siel zu Boden und zog sich hierbei einen Schenkelbruch zu, der selne liebet- sührung in das Landkrankenhaus nötig machte.
Jagdkalender. Im Monat April darf nur folgendes Wild erlegt werden: Auer-, Birk-, Hasel-, Fasanen, und Truthähne, wilde Schwäne, Kraniche, Brachvögel, Wachtelkönige und alle jagdbaren Sumps- und Waffervögel, außerdem Sttmepfen bis einschl. 15. April. Alles andere Wild hat Schonzeit. — Der eigentliche Jagdbetrieb beschränkt sich demnach in diesem Monat nur auf wenige Wildarten. Dafür kann das jetzt zu jagende Wild als edles und zum Teil als Hochwild angesprochen werden. Die bald beginnende Balzzeit des Atter- und Birktvildes ist für viele äger von besonderem Interesse, nur muß der Jäger, der die Balzjack ausübeu will, rechtzeitig morgens aus den Federn sein, weil er vor Tagesanbruch schon am Balzplatz stehen muß.
♦ Veröffentlichung von Todesfällen. Die jüngsten Bestimmungen derRegterung betreffs Veröffentlichungsverbot von Standesamtsnachrichten in Zeitungen, die wohl in den meisten Pcovinzbezirken bereits durch- geführt wurden, sind von der Bevölkerung und namentlich von der Frauenwelt vielfach mit gemischten Gefühlen ausgenommen worden, da die Möglichkeit einer leichten Orientierung über wichtige Familien- «eignisfe im eng«en und weiteren Bekanntenkreise damit genommen war. Wenn auch das Regierungsverbot mit Rücksicht auf feinen Zweck gebilligt werden muß, so ist es doch unverständlich, weshalb nan auch die Veröffentlichung von Todesfällen aus dem standes- amtlichen Register in das Verbot miteinbezogen hat, zumal doch der ärmere Teil der Bevölkerung nicht in der Lage ist, Sterbesälie in der Familie durch besondere Todesanzeigen in den Zeitungen bekannt zu machen. Im Hinblick darauf hat der Oberbürger, meister von Aachen die Verfügung insofern rückgängig gemacht, als dte Dortigen Standesämter wieder ange- wiesen wurden, namentliche Sir Heilungen der angemeldeten Sterbesälie wieder für die Zeitungen auszu- f trügen. Es wäre zu begrüßen, wenn auch für unsere Stadt eine entsprechende Anordnung getroffen würde. r .,
* Bon der Schule. In Hessen-Nassau besuchten nach statistischen Erhebungen im Jahre 1911 von 1000 Knaben 866,4 die Volksschule, 38,9 die Mittel- schule, 11,3 die Vorschule und 83,4 die höhere Lehr- anstatt. Für die Mädchen ergeben sich folgende Zahlen: 894,1 — 58,8 — 0 — 47,1. Auf 10000 Einwohner entfallen 1736 Schüler, davon 1527,9 in Volksschulen, 84,5 in Mittelschulen, 10,1 in Vorschulen, 113,6 in höheren Lehranstalten. — Die Regierung hat bestimmt, daß Voltsfchülern und Volts- fchülerinnen die Teilnahme an dem von Turnvereinen veranstalteten Turnunterricht ohne besondere Erlaubnis verboten ist. Auch der Leiter bedarf noch einet Erlaubnis zur Erteilung des llnterrichts vom Kreisichulintpektor. Die Genehmigung zur Erteilung dieses Unterrichts soll nicht ton dem Bestehen einer Durnlehrerprüiung abhängig g macht werden, dagegen müffen die sittlichen Eigenschasten des Unterrichts» leiters und seine vaterländische, königstreue Gesiiinung außer allem Zweitel stehen.
----- Aus dem Truppenübungsplatz Ohrdruf beginnt am 14. April ein dreiwöchentlicher Äurbildimgstursus für die Refeiveotfiziersaipiranlen der Kavallerie. Zur Teilnahme an dem Kurius ist die 2. Eskadron des 2. Jägerregiments zu P'erde (Langenfalza) ab» kommandi-rt worden. Ans dem ganzen Bereich des U. Armeekorps werden jetzt eine große Anzahl Referveo'fiziersaspiianten zu diesem Kursus eiuberuien. _ (*) Warnung vor Stcllungannabmc in Brasilien. Es kommt häufig vor, daß diasilianlfche yamuien von Deutschland aus Dienstboten, Gouveinawen und dergleichen mit nach Brasilien nehmen. Ist über das Dienstverhältnis em schriftlicher Vertrag gemacht worden. Io bat er in Brasilien nur dann Gültigkeit, wenn er von einem in Deutschland amtierenoen brasilianischen Koch ul
M keine 5 Monate und schon
nut 2192,50 Mark gestiegen!
Aus Oberheffen u- den heff. Aemiern.
ruhe fest genommen.
Vermischtes.
ist nachweislich der Wert der von uns abgelehnten zweifelhaften Anzeigen
Unsere verehrlichen Leser mögen hieraus ersehen, dass sie den Anzeigen in der „Fuldaer Zeitung“ mit vollem Vertrauen begegnen können.
für den Kreis Heiligenstadt ganz besonders, da außer Uder noch keine Landgemeinde Anschluß an eine elektrische Zentrale hat. Für die Werradörser des Kreises Heiligenstadt ist Anschluß an Witzenhausen geplant. Der Kreistag bewilligte einstimmig 3000 Mark Vorarbeitungskosten aus den Ueberschüssen der Kreissparkaffe für "bett Entwurf einer Ueberlandzen- trale für den Kreis Heiligenstadt.
♦ Aus Franken, 1. April 1913. Bei Heidin gs- feld stieß gestern abend das zwischen Euerhausen und Würzburg sabrende Postauto mit einem Möbelwagen zusammen. Eine Frau wurde am Kopf verletzt, die andern Passagiere kanten mit dem Schrecken davon. Das Auto war stark beschädigt. In der vorletzten Nacht wurde in die Pfarrkirche in Stadt- schwarzach eingebrochen; die unbekannten Täter stahlen die Monstranz und den Speisekel ch- die hl. H o st i e n z e r st r e u t e n sie auf dem Boden. — lieber das Vermögen des Gastwirts Win- genfeld in Weisbach wurde Konkurs eröffnet. Konkursverwalter ist Gerichtsasiistent Koerber in Bischofsheim v. Rh. — Ein blutgieriger Hund, der in der Umaebung von Ansbach schon mehrfach in Sühncrställen und Schafpferchen aufröumte. brach [enter Tage wieder in einen Schakpferch bei P f a f- fengreutb ein und richtete 11 Lämmer und ein Mutterschaf so zu, daß sie verendeten. — Der ordentliche Professor dre klassischen Philologie Dr. Hosius in Greifswald, der bereits früher einmal nach Würzburg vorgeschlagen war, bat einen Ruf als Nachfolger des Geheimrats von Schanz erhalten, nachdem der zuerst berufene Profesior Kroll in Münster einen gleichzeitig an ihn ergangenen Ruf nach Breslau angenommen hatte.
* Marburg, 2. April 1913. Seit gestern ist das tote Gleise vom Wilhelmsplatz nach dem Heumarkt wieder in Benutzung genommen. Es sind just elf Jahre her, daß diese Linie durch die damals in Be- trieb genommene Pferdebahn befahren wurde. Jetzt ist nun die Verbindung mit dem Südbahnhof her-
gestellt.
* Kirchhai», 1. April 1913. Gestern fand unter dem Vorsitz des kommiff. Departementstierarztes Oellerich aus Kassel die Prüfung der Kursisten an der hiesigen Lehrschmiede ftutt. Es unterzogen sich der Prüfung: W. Weber aus Amöneburg, R. Mönningen aus Emsdorf, I. Kitz aus Halgehausen, E. Bornemann aus Sirombruch, F. Lenz aus Morns. Hausen (Kr. Biedenkopf). Sämtliche Prüflinge be« standen die Prüfung. Von den drei erst genannten Prüflingen, welche im Bezirk der Landwirtschasts- kammer zu Kassel wohnhaft sind, erhielt jeder noch eine Geldprämie von 10 Mk.
♦ Wetter, 1. April 1913. Ein junger Mann, der vor einiger Zeit bei einem hiesigen Kaufmann Geld unterschlug und flüchtig ging, wurde in Karls-
* „Schütte-Lanz" wieder sahrtbereit. Das Luftschiff „Schütte-Lanz" ist wiederhergestellt. Heute sollen die Uebungsfahrten von neuem ausgenommen werden. Es wird dazu nochmals die erste Kompagnie des 2. Luftschifferbataillons in Karlshorst einquartiert.
* Auch eine Gedenkfeier. Wie erinnerlich, haben .g..___________ ___ gelegentlich einer vor drei Jahren am Ostermontag in
Kreistagsmitglied I der ungarischen Gemeinde Oeköritö in einer
Aus dem Nachbargebiete.
X Herbstein, 1. April 1913. Herr Pfarrer Daus verließ deute unsere Gemeinde, um in seinen neuen Wirkungskreis Gonsenheim bei Mainz überzustedeln. In wie hohem Grad der Scheidende das Vertrauen und die Hochachtung aller [einer Psarrkindcr besessen hat, zeigte sich bei den Absckiedsseierlicbkc^cn. Unermüdlich erfüllte er seine Pflichten als Seelsorger — 15 Jahre lang ganz allein in dem weit ausgedehnten Pfarrbezirk. Daß sein Wort auf guten Boden ge- fallen und kitt Leben vorbildlich gewirkt hat, zeigt der heutige Stand der Pfarrei. Unvergeßliche Denk- malet hat er sich gefetzt durch Erbauung des hiesigen Schwestern- und Krankenhauses. Das herrliche Pfarrhaus, das er nach dem großen Brand mit ver- hällnismäßig geringen Mitteln erbaut, ist eine Zierde des Städtchens. Auch in Lauterbach hat er ein Missionshaus erbaut und für Vermehrung des Gottesdienstes gefolgt. In der Filiale Schlitz fall dem- nächst eine Kapelle erbaut werden, die Vorbereitungs- arbeiten sind abgeschlossen und das Geld ist zum großen Teil mjammengebracht. Bei all diesen Arbeiten ;and Herr Pfarrer Daus nom Zeit, junge Leute zum Eintritt ins Gymnasium vorzubereiten. An den Erfolgen dieser Arbeiten steht man, was ruhiges, besonnenes und zielbewußtes Wirken vermag. Diese Gedanken führte Herr Studiosus Schneider, ein Schüler des Scheidenden, unter allgemeiner Zu- ftimmung bei dem dargebrachten Fackelzug aus. Möge Herr Pfarrer Daus auch in seinem neuen Wirkungskreis sich die Sympathie seiner Pfarrkinder in dem Maße erwerben, wie et sie biet besessen, möge sein Wirken dort von gleichem Erfolg gekrönt sein!
△ Frankfurt, 1. April 1913. Der Magistrats- wahl-Ausschuß beschloß heute mit Meyrheit, den Stadtverordneren Dt. Heilbrunn zur Wahl als zweiten Bürgermeister in Vorschlag zu bringen. Eine Minderheit stimmte für Stadtrat Dr. Luppe.
* Bad Hamburg, 1. April 1913. Sonntag abend wurde bei einer Schlägerei der 30jährige Merz durch einen Stich in den Oberschenkel, der die Schlagader getroffen hatte, getötet. Sein 24jähriget Bruder erhielt einen Stich in die Brust und wurde schwer verletzt. Als der Tat verdächtig wurden zwei Brüder Mohler aus Kaiserslautern festgenommen.
♦ Büdingen, 1. April 1913. Die Erbachermühle ging gestern mit sämtlichem Inventar für 93 000 Mk. in den Besitz der fürstl. Fideikommißver- waltung über. Das rttoa 60 Morgen große Gelände soll größtenteils abgestoßen, das Gehöft zu Arbeiter- Wohnungen eingerichtet und die kürzlich installierte elektrische Lichtanlage zur Beleuchtung des fürstlichen Pachthvfes benutzt werden.
♦ Aus Thüringen, 1. April 1913. Der Herzog von Meiningen ließ dem elfjährigen Schuler Müller in Camburg eine Belohnung von 30 Mark überreichen, weil der Junge einem Kameraden, der auf dem Eis eingebrochen war, das Leben gerettet hatte. — Das Freigut Jerusalem bei Meiningen ist für 159000 Mark an einen Hauptmann Sander aus Göttingen verkauft worden, der ein größeres Herrenhaus errichten läßt. — Dieser Tage hatten sich in Weimar die Vertreter der Zivilmusiker Thü
ringens eingefunden, um die Aufstellung eines Min- defttarifes für Musikleistungen vorzunehmen. Alle Anwesenden waren der Ansicht, daß die Bezahlung für Musikleistungen nirgend so niedrig ist als in Thüringen. Es wurde ein Taris ausgearbeitet, der auch den in Frage kommenden Militärkapellen znge- stellt werden soll. — In Ettenhausen wurde ein achtjähriger Knabe beim Spiel von einem umfallenden Tor erschlagen. — Am Montag hat in Rudolstadt die feierliche Einführung des neuen Ersten Bürgermeisters Ebert stattgefunden. — Heute früh nahmen in Erfurt in ihrer Wohnung der Kaufmann Mauersberg und seine Frau Lysol ein und öffneten dann den Gashahn. Der Mann ist bereits verstorben, die Frau wurde. bewußtlos nach dem Krankenhaus gebracht. — Die Stadt Schleiz hat für 1913 einen Fehlbetraa von 92 000 Mark durch Steuern aufznbringen. Man will die öffentlichen Lustbarkeiten besteuern und den Wasserzins erhöhen. — Bei den Stadtverordnetenwahlen in fünf Stadtbezirken Koburgs siegten durchweg die Kandidaten der bürgerlichen Parteien. Die sozialdemokratischen Kandidaten blieben stark in der Minderheit.
* Bvm Eichssclde, 1. April 1913. Der Kreistag des Kreises Heiligenstadt beriet über den Anschluß des Kreises Heiligenstadt an die staatliche Neber- landzentrale bei der Eder- und Diemettal- sperre. Vom Sachsenwerk in Niedersedlitz sind zwei Kostenüberschläge über den Anschluß der Landge- nteinbeu des Kreises an die staatliche Ueberland- zentrale angesertigt worden. Der eine Kostenanschlag sieht den Anschluß von 33 Gemeinden und 10 Gutsbezirken vor und beziffert sich auf eine Million Mark, der andere Anschlag sieht den Anschluß von 52 Gemeinden und 13 GutsbezirKn vor und beziffert sich auf 1520 000 Mark. Außer Betracht gelaffen sind vorläufig die Stadt Dingelstedt, sowie Uder und die Sradt H c i l i g e« st ad t, letztere beiden Gemeinden mit eigenem Elettrizitatswerk. Schwierig -ist die Frage, ob sich die Stadt Heiligenstadt der Ueberlandzeirtrale anschließt. Kreistags—rtglied . ~~~ —o—, r, _ , . < Landrat b. Keudell-Eicktoeoe empfahl den Anschluß | Scheune abgehaltenen Tanzunterhaltung, bet der
ht. Marburg, 1. April 1913. Geheimrat Prof. Dr. Enneccerus beging beute unter froher Anteil- nähme der akademischen Welt und weiter Bürger- kreise seinen 7 0. G e b u r t s t a g. Der hervorragende Jurist ist feit langem Mitglied des Provinzialaus- schuffes von Hessen-Nassau, von 1887 bis 1898 gehörte er auch dem Reichstag an. In Marburg wirkt er jetzt gerade 40 Jahre. Als juristischer Schriftsteller ist E. durch sein »Lehrbuch des bürget- lichen Rechts" rühmlichst bekannt.
Handel unb Industrie.
H Berlin, 1. April 1913. Die Bötse^ wurde durch die Friedenszuversicht, die durch die ylotten« demonsiration der Mächte bestärkt wurde, angeregt. Die Montanaktien stiegen um 1—2l 2 Prozent, Phönix sogar um 4'/« Prozent. Bankaktien still. Von den Eisenbabnaktien waren Kanada-Paciste 1 Prozent höher, Orientbahn 1 Prozent. Schiffahrt?- aktien ruhig. Elektrizitätswerte zogen ^4-1-/. Pro- zevt an. Von den deutschen Anleihen waren vier- prozentige Reichsanleibe und 3Vrprozenlige sowie dreiprozentige Konsols 0,20 Prozent dr-wrozewige Reichsanleihe und vierprozentige Konsols 0,10 Prozent höher. Der Kassamarkt zeigte gute Haltung. Der Privatdiskont fiel für lange Sichten auf funfein« achtel Prozent und für kurze Sichten auf sunsdrei- achtel Prozent.
man, um ungeladene und nicht zahlende Perfonen fernzuhatten, die Türen des „Tanzfaales" vernagelte, etwa 400 Personen den Flammentod gefunden. Zur Erinnerung an die Opfer diefer durch das Herabsal- len einer Petroleumlampe entstandenen furchtbaren Brandkatastrophe hat die Jugend von Oeköritö und Umgebung am letzten Ostermontag im Friedhof von Oeköritö eine Gedenkfeier veranstaltet, worauf dann ein Ball stattfand, bei welchem bis zum Morgen getanzt wurde.
* Ein Weltrekord deutscher Flieger. Die Fliegeroffiziere Ganter und Böhme von der Militärflieger- truppe in Töberitz haben gestern auf einem Taube- Eindecker die 595 Km. lange Strecke Jüterbog-Berlm- Lübeck-Plön-Malente in 6 Stunden 9 Minuten ohne Zwischenlandung durchflogen. Mit dieser Leistung haben die beiden Flieger den Weltrekord geschlagw.
* Bankkrach. Das große Bankhaus Puppe in Küstrin ist in Konkurs geraten, der Inhaber Gustav Puppe ist mit seinem Sohn geflüchtet. Vermutlich sind viele kleine Depotinhaber um alle ihre Ersparnisse gekommen; auch einige Berliner Großbanken ollen als Geldgeber in Mitleidenschaft gezogen sein. Der Zusammenbruch soll durch unglückliche Terrainspekulationen entstanden sein.
* Im Wahnsinn. In Bergheim (Niederbayern) hat ein wahnsinnig gewordener junger Bauer seinen Vater zwei Treppen hinabgeworfen, sodaß dieser die Wirbelsäule brach und starb. Einen Nachbar warf er in die Jauchegrube, in der dieser hilflos liegen blieb und nur durch einen Zufall noch gerettet wurde. Bei einem anderen Nachbar warf der Wahnsinnige alle Fenster ein, wurde aber von dem resoluten Staun durch einen wuchtigen Schlag betäubt, sodaß er überwältigt und in eine Irrenanstalt gebracht werden konnte.
* Wer anderen eine Grube gräbt ... In A n s- b a ch (Bayern) fand ein Herr ein Geldtäschchen, das aber nur ein Schnupftabaksgläschen enthielt. Heber diesen Fund enttäuscht, wollte er auch andere hereinlegen Deshalb beschloß er, das Portemonnaie in einer belebten Straße fallen zu taffen, um bann von einem Casö aus zu beobachten, tote andere ebenfalls enttäuscht über ihren Fund seien. Als er das ver- meinlliche Fundportemonnaie fallen ließ, erwischte er jedoch seine eigene Geldbörse mit 280 Mk. Inhalt er stand vor dem Antritt einer Reise — und wurde erst darauf aufmerksam, als er im Cafe zahlen wollte- Das inzwischen von zwei Knaben aufgefimdene Portemonnaie mit 280 Mk. Inhalt war aus der Polizei abgegeben worden, wohin sich nun eiligst der Mcmn begab. Anfängliche Zweifel über die Richtigkeit feiner Angaben klärten sich aber bald auf, worauf der Mann nach Abzug von rund 15 Mk. Finderlohn fein Portemonnaie wieder ausgehändigt erhielt.
* Ein neuer Trick. In der Schweiz erprobten zwei Reifende in den letzten Tagen einen neuen Trick. Der erste erschien morgens in den Wirtschaften und bot zuerst Wein an, wenn er damit kein Geschäft machen konnte, so zeigte er dem Wirt silberne Bestecke, die er angeblich unter Preis liefern konnte. Er ließ jeweils ein Besteck bei dem Wirt zurück mit der Bitte, doch zu sehen, ob er gegen einen Ausschlag auf seinen Preis nickt etwas verkaufen konnte. Des Nachmittags erscheint dann der andere, bietet alles mögliche cm, auch Bestecke, aber natürlich viel teurer als der erste. Wenn ihm nun die Bestecke dos ersten mit der Preisangabe gezeigt werden, so findet er dieselben unalaublich billig und behauptet, daß er einige Dutzend zu diesem Preis sofort kaufen werde, da er ein gutes Geschäft damit machen könnte. Meist verkaufen ihm nun die Wirte 3—5 Dutzend wie er verlangt. Er gibt auch Adresse an und der Wirt bestem I sofort bei dem ersten Reisenden die Ware, die nach I zwei Tagen gegen Nachnahme geliefert wird. Wenn I nun der Hereingefallene die Bestecke feinem Besteller liefern will, so ist er schon gestern ohne Angabe einer neuen Wohnung abgereist.
♦ Durch den Einsturz eines 41 Meter hohen Schornsteines auf dem Maschinenwerk eines Kohlenschachtes bei Pironckamv in Belgien wurden nicht nur die Ge- bäube der Zeche unter den Trümmern begraben, fon« I dern auch mehrere Arbeiter, von denen einer I getötet, drei schwer und mehrere andere leichter »er» I letzt worden sind
I — Der verkannte Jäger. Förster: »Herr Pro I sessor scheinen leidenschaftlicher Vegetarier zu sein!" — I Professor: „Wie kommen Sie auf diesen Gedanken, I Herr Förster?" — Förster: „Weil Sie unausgesetzt nur Kraut- und Kohlköpfe schießen!'
— Wirt: „Mein Herr, Sie stehen schon seit einer Viertelstunde am Telephon, ohne ein Wort u sprechen. Die anderen Gäste woll'i doch auch telephonieren." — Echt, scht! Ich spreche doch mit meiner Frau!"
legalisiert worden ist. Eine solche Legalisation unterbleibt irdoch fast immer wegen Unkenntnis auf Seiten des Dienstboten Wenn es dann später in Brasilien zu Differenzen zwischen Herrschaft und Dienstboten kommt, ift letzteren der geschriebene Beitrag völlig nutzlos. Da es zudem eine Dienstbokenordnung, Gestnderecht oder bergt hier nicht gibt, und jeder Dienstbote jeden Tag ohne Anfpruch auf Entschädigung sofort entlaßen werden kann, — allerdings steht ihm selbst das entsprechende Recht zu, jederzeit zu geben — fo sind ausländische Dienstboten einer sofortigen Ent- laffuna gegenüber völlig rechtlos. Wenngleich es ihm nun, felbft beim Vorliegen eines konsularisch legalisierten Vertrags bei den meisten Fällen unmöglich fein wird, seine Recht, tm Prozeßwcge geltend zu machen so gibt doch ein formgerechter Vertrag immerhin eine Handhabe, gegebenen Falls einen gewissen Druck auf die betreffende Herrsch» t ausmüben. — W,r machen hierbei auf die Zentralauskunstsstelle für Auswanderer in Berlin W, am Karlsbad 9/:0 aufmerksam, die auf fchristliche oder mündliche Anfrage unentgeltlich Aus- kunst über die Verhältnisse in bestimmt bezeichneten Ländern erteilt
(*) FrühjabrSgaut-ig. Am Sonntag, den 6. April findet in Fulda der Frühjabrsgautag des Gau IX des Deutschen Radi ahrerbundes statt. Die Dele- giertensitzung beginnt vormittags 10 Uhr im städtischen Saalbau. Nachmittags 5 Uhr veranstaltet der Ridiporl- klub Hulda tm Saalban ein großes Gala-Saalfest mit Wettb werb in Kunst-, Schmuck- und Schulreigen, Radball- und Radpolospiel. Aus Anlaß des G'auiagtS findet vormittags das 100 Kilometer-RennrnFrank- futt a. M.—Fulda statt.
Amt Geisa und Umgebung.
Geisa, 1. April 1913. Die diesjährige Gesellenprüfung der freien Maler-, Lackieret- und Anstreicker - Innung für den 4. Verwaltungs - Bezirk wurde vorn Obermeister Joseph Thiergart in Geisa unter Hinzuziehung des Prüfungs-Ausschusses, bestehend aus den Herren Malermeister Adam Fischer aus Vacha, Lorenz Hermann aus Tiefenort und Rudolf Diel aus Geisa, abgehalten. Das Ergebnis der Prüfung lautete für sämtliche Prüflinge gut.
* Motzlar bei Geisa, 1. April 1913. Vorgestern abend war ein Holzbaufen in dem Watdteile des hiesigen Bürgermeisters in Brand gesteckt worden. Die Feuerwehr verhinderte eine weitere Ausdehnung des Feuers auf den gefährdeten staatlichen Forst am Spabler Berae.
* Vacha, 1. April 1913. Unter dem Vorsitz des Oekov.omierates Dobenccker aus Dermbach fand hier eine Sitzung des Landwirtschaftl. Haupt- Vereins des 4. Verwaltungsbezirkes statt, an der außer den Vorsitzenden der zehn landwirtschaftlichen Spezialvereine ferner tellnahmen Oekonomierat Linkh-Weimar, Tierzuchtinspektor Dr. Cornelius- Eisenach, Bezirkstierarzt Wächter-Dermbach und Oekonom Groß-Bacha. Für eine Prämiierung um seine Verdienste auf dem Gebiete der Obstbaumzucht soll Lehrer Fack in Kaltennordheim vorgeschlagen werden. Eine Aufnahme von Schafheerden einer Wollfirma auf die Weiden des Bezirks wurde abgelehnt, um nicht die für das Rindvieh nutzbaren Hufen diesem zu entziehen. Ferner wurde beschlossen, in diesem Jahre eine Tierschau nicht stattfinden zu lassen und in Berücksichtigung des Wunsches des landwirtschaftlichen Vereins Vacha und der Gewerbe- tteibenden daselbst, eine solche im Jahre 1914 in Verbindung mit einer gewerblichen Ausstellung in Vacha abzuhalten, und gleichzeitig auch den Gewerbetreibenden V.acha's.und in näherer und weiterer Umgebung Gelegenheit zu bieten, Zeugnis zu geben von den Leistungen auf gewerblichem Gebiete. Zur Ausbildung eines Obstbaumwärters in Tiefenort wurden 30 Mark als Beihilfe bewilligt.
• Stadthngss-ld, 1. April 1913. Fleischermeister Müller hat sein Bahnhofshotel an einen Herrn aus Erfurt verkauft, der es umbauen und mit allen modernen Einrichlungen versehen will. — Postassistent Jänecke, welcher einige Monate die Postoerwalter- stelle hier vertreten hat, ist nach Neustadt am Rennsteg versetzt worden. — Gestern nachmittag wurde der erste Dampfkessel nach dem neuen Schacht »Großherzog Sophie" transportiert.