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2. Blatt.

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*$* Fuldaer Leitung. *$*

JV» 74.

Dienstag 1. April l-lS.

Zta-tverordneten-versammlung.

Fulda, 1. April 1913.

8h der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenver­sammlung nahmen 26 Mitglieder des Kollegiums teil. Der Magistrat war durch den Oberbürgermeister Dr. Lntoni vertreten. Den Vorsitz führte der stellvertretende Stv^Vorsteher Rechtsanwalt Rang.

1. Formelle Zustimmung zu einem Gruudstücks- «kauf. Stv. Weber: Die Versammlung hat in einer frühere« Sitzung ihre Zustimmung zu einem Grund- stückSankauf von 20 Quadratmeter Größe zum Preise von 2 Mk. pro Quadratmeter in der Niesigerstraße von den Eheleuten Ignaz Hillenbrand erteilt. Der Verkaw ist erfolgt. Die Polizeidirektion hat von einer öffent­lichen Ausschreibung Abstand genommen. — Die Ver- sammlung gibt ihre Zustimmung.

2. Wahl eines Wahlmannes zu der stattfindenden Neuwahl eines Vertreters und eines Ersatzmannes ,u der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Stv. Kapp: Für diesen Posten war Stv. Breitenborn vor­geschlagen worden. Der Sektionsvorstand hat die Wahl jedoch nicht genehmigt, weil der Wahlmann nicht den gesetzlichen Bestimmungen über die landwirtschaftliche Unfallversicherung entspricht, insofern, als er als Kunst- und Handelsgärtner seit dem 1. Januar d. I. der gärt­nerischen Berufsgenossenschaft angehört. Ich schlage zur Wahl vor die Herren Hofspediteur Helmke und Post­halter Veldung. — Ersterer wird gewählt.

3. Eine Freigabeurkunde wird angenommen.

4. Interpellation Singer betreffs der dompfarrlichen Volksschule. (Nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt.) Stv. Singer: In der letzten Sitzung hat der Herr Oberbürgermeister mitgeteilt, daß die Angelegenheit des BolkSschulneubaues so weit gediehen sei, Laß in der nächsten Sitzung ein Magistratsbeschluß vorgelegt werden könne. Und doch liegt ein solcher heute noch nicht vor. Die Sache leidet keine Verzögerung. Wer in der Bür­gerschaft mit den Gewerbetreibenden in Berührung kommt, kennt auch die Leiden ihres Standes. Die Kla­ßen aus diesen Kreisen sind leider allzu berechtigt. Es ,st deshalb die dringendste Aufgabe der Stadtverwaltung, dm Handwerkern Arbeitsgelegenheit zu geben. Wir wissen alle, daß der Handwerker zur Leit wenig mit Arbeit versehen ist. Es wäre wünschenswert, wenn die Stadt ihnen jetzt entgegenkäme, wie sie es im Winter bei der Vergebung von Notstandsarbciten tut. Doch ich sehe nicht, daß man sich jetzt zu einem energischen Schritt aufrafft. Es wäre zu wünschen, daß die städtischen Körperschaften dafür sorgten, daß die Sache bald in Fluß kommt. Der Oberbürgermeister: Ich verstehe nicht, weshalb dem Magistrat immer Vorwürfe gemacht werden, als ob er die Sache verschleppe; an ihm liegt es nicht, wenn noch kein Beschluß vorliegt. Es find verschiedene Pläne eingegangen, die ich hier habe auflegen lassen, um Ihnen zu zeigen, daß von der Bau­kommission eine Unsumme von Arbeit geleistet worden ist. Bevor diese dieselben nicht genügend durchgearbeitet hat, kann der Magistrat nicht mit speziellen Anträgen an die Versammlung herantreten, da diese dann doch, wie es ja häufiger geschieht, wieder an die Kommission zuruckverwiesen werden. Es ist allerdings bedauerlich, daß sich den Handwerkern so wenig Arbeitsgelegenheit bietet. Gewiß bin auch ich von dem Wunsche beseelt, ihnen Arbeit zu verschaffen; aber wir müssen vorsichtig zu Werke gehen, wenn wir etwas Gutes schaffen wollen, was zugleich unfern finanziellen Verhältnissen entspricht. Ein jüngster Entscheid der Baukommission liegt dem Magistrat jetzt vor. Ein Projekt, das vom Herrn Ar. chitekten Mahr ausgearbeitet ist und hier auch vorliegt, kommt auf 382 000 Mk. Es war dem Magistrat zu teuer, und er hat der Baukommission einen Antrag übermittelt, daß er ein Projekt ausfertigen lasse, das billiger käme; gleichzeitig hat er entsprechende Richt­linien gegeben. Den ursprünglichen Plan, die Turnhalle in die Schule einzubauen, hat der Magistrat nach An­hörung von Sachverständigen fallen gelassen. Ein wei­teres Projekt, das als Skizze 4 vorliegt, würde zur Durch­führung etwa 100 000 Mk. weniger beanspruchen; die Kom­mission hat in den letzten Tagen eine Anzahl Beschlüsse gefaßt, u. a. daß die Aborte nicht in den einzelnen Etagen verteilt, sondern im Kellergeschoß untergebracht werden. Stv. Breitenborn: Was Herr Singer vorgebracht hat, erscheint nach den Ausführungen des Herrn Oberbürgermeisters als ungerechtfertigt. Stv. Laux: Tatsache ist, daß die Ausführungen des Herrn Oberbürgermeisters in der letzten Sitzung in Handwer­kerkreisen große Enttäuschung hervorgerufen haben. Wenn er auch nicht direkt angab, daß der Baubeginn nicht in diesem Jahre erfolgen könne, so hat man das doch aus feinen Darlegungen schließen können. Es ist deshalb zu begrüßen, daß eine ausgiebige klärende Aus­sprache hervorgerufen wurde. Die augenblickliche Not­lage betrifft übrigens nicht bloß die Bauhandwerker, sondern auch andere Gewerbe, und diese sind an dem Plan ebenfalls interessiert. Der Oberbürgermei­ster: Wenn Bauhandwerker aus meinen Ausführungen geschlossen haben, daß der Schulbau nicht mehr in die­sem Jahre in Angriff gnommen werden soll, so beruht das auf irrigen Auslegungn. Es ist in der Sache schnell gearbeitet worden. Wenn ein Projekt aus- bezw. um­gearbeitet werden muß, so läßt sich eine solche Sache nicht einfach übers Knie brechen. Ein Privatmann kann ein Projekt schneller ausführen lassen als eine städtische Körperschaft. Wir können uns darüber aussprechen, ob uns das vorliegende Projekt annehmbar ist. Dadurch werden die Arbeiten für den Magistrat erleichtert, die Angelegenheit wird fchneller geklärt und rascher zum Ziele geführt. Wir suchen es nach Möglichkeit herbei­zuführen, daß noch in diesem Jahre mit dem Bau be­gonnen werden kann. Freilich wird es noch einige Zeit dauern, bis die Pläne genehmigt sind, aber es soll auf alle Fälle angefangen werden. Stv. Singer wendet sich gegen die Ausführungen des Stv. Breitenborn. Er sei zu seinem Vorgehen berechtigt als Stadtverordneter und weil die Oeffentlichkeit Klarheit über den Stand der Dinge verlange. Stv. Fritz: Ich möchte nicht be­fürworten, daß das Projekt Mahr, weil es zu teuer ist, gleich auf die Seite geschoben wird. Der Plan stimmt im allgemeinen mit dem preisgekrönten von Röckle- Frankfurt überein und ist sehr detailliert gehalten. Der Kostenanschlag dazu läßt darauf schließen, daß viel­leicht für die einzelnen Maße zu große Zahlen ange­nommen worden sind. Das Projekt ist daraufhin ge­nauer zu prüfen; möglicherweise läßt es sich verbilligen; wenn das nicht der Fall ist, bin ich für nähere Prüfung der Skizze 4. Der Oberbürgermeister: Die Baukommission wie auch das Bauamt haben das Projekt eingehend geprüft und alle möglichen Berechnungen an­gestellt, aber nichts gefunden, was gestrichen werden könnte. Bei den Berechnungen sind die neuesten Be­stimmungen der Verdingungsordnung zu Grunde gelegt worden. Der Magistrat hat alles getan und keine Mühe gescheut, um auch durch Vergleichungen mit Pla­nen anderer Städte eine billigere Vorlage zu erzielen. Stv. Adam: An dem Projekte Mahr kann nichts ge- strichen werden, vielleicht sind einige Posten eher zu niedrig als zu hoch angegeben. Ich habe in der Bau- kommission verschiedene Vorschläge gemacht, so betreffs der Größe der Schulzimmer und der Gänge; sie sind aber nicht berücksichtigt worden. Uebrigens hat man m andern Städten mit dem Einbau der Turnhalle in bie Schule keine üblen Erfahrungen gemacht. Ich möchte Vorschlägen, eine genaue Kostensumme mit bestimmter Abgrenzung nach oben hin festzusetzen und Herrn Mahr 8U Beauftragen, eine entsprechende Skizze anzufertigen. Der Oberbürgermeister: Ich erkenne die Be­mühungen und Verdienste des Herrn Adam um die Sache vollauf an, indes kann in allen Punkten keine Uebereinstimmung der Meinungen erzielt werden. Nach den eingegangene« Erkundigungen liegt die Möglichkeit nahe, daß beim Einbauen der Turnhalle in das Schul. Cecäubc sich leicht Störungen im Schulbetrieb ergeben. -Su sind davor gewarnt worden, und aus diesem Erunde ist der Plan fallen gelassen worden; dazu kommt vber auch, daß die Turnhalle nicht bloß für Schuler,

sondern auch für die Jugendvereinigungen bestimmt ist. Und da es nicht angebracht ist, daß diese mit dem Schul­gebäude in direkte Berührung kommen, so glaube ich auch aus diesem Grunde an der Auffassung der Kom­mission festhalten zu sollen. Stv. Adam wendet sich dagegen, daß man die Klassenzimmer so groß bauen will, da doch in der jetzigen Schule mehrere Klassen mit kleinerer Schülerzahl vorhanden sind. Der Ober- b ü rgermeister : Auch ich habe anfangs die Zimmer fur AU groß gehalten. Die Baukommission hat sich aber vom Gegenteil überzeugt. Dazu besteht die Bestim­mung, daß in den Pausen außerhalb der Bänke Frei- Übungen gemacht werden sollen; deshalb dürfen die Gänge auch nicht schmaler genommen werden. Was die Stärke der einzelnen Klassen anbelangt, so ist diese in den einzelnen Jahren großen Schwankungen unterworfen; die Klassen füllen sich im allgemeinen von unten immer wieder auf. Wir dürfen auf keinen Fall zu kleine Zim­mer bauen, wenn wir nicht in die unangenehme Lage kommen wollen, demnächst wieder eine neue Schule bauen zu müssen. Stv. Breitenborn stimmt den Ausführungen des Oberbürgermeisters bei und befür­wortet den Sonderbau der Turnhalle. Der Ober­bürgermeister: Die Turnhalle ist das Schwie­rigste im ganzen Projekt und verteuert die Sache. Der für sie in Aussicht genommene Platz zeigt äußerst un­günstige Fundamentierungsverhältnisse, wodurch das Projekt erheblich verteuert wrd. Da die Halle aber auch von den Jugendvereinigungen benutzt werden soll, darf sie nicht zu weit zurückgelegt werden, obwohl dort die Fundamentierungsarbeiten leichter und billiger aus­zuführen wären. Legten wir sie ins Schulgebäude, bann müßte sie auf der Vorderseite untergebracht wer­den, um zu verhindern, daß die Turner mit dem Schul­gebäude in Berührung kämen, und es müßte bann ein besonderer Eingang geschaffen werden. Außerdem würde dann die Herstellung einer Verbindung zwischen Turn­halle und Turngärten zu Schwierigkeiten führen. SW. Fritz spricht sich noch einmal dahin aus, daß es durch­aus unratsam sei, die Turnhalle in das Schulgebäude zu verlegen; auch dürfte der Raum der Klassenzimmer nicht verkleinert werden. Dann befürwortet er noch ein­mal, die Skizze 4 mit den zwei Eingängen genauer zu prüfen. Nach seiner Ansicht würde bei einem Ein­gang eine umfangreiche Versetzung der Mauern im obern Stockwerk nötig, was eine große Verteuerung des Baues bedeute. Die Architektur müsse möglichst einfach gehalten werden. Er stellt darauf den Antrag, den Magistrat zu ersuchen, an Hand der Skizze 4 ein Projekt und einen approximativen Kostenanschlag an- fertigen zu lassen und innerhalb sechs Wochen der Ver­sammlung borzulegen. — Der Antrag wird angenom­men.

Schluß der öffentlichen Sitzung 9,20 Uhr.

In geheimer Sitzung beschloß die Stadtverord­netenversammlung den Erwerb eines 10 Hektar umfas­senden, der Güterbahngesellschaft Fulda- Maberzell gehörenden Wiesenkomplexes zum Preise von 50 Pfg. pro Quadratmeter.

totales.

Fulda, 1. April 1913.

-tt- Personalien. Gendarmerie. Wachtmeister Zikorsky wurde von Homburg v. d. Höhe nach Fulda versetzt, Gendarmeriewachtmeister Krück von der 11. Gend -Bngade in Kassel, der seit Jahren die Geschäfte des Brigadeschreibers führte, wurde zum Obergendarmeriewachtmeister ernannt. — Reg. - Rat Spieß von der König!. Regierung in Gumbinnen wurde nach Kassel verletzt.

= Jubiläum. Der Buchhalter Jakob Müller feiert heute sein 25jähriges Jubiläum im Dienste der vereinigten Schuhstoff-Fabriken. Der Jubilar wurde von der Familie und den Angestellten durch zahl­reiche Glückwünsche erfreut.

a Die Landwirtschaftliche Versuchsstation der Land- wirtschaftskammer tu Harleshausen ist für das Rech­nungsjahr 1913 zur Ausführung von Kalisalz­analysen zugelassen worden.

[] Für den Wettbewerb zum Neubau der Ober­realschule ist der heutige Tag der Schlußtermin. Insgesamt sind beim Magistrat 55 Entwürfe ein­gegangen.

-r- Handwerker, schickt die Rechuungen aus! Mit dem heutigen Tage beginnt ein neues Quartal, und darum seien die Handwerker daran erinnert, daß es zur Herbeiführung gesunder Zahlungssitten zweckmäßig ist, der Kundschaft mindeilens vierteljährlich Rech­nungen zuzusendeu. Die Beträge sind dann nicht so groß, als wenn sie sich aut ein ganzes Jahr erstrecken und aus diesem Grunde wird der Schuldner nicht so leicht vor dem Bezahlen zurückichrecken. Diese selbst aber seien auch erneut daran erinnert, daß es für den Handwerker notwendig ist, wenn er auf baldige Be­gleichung seiner Ausstände dringt. Pünktliches Be­zahlen verschafft auf beiden Seiten Vorteile und er­spart manche Unannehmlichkeit und Ueberraschung.

-4- Der erste Schultag. Ein wichtiger Tag im Leben manchen Kindes war der gestrige Tag, an dem es aus den ersten fröhlich-sorglosen Kinderjahren im Kreise der Familie hinaustritt ins Leben. Voller Stolz wurde das Ranzel unter Mutters Hilfe auf­geschnallt. Doch manchem wird das Herz lauter ge­mocht haben, als es der Schule ansichtig wurde. Ein tiller Ernst liegt über dem Tage. Mit vollem Herzen und heißen Wünschen geleiten die Eltern das Kind zur Schule, die es zu einem brauchbaren Mitgliede der Gesellschaft heranziehen soll. Welche Früchte werden die Mühen all der Jahre tragen? Laßt die jungen Seelen reifen und den Verstand! Die Schule wird schon das Ihrige tun, und wenn sie vom Eltern­haus in rechter Weise unterstützt wird, wird sie für das Kind eine gute Vorschule fürs Leben werden. Insgesamt wurden gestern 455 Abc-schützen (249 Knaben und 206 Mädchen) den hiesigen drei Schulen zugeführt gegen 452 im Vorjahre. Sie verteilen sich auf die T o m s ch ul e mit 108 (59 + 49) Kindern, auf die stadtpfarrliche Schule mit 198 (110 + 88) Kindern, auf die evangelische Volksschule mit 89 (53 + 361 Kindern. In die israelitische Volksschule tre­ten 30 (11 + 19) Kinder ein. — An den hiesigen katholischen Volksschulen wirken z. Zt. 1 Rektor, 1 Hauptlehrer, 20 Lehrer, 20 Lehrerinnen und 2 tech­nische Lehrerinnen. Mit dem neuen Schuljahr wird noch eine Lehrerin und eine technische Lehrerin an- gestellt, sodaß insgesamt an den kath. Volksschulen 46 Lehrkräfte wirken. An den evangelischen Schu­len wirken 14 Lehrkräfte, 7 Lehrer und 7 Lehre­rinnen.

(*) Ter Oratorienverein „Cacilia", stets bestrebt, eine Programme abwechselungsreich zu gestalten, be­ginnt nun, nachdem eben ein Werk religiösen Charakters zur Aufführung kam, mit dem Einstudieren eines weit. Häfen Chorwerkes und zwar bes in zahlreichen Städten mit bedeutendem Erfolge bereits aufgeführten Kon. zert-Dramas „Kaiser Max und feine I ä- gcr" von Albert Thierfelder. Tas große Konzert-Drama hat überall durch feinen interessanten, spannenden In­halt, die dramatischen Steigerungen und durch eine überaus wirkungsvolle, an Melodien und prächtigen Ton­malereien reiche Musik bie Zuhörer gefesselt unb ent­zückt. Auf dem Hintergrunbe der großartigen Alpen, landschaft Innsbrucks entwickelt sich das Drama und bietet dem Komponisten Gelegenheit, in wuchtigen Chö­

ren unb farbenreicher Instrumentierung bie Wunber des Hochgebirges zu veranschaulichen. Frischer Früh­lingshauch durchströmt das bie Komposition cinleitenbe Frühlingsbilb, welches die Pracht des erwachenden Len­zes malt. Mögen recht viele sangeskundige neue Mit­glieder sich dem Vereine anschließen. Gerade in den Proben ist Gelegenheit gegeben, solche Chorwerke ein­gehend kennen zu lernen und damit einen viel besseren Einblick in die mannigfachen Schönheiten der Kom­position zu erhalten, als dies bei einem nur einmaligen Anhören bei der Aufführung möglich ist.

cP Deutsche Turnerschaft. In Leipzig trat der Aus­schuß der deutschen Turnerschaft zu einer Beratung zu­sammen. die dem Zwecke diente, Beschlüsse zu fassen über die Beteiligung der deutschen Turnerschaft an den olympischen Spielen im Stadion des Grune- waldes bei Berlin und zu der Kaisersjubiläumsfeier am 8. Juni, bei welcher das Stadion eingeweiht werden soll. Als Vertreter der Deutschen Turnerschaft wurde Schul­rat Schmuck-Darmstadt und als Stellvertreter der Turn­lehrer Kregenow-Berlin gewählt. Damit ist der Bann gebrochen worden, den bisher die Deutsche Turnerschaft den olympischen Spielen gegenüber einnahm.

Amt Geisa und Umgebung.

* Vacha, 31. März 1913. Zwecks Beratung über das vom 21.—23. Juni hier stattfindende diesjährige Gau-Turnfest des Oberfulda-Werragaues fand hier eine Sitzung des Gesamt-Festausschuffes statt. Lehrer Chriswph erstattete Bericht über die bisher erledigten Vorarbeiten und erbat, wenn es nötig werde, die Unterstützung der Ehrenausschußmitglie- der wie auch der 'vqtgen Bürgerschaft zu den noch zu erledigenden A.Veiten. Herr Fernau teilte mit, daß außer dem bereits gestifteten Wanderpreis der preußischen Staatsregierung auch noch Bildhauer Rechberg in Hersfeld einen Wanderpreis gestiftet habe, die beide auf dem hiesigen Gauturnfeste zum Austrag kommen sollen. Hierauf gab Redner die an den drei Festtagen geplanten Veranstaltungen bekannt.

* Dermbach, 31. März 1913. Registrator Hoppe ist als Stadtsekretär nach Jena gewählt worden. — In der katholischen Kirche gingen am Sonntag 21 Kinder, 7 Knaben und 14 Mädchen, zur ersten hl. Kommunion.

* Tiefenort, 30. März 1913. Gestern abend brach in dem Kesselhause des Sägewerkes von Zim- mermtifter Kister hier Feuer aus. Das Feuer wurde bald von den Anwohnern und einigen Feuer­wehrleuten im Keime erstickt.

* Urspringen, 31. März 1913. Zu den Kosten bet Erbauung des hiesigen Gemeindesaales hat die Großherzogin aus den Mitteln des Fürstinnenfonds eine Beihilfe von 400 Mk. bewilligt.

Aus Oberhessen u. Öen Hess. Aemtern.

△ Marburg, 31. März 1913. In der gestrigen Sitzung des Kreistages für den Kreis Marburg wurde der Krcishaushaltsetat mit 401000 Mk. festgesetzt. Die Kreissteuern bleiben wie seither, es werden erhoben 20 Proz. der Real- und Einkommen­steuer und 10 Proz. Bezirksabgabe. — Der Etat der Kreisbahn wurde mit 98784 Mk. Einnahmen und 86410 Mk. Ausgaben festgesetzt. Zur Verzinsung des Bankapitals usw. bleiben noch 39750 Mk. durch Kreissteuern zu decke

* Marburg, 31. März 1913. Zu der Tagung der Deutschen pathologischen Gesellschast, die heute vormittag hier ihren Anfang genommen hat, sind etwa hundert Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands erschienen. — In der katholischen Kirche empfingen 14 Knaben und 17 Mädchen die erste hl. Kommunion.

* Frankenberg, 31. März 1913. In der letzten Stadtverordnetenfitzung kam die Errichtung der Rektoratsckule zur Sprache. Es ist nicht ge­lungen, die Verhandlungen vor Beginn deS neuen Schuljahres zu Ende zu führen, doch hofft man, sie in Kürze abzuschließen. Die seitherige höhere Schule wird einstweilen noch fortaefübrt.

♦ Böhl, 31. März 1913. Am 1. April wird auf der Strecke Vöhl-Herzhausen Bahnhof ein Kraftwage n-V erkehr eröffnet. Der Wagen ührt täglich fünfmal.

* Wetter, 30. März 1913. Vom 1. April fährt auf Wunsch vieler Eltern ein Schülerzug nach Marburg von Münchhausen um 6,34 und kurz vor 7 Uhr hier ab.

* Gensungeu, 31. März 1913. Gestern fand hier eine Versammlung der Vertrauensmänner der natio­nalliberalen Partei statt, in der Steuerinspektor Wollenhaupt aus Fritzlar endgiltig als Kandi­dat für die Laudtagswahl im Kreise Fritzlar-Melsun­gen gewählt wurde.

* Neu-Berich, 31. März 1913. Gestern Nacht stand das Baubüro der Firma Fr. Fincke jun. zu Hannover, die das Dorf erbaut hat, in Flammen und brannte bis auf den Grund nieder. — Die Ver­messung und Austeilung der neuen Gemarkung ist soweit gefördert, daß bie Auflassung an die einzelnen Ansiedler erfolgen kann.

Handel und Industrie.

Ts Berlin, 31. März 1913. Die Börse hat die schwere Geldnot überwunden, die Aussichten haben sich am Schluffe des Vierteljahr s gebeffett. Die

Montanaktien büßten 0,5 bis 1 Prozent ein. Banken leblos. Von den Eisenbahnwerten stiegen Kanada- I Pacific-Aktien um 0,5 Prozent, es fielen Henri um 0,5 Prozent. Orientbahn um 1 Prozent. Von den Schiffahrtsaklien notierten Hansa 5 Prozent höher, Paketfahrt 0,5 Prozent. Elektrizitätswerke ruhig. Von deutschen Anleihen stiegen 3proz. Reichsanleihe j und Konsuls ebenso wie 3,5 proz. Reichsanleihe 0,20 Prozent, 3,5prozentige Konsols 0,15 Prozent unb 4proz. Konsols 0,15 Prozent. Der Kafsamarkt hatte feste Haltung. Der Privatdiskont ermäßigte sich für lange Sichten auf fünffünsachtel Prozent, für kurze Sichten auf 5,75 Prozent.

Märkte.

Frankfurter Getreidemarttl ericht vom 31. März 1913. Am heutigen Markte war das Angebot in guter Land- roate inapp. Die Mühlen zeigten mehrKaujlust. Fremde Wetzen bleiben effektiv gut gefragt unb leicht verkäuflich. Auf Lieferung unverändert. Roggen gegen bie Vorwoche unverändert. Gerste in Brauware wenig beachtet. Hafer m geringen Qualitäten vernachlässigt. Mehl fest. Futter­artikel stetig. Mais sehr ruvig. Es notierten: Wetzen: hiesiger uno Wetterauer 20.85—20.95 Mark, ans dem Lande abgeholt 20.40—20.50 Mk., kurhess. 20.85-2100 Mk., norddeutscher 20.90—21.00 Mk., Manitoba 24.00 brs 24.25 M., Kan fas 24.00—24.25 Mk., russischer Nicolaiefi 23.90-24.15 Mark, Saxonska 23.80—24.25 Mark, Ulfa 24.00-24.50 Mark, Aznncr 24.00-24.25 M., La Plata 23.75—24.25 Mark, rumän. 24.00—24.25 Mark, Walla Walia 24.50—25.00 M. — Roggen: hiesiger, 17.75 bis 17.90 M., auf dem Lande abgeholt 17.40—17.50

| Mk., Pfätzer 00.00-00.00 M. russischer 19.50-19.75 M., Amerikaner 00.00—00.00 Mk. — Gerste: hief. 18.00 bis 18.25 Mark, Pfälzer 18.25-18.50 M., fränkische 18.40—18.60 M., Riedgerste 18.10-18.35 M., ungarische 00.00-00.00 Mark, Futtergerste 00.00-00.60 M. — Hafer: hiesiger unb Wetterauer 17 00—18.00 M., kurhess. 17.25-18.00 M., bauer. 17.25-18.25 Mark La Plata 17.25-18.25 Mk., russischer 18.50-19.50 Mark. — Mais fMixedj 00.00- 00.00 Mark, Donau, mais 15.25—15.50 M-, La Plata 15.00—15.25 Mark, Gtnqantin 21.00-21.25 M., russischer 00.00—00.00 Mark. — Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: fest. — Es notieren je nach Qualität:

| Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 32.(0—3225 Mark, jüto. Nr. 0 32.00—32.75 M., hiesiges Nr. 1 30.00 -30.25 M., süddeutsches Nr. 1 30.00 -30.25 Mk., hiesiges Nr. 3

! 27.00-2725 M., süddeutsches Nr. 3 27.00-u7.25 M., hiesiges Nr. 4 24.00—24.25 Mark, süddeutsches Nr. 4 24 00 — 24.25 M. — Roggen mehl, hiesiges, Nr. 0 27.00 bis 27.25 M., do. Nr. 01 26.00—26.25 M„ do. Nr. 1 24.75—25.00 M. Alles per 100 Kilo inklusive Satt loko hier. — Futkerartikel: unverändert. Weizemchalen 11.00—11.15 M., Weizenkleie 10.60—10.89 M., Roggen- fiele 11.25—11.50 M., Weizen - Futtermehl 16.00 "bis 16.50 M., Biertreber, getrocknet, 14.25—14.50 M„ Malz­keime 13.00—13.25 M., Rapskuchen 14.25—14.50 Mk., Palmkuchen 15.00—15.50 Mark, Futtergerste 16.35 bis 16.60 M., Melaffeprodukke 00.00-00.00 M., Kartoffeln 0.00—0.00 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10000 Kilo.

* Frankfurter amtliche Notierungen der Biehrnarkt- preise vom 31. März 1913. Auftrieb: 1346 Stück einschließlich 00 Rinder aus Holland, sowie 00 Rinder aus Schweden>, darunter 388 Ochsen, 45 Bullen 913 Färsen und Kühe, 00 Fresser 297 Kälber, 227 Schafe, 2579 Schweine. Ü reise für 1 Zentner, Rinder: A. Ockfen: a. vollsteischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes 1. im Alter von 4—7 Jahren (Lebendgewicht) 51—55 Mark, (Schlachtgewicht) 90 bis 95 Mark, 2. die noch nicht gezogen haben (ungejocht) Lebendgewicht) 00—00 M., (Schlachtgewicht) 00-00 Mark, b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete [ßebenbgero.J 46—00 M., (Schlachtg.) 83—89 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere [äebenbgero.j 42—45 91L, (Schlachtgew.) 77—83 Mark, d. gering genährte jeden Alters '(8ebenbgero.) 00-00 M., sSchlachtgew.) 00-00 M. 8. Bullen: a. vollfleischtge, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 47—51 M., (Schlachtgewicht) 78—85 M., b. vollsteischige jüngere (Lebendgewicht) 43—45 Mark, (Schlachtgew.) 74—78 M., c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgewicht' 00 00 Mark. (Schlachtgew.) 00 —00 M., d. gering genährte (Lebdgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 00 -00 Mark. 6. Färsen und Kühe: a. vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgewich:) 46—50 Mark, (Schlachgew.) 83—89 M, b. vollsteischige, ausgemästete, (Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Lbgew. 44—47 M., (Schlachtgew.) 82—84 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen (Lebenbgew.) 42—45 M., (Schlachtg.) 81—87 M., bo. 2) ältere ausgemästete Kühe uno wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebenbgew. 38-43 M., (Schlachtgew.) 70—80 M., d. mäßig genährte Kühe unb Färsen (Lebenbg.) 31—37 M., (Schlachtgew.) 62 —74 M., e. gering genährte Kühe unb Färsen (Lebenbgew.) 24—30 Mark, (Schlachtgew.) 55—67 M. D. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebenbgew.) 00—00 M„ (Schlachtg.) [00— 00 M. Kälber: a. Doppelender feinste Mast (Lebenbgew.) 00—00 M., (Schlachtgewicht) 00—00 Mk. b. fernste Mast- (Vollmilchmast) unb beste Saugkälber (Lebenbgew.) 00—00 M., (Schlachtgew.) 000 -000 M., c. mittlere Mast- unb gute Saugkälber (Lebenbgew.) 58—63 M., (Schlachtg.) 98—107 M., cl. geringere Mast-u. gute Saugkälber (Lebenbgew.) 53 —57 M., (Schlachtgew.) 90—97, e) geringe Saugkälber (Lw.) 48-52, (Schlacht­gew.) 81—88 M. Schafe: A. Weibemastschase: a. Mast- lammet unb jüngere Masthammel (Lebenbgew.) '47 Mk., (Schlachtgew.) 98 M-, b. geringere Masthämmel unb gut genährte Schafe (Lebendgewicht) 39—00 Mark, (Schlachtgew.) 94-00 M., c. mäßig genährte Hammel und Schafe < Metz-Schafe) (Lebendgewicht) 00 —00 M., (Schlachtgewicht) 00—00 Mark, d. Marschschafe oder Niederungsschase (Lebendgewicht) 00—00 M., (Schlacht­gew.) 00-00 M. ö. Stallmastschafe: 00. Schweine: a. vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 60'/,—64 M., (Schlachtgewicht) 78—81 M. b. vollsteischige Schweine bis 80 kg Lebendgewicht (Lebendgewicht) 62—62*/* M., (Schlachtgew.) 78-80 M., e. vollsteischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 60—64 M., (Schlachtgew.) 79—81 M., d. vollsteischige Schweine von 120 —150 kg Lebend­gew. (Lebendgew.) 60—64 M., (Schlachtgew.) 79 bis 81 Mark, e. Fetts chw eine über 150 kg Lebendgewicht (Lebdgew.) 00-00 M., (Schlachtgnnchi) 00 -00 Mark, t. unreine Sauen und geschnittene Eber (Lebendgew.) 00— 00 M., (Schlachtgewicht) 00—00 M. — Von den Schweinen wurden am 31. März verlaust: a. Lbdgew, zum Preise von 67 M. 0 Stück, von 60 M 73 Stück, von 65 M. 22 Stück, von 64V, M. 32 Stück, von 64 M. 139 Stück, von 63V, M. 16 Stück, von 63 M. 76 Stück, von 62V, M 34 Stuck, von 62 M. 40 Stück, von 61*/, M. 33 Slück; von 61 M. 39 Stück, von 6oV» M. 31 Stück. — b. Schlachtgewicht zum Preise von 84 M. 0 Stück, von 83 M. 3 Stück, von 82 M. 216 Stück, von 81 M. 317 Stück, von 80V, M. 3 Slück, von 80 SJi. 381 Stück, von 79V, 'M. 9 Stück, von 79 M. 131 Stück, von 78'/r M. 3 Stück, von 78 M. 143 Slück, von 77*/, Mk. 21 Stück, von 77 M. 140 Stück, von 76 Mk. 51 Stück, von 75*/2 Mk. 2 Slück, von 75 Mk. 15 Stück. — Marktverkauf: Am Rindermarkt gute Ochsen sehr gesucht, sonst gedrückter Handel. Am Kälber- und Schweinemarkt ebenfalls gedrückter, am Schasmarkt ruhiger Handel. Rmder und Schweine hinterlassen Ueberstand. — Bom Montag, 7. April d. Js. ab beginnt der Hauptmarkt um 8 Uhr vormittags.

Reklame«- »nv Anzeigenteil.

Das Geschenk des Meeres könnte man Lebertran nennen. Doch ist dieses, um richtiger ausgenutzt zu werden, erst einer Behandlung zu unterziehen, wie ja auch z. B. ein Diamant erst, nachdem er Bearbeitung und Schliff erhallen, den rechten Wert für uns bekommt. Dem Lebertran müffen im Scottschen Herstellungs-Verfahren feine ihm anhaftenden Nachteile, wie schwere Verdaulichkeit, uiiange- nehmer Geruch, widerlicher Geschmack genommen werden, um ihn zuträglicher und wohlschmeckender ■ zu machen. Die so gewonnene Scotts Leber- tran-Emirlsion besitzt alle Vorzüge des gewöhn­lichen Tranes in erhöhtem Maße, wirkt appetit­anregend, ist äußerst nahrhaft und bekömmlich, selbst für einen empfindlichen Gaumen und j Magen. Bei regelmäßigem Gebrauche von Scotts Emulsion wird oft nach kurzer Zeit eine allgemeine Kräftezunahme beobachtet. Wer solche herbeisühren will, der möge sich je eher desto bester zur einer Kur mit Scotts Emulsion ent­schließen. Doch hüte er sich vor Nachahmungen und gebrauche nur Scotts Emulsion!

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