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Zuldaer Zeitung

Msntag 5b Mörz 1915.

Ami Geisa und Umgebung.

i.

die Vögel soviel als möglich abzuschießen und ihre Nester samt der Brut zu vertilgen. In Anke- tracht der augenblicklich in der Welterau herrschenden Mäuseplage ist die Durchführung der obigen Verfügung zu bedauern.

* Aus Franken, 29. März 1913. Der ortho­pädischen Chirurgie in Würzburg wurde ans dem 12. Kongreß der deutschen Gesellschaft für ortho­pädische Chirurgie dieser Tage in Berlin wiederholt lobende Erwähnung getan. — Die Distriktsräte Schweinfurt-Werneck brschloflen, von der Er­richtung einer Landkrankenkasse abzusehen und für beide Distrikte eine gemeinsame Ortskrankenkasse zu errichten. — In Ansbach verletzte sich beim Dienst der Einjahrig-Freiwillige des 2. Ulancnregiments Pilger aus Köln a Rh. mit seiner eigenen Lanze derart, daß er bald darauf an den erlittenen Ver­letzungen starb. Die Lanze war ihm während einer Hebung zu Pferde durch den Oberschenkel - edrungen und hatte die Schlagader verletzt. — In Poppen­lauer bei Münnerstadt geriet der zehnjährige Apo­thekerssohn Klar in einer Mühle in die Transmission und wurde schrecklich zermalmt. — In der Auslage der sozialdemokratischen Buchhandlung in Schwein­furt, wo Pamphlete gegen Kirche, Religion und ihre Diener, Aufforderung zum Austritt aus der Kirche usw. ausgestellt waren, werden jetzt Heiligen­bilder als Andenken für Erstkommunikanten emp- sohlcn. Hat die Buchhandlung sich gebessert oder ist es Gimpelfang? — Die Distriktsräte von Bischofs­heim und Neustadt beschlosten die Einführung einer den ganzen Bezirk Neustadt umfassenden Orts­krankenkasse. Von der Errichtung einer Landkranken­kasse wurde abgesehen.

* Bebra, 29. März 1913 Ein ganz respektabler Preisunterschied zeigte die Eröffnung der Angebote zu den Arbeiten der Fuldaverlegung. Dieselbe ist infolge der beabsichtigten Errichtung der Um« gehungsgeleise auf dem hiesigen Bahnhof nötig ge­worden. Es halten 21 Submittenten Angebote ein« gereicht, deren niedrigstes sich aus 64000 Mk. stellte, während das höchste 174000 Mark betrug. — Die Gemeindevertretung befaßte sich mit dem Projekt der Erweiterung der Kirche. Architekt Daube- Marburg setzte in längeren Ausführungen die von ihm enlivorfenen Pläne auseinander. Die Aus­führung erfordert einen Kostenaufwand von 38000 Mark, die nach sehr langer und lebhafter Besprechung schließlich genehmigt wurde.

.* Wernges, 29. März 1913. Ein Wunderdoktor, dessen Spezialität Schröpfungen zu sein scheinen, übte dieser Tage hier _ sein einträgliches Handwerk aus. Er gab an, famose Heilmittel gegen gewisse Gebresten zu besitzen, manchem sah er eine Krankheit am Ge­sichte an. Mit Rücksicht ani d'e bösen Gesetze gegen die unschuldig verfolgten Wunderdolloren habe er aber die Flaschen mit den verschiedenen Heiltränklein draußen im letzten Haute gelassen, und ein Junge würde sie später bringen. Der Einfachheit halber aber nahm der Wackere das Geld für die »Medizin* gleich mit. Auf die T änklcin warten die Käufer heute noch. Der edle Gesundheitbringer aber ward nicht mehr gesehen.

* Aus dem Kreise Hofgeismar, 29. März 1913. In unserem Kresse ist in mehreren Fällen der Ausbruch der Rotzkrankheit unter den Pferden amtStier- ärzt lick fest, est fit worden.

* Rinteln, 29. März 1913. Der Kreistag für den Kreis Grafschaft Schaumburg bewilligte gestern den Haushaltsvoranschlag für das Rechnungsjahr 1913 mit 282000 Mk. ordentlichen und 32500 Mk. außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben. Für Pflasterarbeiten auf Landwegen soll eine Anleihe von 40000 Mark ausgenommen werden. An der in Probebctrieb befindlichen Automobil omni ''ns । Verbindung Rinteln—Lemgo wird sich der K'cjs mit 7000 Mk. Kapital und 3003 Mk. BürgschNü beteiligen.

* Kassel, 28. März 1913. Im Laufe de? gest- | ngen Tages sind eine größere Anzahl auswärtiger I Möbelträger hier eingelroffcn und anstelle der aus- ständigen Möbelarbeiter eingestellt worden. — Ein bei einer hiesigen Firma angestelller Geschäftsreisender ist nach Unters chlagung von 2600 Mark flüchtig geworden. — Heute morgen wurde der 21jährige, Mechaniker A. in der Karlsaue, auf einer Bant 'itzend, tot a ufgefunden. Ob Selbstmord vor- l-»gt ober ob dem jungen Mann sonst ein llnglücks- all passiert ist, steht bis jetzt noch nicht fest.

* Bon der Oberweier, 29. März 1913. In Holz­minden fiel der zwölfjährige Sohn des Müllers S. bei dem Bersin c, (einen Hund in die Weser zu werfen, um diesen schwimmen zu lassen, in den Strom I und ertrank.

♦ NiederModau, 27. März 1913. Zur Hilfsaktion im Nieder-Modauer Konkurs teilt der Schutzverein für Nieder-Modau mit, daß nach der Scheiterung der Verhandlungen mit der Regierung und anderen Geldgebern die. Konkursmasse und die I Darmstädter Volksbank einen höheren Kredit zur I Verfügung gestellt haben, so daß den Spareinlcgern I gegen Abtretung ihrer Forderungen 50 Prozent ihrer I Spareinlagen bald ausbezahlt werden können.

* Aus Thüringen, 29. März 1913. Die Stadt­verordneten in Erfurt beschlossen, die Aufnahme einer vierprozentigen Obligationsanleihe von 14,5 Millionen Mark. — In Sonneberg soll an Stelle des verstorbenen Landtagsabg. Sarnhammer der Kommerzienrat Crämer als Kandidat aufgestellt werden. — Oberlehrer Dr. Walter am Gymnasium I in Weimar wurde zum Direktor des Gymnasiums in Eisenach ernannt. — Das Schöffengericht tn I Zeih verurteilte einen sozialdemokratischen Redak­teur wegen Beleidigung des Landrats in Weißenfels zu zwei Monaten Gefängnis.

m. Hochheim, 30. 'März 1913. Gestern besuchten '"(roa 60 Teilnehmer des aegenwärtia in Frankfurt I 'agenden oberrheinischen Geologen - Kongresses dos Diluvium des Tau uns-Vorlandes. Sie be» sichtigteu zunächst die interessanten Rupe -Tongoiben eer Firma Dückerboff bei Flörsheim, dann btc ©oben I von Wicker und schließlich die Umgebung von Hoch- beim. Hier hielten die Herren Rast und kehrten am ! Abend nach Frankfurt zurück.

... ,db. Friedberg, 30. März 1913. Krähen, Raben, i'.fflcrn und Häher haben im südlichen Teile der Pro­nin- Oberhesseil »o sehr überhand genommen, daß die Jagdpächter von der Behörde ausoefordert wurden.

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Aus Kirche und Schule.

* Rom, 30. März 1913. Der Papst hat heute zum ersten Male nie gewohnten Audienzen wieder aufgenommen. Er empfing 4 Bischöfe.

2. Blatt

Selbaet retiendruüerei fit .feile,1

H El«s Reustadts Vergangenheit.

Verwundert schaute der alte Recke, „runder 1 m genannt, auf das Getriebe zu seinen Füßen. Menschenhände hatten ihn aus seinem traumhaften Da,em aufgerüttelt. Mißmutig hatte er wohl früher Zeit zu Zeit die Augen aufgekniffen, wenn ein echsfoures Handwerksmeisterlein an seinem altehr- wurdrgen Wamse hier und da herumflickte, um die schadhaftesten Stellen einer Ausbesserung zu unter« Lange jedoch hielten es gemeiniglich die Handwerker in der Nähe dieses unwirschen Gesellen nicht aus, — die ausgeworfenen Geldbeträge gestat­teten nicht den Luxus einer gründlichen Erneue« sung — denn man war der Ansicht, daß das alte Klmd gut genug sei für einen, der doch nur träume und der hastenden Jetztzeit im Wege stehe. Ja, ein schlanrechnendes Menschenkind versuchte ihm für J50 Taler den Garaus zu machen und aus seinen Eingeweiden Wohnungen für andere herzurichten, aber ein weiterblickender Vertreter der Justitia stand chm zur Seite und rettete das gefährdete Lxben. Doch wie der Kuß des Prinzen das Dornröschen aus dem Schlafe weckte, so erwachte auch der Alte aus seinem jahrhundertelangen Schlummer und streifte den letzten Rest des Schlafes aus seinem Auge, als ein Hohenzollernsproß sich seiner erinnerte Und durch sein Eingreifen den Bonn löste, welcher den Schläfer umfing. Wie durch Zauberwort ward rr der Gegenwart "bekannt und man erinnerte sich ®uf einmal der Pflicht, ihn der Nachwelt zu erhalten, fürchtend die Kritik der fragenden Epigonen. Gründ­lich, wurde er zurecht gemacht. Ein neues Kleid mm schließt die mächtigen Glieder, qrad' sitzt der ver- oogne Helm und lustig dreht sich wieder im Winde die reparierte Wetterfahne. Schier stolz wurde der Alte, und in seiner Freude öffnet sich sein Herz nach Großvaterart, als ein wißbegieriges Menschenkin'i lsin, noch nicht 1)er nahen Schule entwachsen, ihn bat, a<§ der Zeit seiner Jugend, einer wild hewcg- Au Vergangenheit, zu erzählen. Nicht zweimal ließ lichs der Alte sagen und au einem lauen Frühlinas- tbenb erfüllte er dir Bitte seines kleinen Freundes.

I iW. Hartung-Mittelkalbach. Die Prämie von 25 Mk. I erhielt W. Hartung.

I (*) Die diesjährige Gesellenprüfung für das Bäcker- Handwerk findet Ende April statt. Anmeldungen lnerzn find an den Vorsitzenden des Prüsungsaus- schusse?, Herrn Bäckermeister Fran, Jestä d t, Karl- straße 27, hier, zu richten, woselbst auch die Anmelde, bogen zu beziehen sind.

"*■ Der Weiße Sonntag, ein heller sonniger Som­mertag, war gestern für ungezählte Scharen kleiner I Erdenbürger ein Freudentag. Wenn wir Aelteren rückschauend in Stunden innerer Sammlung die Tag« unserer Jugend Revue passieren lassen, so ist es vor allem der Tag der ersten hl. Kommunion, der mit seligen Erinnerungen über manche Wirrnisse hinweg zu uns herüberleuchtet. Seine jährliche Wiederkehr bedeutet deshalb auch einen Festtag für die ganze Pfarrgemeinde. Hat doch fast jedes Haus seinen „^Bräutigam* oder sein „Bräutchelri, an dessen Fest Eltern, Geschwister und der ganze Kreis der Onkeln, Tanten und sonstigen Verwandten Anteil nimmt. Auch dieses Jahr verlief die erhebende Feier in den drei Pfarrkirchen unserer Stadt in erhebender Weise. Im Familienzirkel aber feinte man wie früher den Tag im Steife der Verwandten.

= Unglücksfälle. Als heute vormittag kurz nach 7 Uhr der etwa 35 Jahre alte Zimmermann Klüver von hier im Dampssäge- und Hobelwerk von Oito Schneemann mit dem Schmieren der Gattersäge be­schäftigt war, ist vermutlich durch einen anderen Arbeiter das Gegengewicht der Säge ausgelöst worden, welches aur den unten beschäftigten Kl. nwberiaufte. Er erlitt einen Sckflüfselbeinbruch und wurde in das Landkrankenhaus überführt. — Am Samstag nach­mittag kam der achtjährige Sohn eines Schutzmannes vor einem Geschäftsauto an der Stadtpfarrkirche iu Fall. Der Chauffeur, der an dieser gefährlichen Ecke loeben noch mehrere Warnsianale gegeben hatte, ver­mochte den Wagen sofort zi m Stehen zu bringen und auf die Seite zu reisten, so daß das Kind nur vom vorderen linken Rave des Wagens gefaßt würd'. Da der Junge kurz daraus wieder fortlier, glaubte man, daß ihm nichts widerfahren sei. Gegen Abend stellten sich indes Schmerzen rin und cs wurden so­dann leichtere Quetschungen in der linken Seite fefr- gestellt. 1 1

totales.

_ Fulda, 31. März 1913.

Hst Pkrsanafieit. Vizefeldwebel Augustin wurde »um Schutzmann bei der König!. Polizeidireksion in Fulda ernannt. — In Bad Orb hat der jetzige Bürger- metster Dr. Dahmann das Amt des Standes­beamten und der Beigeordnete Weimer die Ge- fo-äfte eines Standesbeamten-Stellvertreters für den StandeZamtSbezirk Orb übernommen. — Dem Rent­meister Lucke in Lübbecke nwrde vom 1. April ab die Verwaltung der kgl. KreiZkaffe in Hanau über, hragen. — Geheimer Baurat Platt wurde von Danzig nach Kaffe! als Direktionsmitglied an Stelle d»s auf Antrag vom 1. April 1913 ab beurlaubten Und am 1. Juli 1913 in Ruhestand tretenden Ge- Hermen Baurats Goos versetzt und Regierungsrat Dr Koehl von Breslau in Kassel als Direktionsmitglied mrt den Geschäften des administrativen Strecken- dezernats 14beauftragt. Regierungsbaumeifter Mafrrr wurde von Kaffe! nach Nordhausen, Regierungsbau­meifter Haberland von Gemünden (Wohra) nach Kaffei zum Betriebsamt 2 versetzt.

Jubiläum. Herr Prokurist Joseph Rein- Hardt kann am 1. April auf eine 25jähnge Tätig, «»t «« be” Fuldaer Stanz, und Emaillierwerken F. C. Bellinger zuruckblrcken.

». Kartenvertriebsstellen für den Vertrieb aller von der Kartographischen Abteilung der Landesaufnahme httauSgegebenen Generalstabskarten in den Maßstaben 1:25000,1:50000, 1:100 000, 1:200000 unb 1:300000 werden am 1. April d. Js. eröffnet m Magdeburg, Fürstenwallstraße 11, für den Truppenbezirk des 4. und 11. Armeekorps und den Landesbezirk der Provinz Sachsen, des Regierungs- dezirkS Kassel des Herzogtums Anhalt unb der nfmen Staaten, ferner in Koblenz. Hohen- zollernstraße 153, jur den Truppenbezirk des 8. und 18. Armeekorps und den Landesbezirk der Rhein- prumn», des Regierungsbezirks Wiesbaden und des Großherzogtums Heffeu. Ueberstchtsblätter und Ver- zerchmffe, aus denen die veröffentlichten Karten zu “Mf” stud sowie Beftellkarten werden von den Ver. tnebsstellen kostenfrei verabfolgt ober gegen Einsendung be« Portobetrags zugeschickt. Der Bezug der in dem rAhlQUf^fä6rtten ÄQtten 'st für jedermann Zu oen festgesetzten Preisen unb Bedingungen zulässig dem Verzeichnis B aufgeführten störtet zu den für den Dienstgebrauch und zu Lehr- I Mwfett ermäßigten Preisen ist zulässig für alle aktiven £)ff,3tere, bezw. die Offiziere des Beurlaubtenstandes, I alle Militär-, Marine- und Zivilbehörden, für Beamte sa°^i ^.Ur Vermittlung bet Behörden, für alle I öffentlichen höheren Lehranstalten zum Gebrauch der | Lehrer und Schulen, für btc übrigen Schulen jedoch | nur durch Vermüllung der Kreisschulinspekioren, I Bürgermeister ober Landräte, ferner für Jugend. I Wandervereine und dergleichen. 9 I

__ * Anwärter für das Zivilsupernumerariat bei der Könnt. Regierung in Kassel sollen in beschränkter Hahl vorgemerkt werbkil. Es werben nur solche Personen vor« I ?^rben, welche a) die preußische Staatsange. I börtgteit besitzen, b) bas 18 Lebensjahr ooöenbet und I ba« 25. Lebensjahr nicht überschritten haben, c) un- I descholten stnb, d) durch das Zeugnis eines preuß>- I scheu beamteten Arztes Nachweisen, baß sie nicht mit Krankheiten oder körperlichen Verbildungen behaftet Ü” dienstliche Brauchbarkeit wesentlich beein- | trächtigen, e) hinlängliches Vermögen besitzen, um sich I wenigsten« drei Jahre lang aus eigenen Mitteln oder durch die Unterstützung Angehöriger zu ernähren, 5 U^udefiens die wissenschaftliche Befähigung zum I etnjabttg. tretroifligen 'Militärdienst durch das vorge- schnebene Zeugnis einer höheren Lehranstalt erlangt m>a ?xU"n ü.bct die Erfüllung der allgemeinen Militär-Verbindlichkeiten auswerfen. Vorzugsweise I werden solche Anwärter vorgemerkt werden, die eine über das vorgeschnebene Mindestmaß (Reife für Ober, fetunba) hlnausgehende höhere Schulbildung (Ver- setznna nach Prima, Oberprima ober Reifezeugnis) im normalen Alter erworben haben. Gesuche um Vor- I werkung muffen bis Ende April d. I. mit ben oben erroatmten Nachweisen beim Regierungs - Präsidenten I tn Raffel eingeben. Die allgemeinen Militar-Verbind. I lichteten werden schon dann als erfüllt angesehen, wenn der Bewerber sich zum Militärdienste vorychnsts- I mäßig gestellt hat unb entroeber für unbrauchbar er- I

oder vorläufig nicht angenommen worden ist. I

(0 Die Hirfbefchlagpriifung bestanden biefer Tage Ustw Beendigung des Lehrschmiedekursus vor der I 1 ^efigen Prüfungskommission I. Best-Mittelkalbach, : m'.n^Jberjea, Heinrich Maithies-Kronau, Ferdi- 1 nanb Bei.Dermbach, Valentin Reß.Frickenhaujen und J

— Alleilei Weisheit. Die verschiedenen Sprachen haben auch bet Zahl nach sehr verjchiedene Buch­staben unb Lautzeichen. Die hawaische Sprache de- gnügt sich mit nur zwölf Buchstaben, das Alphabet der tartarischen Sprache umfaßt jedoch 202 Buch­staben. — Kein Staat der Welt hat die Goldfarbe in seinem Wappen, nur allein die Feine Republik Andorra. — Zum erftenmale kreuzte im Jahre 1833 ein Dampfschiff den Ozean zwischen Amerika und Europa. Das Schiff hieß „Royal William". — Rubinglas bekommt seine prächtige Färbung dadurch, daß echtes Gold in denkbar feinster, kaum mikros­kopisch erkennbarer Weise dem Glasfluß beigemischt wird. — Ein Telegramm nach Kapstadt kostete pro Wort 1892: 8,85 Mk., 1898 nur 5,15 Mk., gegen­wärtig bloß noch 2,60 Mk. — Glocken waren schon in den ältesten Zeiten in Egypten bei feierlichen Ge­legenbeiten in Gebrauch. — Aus Rußland werden jährlich zirka 2000 Millionen Stück Hühnereier exportiert. wo.

— Roch beffer. Tochter: „Aber Vater, was hafl du nur gegen Hans? Er wird sicher ein guter Gatte lein." — Vater: „Er ist ein Schafskopf und doch nur hinter deinem Geld her." — Tochter: „Er würde mich auch heirate:!, wenn ich keinen Pstnnig hätte." — Vater: „Na, dann ist er noch dämlicher, als ich dachte."

* Vacha, 29. März 1913. Versetzt wird mit dem> April Postassistent Faßn: eher von Küllstädt nach hier.

* Dorndorf, 29. Marz 1913. Bös angeführt wurde ein Arbeiter, welcher gern die Brotbeutel und Kaffeeflaschen feiner Arbeitskollegen „revidierte" und sie öfters auch ihres Inhalts beraubte. Ein anderer Arbeiter hatte das bemerkt und füllte seine Blech­flasche mit Petroleum. Es dauerte nun nicht lange und der Dieb war schändlich angeführt; von weitem hörte man, daß ihm der Trunk nicht behagle.

* Buttlar^ 29. März 1913. Dieser Tage wurde hier eine Säuglingsberatungsstelle im Heimschen Saale eröffnet. Bürgermeister Manuel ..sprach seinen Dank für die zahlreiche Beteiligung «aus und übertrug die Leitung der Säuglingsbe­ratungsstelle Herrn Dr. Ackermann aus Geisa. Zur Untersuchung hatten sich 10 Mütter mit ihren Kindern eingefunden.

* Aus Dönges, 29. März 1913. Hier entfaltet sich eine reiche Sau tätigfeit: fast jedes Hans wird vergrößert, wird angebaut usw., denn die An­forderungen der Gegenwart sind in Hinsicht auf die Entwickelung der Kaliindustrie ganz andere. Es dürste indes in Bälde ein weiterer Zuzug von Schachtarbeitern nicht mehr stattfinden, da die Deut­sche Schachtbau-Gesellschaft mit dem 1. April mit dem Abteufen des Kalifchachtes „Großherzogin So­phie" bei Stadtlengsfeld beginnt.

* Philippsthal, 29. März 1913. Auf öffentliche .Kosten wurden hier 200 Ob st bäume oberhalb des Schlosses, der Villa v. Rhöneck und der Villa Koch am Siegenberg, angepflanzt.

„Sieh mich nur an", so Hub er an, „ich stamme aus guter, ja vornehmer Familie und bin ein Werk des stolzen Junker Hans v. Dörnberg. Es mögen wohl 4—500 Jahre her sein, als dieser Herr nach Neustadt kam. Seine Wiege stand zu Frankers­hausen bei Abterode, im Kreise Eschwege. Die Her­ren von Dörnberg sind ein altes, adeliges Geschlecht, | waren aber damals nicht sehr reich und hatten des­halb und weil sie sich oft mit Bürgerlichen verhei­rateten, kein besonderes Ansehen. Sie waren ost- mals gezwungen, sich ein anderes Unterkommen zu suchen. Unfern stolzen Hans v. Dörnberg führte das Geschick nach Ziegenhain, nicht weit von hier. Er trat als Amtmann in den Dienst einer Gräfin

Ziegenhain und legte hier durch Klugheit und Geschicklichkeit den Grund zu seinem späteren hohen Ansehen und Reichtum. Nach dem Tode seiner hohen Gönnerin kam das Land an den Landgrafen Hein­rich III. von Hessen-Marburg und Junker Hans trat in dessen Dienste. Da aber der neue Herr sich wen.g um bte Regierung kümmerte und lieber auf die Jagd ging, so kam die Macht fast ganz in die Hände des Herrn von Dörnberg. Leider benutzte er diese Zeit, um manchmal auf ungerechte Weise sich Reichtümer zu sammeln, auf Kosten derer, welcke Hilfe bei ihm in verschiedenen Händeln suchten. Als nun gar im Jahre 1171 der Landgraf von Hessen- Kassel starb und nur zwei minderjährige Prinzen hinterließ, wurde Landgraf Heinrich Vormund der­selben und so kam auch Niederheffen unter bte Bot­mäßigkeit des Hofmeisters Hans. Dieses Verhältnis änderte sich auch nicht, als der Sohn Heinrichs, Wil­helm in zur Regierung kam. Ja, der neue Herr war noch ein eifrigerer Jäger als sein Vater und sand sogar seinen Tod bei der Verfolgung eines Hir­sches im Walde bei Rauschenberg. Ta er ohne Kin­der starb, erlosch feine Linie und der ganze Besitz von Oberhessen, samt den Grasschasten Ziegenhain, Nidda, Dietz und Katzenelnbogen fiel an Wilhelm H. von Niederhessen. Ehe diese Verhältnisse cintratcn, hatte Junker Hans wermöge deines Ansehens und feinet Reichtums den Frieden bemittelt zwischen Diether von Isenburg und Adolf von Nassau, welche

Aus Gberheffen n. den Hess. Ämtern.

* Marburg. 30. März 1913. Der Nachtragsetat für 1913 enthalt u. a. nachstehende Forderung: erste Rate für den ffafctnenncubau für eine Radfahrer- nndMaschinengewehrrompanie in M arb urg 326000 Mark.

’ * Ma; bürg, 29. März 1913. Ter Minister hat das mit der Oberralschule verbundene Realgym­nasium anerkannt.

* Drkihaujen (Rr. Marburg), 29. März 1913. Wegen Redufierung des Stundenlohnes haben die Arbeiter ans dem Kurhessischen Basaltwerk dahier die Arbeit eingestellt.

* Kirchhain, 29. März 1913. Gestern nachmittag wurde der Arbeiter Stephan aus Treysa bei den Baggerarbeiten an der Wohratalbahn durch den nie­dergehenden Löffel des Baggers derart zu Boden ge­drückt und verletzt, daß seine Uebersührung in die Klinik nach Marburg notwendig wurde. Ein ande­rer Arbeiter wurde leicht am Kopfe und Arm verletzt.

Sebastian v. Heusenstam wieder eingelöst und mit Mainz bereinigt. Dies geschah um 1550. In der Folge kam Neustadt an das Kurfürstentum Hessen- Kassel und 1866 an Preußen."

Tiefaufatmend hatte der Alte geendet. Traum­verloren hatte der Freund zugehövt. ja oft den Atem angehalten, nur um den Erzähler nicht zu unterbrechen. In diesem aber war die Erinnerung noch einmal mächtig aufgeflackert. Wehmut durch­zitterte seine Stimme, als er der Herrlichkeiten zu Zeiten Junker Hansens gedachte, da er Zeuge war von glänzenden Festen und traurigen Kriegen in früheren Tagen .... Leise schlich die kleine Neu­gier von bannen und betrachtete von nun an mit Ehrfurcht den Junker-Hansen-Turm.

beide um den Besitz des Erzstiftes Mainz kämpster. Zum Danke dafür belohnte ihn Erzbischof Adolf mit dem mainzischen Anteile der Gerichte Oberaula und Breitenbach. Hier in dieser Gegend kaufte Junker Gans von Hessen das Schloß Herzberg und die andere Hälfte des Gerichtes Breitenbach. Da ihm der Herzberg gefiel, weil an der alten Straße nach Thü­ringen gelegen, erbaute er sich hier eine gewaltige Peste, wie er sagte: seinen Feinden zum Trutz und einen Freunden zum Schutz. Zu Beginn obigen Krieges hatte er Diether v. Isenburg eine große Geldsumme vorgeschossen, welche nicht zurückerstattet werden konnte. Infolgedessen erhielt er von ihm Schloß, Stadt und Gericht Neustadt als erbliches Pfandlehen.

Nachdem Wilhelm II. von Niederhessen die Re­gierung des Landes angetreten hatte, brach für den chon ältlichen Junker Hans eine traurige Zeit an. Der neue Herr war ihm nicht wohlgesinnt und suchte ihn sogar wegen seiner früheren Tätigkeit als Ver­walter des Landes vor Gericht zu ziehen. Da Hans merkte, daß sich überall eine feindselige Stimmung gegen ihn geltend machte und seine zahlreichen Feinde bei Wilhelm II. ein allzu geneigtes Ohr sanden, zog er es vor, allen Verhandlungen und Untersuchungen durch die Flucht aus dem Wege zu gehen. Er floh nach Friedberg und soll von da aus, nach einer alten Sage, eine Pilgerfahrt zum hl. Grabe unternommen haben, und zwar mit seinem Freunde Johann Schenk zu Schweinsberg. Es wird vermutet, daß er diese Fahrt unternahm, um allen Verfolgungen aus dem Wege 'zu gehen; denn an einem Jerusalem-Pilger durfte sich kein Strafrichter vergreifen. Nach seiner Rückkehr starb er alsbald. Wo er begraben liegt, ist nicht bekannt. Er hatte sich zwar an der Seite seiner beiden Gemahlinnen, Anna von Ebersberg und ! Lükel von Hatzfeld, welche beide in der Elisabeth- kirche zu Marburg begraben liegen, eine Grabstätte mauern lassen. Aber fein Wunsch ist nicht in Er­füllung gegangen. Da er keine Kinder hinterließ, fielen seine großen Besitzungen, darunter auch Neu- stadt, an ferne Seitenverwandten. Später wurde i-Lo-r, Ijadt und Amt Nenstadl ^urch Erzbischof i

2Iu$ dem Nachbargebiete.

n Haras, 31. März 1913. Gestern gingen in unserer Kirche 62 Kinder (34 Knaben und 28 Mädchens mm ersten Male zur hl. Kommunion. — Heute treten 56 Kinder den ersten Gang zur Schule an. | * Rimmels, Kreis Hünfeld, 30. Mär, 1913. Ein

Aäger aus Antwerpen schoß am Samstag im hiesi en Jagdrevier einen prächtigen Auerhahn im Gewicht von 9 Ptund.

* Aus dem Dogelsberg, 29. März 1913 Das Gut des Landwirts Alt in M c tz 1 o s - G e h a a g, be­stehend aus 100 Morgen Land, Haus und Hofraite usw., geht durch Kauf an die Gemeinde Metzlos-Ge- Haag über. Der Kaufpreis beträgt 50000 Mark.

* Bad Orb, 29. März 1913. Bei der Ersatz­wahl für die 2. Klaffe zur Stadtverordnetenver­sammlung wurde Gerichtskanzlist Heßberaer zum Stadtverordneten gewählt.

* Wächtersbach, 29. März 1913. Die frühere fj?arquetfobrit ist in den Besitz der Firma Wrede, München, übergegange..

* Frankfurt, 29. März 1913. Der älteste Seel­sorger der hiesigen katholischen Geistlichkeit ist gegen­wärtig der Seelsorger der Barmherzigen Brüder, Herr Pfarrer Nikolaus Guldner. Im Juni d. Js. vollendet er sein 75. Lebensjahr und am 1. April begeht er den 25. Jahrestag der Uebernahrne der Seelsorge im Brüderhause. — Die Zahl der Erst­kommunikanten betrug in diesem Jahre in den verschiedenen Kirchen Groß-Frankfuris 2227 und Mar 1087 Knaben und 1140 Mädchen. — Einer Dame wurde im Dom, während sie im Beichtstuhl sich befand, ihre Handtasche mit 24 Mark Inhalt ge. ftoblen. — Der Mitinhaber der bekannten Bankfirma Lincoln Menny Oppen heim er, Benny Oppen- hetmer, ist heute nacht im Alter von 55 Jahren ge­storben.