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2. Blatt.

Druck btt Snlbatt ZttitRbrettrti m Selbe.

•h Fuldaer Leitung. *$*

JVs 65.

Mittwoch \9. märj 1915.

Lokales.

Fulda, 19. März 1913.

# Personalien. Referendar Manko von Hanau wurde dem Amtsgericht Bad Ord überwresen und Assessor Rehm beim Amtsgericht in Schlüchtern als Rechtsanwalt zugelafftn.

X Tas Doktorexamen bestand an der UniversikLi Münster Herr cand. phil. Adalbert Wenzel, ein früherer Schüler des Fuldaer Gymnasiums, mit dem Prädikat .magna cum laude'.

□ Tas höhere Lehrerinaenexamen bestand zu K b- lenz die Ursultnenschwester Hleronyma, Maria Reuß von Ful^a.

X Als städtische Lehrerinnen wurden in der gest. eigen S asirat-sitzung Frl. Olga Wehner und Frl. ^oiephine Kramer von hier, seither in Eckweis- dach beschäftigt, gewählt.

* Biehmartt. Der aus Donnerstag, den 27 März, angesev'e Biehmarkt ist behördlicheriei's genehmig, worben. Mit dem Auftrieb dar, um 63/< Uhr be­gonnen werden, nach 9 Uhr vormittags dürfen Tiere nicht mehr auf den Markt gebracht werden.

th. Tie Lehklings « Prüfungen für Maler, Lackierer und Weißbinder finden An'ang April statt. Ge'uche sind an den Vorsitzenden der Prüfungs. Kommission, Herrn Malermeister N e i d h a r b l baldigst tinzusenden.

*** Dom. Bei der Feier der Karwoche im Dom wird der Cwr fol ende Gesänge zur Aufführung bringen: jedesmal zu Beginn der Metten, die um 4 Uhr nachmittags ansangen, werden am Mittwoch, Donnerstag und Freitag die Lamentationen von Stehle an fedem Tage in anderer Form gelungen, gegen Schluß der Metren das Miserere von Ranini (heute abend), von Iepkens «morgen abend) und von Engelhardt (am Karfreitagabend). Morgen vormittag beim bischöflichen Amte, das um 8 Uhr beginnt, flngt der Chor die Missa in honorem 8. Cordis Jesa von Sinaenberger, nach der Epistel das Christus factns est von Witt und nach dem Offertorium das 0 sacrum eonvivium von Dia­dana, zur Prozeislon das Fange linu'ua von Eil. Am Korfreitagmorgen wird die Passion vom Chor nach der Komposition von Keane ges ngen, zu, Verehrung des Kreuzes das Popule meus von Vit- loria. Am Karsamstag werden bei dem feierlichen Amt Gloria, Sanklus und Beneorktus ans der Preis» messe von Stein gesungen, das Magnificat in har- monisi rtem C"oral und zur Prozession daS Fange lingua non E, t. »

::: Vom Kloster Frauenberg. P. Bruno Kat­terbach O. F. M. hat einen sehr ehrenvollen Ruf in die Vatikanische Bibliothek nach Rom erhalten und ist bereits an seinen zukünftigen Be­stimmungsort abgereist. Bekanntlich hat Papst Leo XIII. im Jahre 1880 das päpstliche Geheimarchiv den Gelehrten der ganzen Welt zugänglich gemacht. Daraufhin haben sich in Rom Institute der einzelnen Nationen gebildet, deren Vertreter an der Hebung der Dokumente Mitarbeiten. Zugleich hatte Leo XIII-, um funge Gelehrte für diese Arbeiten vorzubereiten, im vatikanischen Archive ein« Schule für Paläo­graphie rind Diplomatik gegründet. Der erste Professor war Isidor Carmi. Sem Nachfolger, Dr. Angelo Melampo, der wegen Augenleidens zu- cücktreten mutzte, bat zu seinem Nachfolger P. Bruno voraeschlaaen, und die zuständigen vatika­nischen und Ordensbeborden haben diesen Vorschlag angenommen. Die Vorlesungen, die p. Bruno in einem Saale des vatikanischen Archives abhalten muß, erstrecken sich jedesmal auf einen 9—8jährigen Kurs: es wird darin über lateinische Paläographie und Miniaturen, Diplomatik uwb Chronologie ge­lesen. Großes Gewicht wird natürlich auf die prak­tische Hebung im Lesen der Handschriften gelegt. Den Schluß des Kursus bildet ein Examen, das eine mündliche Prüfung vor vier Examinatoren und eine schriftliche (zwei Tage) umfaßt, p. Bruno hatte bei seinem Aufenthalte in Rom, wo er im internatio­nalen Franziskanerkolleg St. Antonio den Studien

Kleines Feuilleton.

— Eine wissenschaftliche Protesterklärung gegen die Tlberselver „DcnttnOrn Pferde'. In einer Hauptver­sammlung des derzeit zu Monaco tagenden intei» nationalen Zoologentongrefes gelangte durch llniversttä sproftssor Dr. Hermann Dexler, Vor- ßand des Tierärztlichen Instituts der deutschen Um» »erfnät Prag, der tolaend» Protefl zur Verlesuna:

Dor mehr als einem Jahre ist Hr. Kral! aus Elber­feld mit einem Buche an die Oeffentlichkeit getreten, in welchem er die selbständige Denkfähigkeit dreier von ihm beobachteter Pferde behauptet, die na­mentlich in rechnerischer Hinsicht erheblich über daS Durchschnittsmatz menschlicher Leistungen hinauS- ginge. Kralls Anschemungen fanden neben sonstiger eif­riger Anhängerschaft namentlich im Herbste 1912 gewich­tige Unterstützung durch ein zustimmendes Gutachten der drei Zoologen Ziegler. Sarasin und Krämer, die jede Zeichengebung, wie 1904 beim klugen Sans, als ausgeschlossen erklärten und neuerdings durch die Be­gründung einer gleichgerichteten Gesellschaft für expe- rimenteile Tierpsychologie.

Die dem Entwicklungsgedanken völlig zuwiderlaufen, den, mit den bisherigen Ergebnissen der wissenschaftlichen Sinnesphysiologie und Psychologie der Tiere unverein­baren, durch keine exakte Methode gestützten Lehren Kralls und seiner Anhänger gewinnen in Deutschland wachsende Verbreitung, obwohl bis zum heutigen Tage tetne den Grundsätzen kritischer Beobachtung entsprechende Nach­prüfung stattgefunden hat und keinerlei beweiskräftige Experimente bekannt geworden sind. Da eine weitere widerspruchslose Hinnahme dieser Bewegung geeignet er­scheint, das neuaufblühende und ohnehin nod) vielfach umstrittene Forschungsgebiet der Tierpsychologie auf lange hinaus zu diskreditieren, sehen sich die Unterzeich- aeten zu folgender Erklärung veranlatzt:

Die Angaben und theoretischen Schlüffe Zieglers, Earasins und Krämers in Sachen der Krallswen Pferde «äffen von den Unterzeichneten so lange als uner- ® i e f e n und höchst unwahrscheinlich bezeichnet werden, so lange ihnen nicht allgemein zugängliche Pro- iokolle über Untersuchungen unterlegt werden, die den Modernen Anforderungen tierpsychologischer Forschung and siunesphysiolopifcher Methodik entsprechen. Eine er- >rietzliche Diskussion des Themas der ^rechnenden' tferbe wird nur dann möglich fein, wenn Hr. Krall die detreffenden Tiere zum Zwecke der durchaus notwendigen Nachprüfung unter Anwendung der erakten Methoden ter experimentellen Psychologie und Physiologie völlig fr-i zur Verfügung stellt, also auch in die Hände jener tzorscher gibt, die sich angesichts des bisher vorliegenden Materials offen als Gegner der Krallschen Auffassung bekennen müssen.

Karl Buehler sBonn). Hermann Dexler (Prag). Rax Ettlinger (München). Otto Lipmann (Berlin). Stefan von Maday (Prag). Joseph Marek (Pest). Arnim von Tschermak (Wien). Erich WaSmann (Valkenburg). Karl Wigge (Düsseldorf). Wilhelm Wundt (Leipzig).

der Kirchen- und Ordensgeschichte obgelegen hatte, selber jenes Examen vom 17. bis 20. Juni 1912 mit Auszeichnung bestanden. Wir freuen uns, datz ein deutscher Drdtnsmann zu jenem wichtigen Posten, desien Inhaber auch Custos der Vatikanischen Bib­liothek ist, berufen worden ist, und wünschen ihm für seine Tätigkeit Gottes Segen.

5 Iaadvupachluno. In dem gestrigen Iaadver- pachlungstermin der 156,4702 ba grotzen Iaadnutzuna deS gemeinschaftlichen Jagdbezirkes Lehnerz waren die drei Hö ststbietenden, die Herren Rentner Kor' Büttner-Fulda mit 170 Mk., Jnaenieur Ernst Sopp-Fulda mit 175 Mk. und Schaffner Karl Hadner-Fulda mit 176 Mk. Der feitheriae Pachi- preis war 167 Mk. Der Zuschlag wstd erst in un> gesäbr 14 Taaen erteilt.

Schöffengericht. Der 31 jährige Handelsmann W. biet batte m einem Briese einen Rechtsanwal' beleidigt. Hierfür erhält W. dem Anfrage des Amts­anwalts oemätz eine Geldstrafe von 50 Mk. — Be­emer Schlägerei in Peiersberq am 12. Januak d I- batten sich der 20jährige Arbeiter E. Sch. und de- 65jährige Schuhmacher B L>. beide von Peiersber der gegenseitigen Körpervrx tznng schuldig gemach'. B. L. wird xu e uer Geld' ra'e von 10 Ätark unt ®. Sch. xu einer solchen von 15 Mark verurteilt.

K. K. V. Die für gestern abend einbernfcnc ordentliche Generalversammlung des Kath Kaufm. Vereins nahm bei Anwesenheit zahlreicher, namentlich jüngerer Mitglieder, einen ebenso befrie­digenden wie anregenden Verlauf. Der Vorsitzende. Herr Bankvorstand G. Si n g e r, berichtete über das abgelaufene Vereinsjahr. Mit Genugtuung konnte er feststellen, datz der K. K. V. Fulda auch im ver- floffenen Fahre — dem 35. fernes Bestehens — zu­nächst äußerlich gewachsen ist, so zwar, daß er mit 257 (gegen 218 des vor. Jahres) Mitgliedern mit an der Spitze aller Verbandsvereinigungen steht. Von dem inneren Leben des Vereins legten im verfloffenen Fahre Zeugnis ab die 10 Monatsversammlungen, 4 Vortrags- und 2 soziale Diskussionsabende, der be­friedigende Ausgang der Wahlen für die Angestellten- Ver sicherrtnq, sowie dos kraftvoll? und allseitig be­grüßte Eintreten des Vereins für die Interessen der hiesigen selbständigen Kaufleute (Zirkular „Kauft am Platzes und Angestellten (betr. Sommerurlaub). Zu der im Sommer des verflossenen Jabres in Koblenz tagenden Haupt-Versammlung des Verbandes, wie zu den beiden Gauversammlungen in Kassel und Mainz hatte der Verein je einen Vertreter entsandt. Besonders erbebend gestaltete sich — wie der Vor­sitzende hervorhob — die Feier des 35. Stiftungsfestes des Verein?, die unter Anteilnahme weitester Kreise der Bürgerschaft Fuldas begangen wurde. — Nicht minder erfreulich als der Bericht des Vorsitzenden ge­staltete sich die R e ch n u n q s a b l a g e de? V-reins- kafsierers. Einer Baretnnahme von 2508,91 Mk. stan­den Ausgaben in Höhe von 1786,90 Mk. gegenüber; demnach verbleibt ein Kasfenbestand von 722,31. — Nach Festsemmg des Haushaltsplanes für 1913/14 schritt die Versammlung zur Neuwahl des Vor­standes. Herr S'nger, dem vorher durch den Mund des geistl. Beirats der gebührende Tank für seine erfolgreiche Leitung des Vereins in warmen Worten an gedrückt worden war, wurde einstimmig als 1. Vor­st vender wiedergewählt. Nicht minder einmütig er­folgte die Wabl be?w. Wiederwahl der Herren Par- reller (2. Vorsitzender), Haoedorn und Lindenmaver (1. und 2. Schriftführer), Wiegand (Kassierer), Glä­ser (Bibliothekar), Ed. Schmitt und E. Kircher (Bei­sitzer), sowie der seitherigen Leiter der Kranken- und Sierbekafle, der Sparkasse, der Stellenvermittlung, des Vergnugunasgusschuffes, der Agitationskommis­sion unb der Mitarbeiter in der Leitttnq der Lehr­lingsabteilung, welch letzteren der geistliche Beirat auch bei dieser Geleaenbest für ihre aufopfernde Tä­tigkeit den herzlichsten Dank abstattete. Mit Worten der Ermunterung und der Hoffnung auf ein weiteres Blüben, Wachsen und Gedeihen des K. K. V. schloh der Vorsitzende gegen 12 Uhr die Generalversamm­lung.

(—) Naturheilverein. Am Montag sand im Gast­haus „zur Traube" eine gut besuchte Monatsversamm- lung des Naturbeilvereius statt Die Gruppen- tztagung der Naturheilvereine in Hessen, Waldeck, Südhannover, bei der auch der Fuldaer Verein durch Abgeordnete vertreten war, sand am 2. März in Hann.-Münden statt. Die für das Sommerhalbjahr vorgesehenen Ausflüge werden allmonatlich fest­gesetzt und durch das Nachrichtenblatt bekannt gegeben. Der nächste Ausflug wird am zweiten Ostettag nach dem Gerloser Wald (rotes Kreuz) und Marbach unter- nommen. Abmarsch nm 2*A Uhr; Treffpunkt beim Krüppelheim. In den Monaten Januar, Februar und März 1913 wurden bereits 70 n e u e M i t g l ie- der (allen Volksschichten angehörend) ausgenommen. Die Dadep reise für die Lichtlustbäder bleiben in der bisherigen Höhe. In Kürze erfolgt die 2IuSgabe der für beide Bäder giftigen Dadekatten. Für etnen Mitte April stattsindcuden Vortrag des Herrn W. Barnbeck-Kassel wurde das Thema „Frühlings- furen" gewählt. Es wurde einstimmig beschlossen, eine Vertrauenskundgebuna im Nachrich­tenblatt des Naturheilvereins zu erlassen. Mit dieser Kundgebung spricht die Versammlung chr Bedauern über das gegen Herrn C. Encker, hier," ergangene Ur­teil aus. Sie erklärt ferner, datz sie Herrn Encker, der seine Tüchtigkeit und Gewissenhaftigkeit in vielen Fällen bewiesen und in seiner Praxis sehr gute Er­folge erzielt hat, nach wie vor volles Vertrauen ent­gegenbringt. — Ta die Aussprache über die verschie­denen Punkte der Tagesordnung teilweise längere Zett in Anspruch nahm, mutzte der angekündigte Bor- trag über „naturgemäße Krankenpflege" verschoben werden.

(*) Nadsportliches. Der Gau 9 Frankfurt a. M. des Deutschen Radfahrer-Bundes hält seinen dies­jährigen Frühjahrsgautag in den hiesigen Stadtsälen am 6. April ab. Die Verhandlungen be- ginnen vonnittags um 10 Uhr. Um 1 Uhr findet gemeinschaftliche Mittagstafel statt und um 5 Uhr beginnt das mit diesem Gautag verbundene^ große Gala-Saalsportfest im grotzen Stadtsaal, wofür das Programm eine Anzahl schöner Wettspiele vorsieht und eine Anzahl Ehrenpreise in Gesamthöhe von etwa 600 Marl gestiftet sind. Um diesem Zweige des Radsports auch in hiesiger Stadt mehr Anhänger zu gewinnen, macht der Gau Frankfurt ganz beson­dere Anstrengungen. Für die einzelnen Wettbewerbe wurden die besten Mannschaften gewonnen. Die Wettbewerbe geben etu äußerst fesselndes, farbenrei­ches Bild, und da es immer auf ein wechselndes und vor allen Ttnaen elegantes Ausführen ankommt, so entzücken dieselben das Auge in weit höherem Matze, wie dies irgend eine andere spottliche Tätigkeit ver­mag. Auch eine größere finanzielle Beihilfe gewährt der Gauvorstand dem hiesigen festgebenden Verein Radfvort-KIub Fulda. Der Sündes-Vorstand des

D. R B sttstete einen Ehrenbecher im Wette von 200 Mark.

.y. Tie erst'n Osterurlauber au5 verschiedenen Garnisonen sind bereits heute nacht einaetrossen. Ein Militär-Sonderxug au? Strasibura 'Elsaß) brachte xadlreiche Marsjünaer und mit einem Militär-Sonder- mg aus Berlin traf unsere .Iarde* ein.

(*) G flügeffpott. Die das nbaelaufene Vereinsjadr beschließende Generalversammlung' des Geflüael- xuchtvereins Fulda fanb in dessen Vereinstokal .Alle Post" statt unb war fetten • der Mitaliedex überaus stark beüiebt. Der vom Schri'ttübrer erstattete Jahresbericht ergab eine lehr rege Geschäststätiakeit he§ Vorstandes, sowie die freudige Mitarbeit der Mitalieder. @5 kannten daher dem Verein 36 neue w:»Glieder »uge rt werden, ror nit die Mttglieder- g'ft auf 74 stieg. Die "lereinSkasse kann einen vor- stolichen Stand ankwei'en. ES toll auck in diesem >abre eine GetlüaelauSflellttna stattsindm, mtb ist dieselbe nur unter Mitoliedern de» Vereins ’erlanr. Die Vorflnndkwahl eraab tolgendes Resultat: t. Vorsitzender W. Knips, g, Vorf. Otto Lellati, 1 ^chxiftfsistrer flo(. Klesse, 2 ©rfiriftf. Job. Guntrum. Kassierer Rich Hxöflina; als Beisitzer: Sennefelder, -erd Kramer, C. Rotbmann, A. Kalb. Nach einem mm Vorsitzenden W. Knips aeWte en Vortroa über wrut und Anzucht, roeHer den Schluß der Tages­ordnung b'>dete, blichen die Erschienenen noch zu ’inem gemütlichen Zusammensein lanoe Zett vereint.

—• Die Pen>ts tm größten Glanze. Manchem wird in den letzten Taaen ein besonders starker G'anz ne8 AbendsternS aufflefanen fein, der feit Dezember n. Fs. bei kortaefetzt zunehmender Helligkeit am Abendbimwel sichtbar war und am heutigen Taoe ‘einen höchsten Glanz erreicht. Seine Hellmkeit ist arofier, als sie je ein Stern erreichen kann, fast sieben­mal so oro6 als die de? funkelnden Sirius, des hellsten aller Fixsterne. Man konnte ihn in den legten Tagen bei völlig klarem Himmel soaar bei hellem Sonnenschein mit bloßem Ange als winzige? Lichtvünktchen für kein sehen. Nackt Einbruch der Dunkelheit kann man bei besonders klarem Himmel unb, wenn kein störendes Ficht in der Nähe ist, die interessante Beobachtung machen, am besten auf weißem Panier, daß die Venus sogar einen Schatten wirft. Betrachtet man den Stern im Fernala?, Io bemerkt man, daß er nicht die Gestalt einer runden Scheibe, sondern die einer schmalen Sichel bat, unb xwar sind die beiden Sichelenden stets von der Sonne abgekebrt. Wegen der großen L'chlsülle muß man allerdings vor dem Fernglas ein gefärbtes Glas an­bringen. DmuS bleibt noch bi? Mitts April als Abendflem sichtbar, eilt aber rafch auf die Sonne zu, gebt am 25. April vor ihr vorüber und taucht An­fang Mai rechts von der ®onne al? Morgenstern auf.

X Beim Verziehen von Z'nsiten in einen andern Bundesstaat verlangt neuab na? die preußische Ober« rechmmgSkammer, die bekanntlich auch die Steuer­listen prüft, den Nachweis, daß der betreffende Steuer- tabfer sich dort niedergelassen bat. Die Anmeldung genügt nicht. Kann er die Niederlaffung nicht nach- weisen, muß er in Preußen die Steuern nachzahlen.

Ans dem Nachbargebiete.

/s Kämmerzell, 17. März 1913. Gestern abend wurde im Saale der hiesigen Kollmann'schen Gast» wrtfchakt vor sehr xahlrei*en Zuhörern au? der ganzen Pfarrei von Herrn Pfarrer Mut beriet ein Vortrag über den 23 eucharistischen Weltkongreß in Wien im September 1912, an welchem der Redner persönlich teilgenommen hat, gehalten. ES wurden entsprechende Gedichte und reliwöfe Lieder vor­getragen und in Lichtbildern der Verlauf der einzig­artigen eucharistischen Prozession während deS Kon­gresses aezeigt.

* GerSfeld, 18. Marz 1913. Die Rhönberge sind über Nacht in eine dünne Schneedecke gehüllt. Die Temperatur ist nach dem gestrigen ©eroittir erheblich gesunken. — Bei heftigem West sturm wind brach am Sonntag vormittag nach 10 Uhr in der Scheune deS Job. Knüttel zu viengersfeld Feuer aus, daß infolge deS starken Windes schnell um sich griff und d,S Knitteftche WobnbauS sowie daS angrenzende Geböft de? Christian Gutermuth zerstörte. Da viele Ortseinwohner nach GerSteld zum VormittagsgotteS- dienst gegangen waren, mußten die wenigen zu Hauie befindlichen Leute sich daraus beschränken daS Vieh zu retten und die sehr gefährdeten Gebäude deS Joh. Vey und bet Witwe Zitzmann zu schützen. DaS Mobtlar der beiden Anwesen unb große Futtervorräte fielen dem Feuer zum Opfer. Die Gebäulichkeiten find bis auf den Gründ niebernebrannt.

* Sann a. d. Rhön, 17. März 1913. In Gegen­wart der beiden Schössen überreichte Bürgermeister Kirchner in Neuswarts der Dienstmaad Eva Elisabeth Mihm für 40jährige treue Dienste das ihr von der Kaiserin verliehene goldene Kreu^.

* Hanau, 18. März 1913. Der Regterungsprä- sident Gras v. Bernstorfs traf gestern zur Besich­tigung der Ausstellung von Schülerarbeiten in der Kgl. Zeichenakademie hier ein. — Die Strafkammer verurteilte die Tagelöhner Adelsberger und Palm, die in Grotzauhetm eine Anzahl Einbruchsdiebstähle verübten und sich m einer wohnlich eingerichteten Ziegelstätte den Raub gut schmecken lietzen, zu 1 Jahr Gefängnis.

* Offenbach, 18. März 1913. Der Minister hat die Pläne für die Erweiterung des hiesigen Bahn­hofs festgestellt und Auftrag zu Baubeginn gegeben.

• Aus Thüringen, 17. März 1913. Der Grotzhe^^ von Sack'sen schenkte dem Fungdeutschlandbund in Wei­mar 100 Schutztruppe «hüte und Eßgeschirre. — Der ehemalige gothaische StaaiSminist-r von Sonin ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Er war in G o t b a vom März 1888 bis zum Januar 1891 als Minister tätig, seitdem vertrat er Koburg-Gotha im Bundesrat. Sett 1892 war er auch Mitgliede deS preußischen Herrenhau- fe§. — Ein Landwirt in Tautenburg wilderte und seine Mutter beraufte das Wild in Esmburg. Dafür erhielt der Wilddieb ein Jahr Gefängnis, die Mutter aber ein Jahr Zuchthaus, weil der Hehler schlimmer ist als der Stehler. In Stützerbach wollten zwei Kin­der von sechs und vier Jahren in Abwesenheit der Eltern mit Spiritus Feuer anschüren, dabei explodiette der Spiritusbehälter und beide Kinder erlitten so schwere Brandwunden, datz sie starben. — Die im Herzogtum Altenburg gesammelten 24000 Mk. sollen nach Be- stimmung des Kaisers für ein Flugzeug verwendet wer- den, das den Namen .Sachsen-Altenburg" erhält. — Das Gericht in Meiningen hat den Büchsenmacher Wer­ner in S u h l, der im letzten Winter ein junges Mädchen umbrachte, autzer Verfolgung gesetzt, weil er bei Be- gehung der Tat in einem Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit war, wodurch seine freie WilleuSbe- slimmung ausgeschlossen wurde. Da der Mann schon einmal ein gleiches Verbrechen versucht hatte, wäre es am besten, ihn dauernd in einer Heilanstalt unterzu­bringen.

* Höhr (Westerwald), 18. März 1913. Hier spiel­ten zwei Kinder in einem Graben, in dem heißes Wasier aus dem Eleftrizttätswer! abfließt. Das eine

Kind, ein Knabe, starb; das andere, ein Mädchen, wurde lebensgefährlich verletzt.

♦ Mainz. 17. 'März 1918. Der Rechner Bieber aus Hetoesheim, der, rote rcir seinerzeit meldeten, wegen Urkunbensalfchung unb Betrugs ver- haftet wurde, batte sich heute vor der Biamzer Straf­kammer zu verantworten. Von 1906 bis 1909 war bte Kasse in Hetbesheim von Bieber um 65 000 Mk. geschädigt worden Man setzte Bieder als Rechner ab, damit aber die Geneialoerjammlung wchls davon erfahre, wählte man ibn in den Auistchtsrat der Spar« und Darlehnskasse! Als die Schwindeleien alle beraustamen, wurde Bteber verhaftet. Bei de» Leibesunterju ung »and man bei th - ein Flä chckien Gift und einen tcharf geladen n Revolver. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten drei Jahre Zuchtbaus. DaS Gericht verurteilte Bieber nach kurzer Beratung wegen Fäftchung eines Schuld» icheines, mcbttachen Betrugs und wegen Untreue — er hatte außerdem feiner Tante 450 Mark unter» Ichlaa-n — zu zwei ^a rexx @efnngm§.

* Mainz, 18. März 1913. Um eine Steuererhö- hung zu vermeiden, soll die Schuldentilgung in der Weise geregelt werden, daß aus den Betriebs- Überschüssen der Stadt ein „Pufferfonds" geschaffen wird. Tie Verbilligung der Preise für Gas und Elek­trizität, wodurch den Konsumenten jährlich 390 000 Mark erspart werden, wurde von den Stadtverord­neten genehmigt.

* Geisenheim, 18. März 1913. Der büsne katho­lische Geietlenverein erwarb das Hotel ,Ger- mania" zum Preise von 49000 Mark. Es soll ein katholisches Lereinshaus abgeben.

Amt Geisa und Umgebung.

• Vacha, 18. März 1913. Der Gemeinderat übertrug die Schürfungsarbeiten an der Luttershof­quelle dem ^Bauunternehmer Wolf. Ferner stimmte er der Vereinigung der Fftircn Larau und Vacha zu. Dte Besoldung des Standesbeamten wird einer Nach­prüfung unterzogen und ab 1. Januar 1913 um 50 Mark jährlich erhöbt.

♦ Stadtlengsfeld, 18 März 1913. Von den großen Beamt en häuf er n, welche die Geroeiktchaft »Groß- Herzog von Sachsen" in der Lengsfelder Flur er­richten läßt, find seitens der Baufirma Kümpel in Vacha drei große Häuser bereits unter Dach und Fach gebracht. Weiteie Neubauten werden noch folgen.

* Stadtlengsfeld, 18. März 1913. Die Frau Schl. au5 Gehau» verließ vor etni en Wochen nach einem Str.'it mit ihrem Mann das Haus. Als sie bann Einlaß xorberte, kam ihr Mann auf die Straße. Im leiben Augenblick wurde er >o verprügelt, daß Nachbarsleute ihm aufhalsen und ihn verbinden mußten. Vor dem hiesigen Schöffengericht wurde festgestellt, daß ihn ein Arbeiter U. von Hohenwart gefchlagen. Dessen Kollege W., ebendaher, betefcroor das Gegenteil. Ersterer erhielt 14 Tage Gefängnis, letzterer wurde wegen Meineids in Haft behalten. Frau Schl, wurde wegen Ansttstung mit 30 Mark Geldstrafe belegt.

Ans Oberheffen u. den Hess. Remtern.

f Neustadt, 18. März 1913. In der hiesigen Oberförsterei ist ein ungewöhnlich starker Buchen- 6 a u nt gefällt worden. Der Durchmesser des Stam­mes betrug 1,50 Meter und der äußere Umfang über 5 Meter. An der Fällung dieses Waldriesen waren vier Holzhauer drei Stunden lang beschäftigt. 30 Meter Hartholz und drei Haufen Reisig von je 10 Meter lieferte der Baum, dessen Alter auf 400 Jahre geschätzt wird.

* Treysa, 18. März 1913. Die Fleischbeschau für den hiesigen Satdtbezirk ist dem Tierarzt Höxter über­tragen worden, der dieses Amt schon seit Jahren für die Anstalt „Hephata" versieht. — Rektor Reinert ans Wansried ist von der Regierung als Leiter der hiesigen Stadt- und gewerblichen Fottbttdungsschule ernannt worden.

♦ Tlkyia, 18. März 1913. Hier wurden zwei mehrfach vorbestrafte Einbrecher, Steinbrecher und Glaieroald» verhaftet und nach Marburg gebracht. Man sand bei ihnen eine Menge erbeuteter Sachen, wie Kaffee, Zucker, Seife u'w. vor. Sicherem Ver­nehmen nach stammt diese Beute ans dem Frielen­dorfer Güterbahnhofe, wo eine Anzahl Säcke und Kisten geöffnet und erbrochen vorgeiunven wurden.

♦ Dreihanse«, 18. März 1913. Die hiesige Post­agentur, welche Lehrer Wilhelm 18 Jahre lang verwaltete, wird vom 1. April ab Gastwirt Fmdt Übertragen. — Wegen Lohndtsferenzen sind hier eine Anzahl Steinbrucharbeiter in den Ausstand ge­treten.

• Fritzlar, 17. März 1913. Am Samstag stieß das Automobil der Herren Gebrüder Diettich mit einem Wagen der Kasseler Feuerwehr zusammen. Bei denr Zusammenstoß rannte die Deichsel des Feuerwehrwagens in die Fensterscheiben des Auto­mobils hinein, sodaß diese völlig in Stücke ging; die Insassen kamen mit dem Schrecken und ohne erheb­liche Verletzungen davon. Auch der Chauffeur blieb unverletzt. Dagegen blieb ein Pferd der Feuerwehr mit dem rechten Hinterbein in den Schienen der Straßenbahn hängen, stürzte hin und brach ein Bein, sodaß es jedenfalls erfchossen werden muß.

vermißtes.

• DaS Schicksal des „D. 178". Das gesunkene Tor­pedoboot „©. 178“ ist in der 11. Halbftotille durch das neue Boot .S. 16", 1912 fettiggestellt, ersetzt worden. Bei der Untersuch' ng des verunglückten Bootes durch Taucher hat sich herausgestellt, datz es mcht zerschnitten, sondern infolge ungleicher Belastung durch den Was. (erdrück geborsten ist und in zwei Teilen auf dem Meeresgrund liegt. Das Zerbrechen erklärt sich damit, datz ein Torpedoboot tm Verhältnis zur Breite sehr lang sein mutz, und ferner, daß der Schiffskörper möglichst leicht und daher aus sehr dünnen Stahlplatten hergestellt werden mutz. Zum Ersatz dafür werden Torpedoboote besonders sorgfältig versteift.

* Tie Maschinengewehre für die Zeppelin-Luftschiffe. Nach den erfolgreichen Schietzversuchen mit einem Ma­schinengewehr auf dem neuen Zeppelin-Luftschiff werden, tote aus Friedrichshafen gemeldet wird, alle künftig zu erbauenden Zeppelin-Luftschiffe für Militär und Marine mit Maschinengewehren ausgerüstet werden. Die im Bau befindlichen Zeppelin-Kreuzer haben bereits Schieß- stände erhalten. Die Bedeutung der Verwendung von Maschinengewehren auf den Luftschiffen liegt in deren Eigenschaft als Abwehr- und Angriffswasse gegen die feindlichen Flieger.

* Ter Mord im Beichtstuhl. Ter Mörder W e i - n'a n d, der, wie wir seinerzeit meldeten, in der ka­tholischen Kirche in Mülheim an der Ruhr den Missionar Pater Wenger im Beichtstuhl tötete, ist auf die Tauer von sechs Wochen zur Untersuchung seines Geisteszustandes der Provinzial-Jrrenanstaft Bedburg im Rheinland überwiesen worden.