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Zuldaer Zeitung

fflgfid) mtt Ausnahme der Sonn- «nd Stierfagt Werfel- labrild)» Beiugsprel* ohn« Bringerlohn und Bestellgeld in Zulda JowU auswärts 1.50 Mark. Rototionsöru» und Verlag der t I julBaer Acttenärudierd (n Zu Ido. Sernlpredjer Nr S. 8 S

S 5 XDodjen-Beilage: 5 3 | s • monots-Befiage: Z s Illustrierte Sonntagszeifung | Zuldaer Seschichtsblätter

S Elebungsliftee der preußisch-süddeutschen Kleffen-Eotterit. — tzaldjShrlich LaschenfahrploA. S

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Flr. 65

Erstes Blatt

Mittwoch den -9. IHärz 1913

40. Zahrgang

Deutsches Reich.

** Berlin, 18. März 1913. Als Termin für die durch das Ableben des Reichstagsabgeordneten Dr. Schädler erforderliche Reichstagsersatzwahl tm Wahlkreise Bamberg ist auf den 22. Avril fest­gesetzt worden. — Prinz Heinrich von Preußen traf heule zum Besuche des großherzoglichen Hofes in Karlsruhe ein.

" Zur Besserstellung der Kriegsvkteranen Der Kysthäulerbund der Landeskrieaerverdänd? hotte dem

Ermordung des Königs von Griechenland.

W. Saloniki, 18. MSrz 1913 Der König von Griechenland wurde bei einem Spaziergang von zwei Individuen ermordet.

B Wien, 19. März 1913 (Tel.). Nach einer aus Krieft hier eingegangenen Meldung wurde der König von Griechenland während eines gestern nachmittag durch die Straßen der Stadt von Saloniki unternommenen Spazierganges erschossen. Plötz, lich traten zwei unbekannte Männer auf ihn zu und einer von ihnen gab aus einem Revolver einen Schuß gegen die Brust des Königs ab. Dieser sank sofort zu Boden; die Kugel hatte das Herz durchbohrt. Der Adjutant veranlaßte die sofortige Verhaftung der Mörder und ließ den König in ein Krankenhaus überführen, wo König Georg als­bald verstarb.

* Berlin, 18. März 1913. Der griechische Gesandte, Herr Theodoky, wurde von allen Seiten mit Anfragen bestürmt, konnte aber keinerlei Auskunft erteilen. Er wagte cs auch nicht, irgend eine Vermutung über die Person und die Motive des Attentäters auszusprechen, weil der gewaltsame Tod des Königs in diesem Augen­blick unabsehbare Konsequenzen haben könnte.

• Paris, 18. März 1913. Die Ermordung des Königs Georg von Griechenland in Saloniki, die aus London hierher gemeldet wurde, wird von der »Agence HavaS" bestätigt. Der Eindruck in den diplomatischen Krei­sen war ungeheuer. Auf dem auswärtigen Amt liegt zwar bisher noch keine Bestätigung dieser Nachricht vor, doch haben die griechische und die bulgarische Gesandt­schaft kurze Telegramme erhalten, in denen die Ermor­dung des Königs Georg bestätigt wird.

W Wien, 18. März 1913. Hier hatte man bis Mit­ternacht noch keine näheren Mitteilungen über die Er­mordung des Königs von Griechenland. Die Tatsache selbst wird bestätigt. In diplomatischen Kreisen macht man darauf aufmerksam, daß gerade Saloniki der Tum­melplatz der heftigsten bulgarisch-griechischen Rivalitäten war. Schon bei der Einnahme der Stadt kam es zwi­schen griechischen und bulgarischen Truppen zu ernsten Konflikten. Dieser Gegensatz hat sich bekanntlich un­längst zu blutigen Kämpfen gesteigert. Die Möglich­keit liegt vor, daß der König, der bald nach der Einnahme von Saloniki seinen Hofstaat dorthin verlegt hat, einem bulgarischen Fanatiker zum Opfer gefallen ist.

H London, 19. März 1913 (Tel.). Die königliche Familie erhielt eine offizielle Mitteilung, daß der König von Griechenland ermordet worden sei, die tiefe Bestür- | zung hervorrief. Allgemein wird tiefe Teilnahme für I die Königin Alexandra, die bekanntlich eine Schwester des Königs ist, ausgedrückt.

Eine halbe Stunde später verließ ein anderer Mann die Burg Tarent. Seine Stirne war finster zusammengezogen, die Augen glühten. Ta, wo die Straße sich wendete und die Burg dem Blicke ent­schwindet, blieb er stehen und drohte mit der geballten Faust nach dem stolzen Gebäude. Dabei sagte er zu sich selbst Worte, welche Zeugnis ablegten Don dem Kampfe und der Aufregung, die in seinem Innern vorging.

»Ah, meine Süße, Du zeigst Merkmale zur Uw- kehr, die Lust überkommt Dich, andere Bahnen zu wandeln. — Nimmermehr. Ich laste mir meine Kreise nicht stören. Mir bist Du verfallen, Weib, mein Wille ist Dein Gesetz! Verflucht sei der fremde Aben­teurer, der mir Unglück bringt, wo immer ich itm begegne! Es ist Zeit, daß das Ende kommt, wenige Wochen noch und ich führe die Braut zum Altäre. Mit oder gegen ihren Willen! Dann bin ich Herr aus Schloß Tarent, ich, ich allein!"

8.

Das Zauberfcst.

Der Palast Guastalla, welcher vom Prinzen von Indien bewohnt war, schwamm in einem Meer von Licht. Die Hunderte von Fenstern in der Front des Palastes waren glänzend beleuchtet. In den sieben großen Höfen des ungeheuren Gebäudes brannten Tausende von Lampions und machten die Nacht zum Tage. Jeder dieser mit Marmor gepllasterten Höfe war mit Hunderten von Menschen besetzt. Alle diese Menschen wurden bewirtet. Riesige Fässer besten Weines standen in jedem der Höfe und der köstliche Inhalt wurde verschänkt an einen jeden, der kam. Scharen von Dienern hielten die Ordnung aufrecht. Ganze Ochsen wurden an ungeheuren Spießen über mächtigen Feuern gebraten, ein Schauspiel, wie man es bis jetzt noch nie gesehen. Es wurde erzählt, der Prinz habe es bei einer Kaiserkrönung in Frankfurt lesehen, er aber bot mehr, als ein' Kaiser bieten ?ann- (Forts, folgt.)

I Wilhelm I verübt batte, und es konnte damals so I scheinen, als ob dies Wort feine Berechtigung habe. I ,1m Oktober desselben Jahres machte Moncasi einen I Mordversuch gegen den König AlionS von Spanten I und wenige Wochen später erhob in Neapel Pasta- I Dante iemen Dolch gegen den König Humbert von I Italien. Einige Jahre ipäter ließ die Ermordung I CarnotS, deS Präsidenten Der französischen Republik | und der zweite Mordansall aus den König Humbert I die Kulturwelt wieder erichreckt zusammensahren, und I als na v weiteren vier Jahren eine schwache und I wehrloie Frau, die Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, I unter den Dol ustichen eines ruchlosen Buden fiel, da mußte man sich bewußt werden, daß die period. wieder»

I tei.renben Fürstenmorde eine unvermeidliche Tatsache der modernen „Kultur* geworden zu sein scheinen. Ter Ermordung der Kaiserin Elisabeth folgte ein Attentat auf den Prinzen von Wales, und nicht viel später wurde die Chronik um eine weitere Greuellat be­reichert; König Humbert von Italien, der zweimal der Mordwaffe glücklich entgangen, wurde durch die Kugel eines Mordgesellen hingestreckt. Dem ruchlosen Bombenamchlage aus das spanische KönigSpaar an ihrem Hochzeitstage folgte dann die Ermordung des Königs von Portugal und seines ältesten Sohnes. Seitdem batte es in den Attentaten aus geltönte Häupter eine Pause gegeben, ober die Hoffnung, daß der Mord- Wahnsinn sich ausgetobt habe, war verfrüht. Von neuem bat sich das eniletzliche Schicksal des Todes durch Mörderhand an einem 6er Großen bet Erde ersülli. Anscheinend liegt ein politischer Mord vor, der Mörder ist nicht etwa ein fanatischer Türte, sondern ein Untertan des Ermordeten, ein Grieche, et gibt an, Sozia ldemokrat zu fein. Inter­nationale politische Folgen Dürfte das Attentat kaum haben, höchstens darf man annehmen, daß die Neigung, den Krieg zu beenden, bei den Balkanstaaten durch den erschütternden Zwischenfall gefördert wird.

Letzte Meldungen.

W. Athen, 19. März 1913 (Tel.) Nach einem Telegramm des Direktors des Telegraphen - Bureaus schossen die beiden Individuen von hinten auf den König. Der eine soll geistesgestört sein und Alexander 3Chinas heißen.

W. Athen, 19. März 1913. (Reuter.) Der Mörder Schiu äs ist 40 Jahre alt. Er weigert sich, den Grund zu der Tat anzugeben und antwortete, als em Otfizter ihn fragte, ob er kein Mitleid mit seinem Lande hätte, daß er Sozialist sei. Sein Benehmen »st ganz gefühllos.

W. Saloniki, 19. März 1913. (Tel.) Es war gegen 5 Uhr nachmittags, als ein geift sgestörter Grieche namens Aleko Schinas einen Revolverschuß auf den König abgab. Der Revolver war mit sieben kleinen Geschossen geladen. Prinz Nikolaus tief die Chftjiere des Heeres zusammen und ließ sie dem I neuen König Konstantin, der sich gegenwärtig I mit bet Königin-Mutter in Janina befindet, den Eid I schwören. Hier herrscht vollkommene Ruhe.

R. Athen, 19. März 1913. (Tel.) Der Kto», prinz verläßt den Epirus sobald als möglich. Die Königin reift um Mitternacht an Bord ttneS rufst» I Ichen Kriegsschiffes nach Saloniki.

W. London, 19. März 1913. (Telegr.) Als die Konigin-Multet Alexandra spät abends die amt- I ltdje Mitteilung von dem Tode ihres Bruders erhielt, | war sie ganz niedergeschmettert. — Der Bürgermeister von Windsor sprach dem König und der Königin- Mutter im Schloß fein Beileid aus und übermittelte I dieses auch der Kö igm-Muttet Alexandra und der griechischen Gesandtschaft.

wieder so dunkle Worte gewesen, die man auslegen konnte, wie man wollte. Wie sonderbar doch, daß in allen Dorten, die dieser Prinz zu ihm sprach, immer eine gegen ihn gerichtete Spitze enthalten war. So war es in Rom gewesen, so war es hier. Mit Be­fremden hatte er auch wahrgenommen, daß er nicht

| die Hand ihm gereicht, wie ihr.

Die drei näherten sich der Burg. „Es ist Zeit, daß ich Sie verlasse, teure Gräfin," sagte der Besucher. „Ich nehme einen Eindruck aus diesem Hause mit mir, den ich schwerlich vergesse im Leben. Hoffent­lich ist dies nicht unsere letzte Begegnung. Ich rechne auf einen ferneren regen Verkehr. Demnächst gebe ich ein großes Fest. Hunderte von Personen sind ge­laden. Nicht nur Adelige, auch der bessere Bürqer- stand wird vertreten sein. Die vielen breiten Höfe des Guastalla-Palastes werden dazu dienen, die brei­ten Massen des Volkes aufzunehmen. Wer kommt, wird bewirtet. Ich will auf diese Weise der Stadt Genua meinen Dank für den mir bereiteten Empfang abstatten. Wird die schönste Frau Genuas dabei fehlen? Wird das Fest eine würdige Königin haben?"

Anita von Tarent zögerte mit der Antwort. „Hoheit, es ist sehr wenig Zeit vergangen, seit ich den Gatten und das Kind verloren habe," sagte sie leise.

Im Gesichte des Prinzen zeigte sich ein schwaches Lächeln. „Der Umstand hat keine Berechtigung mehr, schöne Frau, Sie haben sich bereits einem zweiten Manne versprochen. So was schließt die Trauer ab."

Sie zöaerte noch. Das Gerede der Lutte war zu fürchten. Auch fühlte sie sich so elend, so unglücklich, wie nie Sie wollte allein fein, allein mit ihren Ge- I danken und ihrer Reue.

„Ich wünsche sehr, daß Sie kommen, teure Grä­fin, Sie bereiten mir damit große Freude." Er hatte die Worte nickt in dem heiseren Ton gesprochen, der ihm sonst so eigen war. Seine Stimme hatte weich geklungen, iTiro Sinne mußten ganz verwirrt fein, denn einen Moment lang war ihr, als hätte der ver­storbene Gatte zu ihr gesprochen.

Dabei fühlte sie wieder seinen Blick auf sich ruhen, fühlte wieder eine magnetische Gewalt, die ihren Wil- I

genug! Er aber — er muß sterben, ehe er ihr Ge­schick an das feine knüpft — er muß sterben, von mei­ner Hand, ehe er mit ihr vor den Altar tritt!"

I X Sturz des Kabinetts Briand.

I _ Nach einer mehrtägigen Erörterung im fr an. I zosischen Senat über die Wahlreform I kam es gestern abend zur Entscheidung. Zwei Fas­sungen des ersten Artikels der Wahlreform standen einander gegenüber: die Fassung des Kommissions- Entwurfs, die lautet: „Die Mitglieder der deputier-

1 tenfammer werden mit Stimmenmehrheit gewählt," I und die Fassung des Gegenentwurfs Maus an, die I lautet: „Die Mitglieder der Deputiertenkammer wer­den nach der Listenwahl mit Vertretung der Minder- Ijetten gewählt." In der gestrigen Sitzung nahm un- ter groffer Spannung des Hauses und bei überfüllten Tribunen der Ministerpräsident Briand zu der Frage das Wort. Er begann seine Rede, indem er sofort für den Grundsatz der Vertretung der Minder- betten, tüfo gegen die Vorlage der Senatskommission, bie gleich im ersten Artikel diese Vertretung verwirft und dafür das Mhrheitsprinzip mit Listenwahl auf- stellt, die Vertrauensfrage stellte. Die Re­gierung, erklärte er, erachte die Frage der Wahlre- sorm so ernst, daß, wenn diese vor dem Senat zu einer

! wen Wunsche» zuwiderlaufenden Lösung führen Mte, sie nicht länger die Verantwortlichkeiten ihres Amtes auf sich nehmen könne; in welcher Richtung dtese Wunsche liegen, erläuterte der Ministerpräsi­dent, indem er alsdann für den Grundsatz der Vertre­tung der Minderheiten eintrat, ohne jedoch für diesen Grundsatz eine bestimmte Formel in Vorschlag zu bringen. Damit war die Stellungnahme der Regie­rung gegen die Vorlage der Senatskommission also Har ausgesprochen. Die Entscheidung darüber er- folgte, indem der Senatspräsident nach der hiermit beendeten allgemeinen Erörterung der Geschästsord- X nuug gemäfe zunächst die Gegenvorlage des 516g. Mauian zur Abstimmung stellte, die in ihrem, erften Artikel wie die Vorlage der Senatskommissiorl bie Listenwahl an Stelle'der Einzelwahl einführt, aber dann weiter die Vertretung der Minderheiten hierbei regelt. Um nun gleich aber die Entscheidung herbei, zufuhren, brachte der radikale Abg. Peytral zu dem ersten Artikel dieser Gegenvorlage einen Zusatz- antrag ein, der erklärt, daß die Listenwahl »ach bei Mehrheitsregel erfolge und keiner als gewählt gelten solle, der weniger Stimmen erhalten habe als fein Mitbewerber, ein Antrag also, der die Gegenvorlage hiermit im Sinne der Senatsvorlage sofort von Grund auf umändert. Der M i n i st e r p r ä s i- e n t legte nochmals bar, daß die Regierung diesen Zusatzantrag nicht annehmen könne, da er die Ver­tretung der Minderheiten ausschließe, und deshalb auch hiergegen die Vertrauensfrage stelle. Die A b- stimmung ergab die Annahme des Zusatz, antrages mit 161 gegen 128 Stimmen, also mi» 33 Stimmen Mehrheit. Der Ministerpräsident ver­ließ hierauf mit den anwesenden Ministern sofort die Sitzung, während die radikalen Sieger in den Ruj ausbrachen: „Vive la Räpublique".

W Paris, 18. März 1913. Ministerpräsident Briand überreichte heute abend dem Präsidenten Poincarä die Demission des Kabinetts.

Der Gras von Tarent.

68] Roman m 3 Bänden von F. Steinkirchner.

Das Wort war heraus. Die Sonne, die so hell geschienen hatte, wurde in diesem Augenblicke von einer Wolke beschattet. Anita von Tarent war einen Moment lang leichenblaß geworden. Die Ra- hir schien plötzlich grau in grau ohne das belebende Sonnenlicht — so sah es auch in ihrem Innern aus, etn (alter Nebel war plötzlich gefallen und hatte die fluten erstickt. — Der Mann proklamierte fein Recht. Jcun war alles aus, alles! Ihr war zu Mute, als folge auf einen lieblichen Maientag der kalte, bittere ilToft. Jede Hoffnung war nun dahin. Der Mann Ritt den ernsten, melancholischen Augen, der das hei- ll8e Feuer in ihr angezündet, würde nun ihr und ihm gratulieren, wie andere Menschen auch. Sie wollte onfschreien aus tiefster Seele, sie wollte sich auf- bäumen gegen ihr Geschick — sie vermochte es nicht, fstn Krampf zuckte in ihrem Herzen. Nun fühlte sie, sie sterben möchte vor Weh und Elend. Es kam ö?e Nacht, die lange, finstere Nacht, und sie würde etn Leben lang dauern.

Der Prinz von Indien streckte ihr die offene Hand ““gegen. „Ich bringe Ihnen meine besten Glück­wünsche bar zum neuen Lebensbunde*, sagte et. Zisunge Herzen können nicht immer trauern, nur das i ^r.gestattet, mit heiterer Ruhe zurückzuschauen unö sich mit dem Vergangenen zu begnügen. Eine IEUr Seit bringt neue Freuden, neues Glück."

ete legte ihre Hand in die seine Als er die klei- .ringer umschloß, fühlte er, daß dieselben eisig wit waren.

. "Ewrr von Meneville, Sie sind in der Tat ein sehr giurthcber Mann," sagte der Prinz, sich zu ihm men- h”, '.Eine der schönsten Frauen, die ich K gesehen,

1lcb Ihnen an siir's Leben, fettet tbr Geschick oa das Ihre. Ich möchte Sie beneiden! Man sagt, r» • Uen Rillen instinktiv den Wert eines Mannes, dem 1 -t t -’fo schenken Unsere liebenswürdige Haus-

J v rtne Aufnahme von der Regel, indem sie Sie it, *ch.' llat, hat sie — ich bin dessen sicher — einen

Gefährten gefunden."

*'ex Baron biß sich auf die Lippen. Das waren

len beherrschte. Ein fremder Wille sagte ihr: ,Fomin, I Du mußt kommen! Ich will es!"

®n leichtes Rot stieg wieder in dem blaffen Ge- fichte auf. Es war so ein seliges Gefühl, dem Willen tnefes Mannes sich nnterzuoronen. ,Jch werde er» toetnen zu Ihrem Feste, Hoheit, da Sie es wollen." Die lunge Frau sagte es, wie eine Geistesabwesende Vorher, als er gekommen, hatte sie gewünscht, daß er gehen sollte, nun glaubte sie vergehen zu müssen, weil er ging.

»Ich danke für Ihre Zusage, teure Gräfin, Sie werden einen genußreichen Abend verleben." Nun hielt er ihr die Hand zum Abschiede hin. Sie legte bie ihre in bie seine. Der Blick, den sie dabei auf ihn richtete, enthielt Trauer und Angst. Er schien sagen zu wollen: verlasse mich nicht, rette mich vor diesem Manne, vor mir selbst!"

Daron Meneville räusperte sich. Er wollte der Szene ein Ende machen. Er las in diesem Frauen- auge, daß cm anderer seinen Platz eingenommen, daß etne große Veränderung vorgegangen war im Herzen der Geliebten.

Einige Augenblicke noch, bann war er gegangen, der geheimnisvolle, sagenhafte Mann. Er war unge­rufen gefommen unb mit seinem Kommen wurde es Licht in ihr. Nun war er wieder gegangen und hatte sie zurückgelafsen nut diesem Manne, der ihr so fremd geworden.

Müde, vollkommen gebrochen, stieg sie am Arm des Barons die große Freitreppe zu ihren Gemächern empor. Er sprach zu ihr — sie hörte seine Worte nicht. Ihr Geist, ihr ganzes seelisches Sein folgte dem, der eben ihr Hau? verlassen hatte, ihm, der eine andere Bebte und hoffte und harrte auf Glück.

In der Karaffe, mit den vier milchweißen Pfer den, entfernte sich der Herr von Tarent von der Burg feiner Väter. Er war sehr bleich, sinnend schaute er vor fick hin.

„Armes, armes Weib," sagte er, „wie unglücklick bist Du doch geworden. Ich habe in Deiner Seele gel-fcn und gesehen, daß Tu Dich selber erkannt hast Du suchst das Glück, und es weicht von Dir! Sie ift unglücklich über alles Maß — sie findet ihren Weg tm Leben nicht wieder — zn spät! Meine Rache hat mit ihr nichts mehr zu tun. sie frag; der Strafe I

König Georg I. von Griechenland stammt I aus dem Hause Schleswig-HolNein«Sonverburg-Glücks- I bürg. Er wurde als Prinz von Dänemark am 24. Dezember 1845 geboten und erhielt den Namen Wilhelm. Aus Empiehltmg Englands wurde er am 30. März 1863 von der griechischen Rattonalversarr m- lang einstimmig unter dem Namen Georg L zum König gewählt. Er war der zweite König des neuen ie-rtechenland. Sein Borgänger war Otto von Bayern gewesen, der aber durch eine Muitätrevolutton gestürzt worden war.

Georg I. nahm die ihm angetragene Krone Grie­chenlands auf Grund des von den Vertretern der Schutzmächte Frankreich, Großbritannien und Ruß­land am 5. Juni in London unterzeichneten Vertrags I am 6. Juni 1863 an, wurde darauf von der grie­chischen Nationalversammlung am 27. Juni 1863 für volljährig erklärt und Übernahm die Regierung als Georgias L, König der Hellenen, am 31. Okto­ber 1863, nachdem er durch einen Vertrag feinem jüngeren Bruder Waldemar den Vorrang in der dänischen Erbfolge eingeräumt hatte. Am 30. Okto­ber landete er im Piräus und hielt seinen feierlichen Einzug in Athen, wo er tags darauf vor der Natio­nalversammlung den Eid auf die Verfassung leistete und die Regierung übernahm. Die an seine Thron­besteigung sich knüpfende Vereinigung der Jonischen Inseln mit Griechenland, seine 1867 erfolgte Ver­mählung mit der russischen Großfürstin Olga, und die Erziehung seiner Kinder in der griechisch-katholischen Kirche (während er selbst evangelisch blieb) dienten ba$u, seinen Thron zu befestigen. An den nationalen Wünschen, die auf eine Vereinigung aller unter tür­kischer Herrschaft befindlichen griechischen Länder mit Griechenland hinzielten, hatte er immer lebhaften An­teil genommen und sie zu fördern gesucht. So er­reichte er es, durch die Konvention von 1881 fein Land durch den größten Teil von Thessalien und einen Dell von Epirus vergrößert zu sehen. Auch in der Frage der Bereinigung Kretas mit Griechenland kam er ber_ nationalen Bewegung entgegen, die 1897 zu dem für Griechenland unglücklich verlaufenen Kriege mit der Türkei führte. Die Schlappen, die sich die griechischen Truppen damals holten, wurden von den Griechen nicht der griechischen Mißwirtschaft, sondern dem Oberbefehl des Kronprinzen zur Last gelegt. Die dadurch hervorgerufene Mißstimmung gab am 26. Februar 1898 zwei ehemaligen Soldaten Veranlas­sung zu einem Attentat auf den König, das erfolglos blieb. Späterhin brach eine Bewegung gegen das Königshaus aus, die damit endete, daß sämtliche Prinzen mit dem Kronprinzen an der Spitze aus der Armee austreten mußten. Besonders beliebt war die Königsfamilie schon lange nicht mehr. Der König pflegte den Sport, weilte oft lange Zeit in Paris und I lebte dort dem Vergnügen. Erst in der letzten Zeit, I seit den Siegen gegen die Türken, ist das Verhältnis I zwischen Fürst und Volk wieder herzlicher geworden. I Der Kronprinz übernahm das Oberkommando über I die Armee, und die übrigen Prinzen traten ebenfalls I wieder in das Heer ein. j

Die Krone geht jetzt auf den ältesten Sohn, den | Kronprinzen Konstantin, über, der am 21. Juli I 1868 in Athen geboren ist. Er ist vermählt mit I einer Schwester deS deutschen Kaisers, Prin- I Hessin Sophie von Preußen. Dieser Ebe sind fünf I Kinder entsprossen. Von den vier Gelchwistern des I neuen König? hat Prinz Andreas ebenfalls eine I Deutsche zur Frau, nämlich die Prinzessin Alice von I Battenberg.

„Das ist das Schicksal der Könige", soll Kronprinz Friedrich Wilhelm ausgerusen haben, als Hövel im Jahre 1878 das Attentat auf den Greifen Sa fer