Fuldaer Teilung
Dienstag 18. Mürz ms.
totales.
Fulda, 18. Mär, 1913.
§ Drrllckm winde Bahnwärter Jof. Gömpel- Fulda anläßuch feinet Vertetzung in den Ruhestand daS_ANgemei e Eöre-,eichen in Silber.
— Perfonaltea. f^um Bohnmeifier-Diälar wurde der Äahnmctflerasprrant Brockmüller in Fulda ernannt. — Versetzt wurde der techni'che Essenbahn. Prakiika"! Gödrin« von Fnlda nach Franks»,t
a. M., und der technische Bahnmeister-Aspirant erster Klaffe Ger st en berg von Gießen nach Fulda.
X Pilgerzng nach Rom. Noch einmal wollen wir auf die äußerst günstige Gelegenhrit zu einer Reise nach Ftal-en und Rom aufmerksam machen, welche der Cdaritaspilgerzug darbietet. Wie auS dem Prospekte zu ersehen, geht der Hinweg durch den westlichen, der Heimweg durch den östlichen Teil von Italien und die ganze Reise ist so eingerichtet, daß nicht nur in Rom die Stätten der Andacht und die Denkmale der Kunst, sondern auch auf der Hin- und Rückfahrt die in religiöserBeziehung durch ihreKunstwerke oder durch ihreNaturschönheiten berühmtesten Städte besucht werden. Der Zutritt zu den Sehenswürdigkeiten, der dem einzelnen, der fremden Sprache unkundigen Reisenden unmöglich oder doch sehr erschwert ist, steht Gruppen von Pilgern, die von zuverlästigen und der italienischen Sprache kundigen Führern geleitet werden, überall offen. Wenn auch die Meldefrist zur Teilnahme bereit? am 15. d. MtS. zu Ende ging, so werden g'eichwohl noch ausnahmsweise Meld ngcn von Herrn Domkapitular Gaßmann angenommen, aber rasche Entschließung ift nötig.
** Feuerwehr. Am Mittwoch, den 19. dS. Mts. findet in der hiesigen Turnhalle ein Kursus für Spritzenmeister statt, an welchem sämtliche 68 Spritzenmeister de« Kreise«, sowie sämtliche Bezirks- brandmeister teilnehmen. Der Kursus wird vom Kreisbrandmeiflrr Herrn Simmer geleitet; al« technischer Vortragender ist Maschinrntechniker Herr Neidert dahier bestimmt, der im Feuerspritzenbau reiche Erfahrung gesammelt hat.
§§ Hessischer Ttädtetag. Die 23. JahreS-Bersamni- luna des Hessischen Städtetage«, die in diesem Jahre in Rotenburg (Fulda) abgehalten wird, ist gestern auf die Tage vom 29. bi« 31. Mai festgesetzt worden. Die Tagesordnung wird wieder einige für Burger- meister wie Stadtverordnete wichtige und interesiante Vorträge über kommnnalpolitische Streitfragen und Stenersachen enthalten, außerdem zu den neuen Gesehen, die auf die Kommunalpolitik Bezug haben, Stellung nehmen und schließlich Gelegenheit geben, sich über die Einwirkunaen der großen Uebetk «>• virale auf die städtischen Elektrizität?- und GaS- werke aus,»sprechen. An Stelle de« Herrn Ober- bürgermeiNer« a. D. Müller-Kassel deS bisherigen Vorsitzenden des Hessischen Städtetage«, führt bi« zur Neuwahl eines ersten Vorsitzenden Herr Oberbürgermeister Dr. Tebeschu« - Hanau, der gegenwärtige zweite Vorsitzen»«, die Geschäfte und wird auch die Verhandlungen in Rotenburg leiten.
— Die St. JofephoS-Krankenkafie im katholischen Gesellenhospitium zu Fulda, hielt am Sonntag ihre Generalversammlung ab. Die Zahl der Mitglieder betrua am Schluffe deS abg-laufenen Jasire« 61, die der Erkrankunzssälle im BerichtSjaor 14, die der Krank eitStage 396. Die Einnahmen betrugen 829 45 Mk., de Ausgaben 819,38 Mk Für ärztliche Behandlung wurden auSgeaeden 71,40 Mk., für Hrinei und lonsti,e Heilmittel 31,13 Mk, an Krank»- «eldern 438 Mk. Tie Krankenkasse verlügt über einen Re erve'ond« von 1526,65 Mk., ein Stamm- vermögen von 51 Mk. und einen BetnebStond« von 178,80 Mk., sodaß da? Gesamrvermögen 1756,45 Mk. beträgt. Nach der vorgenommenen Wahl setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: F. Heil, Vor- sikender, H. Plappert, Kassierer, P. Groß, Schrift- kührer, K. Beriet, F. Böschen, I. Fuchs, R. Schäfer, Brlsitzer.
rt Schöffengericht. Manche Lärm- und Prügelet, scene wurde heule vor das Forum der Justiz gebracht Der Fabrikarbeiter I. G. hier hatte gegen einen polizeilichen _ Strafbefehl über 6 Mk. wegen ruhe- störenden Lärmens und Verübung groben Unfug« gerichtliche Entscheidung beantrag». Beim Abholen von Möbeln aus einer Erbschaft am 10. Febr. in bw Adalbertstraße kam es zwischen den drei Gebrüder ». und dem mit dem Abholen beauftragten Geschäft, mann A. ,u heftigem Wortwechsel. Die beiden an- deren Brüder halten ebenfalls Strakbefchle über 12 »nd 6 Start erhalten, sich je och dabei begnügt. Tn Amlsanwalt beantrag»« eine Geldstrafe von 10 Stark, da- Gericht verurteilte ihn zu 6 Mark Geldstrafe. Ein auf 8 Uhr alS Zeuge gel-idene, Arbeiter Th. S., der mit einer halben Stunde Ver- ipäiunz .bne triftigen EmschuldioungSgrund ankam, erhält eine Ordnungsstrafe von 10 Mk. — Wegen der Prügele, in der Nacht zum l. Weihnachtslage am Ilein- weg nahe der Traube waren angeklagl der 26jährige Journalist PH. Sck., der 18,ährige Banklehiling A.K. und ter ISjä wige KaulmannSlehrling P. Z. Zunächst soll Sch. dem Photographen-Gehilfcn Z. mittels v** Schlagringe« eine Wunde über dr« linken
2. viatt.
T>rnd der Kvldaer Äetieudriorrei in $niet5
Hamed Golmr-Lemdach ,«werden. Ihr Ur-Un-Ure«kel Johann Georg II, geb. 1591, geft 1633, knrssächs Obrift über ein Regiment zu Kuß, gründete die Linie Solm«-Rödelheim. Eine Urenkelin dchseS Iotz. Geori II, die Gräfin Polixena von Eolms-Rödelheim, ist aber die Urgroßmutter der Königin Luise von Preußen Somit ist die Gräfin Waldpurge auch eine Ahnfrau Seiner Majestät deS Kaisers Wilhelm II/
4. Desgl. in Straf?« „Am Schützenhaus". Stv. S u n- k e l: Diese Vorlage hat die Kommission und den Magistrat schon öfters beschäftigt. Es handelt sich um zwei Hauser, bte früher zu einem anderen Häuserkonpler gehörten und einem anderen Eigentümer waren. Die jetzigen Eigentümer sind um Zuführung des Rohrstranges cingekommen. Die Kosten betragen 290 Mk. — Der Antrag wird genehmigt.
5. Anbringung von Ständen im Reservegrostvichstass im Schlachthof. Stv. S u n k e l: Bei der Etatsberatung ist angeregt worden, man möchte die im
Schlachthof auch mit einem Stalle verbinden, der groß genug sei, um die Zugtiere der Fremden dort unterbringen zu können. Der eine Stall, der sich dort be- findet und als Reservcstall dient, soll durch besondere Stände als Pferdestall eingerichtet werden. Ilm die Ausgaben für den Schlachthof möglichst zu reduzieren sollen die hierzu erforderlichen Handwerksarbeiten durch Angestellte des Schlachtbofs besorgt werden. Die Kosten würden sich auf 140 Mk. belaufen. — Der Antrag wird angenommen.
Schluß der öffentlichen Sitzung 8.40 Uhr.
— Aussprache deusscher Ortsnamen. Wie manchen deutschen Ortsnamen hört man doch französisch aussprechen! Kein b ist davon sicher, daß es nicht als w behandelt werde. So sprechen zwar di» Hannoverer ihren Orts- und Landesnamen mit's, die meisten andern Deutschen aber tuen es mit w. 'Der Name ist aber entstellt aus Hohenufer. Die Ortsnamen Villach, Veldes, Villmar, Villingen, Verden, Virchow (diesen auch als Familiennamen) hört man von den Gebildeten meist mit w, obgleich ihr v genau wie f zu lauten hat. Ueber Kleve und Jever läßt sich vielleicht streiten, doch wäre auch hier die Aussprache mit f mehr deutsch und daher vorzuziehen. Dem oldenburgischen Varel gibt man außer der französischen Aussprache des v sogar den Ton auf die zweite Silbe und macht es zu einem französischen Darell. Ebenso geht es dem bekannten Brienz in der Schweiz, das ein langes i mit Dehnungs-e hat: der Deutsche aber ändert es eigenmächtig ab und spricht das Wort zweisilb'g mit betontem e, als läge bie Stadt etwa im Welschland, wie Trient Wo on steht, bringt der Deutsche gern den französischen Nasenlaut an. Pyrmont und Brilon zu sagen, wie es geschrieben steht, das will dem Deutschen, der eine Höhere Schule besucht hat, nicht in den Sinn. Fran- zvjijche Aussprache ist nun einmal feiner. Und wenn das ebenfalls in Westfalen liegende. Iserlohn, das gerade so gebildet ist wie Brilon, zufällig kein h hätte, I
K dasselbe Schicksal erfährt Altertum hätH'die"Eigenschaft d^uckers^dem^Eim da hier die Rur?n chch Äon? tritt bon Fäulnis entgegenzuwirken, Aufmerksamkeit
X r ? mu"bet Endigt aber erregt, und schon von Galenus war sie ausdrücklich
fischen"^Äfflhfr?’5 totrs A M einem ruf- erwähnt worden. Dennoch hat sie bis in die neueste
nm rur9hli»^eIr Rathenow und Jerichow, deren I Zeit in der Heilkunde keine eigentliche Anwendung ow nur tote etn langes o zu sprechen tst, werden tote I gefunden. Dr. Georg Magnus hat ieft in der
Dir Vergebung von Arbeiten und Lieferungen eriolgt nur an Personen, btt für tüchtige und pünktliche Ausführung bte erforderliche Sicherheit bieten. Bervielsälti- gungen von VerdtngungsanfchlLaen, Zeichnungen re. können gegen Erstattung der Selbstkosten verabfolgt werden. Der Name der Bewerbers, an den bte Unterlagen abgegeben werden, wird ni 11 bekannt gegeben. Die Angebote sind unter Benutzung etwa vorgeschriebener Vordrucke portofrei einznreichen. Sie müssen die ausdrückliche Er- tlürung enthalten, baß der Bewerber sich den bet Ausschreibung in Grunde gelegten Bedingungen unterwirft, ferner bte Ang«be der Presse für die Einheiten als auch der Gssamtforderung in Zahlen und Buchstaben und zwar tst die Geiamlforderung aus den Einheitspreiien rechnerisch feßiufteUcn. Gemeinjchaftltch bietende Personen müssen sich ausdrücklich für das Angebot als Gesamt- schuloner verdtndlich machen und einen zur Geichäfts» führung und zur Empfangnahme der Zablungen Bevoll- u ächtigten bezeichnen; letzteres gilt auch für die Gebote von Gesellschauen. Etwa etngefnnbte Proben sind in dem Angebot näher zu bezeichnen und aus Verlangen die Ve- zneSqnelen ber Waren und bte zu th er Herstellung verwendeten Roh- und Hilfissosse anrugeben. Angebote, bie dielen Vorschriften nicht entsprechen, besonders solche, die bezüglich re« Gegenstandes von ber Ausschreibung leibst abweichen oder ba« Gebot an Sonderbedingungeu knüpfen, werben nicht berücksichtigt. Die Bewerber bleiben dl» ixm Ablauf der Zuschlagsfrist an ihre Angebote ge- birnden und ntrtnweren sich wegen aller für sie aus »en Lugo»*««, entstehenden Rechte und Verbindlichkeiten
™ Stellv. Stv.-Vorst. Rang: Wir waren da. malz nicht trn klaren darüber, ob alle Eventualitäten für den Fall etner Uebernahme« genügend berücksichtigt worden waren. DaS scheint geschehen zu sein. Stv. Adam fragt an, ob der Rabatt auf die an Horas ab- gegeBene ElefirrzitatSmenge für den Fall der Uebernahme auch der Stadt Fulda zu gute komme. Der Ober- o u s 6« r m et st e r : Die Einnahme von HoraS wird ntcht etnberechnet, so lange Horas nicht eingemeindet ist; den Rabatt nrmmt Horas. Nach der Eingemeindung ^'rde der Gewinn für uns in Frage kom- tnen. Stv. T r abert werft darauf hin, daß entgegen erner tn bet Fuldaer Bevölkerung verbreiteten Meinung e«n Zustandekommen einer Ueberlandzentrale in den nächsten Jahren nicht gedacht werden könne. Stv. S i n- g e r: ^ch habe mich in der letzten Sitzung gegen die Vorlage ausgesprochen. Ich möchte fragen, welche In. tereifen hat denn eigentlich die Stadt an der Ueber. nähme? Ich kann nicht einsehen, weshalb wir uns jetzt schon binden sollen. Der Oberbürgermeister erklärt, daß nicht jetzt schon das Horaser Netz übernom- men werden solle, sondern erst dann, wenn das der Stadt übernommen werde. Stv. Kircher befürchtet dall, wenn schon jetzt der Vertrag abgeschlossen werde, die Stadt demnächst dann vielleicht gezwungen wäre, das Netz von Horas unter ganz anderen Bedingungen übernehmen zu müssen. Ihm erwidert der Oberbürger. P1 e ’J? c- daß doch schon jetzt die Bedingungen, unter der die Uebernahme erfolgen soll, festgelegt seien. Das Elektrizitätswerk könne später die Bedingungen nicht mehr andern. Stv. Fritz: Für uns ist es entschieden em Vorteil, wenn wir demnächst einen festen Kreis von Abnehmern ohne große Kosten übernehmen können. Etwaige Verschlechterungen im Betriebe des Werkes können sich nur auf Maschinenmaterial beziehen und wenn auf dem Gebiete des Elektrizitätswesens neue Errungenschaften eintreten, so können diese in das Werk ausgenommen werden. _®tb. Simmer: Durch die Annahme der Vorlage übernehmen wir durchaus kein Assko. Jeder Geschäftsmann muß darnach streben, sein Geschäft möglichst weit auszubauen. Wenn wir das Soraser Netz übernehmen, so wird das jedenfalls für die Entwicklung des Werkes von gutem Einfluß sein Der Oberbürgermeister: Wenn das Elektrizitätswerk Horas sich angliedert und sich dadurch einen hö- Heren Verdienst verschafft, so kommt das doch in den Steuern wieder der Stadt Fulda zu gute. Wir haben also Interesse daran, daß das Werk prosperiert. — Dar- auf trnr& die Vorlage des Magistrats angenommen.
2. Legung eines Gashauptrohrstranges „Am Angst" und Bewilligung der Kosten. Stv. W e b er : Nach Vor. schlag der Gaskommission sollen in der bezeichneten Gegend zwei Laternen angebracht werden. Außerdem haben sich zwei Anlieger bereit erklärt, Automatengas zu beziehen.— Die Vorlage wird angenommen.
3. Legung eines WasferrohrstrangeS nach dem Teich tm Schloßgarten und Bewilligung der Kosten. Stv S u n k e l: Dawdas Wasser in dem Teich oft sehr trübe und schmutzig ist, was zum Teil seinen Grund darin hat, daß das Wasser der Waides meist über lehmigen Boden flieht, ist geplant, vom Hintern Schloßhof aus einen Wasserstrang zum Teich zu legen. Ein weiterer Uebelstand besteht darin, daß im Schlotzgarten keine Zapfstelle sich befindet. Der Kostenanschlag beläuft sich auf 220 Mk. Die Leitung soll aus altem Material hergestellt werden. Zugleich möchte ich erwähnen, daß es wünschenswert teure, wenn die „Wasserkünste" im Schlotzgarten, teie es schon in ber. „Fuldaer Zeitung" angeregt wurde, wieder in Tätigkeit gesetzt würden. — Der Antrag wird angenommen.
Auge beigebracht haben, später sollen dann Sch. K. und Z. den Gehilfen qem«infchaftllch vorsätzlich miß. handelt haben, sodaß Z. 14 Tage arbeitsunfähig war. Der AmtSanwalt hatte gegen Sch. 6 Wochen Gefängnis und gegen die beiben anderen Angeklagte» je 2 Wochen Gefängnis beantragt. Das Gericht beschloß bie Derhandlung zu vertagen, weitere Zeugen sowie den Z. behandelnden Arzt alS Sachverständigen zu laden. — Die zweite Schlägerei in derselben Nacht spalte sich fast zu gleicher Zeit am Bultermarkt ab. Der 26 jährige Kutscher I. W. soll den 24 jährigen Buchhalter L. D. mit einem Spazierstock, und D. den W. mit einem Messer oder gefährlichen Werkzeug mißhandelt und dem Bäcker stellen Z. mit einem Stock einen Hieb über den Arm beigebracht haben. Der AmtSanwalt beantragte gegen den Kutscher W. eine Woche Gefängnis und gegen de» Kaufmann D. drei Wochen Gefängnis. Tas Urteil lautete gegen W. wegen gefährlicher Körperverletzung in einem Falle auf eine Geldstrafe von 15 Mk., gegen D. wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen auf 40 Mk. Geldstrafe.
S Eine Schlägerei gab es Sonntag nachmittag auf dem Wege von Niesig nach Horas. Vier Burschen von hier mißhandelten mehrere junge Leute von hier schwer. Einer der Letzteren erhielt einen heftigen Schlag in die Nähe des Auges und starke Stockhiebe über Schulter und Rücken. Die Namen der Täter wurden sofort sestgestellt.
•4- Zum Schnlschluß. Mitten in die Karwoche fällt für unsere Jugend ein Schatten, der viel von der lenzesfrohen Stimmung absorbiert, der Schulschluß mit der Einhändigung der Zeugnisse. Und mancher Saisonbeld beim Spiel und Sport wird es dunkel empfinden, daß unsere Lehrerschaft im allgemeinen solche Kunstfertigkeiten wenig zu schätzen weiß. Wird,man wenigstens versetzt, so mags noch Halbwegs gnädig ablaufen. Doch wehe, wenn der junge Held, „das Klassenziel nicht erreicht", tote in den Zeugnissen das plebejische „Sitzenbleiben" euphemistisch umschrieben toird! Dann folgen vielfach harte Auseinandersetzungen zwischen Vater und Sohn, die meistens mit dem reuevollen Gelöbnis der Besserung seitens, des zerknirschten Sprösslings enden, das er auH hält, — bis draußen die Sonne wieder wärmer schemt. — Für diejenigen, welche die Schule verlassen, um hinauszutreten auf den dornigen Weg des Lebens, sind diese Tage von besonderer Bedeutung. Gar mancher hat sich von der großen freien Welt, die so verheißend winkt und blinkt, ein schönes Traumbild geschaffen, das die Wirllichkeit ost jäh schon in der ersten Zeit zerreißt. Komme icdoch, was kommen mag, deme Losung sei: Unaufhaltsam und mutig voran auf dem beschrittenen Weg. Und geht es auch nicht immer schnell vorwärts und aufwärts, Fleiß und eiserner Wille werden dich einmal dahin führen, wo du mit Genugtuung auf den steinigen Pfad zurückblicken kannst. Wohlan, junge Schar, ein Ende nahnt das leichte Spiel; es naht der Ernst des Lebens! Glück auf zu froher Wanderschaft und gutem Gelingen!
a. Eine Berdingungsordnung betreffs Arbeiten und Lieferungen für Staats baut en im Reg.-Bezirk Kass l wird vom Regierungspräsidenten unter bem 7 März im letzten Amtsblatt der Regierung ver« öffentlicht, bet wir folgendes entnehmen:
Mcnschikoff und Suwaroff mit ff ausgesprochen. Ja der Deutsche muß doch zeigen, daß er fremdsprachlich
I gebildet ist!
I ~ ~~ Spalierobst oder Hochstämme? Ueber die I Frage, was vorteilhafter sei, Spalierobst oder Hochstämme anzupflanzen sind die Fachleute recht geteilter Meinung, und der Streit darüber wird Wohl immer unentschieden bleiben. Die Entscheidung wird allerdings in Wohl den meisten Fällen durch den verfügbaren Raum erleichtert. Will jemand beruflich oder nebenberuflich, also jedenfalls zu Erwerbs- zwecken, Obstbau betreiben, bann muß er ohnehin genügenden Grund und Boden zur Verfügung haben, und dann kann und wird er die, wenn auch nicht so schnell,, so doch später enorm viel reicher tragenden ! Hochstämme anpslanzen; denn ihm muß ja daran liegen, nicht nur Qualitätsobst zu züchten, sondern auch die Ernte so groß tote möglich zu gestalten. Hat man aber nur eben einen Garten zur Verfügung, in dem man gewiß auch Gemüse anbauen will, ko sann man- je nach der Größe, Wohl einige Hochstämme an- Pflanzen, im übrigen aber muß man sich dem Busch- und Spalierobst zutoenden, weil sonst leicht früher oder später die Gemüsebeete allzusehr befettet und nicht mehr gedeihen würden. Wesentlich sprechen für den Anbau von Spalierobst die Tatsachen mit daß man es leichter von Ungeziefer freihalten kann, daß die Spaliere fruber tragen, daß man sie zur Umgrenzung sonniger Wege, zur Verdeckung von Mauern und häßlichen Planken benutzen kann ufto., während man auf großer« Freistellen lieber Buschobst setzt, das ja auch schnell wächst und sehr gute Ertragnisse bringt. Das alles hangt freilich außerordentlich viel von der sachkundigen Behandlung, Schnitt, Düngung, Bewässerung usw. ab. In dieser Beziehung keine Fehler zu machen, empfiehlt es sich, einem Obstbauverein beizutreten.
— Wundbehandlung mit Zucker. Bereits im
± Tas Grabmal einer Ahnfrau des deutschen Kaisers aufgefnuden.
Die am FreUag abgegebene Nr. der illustrierten Beilage ber ,Fulv.Ztg.' bringt eine, allerdings recht unvollkommene, Abbildung d«S Grabmals einer 1493 Jeftorbenen Gräfin Walburga zu Epstein und zu Münzenberg und Gräfin zu Diez, welches der Frank- fetter Dr. med. Großmann in der Stadtkirche zu Diez an der Lahn entdeckt und nach gründlichen archivalischen Forichungen als das einer Ahnfrau Meres Kai ers festgestellt hat. In einem ausführ- uchen, mit sechs sehr guten Abbildungen geschmückten «ussotz: »Waldpurge von Diez" berichtet Großmann wi heutigen kunstgstchichllichen Jahrbuch .Hessen- »nnft' (Marburg 1913) über das künstlerisch und Astorisch bedeutsame spätgothische Grabdenkmal, in dessen vorläufig gänzlich unbekannten Meister er einen Pfeftiker aus Mainz, dem damaligen Zentrum des ditttelrheinischen Kunstgebietes, vermutet. Indem hier auf die sehr fesselnd geschriebene kunst- "issenschastliche Darstellung verweisen, möchten wir derselben auch mitteilen, woher der von dem »unstler so herrlich und lebenatmend gebildeten ssrane gestalt, nach der Inschrift des Grabsteins eine »ttotene Wild- und Rheingrafiu, die Ehre zukommt,
Ahnfrau des deutschen Kaisers angesproten zu Serben. WaS der Grabstein verschweigt, darüber Saben dem fieubi i überraschten Eindecker die Arch ve «USkun't, näml'ch: .daß die schöne Gräfin, «he sie ®otthieb dem Zehnten, aus dem berühmten mit dem (stubl zu Mainz so eng verknüpften defchikchte der Eppsteiner die Hand zum Bunde ge.
batte, vorher schon zwanzig Jahre lang die “®e Gaisin des Grasen Cuno von Solms gewesen nd in diefer Zeit ihrem Herrn und Gemahl sieben fiinxb|0e geschenkt" hatte. Durch ihr drittem h a®ta^ dhilipp, später ein tapferer Küegsheld, « Rüstmeister des Kaisers' auf dem Turniere zu
'm Jahre 1*491, ist sie die Stammutter de- ^Ainchen Hauses Solms-Ltch^) und deS gräflichen z» ?om't auch di« Ahnfrau der Großherzogin Eleonore
^Tfen, geborene Prinzessin von Solms-Lich.
Ztadtverordneten-Versammlung.
---Fulda, 18. März 1913.
Sin der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung nahmen 24 Mitglieder des Kollegiums teil. Der Alagistrat war durch den Oberbürgermeister Dr. Antoni vertreten. Ten Vorsitz führte der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher, Rechtsanwalt und Notar Rang. Im Zuhörerraum hatten sich einige Bauhand, werter eingefunden.
Stv. Singer erhält das Wort zu einer Anfrage betr. Schulneubau und Volksbad. Er erwähnt, daß die Schulneubauangelegenheit in letzter Zeit in der Bürgerschaft lebhafter erörtert wird. Man werde von allen Setten gefragt, könne aber über den Stand der Laufrage keine bestimmte Antwort geben. In der heutigen Zeit, wo die Privatbautätigkeit darniederliege, müsse von der Stadt das Möglichste zu ihrer Hebung bergesteuert werden. In der Schule müsse man sich mit fliegenden Klassen behelfen und in dieser Beziehung wurde es tm neuen Schuljahr auch wohl sicher nicht besser werden. Was das Volksbad anbelange, so habe dessen Fonds ja bereits die Höhe von 100 000 Mk. erreicht. Es wäre zu wünschen, daß nun auch bald mit dem Bau begonnen und den Gewerbetreibenden so Arbeit verschafft würde. Der Oberbürgermeister: Ich bitte zunächst, daß ich über derartige Fragestellungen rechtzeitrg unterrichtet werde. Das Schulbauprojekt, wie eS ftüher ausgearbeitet wurde, hat sich bekanntlich als vrel zu teuer herausgestellt und eS muß deshalb, tote hier schon erwähnt worden ist, ein anderes aufgestellt werden. Auf alle Fälle mutz hierbei auf eine sachgemäße Einschränkung hingearbeitet werden. Vom Magistrat aus ist die Baukommission ersucht worden, entsprechende Seschlüsse zu fassen; feit etwa 8 Tagen liegt nun auch em Beschluß vor, der in der nächsten Magistratssitzung vorgelegt werden wird. Der Wunsch, datz schon in diesem Sommer mit dem Bau begonnen werde, wird sich wohl nicht ersüllen lassen. Von allen ntöglichen Seiten sind Wünsche und Anforderungen betreffs des Baues gestellt worden, so datz das Projekt immer mehr gewachsen ist. Wir können aber auf keinen Fall ein Projekt empfehlen, das eine Erhöhung der Steuern erfordert. Was das V ol k s b a d anbelangt, so ist zu bedenken, datz die bewilligten 30 000 Mk. nicht schon in diesem Jahre, sondern im Laufe der nächsten Jahre dem Fonds xugefuhrt teeren sollen. Falls diese einmal da sind, kann über den Beginn des Baues gesprochen werden. In letzter Zeit habe ich veranlaßt, datz in der hiesigen Gasanstalt Versuche angestellt werden, ob es sich ermöglichen lasse, den Ueberflutz an Wärme und Gasen, die jetzt in den Schornstein fliegen, für das Volksbad zu verwenden. Die Versuche haben gezeigt, datz die überflüssige Wärme, die etwa 500 Grad beträgt, sich sehr gut für die Erwärmung des Wassers für Wannen- und Brausebäder verwenden lätzt. Die Wärme kann 1—1% Kilometer weit geleitet werden und es lätzt sich auf diese Weise wesentlich sparen, so datz die Bäder billig abgegeben werden können. Der Zuschuß, den andere Städte in großer Höhe für Badeanstalten leisten müssen, wird so stark reduziert. Der Magistrat ist überzeugt, datz der Bau der Domschule sowohl, als auch des Volksbades, nach Möglichkeit beschleunigt werden mutz. Andererseits darf er aber auch nichts unternehmen, was der Allgemeinheit schadet.
1. Nebernahme des elektrischen Leitungsnetzes der Gemeinde Horas aus die Stadt bei Uebernahme des Lei- wngsnetzes im Stadtgebiet. Stv. Trabert: Wir beschäftigen uns heute zum zweiten Male mit dieser Vorlage. In der letzten Sitzung wurde gewünscht, daß der Herr Oberbürgermeister bei den Beratungen zugegen sei. Es ist seitens des Elektrizitätswerkes die Frage gestellt, ob die Stadt Fulda gewillt sei, bei Uebernahme des Ortsleitungsnetzes auch dasjenige von HoraS mit- zuübernehmen. Wenn wir in späteren Jahren das Stadtnetz übernehmen, das von Horas aber nicht, kann die Möglichkeit eintreten, daß das Horaser Netz auf eigene Verwaltung gestellt wird. Für uns kann aus der Uebernahme nur Vorteil entstehen, ein Risiko ist aus- , geschlossen, da Horas, wenn es ein Netz anlegen läßt, auch sicher ist, datz eS sich rentiert. Der Oberbürgermeister: Es handelt sich darum, unter der Voraussetzung, datz wir unser Leitungsnetz übernehmen, auch dasjenige von Horas mitübernehmen. Die Sache liegt so, datz die Uebernahme des Elektrizitätswerkes auf die Stadt sich nicht auch auf Horas erstreckt; das Werk müßte bann gegebenenfalls für Horas eine eigene Station tauen. Daß es das nicht könnte, ist wegen der hohen kosten selbstverständlich. Wenn ein Kaufmann ein Geschäft übernehmen will, das Filialen hat, wird der Verläufer das Geschäft nicht abgeben wollen, wenn er die Filialen nicht mitverkaufen kann, weil diese meist für sich allein nicht bestehen können, wenn sie nicht vom Hauptgeschäft unterstützt werden. So geht es jetzt dem 'Elektrizitätswerk. Aber auch wir als die einstigen Käu- (er haben ein Interesse an der Uebernahme des Horaser letzes, da wir das Geschäft möglichst weit auszudehnen Und möglichst viel aus ihm herausschlagen wollen. Im stalle einer Eingemeindung von HoraS tritt bei der uebernahme seines Leitungsnetzes für dieses der zwischen der Stadt und dem Elektrizitätswerk abgeschlossene Vertrag in Kraft, der für uns doch sehr günstig lautet. Falls HoraS nicht zu Fulda eingemeindet wäre, kommt bei der Uebernahme des Netzes der zwischen Horas und »em Elektrizitätswerk abgeschlossene Vertrag auch für uns
„Münchener Medizinischen Wochenschrift" seine Erfahrungen über Wundbehandlungen mit Zucker veröffentlicht. Unter den großen Aerzten der letzten Jahrzehnte hat namentlich Billroth bereits Versuche mit der Einwirkung von Zucker auf vereiterte Wunden angeftellt. Weitere Beobachtungen sind nun an der chirurgischen Klinik in Marburg mehrere Sh?» nate lang gesammelt toorden. Nach der Prüfung verschiedener Proben von Rohr-, Trauben- und Rübenzucker wurde letzterer in Benutzung genommen, da er sich als stets frei von krankheitserregenden Bakterien erwiesen hat. Schon früher war ermittelt toorden, daß Zuckerlösungen dem Körper nicht schaden. Dr. Magnus wollte indes die Richtung dieser Beobachtung am eignen Leibe erproben und spritzte sich selbst eine zehnprozentige Rohrzuckerlösung m dem Arm, ohne die geringsten bedenklichen Folgen zu verspüren. Im ganzen wurden dann etwa in hundert^ Fällen Wunden,mit Zucker behandelt, und zwar auch solche, die als sehr schwierig gelten mußten. Darunter waren große Wunden, die im Gefolge Dort Knochenmarkentzünduna austreten oder Unterschenkek- geschtoüre, die, wie bekannt, außerordentlich schwer heilen, ^sttamentlich bei der letztgenannten Krankheit hat es überhaupt keinen Mißerfolg gegeben, obgleich die Heilung nicht immer gleich schnell vor sich ging. Nebenerscheinungen unangenehmer oder gar gefährlicher Art waren niemals zu verzeichnen, insbesondere keine Wirkung de§ Zuckers auf das Blut und die Ausscheidungen des Körpers, selbst wenn bei großer Ausdehnung der Wundflächen recht ansehnliche Mengen von Zucker genutzt worden waren. Dr. Nlagnus verglicht die Wirkung des Zuckers mit einer Serum» svülung der Wunden von innen nach außen. — Nach Mitteilungen anderer Aerzte wurden günstige Er- fafintugen mit Zucker zur Beschleunigung der Abstoßung diphtheriiischer Auflagerungen der Mandeln und des Nachens gemacht. Dr. Herz (Schwelm) hat den Zucker in die Thrrapic der Haittkrankheiten eingeführt durch Herstellung einer Seife, die sich als wirkliche Hausschuhseife in allen den Erkrankungen bewährt hat, wo fönst Alkohol am Platze ijt ‘