2. Blatt.
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* Erneuerung der Biand- und fciatielötijirijerunii. Das Landratsamt ;n Fulda weilt daraus hin, daß oerfd-iebene Momente darauf schließen lassen, baß b:e oegen Brand- und Hagelschaden abgeschlossenen Versicherungsverträge sehr häufig auf ganz alten Schätzungen beruhen, deren Wertangaben den heutigen Verhältnissen durchaus nicht mehr entsprechen, so daß bei einttetenbem Brandschaden die Entschädigungs- summe oft bei weitem nicht ausreicht, um das Gebäude nach dem frü' cren Zustand wieder hcnustellen Zudem werbe ein Versicherung des Mobiliars und der eingeernteten Früi-te in vielen Fällen noch gänz. ltch unterlassen, obwohl die Versicherunasgebühren fe bst für den minder Bemittelten keine drückend hohen feien und die Versicherung auch keine nennenswerte Schwierigkeiten veranlasse. Daß die Rotten der Versicherung d r noch auf Cem Felde stehenden Früchte immer noch so hoch seien, tei darin begründet, daß der Kreis der Versi irrten, der sich in der Hauptsache aus Bewohnern des plaitcn Landes bilden müfi, noch zu kleur sei. W röe durch eine reg re Teilnahme die Zahl der regelmäßigen Prämienzahler wachsen, so müßten auch die Versicherungsbeiträge niedriger werben, weil sich die Lasten der Versicherung bann auf eine größere Anzahl Zahlender verteile. Et -laioe Einwendungen gegen die Zweckmäßigkeit der Ver- sicherungen seien hinfällig, da niemand gegen die zcr- Nörenden Naturgewatten gesichert fei; Ter Nutzen einer Versicherung werde gewöhnlich erst bann gewürdigt, wen bet S uaden eingeheien sei Mit Rücksicht hictaui wird bekannt gemacht, daß vei eintretenden Schadensfällen Getuche um Jnawptuchnahme der öffentlichen Mildtätigkeit durch Veranstaltung von Sammlungen nicht mehr berücksichtigt werben, wenn de: Beichäbigte in der Lage war, durch Versicheruna sich selbst zu schsihen.
Loka'es.
Fulda, 17. März 1913.
Verdi s Requiem.
Em Requiem, in besten erhabenen Textworten alle
Am! Geisa und Umgebung.
* Vacha, 14. März 1913. Nach einem Beschluß der Verwaltung der Kreisbahn Hersfeld-Hildbura- hausen sollen auf dieser Strecke vom 1. April dieses IahreS ab, von allen Stationen nach allen Stationen Sonntagsfahrkarten eingeführt werden.
* Dermbach, 15. März 1913. Die Gemerndcver tretung lehnte die Errichtung eit er W irtschafts- schule ab, da die Gemeinde die Mittel dazu nicht zur Verfügung hat. — Vereinzelt tritt hier unter den Kindern der Keuchhusten auf.
semble zu bieten, recht bedeutend waren, sind nur zum Teil gedeckt worden. — Man muß es hoch anerkennen, daß die Cacilia, unser vornehmster Faktor im Musikleben Fuldas, ohne Mühen und Kosten zu scheuen, uns Konzerte bietet, wie sie in ihrer Großzügigkeit und Vollendung sonst nur in einer Großstadt zu Horen sind. Ter Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Auch von außerhalb war der Besuch recht gut. Es dürfte unsere Leser interessieren, daß dieses das dritte Requiem war, das unsere Cäcilia aufführt. In den achtziger Jahren wurden unter der Leitung des Herrn Tommusikdirektors Rübsam das Requiem von Cherubim und später das berühmte Mozart'sche Requiem mit großem Erfolg zur Aufführung gebracht.
t -7- Kinweihnmt des Förster Romanus-Drnkmals , Eine leb aife Wanderung fand gestern nachmittag trotz des orkanartigen Sturmes von */»l Öhr , ab in der Richtung nach dem .Kämmerzeller Forst i (Hummrtskuppe) statt, wo die feierliche Einweihung l deS Gedenksteines iür den durch Zigeunerhand am
15. Februar 1912 ermordeten Först rS Romanns ans Riesig ftattland. Eine große Anzahl Personen, darunt r ungefähr 70 Forstbeamte ans verschiedenen Orten des Regier- noSbez'rles Raffel, ferner eine Abordnung des Olfizierkorps des hiesigen Feldartillerie - Regiments Nr. 47, die Herren Oberbürgermeister Dr. Antoni, Landrat Frhr. v. Dorrnberg, sowie die Witwe neb t Kindern des Försters Romanns u. a. mehr bauen sich zu dem feierlichen Akt emgeflnben. Nachdem die Klänge der Begrnßung?-Fansare »Förster- gru6', Dorgetragen von Mitgliedern der Militärkapelle, verklungen waren, trug die Gesangs-Abteilitna des Eoangelischen Arbeiterveretns Fulda den Satz: »Sei getreu bis in den Tod* vor. Tie Tochter des Forstmeisters Emmethainz-Fulba sprach hieran, einen eindrucksvollen Prolog. Darauf fiel die Hülle. Herr Forstmeister Emmelhainz gab bann in kurzen Zügen einen Rückblick auf die Ereignisse jenes verhängnisvollen Taaes, an welchem eines tüchtigen und vflicht- aetreuen Beamten, bet über 20 Jahre im Dienste bet Obersörsterei Fnlba gewirkt halte, durch Zigeuner- hanb so jäh ein Ziel gesetzt wurde. Dieser Ro- manuSstem soll, fo schloß Redner, insbesondere ein Mahnstein der Treue und Pflichterfüllung für König und Vaterland sein. Nach Schluß der Rede wurden Kränze n>ebergelegt vom Osfizierkorps des hiesigen Feldartillerie-Regiments, vom Evangeljichen Arbeiter- verein-Fulba, vom Steife Fulda durch den Herrn V inbrat Frhrn. v Doernderg, von den Forstbeamten des Bezirkes Kassel, von den Beamten der Ober- törsterei Mackenzell und der Bezirksgrupp' Wies- baden des Verbandes der Forstbeamten. Die seitens der Mitglieder der ArtiUeriekapelle zu Gehör ge« hradjte Schlußfanfare „Hallali" und der Vortrag des Liedes: .Mag auch die Siebe meinen' durch die Gc- sangsabt.iliing des Evangel. Arbeitervereins beschloß die Fc-er.
L Lehrerinnenprüfung. Am Kgl. Lehrerinnenseminar zu Eltville fand in den letzten Tagen der vergangenen Woche unter dem Vorsitze des Provrnzialschulrats Leist-Kassel die mündliche Prüfung für Volksschullehrerinnen statt, nachdem vom 19. bis 21. Febr. die schriftliche Prüfung vorausgegangen war. Vertreter der Kgl. Regierungen zu Kassel und Wiesbaden waren die Regierungsräte Botter- mann und Völker. Als Vertreter der Bischöfl. Behörde fungierte Domkapitular S t r i c t h - Limburg. Außer 6 Kandidatinnen der Limburger Marienschnle bestanden die Prüfung wieder 19 Schülerinnen des hiesigen privaten Lehrerinnenseminar der Fräulein Scharf mit gutem Erfolg, darunter 5 Fuldaerinnen, nämlich: Dorothea Ebel, Maria Fuchs, Maria H o h m a nn, Maria Schmitt und Julchen Wünsch.
§ C-cniauon. Am Samstag mittag erfolgte hier in bet evangelischen Kirche d>c Crbination des Pfcur- amts-Kanvibciten Bachmann, eines geborenen Ful- baers, durch Herrn General-Superintenvent Dr.Pieiffer- Kaffel unter Assistenz der Herren Plärrer Rcich-Fulba und Kästner-Neu not
V Pri: z Heinrich von Preußen passierte gestern nachmittag um 5.30 Uhr, int Automobil von Norden kommend, Fulda und fuhr in Richtung Frankfurt weiter. Der Prinz lenkte seinen Wagen selbst. Die Begleitung folgte in einem zweiten Wagen.
j. Prämiiert wurde aus der 13. Internationalen Hundeausstellung zu Franklurt die rot-kurzhaarige Teckelhündin Madel v. b. Heide des Herrn Dentisten Äugust Walter hier in offener Klaffe und in starker Konkurrenz mit einem ersten und einem Ehrenpreise.
E Ein Extrazug des Eisenbahnmiristers Breitenbach passierte am Samstag nachmittag die hiesige Station auf der Fabrt nach Elm-Frankfurt-Wicsbadeo.
--- Die Gasmessermiete ist gesetzlich. Durch einige Blätter gmg in letzter Zeit eine Notiz, nach der die Erhebung von Gasmessermiete auf" Grund eines Beschlusses des Delmenhorster Amtsgerichts ungesetzlich sei. D ese Mitteilung war dem ,®erliijer Tageblatt' entnommen. Genauere Ermittelungen haben nunmehr ergeben, daß dieses Erkenntnis des Delirien« hoister Amtsgerichts vom 1. Februar 1902 stammt, von irgend jemand jetzt ausgegraben und als neu herausgegebcn worben ist, ferner aber auch, daß b-e Angelegenheit noch in demselben Jahre vor dem Landgericht Oldenburg ausgefochtcn und zu gunften Der Gasanstalt entschieden ist, so baß ber Beklagte tut Zahlung der Gasmessermiete unb ber Prozeßkosten verurteilt würbe.
a. Obstbamne nachsehen! Es sei an die vom Re- giernngsprästdenten in Kassel unterm 28. April 1892 erlassene Polizei-Verordnung erinnert, nach ber Eigentümer, Nutznießer und Pächter von Grundstücken ober beten Stellvertreter verpflichtet sinb, baß alle vor bem 1. April abroetfenben Obstbäume ober Aesle sofort entfernt unb verbrannt, alle nach dem 1. April ab» fterbenben Obstbäume unb Aeste im Herbste entfernt s unb im Lause des Winters verbrannt werben müssen. Die Untcrlaffung dieser Anordnung kann mit Geldstrafe bis zu 150 Mark ober enttpre-chender Hast bestraft werden; außerdem haben die Verpflichteten im Verfäumnisfalle die Kosten für die Durchführung der Verordnung durch dritte Perionen zu tragen.
* Von den Eifenbahiiweikstäiten. Der Effenbahn- minister Hal durch neueren Erlaß genehmigt, daß an den Tagen vor Ostern, Pfingsten und Weihnachten in den Eisenbahnwerkstätten bis 3 Uhr dnrchgearbeilei werden bart, damit die Arbeiter den übrigen Nach- nuitag frei haben. Die ausfallende Arbeitszeit ist jedoch, falls diese Arbeitsregetung nach Anhörung bet Arbeiterausschüffe ben Wünichen ber Arbeiter entspricht, durch Verteilung auf die vorhergehenden Wochentage emzubringen.
(*) Fußdallfpork. Bei den gestrigen Spielen, die zu Gunsten des Veteranen onds abgebalten wurden, verlor der Fuldaer FutzbaUverein gegen die hiesigen Höheren Schulen mit 1 : 7. Borussia gewann gegen die kombinierte Mannschaft der Hersfelder Vereine mit 6 : 0. Die noch ausstehenden Kreisverbandsipiele im Helstschen Kieste hatten folgende Ergebnisse: Emtroch'.-Kassel gewinnt gegen Herkules-ttässel mu 3:1. Gießen 1900 verlor gegen Sport-Kassel mit 2:1.
(—) Denkmalschutz, lieber Fragen des Denkmalschutzes hat die „Fuld. Zig." in den letzten Jahren wiederholt Abhandlungen ans sachverständiger Feder gebracht. Meist wurden in diesen Zuschriften Denkmäler, Gebäude, Plätze u. dgl. behandelt, die der Fürsorge der städtischen Behörden unterstehen. ■ Daß aber auch die staatlichen Behörden dem Schutze und der Unterhaltung »geschichtlicher Denkmäler" noch nicht die erforderliche Sorge zuwenden, geht u. a. aus einer Zuschrift (in _ Nr. 54 der „Fuld. Ztg." vom 6. März) hervor, die mit Recht den traurigen Zustand der Brücke zwischen Kohlhaus und Johannesberg rügt. Heute sei an dieser Stelle einmal hi,i- gewiesen auf den wahrhaft traurigen Zustand, in dem sich seit Jahren das Gebäude des Landratsamts in Fulda befindet. Dieses früher adelige Haus (der Familie von Altenstein gehörig) ist allerdings nicht Eigentum des Kreises, sondern des Jiistizfiskus; für die bauliche Instandhaltung sind die Justizbehörden verantwortlich. Nachdem aber seit Jahren von amtlichen Stellen auf einen Schutz der historischen Denkmäler hingearbeitet wird, und man von städtischen Verwaltungen und Privaten Verständnis für die Fragen des Denkmalschutzes verlangt, dürfte auch der Justizfiskus bei Unterhaltung seiner Gebäude einigermaßen Rücksicht auf die ästhetischen Empfindungen nehmen. In seinem Aenßeren gleicht das Fuldaer Landrats- amt, gelinde gesagt, einem Hause, das vor der Zwangsversteigerung steht. An der Nordwestecke des Gebäudes, gegenüber dem Schloß, war ein M a- donnenbild ans dem achtzehnten Jahrhundert angebracht. Diese Madonnenstatuen sind geradezu charakteristisch für die Fuldaer Bauten aus der Barockzeit. Vor mehr als sechs Jahren wurde nun die Madonnenstatue am Landratsamte heruntergenom- men, weil sie schadhaft g'wcsen sei. Merkwürdigerweise hat die Justftbehörde aber bis heute anscheinend noch nicht die Mittel in den Etat einstellen können, um die erforderlichen Reparaturen vorzunehmen und die Statue an ihrem Platze wieder an- brinaen zu lassen. Dafür „zftren" diese Stelle aber seit Jahr und Tag einige eiserne Haken und der sckffef hängende Baldachin, der zum Madonnenbild gehört und jeden Vorübergehenden daran erinnert, daß hier einst eine Statue angebracht War. Wie un5 kürzlich von gut informierter Seite gesagt wurde, schweben gegenwärtig Erhebungen darüber, ob die Anbringung dieser Statue ein Bedürfnis (?!) sei. In dieser Frage hat unseres Erachtens nicht das Bedürfnis zu entscheiden. Die baldige Herstellung des allen Zustandes ist eine durchaus berechtigte Forderung der Pietät. Hatte man im Laufe mehrerer Jahre nicht hinreichend Zeit und Gelegenheit, diesem unwürdigen Zustgude abzuhelfen? Im Innern des Landratsamtes wurde s. Z. auf Veranlassung des Kultusministeriums der Saal im ersten Stockwerk restauriert wegen der hervorragend schönen Stuckarbeiten in genanntem Raume. Möge eine würdige Restaurierung des A e u ß e r n nicht allzu lange auf.sich warten lasten! Möge dabei auch das Madonnenbild wieder an seinen Platz kommen!
A Die alte Schloßgartenmauer hinter der Orangerie wird m einem Artikel. „Denkmalschutz" in Nr. 62, 3. Blatt, der „Fuld. Ztg." besprochen. Der Ver- faster hegt Zweifel darüber, ob die Mauer wirklich so baufällig war, daß ein Niederreißen erforderlich wurde. Damit steht aber — so schreibt man uns — der Artikel auf einer falschen Voraussetzung. Bekanntlich liegt der Schloßgarten an dieser Stelle er- beblicki höher als der angrenzende Schrnitt'sche Garten. Die Planer, an der sich 4 Schichten erkennen lasten, ist in ihrem unteren Teile ans äußerst schlechtem Material gebaut. Die breite Stützmauer auf der Seite des Schloßgartens, auf der Gartenbeete und Bcmmvflanzurmm angelegt sind, hat der Mauer nur geschadet. Tenn durch eindringende Feuchtigkeit, Wiimeln u. dgl. mußte das Fundament leiden. Früher tonten schon öfters einzelne Steine ans der Mauer n ~ dem Schmitt'schen Garten zu heraus- gefallen. ■•t Monat Januar stürzte aber ein
großes S des unteren Mauerwerks i.i der qan- zen Tick 2 der Maner heraus, ein zweites Stück folgte, Wahrend der an mehreren Stellen geristene obere Teil des Mauerwerks nachzustürzen drohte. ES blieb also nur die eine Möglichkeit, den gefährdeten Teil ber Maner niederzulegen. Tatsächlich ist die Mauer auch an and-een Stellen baufällig.
Die gestrige Aufführung war wohlvorbereitet und wurde in jet>er Weise glänzend durchgesührt, was bei den großen Schwierigkeiten, die das Werk bietet, als Beweis für die vollendete Schulung des Cäcilien- ch o r e s gelten darf. Ter Dirigent, Herr Kgl. Musikdirektor Leber, hatte das Werk mit großer Hingabe und großem Verständnis einftubie'rt. Er erzielte, wo es angebracht war, durch weises Zurück- halten unb wo es sein mußte, durch anfeuerndes Temperament prächtige Wirkungen, der Eigenart des Komponisten feinfühlig gerecht werdend. Erstklassige chorische Leistungen waren das hochdramatische „Dies irae" mit seiner überwältigenden Steigerung im .,Tuba mirum", die zweichörige Toppelfuge des „Sank- tus", sowie die durch reine Intonation sich auszeichnende a capella-Stelle „Requiem aeternam".
Bei den lyrischen Stellen boten der edle Klang, die Weihe des Ausdrucks und die einheitliche Dynamik dem Zuhörer einen ungeschmälerten Kunstgenuß. Auch die dynamische Ausarbeitung war eine vorzügliche. Wir haben noch nie ein zarteres Pianisiimo von der Cäcilia gehört wie gestern. Die im großen Stile, dekorativ angelegte Musik verlangt ein großes, gut besetztes Orchester, das der Cäcilia in der verstärkten Kapelle des 83. Infanterie-Regiments aus Kastel zu Gebote stand. Die Kapelle, die schon ost mit Erfolg hier gastiert hat, bot auch gestern wieder eine gute Seiftung. Die gedämpften Geigenklänge beim „Requiem", die klagenden Klarinetten beim „Quid surn rnifer" kamen ebenso wie der wild entfesselte Orchester- sturm beim „Dies irae" und die Posaunen mit ihrem fürchterlichen Weckruf beim jüngsten Gericht klangschön und wirkungsvoll zum Ausdruck.
Für die wichtigen Solopartien war das rühmlichst «kannte Dresdener Soloquartett, bestehend aus Frau bilde Schulze (Sopran), Frau Wilhelmine Nüßle (Alt), Herr Paul Brückner (Tenor) und Herr Germann Nüßle (Baß) gewonnen. Mehrere Duette, Quartette und ein Terzett gaben den Solisten reichlich Gelegenheft, ihre Kunst zu zeigen.
Außerordentlich dankbar sind besonders die Solo- frittien der Frauenstimmen. Bei diesen zeigt sich «erdi's gründliche Kenntnis der Singstimmen unb Wte Kunst, sanglich zu komponieren, ganz besonders. Wie wunderbar war der Zusammenklang der beiden Frauenstimmen in dem fast überirdisch schönen „Re- torbate", unb in dem melodisch so einschmeichelnden Offertorium. . Frau Schulze besitzt eine sehr geschmei- “JSe, wohl klingende Sopranstimme mit reizvollem Schmelz. Frau Nüßle, die sich als Altistin zu einer, iür ihre Stimme außergewöhnlichen Höhe anfschwin- Nn mußte, überraschte durch die Leichtigkeit, mit der dieser Aufforderung nackkam. Ihre manische Si- ^erheft und vorbildliche Behandlung des Portes verendet sich mit einem, besonders in der Diese pastös t-mgenden Organ von großem Wohllaut, dem man M ber großen und anstrengenden Partie bis zum nimt die geringste Ermüdung anmeikw. Ter ^enorist, Herr Brückner, dem am weniasten Gclcgen- wtt geboten war, sich hervorzutun, besitzt einen on- f^ehmen lyrischen Tenor, den er sehr geschickt zu verwenden versteht. Das „Jngemisco" sang er mit ^greifender Beseelung und großem stimmlichen Bohlet- Tie umfangreiche Baßpartie hatte in Herrn 'We eilten trefflichen Vertreter. Sein „Confutatis" । 1 eine prächige Leistung, bei der fein tragfähiges ??vretz Organ, seine Leichtigkeit der Tongebung und überzeugender Vortrag zur gewinnendsten Gel- !Unn kam. Beim Zusammensingen im Ouartctt Der« sich hie unbedingte Sicherheit des Ensembles, r Einheitlichkeit und Geschlossenheit der Phrasierung 2*™ die große Klangschönheit der vereinigten Stirn-
Einer künstlerisch hochbefriedmetidm Gcsamt- i-^nug. Das Konzert, vorn Diriqen'm, dessen per- ncbe Eigenart in der Ausfassyna o"r deutlich hcr- g-, tfQt- sorgfältig und gründlich r ■' ’rritet, vom [Jp' unter Unterstützung des Orchesters und der So- tz-c" m*t großer Hingabe und dem Bestreben, sein Uni'C$ gEhen, gesungen, war ein voller Erfolg für tzriffE Cäcilia. Die hohen Unkosten, die bei dem f8c= Ig11 der Cäcilia, durch erste Solokräfte und ein gro- ' dollbefetztes Orchester stets ein erstklassiges En-
Regungen, die das christliche Gemüt angesichts des TodeZ empfindet, von der tiefften Zerknirschung und Kangnis bis zur tröstlichen Hoffnung und Zuversicht wunderbar ergreifend ausgedrückt sind, ist so recht geeignet, das Gemüt in die ernste Stimmung der Kar- tooche, in die wir nun eingetreten sind, zu versetzen.
Wenn nun auch das Verdi'sche Requiem in feiner Vertonung nur an wenigen Stellen den Anspruch darauf machen kann, echtkirchlich zu sein, so wirft doch die gewaltige, dramatische Gestaltnngskrast und die geniale Instrumentierung oft geradezu erschütternd. Dieses güt vor allem vom „Dies irae", das sich von dem in rührender, gefaßter Trauer gehaltenen A-moll- Satz des „Requiem aeternam" außerordentlich effektvoll abhebt. Die Musik malt den Tag des Schreckens so schauerlich, daß mau beim „Confutatis maledictis" glaubt, die sengenden Flammen, welche die Verdammten peinigen, hervorbrechen zu sehen und alle grauenvollen Schauern der Hölle sich vor uns abspiegeln. Um dieses zu erreichen, werden die orchestralen Mittel bis yint äußersten ausgenutzt und kein noch so krasser Effekt wird verschmäht. So bei den mächtigen Ton- nerklängen des „Rex tremendae majestatis"/dem ungemein zart die innig flehende tieffte Zerknirschung atmende Bitte: „Salva nos sons pietatis" gegenüber« steht. Prosessor Hanslick vergleicht das „Dies irae" treffend mit den berühmten Fresken int Campo Santo zu Pisa, welche alle Schrecken des jüngsten Gerichts mit so erbarmungsloser Anschaulichkeit darstellen. Bon berückendem Klangzauber ist das Offertorium „Do- mine Jefu, Christe" mit dem einfachen und doch fo schönen Mittelsatze „Quam alim Abrahae". Das Sanktus, das entgegen der kirchlichen Vorschrift mit dem Benediktus bereinigt ist, dürfte feierlicher fein und sich mehr gegen das stets lebhafter zu haltende „Pleni funt coeli" abheben. Diese Stilwidrigkeit suchte der Dirigent gestern durch entsprechende Ternpiitahme auszugleichen. Zu den stilvollsten und würdigsten Stellen gchören das „Agnus dei" mit seiner psalmo- dischen Sopranmelodie und das ergreifende „Libera nte", mit bem das Werk so sanftrührend ausklingt. — Daß der Komponist seine Natur nicht ganz verleugnen kann und manchmal in ben Opernstil fällt, ist begreiflich und gibt uns die Erklärung für den auffallenden Zwiespalt des Stiles. Wenn uns auch die geniale Komposition als Kunstwerk durch ihre Schönheit fesielt und in ihrer dramatischen Gestaltungskraft einen tiefen Eindruck macht, so haben wir doch stets das leise Empfinden, daß der Meister sich dem erhabenen Stoffe nicht aus innerem Drange zugewandt hat.
I * Stadtlengsfeld, 15 Mär; 1913. Ter Eifenbahn- | gtWle Henneberg ist in gleicher (Stgenirbatt nach Heringen unb ber fa’orenbe Sanöbriefttäger M ü l ler nut brm 1. April als Poflicbcfftier nach Gowa ocrietzt.
* Oechfcn, 15. März 1913 Ta vorläufig au ber Gewetffchaft es nicht viel zu arbeiten cibt, follen wicverum Arbeiter e n t i a i f e n werben. Doch Dürfte es innerhalb Jcchrcstnst wieder Arbeils« beldiäftiaunj geben, beim an maßgebender Stelle hofft man, ben Schacht »Hetligenmühle' in biescr Zen t> ocketi ut hohe .
* Unterbreizbach, 15. März 1913. Hier ist eine Dresch genossenschast gegründet worden. Die Haftsumme der Genossen ist auf 200 Mk. für jeden Geschäftsanteil festgesetzt; jeder Genosie kann bis zu drei Geschäftsanteile erwerben.
* Wohnbült, 15. Man 1913. Wer hätte das geahnt, daß si t> auf bem Die t ri o sb erge ein so mäckt ger Betrieb entwickeln würde, wie er jetzt dort herrscht Wenn man in Erwägung z ebt, daß täglich 1000 Wagen mit Steinen durch die Drabtwilbahn nach bem Brecherwerke bei Masbach bcörbert werden, kann man sich einen Begriff machen, wieviel Hände tätig sein müßen. Aus de n Dietrichsberg werden auch annähernd 140 und im Brechenwerke selbst ca. 30 Personen bef qäftigt.
Ans Gdsrheffsn u den Hess. Aemiern,
* Marburg, 15. März 1913. .Tic Stadtverordneten beschlossen die Aufnahme eines D a r l e h n s von 500,000 Mark bei ber Allgemeinen Versicherungsgesellschaft Wilhelme in Magdeburg. Ferner wurde in geheimer gemeinschaftlicher Sitzung mit dem Magistrat die Wiederwahl des besoldeten Beigeordneten Schimpf, dessen 12jährige Amtszeit am 1. Juli d. I. vorüber ist, mit 17 gegen 14 Stimmen abgelehnt. An Stelle des verstorbenen Stadtverordnetenvorstehers Justizrat Törffler wurde Professor Tr. M a u r m a n n als 5lreistagsabgeordneter gewählt.
* Marbach Krs. Marburg, 15. Marr 1913. In dcr vorletzten Nacht wurden hier acht frisch bepflanzte Obstbäume gestohlen. Die später am Rotenberg oesunden wurden. Auch Fußspuren, die zur Ermittelung des Diebes führen dürften, ivucden entdeckt.
# Ziegenhain, 16. März 1913. Am Freitag abend sand im Schuliaale ber 1. Klusse Die diesjährige Abschlußprüfung in ber hiesigen gewerblichen FortbilbungZschule statt. Am Schluffe ber Prüfung sprach Herr Lanbrat v. Schwerzell über bas Ergebnis feine volle Zufriebenheit aus, Dankte ben Lehrern für ihre treue Arbeit und ermahnte die Schüler zu weiterer Arbeit. An zwei ber besten Schüler konnten Prämien in Gestalt nützlicher Bücher verteilt werben.
* N ustadt, 15. Mär; 1913. Am 3. Osieriage 25. März) stabet hier ber Feuerwehrtag bes Kreisseuenvehlverdanbes Kirchhain im Saale des Gastwirts Gies (trüber Huber) statt. An den Hebungen beteiligen sich die Feuerwehr.n von Momberg unb Neustadt.
* Treysa, 15. März 1913. Nach dem Bericht des Magistrats über die Verwaltung und den Stand der Gcmeiudeangelegenheiten für das Jahr 1912 betrug die städtische "Bevölkerung 3731 Personen (gegen 3555 am 1. Dezember 1910.) Bei dem Dtandcsamte wurden 23 Eheschließungen (1911: 18), 79 Geburten. (67) unb 82 Sterbefälle (91), wovon 47 auf Hephata entfallen, an gemeldet. Der Voranschlagsetat für das Jahr 1913 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 154 385.39 M. (gegen 152 040.35 M.) ab. — Der hiesige liberale Verein will bei der bevorstehenden Landtagswahl durch Stimmenthaltung gegen das bestehende Landtagswahlrecht protestieren.
* Buchenau, 15. März 1913. Heute trüb brannte hier das Wohnhaus des Einwohners Burk nieder. Das Vieh konnte aerettet werden.
* Gladenbach, 15 März 1913. Die Eingabe an die Eifcnvahnbirektion, einen Schülerzug zwischen Weidenhausen-Marburg einzulegen, ist abschlägig be< schieden worben.
* Jesberg, 16. März 1913. Nnstelle bcs Gemeinde- Vertreters, Sanitätsrat Ubrbau, ber sein Mandat niederlegte, ist Gutsbesitzer Kotbe, Vorfftzenver des Bürgervereins, in die Gemeinde - Vertretung gewählt worden.
* Fr tzlar, 15. Mär; 1913. Die hiesige landwirtschaftliche Wintcrschiile war diesmal von 33 Landwirtssöhnen besucht, 19 besuchten ben ersten, 14 den zweiten Kursus. Die Winkerfchule wurde von 157 Schülern besucht, darunter haken 102 den Wieder» holungskurius absolviert.
Handel und Indikftric.
Berlin, 15. Mär; 1913. Die Börse zeigte eine ruhige Haltung. Aus dem Montanmarlt waren die Kurse behauptet. Bankaktien ruhig, Eisenbahnwerte still. Schiffahrtsaktien behauptet. Elektrizitätswerte sehr ruhig. Der Kaffamatkl zeigte keine einheitliche Haltung. Der Privatbiskont blieb unverändert.
Äeklamen- und AnzekgentelL.
Abwageriing nach Krankheit, infolge von Appetitlosigkeit oder drrgl. muß auf alle Fälle beiämpjt werden. Wsr in solchen Zeiten zu CcottS Emulsion greift, kommt, wie Die Erfahrung schon .viel ältig bewiesen hat, in doppelter Hinsicht rascher um Ziele, Zunächst regt ScoltS Emcilsion die Echust , Nachhallrg an, bedingt ai'o eine gelte gerte Nalinwgöau'nahme, die an und für sich schon die Kiä ngung sondert. Sodann ist Scotts Emu sion fe bst ausierordenti-ch rahr- ha t und dem rtt de ;0.1'1 in kurzer Zeit eine sichtt are Krüsic- und E.w.hu u o me. l
Freilich ist c§ nStift, bei der fflarke j „Scott" zu bleiben, denn uitje allein isi eit i! Jahrzehn en e-.pu dk.
M.ni hüte sich vor Nachahmrn,- ! . I