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Vrn« der §»ldaer atlkntrtictrti in Salle.
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Fulda, 13. März 1913.
♦ Personal!ra. Landrat Frdr. v. Doernberg w Fulda, Landrat v. Gehren zu Homberg und die sttgiernncSassessoren v. Götz und v. Kotz« zu Kassel t»d zu Ehrenrittern des Johanniterordens ernannt «erden.
Ob* 1h daS Fernsprechnetz wurde daS Schinken- tzuzialdauS en groe Richard Hambach Löherstraße mter Nr. 554 angeschlossen.
§ $«e Tnrnlehrerinexamen bestand in Frankfurt § Salem Salzmann, ordentliche Lehrerin am evang. zeum hier.
XJ Kreistag. Für die nächste, am 29 März statt- ladende Sitzung des Kreistages des Kreises Fulva st folgende Tagesordnung festgesetzt: 1. Ein. sthrung der bei der regelmäßigen Ergänzung im November v. I». neu gewählten Kreislagsadgeord- Itlm. 2. Neuwahl eines Mitgliedes der Einkommen- jteuer-Veranlagungskommiffion für die Wahlperiode 1913/1918. 3 Neuwahl eines PlitgliedeS des Kreis- »uSschuffeS anstelle des verstorbenen AintsgerichtsralS Breib. 4. Neuwahl von Schiedsmännern. 5. Wahl Her Vertrauensmänner für den Ausschuß zur Auswahl H«r Schöffen u. Geschworenen für das Kalenderjahr 1913. t Neuwahl eines Mitgliedes der Kommisston zur Prüfung der K reistags-Ergänzungs- und Ersatzwahlen, f. Neuwahl eines Mitaliedes der Kreiswege • Kommission. 8. Beschlußfassung über Abände.ung der Kreis-Hundesteuer-Ordnung. 9. Antrag des Gastwirts Wilhelm Hildebrandt in Fulda um Ermäßigung der Wirtschasts-Erlaubnissteuer. 10. Beschlußfassung über die Verwendung deS lleberschusses der Kreiskommunalkaffe vom Rechnungsjahre 1911. 11. Feststellung des kreiShaushaltsanschlags sowie der HaushaltSanschläge bei Kreisspritzenverbandes, deS Fonds zur Hebung bet Rindviehzucht und des Kreissiechenhausfonds für das Rechnungsjahr 1913.
S Zwangsversteigerung. Bei der gestrigen gerichtlichen Zwangsversteigerung eines 27 32 a großen AckerS an der Leipzigerftraße, auf den Maurer G. SachS-Fulda eingetragen, blieb Herr Anton Schwär,- Fulda (Darmstädter Hol) Höchstbietender mit 5000 M.
y Aus Fuldas Chronik. 1169 Jahre waren gestern, am 12. März, seit der Gründung Fulda's verflossen. Am 12. März 744 war es, als der Bau des Klosters Fulda durch den hl. Sturmius in Angriff genommen wurde. In diesem Jahre kann g-ulba sein 750jähriges Stadtjubiläum begehen. Im Jahre 1163 wurde zum Schutze argen die Raubritter um die Klostermauern noch eine weitere feste, mir Toren versehene (Stadts-Mauer mit Wällen und Türmen errichtet. Abt Marquardt erhob das seitherige Dors zur Stadt mit einer Pfarr- mche, mit Magistrat und Siegel.
r AuS der ehemaligen Fuldaer Porzellanindustrie Bei der Versteigerung der Sammlung Francis M. Baer-London in der Galerie Helbmg in München erzielte gestern ein Stück aus der Porzellanindustrie bet Fuldaer Fürstbischöfe den höchsten Preis, der biß jetzt überhaupt auf einer Auktion für eine der- artige Figur bezahlt wurde. Das Porzellanfigürchen, eilten grüßenden Harlekin darstellend, kam auf 9000 Mark. Zwei Höchster Figuren, Har ekm und Coiom- bine, erreichten 8800, die Meißner Verlobungsgruppe von Kaendler 8200 und ein Nymphenburger Harlekin mit Affenjungen 4700 Mark.
♦ Schwurgericht. Die Verhandlungen der ersten diesjährigen Schwurgerichtsveriode in Hanau beginnen am Montag, den 7. April, unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtsrat Dr. Freytaa.
F Zentralverband christlicher Bauarbeiter. Dem Jahresbericht der Verwaltungsstelle Fulda entnehmen wir, daß die Einnahmen einschließlich des Kassenbestandes vom vorhergehenden Jahre 8053,15 Mk. betrugen, denen eine Ausgabe von 7334,42 Mk. gegen- übcrstehen, sodaß ein Kassenbestand von 718,73 Mk. verbleibt. Für Unterstützungen am Orte wurden ausbezahlt 647,65 Mk., Krankenunterstützung 240 Mk., Sterbegeld 31 Mk., andere Unterstützungen 26 Mk. Die Verwaltungsstelle hatte im letzten Vierteljahr 294 Mitglieder, ihre Zahl ist bis zum 1. März d. I. auf 523 gestiegen. Auch eine Jugendabteilung ist vorhanden. Nach dem Geschäftsbericht hat die Verwal- tungsstelle, die von Herrn Sekretär Stahl verwaltet wird, un engeren Gebiete Fulda eine gut ausgebaute Organisation zu verzeichnen, sodaß sie die größte Verwaltungsstelle von allen christlichen Berufsverbänden darstellt.
= Die Hessische An- und BerkausSgenoflenschast in Kassel, eine Genossenschaft, die in Angliederung an die Raiffeisenschen Grundlätze die landwirt>chafll!chen Erzeugnisse ihrer Mitglieder bestmöglichst zu verwerten und die landwirtschaftlichen Bedartsartikel zu günstigsten Bedingungen für sie zu beschaffen bestrebt ist, zählte Ende vorigen .wahres 63 Milglieder. Die Genossenschaft erzielte im Jahre 1912 einen Umsatz von etwa 4 Millionen Mark. Der Umsatz stieg von Jahr jtt Jahr um ein Beträchtliches, ein Beweis, daß sich die Genossenschaft als Bedürfnis erroiqen hat. Der erzielte Reingewinn betrug nach Abzug aller Un- kosten 19 600 Mark. Derselbe wurde zu 50 Prozent dem Reservefonds überwiesen. Außerdem wurden 4 Proz. Dividende und 1 Proz. Superdividende ver- teilt. Der Reservefonds erreichte durch die Hebet» Weisung eine Höhe von 81000 Mark. Das Vermögen der Genossenschaft beträgt heute schon 135000 Mark.
s. Tas Postprotestversahren, das von der Reichspost vor einigen Jahren eingesührt worden tft und wegen seines niedrigen EmheitsatzeS eine erhebliche Verbilligung der Protestkosten, besonders für Wechsel, die an kleineren Orten ohne Notar und Gerrchtsbe- amten zahlbar sind, bedeutet, hat sich bereits eingebürgert. Bet den Reichspostanstalten find im Jahre 1912 schon über 2 Millionen Postprolejtausträge aus» geliefert worden.
Die Versendung mehrerer Pakete mit einer Postpaket-Adresse ist lür die Zett vom 17. bis 22. März weder im inneren deutschen Verkehr noch im Verkehr mit dem Auslande (ausgenommen Argentinien) gestattel.
0 Die nächtlichen Ausschreitungen nehmen in letzter Zeit bedenklich zu. Nicht genug, daß halbwüchsige Burschen oft bis tief in die Morgenstunden durch widerliches Skandalieren die Nachtruhe stören, glauben sie auch ihr Mütchen an fremdem Hab und Gut kühlen zu müssen. Daß Firmenschilder zertrümmert oder weggeschleppt werden, kommt allzu häufig vor, wobei die Täter Wohl nicht bedenken, daß sie sich eines Diebstahls schuldig machen. In der vergangenen Nacht wurde das Schaufenster an dem Choko- lodengeschäft Abels in der Marktstraße vollständig zertrümmert. Merkwürdigerweise sind an diesen Ausschreitungen, tote auch in der vergangenen Nacht, bessere Herren beteiligt, die doch einen gewissen Anspruch auf Bildung machen wollen. Es schadete nicht» ixen nockttckv -Heben Herrlern etwas kräf
tiger zugesetzt würde, damit nächtliche Ruhe und Ordnung wieder einträte, die gerade in dem erwähnten Stadtteil ost sehr zu wünschen lassen.
J> Tie hundertjährige Jubiläumsfeier der Frei- heitskriege, welche von der Bevölkerung unserer Stadt tm Juni im Sladtpark feierlich besangen werden 'oll, d' rste sich zu einem schönen Volksfest gestalten. Tie Turn- und Gesangvereine werden sich in den Dienst der auien Sache stellen. So hat die Turngemeinde beschlossen, am Nachmittag des Festfeierkags mit einer ausgewählten Gruppe schwedischer Freiübungen aufzutreten und am Abend bei bengalischem L'ch e Leiterpyramiden mit großer Auma hung zu stellen; gleich- zeitig wird da? elektrische Keulenschwingen vorgeführt.
(*) Ter Fußballivort im Dienste der Vctrianenfiir- sorge. Der westdeutsche Spielverband hat an seine Vereine einen Aufruf erlassen, am Sonntag, den 16. März auf allen Sportplätzen Spiele zu veranstalten und die dabei erzielten Einnahmen zum Teil an den Veteranensonds abzuführen. — Die beiden Fuldaer Fußballvereine find diesem Rufe gefolgt und haben Wettspiele abgeschlossen. Ter Fuldaer Fußballverein spielt auf dem Sportplätze der .Bleiche" gegen eine zusammengestellte Manmchast aus Schül-rn des kgl. Gymnasiums, des Lehrerseminars und der Oberreal- schule. .Borussia" hat am »Wallweg" ein Spiel gegen eine kombinierte Mannschaft der Hersselder Fußballvereine.
* Der Vorschußverein zu Fulda erzielte im Jahre 1912 einen Reingewinn von 30406,73 Maik gegen einen Wieben von 29 222,98 Mark im Vorjahre, nicht 39222,98 Mark, wie gestern berichtet wurde.
dem Nacdbargebiete.
* Alsfeld, 12. März 1913. Der Erlös aus der zweiten Serie der Alsfelder Geldlotterie zum Besten der Wiederherstellung des Rathauses und der Walpuraiskirche beläuft sich auf 20000 Mark.
b. R u-Jjenburg, 12. März 1913. Als eine Folge des Geburtenrückgangs dahier darf wohl die auffällige Erfcheinunr angesehen werden, daß in diesem Jahre nur 280 Kinder zur Schule angemeldet sind, gegen 350 und mehr in früheren Jabren.
h Höchst a. M., 12. März 1913. Der rapide Aufschwung der heimischen Industrie hat naturgemäß ein rasches Anwachsen der Bevölkerung zur Folge, so rasch, daß der Wohnungsbau nicht folgen kann, infolgedessen herrscht hier sowie in Nied, Kriftel und anderen Orten eine sich fortgesetzt steigernde Wohnungsnot. Viele Beamte und Arbeiter, die in hiesige Dienste treten wollen, sind gezwungen, in entlegenen Orten Wohnung zu nehmen.
* Kassel, 12. März 1913. Aus der Schaumesse wurde ein Zögling, der aus einer Erziehungsanstalt entwichen war und von der Staatsanwaltschaft wegen Siltlichkeitsoerbrechens gesucht wurde, wieder ein» gefangen. — Ein in den 40er Jahren stehender Buchhalter wollte nach dem Abendbrot feinem Sohn bei den Schularbeiten behilflich sein. Kaum hatte er sich gesetzt, als er tot vom Stuhle lank. Ein Ge- hirnfchlaa hatte seinem Leben ein Ende gemacht.
♦ Waldkappel, 12. März 1913. Der Voranschlag für 1913/14 weist an ordentlichen Ausgaben auf 39 351,30 Mk. (1912 — 37 948,38) auf. Es werden 185 Proz. Steuern erhoben. — Es soll eine neue Feuerwehrleiter für 1150 Mk. beschafft werden, 875 Mark sind dazu schon gestiftet worden.
* Aus Thüringen. 12. März 1913. Auf dem zur MaximilianShütte gehörigen Bergwerk in Schmiedefeld wurden drei Bergleute durch niedergehende GesteinSmassen verletzt. — Die Malermeister in Coburg haben 80 Gehilfen ausgefperrt. — In Reuß ä. L. herrscht ein solcher Uebeifluß an Lehrern, daß viele Seminaristen Stellen tm Ausland suchen müssen. Dabei ist der Andrang zum Seminar so groß wie noch nie. Jetzt wird nur ein Drittel der Angemeldeten Aufnahme finden. — Das Schöffengericht in Lichtenfels bat einen Burschen aus Michelau zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er zwanzig Bäumchen an der Straße Michelau- Lichtensels zerstört batte. — Die Stadt Eisenach will im Hinblick auf den Fremdenverkehr zwei englisch redende Schutzleute anftellen, denen eine Ortszulage von je 300 Mark gewährt werden soll. — Mit dem deutschen Schriftstellerheim in Jena soll es nun endlich Ernst werden. Es flehen außer dem Grundstück 130000 Mark zur Verfü ung, ein geradezu jämmerliv geringer Betrag, dessen sich Deutschland ichämen mühte. — Der Oberarzt bei der Siutzituppe in e eutfch-Ostafrika, Dr. med. Kurt Pchhold aus Greiz, hat seine wertvolle ostafrikanische Sammlung dem ©teuer Museum geschenkt. — Die Weltfuma der Zeißwerke in Jena will einen Teil ihres Betriebes nach Saasseld verleaen. Der dort angekaufte Grundstückkomplex übertrifft an Größe noch den Jenaer Besitz der Firma. — Um den Fehlbetrag im Etat der Stadt Jena zu decken, hat der Gemeinde- vorstand, nachdem die Grundsteuer nach dem gemeinen Werte vom Ministerium abgelehnt worden war, die Einführung einet Lustbarkeitssteuer in Aussicht genommen.
V. B ibel, 11. März 1913. Bei einer Luftballon- fahrt entdeckte Herr Kurt May aus Frankfurt im letzten Herbst cm rechten Niddaufet gegenüber dem Dottenfelder Hof die Umriffe eines römischen Lagers. Mt Erlaubnis der hessischen Denkmalpflege wurden nun in biejem Winter Ausgrabungen auf dem Gelände vorgenommen, die tatsächlich die Vermutung des Herrn May in vollem Umfange bestätigten. Man legte das Herrenhaus und große Teile der Umfgssungsmauer eines römischen Landhauses frei. Weitere Forschungen ergaben das Vor- handensein noch anderer ausgedehnter Mauerreste aus 6er RÜmetzeit. Diese liegen zwischen Der Dortel- werter Landstraße und den Niddawiesen und erstreckten sich wahrscheinlich bis zur alten römischen Straße, die westlich von Heddernheim nach dem Kastell Okarbcn führte. Die Ausgrabungen werden fort- gesetzt.
• Kreuzburg, 12. März 1913. Der Täter des verbrechen,chen Anschlages auf der Kreuzburg-Treffurier Chaussee, der einen Mast des Elektrizitätswerkes über die Straße legte, ist in der Person des 17jähngen Fabrikarbeiters Nordmann ermittelt worden.
• Borken, 12. März 1913. Einern hie gen Fleischer- meister entglitt genern auf dem Kasseler Fleischmarkt das Beil, wodurch ihm zwei Glieder des linken Zeigefingers abgehackt wurden.
* Rockenfütz, 13. März 1913. Vor kurzem berichteten wir, daß hier der Hauslchlachter Schuchardt in einer Wirtschaft während einer Tanzpause, als er aus dem Hofe zurückkehrte, mit dem Ruse: »Ich bin g e ft o d? e n* bewußtlos zu Boden lank und bald darauf starb. Als Täter wurde der Bruder des Gastwirts feflgenommen. Die Untersuchung hat ergeben, daß eine voriätzliche verbrecherische Handlung nicht zu erweisen ist, vielmehr nur fahrlässige Tötung vorrulieaen scheint.
♦ Darmstadt, 11. März 1913. In der gestrigen 11. Hauptversammlung der hessischen Landwirt- schaftskammer wurde an Stelle des verstorbenen Geheimrat Haar der Ockonomierat Walter-Lengfeld zum 1. Präsidenten gewählt, — Die Abhaltung einer Landwirtschaftlichen Ansstellung in Darmstadt im Jahre 1915 hat der Vorstand des Hessischen Landwirtschaftskammer beschwssen. Der Erlaß neuer Unfallverhütungsvorschriften der land-, und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschasten wurde nach lebhafter Aussprache von der Landwirtschaftskammer genehmigt.
* Wiesbaden, 12. März 1913. Der Magsstrats- entwirre der gcp'anten Filia Ist euer siebt für betriebe, die hier eine oder mehr Zweigniederlassungen unterhalten, folaenbe Erhöhung zur Gewerbesteuer vor: in Klasse 4 um 50 Proie- t, in Klasse 3 um 75 Prozent, in Klasse 2 um 100 Prozent, in Klasse 1 um 200 Prozent. Von den sich ergebenden Steuerbeträgen werden für jede Zweigniederlassung und jeden Zweigbetrieb in Klasse 4 10 Prozent, in Klasse 3 15 Prozent, in Klasse 2 20 Prozent und in Klasse 1 25 Pro-ent als weiterer Zuschlag erhoben.
* Schmalkalden, 12. Mär, 1913. Außer der gestern gemelde'en Erhöhun des Kinderfürforgefonds von 1235455 M. auf 15000 M. beschloß der Kreistag einstimmig, aus Mitteln des Kreises au' 10 Jahre einen jährlichen Zuschuß von 1500 M. zur Deckung der Betriebskosten von Krafttoagen-Postlinieu zu gemähten unter folgenden Bedingungen: Es müssen eingefübrt werden die Linien Kleinschmglkalden-Heu- bera-Friedrichroda; Schmalkalden»Wernsdaufen- Roßvorf Termdach-Gehnus-Oechfen -Geisa -Rasdorf- Hünfeld; S tiroeina - Liebenstein • Bgyerode-Hcrges- Vogtei-Trufetal-Brotte'ode-Heubcr z-Fr>edrichrnda. Die ersten beiden Linien müssen im Sommer und Winter betrieben werden. In Kleinschmalkalden, Schmalkalden, Hernes-Vogtei und Brotterode muffen die Postauto- mobile im Anschluß an die Züge geben. Schmalkalden iss als Stützpunkt des Projektes zur Erschließung der vorderen Rhön zu wählen. Ter Haushaltung s- voranfchlag des Kreises für 1913'14 rourbe auf 181600 M. in Einnahmen und Ans'oben festgestell', gegen das Vorjahr ein Mehr von 32 300 Mark. An Kreis steuern werden 21 Prozent, an Bezirkssteuern 10 Prozent erhoben.
» Heilgenstadt, 12. März 1913. Bei der Abi- tutientenprüfung am hiesigen Königl. Gymnasium bestanden von 26 Prüflingen 22, von der mündlichen Prüfung waren 12 befreit.
• Aus Franken, 12. März 1913. In Bad Rif fingen wird am Samstag das Luitpold-Bad eröffnet. — Die Firma Fichtel u. Sacks in Schweinfurt hat der deutschen Gesellschaft für Kaufmanns- Erholungsheime 5000 Mark überwiefen. — In Ochsenfurt wurde im Main eine männliche Leiche aufgefunden, die nur mit Hofe bekleidet war. Man vermutet in derselben den seit 6. Februar abaänghen Polizeisekretär Schott von Kitzingen. — Der Um» lagcnbebnrf der Stadt Afckaffenburg stellt sich auf 741000 Mark gegen 726500 Mark im Vorjahre. Die Steuern müffen um 3 Prozent erhöht werden. Zum ersten Male ist an8 dem Elektrizitätswerk ein Gewinn von 27000 Mark gebucht und die Vergnügungssteuer gebt von 3000 Mark auf 9000 Mark. Die Bautätigkeit liegt noch arg darnieder.
Amt Geisa und Umgebung.
• Bischofsheim v. Rh., 12. März 1913. Am 8. Mar d. I. soll nach Beschluß des landwirtschaftlichen Bezirksausschusses dahier eine Bezirkstier- s ch c m mit Prämiierung stattfinden.
♦ Vacha, 12. März 1913. Beim Spielen warf gestern ein kleiner Junge mit einer Kuller eine der großen Ladenscheiben des Kolonial- und Weißfvaren- geschäftes von Otto Wahl im Wert von etwa 200 Mark ein.
* Tiefenort, 12. März 1913. Neben der vor einigen Jahren in Leimbach neuerbauten Schule soll jetzt noch eine Schule erbaut werden, da die frühere Schule sich schon als zu klein erwies.
» Gerstungen, 12. März 1913. Der kommissarische Eisenbahnassistent Taubert ist zum Eisenbahnassistenten ernannt worden.
Aus Gberhessen u- den Hess. Aemtern.
* Marburg, 12. März 1913. Die Prüfung als Meister bestanden hier: Schlosser Wilh. Hesse-Franken- berg, Metzger Wild. Himmelmann • Frankenberg, Friseur Stöhr-Frankenberg, Schuhmacher Tobias Sckeffel-Dainrode, Schmied Daniel Schneider-Dainrode. — Der Etat des Kreises Marburg schließt im Entwur' ab mit 401000 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Die Kreissteuer betrag' 20°/», die Bezirksabgabe 10°/» der Real- und Einkommensteuer. An Einnahm«» sind vorgesehen: Aus nutzbarem Kreisvermögen 6075 Mk., Kapitaleingänge 1548 Mk, Beiträge zur Deckung der Kreisbedürsmsse 64030 Mk., dem Kreise überwiesene Gebühren 11315 Mk., Verkehrswesen 4270 Mk, Kreissteuern 195200 Mk., Schul- und Unterrichtszwecke 600 Mk., sonstige Ein- nahmen 23122 Mk., durchlaufende 94840 Mk. An Ausgaben sind vorgesehen: Kapitalanlagen, Verzinsung und Tilgung der Kreisschulden 45319 Mk., Kreisverwaltungskosten 31202 Mk., Staats- und polizeiliche Zwecke 126 Mk., Kreissteuern 58308 Mk., für das Verkehrswesen 98000 Mk., Landesmeliora- tionen, land- und forstwirtschaftliche Zwecke 4175 Mk., Schul- und Unterrichtszwecke 4450 Mk , Kranken- und Armenpflege 32950 Mk., Gesundheitspflege 4607 Mk., Feuerlöschwesen 550 Mk., unvorhergesehene Ausgaben 25573 Mk., außerordentliche Ausgaben 900 Pik., durcylauscnde Posten 94 840 Mk. Etat der Kreisbahn betragen die Betriebseinnahmen 98784 Pik., die Betriebsausgaben 86 410 Mk., der Ueberichuß 12 374 Mk. Durch KreiSsteuern sind zu decken 39 750 Mk. Der Etat des Kreissteinbruchs steht vor an Einnahmen 21100 Mk., an Ausgaben 17140 Mk., einen Brm'o-lleberichuß von 3960 Mk.
* Kirchhain, 12. März 1913. Gestern mußten ungefähr 40 russisch-polnische Erdarbeiter, die einem Unternehmer an dem Bahnbau verpflichtet waren, die Arbeit einstellen, da ihnen der Aufenthalt im deutschen Reiche mit Ausnahme des Königreiches Sachsen verboten ist.
♦ Frankcndeig, 12. Marz 1912. Dem hier errichteten Seminar - Nedenkursus wurden 26 Prävarandemcküler der 1. Klasse von Der Präparan- sen-Anstalt Niederzwehren überwiefen.
[;] Neustadt, 11. März 1913. Hmie wurde im Distrikt Drillrod die Leiche des Auszügers Theis von Allendors durch Einwohner von Erksdorf gesunden. Terselbr war bekanntlich vor einiger Zeit, in den Wald gegangen, um Besenreiter zu schneiDen, und war nicht wieder heimgekommen. Eine Gerichte- kommission begab sich alsbald an Ort und Stell-. t
Xs 60.
Donnerstag 15. Mär; 1915
um den Tatbestand aufzunehmen. Anscheinend hat ein Schlagan/all den Tod herbeigeführt.
Vernmchres.
* Bei der Landung des ParsevallustschlffeS, bas gestern mittag in Köln zu einer Fahrt übet Mümgersdorf und Bickersdors aufstieg, wurde ein Soldat von einem Propeller getroffen und am Kopf und Brust löblich verletzt.
♦* Ein Hundertjähriger. Der über Cuxhaven und das Amt Ritzebüttel hinaus bekannte Rentier Meyer ist, hundert Jahre alt, gestorben. Ter Hun- dettjährige, der einem alten Bauerngeschlecht entstammt, das schon mehrere hundert Jahre den vor Cuxhaven belegenen Meyerschen Hof bewirtschaftet, war noch sehr rüstig und schritt noch vor wenigen Wochen bei der Bürgerschaftswahl im Hamburger Staate an die Wahlurne.
* Droschkenpferd, Sauerkraut und Pfeffergurken. In Leipzig rannte dieser Tage ein Drofchkengaul an den Wagen eines Einlegegeschäftes und sprang, aus seiner Träumerei jäh aufgeschreckt, mit den Vorderfüßen hoch. Dabei warf das Pferd den kleinen Wagen um und auch der Gaul kam zu Fall. Die Fässer, die mit schmackhaftem Sauerkraut und mit delikaten Pfeffergurken gefüllt waren, stürzten vom Wagen herunter und ihr Inhalt erqoß sich auf die alte Rosinate, die mit Sauerkraut, Pfeffergurken und Lorbeer reichlich bedeckte wurde und in dieser Garnierung sehr appetitlich aussah. Der invalide Klepper suchte sich von dieser unheilverkündenden Dekoration so bald wie möglich zu befreien und sprang mtt einem energischen Ruck auf seine müden Beine, schüttelte sich und setzte sich dann, tief ergriffen von dem Erlebnis, in langsamen Trab.
* Erplosion. In der Kunstseidenfabrik von Tubize in Brüssel, dje dreitausend Arbeiter beschäftigt, fand eine gewaltige Erplosion von Aether- dämpfen statt. Wegen der Gefährlichkeit wird die Kunstseide in getrennten Gebäuden fabriziert. In dem Kollodium-Filtergebäude arbeitete eine Schicht von dreißig Frauen und Männern, als plötzlich aus unbekannter Ursache die Aethergase sich entzündeten. Eine 1600 Kilogramm wiegende, eiserne Mischretorte wurde durch das Dach des Gebäudes in die Luft ge- schleudett und zertrümmerte einen danebenstehenden Fabrikationspavillon. Dem die Retorte bedienenden Arbeiter wurde der Kopf abgerissen und ein int Nebenraum arbeitendes Mädchen zwischen zwei umftürzenden Eisenpfeilern völlig zerauetscht. Außerdem erlitten 14 männliche und weibliche Arbeiter durch die umhergeschleuderten Maschinenteile und brennenden Aethergase Verletzungen, darunter sechs sehr schwere. Ein durch die Explosion erzeugter Brand Sicherte das schon zertrümmette Gebäude vollständig ein.
* Unterschlagungen eines Bankiers. In B u d a- p e st wurde der Bankier und ftühere Generaldirektor der Budapester Allgemeinen Handelsbank A.-G. verhaftet, der sich Unterschlagungen in Höhe von über 85 000 Mark hat zuschulden kommen lassen. Nicht weniger als 43 Anzeigen sind gegen ihn anhängig gemacht worden.
* Die Hilfsexpedition nach Spitzbergen wird, da schwere Stürme in Südnorwegen herrschen und das Schiff „Hertha" beschädigt in Haugesund eingetroffen ist, Tromsoe nicht früher als in 12 bis 14 Tagen erreichen. Dann geht es direkt nach Svitzbergen, wenn man die Rennttere und Hunde an Bord genommen haben wird.
** Die genarrte« Suffragetten. Die Suffragetten, die sich soviele mehr als schlechte Scherze erlaubt haben, wurden am Dienstag selbst das Opfer eines Ulks im großen Stil. Seit früher Morgenstunde bis gegen Mittag fuhren ungezählte Wagen von Kaufleuten aller Zweige aus allen Teilen der Riesenstadt vor dem Bureau des sozialen und Polittschen Frauenvereins im Kingsway, der Zentrale der gewalttättgen Suffragetten, vor, um Legionen von Waren abzuladen, die die unbekannten Spaßvögel im Namen des Vereins bestellt batten. Zugleich brach eine Sturmflut von telephonischen Ansragen seitens der Lieferanten über die ratlosen Amazonen herein. Unbeschreibliche Szenen spielten sich ab, als die wütenden Fuhrleute und Ablader von den Frauen schroff abgewiesen wurden. Eine ungeheure Menschenmenge versammelte sich johlend und brüllend vor der Suffragettenfeste und nahm schließlich eine so drohende Haltung an, daß die Polizei sie zerstreuen und die vor dem Frauenbureau haltende Wagenburg in die Nebenstraßen ablenken mußte. Erst gegen Mittag war die Ordnung wieder hergestellt.
* Erplosion m einem russischen Eisenbahnzngl Ein schrecklicher Unglückssall ereignete sich auf der Eisenbahnstation R u d n a r - Poczajotoski in _ Rußland. Ein Personenzug, der sich der Statton näherte, geriet in Brand dadurch, daß ein Mann in einen leck gewordenen Benzinbehälter eine brennende Zigarette warf. Durch die darauf erfolgende Erplosion waren die Passagiere des Zuges in kurzer Zeit in Flammen und "Türen und ^enfter des Waggons wurden weit hinausgeschleudert. Der Zug fuhr noch eine Strecke weit, ehe der Zugführer das Feuer bemerkte. Neun Perfonen fanden den Tod in den Flammen.
* 20 000 Mark wöchentliche Gage. Am 10. Juni wird in Newyork -eine Tänzerin austreten, die be- refts in London und Wien mtt großem Erfolge de- bütiett hat. Es handelt sich um eine Nichte des Herzogs von Sutherland, di- den Namen Lady Stuatt Richardson trägt. Sie Schält 20 000 Mark Honorar in der Woche.
festgesetzt.
Märkte.
Handel und Industrie.
• Berlin, 12. März 1913. An der Börse zeigte sich heute nach einer Reibe ungünstiger Geschäftslage wieder hoffnungsvollere Stimmung und langsam erwachende Kauflust. Auf dem Montangebiet erzielten die führenden Werte 2—21/» Prozent Preissteigerung. Auf dem Bankengebietstiegen deutsche Bant VI* Proz-nt. Diskonto 1 Prozent. Eisenbahnwerte gleichfalls durchgängig 1 Prozent gebessert. Von SchiffahttSattien fliegen Lloyd 2V* Prozent, Paketfahrl 31/« Prozent, Hania zirka 5 Prozent. Bei Elektrowetten betrug die Durchschnittliche Preissteigerung 2 Prozent. Auch der Kassamarkt war fast durchweg steigend. Für den Privatdiskont wurde eine einheitliche Notiz vc-n 6 Prozent
* Kirchhain, 12. März 1913. Zu dem gestrigen Vieh- und Schweinemarkt waren aufgettieben 86 Stück Großvieh, 22 Stück Kälber und 391 Stück Schweine.
Gotlesdienstordnung.
. ..tzaelskirche. Morgen früh um 7 Uhr findet ein 4uu au Ehren der schmerzhaften Mutter Votier statt.