Fuldaer Leitung
Ans dem Nachbargediele.
* AuS dem Kreise Lauterbach, 11. März 1913. Im vergangenen Jahre starben im Greife insgesamt 376 Personen, die sich auf beide Geschlechter gleichmäßig verteilen. Bei einer Einwohnerzahl von 29 719 ergibt sich hieraus eine Sterbeziffer von 12,68 auf se 1000. In Lauterbach starben 68 Personen — 15,7 auf 1000, in Schlitz 41 — 15,9 aus 1000 und in Herbstein 17 --- 10,3 auf 1000. Frei von Sterbefällen blieben die fünf Gemeinden: Hemmen, Holzmühl, Hutzoorf, Schlechtenwegen und Netzhäuten.
* Herssrlv, 11. März 1913. Eine n Geschäftsinhaber wurde in der stacht zum Btontaa der am Hause angebrachte Schaukasten mit Inhalt gestohlen. Der leere Kasten wurde am Montag Morgen aus dem Hose des Gymnasiums vorgesunden. Dem oder den Dieben sind Waren im Werte von etwa 25 Mk. in die Hände gefallen.
* tzanau, 11. März 1913. Die Bäckergehilfen haben hier den Taris gekündigt.
• Kassel, 11. März 1913. Die Fran eines Vorarbeiters zog sich beim Anfachen des Herdseuers mittels Petroleums schwere Brandwunden zu. — Der Kaufmann Sch. stieß sich mit dem Taschen- mefser so unglückltch in daS linke Auge, daß er wahrscheinlich das Augenlicht eindüßt. — Von einem Dampshammer wurden dem Schmied K. drei Fmger der linken Hand zerquetscht. — Der Polizeihund deS Kriminalbeamten A. wurde von einem unbekannten Täter vergiftet.
X 59.
Miimch ir. Mär, 1913.
zeigten die verschiedenen Generationen noch keine Ausgeglichenheit dagegen ließen die Kalben und jun. gen Kühe bereits eine ziemlich gleichmäßige Form erkennen. Der diesjährige Bullen- und Jungviehmarkt wurde auf den 11. Oktober d. Js. der- legt. Es war der Antrag eingebracht worden, daß für Mittel und Wege gesorgt werden möge, bei den staatlichen Körungen mehr Gewicht auf die Ab- stammung der Bullen zu legen und Bullen u^bekann- ter Herkunft tunlichst von den Körungen ar nschlie- ßen. Es wird a-"-rkannt, daß es zur Hebung der Rindviehzucht ni ist, möglichst solche Bullen zur Zucht zuzulaflcn, r die eine Garantie über gute Formen unb Leistungen vorhanden ist, wie solches in der Regel von Herdbuchtieren ohne weiteres erwartet werden muß. Dagegen steht der Verband dem Standpunkt, daß es nicht angängig ist, für das ganze Großherzogtum zu verlangen, daß über sämtliche an- zukörende "Bullen unbedingt ein Abstammungsnach- tveis y -liegen muß. Das einzige Mittel, der Ab- stammu.ig der Bullen mehr Bedeutung zu verschaffen, erblickt der Verband in der Einführung des Pu'nktierverfahrens bei den staatlichen Körungen. Es wird einstimmig beschlossen, ein diesbezügliches Gesuch an das Großherzogl. Staatsmimsterium zu richten. Das übliche gerne' ischaftliche Essen und anschließend Besichtigung der Herdbuchbullen beschlossen den Sitzungstag.
,Te äsest hymnns1 u. Kyrie eleison sind Meisterwerke des Kontrapunktes. Nach kurzer Pause schildert uns das „Dies irae‘# in erschütternder Tonsprache die Schrecken des Weltgerichtes. Der Schall der Po- aunen ertönt erst aus der Ferne, dann immer gewaltiger, mit den wuchtigen Chorsätzcn sich vcr- mischend. Schrilles Wehklagen, bange Angstrufe werden abgelöst von den weichen Klängen der Hoff, nung und Zuversicht auf des Richters Barmherzigkeit — fürwahr die Sequenz des ThomaS von Celano erscheint in einer musikalischen Darstellung, die bis ins Innerste ergreift; es ist der Höhepunkt des Werkes. Mit Nichten aber fallen die folgenden Sätze ab, vielmehr weiß Verdi gerade durch die reiche Abwechslung den Hörer bis zum letzten Tone zu fesseln. Das Offertorium „Domina Jesn“ wird in wirksamem Gegensatz zum Vorangeganaenen nur von Solostimmen gesungen, die Einrelgesänqe umspielt ein iüßer Wohllaut des Orchesters. Die Solostellen des Werkes können vielfach den Opernkomponisten nicht verleugnen, die blühende Melodik des Südländers tritt uns immer wieder entgegen, fo ernst auch im Ganzen die Musik an den Wortinhalt sich cutte nt. Von großer Lebhaftigkeit ist der achtstimmige Lobpreis des Allerhöchsten im „Sanctus“, das ganz eigenartig sick ab- hebt, von einem mächtigen „Hosanna in excelsis“ abgeschlossen. Tiefsinnig, wie ein Gebet erklingt das „Agnus Dei“ des Chores und das „Lux aeterna“ der Solostimmen. Das^,Libsra me“ faßt alle Gedanken des Requiem in Wort und Ton kurz zusammen und schließt mit einer groß angelegten Fuge, die sanft und voll Ergebung ausklingt. — Die Gesamtwirkung des Werkes ist eine gewaltige, seine musikalischen Schwierigkeiten sind so groß, daß nur geschulte Chöre ich an das Werk wagen können. Möge unserem wackeren Oratorienverein ein voller Erfolg nickt fehlen!
][ Im Verein der Hundefreunde wird am Donnerstag abend 8‘/i Urne im Restaurant Lmdevhof Herr Redakteur Max Utb einen Licktbildervortrag über „Land und Leute in Deutlch-Südwestafrika" halten.
» Meisterprüfung. Bei der gestrigen Meldung über die Metsterprüiung der Fleischerinnung ist ein Fehler unterlaufen. Nicht Herr Fritz Lühn, sondern Herr Franz Malkmus aus Hünfeld bestand die Prüfung.
2. Blatt.
Brad der fhtibaer Jctienmcaei i» Silbe.
Vermischtes.
* 28 Jahre fahnenflüchtig. Der seltene Fall, datz ein Deserteur nach seinem eigenen Geständnis 28 Jahre hindurch fahnenflüchtig war, um sich seiner dienstlichen Verpflichtung zu entziehen, aber nicht bestraft werden kann, beschäftigt die Berliner Mitt- tärgcrichte. Im Jahre 1884 wurde der „Rekrut Münch, der jetzt 49 Jahre alt ist, zum Militär ausgehoben und sollte als Rekrut in ein Infanterieregiment eintreten. Obwohl er an Epilepsie litt, patte man ihn damals für diensttauglich befunden Munch befürchtete jedoch, er würde infolge seines leidenden Zustandes die Strapazen, die der militärische Dien mit sich bringt, nicht überstehen und floh naa, A m erika. Fünf Jahre spater erhielt er dort das 9t-" ra-rr-cht Rach achtundzwanzigiahrigem Aufent- b.iL Tni'ctts des Ozeans fuhr er wieder nach Deutsch land zurück. Er glaubte, sein Vergeben sei inzwischen längst verjährt und rechnete nicht damit, daß der hinter ihm erlassene Steckbrief von der Militär»
£ofaks.
Fulda, 12. März 1913. I
# Verliehen wurde dem Bürgermeister Bey zu Ehriftenrove L Str. Ziegenhain vas Allgemeine Ehren. I «id)tn, dem Korpsarzt des 11. Armeekorps Dr. I Brügger daS Komthurkreuz 2. Klasse deS Herzogt. I Sächs. Ernestinischen HauSorvenS.
In der gestrigen Monatsversammlung des lach. kaufmännischen Vereins, die sehr gut besucht I war, wurden die Jahresberichte der einzelnen I Verwaltungen abgehört. Den Reigen eröffnete Herr I Oberlehrer Goebel, der als Präses der Lehrlings- I Abteilung des K. K. V. vecht Erfreuliches zu berichten I hatte. Die Lehrlingsabteilung, die gegenwärtig 59 I Mitglieder zählt, steht in schönster Blüte; es herrscht I reges Leben und das Programm, das man sich gestellt hat, ist auch im abgelcmftnen Berichtsjahr voll zur I Ausführung gekommen. Mit der Ueberweifung von 15 Mitgliedern an den Stammverein konnte der Herr I Präses seine Ausführungen krönen. Damit war der I beste Beweis für die segensvolle Jugendarbeit ge- I geben. Im Ganzen hat die Jugendabteilung seit ihrem Bostehen nun schon 44 Mitglieder dem Stammverein zugeführt. — Der Kassierer der ört- I sichen Verwaltungsstelle der Krankenkasse des I Verbandes, Herr Ludwig Weisbecker, war in der I angenehmen Lage ein überaus günsftges Bild von I der Tätigkeit der Fuldaer Verwaltung zu geben. Die Mitgliederzahl ist von 72 auf 95 gestiegen. Einer Einnahme von 2360,45 Mk. stehen folgende AuS- Aaben gegenüber: Krankengelder 151,05 Mk., Kran- I kenhauspflege 91 Mk., Arzt-Honorar 553,50 Mk., für I Arznei- und Heilmittel 151,04 Mk., die Verwaltung 8er Kasse geschieht ehrenamtlich, sodaß die Verwal- I tungskosten <Porti usw.) nur 23,89 Mk. betrugen. Die gesamten Ausgaben beliefen sich auf 1374,80 Mk. Es wurde ein Ueberschuß von 1285,65 Mk. erzielt, Äcr an die Hauptkasse nach Hannover abgeführt tour» I de. Gewiß ein glänzendes Resultat. Es sei bei die. I fer Gelegenheit darauf hingewiesen, daß die Kranken- I kaffe des Verb. kath. kaufm. Ver. Deutschlands die I hefte und leistungsfähigste Kaffe der bestehenden I kaufm. Verbände ist. Neuerdings ist ihr auch eine I Fa m i lienkrankenkasse angegliedert worden. I -7— Aus denr Rechneschaftsbericht der Vergnu - I gungskommission, den Herr O. Schmitt! .erstattete, war zu entnehmen, daß der Verein neben I sder ernsten Arbeit auch die Pftcge der Erholung und I f Geselligkeit in angemessenen Grenzen nicht übersieht. ! Auch die Vergnügunqskommiffion hat gut gearbeitet I und ihre Aufgabe bestens gelöst. Es folgte nun der
Derickt der Vortragskommission, erstattet von Herrn Eduard Schmitt, der Zeugnis davon gab, daß auch dieses Feld zur Vertiefung des Wis- g stns und der Allgemeinbildung der Mitglieder fruchtbar bewirtschaftet worden ist. — Die Bibliothek, die von Herrn Gläser verwaltet wird, bat einen Bücherbestand von 235 Bänden. Die Benutzung war int abgelaufcnen Jahre nicht so rege wie früher, was Wohl auch auf die Einwirkung der Lesehalle- Bibliothek zurückzuführen sein dürfte. — Zum ; Schluss? berichtete Herr Albert Richter über die
V er e in s sp a r k a sse, die sich im abgelaufenen Jahr recht gut entwickelte und 20 neue Sparer heranzog. Die Berichte über den Stand der Vereins- taffe, der Sterbekasse und der Stellenvermittelung werden in der Jahresversammlung, die am kommenden Dienstag stattfindet, erstattet werden. Der stellvertretende Vorsitzende dankte allen Berichterstattern und Kommissionsmitgliedern für die vielen Opfer an Zeit und Arbeit, die sie im Laufe des Jahres dem Vereine gebracht hätten und bat auch um ihre künftige Mithilfe. In erster Linie galt sein Dank dem Leiter der Lehrlingsabteilung und den Herren, die ihm treu zur Seite gestanden; denn gerade in der Lehrlingsabteilung sei der Jungbrunnen der Vereins zu erblicken. Zusammenfas. send konnte der Leiter der Versammlung feststellen, daß der K. K. V. Fulda auch im abgelaufenen Jahre gut ^arbeitet habe; er forderte die Anwesenden auf, | auch in Zukunft treu zu den Idealen des Vereins und des Verbandes zu stehen. Das Gelöbnis der Treue U bestätigte ein kräftiges Hoch. Eingedenk der patrio- ‘ tischen Tage des lausenden Jahres nahm Herr Oberlehrer Goebel das Wort zu einer patriotischen An. spräche, in der er besonders auf die segensvolle 25» jährige friedliche Reaierungsarbeit des deutschen Kaisers hinwies, eine Friedensarbeit, die auch in erster Linie dem deutschen Handel zugute gekommen ist. In einem Hoch auf Kaiser und Vaterland, in daS : die Versammlung begeistert einstimmte, fand die 1 Treue zu Kaiser und Reich beredten Ausdrucks Noch sei hier gedacht der Vereinskapelle, die den Abend mit ihren Vorträgen verschönte. Im Lause ! des Abends schon nahm der Versammlungsleiter Veranlassung, den opferfreudigen Herren von der edlen Musika Anerkennung und Dank zu zollen für. die \ Mitwirkung bei den verschiedenen Anlässen im ab- ! gelaufenen Vereinsjahr; er sei auch an dieser Stelle ausgesprochen.
-i- Der Vorschntzverein zu Fulda, e. G. m. b. £>., hielt gestern abend im Kaiserhok seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden, Herrn Zimmermeitter Fritz, nahm Herr Mollenhauer ba8 Wort tum Geschäftsbericht. Er erwähnte, daß die gute Kon. junktur deS JadreS 1911 auch im verflossenen Jahre vorgehalten hätte, wenngleich auch die KriegSwirren in manchen Geschäftszweigen Stockungen bervorgerufen hätten. Im allgemeinen habe daS Geschäftsjahr, daS 51. des Vereins, einen guten Erwla zu verzeichnen. ES wurde nämlich ein Umsatz von 39 278 740,98 Mk. Regen 38222206,72 Mk. und ein Reingewinn von 30406,73 Mk. gegen einen solchen von 39 222,98 Mk. im Vorjahre erzielt. Die Haftsumme betrug am Ende des JahreS 976000 Mk. Das Gewinn- und Verlustkonto stellt sich auf 167994,05 Mk., die Bilanz schließt in Aktiven und Passiven mit 2877 079,27 Mark ab. Dem Vorstand und den Rechnungsrevftoren wurde die beantragte Entlastung erteilt. Herr Atzert, dessen mildtätige« Her, alljährlich bei der Gewinnverteilung einen be- sondern Wunsch für irgend eine Frage der Wohltätigkeit hat, bat die Versammlung, mit Rücksicht auf bie Guten Erfolge des Geschäftsjahres, dem Magistrat zur Unterstützung zweier bedürftiger Veteranen 50 M. Jur Verfügung zu stellen. Der Vorschlag wurde von der Versammlung mit so großem Beifall ausgenommen, daß sie über thn hinausgmg und auf Antrag deS Vorsitzenden 10» Mark türvierunterstützun,Sbedilrft,ge Veteranen bewilligte. Die Verteilung der Restsumme des Reingewinns wurde auf Beschluß deS Vorstandes und des AussichtSrateS genehmigt und zwar wie folgt: 13 590,65 M. für 5°/0 Dividende von 271 813 M. dividen- denderechtigtenMitgUederguthaben, 3278,67 M. für Zu« lchreibung zum Reservefonds, 4200 M. tüt Zuschreibung rum Superreservefonds, 4500 M. für Zuschreibung zum
Amt Leisa und Umgebung.
* Geisa, 11. März 1913. Der 100jährige Gedenktag der Stiftung des Eisernen Kreuzes wurde hier gefeiert mit Böllerschüssen, gemeinschaftlichem Kirchgang des Kriegern er eins, Festgottesdienst mit Te Deum, Konzert auf dem Marktplatz, Fackelzug und Kommers. — Während bisher die Staatsregierung wiederholt zahlreiche Lehrer aus anderen deutschen Staaten für den Weimarischen Volksschuldienst an- | nehmen mußte, um den Lehrermangel decken zu können, haben in diesem Jahre an den Landesleh- rerseminarien 49 Abiturienten die Reifeprüfung bestanden. Diese Zahl dürste genügen, um die erledigten Lehrerstellen zu besetzen.
• Geisa, 11. März 1913. Stuf eine Eingabe des deutschen Handelstages wegen ungenügender Vertretung von Industrie und Handel in den ersten Kammern an die Regierung der Bundesstaaten ist jetzt vom Grotzherzoglich Sächsischen StaatSministeium folgendes Schreiben ein- gelaufen: „In dem Landtagswahlgesetz für das Groß. Herzogtum Sachsen vom 10. April 1909 ist bereits bestimmt, daß ein LanötagSabgeordneter in die Han- de l S lammet für daS Grotzherzogtum gewählt wird. Die unS mit dem Schreiben vom 27. Februar 1913 mit der Bitte um Beachtung übersandte Erklärung des deut- scheu Handelstages betreffend ungenügende Vertretung von Industrie und Handel in den ersten Kammern der meisten deutschen Bundesstaaten ist daher für daS Groß- Herzogtum Sachsen gegenstandslos." _ _
♦ Geismar, b. Geisa, 11. Marz 1913. Der Landwirtschaftliche Verein Geisa und Umgebung hielt hier am Sonntag seine Frühjahrsversammlung ab. Dies, mal waren praktische Landwirte die Hauptredner. Herr Heller-Seeleshof sprach in eingehender Weise über Viehzucht und -fütterung. Herr Mötzung-Otz- bach berichtete über die Erfolge, die er mit einem Haferversuchsfeld sowohl hinsichtlich der Düngung mit Kunstdünger, als auch des Ertrages an Körnern und Stroh gemacht hatte. Seine Erfahrungen haben zu dem Ergebnis geführt, daß unter den drei von der Landwirtschaftskammer zum Versuch zur Bersügung gestellten Hasersorten: Leutewitzer, Gold- Regenhaser und Pettkuser Haser, letzterem der Vorzug zu geben sei, und daß von den künstlichen Düngemitteln: Schwefelsaurer Ammoniak, Thomasmehl und Ammoniak-SuperphoZpbat, die zur Verwendung kamen, letzteres die besten Erträge lieferte.
* Kaltensundheim, 11. März 1913. Der Rin d- viepzuchtverband im Weimarischen Rhönge- biet hielt hier seine diesjährige Generalversammlung ab, zu der sämtliche Herdbuchvereine des Bezirks ihre Vertreter entsandt hatten. Dem Jahresbericht ist sol- gendes zu entnehmen: Dem Verband gehören 9 Herdbuchvereine mit 675 Mitgliedern, ferner gehören die Bullenhaltungsgcnoffenschaften in Bremen, Dermbach und Reichenhausen mit zusammen 251 Mitgliedern dem Zuchtverband an, sodaß dieser insgesamt über 926 organisierte Züchter verfügt. Obgleich außer dem Herdbuchvcrcin Unterweid die Vereine erst auf eine seit 5 Jahren planmäßig betriebene Zucht zurückblicken, war das Zuchtmaterial, besonders das der Sammlungen mindestens als gut zu bezeichnen. Wobl
Ans Gbnheffen u. Öen fteff. Aemtern.
* Marburg, 11. März 1913. Am 29.. d. M. wird sich der K r e i' s t a g mit folgenden Punkten befassen: Nachtrag zum Reglement Mr. die Anstellung und Versorgung der Kreiskommunalbeamtcn des Kreises Marburg vom 31. März 1910. Feststellung des Voranschlages über Einnahmen und Ausgaben des Kreishaushalts für das Rechnungsjahr 1913 und des Voranschlags über die Betriebseinnahmen und Ausgaben der Marburger Kreisbahn für das Rechnungsjahr 1913 sowie des Voranschlags bezgl. des Kreis- steinbruchs für das Rechnungsjahr 1913. Umgemein- düng zweier Grundstücke durch Austausch zwischen dem Gemeindebezirk Marburg und dem Gutsbezirk Oberförsterei Marburg. Wahl der Vertrauensmänner zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen für das Jahr 1914. Neuwahl von Schiedsmannern in den Schiedsmannsbezirken Wetter, Oberrosphe, Unterrosphe, Mellnau, Mcderwetter, Gisselberg, Niederweimar, Oberweftnar, Germershausen, Kehna, Haddamshausen, Cyriaxweimar.
♦ Kirchhain, 11. März 1913 Endlich ist das neue Projekt der Ohm-Regulierung vom Minister unterzeichnet worden. Durch diese Regulierung der Ohm soll die schädliche Ueberschwemmung in den Sommermonaten beseitigt werden._
n Stausebach (Kr. Kirchhainl, 11. Marz 1913. Unter der Teilnahme des ganzen Dories wurde hier am Sonntag abend die vaterländische Gedenkfeier abgehalten. Unter dem Getute der Glocken zogen dir Kinder und Vereine mit ihren Angehörigen auf den über dem Dorfe gelegenen sogen. .Hab", von dem man die ganze Ohmebene übersehen kann. Am Tage vorher war schon ein Holzstoß hier aufgertchtet wor- den, zu dem alle Ortseingesessenen beigesteuert hatten; dieser wurde jetzt angezündet. Böller krachten weithin in da? Tal hinab, deren Widerhall bei der reinen Adendluft sich wie ferner Kanonendonner anhorte, einer patriotischen Ansprache und durch Gedichtsvorträge wurde auf die Bedeutung der Jahrhundertfeier hingewiesen. Freudig stimmte die Menge am Schluffe der R-'de in da? Lied: .Deutschland, Deutschland, über alle? :e." ein. Auch der Gesangverein trug zwei paffende Lieder vor. Gegen 9 Uhr zerstreute sich die Festversammlung, die Vereine aber kamen tn der Gastwirtschaft Pfeffer zu einer Nachfeier jammern
* Ziegenhain, 11. März 1913. Der auf 375 690.94 Mark festgestellte KreishauShaltS-Voranschlag für 1913 weist in den Einnahmen des Haupt-Voran- fchlagS folgende Hauptposten auf: KreiSabgaben und Gebühren 106 155.13 M„ Dotationen 3157b 21 JUL, Beitrage und Erstattungen 7223.85 Mark. Die Ausgaben verzeichnen u. a. folgende größere Joften: Verzinsung und Tilgung der KreiSschulden 23 700 M., KreiSverwaltungSlos! en 14589 40 M., Ausladen für Verkehrsanlagen 47800 M., Bezirks,ieiiern 24326 M, Kosten der außerordentlichen Armenpflege 13 83144 Akt. und Uebetroeifnngen an die bewnders verwalteten Fonds 11562.48 Mark. Für den Fonds zur Förderung landwirlschaftlichrr Interessen sind 8181.50 Mk. em- gestellt. Die Ausgaben verteilen sich u. a. wie folgt: Beihilfen zur Beschaffung von Gemeindezuckttbullen und Unterhaltung der Zuchtstationen 1500 M , Beihilfen an die Schwalm«- und Simmentaler Zucht- genossen,chaft mit je 500 Mark und bis zum Betrage von 1000 Mark jährlich an den landrotrsschaftltchen KreiSvrtetn zu den Unterhaltungskosten der Kieis- Junqviehweide auf der Struth (Domäne Schafhof), zusammen 2500 Mark und für die landwirtschaftliche Winkerschule dahier 3481.50 Mark.
* EbSdors, 11. März 1913. Dem Schäfer Ermen- traut, der sein 25jahriges Jubiläum beging, wurde von den Schafhaltern aus diesem Anlaß ein Ruhe- I fessel geschenkt.
I * Geismar (Kr. Fritzlar), 11. März 1913. Der Bürgermeister Kleinschmidt hier hat sein Amt bereits mehr als 30 Jahre verwaltet und man war mit seiner Amtsführung recht zufrieden. Bei der ?estrigen Bürgermeisterwahl fielen im 1.
öahlgange 7 Stimmen aus Kleinschmidt, 6 auf I Louis Ritte und eine Stimme auf einen anderen Einwohner. Bei der Nachwahl cihiclt Landwirt Louis Ritte 8 Stimmen, während der bisherige Amtsinhaber nur 6 Stimmen erhielt. Herr Ritte ist I somi gewählt.
Beamten-, Witwen» und Waisen-PensionSkondS, 4200 Wart für Zuschreibung zum Delkredere-Konto und 537,41 Mk. für Zuschreibung zum Immobilien- ReiervefondS. Einschließlich dieser Zuschreibungen bat sich daS Vereinsvermögen auf 534 598,97 Mark erhöht. Die Zahl der Mitglieder des Vereins beträgt 932. Da Herr Pius Kramer die bei der letzten Gene- ralversammlung auf ihn gefallene Wahl zum Mit- gliede deS Aufsichtsrates oblehnte, wurde Herr Maler- meister Wilhelm Wehner gewählt, der die Wahl annahm.
V Der Verein siir Naturkunde hielt gestern seine Generalversammlung ab. Aus dem Bericht des Schriftführer? ist hervorzuheben, daß der Mitglieder- zugang verhältnismäßig gut war. Auch der Be- richt des Rechnungsführers gab ein erfreuliches Bild. Durch Zuruf wurde der seitherige Vorstand wiedergewählt. Mit den Vorbereitungen für die Festschrift zum 50jährigen Jubelfeste am 13. März 1915 soll schon jetzt begonnen werden. Die nun folgenden Demonstrationen boten recht viele interessante Einzelheiten. Herr Denner zeigte mehrere in unserem Gebiete neu auftretenbe Pflanzen, die infolge des gesteigerten Verkehrs oft aus weiter Ferne eingeschleppt sind; am auffallendsten unter diesen „Eindringlingen" ist die bei Fulda und Hünfeld neuerdings be- obachtete o st a s i a t i s ch e Kamille. Herr Hübner erfreute die Versammlung durch eine ganze Anzahl interessanter Präparate, unter denen eine mumifizierte Hausratte, ein Alraunmännchen und verschiedene Dünnschliffe besondere Beachtung verdienen. Zum Schlüsse verwies Herr Prof. Vonderau auf zwei im letzten Jahre erschienene Abhandlungen, die geologische Verhältnisse der Rhön betreffen: Der Straßburger Universitätsprofessor D r. Bücking spricht in der Zeitschrift der deutschen geolog. Gesellschaft „über vor- und nachbasaltische Dis- lokationen und die vorbasalt. Land- obersläche in der Rhön", Dr. Gachot- Stratzburg publiziert hu Jahrbuch der Kgl. Preuß. Geol. Landesanstalt „D i e v u l k a n i s ch e n Tr ii rn- mergesteine von Schackau in der Rhön." In einem längeren Referat legte Herr Vonderau die Bedeutung der beiden Arbeiten für die geol. Erforschung der Rhön näher dar.
Zs Kreißkriegerverband. Die vom Verband am vergangenen Sonntag an sieben Orten für sämtliche Krieger vereine deS Steife? veranstalteten einfachen Gedenkieiern verbunden mit aufklärenden Vorträgen über die geplant« F t n a n z r«s o r m deS Kriegerbundes nahmen all« einen sehr anregenden Verlauf. Besonders wohl vorbereitet und durchgeführt war die von Herrn Oberförster Daniels int Verein mit Herrn Pfatter Sctleichert für die Verein« Mittel- und Niederkalbach veranstaltete Feier. Ueberall zeigte sich, nach anfänglichem Widerstreben, das Verständnis der Verein« für bie Notwendigkeit deS kleinen von ihnen begehrten GeldopferS. , So konnte im festlich geschmücklen Hofenfeld, wo die Vereine des Vogelsberges versammelt waren, am Schluffe der Versammlung, bie durch das Erscheinen des Herrn Land- rateS delonderS geehrt wurde, Herr Pfarrer Kienemund dem Vorsitzenden d«S KreiSverbandeS Herrn Dr. Pfeiffer-Fulva versichern, daß alle Anweienden, durch den Dortrag belehrt, für die geplant« Erhöhung brr j Beitrag« stimmen würden.
1*1 Schöffengericht. Der 43jahrige Handelsmann ! A. M. N. von hier hatte einen S rafbefehl von
6 Mark erhalten, weil er am Vortage des Februar- ViehmarkteS beim Viehausladen Tiere wiederholt betastet und dem Verbot deS bett. Assistenten nicht Folge geleistet hatte, wogegen «r gerichtlich« Ent- fcheidung beantragte. Der Beamte erklärt«, daß gerade an jenem Tage zahlreiche Handelsleute sich äußerst ungebührlich ihm gegenüber benommen hätten und mehrere zur Anzeige gebracht seien. Das Gericht schloß sich dem Ant age des AmtSanwalleS an und verurteilte N. zu einer Geldstrafe von 10 Mark. Nach den §§ 77 unb 82 der Eisendahn-Bau- und Betriebsordnung ist daS Handelstreiben auf der Bahn- Hof Sramve strengstens verboten; hierzu gehört auch daS Betasten der Tiere. Der Angeklagte will jedoch gegen daS Urteil Berufung einlegen. — Ein 27jähriger 'Maurer in Hettenhausen war der Unterschlagung angetlagt Er betrieb 1911 hier ein Geschäft in Dauerwäsche u. bergt, legte sich u. a. auch auf ben Verkauf von Grammophonapparaten. Von diesen soll er sich eine Anzahl rechtswidrig zugeeignet haben. Der Angeklagte geriet bald in Konkurs. DaS Gericht verurteitte ihn wegen Unterschlagung zu einer Geld- stra'e von 40 Mark bezw. zu 5 Tagen Hast.
0 Die Landwirtschaftliche Winterschule zu Fulda versendet ihren 23. Jahresbericht für das Schuljahr 1912/13. Darnach betrug die Zahl der Schüler in diesem Wintersemester 41, ein Beweis, daß unsere Landwirte immer mehr zu der Einsicht kommen, daß eine gründliche Fachbildung heute zu einem gedeihlichen Betriebe der Landwirtschaft unentbehrlich ist. Von den 41 Schülern stammen 18 aus dem Kreise Fulda 11 aus dem Kreise Hünfeld, 8 auS dem Kresse GerSfeld, 3 aus dem Kreise Schlüchtern, 1 aus dem Kreise Wirsitz. 33 Schüler waren katholisch, 8 evan- gelisch. Die Anstalt wurde seit ihrem Bestehen von 705 Schülern besucht, von denen einschließlich der Schüler der diesjährigen Oberklasse 317 eine vollständige Ausbildung erhalten haben. Das Lehrer- kollegium besteht außer dem Direktor aus 8 Lehr» I haften. Die öffentliche Schlußprüfung findet am Mittwoch den 19. d. M. von 10—12 Uhr statt. - Dem Jahresbericht ist eine Abhandlung über die Behandlung des Stalldüngers beigefiigt.
|l- DaS Requiem von G. Verdi wird der Ora- torienverein .Cäcilia" hier am Palmsonntag (7 Uhr) zur Aufführung bringen, zum ehrenden Ge- dächlnis beS italienischen Komponisten, besten 100. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr« begeht. I Wenn auch die wahre Größe dieses MeinerS — rote die seines Altersgenossen von 1813 Richard Wagner — auf dem Gebiet der Oper liegt, fo bat et doch I vieles andere von bleibendem Wert geschaffen, und jein großes Requiem ist es, von dein Gernsheim saat, daß .dieser Tonschöpfung eine Warme und Erfindungskraft inneroohnt, die der Seel« eines gott- I begnadeten Genie? entsprungen, dem Werke für I immer einen Ehrenplatz unter den besten Erzeugnissen dieser Geltung sichern.« — Da? Werk, für Chor, ein Soloquartelt unb großes Orchester I geschrieben, gliedert sich in die sechs Teile der I Totenmesse, von denen daS »Dies irae , Sanctus I unb der Schlußteil, das „Libera tue* bie muntaltfa) I bedeulsamften find, geroaltLe Eft Mätze, das Sanctus sogar 8 stimmig in zwei getrennten Chören, ergreifend I in den eingelegten Solo-Abschnitten, Duos, Terzetten und Quartetten, die, oft in Begleitung de? ChoteS, die herrliche Melodik des Werkes,erhöhen. Ter erste I Dell, Requiem und Kyrie, b-ginnt nach wenigen Vorspiel-Takten in zartestem Ptamfsimo und versetzt I den Höret sofort in em« weihevoll« Stimmung. DaS