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*$♦ Fuldaer Leitung.

2. Blatt.

»rwff der cmbcet »ditHtntcttrti in Sitte

DMMSL'7- 7.

Lokaler.

Fulda, 11. März 1913.

# Personalien. Landrichter Kramer wurde von Adln nach Frankfurt a. M. versetzt. — Zu Gerichts« assefsore» im Oderiandesgerichlsbezirk Frankfurt a. M. wurden ernannt die Referendare Dr. Henkel und Bartmann.

-T- DaS Kgl. Gymnasium zu Fulda wurde im Schu'- jahr 1912/13, über das soeben der Jahresbericht «schienen ist, von 407 Schülern im Sommerhalbjahr und von 408 Schülern im Winterhalbjahr besucht. Von den am 1. Februar 1913 vorhandenen Schülern waren 329 katholisch, 64 evangelisch, 15 jüdisch; 388 waren Preußen, 20 nichtpreußische Staatsangehörige. Ans dem Schulort selbst stammten 190, 218 waren von außerhalb. An der Anstalt unterrichteten außer dem DireUor noch 22 Lehrkräfte. Aus der Geschichte der Anstalt ist hervorzuheben, daß anstelle des ver­storbenen Pfarrers Hattendorfs der Kandidat des höheren Lehramts Alfred Schäfer mit der Erteilung des evang. Religionsunterrichtes beauftragt wurde. Oberlehrer Kuepper, der seit Ostern 1906 dem Lehrer­kollegium angehört hatte, wurde am 1. Juli nach Duisburg-Ruhrort versetzt und an seine Stelle Ober­lehrer Dr. Willms von dort hierher berufen.

Q Geblauchsmusterschutz ist unter Nr. 544 149 Herrn Otto Lellau in Neuhof, Kreis Fulda,, für eine unverlierbare Hutnadelücherung erteilt worden.

Statistik des Standesamtes. Im Monat Februar wurden 7 Aufgebote erlassen, und 4 Ehen gefchlosten. Im ganzen wurden 54 Geburten angemeldet (25 männliche und 29 weiblichen Geschlechts.) Hiervon waren Lebendgeborene 20 männl., 27 roeibL Tot­geborene 3 männl., 2 weibl. Aus Neuenberg, Lehnerz und Ziehers entfallen 3 männl, und 0 weibl. Ge­burten. Im Bezirke der Stadt Fulda starben 11 männl, und 21 weibl. Personen. Hiervon entfallen aus das Landkrankenhaus 5 männl, und 3 weibl Orts­fremde. Außerdem starben in Neuenberg, Lehnerz und Ziebers 0 männl, und 3 weibl. Personen.

Schöffengericht. Ein 19jähriger Maurer auS Dirlos wird wegen Diebstahls einer Axt mit 2 Tagen Gefängnis bestraft. — Ein 19jähriger junger Mann von hier machte sich in animierter Stimmung nachtS das Vergnügen, mehrere Fensterscheiben mutwilliger Weise einzuschlagen. Diese vorsätzliche Sachbeschädi­gung muß er mit 9 Mark Geldstrafe büßen. — Drei Gastwirte von hier hatten gegen Strafbefehle in Höhe von 30 Mark wegen Uebertretung der ministeriellen Verordnung bett. Listenführung über Angestellte im Gastwirtsgewerbe und wegen Nichtgewährung der gesetzlichen Ruhepausen gerichtliche Entscheidung bean» »tragt. Tas Gericht verurteilte jeden der Angeklagten zu einer Geldstrafe non 5 Mart.

F Die gestrige Monatsvrrsammkung des Garten« banvereins in der „Harmonie", zu der 110 Mitglie­der und 37 Damen sowie die Schüler der landwirt­schaftlichen Winterschule erschienen waren, wurde durch einen patriotischen Gedcnkakt eröffnet. Der Vorsitzende, Herr Lehrer a. D. Sell, hielt eine An­sprache, in der er der Ereignisse vor hundert Jahren gedachte. In einer außerordentlich anziehenden Plau­derei sprach dann der Vorsitzende über die Königin der Blumen, die Rose. In bilderreicher Sprache ließ der Redner die Lieblingsblume in Geschichte und Poesie am geistigen Auge vorüberziehen. Er erinnerte an die am Osterfeste vom Papste geweihte goldene Rose, an die Rosen der hl. Elisabeth und an die einst­mals so berühmte Rosensammlung in Kassel. Die Rose, die auch eine große gärtnerische Verwendbarkeit habe, sei leicht anzupflanzen in großen, kleinen und kleinsten Gärten, ja sogar in Töpfen. In unserem Vaterlande sei die Rosenzucht hoch entwickelt, alle Varietäten, die herrlichsten Farben seien vertreten. Auch in der Toilettenkunst und der Heilpflege spiele die Rose, bezw. das aus ihr gewonnene Rosenöl und Rosenwasser eine Rolle. Im Herbste geben uns die Rosen zum Abschiede die von den Hausfrauen so ge­schätzten Hagebutten. — Herr Lehrer Agricola berichtete über die am Samstag vorgefichrten Schieß­versuche mit Romperft C. Die Kosten solcher Spren­gungen wurden als nicht zu hoch befunden, da der­artige Arbeiten in seitheriger Weise ausgeführt, teurer kämen. Herr Agrieola sprach dann noch über die Be­handlung der Zimmerpflanzen. Das in anbetracht der anwesenden Damen sehr angebrachte Thema fand dankbare Zuhörer. Die gewohnte Verteilung von Blumenstöcken an alle Anwesenden bildete den Schluß der Versammlung. Angemeldet haben sich vier neue Mitglieder.

.*. Meisterprüfung. Heute vormittag legten vor der. Prüfungskommission der hiesigen Metzger­innung folgende Gesellen ihre Meisterprüfting mit Erfolg ab: Philipp S ch e r p f-Fulda (beschäftigt bei Franz Kramer), Georg Hennin g-Fulda (Jean Schnarr), Joseph Achtziger- Kohlhaus (Brand- Kohlhaus), Fritz Lüh n-Hünfeld (selbständig) und Adolf K a u f h e r r-Hünfeld (selbständig).

Katholischer Student und katholisches Korporationsstndententnm.

Wieder einmal ist die Zeit der Reifeprüfungen an den höheren Schulen Deutschlands herangerückt und nur eine kurze Spanne Zeit trennt den Abitu­rienten nach bestandenem Examen von dem Augen­blick seines Eintritts in das akademische Bürgertum. In welche Musenstadt er auch immer seine Schritte lenkt, eine neue Welt tut sich vor ihm auf, er lernt spezifisch studentische Einrichtungen kennen, die ihm als Schüler unzugänglich waren: ich meine das KorPoratwnZstudententum und insbesondere für den angehenden katholischen Akademiker das katholische Korporationsstudententum.

Es ist nicht meine Absicht, längere Ausführungen über die Ideale des katholischen Korporationsstuden- tentums zu machen. Darüber ist schon so vieles Gute und Schöne gesagt und geschrieben worden, baj) es sich erübrigt, an dieser Stelle noch einmal daraus einzu- gehcn. Eine andere Frage, und zwar eine in unserer Zeit aktuelle Frage ist es, die den katholischen Abi- turienten in kurzer Zeit zur Stellungnahme zwingt. Ich meine: die Duellfrage und das Mensur- tv e s e n. Nichts dürfte doch eigentlich dem kaiholi- ,chen Studenten, soweit er überhaupt noch Anspruch vus sein kathoUches Glaubensbekenntnis macht, klarer sein, als seine Stellungnahme zur Duellfrage. Die Ki r ch e, zu der er sich bekennt, verwirft ausdrück­lich das Duell und dieses Duellverbot der Kirche ist doch eigentlich nichts anderes als eine Ausführungs- vestimmung des 5. Gebote Gottes: „Du sollst nicht töten." — Ich denke, dem Katholiken und insbeson­dere dem katholischen Studenten dürften in seiner Stellungnahme zur Duellfrage keine Zweifel begeg-

_ lind gerade die Duellfrage darf unter keinen ^wständen für den katholischen Akademiker eine Ne­bensächlichkeit fein; sie ist eine Prinzipienfrage aller­en Ranges, und je früher er dazu Stellung

** Pilgerzug. Wer an dem Freiburger Pilger­zug nach Rom im nächsten Monat teilzunehmen gedenkt, wolle feine Anmeldung beschleunigen, da kommenden SamSlag, den 15. d. M. die Meldefrist ab- läutt. Wir weisen hin auf den Artikel in unserer Zeitung Nr. 52 vom 4. d. M., Blatt 2, Seite 2.

" Für das Spenglerhandwerk findet die Früh« jahrS-Gesellenprüsung am 21. April statt. Die Anmeldungen hierzu müffen bis zum 26. März bei dem Vorsitzenden der Prüfungskommission, Herrn Spenglermeister Kalb, Petersbergerstraße 7, erfolgt fein. Später eingereichte Meldungen können nicht mehr berückst btigt werden.

---- Die Aussperrung im Malergewerbe die in vielen Städten oes deutschen Reiches in den letzten Tagen infolge der Beschlüsse des Hauptverbande» der Arbeit­geberverbände im Malergewerbe erfolgte, hat im Frankfurter Bezirk doch nicht den Umfang genommen, den man ursprünglich befürchtete. Von 17 Lohn­gebieten haben nur acht ausgesperrt, nämlich Raffel, Darmstadt, Hanau, Mainz, Offenbach, Höchst, WormS und Frankfurt mit zusammen 1370 Ausgesperrten.

Lk GeMgelzuchtftattone«. Nach einer Veröffent­lichung der Landwirtschaftskammer in Raffel bestehen im Kreise Fulda Hühnerzucht st ationen beim Werkmeister Jos. Odenwald in der Hornungsmühle, bei den Landwirten Joseph Greb in Finkenhain bei Dipperz und Huck in Hattenhof sowie bei den För­stern Krämer in Lehnerz und Ehl in Schletzenhausen für rebhuhnfarbige Italiener und beim Werkmeister Jäger in Fulda für gelbe Orpington, Enten­zuchtstationen der Raffe Aylesbury beim Do- mänenpächter Kersten in Maberzell und beim Mol­kereileiter Sauer in Langenbieber, eine Gä n sr- zuchtstation beim Bürgermeister Vieth in Lan­genbieber und eine Taubenzucht st ation beim Landwirt Goldbach in Langenbieber.

». Die Ueberweifung von Pensionen, Witwen- und Waisengeldern, Witwen- und Waiimrenten, Warte­geldern und im voraus zahlbaren Unterstützungen und Erziehungsbeihilfen kann nach einer Verfügung der kgl. Regierung zu Raffel innkrhalb deS deutschen Reiches im Wege desPostanweisungSverkehrS ohne Monatsquittungen erfolgen, sofern die Zahlung an die Bezugsberechtigten selbst — nicht an einen dritten zu leisten ist. Bei Waisengeldern gilt die witwenderechsigte Mutter als bezugsberechtigt. Gleich­zeitig wird zur Erleichterung deS Zahlungsverkehrs und zur Vermeidung größerer Barbestände in eigener Verwahrung darauf aufmerksam gemacht, daß diese Bezüge sowohl im Reichsbankgiroverkehr, als auch im Post-Ueberweisungs« und Scheckver­kehr durch Uederweisung auf daS eigene oder auf rin fremdes Giro- bezw. Scheckkonto geleistet werden können. Die Zusendung, Giro- oder Postüberweisung erfolgt jedoch nur auf schriftlichen Antrag deS Bezugs­berechtigten hin. Formulare für diese werde» von den zahlenden Raffen unentgeltlich verabfolgt.

B. ReiKSbnnkverkebr 1912. Bei der Reichsbankstelle Fulda mit den Unteianftalten Alsfeld, Geln­hausen, Hersfeld und Lauterbach waren am Schluffe des Jahres 1912 153 (147) Kontoinhaber ein­getragen. Der Geschäftsumsah in Einnahme und Ausgabe stieg von 417220300 M. im Jahre 1911 auf 446154800 Mark. Hiervon entfallen 346404700 Mark (321640 100 M.) aus den Giro- und Anweisungsverkehr, 84921000 M. (83615 900 M.i auf den gesamten Wechsel« und Scheckverkehr, 14829100 M. (11964300 M.) auf den Lombardverkehr. Auf Girokonto wurden ver- etnnahmt zusammen 172086745 M. (159 953314 M.), verausgabt 272 455971 M. (159821494®!), so daß am 31. Dezember 1912 ein Bestand von 802901 Mark (1172127 M.) vorhanden wat. Die Höhe der Giro« ubertragunaen stellt sich beim Zugang auf 56630248 Mark ,54326188 57!.), beim Abgang auf 6^832233 M. (53027909M.). Im Platzwechsel verkehr warzuBegtnn 6e$ Jahres ein Bestand von 4915(3 788) Stück über 4792 207 Mark (4085151) vorhanden. Hiertu tarnen 21325 (21621) Stück im Betrage von zusammen 24 400 988 M. (24 566 777), dagegen valetiert ein Abgang von 21 54V (20 4941 Stück über 24628395 M. (23 859 720 ,; es verblieb am Jahres­schluß ein Bestand von 4700 (4915) Stück = 4564801 M. (4 792 207). Der aus diesem Geschäftszweige erzielte Ge­winn beträgt 205732 Mk. (184 476), die durchschnittliche Anlage 4293000 M. (4296000). Ferner wurden 6928 (7239) VersandwechselimGesanndetragevon8539749 Mark (10008901) mit einem Gewinn von 41200 Mark (361 0) angekawt. Der am 1. Januar 1912 vorhandene Bestand von 2041 (1403) EtnzugSwechseln über 2 -24 075 M. (1143014) eriuhr einen Zugang durch Versand« wechsel und Schecks der anderen Bankanstalten einschl. der M. A. protestrerten und wieder zurückgejandten Einzugs- wechsrl von 17 560(17 092) Stüct in Höhe von 24 408 028 Mk. >26176716), denen ein Abgang von 17 491 (16454) --- 26 947 950 (24 995654) Mk. gegenübersteht. Bestand am 81. Dezember 1912 2104 (2041) über 2782161 (2324075) Mk. Durchschnittliche Anlage 1485000 ,1278000) Mk. Im Lombardverkehr wurden neu auSgellehen 1004 (857) Darlehen über 7383700 (5980800) Mk., zurück« gezahlt 853 >800) über 7445400 (59835-0) Mk. Bestand am 81. Dezember 1912 264900 Mk. — Darlehen aus Wertpapiere einschl. Wechsel — gegen 326600 Ml. im Vorjahre. Der hieraus resultierende Gewinn beträgt

nimmt, umso früher wird für ihn die „Duellfrage" gelöst.

Und weiter dürste es sich für den katholischen Abi­turienten verlohnen, einmal die Stellung des kacholi- schen Korporasionsstudententums innerhalb der deutschen Studentenschaft etwas näher zu be­trachten. Die traurigen Vorkommnisse sowohl im vergangenen Semester als auch in den letzten Jahren überhaupt, dürften manchen katholischen Studenten etwas zum Nachdenken veranlaßt haben. Ich erin­nere nur an den bedauernswerten Vorfall in Inns­bruck, ich erinnere ferner an die Ausschreitungen, die sich Angehörige eines schlagenden Verbandes im letz­ten Semester in Marburg, in früheren Semestern in München haben zuschulden kommen laffen, Ausschrei­tungen, die nur den einen Zweck haben, Einrichtun­gen der kathosischen Kirche in den Schmutz zu ziehen.

Wenn der katholische Student und insbesondere der katholische Abiturient, der demnächst in die Reihen der akademischen Bürger eintritt, sich diesen „Tat­sachen" nicht verschließt, dann wird er sich nicht ver­hehlen können, daß nur warme und echte Begeiste­rung für die katholischen Korporaüonsideale eine Wendung der Derhältniffe zum Befferen heröeiführen kann. F- H-

— Demselben zufolge. »Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht. Demselben zufolge trat der Verein am 2. August in sein sechstes Lebensjahr." Herrliches Kanzleideutsch, dem man noch immer, wenn auch nicht mehr allzuhäufig, begegnen kann. Weshalb denn nicht: .Nach ihm" oder: .Danach", oder deutlicher: ,AuS ihm (diesem) ergibt sich (ersehen wir), daß...-? Denn offen und ehrlich: ist der Jahresbericht die Ur­sache oder Veranlassung, daß der Verein in sein sechstes Jahr getreten tst? Man merke sich doch endlich ein­mal, daß .derselbe" sowohl wie .zufolge* gar zu leicht lächerlich wirken können. (Sprachecke des Allg Deutschen Sprachvereins.)

16350 (13053) Mr, die Größe eine? jeden Darlehens 7354 (6979) Mk. und die durchschnittliche Anlage 273 000 (236 000) Mk.

V Schuhmachergewerbe und Ledermarki. Man schreibt «ns: In der Lederbranche baden stch die Ver> hallniffe schwierig gestattet. Dem andauernd wachsenden Verbrauch in der Automobil-, Portefeuille- und Möbel- Industrie, dem ungeheuren Bedarf an Leder sür Treib­riemen und technisch« Zwecke steht fett langem ein un­gemein starker Rückgang an Schlachtungen im In- und Ausland aegenüber. AuS dieser Marktlage entwickelte sich eine Preissteigerung sür Rohhäute und fertige Leder; es sind di« Preif« der rohen Häute in den letzten 10 Jahren um mehr wie daS Doppelte ge­stiegen. Daraus ergibt sich, daß Schuhmacher und Sattler gezwungen sind, auch ihrerseits die Preise yi erhöhen. Es ist dringend zu wünschen, daß das Publi­kum dem schwer kämpfenden Schuhmacher- und Sattler­gewerbe einsichtsvoll begegne und die unvermeidliche Preissteigerung für Neuanfertigungen und Reparaturen bewillige. Auch möge man durch möglichst prompte Zahlungen die Existenzbedingung der Gewerbetrei­benden einigermaßen erträglich gestalten. Nur minder­wertig« Ware kann heutzutage noch zu den früheren Preisen geliefert werden, und wer solid« Arbeit und gute Qualitäten will, muß die in der ganzen Industrie herrschenden Berhättnifle anerkennen und berücksichtigen.

O Von der Eisenbahn. Infolge der vielen, in letzterer Zeit vorgekommenen V-Zugdiebstähle haben fämtliche Eifenbahndirektionen die Fahr- personale nochmals angewiesen, während der Fahrt der V-Züge, insbesondere auf langen Strecken, auf denen nicht gehalten wird, häufiger als bisher durch den Zug zu gehen und dabei auf die Sicherheit des Eigentums der Reifenden zu achten. Insbesondere ist angeordnet worden, daß daS Personal stch zu der Zeit, in bet die Mahlzeiten im Speisewagen statt- ftnben, nicht im Dienstabteil, sondern in den Gängen des Zuges aushalten und dabei hauptsächlich auf das in den Abteilen verbliebene Handgepäck der an den Mahlzeiten teilnehmenden Reisenden (ein Augenmerk richten soll.

(♦) Die Fußballspiele, welche für den Sonntag vom hessischen Kreis angefetzt waren, konnten infolge der schlechten Bodenverhältnisse nicht durchgesührt werden. — Die Fuldaer .Bor ifjia* hatte ein Gesellschafts­spiel gegen den Meister der 8-Maffe des Raffelet Bezirks, Fußballklub Göttingen 05, und gewann mit 3:2. — in Raffelet Ballspielklub .Spott' holte bei einem Gesellschaftsspiel mit den spielstarken Hanauer 94er ein gutes Resultat heraus, nämlich 2:2."

Amt Geisa und Umgebung.

(*) Geisa, 10. März 1913. Die diesjährige Ge­sellenprüfung der freien Maler-, Lackierer- und Anstreicher-Innung des IV. Verwaltungsbezirks findet am Montag den 31. März d. Js., vormittags 11 Uhr, in einem Neubau in Geisa statt. Die Teil­nehmer sammeln sich beim Herrn Obermeister Thier- gart. Anmeldungen mit einem festgeschriebenen Lebenslauf nebst den erforderlichen Lehr-, Schul- und Fortbildungsschulzeugnisten sind alsbald an den Ober­meister Thiergatt einzureichen, bei dem auch die nöti­gen Formulare zu beziehen sind. Die Prüflings« gebühr beträgt 6 Mark und ist ebensalls vorher an den Obermeister zu entrichten. Die Lehrherrn sind gemäß § 31 b der Gewerbeordnung vom 30. Mai 1908 verpflichtet, den Lehrling zur Prüfung anzuhalten.

* Vacha, 10. März 1913. Versetzt wurden die Bahnhofsvorsteher Beck von Vacha nach Erfurt und Möhlau von Lobenstein nach Vacha.

* Tiefenort, 10. März 1913. In der letzten G e- meinderatssitzung wurde beschlossen, daß das Wasterleitungsrohrnetz auf Straßen, die außerhalb des Ortsbebauungsplanes liegen, nicht ausgedehnt werden soll. Dem Gewerbeverein wurde zum Zwecke der Prämiierung von Lehrlingsarbeiten eine Unter« Sung von 30 Mark bewilligt. Von einem Ministe­erlaß, betr. Bewilligung eines weiteren Staats- zuschuffes von 2000 Mark zu den Wafferleitungsko- ften, wurde Kenntnis genommen.

Aus Gberhesien u. den Hess. Remtern.

△ Marburg, 10. März 1913. Die Jahrhun­dertfeier nahm hier einen prächtigen Verlauf. Sie begann mit einer Neveille der Jägerkapelle. Der Parade schloß sich ein Kommers der Kriegervereine in den Stadtsälen an. Auch in sämtlichen Schulen und Lehranstalten wurden entsprechende Gedächtnisfeiern abgehalten. Am Abend fand auf dem Marktplatze ein Festakt statt. Tas Rathaus und fämtliche um­liegenden Gebäude waren illuminiert. Herr Ober­bürgermeister Troje hielt eine Ansprache. Während der Feier wurde mit allen Glocken geläutet, der Kai- ser-Wilhelms-Turm auf Spiegellnst erstrahlte in ben­galischer Beleuchtung und von der BiSmarcksäule leuchteten die Flammen weithin ins Lahntal.

* Marburg, 10. März 1913. In der letzten Zeit waren hier wiederholt Schaufensterscheiben zerschnitten und zerkratzt worden. Obwohl die Spiegelscheiben- Versicherungsgesellschaft eine Belohnung auf die Er­greifung des "Täters setzte, gelang es nicht, diesen zu fassen. Jetzt ist ein Student nachts von einem Poli­zisten dabei abgesaßt worden, als et mittels eines Siegelringes eine Scheibe zerritzte. Es dürfte dem jungen Herrchen ein teurer Spaß werden! — Für Marburg und Umgegend ist die Errichtung einer Auskunfts- und Fürforgefleüe für Tuberkulose­kranke jeder Art geplant.

* Frankeuberg, 10. März 1913. In der letzten Stadtverordnetensitzung wurde der angeregten Um­wandlung der Bezirkssparkaffe in eine Kreisspa r- k ässe zugestimmt gegen eine Abtretungssumme von 52 959,83 Mk. Die Zustimmung erfolgte in der Er­wartung, daß sämtliche Reinerträge der Sparkaffe so­lange den Gemeinden des seitherigen Sparkaffenver­bandes allein zugute kommen, als die Sparkaffe Vöhl voni Kreise nicht übernommen ist. Weiterhin stimmte die Versammlung dem Magistratsbeschluß bei, für die Fifchereigerechtfame bet Stadt in der Eder vom Staate die Abfindungssumme von 10000 Mk. zu beanspruchen.

[:] Neustadt, 10. März 1913. Am Sonntag fand im Saale des Herrn Mann eine Versammlung des Volksvereins statt. Alz Redner war der bei den hiesigen Einwohnern von früher in bestem An­denken stehende Herr Pfarrer Sch litt- Mardorf er­schienen. Derselbe führte das Entstehen, die innere Organisation und das Wirken des vielgeschmähten Jesuitenordens den zahlreichen Zuhörern vor Augen und zeigte am Schluffe seiner trefflichen Aus- führungen das Lächerliche der Jesuitenangst, welche nicht nur weite Volksschichten, sondern sogar sonst ganz bernünftige Protestanten ergriffen habe. Be­dauerlich sei zwar der letzte Bundesratsbeschluß, aber „cs muß doch Frühling werden." — Am letzten Sonntage empfingen ungefähr 50 Kinder die erste hl. Kommunion. Herr Pfarrer Ebel hielt eine

58.

Dienstag U. Mir, W5.

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Bedeutung des Tages entsprechende Ansprache, wah-^ tenb die hehre Feier bei den versammelten Gläubigen einen erareifenben Eindruck hinterließ.

♦ Osterfeld b. Aüendorl, 10. März 1913. Gestern morgen brannte das Dctonomiegebäube mit An­wesen, Ställen und Scheunen, nebst Mobiliar und' Erntevorräten des Gastwirts Jakobi dahier vollständig nieder.

* Neukirchen, 10. März 1913. Bei der Molke­rei-Genossenschaft betrugen die Aktiva am Schluffe des Geschäftsjahres 1912 59 242,27 Mk., die Passiva 55 729,17, der Gewinn 3513,10 Mk. Die Zahl bet Mitgliebet betrug 206.

* Gudensberg, 10. März 1913. Eine etwa vor 100 Bürgermeistern und sonstigen Mitgliedern der Gemeindevertretung bei Kreises Fritzlar besuchte Ver­sammlung nahm Stellung zu bent Anschluß an bie staatliche Ueberlandzentrale. Es wurde mit« geteilt, daß der Rreisausschuß sich für den Anschluß erklärt habe. Man habe aber einstweilen davon Ad- stand genommen, den ganzen Kreis anzugliebern, man wolle zunächst nur den nördlichen Teil — bte, Gemeinden um Gudensberg herum und etwa bis Fritzlar-Geismar-Hadamar-Lohne anschließen. Die örtliche Lage der südlichen Gemeivden, die zum Teil sehr klein und isoliert lägen, sei der Anlage nicht günstig. Der Rreisausschuß werde aber den Wünschen auch der südlich gelegenen RretSorte auf Anschluß nach Möglichkeit Rechnung tragen. Allerdings müßten diese Gemeinden dann die entsprechenden Mehrkosten übernehmen. Trotz des einstweilen außer Betracht gelassenen AuSbaueS des Netzes >ür diese Gemeinden betrage die Summe des vom Kreis auszubringenben Baukapitals etwa Vi Million Mark; Ver.msung, Amorttsation, Unterhaltung bet Anlage usw. werde eine JahresauSgabe von 60—70000 Mk. verursachen, bas mache jährlich 3 Mark für den Kopf der Be­völkerung. Da die beteiligten Gemeinden etwa 11000 Bewohner zählen, würde sich deren Mindeft- leistunz auf zirka 33000 Mk. jährlich stellen. Da der Rreis den Strom zu 4 bis 6 Pfg. vom Staat bekommt, ist er in der Lage, ihn den Gememben zu etwa 22 Pfg. für Ltcht und 12 Pfg. für Kraft abzu­geben. Die Gemeinben würben bet beut jetzt üblichen Strompreis (45 Pfg. für Licht, 20 Psg. für Kraft- zwecke) gut abschneiben. Die Kosten bes Ortsnetzes,, die die Gemeinden befonbers tragen müffen (sie be­tragen etwa 18 bis 22 Mk. für jeden Einwohner), würden allo durch den Verdienst gut verzinst und amortisiert werden. Eine Umfrage bet den Gemeinde- Vertretern ergab, daß auf allseitige Beteiligung ge­rechnet werden darf, nachdem nunmehr die Kosten» frage geklärt fei. Der Haupttransfotmator, der den 60000 Volt haltenden Strom unter die Kreise Fritz­lar, Melsungen und einen dritten Kreis verteilt, würde etwa m Felsberg Ausstellung finden.

* Obetweimar, 10. März 1913. Telegraphenar- beiter fanden hier bei Erdarbeiten zwei Kanonen­kugeln. Sie rühren jedenfalls aus der Zeit des 30jährigen Krieges her, in dem unser Ort schwer zu leiden hatte.

* Fritzlar, 10. März 1913. Erft jetzt wird ersicht­lich, welchen Schaden der trockene Fro st, der vor acht Tagen einfetzte, in Feld und Gärten geschadet hat. Die Herbstaussaat, die sich in dem günsügen Winter recht gut entwickelt hatte, ist streckenweise fast g e s ch w u n d e n, die Felder zeigen leere Stellen und es scheint fast, als ob auch bte noch vorhandenen Pflanzen noch nach und nach zumteil eingehen soll­ten. In den Gärten ist viel Gemüse, das sich bis jetzt recht gut gehalten hatte, dem Frost zum Opfer ge­fallen.

vermischtes.

* Eine Diamantfchleiffchule im Rheinland. Wie in Berlin und Hanau, ist auch in K r e f el d die Er­richtung einer Diamantfchleiffchule beabsichtigt. Ein entsprechendes Kapital ist bereits aufgebracht, auch eine Autorität auf diesem Gebiet für die Leitung ge­wonnen.

* Folgenschwerer „Scherz". Das Kriegsgericht für Aufklärungsschiffe in Wilhelmshaven verurteilte den Torpedodootsmannsmaat Bonn vom Kreuzer „Moltke" zu drei Jahren Gefängnis. Erhalte einen Matrosen aufgefordert, auf sich aus einer Mauferpistole schießen zu lassen, obwohl er vorher von einem anderen 4,'iaat darauf aufmerksam gemacht worden war, daß die Pistole offenbar scharf geladen fei. Der Matrose hatte schließlich eiugeivilligt, auf sich schießen zu laffen. Er stürzte, in die Brust ge­troffen, zu Boden und starb nach zwei Tagen.

Handel nnd Industrie.

(—) Gewerkschaft Buttlar. Die in Halle a. S. abgehaltene Gewerkenversammlung genehm migte einstimmig den Geschäftsbericht sowie die Bilanz. Die ausscheidenden Mitglieder Bankier Friedr. H. Krüger, Halberstadt (Vorsitzender), und Kaufmann Gustav Pfordte, Esten a. d. Ruhr (stellv. Vorsitzender) wurden wiedergewählt. In Vorschlag gebracht wurde eine Zubuße von 1000 000 Mk. Der Vorsitzende begründete bie Zubußeneinforderung damit, daß infolge des sehr großen Zuflusses an Was- ser die Abteufung der Schächte außergewöhnlich hohe Kosten erfordert hat. Nach den Sachverständigengut­achten ist der Wafferzufluß zwar nicht ganz zu ver­hindern, jckwch auf eine normale Basis zurückzubriw gen, wenn man in der bisherigen Weise mit den Ab teufungsarbeiten fortfährt. Man hofft dann auck bald mit der Förderung beginnen zu können, ein bei stimmtet: Termin hierfür laste sich aber nicht angeben. Ein Gewerke regte an, an Stelle der Zubußen Obli­gationen auszugeben. Die Verwaltung widersprach dieser Anregung, da der Fondsmarkt mit Obligatio-, neu überschwemmt sei. Verschiedene Gewerken äußer­ten sich in gleichem Sinne, worauf der Antrag auf Zubußenbewilligung angenommen wurde. Nach Mit­teilung der Verwaltung sind die Aussichten als gut anzufprechen, wenn die Vorarbeiten zur Förderung in der bisherigen Weife toeher betrieben werden kön­nen. Erschienen waren 64 Gewerken mit 634 Kuxen.

Aellamerr- und Anzeigenteil.

Der Fröhling lacht von grünen Mh'n, M und bie Welt feieit die blühende Jugend der Jahres. % Keine Zrrt aber ist für die Ge,undheit geiährlicher, ö als gerade das Frühjahr, und erst rechi muß man ©sich stets vor Erlättungen hüten. Man beugt ihnen vor, wenn empfindliche Menschen auf Spaziergängen Q sich stets mit Fays ächten äoDenet Mineral-Pastillen t verjehen und sie nach Borfchrlft gebrauchen. Die> Scha t tel kostet nur 85 Pfg; achten sie aber auf den Namen .Fay" und weisen Sie Nachahmungen g» zurück. Weireres Kennzeichen: Amtlich« Belchetni-; Je gung des Bürgermeister-Amtes Bad Soden a. T. auf weißem Sonnnfl-'tretfe».