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Fuldaer Zeitung

*fr

Samstag 8. März 1915

gidtvie Broschüre .Die Aussichten des lech

antwortete.

Aus dem Nachbargebiele.

ch. Frankfurt, 7. März 1913. Das Kronprinzen- paar traf heute nachmittag 4.57 Uhr in einem Sonder­wagen des Berliner V-Zugs zu einem dreitägigen Aufenthalt hier ein. — Die Teilnehmerzahl am vierten Wettstreit deutscher Männergesanavereine wird die der früheren jedenfalls übertreffen, wenn auch genaue Ziffern noch nicht mit geteilt werden tönnen, da die Anmeldefrist noch nicht adgelauscn ist. Ver­mutlich wird das Wettsingen Anfang Mai flattfinben. Welches Interesse der Gesangswettstreit findet, beweist

Minute immer anziehender."

„Die anderen zwei Güter erfordern ebenfalls viel Arbeit," fuhr sie fort. „Gute Verwalter sind selten und wenn ich einen Mann zur Seite hätte, dann wäre allez um vieles leichter." Nun gab sie die Einzelheit ten bezüglich der anderen zwei Güter. Der junge Mann hörte nur mehr mit halbem Ohre, sein GeM beschäftigte sich mit anderen Bildern.

„Wenn ich mit ihr das Haus verlasse, könne ich ihr eine Maske vors Gesicht binden," fuhr er in sei­nem Selbstgespräch weiter, „die Leute würden sonst sagen, ich gehe mit meiner Großmutter spazieren — hm, ein schweres Stück Arbeit, sie dazu zu bewegen, und dann bleibt immer noch das kurze Bein, das si« nachzieht, wie ein abgetriebener Gaul seinen San t- karren. Eine bösartige Situation, die wobl überlegt werden muß. Nein will ich nicht sagen sür heut-., dazu ist das Frauenzimmer zu wohlhabend, zum Ja ist es später auch noch Zeit, einen Mann wie ich findet die Alte nicht so leicht auf der Straße.

„Schieben wir die Sache hinaus, lassen wir die­selbe in der Schwebe, wie Mohammeds Sara, beim Henker, da fällt mir eben ein, ewig wird sie auch nicht leben, eines Tages wird sie das Zeitliche segnen: hm, es sind Fälle bekannt, daß der Tod schnell und ungenifcn kommt." — Er maß sie mit scheuem Blick. „Nein, nicht bei der." murmelte er fort, „sie ist mager und sehnig, diese Art ist zäh und wird unter Um­ständen hundert Jahre alt. Diese Witwe sieht mir gerade danach aus, als würde sie am Grabe des vierten Mannes Tränen abtrocknen und danach Aus­schau hakten für den — Fünften. Sei recht vorsichtig Bixio, bleibe kühl und lasse Dich vom Geldteufel nicht blenden. Habe ich durch den Prinzen von Indien nicht genug Gold erlangt, um mir die Butter dick aufs Brot streichen zu können? Es ist nicht mehr wie früher, da ich nichts Wesentliches besaß, außer mek nejK Degen." (Fortsetzung folgt.)

Sie lächelte. „Ich bedarf fremden Geldes nicht

„Wieviel Fuder Wein keltert Ihr in San Lo- I renzo?"

„Ich glaube, es waren neunhundert im letzten | Jahr, das Fuder brachte fünfzehn Goldtaler."

Der Bicomte nickte befriedigt. „Großer Vieh« I stand ist wohl auch vorhanden?"

„Gegen zweihundert Stück Großvieh, dazu vier­zig Pferde."

„Schweine werden auch gezogen, oder nicht?"

„Natürlich; es mögen gegen achthundert fein, un­gerechnet die Ferkel. Es gibt da viel zu tun, und wenn ich männlichen Beistand hätte —"

, Nun schwieg sie.

„Und wenn Ihr San Lorenzo besichtigt habt, dann reist Ihr nach dem nächsten Gute?"

„Ja, nach Lorisia, es ist nur drei Stunden weiter entfernt, und eigentlich nur ein Meierhof. Hun­dertunddreißig Hektar Wein- und zweihundert Hektar Getreide und Wiefenland, es ist das kleinste von den fünf Gütern."

7,Tas Frauenzimmer ist am Ende gar nicht fo zu verachten," brummte der junge Mann, „es macht I Fortschritte in meinen Augen — ganz entschieden."

„Dann habe ich eine lange Fahrt bis Gadiana, das größte Gut und das auch die meiste Beaufsichti­gung braucht."

„Größer noch, wie San Lorenzo?" fragte er zweifelnd.

,^Kein Vergleich," antwortete sie. „Das Gut Gadiana ist dreimal so umfangreich und der Wein ist von edelster Art. . Das Vieh ist vom schwersten Schlage, der Boden ist von erster Güte. Mein Ver­walter ließ mich unlängst wissen, daß er mit den sech­zig Personen, die ihm unterstehen, nicht mehr aus­kommen kann, et bedarf weiterer Hilfe, das Gut tu bewirtschaften."

„Sind keine Lasten auf den Gütern?" fragte Bixio in gespanntem Tone.

I der LandeSkreditkasse. Auch die absolute Zunahme der I Darlehen erreichte mit 11 185 400 Mk. ihren Höchstbe­trag. Daß hierbei die Befriedigung deS Kreditbedürfnis- ses deS kleinen Mannes nicht zu kurz kam und der I ländliche Grundbesitz volle Berücksichtigung fand, gebt I daraus hervor, daß 326 Darlehnsposten auf städti - I sch en Grundbesitz entfielen, 1929 Posten auf länd - I lichen, während 74 Proz. der gewährten Darlehen I unter 5000 Mk. blieben. Dem Betrage nach entfielen I nach Ausscheidung der Kommunaldarlehen von 1500 000 I Mk. auf städtischen und ländlichen Grundbesitz nahezu I gleichmäßig je 7 Millionen Mk. Der Gesamtaus» I stand an Darlehen, der sich gegen den Bestand I Ende 1898 gerade verdoppelt hat, besteht abgesehen von I 20 600 000 Kommunaldarlehen, in 77,3 Millionen städti- I schen und 93,3 Millionen ländlichen Darlehen. Letztere weisen einen Durchschnittsbetrag von 2830 Mk. auf, die ersteren von 15 700 Mk. Der Zinsfuß schwankt bei den einzelnen Serien je nach dem Anlagezweck zwischen 4,10 und 4,5 Proz. Der Umsatz im Kontokorrent­verkehr zeigt gegen das Borjahr eine Steigerung von 31% Mill. Mk., besonders infolge Anlage der aus der Subskription im Januar zur Verfügung stehenden Gelder. Die Zahl der Konten stieg von 94 auf 100. An dem Verkehr waren auch die Sparkassen und einige andere öffentliche Kassen des Bezirks lebhafter betei­ligt wie in 1911. Ihr Umsatz betrug 30 600 000 Mk. gegen 21 100 000 Mk. im vergangenen Jahre. Für [ Guthaben wurden den Sparkassen in laufender pro- visionsfreier Rechnung folgende Zinssätze von 3% bis 4 Proz., meist 3% Proz. vergütet; für Vorschüsse waren 4% Proz., 5 Proz. und 5% Proz. zu entrichten, vor­wiegend 4% Proz. Die Postenzahl der bei der Landes- kreditkasse, welche amtliche Hinterlegungsstelle für Mün- delgelder ist, hinterlegten Wertpapiere ist von 2142 auf 2363, der Gesamtbetrag von 32 675 696 Mk. auf 35 106 911 Mk. gestiegen. Der Eingang der Zinsen und Abträge erfolgte etwas langsamer wie im verflossenen Jahre. In einigen ländlichen Kreisen zeigten sich in dieser Beziehung die Wirkungen ungünstigen Ernteaus- falls; in der Stadt Kassel machte sich das Darnieder­liegen besonders derjenigen Handwerkszweige bemerk­bar, die mit der immer noch fast ganz stagnierenden Bautätigkeit in Zusammenhang stehen. Die Rück» st ä n d e am Jahresschlüsse stellten sich auf 0,36 Proz. gegen 0,26 Proz. in 1911. Die Zahl der Zwangsver. fteigerungen war fast die gleiche wie in der letzten Be. richtsperiode. Der im Jahre 1912 erzielte Üeber - sch uß übersteigt den des Jahres 1911 um 35 200 Mk. Die Zunahme beruht auf der Mehreinnahme von Zin­sen im Betrage von 50 500 Mk. Der Ueberschuß der Darlehnszinsen über die Zinsen bet Schuldverschreibun­gen ging allerdings weiter um 14 800 Mk. zurück. Da­gegen erbrachte der Zinsertrag aus dem Kontokorrent­geschäft gegen das Vorjahr ein Mehr von 65 000 Mk. Während in 1911 bei dem Verkauf 4prozent. Schuld­verschreibungen ein Agiogewinn von 110 000 Mk. er­zielt wurde, ergab sich int Berichtsjahre nur ein solcher von 37 700 Mk. der aus dem Rückkauf und der Tilgung der 3%prozent. und 3% Prozent. Serien entspringende Disagiogewinn stellt sich nach Abrechnung der Ausnahme­spesen und der beim Wiederverkauf aufgenommener Schuldverschreibungen entstandenen Verluste auf 76 500 Mk. Zur teilweisen Deckung der bei dem Obligationen­vertrieb erwachsenen Stempel- und sonstigen Unkosten wurde von den Darlehnsschuldnern ein Kursverlustersatz von 61 000 Mk. erhoben.

Die bei der Ausstellung der vorjährigen Bilanz ge­hegte Hoffnung, daß in deiy Kursrückgang der Effekten der Anstalt endlich ein Stillstand eintreten werde, hat sich nicht erfüllt. Vielmehr war der Kursrückgang stär­ker wie je zuvor. Er bedingt eine Abschreibung von 63 263,55 Mk. bei den Wertpapieren des Reservefonds und von 6045,05 Mk. bei den übrigen Beständen der An- Salt. Beide Beträge sind durch Entnahme aus der

ursauSgleichungsreserve gedeckt, die aber dadurch so geschwächt ist, daß ihre Dotierung mit ungefähr dem gleichen Betrage geboten erscheint, zumal die im Jahre 1913 bis jetzt eingetretene Kursentwicklung noch Schlim- meres befürchten läßt.

Die Zinsbogensteuerreserve erfordert nur noch eine geringere Dotierung. Außer der bereits erwähnten Verstärkung der Kursausgleichsreserve erscheint eine Verstärkung der Agioreserve um 25 000 Mk. (tote im Vorjahre) wünschenswert. Nach gesetzlicher Vorschrift sind dem Reservefonds 101 438 Mk. zuzuweisen und dem Stammvermögen 100 000 Mk. Neben einem Vortrag von 38 725,60 Mk. für das neue Jahr verbleibt sonach eine Ablieferung an den Bezirksverband von 400 00C Mk., d. i. 30 000 Mk. mehr wie in 1911.

Springe (Hannover) an die Einkommensteuerveran» lagungskommisston in Hanau, AmtSgerichtSsekretär Schultheis bei dem Amtsgericht zu Niederaula (Kreis Hersfeld) an daS Amtsgericht zu Schmalkalden, un6 zwar sämtlich mit Wirkung vom 1. April d. I. ab.

# Verliehen wurde der Titel Hegemeister den Förstern Fischer ,« Wüstensachsen, Oderförsterei HfloerS; Gute zu Marbach, Oberförstrrei Fulda; Koch ,u Obergrenzebach, Obersörsterei Neukirchen; Lüpke zu Rothenkirchen, Obersörsterei Burghaun; Schaake zu Unterhaun, Obersörsterei HerSseld-Wippers- Hain; Seeler zu Schwarzenfels, Oberförsterei Oberzell; Wrana zu Oberaula, Obersörsterei Oberaula.

X Lehrerseminar. Unter dem Vorsitz deS Herrn Regierungs- und Schulrats Bottermann aus Kastel fand in den Tagen vom 5. bis 7. d. Ml», am Kal. Lehrerseminar die mündliche Abiturientenprü» fang statt. Als Vertreter des Hoch«. Herrn Bischofs »ar Herr Domkapitular H e r b e n e r zugegen. Bon 29 Examinanden erhielten folgende 27 das Zeugnis für die einstweilige Anstellung im Volksschuldienst:

** Ein» KrriStnrnrattfihuag des 7. Deutschen TurnkreiseS, die dieser Tage in Kastel abgehalten wurde, beschloß,, auf dem vom 12. bis 15. Juli d. IS- in Leipzig stattfindenden deutschen Turnfeste sich nicht stur am Wetturnen Unb'an Wettspielen, sondern auch durch Gemeinvorführungrn des gesamten Kreises i— - - - V w. t—। zu beteiligen. Zu den Wettkämpfen, die aus Anlaß Saier-Tränkhof (Kr. Gersfeld), Binder-Fulda, Bioneck- der Einweihung de» Stadions in Berlin im Juni ~ "" -----.............. 1 vorgesehen sind und an denen sich sämtliche Kreise der

deutschen Turnerschast beteiligen, wird der 7. Turn- kreis seine besten Turner und zur Vertretung des KreiSturnratS den 1. KreiSturnwart, Herrn Gymnasial- oberlehrer Echnädter au» Fulda entsenden. Die sür den 18. Oktober, dem Tage der Einweihung des

• Der Graf von Tarent.

®°] Roman in 3 Bänden von F. Steinkirchner.

„Drei Jahre," antwortete sie.

„So lange?"

„Ja, die Erfahrungen, die ich gemacht, waren fo omer gewesen — das heißt, einmal war ich verlobt ra6cr Sache zerschlug sich — mein Ver- wvter ließ sich verführen durch eine junge Weibsper- Irkct nic^ts hatte, als ein kleines Haus und ein» Mche Larve und weiße Hände, die das Arbeiten

J^rnt. Die Gesetze taugen nichts, so ein jun- ”, . Fratzengesicht, das einer ehrbaren Witwe den verlobten abtrünnig macht, gehört ins Gefängnis." »Boi Wasser und Brot," pflichtete er eifrig bei, 15 cv sah, daß ihr Gesicht zornrot geworden war.

„Tann kam der Ratsherr Zanardo und warb um

Hand," fuhr die Witwe fort, „und erst nach agem Besinnen gab ich das Jawort, denn er war älterer Herr, der in seinen besten Tagen über die 5„,®Ucn weggcschaut hatte. Wir waren recht kurz ^“^muet, da merkte ich wohl, daß mein Gespons ” i-- 'bund nur cingegangen hatte. Um eine Pfle­der denn er litt"an der Gicht und an cm-

- en Gebrechen. Unser-Zusammenleben war freud- uta y ."de. Dann kam die P-fft ins Land und r -'acht starb er. Tas war vor acht Monaten." möchie diese Vogelscheuche es mit einem Nen versuchen," sagte Bixio. „Zum Henker, es sL. 3UKt DavonlaufSn, den Jammerlauten dieser ^me zuhgren zu müssen." *

jjj Göhlich und ohne die geringste Vorbereitung ließ

-^rltwe ihren Kopf an feine Schulter sinken, öin ich ganz allein, ganz allem!" klagte sie.

zz, hEe den Schmcrzensruf so laut geschrien, daß R *tto,e, erschreckt in die Höhe fuhr.

kleine Bause trat ein.

arm» ~ habe Euch, Liebster, hier eingeladen," b»-- rUi) l*c bon neuem, „um Euch zu bekennen, daß

^orüberreiten an dem Morgen nicht ohne Ein- ^s mein Herz geblieben ist. Wohl habe ich

2. Blatt.

Druck bet Selbaet Zctienttc« frei k» 5»Iba.

es gemerkt, daß es mir zu Liebe geschah, wenn auch andere die Hälse nach Euch recken. Glaubt mir, daß 'ch im Kerzen Euch recht gewogen bin,, wenn es auch nicht schicklich fein mag, daß ich dies so offen und frei bekenne . ... . Ich hielt es für gut, Euch das zu sagen,, damit die Zeit nicht ungenützt verstreicht, im Falle Ihr ernste Absichten habt. Ihr seht, ich komme Euch entgegen, soweit es die Sitte einer tugendsamen Wttwe erlaubt, und ich mußte es tun, denn morgen schon reife ich von hier ab, um meine fünf Güter zu besichtigen."

Bixio richtete sich plötzlich stramm auf.

„Wieviel Güter habt Ihr, schöne Frau?" fragte er, „sagtet Ihr nicht fünf?"

„Ja — ungerechnet den Eulenhof, den ich be­wohne und für den mir der Jude Isidor Baruch neulich ein großes Gebot gemacht hat, das ich ab­schlug. Warum sollte ich Gründe verkaufen, nachdem ich bares Geld liegen habe ohne Verwendung, meint Ihr nicht auch?"

»Ich pflichte Euch entschieden bei," entgegnete Bixio, dessen Gesichtsausdruck sich plötzlich bei der Erwähnung der fünf Güter gänzlich verwandelt hatte. Er rückte ihr näher.

„Eure Stimme klingt mir wie Musik in den Ohren," sagte er, „bitte, erzählte mir von den Gütern, seid so ausführlich wie möglich, ich interessiere mich ungemein für die Landwirtschaft."

„Ja, ich bin Euch wohlgesinnt, und wenn Ihr Euch entschließen könnt zum Freien . . ."

Er hielt es für angemeffen, die letzten Worte zu überhören.

„Nach welchem Gute reift Ihr zuerst?"

„Nach San Lorenzo, neun Meilen von hier ent­fernt. Es ist die Zeit der Aussaat, auch die Reben müssen beschnitten werden, da ist es gut, wenn man persönlich kommt und die Leute beaufsichtigt, denn auf die Verwalter ist selten Verlaß und wenn man nicht die Augen überall hat, hat man in der Ernte­zeit den Schaden."

„Ist das Gut groß?"

„Siebenhundert Hektar Land — dreihundert da­von sind mit Weinstöcken bepflanzt — das andere ist

I nischen Berufes" kJtidustriebeamten-Derlag, Ser« I litt NW 52), die völlig kostenlös vom Bund der tech- I nisch-indusiriellep Beamten, Geschäftsstelle für Süd- I dtutschland in Stuttgart, ReinSburgstr. 53», bezogen 1 werden kann.

* Aus dem TruppmübungSplatz Ohrdruf ist eine I Telegraphenanstalt mit öffentlicher Fernsprechstelle I errichtet worden. Die Anstalt führt die amtliche I Bezeichnung Ohrdrus-UebungSplutz.

△ Ein RedaktionSmaikäfer wurde uns heute morgen I als neuer Frühlingsbote zugestellt. Draußen mehren I sich täglich die Anzeichen, daß die Macht deS 'Winters I gebrochen ist. Seit seinem Vorstoß gegen Ende I Februar herrscht eine völlig veränderte Temperatur, I und der lustige Gesang der Vögel gibt uns die I Zuversicht, daß e8 trotz der Marzstürme doch Früh- I Img werden muß. Schon nehmen die Tage beträcht­lich zu; die Zunahme beträgt in diesem Monat über | 2 Stunden, sodaß die Tageslänge Ende März 1 12 Stunden und 50 Minuten beträgt.

I Poftscheckverkehr. Im Reichspostgebiet ist die

I Zahl cer Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende Februar I 1913 auf 77 456 gestiegen. (Zugang im Monat Februar I 966). Auf dielen Postscheckkonten wurden im Februar I gebucht 1347 Millionen Mark Gutschriften und 1850 I Millionen Mark Lastschriften. Das Gesamtguthaben der I Kontoinhaber betrug im Februar durchschnittlich 159 Millionen Mark.

XS Postprotestversahrea. Tas von der Reichspost I vor einigen Jahren etngefüljrte Postprotestversahren I bedeutet wegen seines niedrigen Einheitssatzes eine I erhebliche Verbilligung der Protestkosten besonders I für Wechsel, die an kleineren Orten ohne Notar I und Gerichtsbeamten zahlbar sind. Bei den Reichs- I Postanstalten find im Jahre 1912 schon über zwei Millionen Postprotestaufträge aufgeliefert worden.

d3 Fußballsport. Man schreibt uns: Die gestrige auS Sportskreifen stammende Notiz, wonach der Fuldaer Fußballverein aus der heffischen Liga au-geschieden fei, entspricht nicht den Tatsachen. Der i hessische KreiS besteht auS 9 Vereinen in der Liga, die bis zu 10 erweitert werden dürfen. Eine Neu­einteilung erfolgt durch den Verbandsvorstand auf dem nächsten Verbandstage.

— Historischer Abend. Im Mittelpunkt des historischen Abends, den die Kapelle unseres Feldartillerie- RegimentS am Sonntag, den 9. März, im Bürger- vercinssaale aus Anlaß der vaterländischen Gedenkfeier der Erhebung Preußens veranstalten wird, steht ein großes Tongemälde von Eilenberg .Die Böllerschlacht bei Leipzig'. Außerdem seien aus dem Programm noch hervorgehoben: .Jubel-Ouverture" von C. M. von Weber, „DeS deutschen Kriegers Traum vor der Schlacht" (für Streichinstrumente) von Eule, Ouvertüre zur Oper „Die Weiber von Weinsberg", von Conrad, „Im trauten Heim", Ländler für zwei Violinen von Nehl, „Unter dem Sparren« schild", Marsch für Heroldstrompeten von Henrion, sowie zwei altprenßische Märsche »> „Der Pariser Einzugsmarsch 1818", b) „Alter Jägermarsch 1813-1815".

(*) Die ehemaligen Kameraden deS 3 Kurhessischen I Jnf.-Regttz> und 83er, weiche an der lOvjährigen Reg» I mentsJubiläumsseier teilnehmen wollen, werden auf I Sonntag, den 16. März, nachmittags 4 Uhr, in das Gasthaus zur Traube eingeladen.

-4- Die Landeskreditkasse im Jahre 1912.

Dem Bericht der Landeskrebitkasse für das Jahr 1912 I entnehmen wir folgende Einzelheiten: Die Verhältnisse des Geldmarktes und der lebhafte Kreditbegchr zwang I uns, den KurS unfern Schuldverschreibungen allmählich I zurückgehen zu lassen und auch die DarlehnSbedingungen I zu erschweren. Indes konnten die Veränderungen in I beiden Richtungen in engen Grenzen gehalten werden. I Die zu Anfang des vorigen Jahres zur Zeichnung auf« I gelegten 8 Millionen der bis 1. März 1921 unkündbaren I an den Börsen von Berlin und Frankfurt a. M. bereits I eingeführten 4prozsntigen Serie 24 zum Kurse von I 100,80 wurden um über 90 Prozent überzeichnet. Rund I % der Zeichnungen entfielen auf den Regierungsbezirk Kassel, y* nach außerhalb. Gegen Ende Juni wurde I ein größerer Posten von rund 4 Millionen Mark frei- I händig zum Kurse von 100,50 begeben, während im wer- I t-ren Verlauf des Jahres noch rund 2% Millionen zu I den Kursen von 100,50, 100,25, 100 abgesetzt werden I konnten. Die Rückflüsse in unseren Schuldner- schteibungen waren um etwa % Millionen stärker I tote im Vorjahr. Im ganzen tourden im Berichtsjahre I 16 863 200 Mk. Schuldverschreibungen verkauft. Die I aufgekauften Obligationen der Serie 19 und 480 000 M. I aufgekaufte Obligationen der Serie 18 wurden zur Til- I gung verwendet. Zu gleichem Zwecke tourden ferner je 400 000 Mk. Schuldverschreibungen Serie 16 und 18 aus- I gelost. An Darlehen wurden rund 300 Posten mehr I bewilligt und ebensoviel Posten mehr ausgezahlt, als I 1911, Zu Beginn des Dezember sahen wir uns genö» I iigt, die Bewilligungen auf Darlehen bis zu 10 000 Mk. I zu beschränken, wodurch die Befriedigung des städtischen I Realkredits leider in der Hauptsache ausgeschaltet wurde. I Die Summe der ausgezahlten Darlehen überstieg die- I jenlge des Vorjahres um 4 600 000 Mk. Es wurden aus- I gezahlt 15 872 475 Mk., der höchste Betrag seit Bestehen I Getreide- und Wiesengrund — auch gehören 400 I Hektar Wald und Jagd dazu."

ein ®erfahren wegen Meineids schwebt. Der Erste Staatsanwalt beantragte gegen L. G. 2Vi Jahre Zuchthaus, gegen deffen Schwester ein Jahr Zuchthaus und gegen die Mutter Freisprechung. Da< um 9*/i Uhr abends verkündete Urteil lautete: L. G. wird wegen Derlettung zum Meineid unter Einrechnung der noch zu verbüßenden Gefängnis­strafe wegen Sittlichkeitsverbrechens zu einer Gefamt- ZuchthauSstrafe von drei Jahren verurteilt, worauf zwei Monate Untersuchungshaft in Anrechnung kommen, außerdem Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Mutter und Tochter wurden freigeiprochen. Der Angeklagte nahm den Urteilsspruch kaltblütig entgegen.

<? Bei der Eifendahnhaupttverkstatte sind, wie auch in anderen größeren Städten, turnerische Hebungen für bi» vier.Jahrgänge bet LehrlwgSabteilung ein- geführt worben, bie wöchentlich zweimal währenb ber Arbeitszeit flattfinben unb vom Herrn Grubenmeister Gunblach geleitet werben.

D F-Hrraddtebstahl. In ber Bahnhofstraße vor bett Geschäftsräumen des Elektrizitätswerkes Fulda ist gestern abend ein Fahrrad gestohlen worden. — Ein herrenloses Rad würbe gestern abenb auf bem Domplatz von einem Schutzmann gefunben.

totales.

Fulba, 8. März 1913.

# Personalien. Versetzt wurden der Förster o. R Lchulz in Raboldshausen, Obersörsterei Neuenstein int Kreise Homberq an bie Obersörsterei Giesel /KreiS Fulba), Steuersekretär Bauerhenne von Kaffel an die Einkommensteuerveranlagungskommission •u Hanau, Steuersekretär Martini von Homberg an bie EmkommensteuerveranlagungSkommisston beS StabtkreiseS Kaffel, Steuersekretär Oberhaus in

. _ im Gegenteil, bei guter Sicherheit leihe ich aus."

Der Vicomte hatte ihre Hand gesucht unb begann I Der Vicomte war in Brüten versunken. „Sie dieselbe leise zu drücken. Ein energischer Gegendruck ist die beste Partie im Lande," murmelte er, „abge- —11----11" ■ 1 sehen von ihrem Gesichte, dem lahmen Beine und

dem tauben Ohre, erscheint sie mir von Minute zu

Ida. Diegelmann-WelketS, Fick-Lenletobe (EichSfeld), ling-Mernes, Fischer-Wüstensachsen, Gatterdam- , GteS-Lüttetz (Kr. Fulda), Herget-AdlSroda, Dtedorf (Thür.), Hohmann-Fulda, Jehn-Fulda, xeei»»Sombont, Kunkel-Bernbach, Lomb-Fulda, Metze- Lenterode, Mötstedt-Fulba, Müller-Frankfurt a. M., , ■ ----------------- ^„c. ...

Schad-Weidenau, Echlitt-Fulda, Aug. Schmitt.Fulda, VölkerfchlachtbenkmalS in Leipzig geplanten Stafetten- Martin Schmitt-Fulda, Schürger-Fulda, Vogler-Fulda, I lüufe werden im KteiSgebiet von Turnern des 7. «ogt-Bebenborf (Kreis Heiligenstadt) und Werner- Kreises gelaufen. Zum Schluffe wurde auch die Silbers. Frage bet Jugendpflege eingehend behandelt und

(♦) Gesellenprüfung. Am 7. April b. I,. finbet »ebauert, baß der gewünschte Anschluß beS Jung- die Gesellenprüfung für baS Schneibergewerbe I Deutschlandbundes an die Turnvereine wenigstens in i* den «reifen Fulba, Hünfeld unb GerSfelb I b,R Städten von diesem noch wenig beachtet werde.

hierfür notwendigen Papiere find um- O Die .gläuzeudt" Laufbahn des AngmieurS. Zur gehend an dm Vorsitzenden, Schnetdermerster Herrn Frage der Berufswahl schreibt man unS: Wer GeorgBolenber in Fulda, einzuteichen. hätte vor einem halben Jahrhundert an die Ent-

dflchlmhtet wurden tm Iahte 1912: 80 Wicklung gedacht, die unsere heutige Technik genommen 463 Öchsen (566), 108 Bullen I hak. Fast unglaublich sind die Errungenschaften «8» 1046 Jungrinber (1120), unserer Industrie, deS Baugewerbes, der Chemie.

Kälber (3345), 8878 «chmeme (9119), 707 I Wir zwingen heute den Dampf und die Elektrizität Bregen (158), 186 Lämmer (154), in ttnfeten Bann und haben uns zum Beherrscher — /iöasdj, Fleischbeschau in deS LuftreicheS gemacht. Und wie ist eS um die« 1912 dettifft, so wurden für untauglich zum meusch- lenigen, die den lebhaftesten Anteil an all den großen lichen Genüsse erklärt unb verbrannt: 2 Pferbe, I Schöpfungen genommen haben, bie Ingenieure 6 Kühe, 15 Kälber, 2 Schweine. Der Freibank über« ! unb Techniker aller Kategorien, heute bestellt? wiesen würben: 8 Ochsen, 1 Bulle, 66 Kühe, 19 Jung- I ES ist eint Ironie beS Schicksals, daß die Schöpfer tobet, 13 Kälber unb 50 Schweine. unserer technischen Errungen,chaften selbst bet ber

r*r Strafkammer. Der Bäcker F. A. unb besten Verteilung der Riesengtwinne fast leer auSgegangen Sruoer, der Schlöffet A. A., beibe von Melsungen, I find. Die Maste bet technischen Angestellten muß angeklagt, von einem Ratuffelroagen auf bem sich mit sehr bescheidenen Brosamen begnügen. So Bahnhof Neuhof eine Seinenbede im Werte von 16 I mb insbesondere bieGehaltSvethSltnisse äußerst bi» 18 Mar«, zwei Wagenachsen unb eine Leine gr- dürftig. Femer lasten die allgemeinen Anstcllunas- stöhlen zu haben. DaS Gericht schloß sich dem bebingungen, wie Arbeitszeit, Urlaub, BÜroverhält- anirage be8@tfien Staatsanwalt» auf Freisprechung I niste usw., oft sehr zu wünschen Übrig. Hinzu kommt nicht ergab, baß bie betben I «och an vielen Stellen die Unmöglichkeit für den m diebischer Absicht gehandelt hätten. — Die Be- Ingenieur, sich beim Austritt aus eintr Firma von tufungSjacbe gegen fünf Einwohner in Stenndorf einem anderen Chef der gleichen Branche engagieren wurde zwecks Ladung weiterer Zeugen vertagt. — I zu lasten. Da» ist ihm ja durch die sogen. Kon- Die Berusung emeS Bauunternehmers in Blankenau sinrenzklausel bei hoher Konventionalstrafe verboten, gegen em SchoffengerichtSurteil von Großenlüder Die Erfindungen, die der Ingenieur, Chemiker usw. wegcn eimt Geldstrafe von 5 Mark für Beleidigung I im Betriebe macht, gehören nicht ihm, sondern nach mürbe verworfen. — Der erst 21jährige Schneiber dem Gesetz dem Arbeitgeber. Außerdem sind noch

Jei^ 18iät)rige Schwester K mancheunbete für einen aufrechten, nach Unabhängig- und feine 50 Jahre alte Mutter sind angeklagt, im I kett strebenden Charakter unerfreuliche Bestimmungen Jahre 1912 bte leötge 21jährige M. Sch. zu Gichen- gang unb gäbe. Bor allem ist zu beachten, baß bet gemeinschaftlich zu einem Meineib verleitet technische Angestellte unserer Zeit nicht mehr, wie das wi.xku Angeklagte ist trotz-seiner Jugend früher möglich war, in der Lage ist, eine selbstän- »orbeftroft, ei ottbögt z. Zt. eine zwei« dige Existenz zu gründen. Falls er nicht auSnahmS« IShnge Gefängnisstrafe m Preungesheim wegen I weise über große Kapitalien verfügt, bleibt er bis an 3)®ere” ^rttlrchkeitsverbrechenS. Die 71/« Stunden I ffin Lebensende abhängig und ist gezwungen, fein wahrende Verhandlung ergab die Schuld des Ange- I Brot in den Diensten anderer zu suchen. Alle diese tm • öoClfte" SHoie-, Er hat wiederholt auf I VerhLllniffe sind sicherlich nicht danach angetan, das oie Sch. eingewttft, bei ihrer Vernehmung gegen Schlagwort von der glänzenden Laufbahn de» In« M nn falsches Zeugnis abzugeben. Diese hat g-meurS zu rechtfertigen. Wenn also jetzt vor Ostern durst verleiten taffen, in ber Voruntersuchung wieder in den Familien und sonstwo die bange Frage , Abgaben zu machen, aber nachher auf I auf tritt: .Was soll der Junge werden ?') fo sollte Ewdrmgliche Ermahnungen zugegeben, man sich an obig« Ausführungen erinnern. Weitere ag der Angeklagte sie verleitet habe, tn seinem Sinne I Aufschiüffe übet die Verhältnisse, unter denen die Zusagen. Von der Vernehmung dreier Zeugen Jngcnieute, Architekten, Chemiker usw. leben müssen, routbe Abstand genommen, da gegen sie selbst z. Zt. 8'dt die Broschüre .Die Aussichten des tech^