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X Mexiko.

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Triitken, im meiner aa acwcsen?. £?': ■ sucht, ärgerlich e Gesundheit und

wissen verschanbrnden Hanbbewegungen erkennen kann. Der Hut wird etwas gerückt, einige vorwitzige Haarlocken werden auf den rechten Platz verwiesen, die Kleider werden etwas gezerrt oder abgestaubt, die Haltung wird aufgefrischt usw. Wenn der junge Mann sich sonst „tadellos" findet, so streicht er doch wenigstens über seinen Schnurrbart, um die „Schnei- bigkeit" zu erhöhen. We..n ich Schaufenster zu ar­rangieren hätte, würde ich neben und hinter den Waren recht viel tüchtige Spiegel anbriygen; das ist ein Mittel, um die Vorbeigehenden zum Stillstehen zu veranlassen. Wer sein Spiegelbild betrachtet, sieht nebenbei auch die Waren an, und wo einer stehen bleibt, da stehen auch bald mehrere.

Diaz, als Präsidenten Platz zu machen. 3000 Men. scheu sind bei der Revolution zu Tode gekoutmen, weit über 700 verwundet worden.

' .'n und sonstigen Genüssen, in i ">« und Nackwrb.nung vernünftig ' ich durch Unordnung, Genuß« >' d Zänkisches Wesen usw. meine L.'üenssreude geschädigt? Wenn ja,

so will ich all die Schönheitsmittel in den Mülleimer werfen und mich an den einzig wirksamen Jung­brunnen halten: eine solide, vernünftige Lebens­führung! — Wer den Spiegel so zu Rate zieht, dem kann er einen Doktor ersetzen. Denn auch der Haus­arzt kann kein besseres fünftel zur Lebens- und Kraft- verlängentng verschreiben, als die Besserung der all­täglichen Lebensweise.

In dem Spiegel sehen wir nur die Lichtstrahlen, die unser Körper zurückwirft. Aber bei genauer Prüfung zeigen sich da auch manche Linien, nament­lich im Antlitz, die etwas vom Seelenleben verraten. Diese Linien sollte man nicht übersehen, sondern sorgfältig zu deuten suchen. Was einem ge- wissenhaften Christcnmenschen sehr not tut, ist ein Seelenspiegel Kaufen kann man einen sol­chen Apparat freilich nicht, aber man kann ihn selbst schassen, — in der stetigen treuen Gewissenserfor- schunq. Ach, wenn die Leute nur einen kleinen Teil der Zeit, die sie vor dem Leibcsspiegel verwenden, zu einem Blick in ihr Inneres verwenden wollten! Das würde sehr zu Verschönerung beitragen, näm­lich zu der echten und rechten Schönheit, die einen edlen Mensckien zier., weil sie von innen ausstrahlt und die Mängel des vergänglichen Körpers aus- glüht.

„Svieglein, Sviealein an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land?" So fragt di? Eitelkeit. — „Spieglein, wer ist der B ? st e im ganzen Land?" So fragt der Pharisäer. Aber der rechtschaffene Mensch stellt an seinen Leibes- und Seelensniegel die Frage: Gehöre ich zu den braven Lewen, die auren Willens sind und nach besten Kräften sich K.'sund zu erhalten suchen an Leib und Seele?

en.) und Ma. Ubr /.12 und nbg art» hl. fle, Bre. a>’j» bet »fle Übt Uhr An» big r»er eg.

bii

die Vereinigten Staaten auch weiterhin auf eine Intervention verzichten kann, steht dahtn Die Wie- derkehr geordneter Zustände in Mexiko erscheint heute weiter hinausgeschoben als je. Mord und Totschlag sind an der Tagesordnung. Die Autorität der Re­gierung von heute reicht nicht Über die momentane Laune von ein paar durch Versprechungen zusammen- gehaltenen Regimentern. Eine ganze Anzahl der Staatengouverneure haben Huerta die Anerkennung verweigert, eine stattliche Reihe Thronwerber und Bandenführer warten auf das Reifen ihrer Zeit. Ein starker Mann ist nicht da. So droht Mexiko das Schicksal Kubas, ein wirtschaftliches Protektorat der Vereinigten Staaten. An eine poli­tische Erwerbung denkt in der Union niemand, der irgendwie ernst zu nehmen ist. Die Einverleibung eines Landes mit mehr als 13% Millionen Einwoh­nern, von denen mehr als ein Drittel farbige, rein amerikanische Ureinwohner und beinahe eine fernere Hälfte stark farbige Mischlinge sind, sodaß kaum ein Fünftel sogen. Weiße übrig bleiben, würde in den ganzen Bereinigten Staaten dem stärksten Wider­stande begegnen. Mit dem reinsten Gewissen können die Amerikaner jeden Gedanken an eine Einverlei­bung zurückwcisen. Was sie wollen — und zwar ganz unverhülltermaßen wollen —, bas ist ein Ge­genseitigkeit svertrag mit Vorzugszöllen für ihre Wa­ren. Wenn sie solche Vergünstigung nicht erlangen, haben sie im Wettbewerb mit den billigen europäischen Waren einen zu schweren Stand.

in der jiorbmarf zu mildern, so wäre dies der schönste Erfolg des Aufenthalts des Königspaars unter dem deutschen Volke.

Im Reichstag gab es mehrmals eine nament­liche Abstimmung. Zunächst über die vielumstrittenen Ostmartenzulagen, die auch in diesem Jahre mit großer Majorität zu Fall kamen. Bei einer anderen namentlichen Abstimmung handelte es sich um Wahl- prüsungen, von denen besonders eine ans der Worm­ser Ecke viel Interesse beanspruchte. Es handelte sich um die Wabl des altnationalliberalen Abg. Dr. Be­cker-Sprendlingen, die mit einer Stimme Mehrheit für gültig erklärt wurde. Beachtung verdient hierbei der Umstand, daß die Mehrheit der nationalliberalen Fraktion für die Gültigkeit der Wahl gestimmt haben muß, sicherlich nicht zur Freude des Herrn Basser- mann.

Die Auseinandersetzungen über die Wehr- und Deckungsvorlagen, die dem Reichstag in nächster Zeit gleichzeitig zugehen werden, haben in der Presie aller Parteirichtungen an Lebhaftigkeit noch zuqenommen. Es soll nunmehr ziemlich fest­stehen, daß die Neuforderunqen eine Höhe von mehr als 150 Millionen Mark erreichen und daß zur De­ckung dieser Summe im Reichsschatzamt eine Ver- mögenszuwachssteuer- und auch eine Erbanfallsteuer- vorlage ausgearbeitet Warden ist. Es darf aber als ausgeschlossen aelten, daß die Parteien, die zur Bil­dung einer Mehrbeit für die Annahme der Wehrvor« lagen bereit sind, sich zur Annahme der Witwen- und Waisensteuer bereit finden werden.

In der äußeren Politik erscheint heute die Lage weniger bedrohend, als vor 8 Tagen. Auf der Bal­kanhalbinsel schweigen zur Zeit die Kanonen. Rur die Elemente toben. Es stürmt und regnet schon | seit Taaen, Hochwasser bat die ganze Gegend vor der Tschataldschaltnte unvassierbar gemacht, eine unfrei­willige Waffenrnbe ist eingetreten. Um so eifriger arbeiten die Diplomaten. Die bulgarisch-ru­mänische Spannung bat von ihrer Schärfe verloren, man ist jetzt einer Vermittlung der Mächte nicht abgeneigt. Man will sich zwar auf beiden Sei­ten nicht besiingungslos unterwerfen und hält sich die Hintertüre offen, später noch zu erklären, ob man den von den Mächten vorzuschlagenden Ausweg gehen will oder nicht, aber eine friedliche Lösung erscheint jetzt näher denn je. Die Verhandlungen zwischen Oesterreich und Rußland scheinen ebenfalls noch vor Zusammentritt der Botschafterkonferenz zum günstigen Abschluß zu gelangen: Rußland hat in die Einverleibung Skutaris in das neue Albanesische Reick eingewilligt. Mer der alte König Rikita und sein Volk wollen davon nichts wisien. Rach dem ge­schichtlichen Reckte gehöre Skutari zu Montenegro, mit Skutari gewinne Albanien nicht viel, ohne Sku- tari könnte Montenegro bet den auf dem Balkan neuoeschaffenen Zuständen nicht existieren.

Frankreich ist zur Zeit sehr beschäftigt, kaum hat man den neuen Präsidenten gefeiert, fast ein bißchen viel für demokratische Revublikaner, als schon die Wehrvorlage und ihre Begleitung, das übliche, unausbleibliche Revanchegeschrei für neuen Elan I sorgten. „Wir ntüffert uns so rüsten, daß die deut- I schen Störenfriede nickt daran denken können, einen I Krieg zu beginnen." Und schon lagen sie sich in den I Armen, die Royalisten, die Revisionisten und die I Radikalen, Vive l' armee war das Schlagwort der I Versöhnung. Wie es heißt, sollen außer dem Mini- I stervräsidenten auch der Minister des Krieges und I der des Aeußern im Prinzip für die Wiedereinführung I v , der 3f «ihrigen Dienstzeit fein. Fünfhundert Millio­nen sollen als außerordentliche Kredite auf 5 Jahre I verteilt werden.

Aengstliche Mütter halten sie dann gern im Zimmer, obwohl die Zimmerluft sie verweichlicht und zu Erkältungen noch eher geneigt macht. Richtiger ist es, ihnen bei ungünstiger Witterung ein ge der ausgezeichneten Wybert-Tabletten zu geben, die die Atmungsorgano kräftigen. Unentbehrlich sind die Wybert- Tabletten bei eintretendem Husten, den sie rasch und sicher vertreiben; sie kosten in allen Apotheken l Mark pro Schachtel.

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vermischtes.

♦ Raubmord im Schnellzug. Im Tagesschncll- zug Pest—Fiume ist ein Raubattentat gegen den nach Fiume in einen, Abteil erster Klasse allein 'rei­senden ungarischen Rcichstagsabgeordneten W i t t - mann verübt worden. Gleich nach Abfahrt des Schnellzuges von Pelt um 7 Uhr morgens stiegen zwei Herren ins Abteil Wittmanns ein, betäubten ihn mit Chloroform und beraubten ihn seiner Bar­schaft von 1400 Kronen. Da der Abgeordnete erst nach 10 Stunden gegen abend aus feiner Betäubung erwachte und seine Beraubung wahrnahm, sind alle Nachforschungen nach den Tätern bisher erfolglos geblieben.

der glaubenslosen Staatsschulen Abbruch zu tun, schaut aus dem Erlaß deutlich heraus.

△ Tte Schandtaten der ponngiesilchen Negierung sind jetzt durch eine neue Jmanne würdig gekrönt worden. Man sprach in Portugal vor einuun Monaten von einem Amnestievorichlag zugunsten der politischen Verurteilten. Man batte diesem Vor­schlag den Namen „Ver öbnunasgcsttz" gegeben. Wärt dieses Gesetz in der Kammer durchgegangen, dann wäre die große Anzahl armer Leute, die in den Kerkern der Republik schmachten, beirett worden, und die Bischö'e und Priester hätten ihre Diözesen nueder in Belitz nehmen können. Die Annahme e nes solchen versöhnlichen Gesetzes wäre die schärtste Verurlettung des grausamen Vorgehens der teoo utionäten Regierung gewesen, die Männer und Frauen, Kinder, und Greise, Kranke und Sterbende aut einfachen Vetdacht bin einkerkerte. Ter Amnestievors hlag war aber nichts als eine grausame Komödie, eine der gewöhnlichen absichtlich-n Täuschungen, durch welche das frei» mameri'che Regime dem leichtgläubigen Europa von Zeit zu Zeit Sand in die Auren streut. Die freimaurerischen Parteien in der Kammer sttmwten gegen das Gesetz und D'Almeida, der leinerzeik den Vorschlag gemacht halte, ceitcibigte diesen Akt der Gerechtigkeit ganz ungenü • i. Ter wahre Grund, der zur Verweigerung der Befreiung de. unschuldigen Gefangenen angeführt wurde, war die Furcht vor einer Rückkehr der Brschöse und Priester; man tonnte sie nicht von der Amnestie aus- schließen, aber sie erscheinen den Carbonari, welche die Vernich ung der Reliaion befreitet! haben, in den Kerkern und in der Verbannung weniger gefährlich als in der Freiheit, und deshalb läßt man Tausende unschuldige Gefangene ihrer religiösen lleberzeugung wegen auch weiterhin in den Kerkern schmachten.

M 50.

Samstag l« März ;ys3.

— N 'jcrirribaTiq. Ist tS wahr, daß Sie kv fßtd teihdi schnarchen?" — Leider — in-olae erb« sicher Belastung " — „Von Ihren Ellern der?" — — „Rein, die waren Nicht'cknarcher — aber mein Großvater hat em Tamp «Sägewerk besessen."

5. Blatt.

der Suibcer Xcttenmcerei in Snltia.

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WÄ Kinder auch bei rauhem Wetter a gern, ohne an eine Erkältung und ihre Folgen in denken.

richtigen anwenden. Wenn man vor dem Spiegel hockt, um mit allerhand Pasten die Jahresringe aus seinem Antlitz hinwcgzuschminken, so ist das nicht schön und meistens auch verfehlt: auf die Dauer haften solche Verjüngungskünste doch nicht vor. Biel gescheiter ist es, wenn man von dem Spiegel sich selbst die reine Wahrheit sagen läßt und demgemäß handelt. So und fo alt bin ich nun einmal; also richte ich mich in Klciduna und sonstigem Benehmen nach die­ser^ Wahrheit. Will ich einen angenehmen Eindruck auf die Mitmenschen machen, so erreiche ich das am besten durch ein gesundes Aussehen und ein

frisches Auftreten. Wie erhalte ich meine Ge­sundheit und meine Frische? Shr h eine vernünf- fme llestens» Bin ich bisher im Essen und

Schönste im ganzen Land sei, sondern sich nur über» zeugen, ob die Haare und die Kleider in guter Ord- nung seien. Welch ein Unterschied in der Sviegel- benutzuna zwischen den einzelnen Ständen und Er- werbsklasien, zwischen Stadt und Land? Von der kleinen Viehmagd, die über dem Wasserspiegel des Tränkeimers ihr Haar aufstreicht, bis zu der Ball- königin von Berlin WW, die im Lichte der elektrischen Birnen sich von vorn und von rechts und von links und von hinten und von oben vor ihrem kunstvollen Toilettentisch sich betrachtet und verschönert! Da läßt sich kein vernünftiger Durchschnitt ziehen. Richtig wird es schon fein, daß ein beträchtlicher Teil der Lebenszeit dem Spiegel geopfert wird. Bei der Auf. rechnung dürfen wir aber das männliche Ge- schlecht nicht links liegen lasten. Großmütig will ich von den Anforderungen des Rasierspiegels absehen. Einen Vollbart wollen oder können nicht alle Adamssöhne tragen; sie halten das Rasieren für eine Notwendigkeit und greifen da vielfach zur Selbst­hilfe, sei es mittels eines Autostrops oder einer son­stigen modernen Bartkratze oder mittels des alten, ehrlichen und gefährlichen Rasiermessers. Aber das stark? Geschlecht hat vielfach die Schwäche, auch dem Haupthaar, soweit es noch vorhanden ist, eine sehr sorgsame und kunstvolle Behandlung angedeihen zu lasten, wozu man den Spiegel ausgiebig gebraucht. Und dann der Kragen und der hochwichtige Schlips, die müssen genau kontrolliert und adjustiert werden' Weste und Rock machen weniger Sorge; aber das Beinkleid mit seinen Bügelfalten und seinem mo­dernen Sitz ist ein wesentliches Stück der Eleganz, und darum hat ein „Mann", der in die Welt Pasten will, das dringende Bedürfnis nach einem „durch - gchenben" Spiegel, der auch das Untergestell seiner Schönheit voll und ganz zurückwirst.

Wie groß das Bedürfnis nach Celbstspvtgelung ist, kann man auf der Straße beobachten vor jenen Schaufenstern oder Reklameflächen, die ein Bild zu­rückwerfen. Manche, die dort anhastm, tun so, als ob sie die Ware ober die Aufschrift betrachten; in Wirklichkeit beschauen sie sich se'bft, tote man an ge-

Man muß auf die Tage der Schreckensherrschaft I des alten Porfirio Dia; zurückblicken, um den Gang der Dinge in Mexiko einigennaßen zu begreifen. Porfirio Diaz hatte ein schonungsloses Regiment auf. I gerichtet, und alle diejenigen die sich ihm widersetz- I ten, ohne jede Rücksicht beifette schaffen lasten. Das I Verdienst wird man ihm allerdings nicht abstreiten I können, daß er mit starker Faust durchgegriffen und I dem Lande wenigstens äußerlich den Frieden erhielt, eine Reche von Kulturerrungenschaften zugeführt I Hat, die die bester? Ausnützung seiner unermeßlichen Reichtümer gewährleisteten und dadurch den Volks- I Wohlstand ungemein hoben. Das hinderte nicht, daß er nach dreißigjähriger Herrschaft vor zwei Jahren I am Abend seines Lebens gestürzt wurde. Hinter ihm triumphierte Francisco Madero, der mit tausend Schlagworten das Volk beglücken kann. Es I ist nicht viel aus der Beglückung geworden. Madero hatte nicht die starke Hand seines Vorgängers, und I das des Zwanges ledige Volk übte die neue Freiheit in seinem Sinn. Im Norden und im Süden blieben I die Putsche, Uebersälle, Schädigungen an Eigentum I und Leben an der Tagesordnung. Der Neffe von Porfirio Diaz schlug ungeschickt und vorzeitig in Veracruz los, wurde überwältigt und ins Gefängnis I gesteckt. Befreit stellte er sich jetzt an ll - Spitze von ein paar tausend Artilleristen, zwang, nachdem ptait tagelang von hüben und drüben durch die Stadt Mexiko die Kugeln gejagt hatte, Madero nieder und half dem neuen Präsidenten Huerta in den Sattel. I Die Ermordung Maderos und seines Leidensgenosten I Suarez, mit der das neue Regiment sich ein führte, ist eine der größten Scheußlichkeiten, die in der Ge- I schichte der an solchen Untaten reichen amerikanischen Revolutionen begangen worden ist. Sie erinnert unwillkürlich an das tragische Ende des Kaisers I Maximilian auf demselben mexikanischen Boden. Dieser, ein Bruder des alten Kaisers Franz Joseph von Oesterreich, geriet nach Abzug der Franzosen, die chn schnöde in Sttch ließen, in die Hände seiner Gegner, der republikanischen Partei, deren Führer Iuarez den gefangenen Kaiser am 19. Juni 1867 in Queretara erschießen ließ. Aber hier hatte man wenigstens den Anschein einer rechtmäßigen Hand­lung gewahrt, indem man dem Kaiser und seinen Getreuen einen förmlichen Prozeß machte. Jetzt nach 46 Jahren macht man in Mexiko nicht mehr so vtel Federlesens mit dem gefangenen Gegner, man laßt ihn kalten Blutes umbringen und heuchelt hinterher etnen unglücklichen Zufall.

Madero war allerdings keineswegs eine große Persönlichkeit, an dessen Schicksal mah mehr als ge­wöhnlichen Anteil nehmen könnte. Er wird geschil- dert als klein und schmächtig, wenia aetoanbt als em Mann von großen Worten und Phrasen, der aber niemals Taten vollbringen konnte. Wohl war er Optimist und merkte so nie, daß er nur eine Stroh- guttoe war — die Drahtzieher saßen ganz wo anders. Man munkelt, daß die Standard Oil Co ihn „gemacht" habe. Der alte Diktator Diaz hatte, so erzählt die Vostisch? Zeitung, das Monopol des Petroleumtrusts in Meriko " dadurch zu bre- cken gesucht, daß er zwei bei Veracruz erschlos- fene Quellen einem englischen Syndikat in die Hande spielte. Madero mußte siegen und Diaz aus dem Lande, damit der Standard Oil-Trust wieder seine alte Macht gewann. Berichte von drüben neu- nen den ganzen seinerzeitigen Diaz—Madero-Krieg den Kampf der Syndikate Pearson—Standard Oit. Und in der Tat, Madero auf dem Präsidentenstuhl hatte nichts Eiligeres zu tun, als durch allerlei „Schiebungen" seine Helferin, die Standard Oil Co. zur Alleinherrscherin zu machen.

Diesmal ist die Standard Oil Co. unterlegen. Man merkt ihren schürenden Einfluß denn auch schon ganz gehörig in Washington und Newyork. Nach ihr müßte lieber heute als morgen Präsident Taft den Befehl zum Ueberschreiten der Grenze geben.

Präsident Taft wird das Wohl nicht mehr tun. Die Tage seiner Herrschaft sind gezählt. Am nächsten Montag schon geht er als Privatmann aus dem Weißen Hause. Er hat also absolut keinen Grund, für feine Person so schwerwiegende Entscheidungen zu treffen und Verantwortungen zu übernehmen» die, wenn sie Erfolg haben, als reife Früchte seinem Nachfolger tn den Schoß fallen würden und wenn sie mißlingen, das moralische Konto seiner Präsi­dentschaft stark belasteten.

Große Umwälzungen haben in Mexiko statt- gesunden. Der Präsident Madero ist gefangen ge­nommen und erschollen worden, ebenso der unter ihm ' amtierende Vizepräsident Suarez. Gegenwärtig bat der zum Diktator ernannte General Huerta alle Macht _____,................

in Händen, um. wenn das Land sick einigermaßen So wird für die nächsten Tage die Entscheidung beruhigt hat, dem siegreichen Gegner Maberos, Felix | der Vereinigten Staaten Wohl ausbleiben. Ob jedoch

Ausland.

* Die Gespenster-Luftschiffe. Zu den phantasti­schen englischen Preßmeldungen über nächtliche Fahrten deutscher Luftschiffe nach England liegt an­scheinend offiziöse Zurechtweisung in der Köln. Ztg. vor.

Die Verteilung sämtlicher deutscher Luftschiffe ist tn der breitesten Oestentitchkeik bekannt. Die Fahrten werden von der Presse vermerkt. Unmöglich kann em Luftschiff nach England tabten unö zurücl > kehren, ohne daß irgendein Mensch das riesige Fahr­zeug steht, zumal es über die dichtbevöliertsten Teile Eurot is fahren mußte. Selbst tm Winter reicht zu einer solchen Fahrt dte Nachtzeit nicht aus und ielbn das schi elfte Luftschiff „L I“ brauchte zwölt Stunden Fahrt von Friedrichshafen zur WorDieetüfte. Wollte cm Lusttchtff wirtlich in nächtlicher Stunde England einen hetmltchen Besuch machen, so würde es sich doch, wie aus der Hand »regt, sehr hüten, irgendwelche Ltcbter zu zeigen. Es ist bedauert ich, daß tn England nicht von sachverständiger Sette oder von einer Regierungsstelle aus, die die Tatsachen kennt, der Bersuch gemacht wird, dieser üblen Mas sen­su g g e st i o n den Garaus zu machen.

** Die Militärpflicht der religiösen Orden in Spanien. Es ist berichtet worden, baß in Spanien burch einen Kgl. Erlaß bie religiösen Kongregationen angehöreitben Geistlichen unter bie Fahnen berufen würben. Diese in der Geschichte Spaniens unerhörte Maßnahme erregt in ber konservativen Presse lebhaf­ten Widerspruch. Angesichts der mächtigen Erregung, bie alle nicht liberalen Kreise Spaniens erfaßt hat, ist es notwenbig, bie ganze Sachlage barzulegen, um« somehr, als bamit ein neuer schwerer Konflikt mit dem Hl. Stuhl und eine Verletzung des-Konkordats geschaffen wirb. Es hanbelt sich um einen der sog. „Real Orden", jener ministeriellen Erlasse, bie weder der parlamentarischen Zustimmung, noch jener des Königs bedürfen, und in anderen Ländern einfach Ministerialerlaß ober abministrative Verfügung ge­launt werben. Der Name „Königlicher Erlaß" rührt baher, baß er „im Namen bes Königs" erlassen wirb. Zu ber Militärpflicht herangezogen werben folgende Orben: bie Escalapios, bie Brüder der christlichen Schulen, die Marillen, die Salesianer und bie Maria- nisten. Alle diese Orden unterhalten katholische Privatschulen. Der Erlaß ist ein raffiniertes Stück Willkür, denn er erwähnt nicht, baß es gerabe bie Schulorben sinb, bie ihre Mitglieder von nun an in die Kaserne schicken müssen. Diese Feststellung wirb von ber katholischen Presse gemacht, bie sofort erkannt hat, worauf ber Minister zielt. Die Escolapios und die Brüber der christlichen Schulen unterhalten mehr als 60 Prozent aller katholischen Privatschulen, die Salesianer widmen sich ber gewerblichen unb indu- trieuen Fortbilbung der Jugenb, bie Maristen unter« falten gute Mittelschulen. Nun liegt bas Schulwesen in Spanien noch sehr tm Argen, es fehlt an weltlichen Lehrern. Es sollte also von einer gewissenhaften Re- ! ierung alles getan werben, um ben Schulen bie Lehrer zu erhalten. Andere Länder, bie viel weiter in der Volksbildung sinb als Spanien, kennen ja auch den beschränkten oder vollständig aufgehobenen Mili- tärdienst sogar für weltliche. Lehrer. Die Absicht, den katholischen Privutschulen zum Borteil

Unpolitische dettläufe.

Berlin, 27. Februar 1918.

<Nachdruck nicht gestattet.)

S p i e g l e i n, S p i e g l e i n an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Das Berschen stammt aus der alten Märchenzeit; inzwischen sind auz den kleinen Spiegeln an der Wand gewaltige £ Trumeaus unb vier- ober sechsflügelige Reflektoren auf dem Toilettentisch geworden. Die Frage nach der eigenen Schönheit ist aber immer noch modern. A Ich vermute sogar, daß der Spiegel seine wißbegierige 4 Kundschaft inzwischen noch erweitert hat, denn die * sogen. Herren der Schöpfung kommen mir jetzt viel spieaelsüchtiger vor, als in meinen Jugendjahren.

Ein Jra-.zvse, der gern mit Zahlen spielt, hat ausgerechnet, wie lange wohl durchschnittlich ein tocibliches W'sen während ihres Lebens sich vor dem tz Spiegel aufhält. Er meint, die Mädchen von 6 bis 10 Jahren brauchten täglich 7 Minuten zur Bespiege­lung. Bis zum dreißigsten Jahre stiege die tägliche , Spiegelzeit stufenweise auf 15, 22 unb 30 Minuten, in dem höheren Alter allmählich wieder auf 24, j 18, 12 unb 6 Minuten zu sinken. Unter dieser An- uahme kommt er zu einer Gesamtspiegelzeit von 242 ■ r*®cn‘ $aS ?° eine Durchschnittsrechnung, die ich kaum beweisen unb schwer widerlegen läßt. ES 'l'ht manche Mädchen, bie viel mehr Zeit zur Ver- chonernngsarbeit vor bem Spiegel gebrauchen. Eine Tame, die täglich erst eine Morgentoilette, bann eine § •Pycmenabentoilette, eine BZuchstoilette, eine Siner« touette, eine Theatertoilette usw. anlegen muß, kommt t chst einer halben Stunde Spiegelzeit längst nicht au6, - "Ud wenn es heißt: „Schier dreißig Jahre bist du h 1 wird der Opferdienst vor dem Spiegelaltar I »!. 'ans nicht kürzer, sondern die Verfchönerung des E ^"tpers erfordert bann noch mehr Kunst, Mühsal "z Zeit, als in ber ersten Blüte. Anbererscitz gibt eine Unmenge von Mäbchen unb Frauen, die im ft.lanOe ihrer Arbeit ober aus Abneigung gegen die •‘■euomobte sich mit einem flüchtigen Blick in den W Plegel begnügen. Sie wollen nicht wissen, wer die

Vochen-rrun-schall.

(:) Fulda, 28 Februar 1913.

Zum Besuch des deutschen Kaiserhofes ist am Moniag dieser Woche das dänische Königs­paar in Berlin eingetroffen, um hier die Reihe der Besuche zu beginnen, die tote üblich von den regieren- ben Fürstlichkeiten nach der Thronbesteigung abge- ftattei werden. Der herzliche Empfang, der dem dä- nischen Kontg Christian X. unb seiner Gemahlin bei ihrem Einzug in bie deutsche Reichshauptstadt bereitet wurde, darf ihnen als Ausdruck und Beweis für die Herzlichkeit unb Aufrichtigkeit ber Beziehungen zwi- ichen bem deutschen und dänischen Volk gelten. Wenn ier Besuch des dänischen Königspaares in Berlin dazu beitragen wird, ben beutsch-bänischen Gegensatz

Der Spiegel ist zumeist ein Werkzeug der Eitel­keit, oft sogar ein Helfershelfer ber Lüg e. Aber wegen bes Mißbrauchs braucht man nicht alle Spie­gel in Scherben zu schlagen. Er Selbsterkenntnis beförbern, kamttlich der Anfang ber Weisheit.

Jeber will vorteilhaft aussehen, laubter Zweck; man muß nur bie