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2. Blatt

•r„ 6 et Salbtet atttmrecerd hi Selb«.

0 Criuneruugen an die Freiheits­kriege.

DL

Joseph von GoerreS.

2)68 Spiegelbild der großen, Deutschland be­freienden Zeit würde nicht vollständig sein würde sich in ihrem Werden, ihrem plötzlichen Aufflammen des patriotischen Geistes, der das Niedergedrückte em­pört iffte, den ohnmächtigen Besiegten zum Ueber- wältiger des unbesiegbar geglaubten Siegers machte, nicht erfassen lassen, wollte man nicht jener Männer gedenken, die den Boden des harten Erdreichs ge­lodert, die mit ihrem Wort flammende Begeisterung in die Massen hineingetragen haben.

Das deutsche Volk war in jenen Tagen wahrhaft gottqesegnct nach dieser Richtung. Neben Männern der aussührenden Tat, Scharnhorst, Blücher, Gnei- fenau, j)nrk usw. hatte es seine mächtigen Wortfüh­rer, die mit der einschmeichelnden Melodie deS Lie­des, wie mit der Donnerstimme, welche die Gewissen schärst, fein Herz erfaßten und für das Vaterland entflammten.

Ernst Moritz Arndt, Körner, v. Kleist, Fichte, Schleiermacher und vor allem v. Stein und Joseph v. GoerreS, waren es, die daS Volk wachriefen, die den Wachgerufenen jene innere unüberwindliche Kraft zum Siege verliehen und nicht zuletzt zu Mah- nern wurden, der geschlossenen Einheit, durch eine verfassungsmäßige Grundlage die Bedingung glück­lichen Fortbestandes und gesunder Weiterentwicklung Si verleihen. ES ist sonderbar, daß unter diesen i'änncat bei der Erinnerung jener großen Tage, gerude der bedeutsamste Joseph v. Goerres nahezu vergessen wird.

U& es geschieht, weil es sich um einen über- jeugungstrcuen Katholiken handelt, der allerdings 'ui) als die Rheinlands an Preußen kamen, dieses an sein- Pflichten mahnte und das Recht der katho­lischen Minorität mächtig vertrat. — Jedenfalls dachten auch die protestantischen Führer des Volles damals anders von ihm und ehrten ihn als den Testen.

Niemand aber hat seine Bedeutung besser aner- kennt, als der große Korse, Napoleon selbst, in dem er Joseph v. Goerres und den von ihm geleite­ten „Rheinischen Merkur" als die fünfte gegen ihn kämpfende Großmacht bezeichnete. Richt Umsonst verwies er den gewaltigen Mann au« iww

Lokales.

Fulda, 26. Februar 1913.

t Die Quellen und Abhandlungen zur Geschichte ter Abtei und der Diözese Fulda, herausgegeben von Prof. Dr. Gregor Richter, bespricht Dr. AloiS Wurm (München) in der literarischen Beilage der „Augsburger Postztg.". Er schreibt u. a.: „Da wird in mustergültiger Weise das kirchlich-religiöse Mate­rial einer alten Diözese durchgearbeitet und so einer solid fundierten universalen Diözesangeschichte die Wege geebnet." . . . „Vor mir liegt Band VII dieser Publikation. Der scheinbar ganz trockene Hauptbe­standteil, des Herausgebers Verzeichnis der bürger- sichen Benediktiner der Abtei Fulda von 1627—1802, enthält für b?n nachdenklichen Leser eine ganze Reihe höchst interessanter Notizen." . . „Mancher Pfarrherr tonnte sich aus dem Buch eine praktische Anregung

# Bettelbriefe und Bonifatiusverein

Dor nicht langer Zeit gaben wir den Lesern dieser Zeitung den Rat, nur dann Bettelbriefe für Kirchen- hauten rc. zu berücksichtigen, wenn die Kollekte von bet geistliche» Behörde empfohlen und die Verhält- nifje der bett. Diasporastellen dem Leser bekannt seien, giecht beachtenswerte Aeußerungen brachte dazu die ^öln. Volts,ta/.

In Nr. 184 dieser Zeitung wandte sich ein Pfarrer to Berlin gegen den Vorschlag eines DiasporapfarrerS in Nr. 84 derselben Zeitung, daß doch auf alle sog. Bettelbriefe verzichtet werde und alle für die Diaspora bestimmte Gaben durch eine Zentral st eile, den AonifatiuSverein geleitet werden sollten. Man byrf aber wohl sagen, daß dieser Diasporapfarrer Tau- (enben auS der Seele gesprochen hat. Wenn all die Lten Leute, die auf Bettelbriefe hin ihr Scherfsiin ge­opfert haben, gewußt hätten, daß über die Hälfte ihrer Gaben einem anderen Zwecke als dem von ihnen gewoll. ten zufliehen würden, sie würden kaum etwas gegeben «eiben. Auch 20 Prozent Unkosten ist noch viel zu viel, xzerin der Bonifatiusverein in der Berliner Kirchennot juxb nickt so hat helfend eingreifen können, wie eS wohl erforderlich wäre, dann kommt das doch eben daher, daß fhm so viele Zuwendungen entgehen, die auf Bettelbriefe »in gemacht werden. Ich werde eS mir wenigstens als Pfarrer nickt nehmen lassen, auch auf der Kanzel den Gläubigen abzuraten, auf diese Briefe zu reagieren und fit aufzufordern, den betreffenden Betrag dem Boni­fatiusverein zuzuwenden, der in der Lage ist, z u prü. ftn, ob wirklich Not vorhanden ist und wo die Not am »rotzten ist. DaS ist nämlich der springende Punkt in 6er ganzen Angelegenheit. Der Herr Pfarrer in Nr. 134 gibt selbst die beklagenswerte Tatsache zu, daß ein- •eine Herren noch Tausende von Bettelbriefen versen­den, obwohl die Not längst beseitigt ist, nur um zu einer schönen Innenausstattung der Kirche zu kommen. Wie jann nun der einzelne Empfänger von Bettelbriefen dar­über urteilen, ob er nickt einen Briefschreiber dieser Art vor sich hat? Durch Erfahrung wird man klug. Ich selbst sandte früher auch auf Bettelbriefe hin mein Lckerflein, bis ich eines Tages als Dank und Quittung für meine Gabe ein Büchlein erhielt, in dem die be­treffende Kirche, zu der ich beigesteuert hatte, abgebildet yar: außen ein stattlicher Turm, im Innern prachtvolle Altäre, alle Fenster mit GlaSgemälden geschmückt usw.

AlS ich damit mein eigenes armseliges Kirchlein ver- glich mit seinen bescheidenen Möbeln, die zum Teil alt aus anderen Kirchen herübergekommen waren — an einen Kirchturm wagte ich noch gar nicht zu denken —, da stand bei mir fest: das war der letzte Bettelbrief, auf den du hereingefallen bist! Ganz gewiß wird die Sache nicht immer so liegen, aber noch einmal: wie soll der einzelne Briefempfänger das beurteilen können?

Meine? Erachtens sollte eS also bleiben bei dem Vor­schläge deS Einsenders in Nr. 84, wo eS heißt: Wir müs. len erreichen, daß alle für Kirchen, Schulen und ähnliche Anstalten gewährten Gaben in die Hände deS Boni- fatiuSvereinS kommen. Die Gaben würden bann unge- kürzt in die reckten Hände kommen, und weil der Boni- fatiuSverein dann ganz andere Mittel zur Verfügung hätte als bisher, würde er auch der Berliner Kirchennot sti ganz anderer Weiss steuern können.

mui alle Fäue tn ei das oene, wenn all», die, sei es aus Heien Stücken oder auf Anregung eines geschriebenen oder gedruckten Brte'eS, für e nen Kirchen- ober Schulbau beisteuern woll-n. ihre Gabe an den B oni>a t iusveretn, an die Zentralstelle in Fulda vbet Paderborn oder an eine Sammelstelle des Vereins, welche sich in jedem taibol. PsarrdauS befinde-, senden o>er abgeben und dazu bemerken, wo-ür sie verwandt werden soll. Dann fallen alle lästigen Unkosten weg.

2 Ct tiin *** Mittwoch 26. zebruar 101».

holen, nämlich die inneren und äußeren Schicksale der nach irgendeiner Seite hervorstechenden Familien seiner Gemeinde in einer Art Chronik niederzulegen." . . „Wer für Kultur- und Klostergeschichte eingenom­men ist, wird mit großem Nutzen die im selben Band enthaltenen Untersuchungen über die Standesver- hältnisse der Abteien Fulda und Hersseld bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts von Dr. Hack lesen: Auch für die Wirtschaftsgeschichte ist mancherlei dar- aus zu erfahren. Für jeden Geistlichen von Inter­esse wird aber die außerordentlich tüchtige Geschichte des Kollegiatstiftes und der Pfarrei zu den heiligen Aposteln Petrus und Paulus in Salmünster sein, die P. Damasus Fuchs 0. F. M. auf Grund ein­gehender Quellenstudien geschrieben hat. Die großen Zcilbewegungen, wie die Reformation und der Drei, ßigjährige Krieg, fluten mächtig über die Pfarrei. Doch wird die Gemeinde, von der schließlich nur mehr eine Matrona dem katholischen Glauben an« hing, diesem wicdcrgcwonncn Die Geschichte dieser Pfarrei ist vom Mittelalter bis in die Kulturkamvf- zeit in schöner Gleichmäßigkeit heraufgeführt. Die letzte große Publikation, die Edition des Sacramen* tarium Fuldenae saeculi X ist Kardinal Kopp als Festgabe zu seinem goldenen Priesterjubiläum ge­widmet. Die Herausgeber Gregor Richter und Al­bert Schönfelder haben da eine mühevolle Arbeit ge­leistet. Die Edition ist von hohem liturgiegeschicht­lichem Wert, der in einer folgenden Publikation klar­gestellt werden soll. Es ist ein durchaus glücklicher Gedanke des Herausgebers, auch die Liturgie in den Rabmen seiner Sammlung einzub'greifen. Ihre Geschichte bedarf ja noch so sehr derEinzcluntersuchun- gen. Besonder? wertvoll wird der Band durch die zumeist erstmalige Wiedergabe sämtlicher figürlicher Miniaturen bcS Göttinger Sakramentars, für die Kunstgeschichte und Ikonographie dankbar sein wer­den. So herrscht denn FuIdens? r Histo­rischen Verein reges und fruchtbaresLe- ben, und wir geben kaum irre, wenn wir alsseine Seele den Herausgeber Professor Dr. G. Richter bezeichnen. Möge seine opfervolle Tätigkeit durch mächtiae Förderung von oben und durch lebhaftes Interesse in weiten gebildeten Kreisen unterstützt werden. Und möae sie besonders dazu beitravn, die Freude an der kirchlichen Heim-tt- gistchickte tn den Kreisen des Klerus wieder zu be­leben!"

-!- Jubiläumsfeier der Stadt. In feiner gestrigen Sitzung beid)g>t,gte sich Der Magistrat mit her Feier der zwei großen nationalen Feste in diesem Jahre: Der £>unberf fahrt eiet brr Erhebung Deutschlands und ferner Be'r-mna von der ircinrösiicken Fremdherrschaft und dem 25jährigen 9teaierung6» fubilfium des Kaisers. Es wurde beschlosten, die Jahrhundertfeier und d>e Fe er des Jud läums Sr Majestät dr? KgtterS und Könios in eine Festteier rutamimnuttoss-n und diele am 15. Juni tm Stadt­saal und loßoartm iu begeben. Es soll ein vor­bereitender AuS chuß, bestehend auS Mitgliedern der städtischen Körperschaften und Vertretern der Bürger­schaft dei'ellt werden, welcher ein Festprogramm au - stellt und über die Deckung der Kosten orschläge macht.

.//• Ter Oratunenvklein Eäk'lia wird am Palm, fonntag, 16. März, zum Gedächtnis des 100. Ge­burtstages Verdis, dessen berühmtes Requiem im Stadttaal aufführen. Wir werden aus die Bedeutung des Werkes demnächst noch zurücklom'nen.

* Tie KriepSbeorderungen und Paßnotizen für das neue Mobilmachungsjahr werden den Mann- schäften der Reserve und Landwehr in der Zeit vom 7. bis 20. Mär; zugestellt und zwar in der Stadt Fulda durch Ordonnanzen, im Landbezirk durch die Post. Etwaig noch rückständige Meldungen über Wohnungsveränderungen sind deshalb sofort anzu- bringen. Diejenigen, welche an den ZustellungS- tggen nicht selbst zu Hause anwesend sind, haben eine Person des Hausstandes mit der Empfangnahme der bett. Notiz zu beauftragen. Wem bis zum 20. März keine KriegSbearderung oder Paßnotiz zuge- gangen ist. hat dies sofort dem Bezirksfeldwebel schriftlich oder mündlich zu melden. Die alten roten Pabnotizen sind am 1. April von den Mannschaften selbst zu vernichten.

-8- Wie geschwindelt Wirb! Vor einigen Tagen übe'brachte eine >n ben 40er Fa' ten stabende Frau

Grenzen seines Reiches. Dieser kannte sein Schick­sal voraus, denn er befand sich am Brennpunkte der Gefahr in Koblenz, während andere sich in Sicher­heit befanden, er aber achtete nicht des drohenden Unheils und gab fein freies Wort, frei aus dem in« neiften für das bedrängte Vaterland glühenden Her- zrn heraus.

Im Jahre 1810 erschien in der von F. Perthes zu Hamburg begründeten Zeitschrift „Vaterländisches Museum" feint Aufsehen erregende Schrift: „Hebet den Fall Deutschlands und die Bedingungen feiner Wiedergeburt". —

Tiefet und weitsichtiger ist das Walten deS un­sichtbaren Gottesgeistes in der Weltgeschichte wohl nie erfaßt worden. Es ist eine Sprache, wie aus einer anderen Welt, wenn et anhebt und sagt:

.ES ist kein milder, liebevoller, schonender Geist, der vom Anbeginne her durch die Erbengeschichte unsichtbar geht: eine mutige, unbezwingbare Kraft, eine finster verschlossene, erbarmungslose Macht mit festem Willen ohne Wanken führt sie dem ernsten Ziele entgegen. Was hat daS furchtbar erhabene Wesen nicht schon zertreten von allem, waS da auf der Erde? Hat es etwa sorg­sam an einem Menschenwerk den schreitenden Fuß vor- beigeführt, daß eS nicht verderbe vieler Jahre mühsam Werk? Ist nicht alles gefallen vor ihm, Persepolis und Babylon und Thebä und der Römer Thun, daS trotzen wollte dem Verderben, und der Griechen Wirken, daS durch den Zauber der Schönheit Schonung sich zu erschmeicheln hoffte? Wohl erheitert fick von Zeit zu Zeit da? Dunkel und die Spiele wagen sich hervor, und die Geschichte scheint zum Scherze zu werden, wie daS Leben, es ist als ob der ernste Geist auf einem andern Planeten wandelte; dann aber nahen wieder verhäng. niSvolle Stunden, und er kommt in Nacht herabgefah­ren, um sein Werk zu fördern, und Volk vor Volk wird vor Gericht gerufen, daß es ringe mit seinem Schicksal, und seine Kraft bewähre in dem Streit. Solche Tage sind in unsere Tage gefallen, die Völker haben gestritten und klar hat es sich ergeben, was jedes wert sei, und was es bedeute, wenn nicht vor Gott, doch vor der Welt."

Joseph v. Goerres Oppositionsstellung gegen Na- poleon und Frankreich war nicht nur eine Lefäht- liche, sondern auch eine überaus schwierige. Daß es am Rhein in jener Zeit für den Westen viel Sym­pathien gab, läßt sich nicht wegleugnen. Der von Paris auSgegangene freiheitliche Gedanke, hatte viele Herzen erfaßt und zeitweise auch Goerres beherrscht, bis er bei seinem Aufenthalte in Paris in die Tiefen blicken konnte, aus denen jene Freiheit ausschäumte, und dann klar die Wahrheit erkannte und ihr rück­sichtsloser Vertreter wurde.

einem hiesigen Herrn einen Brief, angeblich von ihrer in einem Rdöndorf wohnenden Schwester. Die anged- licke Sckwester schreibt in diesem Brief, daß sie eine arme Witwe sei, emen Sohn beim Militär und einen troufcw Sohn ,u Hause habe. Sie leide große Not und misste überdies ihr sehr sch WhafteS ©äugten verlassen ober neu anfbauen. Für letztgenannten Zweck bittet sie um eine Unterstütz,mg. Der betreffende Herr ging indes nicht sofort auf die Wünsche der Bittstellerin ein, versprach aber, die Sache zu prüfen und der angebl’cten Schwester bann eine Gabe zu« kommen zu lassen. Ein von ibm an die angegebene Briefschreiberin abgesandter Brief kam mit dem Ver­merkt „In ** unbekannt" zurück. Damit war der Schwindel bestätigt. Aus dem Vorfall ermbt sich wieder die Lehre, auf Bettelbriefe nicht ohne Prüfung der Sach- einiugeben.

SckSffmgeritbt. Ein schon 14 mal weaen Betteln? vorbestratter Tiscklerodelle von Herne (Wests.!, wurde gestern, weil er am 5. Febr. b er gebettelt hat, zu einer Gefän nisftrafe van 3 Wacken verurteilt. — Verschiedene Wirte von hier hatten je einen Straf, befehl über 30 Mk. erhalten, weil sie Unterlasten batten, über ihr, meisten« weiblicke? Personal, das nickt nur im Haushalt, sondern vorübergehend auch zum Bedienen der Gäste berangcroaen wurde, daS vargeschriebene V-rzeickms zu fuhren, und west sie die den Angestellten zustehenden gesetzlichen Ruhe­pausen nickt gewährt bgfen. Der Gastwirt W. Sch. und bi» Gastwirtin A Sch. Witwe werden freche« sprachen, die übrigen »u einer Ge'dstrgse von je fünf Mark verurteilt. — Fast 4* l/i Stunden währte die Hauptverbeudtung gegen ein Ehepaar, bag früher hier eine alkoholfreie Wirtschaft betrieb. Beide waren b's Vergehens gegen § 180 des St.«G -B arweklagt. Zn vieler Verhandlung, die unt-r Ausschluß der Oeffenst'ckkeit statt fand, waren 7 Zeugen geladen. Das (Set ckt be'chloß die Sacke in vertagen und zur weiteren Beweiserhebung nock iroö f Zeugen zu laden. — Der Br vatwann A. K. biet war ana-stlaat, durch ' eine Notiz tn der,Fistdaer Ztgck vorn 17 Nug. 1912 j aus Kraßenta't einen dortigen Einwohner der W td< biederes h-nichstat zu haben Der Angeklagte wurde beti’e treigefrr heft, ba er den Beweis her Wahrheit erbrachte. Aucu ist der Prwa'k'äaer vom Schöffen- gerietst Estei'eld im November 1912 wegen Jagb- oergebenS mit 30 N!k. Geldstrafe verurteilt morden. — Der Handelsmann H. G. von hier wird wegen Beleidmnna in einer Geckstrafe von 30 Mk. verurteilt.

lieber den Begriff der Hausbesitzerechettfchaft Bat unlängst da? Oberverwaltungsgericht eine Ent­scheidung gefällt, die ein kommunalvolitischez Inter­esse beansprucht. Im § 18 der Städteordnnng für Hessen-Nassau wird verlangt, daß ein bestimmter Teil der von jeder Abteilung zu wählenden Stabt- verordneten Hausbesitzer sind. Als solche gelten nach dem Gesetze nicht bloß die Hauseigentümer, sondern auch Nießbraucher. Der Fall lag so, daß für einen zum Stadtverordneten gewählten Kandidaten ein zweijährige? Nutznießungsrecht an einem Hause zur Sicherung einer Darlehnsforderung eingetragen war. Der Bezirksausschuß batte die Wahl für ungiftig er­klärt unter der Begründung, daß der Sinn der ge­setzlichen Bestimmung dahin zu fassen sei, daß der Gesetzgeber solchen Personen, die durch Grundeigen­tum mit der Gemeinde verbunden und infolgedessen an dem Gedeihen der Gemeinde besonders interessiert seien, auch einen größeren Einfluß auf die Verwal­tung habe einräumen wollen. Bei einem so kurz befristeten Nießbrauch wie dem in Rede stehenden, der lediglich den Zweck gehabt habe, das Grundstück vor der Subhastation zu bewahren, sei der Zusam­menhang mit dem Grundstück zu äußerlich, als daß er als Nießbrauch im Sinne des Gesetzes bezeichnet werden könne. Tas Oberverwaltuugsgericht schloß sich dieser Entscheidung an.

** Die Hnbstiibungen br8 18 Armeekorps sollen in diesem Jahr stanfinben im nördlichen Teil der Pro­vinz Starkenburg: Kreis Offenback, Kreis Darmstadt östlich der Linie Gräfenbansen-Wixhansen-Arbeilaen« Einsiedel (Orte einfchl'etzlicks, Kreis Dieburg nördlich der Lutte Kundernbauien-Habitzheim-Heuback (Orte aiiesckließlick) und nn südöstlichen und im füMt-ben Teil der Prov n, Oberhessen. Gremen: im Westen Bahn Vllbel-Friebbera, im Norden Linie Friedberg- N'bba lBabnl • Oberlai#• Medern-Herckenhain-Grester. bon.Reicklos <Orte einicklietzlickV D'efe Genenden

DaS rheinische Land war zuerst an Frankreich gekommen, erfreute sich einer besseren Verwaltung als vordem und vor allem hatte Napoleon erkannt, daß man ein Land nicht nur erobern, sondern es auch durch wirtschaftliche Vorteile heben müsse, um es zu besitzen. Was er namentlich auf dem Gebiete des Verkehr? geleistet, hat vielfach noch bis in unsere Zeit hinein Geltung.

Endlich war der große Eroberer aber auch der Mann, der durch seine Taten, wie sie siegreicher die Welt nie gesehen, e? verstand, ein Volk mtt sich fort- zureißen und vor seinen Siegeswagen zu spannen.

Einer der Wenigen, die sich durch nichts beirren ließen, die oft ihre mahnende Stimme erhoben, der stets in engster Verbindung mit den großen Geistern blieb, welche die Wiedergeburt Deutschlands an- strebten, war Joseph v. Goerres.

j Und wie jubelte er auf, als endlich die Stunde 1 der Erlösung geschlagen, als die Franzosen über den i Rhein geworfen waren.

Da durfte auch er offen die Männer Und Jüng­linge am Rheinstrom „zum Kampfe für das alte, gemeinsame, deutsche Vaterland" , aufrufen.. Er wußte feine Landsleute zu packen, indem er in der ihm eigenen elementaren Beredsamkeit schrieb:

„Wolltet ihr allein verzagt, mitten in dieser Herr- licken, erhebenden Zeit unterkriechen? Wolltet ihr allem euch nicht waschen von der alten Makel in dem frischen, stärkenden Lebenswasser der Begeisterung und be3 ju­gendlichen Heldenmutes mitten unter gleich begeisterten KriegSgefährten? Ganz Deutschland ehrt und achtet mit Vorliebe die Bewohner des schönen Rheins, die Mosel« Inner, die an der Saar und alles, was sonst in unseren Gauen lebt und drängt; überall wo wir erscheinen, »er­ben wir mit Herzlichkeit und Liebe aufgenommen; man

i bat Freude an unserem Wesen, und erkennt uns für Deutsche vom Kern des Lander, und e$ war ein tiefer Schmerz für daS gesamte Volk, als man uns eine Zeit ■ von ihm abgerissen. Und diese Ehre sollten wir ver­scherzen, wir sollten allein zu Hause bleiben, nachdem alle Völkerschaften ausgezogen? Wir würden mit Recht auSgestohen aus dem gemeinen Wesen, wir würden überall zum Gespötts werden, wo vorher unser Ruf geblüht; Deutschfranzosen würden sie uns nennen, und unS also mit dem ärgsten Scheltwort schelten. Nein, wie vorhin, als das deutsche Reich noch in alter Herr­lichkeit geblüht, so müssen auch jetzt Schwaben, Pfälzer und alles, waS den Rhein hinunter wohnt, in allen deutschen Schlachten die Vorhand wieder sich gewinnen: , denn der Rhein ist Deutschlands hochschlagende Puls­ader. Wir aber am nächsten der bedrohten Grenze im

find zuletzt im Jahre 1907 zur Abhaltung der Herbst« . Übungen in größerem Umfange benutzt worden.

a Als Leiter der Baustelle bet Landwirtschafts, kämmet zu Kaffei, die feit dem 1. Oktober 1911 pro­visorisch eingerichtet ist, vom 1. April b. IS. an aber eine ständige Einrichtung bildet und in der bisherigen Weise weitergeführt werden soll, ist vom Vorstände der Kammer Herr Sieck mit der Amtsbezeichnung „Baumeister der Landwirtschasiskammer" bestellt worden.

= Der Geschäftsbericht bet Hessischen Brandver- sichenlngsaustalt verzeichnet infolge der überaus gro- ßen Hitze und Dürre während des Jahres 1911 die größte Zahl der Schadensfälle seit dem Jahre 1901; ez sind für 788 Schadensfälle 2 131 833,80 Mark zu bewilligen, sodaß der durchschnittliche Sckadener'ay, b-r alljährlich mit 599 Brandfällen berechnet wird, Siz erheblich überschritten wird. Die Gesamtver- erungssurnrne hat sich im Lause des Jahres um 50 061 700 Mark erhöht, in den beiden Vorjahren nur um 33 bezw. 40 Millionen Mark.

Kurse füt Junungsverwolter gedenkt die Handwerkskammer zu Kassel demnächst zu veranstal­ten. Der Vorstand der Kammer hat in seiner letz­ten Sitzung beschlossen, diesen Punkt auf die Tages- orbnung ber für den 3. März er. an beraumten Vollversammlung zu setzen. Durch Umfrage bet den Innungen des Kammerbezirks soll festgestellt wer- den, ob und wieviel Vorstandsmitglieder an einem solchen Kursus teilnchmen würden.

Der Voranschlag des Bezirksverbandes für den Regierungsbezirk Kastel für das Etatsjahr 1913, der dem jetzigen Kommunallandtag zur Genehmi­gung vorgclcgt wi'd, schließt sich im wesentlichen dem des laufenden Etats an. Die Anforderungen, die an ihn vvn den einzelnen Verwaltungszweigen gestellt werden, sind wiederum g fliegen. Die Mehrausgaben entfallen hauptsächlich aus die Besoldungen und Ruhegchalte, auf die Zuschüsse zur Unterhal- hing der Landkrankenanstalten, der Irrenanstalten, auf'die Kosten der Fürsorgeerziehung, auf ben Land- ftraßenbauetat und auf die Unterstützung milder Stiftungen. Diesen Mehrausgaben stehen Minder- ausgaben gegenüber, mit deren Hilfe einesteils und den Mehreinnahmen andererseits, die namentlich bet der Bezirkssteuer mit 50 000 Mark zu erwarten sind, ist es möglich, unter Beibehaltung der seit dem Jahre 1915 erhobenen Bezirks st euer von 10 P r o- zent den Etat zu balanzieren, der mit 4 415 6,0 Mark in Einnahme und Ausgabe abschließt. An neuen Ausgabeposten sind in den Etat ein« gestellt 1000 Mk. für eine UebergangSstation für entlassene Strafgefangene für Hessen-Nassau in Frankfurt a. M., 300 Mk. für hilfsbedürftige Taub- stumme in Kurhessen und Waldeck, 6000 Mk. der Stadt Kastel als Beihilfe zu den Kosten der Unter- Haltung des Landesmuseums und 3000 Mark für die Kurhestische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft in Kassel. In den außerordentlichen Etat werden aus Anleihemitteln zur Bestreitung der Kosten zur Erwerbung der Hälfte des Gebäudes des M u« txums Fridericianum 200 000 Mk. und derselbe Betrag zu den Gruuderwerbskosten von 2 e- kundärbahnen eingestellt.

Hk. UrlpruugSzmgmsst. Da türkische Waren bet der Enttuhr nach Vulgär ieu «neu, Kawplzoll unter« wotsen sind, wüsten Waren anderen UttprungS, von einer Art wie sie aus ber Türkei emaehen, vvn Ursprungszeugnissen begleitet fein. Von solchen Erttugnisten kommen für bte Ausfuhr aus Teustch. land baupijäcklich Waschseife urd Baumwollen­waren tn Belrackl.

(•) Verein für Naturkunde. Heute abenb 8% Uhr hält Herr Lomb im Vorstanbsziinmer des Bürger- verein? im Verein für Naturkunde einen Vortrag über Geheimnisse in der Jnsekfenwelt". Jahre lang hat Herr Lornb sich mit großem Fleiße mit dem Gegen­stand seines heutigen Vortrags beschäftigt, sodaß wohl für alle Freunde der Natur ein sehr genußreicher Abend zu erwarten ist. Nichtmitglieder sind herzlich well, kommen.

Franzosen sollen erfahren, ckteS Tun und Treiben aus

Aus dem Nachbargebiele.

* Bebra, 25. Febr. 1913. Mil dem Dau der geplanten Umgehungsbahn wird in nächster

Abendland müssen eine feste Wehrmauer und em Schuh dem Vaterlande werden, das ein müßig, indolent und zaghaft Volk dort am gefährlichen Punkt nicht dulden kann. Darum auf ihr Junglinge in allen diesen tan. den! Deutschland soll wissen, daß ihr nicht vom alten Stamm entartet seid; die Franzosen sollen erfahren, daß man ihr aberwitzig «cklcckteS Tun und Treiben aul ganzer Seele verabscheut; daß diese Volker mehr als den Lod, und in den Tod sie hassen: daß wir lieber sterben wollen, als sie wiederkehren sehen. Ihm, der un3 zu den Seinen zu rechnen, bie Schande tut, soll gesagt wer­den: Siehe! sie mögen dich nicht, sie sagen ab dem Satan mit all seiner Pracht, auf dem Lchlachtftlde siehst du ihre Söhne in unfern Reihen stehen, also laste von ihnen; dir ist keine Macht gegeben über sie. Darum ihr Jünglinge dieses Landes auf! DaS rheinische Blut soll auch in der allgemeinen Begeisterung ra;cher stch bewegen, der Rhein soll auch die Seinen am Orte der Entscheidung sehen, wohin Main und Weser und die Elbe und die Oder, bie Donau unb all die Strome bi8 -um Jenisei hinauf, bie Ihrigen schon gesendet haben. Sagt nicht: dieser spricht also, und tut nicht dergleichen. Viele bedauern mit unS, daß ihre Jugend nicht tn dies« Reit gefallen; eS gibt andere auch heilige Verhaltnisie. die dem besten Willen wehren, daß er bie Gefahr nicht sucht; aber sollte sie wieder unferm Heerde nahen, keiner von uns allen wird sich ausschliehen wollen, daß er nicht zu den Waffen greift, und denen, die voraus- gegangen, sich anreiht. Also noch einmal, zur Wehr- mutige Jugend dieses Landes! Nicht wollen rott die Freiheit als eine Gabe uns erbetteln, nein, sie soll unS selbst durch eigne Macht gewonnen sein; nicht einmal unser Vaterland soll uns gegeben werden, wir wollen eS unS selber nehmen. Wir haben auch Rache zu fordern für die Schmach, die sie unferm Volke angetan; und zwiefach für daS Blut, das sie in. unS und durch uns für ihre schlechten Zwecke hmgegos- fen; über sie hin müssen wir unserm Alter ben Frieden und bie Ruhe erstreiten, die unserer Jugend nicht ge- «eben war. Wenn vielleicht nach Jahren im Norden die Flamme wieder erloschen ist, dann muß sie noch nachglühen hier an unserm Rheine; denn da, Herzblut Deutschlands kreist in seinem Bette, und Del Wein der Begeisterung fließt in unfern Adern.

So sprudelte es aus der deutschen Feucrscele eines Joseph v. Goerres heraus, und dieses yenct zündete nicht nur als eine Augenblicksslamme, son- oern es leuchte bis in unsere Tage Hinern, als die unzerstörbare „Wacht am Rhein!"

Niemals darf Deutschland diesen Mann verges­sen, wenn einer, so hat gerade er das volle Recht daß man seiner in diesen schönen Erinnerungslagen dankbar gedenkt!