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2. Blatt.

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Fuldaer Leitung. ♦*

M 39.

Montaa 17. Februar 1913.

Rechenschaftsbericht

hes Vorstandes der Zuldaer Kctiendruckerei über das Geschäftsjahr 1912.

Vie im letzten Geschäftsberichte ausgesprochene Hoffnung aus eine befriedigende Weiterentwicklung Des Unternehmens hat sich erfteulicherweise im gerflolJenen Geschäftsjahre 1912 erfüllt, wir waren h, allen Abteilungen des Betriebes voll beschäftigt. Troy der erheblich gestiegenen Unkosten infolge der taut Tarif eingeführten Lohnerhöhungen können wir auch diesmal ein günstiges Zahresergebnis fest­

stellen.

Am Schlüsse des Berichtsjahres war die Zahl der beschäftigten Personen auf 85 gestiegen.

Auch im verstossenen Zähre wurden keine Wistel gescheut, um unseren technischen Betrieb mög­lichst zu vervollkommnen und leistungsfähig zu gestalten. Besonders hervorruheben ist die Auf­stellung einer jöseitigen Rotationsmaschine, die Mtte November 1912 in Betrieb genommen wurde. Ls ist wohl selbstverständlich, daß bei Aufstellung einer so großen Maschine in den ersten Tagen An- sangsschwierigkeiten zu überwinden sind. Dieselben Konnten jedoch in kurzer Zeit beseitigt werden, so haß die neue Maschine jetzt zur Zufriedenheit

arbeitet

Vie .Zuldaer Zeitung' weiter auszugestalten, waren wir auch im verstossenen Zahre besonders bemüht. Durch Aufwendung größerer Mittel für den Nachrichtendienst konnte die Zeitung noch wesentlich gefördert werden. €in Beweis dafür, daß die »Zuldaer Zeitung' immer mehr Anerkennung Met, ist das ständige Steigen der Abonnentenzahl, während dieselbe am Schlüsse 1911 noch 9300 betrug, ist sie am Schlüsse 1912 auf 10700 ge­stiegen. Auch der 3nferutenteil der Zeitung hat im Berichtsjahre eine erhöhte Beachtung seitens der inserierenden Geschäftsleute gefunden.

Der »Bonifattusbote' hat gleichfalls an Abon­nentenzahl zugenommen. €r erscheint allein für die Diözese Zulda in einer Auflage von 20500; in andere Diözesen werden 3000 Exemplare ge­liefert. Dieses anerkannt vorzüglich redigierte Sonntagsblatt auch in Zukunft zu fördern, wird eine unserer Hauptaufgaben sein und bleiben.

Das Akzidenzgeschäft nahm einen normalen Verlauf. — stecht rege gestaltete sich das Derlags- geschäst. Der Absatz des „Bonifatiuskalenbers“ und des „Antoniuskalenders' ist gegen die Vorjahre gestiegen. Mehrere Verlagswerke erlebten Neu­auflagen. Die 15. Auflage des Zuldaer Diözefan- Sesangbuchs befindet sich im Druck.

Der Wirtschaftsbetrieb in den Räumen der Harmonie war, wie in den Vorjahren, verlust­bringend.

£ofales.

letztgenannten Interessen ce Ausgabe zu, am sogen.

Der Vorstand schlägt der Generaloerfammtung vor, aus dem Gewinn, wie üblich, eine Dividende von 4°/o auf das Aktienkapital von M. 12000.— zu verteilen (= HL S.— pro Aktie von M. 150.—), von dem verbleibenden Reingewinn außerordentliche Abschreibungen auf Maschinen, Schriften und Mobilien-Konto vorzunehmen, sowie einen Teil zur Dotierung einer „Bau-Reserve" zu verwenden.

Fulda, 17. Februar 1913.

• Zu der Frage der Viehmärkte in bet Stabt stulda die Gegenstand der Besprechung in der Ber- taminlung der Stadwerordneten war gehen uns wlgende Darlegungen zu: An den Märkten haben Interesse bte Stadt, die Polizei, die Viehhandle- und Gasrstalldesitzer, die Dcterinärpolizei u. a Die «tobt hat ein erhebliches Interesse daran die Märkte Ä.. und Bedeutung zu erhalten und sie »ach Mogllchkert zu vergrößern. Dabei liegt es aber gleichfalls im Interesse der Stadt, daß an den Bieh- marktwochen nun nicht an allen Straßen und Plätzen «er Viehhaudel betrieben wird und daß Sicherheit und Ordnung gewahrt bleiben. Der Polizei fällt u” Nahrung der letztgenannten Interessen

Stadt noch die besondere Ausgabe zu, am sogen, n^^rkttage die Zugänge zum Personenbahnhöfe 7? diejenigen zu den Verladerampen passierbar zu s'-yalten, ferner am Marktage selbst Sorge zu tragen '$3 der Verkehr durch die Schlotzftraße nicht allzu- °uuge beschränkt bleibt. Zur Erreichung des ge- Junten Zwecks wird u. a. eine bestimmte Auftriebs- j'’ a ’eben ^^ukt festgesetzt, und die veterinärpoli- ^uiche Untersuchung der Tiere ersolgt durch zwei "erarzte anstatt durch einen. Auf diese Weise ist J/r Auftrieb selbst an stark beschickten Markttagen einer Stunde Zeit erledigt. Zur Aufrechterhal- ift^ LCÄ Ordnung in der Stadl und am Bahnhose 9 der Handel mit Vieh verboten. Von Seiten der "aynpolizei wird gleichfalls streng darauf geachtet, £? -as ausgeladene Vieh alsbald von der Eisen- ^"Zumpe entfernt wird, damit das Entladegeschäft ^liuchsl rasch von statten gehe. Die geschilderten ^.^ssuvmen laufen den Interessen der Handelsleute n. E^gen. Der Händler will handeln von vem Augenblicke an, wo das erste Stück Vieh^ den

Eisenbahnwagen verläßt bis in den Händler- oder Gaststall, vorn Verlassen des Stalles bis zum Markte und auf dem Markt selbst. Aus der Babnrampe stellen sich an 100 Händler ein, die fein Vieh aus- loden, sondern nur mustern und handeln wollen. An einzelnen Vormarkttagen wird an der Rampe eine ganz bedeutende Menge Vieh verhandelt. Die unter- suchenden Tierärzte müssen^ zeitweilig Pansen ein. treten lassen, weil das Gedränge es unmöglich macht, weitere Wagen zu entladen. Die Händler fangen um das kaum ausgeladene Vieh Handel an und können nur schwer dazu gebracht werden, die auSge» lodenen Tiere von der Rampe zu entfernen. Der Beginn des öffentlich bekannt gemachten Marktauf­triebs, der im Winterhalbjahr stets mit dem Eintritt genügenden Tageslichts erfolgt, wird von den Händ­lern wenig beachtet. Schon geraume Zeit vor der Auftriebstnnde drängen sich Menschen und Tiere in der Schloßstraße. Der Handel ist längst int Gange, und das Warten auf den Beginn des Auftriebs wird sehr unangenehm empfunden. Daß unter solchen Umständen Beschwerden laut werden, auch dann, wenn die in Frage kommenden Beamten lediglich ihrer Pflicht genügen, ist unvermeidlich. Verständ­lich ist auch der Wunsch, daß die Kosten der veteri­närpolizeilichen Untersuchungen von den Schultern der Händler und Gastwirte genommen werden möch­ten. Die Klagen über die belästigenden polizeilichen Maßnahmen am Bahnhof, beim Handeln in der Stadt und beim Auftrieb werden niemals aus der Welt geschafft werden, bis die Stadt Fulda einen der Größe des Marktes entsprechenden Marktplatz angelegt haben wird. Der Marktplatz ntüjjte Gleis­anschluß erhalten und zwar an den Längsseiten. Dann tarnt sofort nach der Ausladung der Handel beginnen, der Handel in den Straßen fällt fort, und polizeiliche Belästigungen der betr. Händler kommen in Wegfall. Erhält der Platz ferner eine genügend breite Zufuhrstraße bezw. deren zwei, so würden die Unbequemlichkeiten beim Auftrieb am Hauptmarkt auch geringer sein. Bei der Errichtung einer Vieh­markthalle würde das mit der Efenbahn angekom- mene Vieh auf dem Platze verbleiben, und der Auf- trieb am folgenden Tage um die Hälfte geringer sein. Die Lösung der Platzfrage sollte die Stadt beschleu­nigen, damit nicht andere Städte Zuvorkommen. Die Regierung wird ohnehin in aller Kürze die Einrich­tung eine? Platzes fordern müssen, der der Bedeu­tung des Marktes entspricht.

a. Bon der Landümtschastskammer. Die General- Versammlung deS BereinSaussckusses findet am 12. März in Kassel statt. Auf der Tagesordnung sieht u. a. die Beschlußfassung über einen neuen Plan für die Verwendung der Staatsbeihilfen zur Hebung der Tierzucht.

a. Zur Annahme von Praktikanten im Reg.-Bezirk Kassel folgende Krankenhäuser und medizinisch-wissen­schaftlichen Institute ermächtigt: daS Landkranken­haus in Kassel (4), Fulda (3), Hanau (2) und Hers- felb (21, die Landeshospitäler in Haina und Me>x- hausen (je 2), die Landesheilanstalt in Marburg (2), die Lungenheilstätten »Stadtwald' bei Melsungen und in Oberkaufungen (je 1), daS Hessische Diakonissenhaus und daS Krankenhaus vom Roten Kreuz m Kassel sowie das St. Pineenz-KrankenhauS in Hanau (je 1).

= Luftballon Gestern mittag gegen 1/*2 Uhr überflog ein großer grauer Luftballon von Osten nach Westen in beträchtlicher Höhe unsere Gegend.

-T- Der Landwirtschastliche Kreisverein hielt am Samstag nachmittag tm Ballhauje eine sehr gut besuchte Generalversammlung ab. Herr Dr. Neu­mann aus Kassel sprach über das Thema: WaS will und erstrebt die öffentliche Lebensver­sicherung insbesondere für die Landwirtschaft? Redner stellt fest, daß die Lebensversicherung in Deutschland bei weitem nicht so verbreitet ist wie in andern Ländern, und daß von den Versicherten nur */» auf die Landwirtschaft entfalle. Der Grund hier­für sei darin zu suchen, daß die Landwirte nicht geneigt sind, die sauer ersparten Groschen fremden Mensch! n anzuvertrauen. Um alle Schwierigkeiten zu beheben, sei 1910 der Verband öffentlicher ÄbenS« Versicherung en'ilanben, eine gemeinnützige Einrich­tung im Interesse der Landwirt«chast und des Mittel­standes. Für den Reg.-Bez. Kassel besteht bereits eine Gesckättsstelle des Verbandes und es steht zu erwarten, daß der Kommonallandtag demnächst eine eigene Anstatt beschließen wird. Redner legte sodann d e Vorzüge der öffentlichen Levensverfichelung gegen« übet den andern privaten Instituten dar. Reben der möglichst billigen und gemeinnützigen Ausgestal­tung des Versicherungsbelriebes ist der Hauptvorteil der öffentlichen Lebensversicherung in der Möglichkeit einer leichten landwirtschaftlichen Tilgungsversicherung begründet, ohne daß die städtisch-gewerblichen Kreise ausgeschlossen würden. Sw will eine wahrhaft gemeinnützige Volksversicherung sein ohne jeder ErwerbSinleresse. Während die privaten Gesell­schaften beim Ausleihen ihrer Kapitalim mög­lichste Zusammenziehung der Anlagenwertr in den Großstädten anstreben, haben sich die öffent­lichen Lebensversicherungsanstalken verpflichtet, die ihren zufließenden Kapitalien in ihrem Arbeitsbezirk anzulegen. Durch diese Maßnahme soll vermieden werden, daß daS Kapital den LandeSlftlen entzogen wird, die eS aui gebracht haben; gleichzeitig will man damit daS GrundkreditbedürfniS der Landgemeinden, sowie der mittleren und kleineren Städte in an­gemessenerer Weise befriedigen, als dies bisher durch die Privaiversicherungsgeieüschaften geschehe« ist. Zum Schluß machte der Redner kurze Ausführungen über die Organisation der geplanten öffentlichen Lebens- I Versicherungsanstalt sür den Regierungsbezirk Kassel, s Nach einer eingehenden Diskussion wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der die öffentliche Lebensversicherung als eine für die Landwirtschaft vorteilhafte Organisation und die baldige Errichtung einer eigenen Anstalt für den Reg-Bez. Kassel für wünschenswert erklärt wird. — Zu der in der vor­letzten Versammlung des Landwirtschaftlichen Kreis­vereins angeregten Frage der Bullenkörung er­klärte Herr Landral Frhr. v. Doernberg, daß vorerst eine Stellungnahme der Interessenten der einzelnen Gemeinden zu erfolgen habe, bevor ein Beschluß des Krewvereins betreffend der Zwischenkörung, der Zu­sammensetzung der Körungskommission, sowie darüber, ob Kreuzungsbullen zu -lassen werden sollen, zu einem greifbaren Resultat führen könne. — Mit den vom Garlenbauoerein angeregten Sprengvermcken mit Rom perlt 0 erklärte die Versammlung sich ein­verstanden, sieht aber von der Bewilligung eines größeren Beitrages zu den U> kosten ab, da sie eine Verbilligung ter Versuche durch Heranziehung eines «Schießmeisters aus der Umgegend, statt eines solchen auS der Dresdener Fabrik zu erzieien hofft.

) DoltSbildimgrabrnd Von der Tatsache, daß die VolkrdilDungsabende sich großer Be.iebtheit erfreuen, konnte man sich wiederum gestern beim vorletzten i

dieswinterlichen llnterdaltungSabend überzeugen, romn man den Blick über den dichtbesetzten Stabtiaal schweifen ließ. Freilich scheint einem Teile unserer halbwüchsigen Iuaend die sittliche Reife zur Beur­teilung deS BildungSwerteS solcher Abende noch zu kehlen, sie betrachtet, wie gestern, augenscheinlich der­artige Veransta'lunaen als geeigneten Tummelplatz iür das Allotria blöder Verständnislosigkeit. Im Namen des Vorstandes deS Vereins .VolkSIefehakle' begrüßte Derr Lehrer Burchardt die überaus zahlreicke Ver­sammlung und erteilte daS Wort Herrn Kunstmaler Iller von hier, der mit der Begeisterung und der Wärme deS Fachmannes die scköne Aufgabe löste, feine Zuhörer mit den verschiedenen Richtungen in der M aletet bekannt zu machen. Mit erschöpfender Klarheit, fußend auf den Ge etzen der Aesthe ik, ohne jedoch eine langweilige kunstästbetische Sezierarbeit zu liefern, beantwortete der Vortragende einleilenb die wichtige Frage: Wie betrachte ich ein Kunstwerk? Ein unverdorbener Geist, ein offenes Auge und ein guter Wille sind die einzigen Erfordernisse zum richtigen Betrachten eines Gemäldes. Frei von jedem Autoritätsglauben muß man fein, aber Verständnis für Auffassung, Komposition und Technik muß man haben. Kritik und Publikum erhielten von Herrn Iller eine herbe Lektion. Mit der Zeitungskritik sehe eS oft sehr übel auS, sie verbilde manchmal den Ge- fckmack deS Publikums, indem sie minderwertige Arbeiten zu Kunstwerken stempele. Ob ein Kunstwerk gelungen fei, da? müsse der Künstler selbst am besten wissen. (Immer? Die Red.) Daß man in da? Wesen eineä Kunstwerkes erst eindringen müsse, davon wisse das Publikum nichts und wolle es auch nichts wissen. Leden und Weben, Fühlen und Schaffen der Kunst veranschaulichte der Redner überzeugend an einer stattlichen Anzahl von sehr guten Lichtbildern, Reproduktionen von Meistrrw-rkcn, die jedoch nur ein schwacher Abglanz der Originale fein konnten. Fast alle Stoffgebiete der Malerei wurden gewürdigt. Än dem Auge der Kunst'reunde zogen vorüber, immer mit größtem Interesse betrachtet/die religiöse "nb die profane Historie, die Allegorie, das ältere und das neuzeitliche Sittenbild, das Tierstück daS heroische und daS historische Landschaftsbild, das Genrebild, das Stimmungsbild und die Monumentalmalerei in höherem Sinne. Lebhaftes Interesse bekundete sich auch für Rembrandt, den großen Meister des Hell­dunkels, für Uhde, den Führer der Freilichtmalerei, und für die berühmtesten Vertreter der Hoch­renaissance : Leonardo da Vinci, Raffael und Michel­angelo, dessen Werk »Die Erschaffung des Menschen* den BilderzykluS auf das eindrucksvollste ab- schloß. Daß Herr Iller, der für seine instruktiven Darbietungen durch reichen Beifall ausgezeichnet wurde, es unterließ, uns die Bekanntschaft mit den jüngsten Neuerern: den Neuimpresstonisten, den Futuristen und den Kubisten zu vermitteln, müssen wir ihm zu Dank anrechnen. — Das Programm des Abends wurde vervollständigt durch die abgerundeten Vorträge der hiesigen Artilleriekapelle, sowie durch den Schwank „Sie kriegen sich*. DaS Theaterstück verursachte infolge feiner lustigen Szenenführung und feiner vortrefflichen Wiedergabe durch Mitglieder deS hiesigen Schützenverems 1834 lebhafte Beifallskund- gebun^en und roabre Lack'alven.

F Der Grund, und Hausbesitzerverein Fulda hielt am Samstag abend im Ballhause eine gut besuchte Generalversammlung ab, die vom Vorsitzenden, Herrn Architekt Adam, geleitet wurde. Unter den Eingängen interessiert ein Anerbieten einer Feuerversicherungs- gesellschast bett. Abschluß eines Vergünstigungsver­trages für die Mitglieder, weiter ein von Oberinge­nieur Schröder-Frankfurt a. M. angekündigter Vor­trag über Neuerungen im Groß- und Hausschorn­steinbau, und neuere Bestrebungen, Rauch, Abgase und Raumluft ausreichend und schadlos aözuführcn. Seit der letzten Generalversammlung haben sich 17 neue Mitglieder angemeldet, gegen deren Ausnahme nichts einzuwenden war. Dem vom Vorsitzenden er­statteten umjangreichen Jahresberichte über das 4. SBereinsjabr entnehmen wir kurz folgendes: Die Zahl der Mitglieder beträgt zurzeit 503. Tie Nachfrage nach Wohnungen in der Geschäftsstelle war sehr rege. Es waren zur Vermietung angemeldet 12 Wohnungen mit 2 Zimmern, 34 mit 3, 30 mit 4, 20 mit 5, 8 mit 6, Z mit 7 und 2 Wohnungen mit 8 Zimmern: DieBenutzung der Geschäftsstelle bei Wohnungsvakanzen wurde angelegentlichst empfoh­len. Die ansehnliche Vereinsbücherei verzeichnet 21 Neuanschaffungen. Taz Versicherungswesen lieferte gute Resultate; hn laufenden Jahre soll darin wei­ter gearbeitet werden. Der Provinzialverband, dem der hiesige Verein angehört, ist auf dem besten Wege, die ,Sympathie aller Hausbesitzer unserer Provinz zu erringen. Dem Wunsche der Vereins nach einer Reform der Personenstandsaufnahme wurde seitens der Stadt nachgekommen; die Personenstandsformu­lare sind jetzt für jeden einzelnen Haushalt gesondert auszufüllen. Erstrebt werden soll die Erhebung des Wassergeldes von jedem einzelnen WohnungS- inhaber. Es bleiben noch manche Zukunftspläne üb­rig, so die Schaffung des lang ersehnten Pfandbrief­instituts für 2. Hypotheken, über die wahrscheinlich auf dem nächsten Städtetage verhandelt werden wird. Ein st ä d t i s ch e § Institut wurde aber immer wie­der, wie eine spätere Besprechung ergab, bevorzugt. Auch die Straßenreinigung wird in diesem Jahre geregelt werden, eine Reinigung durch die Stadt von Fahrdamm und Bürgersteig wurde für die einfachste und beste Lösung gehalten. Unter gro­ßem Beifall wurde der Beseitigung der unbeliebten und ungerechten gemeinen W e r t ft e u e t das Wort geredet. Für dringend nötig bezeichnet wurde die gründliche Aufklärung über bte überaus drückend be­fundene steuerliche Belastung der Grund- und Haus­besitzer, die heute überall in Parlament und Kom- mue anerkannt werde. Nach der Rechnungsablegung seitens des Geschäftsführers, Herrn Ignaz Traut, be­trugen die Einnahmen 825,58 Mk., die Ausgaben 777,82 Mk. Der Kassenbestand beträgt 507,80 Mark. Die Borstandswahl hatte das Ergebnis, daß Herr Adam als Vorsitzender einst. wiri)ergewählt wurde. Anstelle zweier ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder wurden die Herren Fabrikant M. Keil und Ingenieur Sopp gewählt. Zum Schlüsse entspann sich noch wegen der Straßenreinigung eine lebhafte Diskussion. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, der Vorstand möge bei der Stadtverwaltung dahin vorstellig werden, daß die Stadt die gesamte Reini­gung übernehme, jumal die Anschaffung von Kehr­maschinen geplant fei. Hebet die Qualität des elektrischen Lichtes wurden vereinzelte Kla­gen geführt. Sluf_ eine Anfrage hm wurde der Be- jchech gegeben, daß bei Anlegung einer elektrischen Lichtanlage in allen Fällen 10 Prozent des Anlage­kapitals (Verzinsung und Amortisation) auf die Miete zu schlagen sei und auch überall gern gezahlt werde.

& Baudanvwcrlkiveriammlung. Eine offent lute Versammlung der selbständigen Bauhandwerker der

Stadt und des Kreises Fulda war für gestern nach- m ttag im Ballhaufe von der Handwerkskammer in Kassel einberufen worden. Herr Hofbäckermeister Sim wer hieß als Mitglied der Handwerk ta miner die Anwesenden willkommen. Er betonte, daß dir Bauhandwerker sich rufammenfckließen müßten, um bte Auswüchse im Maurer-, Steinmauer», Zunmercr- und Dachdeckerhandwerk zu befeiltgen. Sodann wurde Herr Zimmermeister Joseph Fritz zum Leiter der Versammlung gewählt. Der Syndikus der Hand­werks am mer in Kassel, Herr Than heiser, ver­breitete sich dann in zweistündigen klaren und über­zeugenden Ausführungen über die Vorteile und Aufgaben der Zwangsinnungen für das Bauhandwerk, speziell für die oben genannten Verulk Was den anderen Bern en von Vorteil sei, treffe auch beim Vauhandwer! zu. Das Wort »Zwanas- innung" habe zwar einen harten Klang, man brauche aber davor nicht zinückzuichrecken. Jedoch fei eine Zwangsmnung, bte alle Handwerker der betr. Berufs vereinige, emtr freiwilligen Innung vorzuztehen. Die Zahl der Zwangsmnungen im HandwerkSkammer- beztrk nähme stetig zu. Wichtige Ausgaben der Innungen feien u. a. Herbeiführung eines erträglichen Verhältnisses zwischen Arbeit, ebern und Arbett- nehmern, direkte Verhandlung bei Skreitigl.iten mit dem Gejellenausschuß, Regelung des LehrlmgSwesenS, Festsetzung von Pretstarisen, Ausübung der Gerichts- barten und sonstiger Befugnisse der Innung, Schaffung von humanen, sozialen Einrichtungen und Hmwlrkung auf bessere Durchführung kur Gesetze zum Schutze des Bauhandwerks. Dem Vortrage folgte eme einstünd-ge freie Aussprache, aus der hervorging, daß alle Anwesenden von der Nützlichkeit einer Zwangsinnung überzeugt waren. Nachdem der Leiter der Veriammlnng die Bauhandwerker ansgeiordert, sich nicht als Konkurrenten, sondein als Kollegen zu betrachten, stellte er Den Antrag aus Errichtung einer Zwangsinnung für das Maurer-, Steinhauer-, Zimmerer- und Dachdeckerhandwerk und zwar für Stadt« und Landbezirk Fnloa. Dre Abstimmung ergab einstimmige Annahme des Antrages, der sofort schriftlich festgelegt wurde, um ihn an Die zu­ständige Stelle weitergeben zu lönnen.

a. lieber Anlage und Prüfung von Blitzableitern findet m Der Woche vom 10. auf 15. März täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags unD 3 bis 5 Uhr nachmittags am Elektrotechnischen Institut deS Poysi. kalischen Vereins tn Frankurt a. M. ein KuriuS statt. Das Honorar für Die Teilnahme beträgt 30 Mark.

Schonende Behandlung der Pakete mit Zigarren nfto. Pakeie mit Zigarren, lebenden Tieren usw. müssen sorgsam behandelt werden. Damit sie keinen Schaden an ihrem Inhalt erleiden. Die schonende Behandlung derartiger Pakete wird den Postanstalten von neuem zur dringenden Pflicht gemacht. Es ist dauernd Darüber zu wachen, daß Die Pakete nicht geworfen, fondern von Hand zu Hand gegeben, und stets Io verladen und gelagert werden, daß sie nicht zur Erde fallen können und keinem Druck ausgesetzt sind.

0 Militärisches. Am Montag den 10. März wirb zur Erinnerung an die Stiftung des Eiser­nen K r e u z e s vor 100 Jahren im ganzen Reiche eine Gedenkfeier bei der Armee und bei den Krieger­vereinen abgehalten werden.

X Spott. (Seilern ip.elte Fußballklub „Brilan- ma'- Eichenzell 2. Mannschaft mu Fußballklub „'Ulennorta* 1. Mannschaft Petersberg und siegt« mit 17:0.

X Fußballsport. Die gestrigen Verbandsspiele im hessischen Kreise hatten folgende Ergebnisse: yuU do.er Fullballverein hatte an Stelle des B. f. B. 9Jtar» burgs den Fußballklub Germania Fulda auf seinem Platze und gewann ersterer mit 3 : 1. Borussia spielte in Kassel gegen Herkules und konnte das Spiel mi; 3 : 0 für sich entscheiden. Bei einem Massen­besuch auf dem Sportplätze von „Spovt"-Kassel gegen den Kasseler Fußballverein stellte sich das Resultat auf 3 : 3. In Gießen verlor „Eintracht"-Kassel gegen die dortigen Bewegungsspieler mit 3 : L

Aus dem Nachdarqebiete.

♦ Schlitz, 15. Febr. 1913. Beim Abtragen eines hohen steinigen Raines zum Aufbau des neuen Eifenbahndamms Schlitz-Niederaula löste sich eine größere Menge Schutt und Steine plötzlich los und begrub den Arbeiter Schneider von Schlitz, dem der Brustkorb und die beiden Beine gequetscht sein sollen. Ein ähnlicher Unfall soll sich kürzlich bei Udenhausen zugetragen haben. Dortselbst soll ein Arbeiter tödlich und ein zweiter an den Glied­maßen verletzt worden sein.

* Lauterbach, 15. Febr. 1913. Einige junge Burschen statten seit kurzer Zeit den hiesigen Meg­gern deS öfteren unliebsame Besuche ab, indem, sie babei immer einige Würste mitgehen heißen.

♦ Hanau, 15. Febr. 1913. Ter Hanauer Kredit verein e. G. m. u. H. bat im verflossenen Jahre einen Reingewinn von 41724 07 M gegen 83071.79 Mark im Vorfahre. Trotz des hohen Reingewinnes von über 10% Der Geichäftsguthaben schlägt der Verein Die Verteilung einer Dividende von 5°/o ro'S im Vorjahre vor, auf 40 000 M., um das Delkredere« konto um zirka 21600 Mark verstärken zu können»

Amt Geisa unfc Umgebung.

» Geisa, 15. gebt. 1913. Vom 17. d. MtS. ab verkehrt ie ein neuer Zug mit 3. und 4. Wagen- klasse auf der Strecke Wenigeniaft - Mansbach- Tann und Geisa-Vacha. Weniqenkatt-Mansbach ab abends 7.56, Buttlar 8.01, Borfch 8.07, Geisa an 811 und ab 813, Sckleid 8.20, Motzlar 8 25, Günthers 8 34, Tann an 8.40 Uhr. Edenfo verkehrt em Zug Geisa ab abends 9.34, Bor ick 9.38, Buttlar 9.43, Wenigem st-Äansbach an 9.47 und ab 9 48, PferdSoorf 9.54, Unterbreizbach 10.02, Philipp-thal Süd 10.08, Vacha an 10.14 Uhr. Aunerd-m verkehrt von Dieiem Tage ab dec Zug 1149 von Baba bis Tann durchweg 10 Minuten später (Vacha ab abends 10.15, Tann an 11.36 Uor).

'Melperts, 15. ,vebr. 1913 Das Job. Leulbecher'sche Ehepaar leiert am 17. o.Ai.seme goldene Hochzeit.

* Frauensee, 15. Febr. 1913. Dem Vernehmen nach wird Der hier gep ante zweite Schacht in den ..Schelchen-Gtaden' an dem Wege nach Tönges zu angelegt.

Ans Gberhessen u. den Hess. Aemiern.

• Ma bnrq, 16 'vebt. 1913. Die Au'o-Verdin» drmg Ai arru, e h e i d w:rd am nächsten Drens-