Fuldaer Leitung
Wirkl. Geh. Oberjustizrat Dr. Spahn, Frankfurt.
S a cb s e n - W e i m a r: Dr. Stiel, Fabrikbesitzer, ^oIen sich die vereinigten Serben und Montenegri- epräsident des Landtags. uer, ohne große Erfolge zu erzielen, Mutige Köpfe.
Vizepräsident des Landtags.
Zu den wirksamsten Pionieren deutscher Gesittung
christlichen Mis-
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unserer katholischen Missionen zur heiligen Glaubens ist bisher von und tiefgehenden Begeisterung der
Kultur sind die Macht in fernen in den eigenen
die Pflicht, das Kulturwerk der
mens zugesagt.
Das Wirken Verbreitung des der nachhaltigen
in der Schutzgebieten gehören die sioncn.
DaS ganze deutsche Volk hat nationale und menschenfreundliche
christlichen Missionen in den Schutzgebieten cmzuer- kennen und zu fördern. Andere Kolonialstaaten haben das für sich längst erkannt und bringen unabhängig von politischer Ueberzeugung und vom Glaubens. und Bekenntnisstand des Einzelnen aus nationalen Gründen für ihre Missionen reiche Opfer. Daran fehlt es noch bei uns.
Das Regierungsjubiläum des Kaisers fordert dazu auf, diese Lücke in der Erfüllung unserer nationalen Pflicht zu schließen und den unter Geldmangel leidenden Misiionen in unseren Kolonien wirksam zu Helsen.
So haben sich Vertreter beider Konfesiionen in dem Gedanken gefunden, den Ehrentag des Kaisers durch eine, wie toi* wissen, ihm willkommene Spende für ihre Missionen in den deutschen Schutzgebieten zu feiern.
Der Herr Reichskanzler und die Herren Staats« fefretäre des Reichsmarineamts und des Reichskolonialamts haben die Förderung dieses Unterneh-
deutschen Katholiken getragen worden. Diese Be- zeisterung hat durch Spenden des katholischen Volkes «nseren Missionen die Mittel geboten zu erfreulichem Aufschwung. Große Aufgaben aber mußten noch ungelöst bleiben.
Tag Regierungsjubiläum des Kaisers Bietet uns die Gelegenheit, durch eine Spende unseren Missionen zu helfen und damit zugleich ein nationales In- teresse zu fördern. Möge auch jetzt die Opferwilligkeit sich bewähren und der Größe des Bedürfnisses tote dem hohen Zwecke entsprechen.
Alle Gaben, große wie kleine, sind willkommen.
Bei Uebergabe der Spende wird Seine Majestät gebeten werden, die von den Gebern • etwa ausgesprochenen Wünsche wegen der Verwendung ihrer Gaben zu. berücksichttgen.
Zur Einsammlung der Gaben werden in den ein- gelnen Bundesstaaten und Provinzen besondere Ausschüsse gebildet werdtzn.
Haupijammelstelle der Gaben für die katholischen Missionen ist das Bankhaus P. P. E a h e n s l y in Limburg a, b*Lahn.
Folgen die Unterschriften.
9" Mexiko ist der Bürgerkrieg mit erneuter Heftigkeit ausgebrochen. Mexiko ist das Land, in dem wie tn keinem zweiten die Parteileidenschaften die blutigsten Orgien feiern. So hat denn letzt wieder die Erhebung des Obersten Felix Diaz gegen den Präsidenten der Republik, Madero, die Bevölkerung und die Armee offen in zwei feindliche Lager geteilt. Der Ausgang des Bürgerkrieges tft noch ungewiß, doch scheint Felix Diaz über' Madero gesiegt zu haben.
Japan hat einen Konflikt des Parlaments mit dem Kabinett hinter sich. Nachdem es zweimal vertagt worden war, hat jetzt das Parlament den Sieg davongetragen. Das bisherige Ministerium bat seine Demission gegeben. Zum neuen Ministerpräsidenten wurde Admiral Jamamoto ernannt.
daß man sich ein einigermaßen ziiverlässiges Bild danach kaum machen kann. Eine entscheidende Schlacht wird bei Gallipoli erwartet. An der Tscha- taldschalinie haben die bulgarischen Truppen ihre früheren Stellungen aufgegeben und sind mehrere Kilometer zurückgewichen. Adrianopel hält sich noch
gebau und in Blüte gebracht.
Deutsches Wesen und deutsche stärksten Träger von Deutschlands Weltteilen, sind chre Grundfesten Schutzgebieten.
auf dem Kriegsschauplatz ist bisher seit Wiederaus- Bruch der Feindseligkeiten nur sehr wenig bekannt ge» worden, und dieses wenige ist so widerspruchsvoll,
.♦. Die Angst der Sozialdemokratte vor einet Reichstagsauslösung nimmt nachgerade komische For- men an und bringt diese Partei der großen Worte in die tödlichsten "Verlegenheiten. Das tolle Gerücht der „Franks, ^tg.", als ob aus dem Zentrum heraus ein Anerbieten an die Sozialdemokratie für ein Wahlbündnis ergangen sei, stammt nämlich aus roten Streifen. Man rechnete folgendermaßen: „Setzt man jetzt diese frei erfundene Schwindelnotiz in die Welt, so werden wir aus dem Verhalten der Zentrumspresse bald ersehen, ob das Zentrum eine Neichstagsauflösung riskiert und wir können unser Verhalten dementsprechend einrichten." Aber die roten Falschspieler haben sich verrechnet: heute stehen sie als entlarvte politische Schwindler da, welche eine faustdicke Lüge verbreitet haben. • Die Angst der 110 Mann der großen Worte ist ja begreif- lich: die roten Herrschaften wissen ganz genau, daß sie mindestens 40 Mandate bei einer Auslosung v e r -
M 38.
Samstag 15. Februar 1915.
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3. Blatt.
Druck Ber Selbe« Letteurniaerei te Selbe.
Geheimnisses nicht in der Sage, entweder die Vorlage sofort im authentischen Wortlaut bekannt zu geben oder das tropfenweise AuSplaudern und damit das Berekeln der Vorlage, das nutzlose Rätseln und Genörgel, daS vorzeitige Schüren des ParteihaderS im Interesse deS mora. tischen Eindruckes auf das Ausland zu verhindern? Wirt, schäft, Horatio, Wirtschaft! . . . Die Tatsache, daß man neben einigen vernünftigen Steuervorlagen wieder mit der E r b a n f a I l st e u e r jongliert, deutet aus Sturm und auf die Absicht der staatsliberalen Kreise aller Schattierungen, ein Projekt, daS sich durch die Verhältnisse zur explosiven Machtfrage ausgewachsen, als Erisapfel in den Reichstag zu schleudern. Geschieht aS wirklich — dann laßt alle Hoffnung fahren . . .
Die „Nordd. Allg. Zig." hat gegenüber allen Treibereien nur die lakonische Mitteilung, daß sie nicht amtlichen Ursprungs feien. Ist denn unser als Philosoph bezeichneter Reichskanzler kein Pfycho- löge?
Sicher und schmerzlos wirkt du echte [294 Radlmr’sche Hiihnmnisenmittel. FL 60 Pfg, Nur echt aas der Kronen-Apotheke, Berlin W. 8. DepotDrogerie Carl Pauly, Battermarkt 8.
vermischtes.
* Sozialdemokratische Manieren. Zwei Sozi namens ©untler und Lindner machten im November 1911 einen Ausflug in ihre "Vaterstadt Neumarkt in der Oberpfalz, wo sie in einer Wirtschaft mehrere Stunden zechten und die anderer Gäste zu hänseln anfingen. Sie benahmen sich als echte Sozia ldemokra- ten derart anmaßend, daß sich die übrigen Gäste darüber aufhielten. „Ihr seid noch eine ganz schwarze Bande," schrien die beiden Roten und das Ende war eine Rauferei, bei der Gumler mit einem Messer wie rasend um sich stach und zwei andere Gäste schwer verletzte. Der feine Genosse wandert nun auf 9 Monate ins Gefängnis.
wochen'Rundschau.
[:] Fulda, 14 Februar 1913.
Ueberraschend und doch nicht ganz unerwartet ist die Verlobung der'einzigen Kaisertochter Prinzessin Viktoria Luise mit dem Sohne des Hannoverschen Kronprätendenten, Herzog von Cumber- land. dem Prinzen E r n st A u g u st gel .innen. Diese Verlobung bedeutet den schönsten Ü"i,jig und die jahrelangen, ritterlichen Bemühungen oes deutschen Kaisers, eine Versöhnung des preußischen Hohenzol- lernhauses mit dem Hause der Welfen zustande zu i bringen. Wenn die nunmehr zustande gekommene I Verlobung auch ein Herzensbündnis ist, so ist ihre I politische und staatsrechtliche Bedeutung doch nicht zu übersehen. Tas Haus Cumberland hat bekanntlich die Anwartschaft auf den Braunschweigischen Herzogsthron, den es bis jetzt nicht hat besteigen können, weil der alte Herzog seine Ansprüche aus Hannover nicht aufgeben wollte. Es ist selbstverständlich, daß sich jetzt ein Weg gefunden haben mutz, der zu einem Ausgleich zwischen dem preußischen Königshause und den Welfen führt. Wird der Herzog von Cumberland auch nicht mehr den Braunschweigischen Thron besteigen, so wird doch seinem letzten Sohn an der Seite der preußischen Königstochter der Weg nach Braunschweig unbehindert fein. Tas deutsche Volk bringt dem jungen Brautpaare um so herzlichere Glückwünsche entgegen, weil es weiß, wie gedeihlich un- ferm Vaterland der durch den Herzensbund besiegelte Frieden sein wird.
Eine erfreuliche Bestätigung fand in der letzten Woche auch die Hoffnung, daß unser Verhältnis z u E n g l a n d sich in der letzten Zeit gebessert habe. In der Budgetkommission des Reichstags versicherte der neue Staatssekretär des auswärtigen Amtes, daß unser Verhältnis zu England sich in der letzten Zeit gebessert habe. In der Budgetkommis, sion des Reichstags versicherte der neue Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, daß unsere Beziehungen zu Großbritannien gut stehen und Staatssekretär Admiral v. Tirpitz erklärte sein Einverständnis mit dem vom englischen Marineminister Churchill in Vorschlag gebrachten Flottenverhältnis von 10 zu 16. Man darf allerdings nicht übersehen, daß es sich hier nur um eine Versicherung, nicht um einen Vertrag handelt und daß darum die Erklärung des Staatssekretärs nicht überschätzt werden barf.
Im Reichstag wurde endlich der Etat des Innern zu Ende geführt. Am letzten Leratungs- tage kam es noch zu einer Entladung des Grolls, den die Konservativen gegen den Staatssekretär Dr. Delbrück wegen seiner Stellung zum Streikpostenverbot in sich aufgespeichert hatten. Fast schien es, als ob die Konservativen es auf einen Kanrpf auf Leben und Tod ankommen lassen wollten doch haben sie anscheinend inzwischen, borläufig wenigstens, das Kriegsbeil begraben. Auf den Etat des Innern folgte bann bie Beratung des Justizetats, wobei die üblichen Klagen über Klassenjustiz auf Seiten ber äußersten Linken vorgebracht würben. Am Mittwoch verhau- beite bas Haus über ben sozialdemokratischen Wahlrechtsantrag, wobei die bürgerlichen Parteien sich zumeist mit Abgabe einer kurzen Erklärung begnügten.
Im Abgeordnetenhause wurde ber Bauet at besprochen. Einen großen Teil ber Debatte stillten die ausgedehnten Erörterungen über eine großzügige Kcmalpolitik aus.
In Berlin wurde die große landwirtschaft- l i ch e Woche abgehalten. Am Mittwoch hiett auch ber Kaiser im Landwirtschaftsrat eine vielbeachtete Rede.
Aus dem B ack k a n ist bis zur Stunde eine Entscheidung noch nicht gefallen. Ueber bie Vorgänge
Nehmen Sie
tägttd) rtn ßt’5rolä*6en Dr. HommeF« tz-irma t»gw un .dtiel ar vor 6>r tzauptm hi,eti 3t)t Slspetit wird >eger, Ihr ül" ro«n tjhem «rtMrtt, dtekürpe iichen Äräfte u-erben gehoben. Warnung' Manverlangeausdrücklich den »lamm Dr.Kommet
Nationalipende zum Kaiserjubilänm tx bie christlichen Millionen in unseren Kolonien und
Schutzgebieten.
Unter dem Protektorat Sr. Hoheit des Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg, Regenten des Herzogtums Braunschweig, Präsidenten der Deutschen Kolonial-Gesellschaft.
DaS Regierungsjubiläum unseres Kaisers steht hevor. Auf ihn blickt in Verehrung und Dankbarkeit da- deutsche Volk und eg sucht einen Weg, diese Ge- fühle zum Ausdruck zu bringen.
Tie 25 Jahre seiner Regierung sind eine Zett großen nationalen Aufschwungs auf wirtschaftlichem und geistigem Gebiete gewesen. Das deutsche Reich hat nichl nur unter den Völkern Europas seine Groß. Machtstellung behauptet, es hat sich eine Weltmacht- stellung und entscheidenden Anteil an den Aufgaben ber Weltpolitik errungen, es hat feine Kolonien auS-
tnalige Regent von Braunschweig gestorben toar.; Auch der Herzog von Eumberland näherte sich diesem Ausgleichsgedanken, indem er seinen Sohn Ernst August, der damals noch der zweite Sprötzling war, zum Verzicht auf Hannover bevollmächtigte. Die Sache scheiterte damals, weil Fürst Bülow vom Bundesrat die Vorbedingung aufstellen ließ, daß auch der Herzog selbst und sein ältester Sohn förmlich auf Hannover verzichten müßten. Dazu verstand sich der Herzog nicht, und man sühn seine Weigerung zurück auf ein angebliches Versprechen, daS er seinem sterbenden Vater gegeben haben solle. Auch jetzt ist ber förmliche Verzicht des Herzogs noch nicht erfolgt. Da aber ber Kaiser im Verein mit dem angeblich „reichsfeinblichen" Herzog bie Verlobung der beiderseitigen Kinber genehmigt unb verkündet hat, so barf man sicher sein, daß in b e r S a ch e ber alte Zwist erlebigt ist, unb baß ber Schwiegersohn des Kaisers, ber nach bent Tobe seines älteren Bruders ber einzige männliche Erbe bec Hauses Cumberland ist, halb als Herzog in Braunschweig einzieht. Das wirb eine Freube für bie Braunschweiger sein unb zugleich eine Beruhigung für bie treuen Hanno« herancr, bie bei aller Loyalität gegenüber ber neuen Orbnung ber Dinge boch das Unglück ihres alten Herrscherhauses beklagten. Der beste Ausgleich, der möglich geblieben! Ganz Deutschland und auch bas toerbünbete Oesterreich begrüßen es mit dem Herzen unb zugleich mit bem politischen Verstaube, b.rß baS uralte deutsche Fürstenhaus der Welfen in Versöhnung und Freundschaft an die Seite des Kaiserhaiises und in die Reihe der deutschen Bundesfürsten tritt.
Wenn nun im Augenblicke der Verlobung noch nicht alle Formalitäten und Einzelheiten regelrecht und endgültig geordnet waren, so zeigt sich auch in diesem Umstande, daß es in den hohen Häusern ähnlich zugehl, wie in den bürgerlichen Familien. Da ist auch nach der Verlobung noch manches zu ordnen und zu besorgen, bis das Nest für das neue Paar wirklich fertig ist. Die Verlobung ist voll ftoher Hoffnung, aber auch mit Mühe und Arbeit verknüpft. Das Brautpaar spürt sie kaum in feinem Glück, und bie Eltern tragen sie gern, benn ihr» Glückseligkeit wurzelt ja in ber Aufopferung für ihre Kinder. — In Freud unb Leib sind bie Menschen sich schließlich gleich.
polittsche Lupe nehmen. Man erinnert sich ba an verschiedene Seiten der Weltgeschichte, welche Frieden und Strieg, Staatsbestand unb Staatenbildung von fürstlichen oder prinzlichen Heiraten abhängig erscheinen lassen. Sehr bekannt ist ja das Sprüchlein, baS Oesterr-eichs Größe aus glückliche Heiraten zu- ruckführi: Bella gerant alii; tu, felix Austria, nube! was zu beutsch besagen jpill:
. Die onbern suchen sich ihr Glück im Kriege, Dir, Oestreich, blüh'n am Traualtar bie Siege.
Unter ben modernen Verhältnissen ist bie HauS« Politik gurüefgebröngt durch die Staatspolitik, die per- sönlichen Interessen ordnen sich den nationalen Interessen unter. Die fürstlichen Heiraten haben also nicht mehr die frühere ausschlaggebende Bedeutung für das Schicksal der Staaten unb ber Völker. In (Jolge besten haben auch die regierenden Eltern bet ber Braut- ober Bräutigamswahl mehr Bewegungsfreiheit; es kann mehr Rücksicht genommen werben ans bie persönlichen Eigenschaften und Gefühle. So kommt auch bas He« in den höheren Streifen wieder zu seinem Rechte. Nach allem, was man hört, ist daS auch bei der jüngsten Verlobung der Fall. Da- bei kann freilich bestehen bleiben, daß die engen verwandtschaftlichen Bande zwischen zwei Herrscherhäusern auch ihre politische Bedeutung und Wirkung haben. Im vorliegenden Falle hat das Familien- EreigniS mit irgend einer Veränderung von Staats- oder Reichsgrenzen nichts zu tun, wohl aber ist eS eine erfreuliche Förderung beS inneren Friedens DaS Volk begrüßt darin bie Versöhnung beS Kaiserhauses mit bem Welsenhause, die Befestigung ber letzten Nachwehen von 1866.
Schon 46 Jahre finb feit bem kritischen Sommer verflossen. Wer noch lebt von ben Teilnehmern und Augenzeugen, ist inzwischen alt unb grau geworben. De- Krieg von 1866 war ber mittelste von ben drei Felbziigen, bie ber Begründung des Deutschen Reiches vorausgingen. 1864 zog ein Test des Heeres gegen die Dänen, und die deutsche Nation war einmütig in bem Eifer für bie Abwehr bei Fremdherrschaft von Schleswig-Holstein. Viel herrlicher noch war bie einträchtige Begeisterung, als 1870 bie ganze Wehrmacht gegen die französische Anmaßung ausruckte! Aber der Krieg von 1866 fand bie Nation gespalten. Die weltgeschichtliche Notwenbigkeit biefer
mfgegeben unb finb mehrere :n. Abrianopel hält sich noch trotz bes heftigen Bombarbements, mit bem bie Bulgaren bie Stabt zur Uebergabe zu zwingen suchen, unb vor ben Mauern unb Befestigungen Skutaris
ES verlautet zwar, baß bie Türken sich an bie Mächte mit ber Bitte um erneute Intervention geiuanbt hätten, ber bie letzten türkischen Vorschläge'zu Grunde gelegt werben sollten, amtliche Nachrichten finb darüber aber noch nicht in die Oesfentlichkett gedrungen.
Deutsches Reich.
e. Die Reichstagskommission für daS Jugendgericht gab bem § z, Achatz 1, folgende Fassung: Siras»
fachen gegen Jugendliche werben von der Lanoesiuür,. verwaliung bet Den Amtsgerichten uno Lanbgerichlen besondere Ableitungen Jugendgerichte) gebildet.'' Hierzu wurde ein Zusatz einstimmig angenommen, wie folgt: -Das Jugendgericht bei den Amtsgerichicn (Jugend- schöffengericht) besteht aus einem Amtsrtchter (Jugendrichter) >Is Vorsitzenden unb zwei Schöffen."
* Eigentümliche Praktiken - treten anläßlich der Preßerörterungen über zu erwartende Militär- Vorlage za Tage. Tagtäglich tröpfelt etwas mehr über die bestehenden Pläne in die Oeflentlichkeit. Zn der Hauptsache ist es die „Tägl. Rundschau", welche die Meldungen darüber ausgibt. Die „Tägl Rundschau" ist nicht nur das Blatt, das vielfach bei hohen Militärs und solchen, die es werden wollen, gelesen wird, sondern sie ist auch unter allen katholikenfeiud- lichen Organen eines ber gehässigsten. Ist es nun an sich schon eigenartig, baß über eine so wichtige uns bas beutsche Volk ohne Zweifel in seiner Tiefe erfaffenbe Angelegenheit, einstweilen feit Wochen schon untfontronierbare Nachrichten verbreitet werden, so wirb die Lage noch eigenartiger, wenn man bedenkt, daß es gerade ein Blatt, wie bie „Tägl. Rundschau", ist, das hierbei als Quelle bient. Mit Recht schreibt daher bie „Augsb. Postzeitg.", nachdem Sie sich zunächst in durchaus zustimmendem Sinn betreffs gewisser Heeresnotwendigkesten ausgesprochen hat:
Aber mit dem Wollen unb Mögen ist eS nicht getan. Daher bedauern 'wir zunächst und zu wiederholten Malen, daß die Angaben über das, was auf Befehl des ■ Kaisers kommen soll, einen seltsamen Weg in die Oef- fentlichkeit nahmen. Weite Kreise des deutschen Volkes dürften es am Ende doch herzlich satt haben, daß Blätter bom Schlage der „Täglichen Rundschau", die so viel Verstimmung und Erbitterung im deutschen Volke auf dem Gewissen haben, von einflußreichen Kreisen über den Kopf der bestehenden offiziellen Instanzen hinweg als Publikationsorgane unb Organe zur Popularisierung ?roher nationaler Opfet benutzt werben. Wozu aben wir eigentlich noch Reichskanzler unb Kriegsmini st er, wenn es möglich ist, baß Projekte, bie im Interesse der Sache vor den Händen aufbringlicher und unverantwortlicher Vertreter deS Klatschbasen- unb Phrasenpatriotismus geschützt werden müssen, tn Sprachorganen gewisser Zirkel veröffentlicht werden, ehe bie verantwortlichen Staatsmänner Gelegenheit fanben oder finden wollten, durch das Regierungs- organ mit ber Öffentlichkeit, unb durch autorisierte Persönlichkeiten in Verbindung zu treten mit ben Kreisen, bie im Gegensätze zu ben anmatzenben Wortpropagan- bisten großer vaterländischer Projekte die wirkliche Prak- tische Arbeit zu leisten haben? Wenn eine neue Militär- Vorlage kommen sollte — weshalb waren die Hüter des Kraftprobe ist ja bem nüchternen Verstände inzwischen klar genug geworben; aber ber Bruderkrieg hatte doch feinen besonderen Stachel, der lange noch empfindlich nachwirken sollte. Das Königshaus von Hannover ist dabei ins Unglück geraten. Wenn einige die Schuld an diesem Verhängnis ganz auf Preußen schieben wollten, so urteilten sie nicht ganz unpar- teiisch Windihorst war gewiß ber treueste Anhänger seines unglücklichen Herrscherhauses, aber Windthorst hat für bie Politik, bie bamals in Hannover getrieben würbe, niemals irgenb eine Verantwortlichkeit übernommen. Er hat vielmehr bei Gelegenheit hervor- gehoben, baß er bamals als Kronanwalt in Celle saß, in einer Art von politischer Verbannung, während der blinde König von erklärten Gegnern Windt- horstS umgeben war. Wäre Windthorst in den kritischen Tagen im Rate deS Königs gewesen, so hätte er mit feinem scharfen Verstände und treuen Herzen wohl einen Ausweg gegeigt der ben König und feinen Staat von ber drohenden Gefahr gerettet hätte. Von Preußen war ja oer Vorschlag auf Neutralität ge-, macht worben. Der König machte sich heldenmüttg solidarisch mtt Oesterreich und Sübdeutschlanb. Dabei übersah er aber bie Folge, welche bie eigenartige Sage Hannovers im Unglücksfalle herbeiführen mußte. Fürst Bismarck war klug genug, ben Krieg gegen Oesterreich unb gegen die süddeutschen Staaten nicht weiter zu führen, als zur Feststellung der Ueberlegenheit notwendig war. Es wurde ein schnei- ler Friede geschlossen unb ein sehr milber Friede, weil man in Oesterreich ben künftigen Bundesgenossen schonen und die süddeutschen Staaten als künf- tige ReichSglieder gewinnen wollte. Das Königreich Hannover fand aber eine solche Schonung nicht, weil es als trennender Steil zwischen der östlichen unb ber westlichen Hälfte von Preußen lag. Der Sieger macht Gebrauch von bem Eroberungsrecht unb annektiert bas Lanb. Nachbem biefe Einverleibung 46 Jahre bestauben hat, ist natürlich an eine Wieder- Herstellung des Königtums Hannover nicht mehr zu denken. Die Politik ist bie Kunst bes Möglichen, unb danach erscheint als bie gegebene Lösung ber Frage, daß bie entthronte Stonigsfamilie das Herzogtum Braunschweig als ihr legitimes Erbe erhall, während Hannover bleibt, was es ist. Diese Lösung kam bereits vor sechs Jahren in Sicht, als der da- ,
U a. für P r e u ß e n: Staatsminister Frhr. v. Scho-lemer. — Bischof Dr. Dolmar, Feldprobsi. — Für Hesse u-N a s s a u: Dr. Damian Schmitt, Bischof von Fulda, — Kavitularvikar Hllpisch, Limburg — Kammerherr v. Bothrne -, Frankfurt. — Kgl. Kommerzienrat Cahensly, M. b. 21., Limburg — Graf von Ingelheim, Geisenheim. — Fürst zu Js-n- bürg unb Bübingen-Birstein. — Verwaltungsge- richtsbirektor Linz, M. b. 21., Wiesbaden. — Direktor von Sachs, Kassel. — Großweinhänbler Joseph Schmitt, Fulda. — Oberlanbesgerichtspräsibeni,
i e r e n, daß sie mit zerrissenen Hosen unb zer- chunbenen Gliedern heimkehren. Das ist keine er- reuliche Aussicht — namentlich nicht für die schwer- älligen Spießbürger in der sozialistischen Fraktion. Sie dürfen bann nicht mehr „Reichstag spielen", fonbern müssen als Arbeitersekretäre, Gewerkschaftssekretäre, Budiker usw. ihr Brot verbienen. Da liegt es sich im Reichstagssessel doch bequemer unb daher die Heidenangst vor bet Auflösung, bie für bie halbe Fraktion ein Zurücksinken in ein Nichts bedeutet. Den Herren ist es so ganz behaglich; an einen Prak- tischen Erfolg denken sie selbst nicht mehr; wenn nur recht viele Spalten der Gewerkschaftsblätter gefüllt werden mit Reichstagsreben — bann „hat ber Mohr seine Schuldigkeit getan." — Der Genosse innerhalb und außerhalb bes Reichstages ist zufrieden. Reden — reden — reden! das ist die Signatur dieses Reichstages mit ben großen 110, bie mehr Angst haben, als ein Mensch annimmt. Es sollte uns gar nicht wunbern, wenn bie 110 Roten sogar noch die Militärvorlage annehmen, um es nicht &u den Neuwahlen kommen zu lassen.
Unpollttld)« Mläufe.
N. Berlin, 13. Februar 1918.
(Nachdruck nicht gestattet.)
Also heraus mit dem Blumenstrauß! Vivat baS iBrautpaar!
\ Wenn ber Kaiser und Vie Kaiserin ihr einziges Töchterlein, sich verwben lassen so treten sie uns gewöhnlichen Menschenkindern naher. ES finb Eltern, sorgende unb fegnenbe unb hoffenbe Eltern bie gleich uns anberen Vätern unb Müttern ihr Skino bem Erwählten anS Herz legen unb sagen: Wir vertrauen dir bas Beste unb Liebste an, was wir haben; mache sie glücklich, unb möge sie dein Glück bilden! Wir haben das unsrige getan, nun vertrauen wir auf tiiete Liebe und Gottes Segen.
L Nichts ist schöner unb erbaulicher, als wenn baS Voll beim Ausblick zu ber steilen Höh', wo Fürsten stchen, ein musterhaftes Familienleben erblickt. DaS ist ein ganz besonbereS Heil in der gegenwärtigen Zeit, wo so viel falsche Lehren und moderne Unsitten an ber Familie rütteln, an diesem Grund- unb Eckstein aller wahren Kultur.
Feiern wir ein Reichs-Familienfest! Dem Lan- eesvater, ber Landesmutter, ber LanbeStochter unb dem Landesschwiegersohn bie herzlichsten Glückwün- tchr. Möge bie neue Familie ebenso blühen unb ge- Men, wie bie elterlichen und brüderlichen Bor- unb «eitenbilbet.
Tas Kaiserpaar hat nur eine Tochter neben einer «eibe Söhnen. Der Herzog von Cumberlanb, der künftige Schwiegervater, hat .mr noch den einzigen «ohu neben einer Reihe Töchier. Die beiden Fami- lien ergänzen sich gegenseitig. Infolgedessen hat sich auch schon dos Gerücht verbreitet, daß noch eme zweite Verlobung, zwischen einem Kaisersohne und einer Herzogstochter, zu erwarten sei. Es ist eine ®lte Erfahrung, daß durch eine Verlobung die Phan- msie angeregt wirb. DaS weitere kann man ruhig abwarten; bas vollzogene Ereignis ist an sich schon erfreulich genug.
Unb tou bleibt die Politik? In diesem Zeit- alter der ewigen Wählerei sind bie Leute so stark poli- ttsrett, baß sie mit bem einfachen menschlichen unb elterlichen Mitgefühl sich nicht begnügen wollen, son- Oern eine Heirat in ben fürstlichen Kreisen unter die