ZuISaer Zeitung
Meines FeuiKewn
vermischtes
Erweiterung, -Schleimfluß und -Fäule. Das Verfahren ist ungefähr folgendes: Der Kranke beginnt mit ein bis drei Dursttagen, an denen er insgesamt 400 bis 200 ccm Flüssigkeit erhält; diese kann auf Wasser, Milch, Suppe, verteilt werden. Nach dem Vorschläge Kadners werden in der Regel 200 bis 300 g Weißwein gereicht, der verteilt am Tage genommen wird; bei starkem Durst erhält der Patient Zitronenscheiben oder ein bis zwei Orangen. Der dritte oder vierte Tag ist dann ein Trinktag, an dem insgesamt 1200 bis 2000 ccm Flüssigkeit geboten werden. Die ganze Kur dauert mit zwei Trinktagen in der Woche gewöhnlich vier bis sechs Wochen. Die Harnmenge geht natürlich anfangs herunter, beträgt aber bald etwa 600 g täglich und steigt beim Nach-
* Zweimal Silberbräutigam. Ein Ereignis, das nicht oft vorkommen dürste, hatte dieser Tage ein Tors in der Altmark unweit Stenadls aufzuweisen. Ein 88jähriger Bauer feierte zum zweiten Male das Fest der silbernen Hochzeit. Mit 21 Jahren heiratete er und lebte 25 Jahre glücklich mit seiner Frau. Diese starb zwei Wochen nach der silbernen Hoch^tt und wurde 17 Jahre von dem Gatten betrauert, bis dieser — 63jährig — sich nochmals verehelichte und jetzt die Silberhochzeit feiern konnte.
Lokales.
Fulda, 5. Februar 1913.
* Personalien. Dem Sanitätsrat Dr. Wilh. Fey m Dassel wurde der Charakter als Geh. Sanitätsrat sowie dem praktischen Arzt Dr. Eysel in Kassel, dem »rofesior Dr. Spieß, Direktor der städtischen Hals- ^,d Nasenklinik und dem Arzt Dr. Hildebrand, beide w Frankfurt a. M., der Charakter als Sanitätsrat fliehen.
Q Auszeichnungen. In Anerkennung der Leitungen bei Förderung der Viehzucht wurde von der Handwirtschaftskammer in Kasiel den Landwirten Benedikt Moller aus Oberaschenbach bei Hünfeld und Johann Georg Seibel, sowie bem Gastwirt Gottlieb Heyer, beide in Wüstensach- un je ein Ehrendiplom verliehen.
r*l Schöffengericht. Unter Vorsiy des Amtsgerichts- -ts Pade wurde gestern gegen eine 42jährige Ehe- srau von hier wegen Beleidigung verhandelt. Sie batte einen Invaliden des Diebstahls bezichtigt. Die Angeklagte wurde zu drei Tagen Haft verurteilt, will jedoch gegen dieses Urteil Berufung einlegen. Sie zeigte ein derart aufgeregtes Wesen, daß sie nach Schluß der Verhandlung im Gerichtsgebäude mehrfach zur Ruhe aufgefordert werden mußte.
= Zwangsversteigerung. Bei dem heutigen gerichtlichen Verkauf der auf dem Namen des Bierbrauers Joseph Wiegand hier eingetragenen Grund- Mcke Langebrückenstraße Nr. 17 blieb die städtische Spar- und Vor'chußkasse Fulda mit 3300 Mark Höchstbietende. Die Einkommensteuer-Voreinschätzungs- komMission taxierte das gesamte Anwesen mit 7000 Mark, die Stadt jedoch nur auf 5000 Mk. Hypotheken und sonstige Rechte bleiben nicht bestehen. Mit ui übernehmen sind nur 135,24 Mk.
’ tl Das Borgunwesen im Handwerk. Zwecks Bekämpfung des Borgunwesens im Handwerk richtet der Vorstand der Handwerkskammer zu Berlin an die Handwerker des Bezirks das dringende Ersuchen, hei der Ablieferung von Waren sogleich die Rechnung beizufügn oder sie monatlich auszuschreiben, keinesfalls aber mit der Zusendung der Rechnungen länger als ein Vierteljahr zu warten und womöglich bei Zahlung innerhalb gewißer Zeit einen entsprechenden Abschlag zu gewähren. Einsichtige Besteller und Abnehmer werden das um so weniger als eine Unbequemlichkeit oder Mahnung auffassen, als diese Maßregel nur geeignet ist, Streitigkeiten über Preis, Abzüge usw. tunlichst von vornherein auszuschließen. Aber auch das kaufende Publikum wird dringend gebeten, die Rechnungen der Handwerker sogleich nach Empfang zu ^gleichen. Wird hierdurch der jetzt bestehende Mißbrauch der ausgedehnten Kreditgewährung auch nicht gleich gehoben, so werden doch Verkäufer und Käufer allmählich an eine geordnÄe Zahlungsweise gewöhnt, und damit würde wenigstens die Umkehr zur Besierung angebahnt werden. Der erhebliche Vorteil einer geregelten Zahlungsweise liegt darin, daß der Handwerker und Gewerbetreibende billiger einkaufen und produzieren, folgerichtig auch billiger verkaufen kann.
= Preiserhöhung für Zündhölzer. In einer Versammlung der deutschen Zündholzfabrikanten wurde festgestellt, daß int Dezember gegen das Vorjahr ein Rückgang im Absatz eingetreten und auch für das laufende Jahr zunächst mit einer wesentlichen Steigerung des Zlbsatzes nicht zu rechnen sei. Deshalb könne eine Erhöhung des Zwangskontingents, so wünschenswert dieselbe für die Zündholzindustrie wäre, nicht in Frage kommen. Wegen der Erhöhung der Rohmaterialpreise insbesondere des Espenholzes wurde beschlossen, eine Preiserhöhung von 5 Mk. pro 10 000 Schachteln, also % Pfennig für das Paket, vorzunehmen. Die Preiserhöhung bewegt sich, wie der Vorstand ausdrücklich betont, tn den „engsten" durch die Verteuerung der Produktion bedingten Grenzen.
29.
Mittwoch 5. Zebruar 1913.
keineswegs sehr eingreifend, da zweimal wöchentlich recht ausgiebig Flüssigkeit zugeführt wird. Ausnahmsweise kann man zur Linderung des Durstgefühls ein paar Tropfen einer schwachen Eucainlösung, An- östhesin oder etwas Opium geben, eine Methode, die Dr. F. Bruck, wie er in der „Münchener Medizini- i-hen Wochenschrift" mitteilt, mit gutem Erfolge zur Bekämpfung des Durstgefühls bei der absoluten Mastdarm-Ernährung schon lange geübt hat. Im übrigen ist eine reichliche gemischte Ernährung notwendig, wobei auch in den Gemüsen, im Obst, in den Kompotten genügend Flüssigkeft eingeführt wird. Selbstverständlich "müssen von diesem Verfahren ausgeschlossen werden: körperlich heruntergekommene Personen, Nierenkranke und Tuberkuloseverdächtige. Der Erfolg solcher Turstkuren zeigte sich rasch und regelmäßig, besonders an den Fällen mit fauligem Sputum: es , tritt ziemlich rasch eine Aenderung in dem Charakter des Auswurfs ein, der seine eitrige Beschaffenheit bald verliert und schleimig-eftrig, zuletzt fast rein schleimig wird.
2. SlM.
«r«ck der Znldaer Aetienrnnterei in $nl6o.
apfel, Dänischer Grafensteiuer, Transparentapfel und t... ______ „ „
Weißer Klarapfel angepflanzt. Besondere Sorgfalt lassen der Kur rasch wieder an. Das Verfahren ist wird der Ernte, Sortierung und Verpackung des Obstes r t- •>- r —l,;x
gewidmet. Geerntet werden die Früchte bei guter Baumreife in gepolsterten Körben. Von den geschicktesten Pflückern werden die besseren Qualitäten vorweg gesondert gepflückt und gelegt. Sortiert wird in drei Qualitäten: Kabinettware, Sorte I und II. Der Verkauf geschieht au bessere Frucht- und Delikateßgeschäfte, au Händler und zum Teil auch direkt an Private Die Preise sind befriedigend, dem Wert der Früchte entsprechend. Im Sommer 1911 wurden beispielsweise etwa 100 Zentner Wether Klarapfel nut 30 Mark pro Zentner verkauft. Dte besseren, spaten Tafeläpfel erzielen in erster Sortierung noch höhere Preise. Cox' ist die begehrteste und wertvollste Sorte. Wer sich für eine eingehende Schilderung der -.-Image und ihrer Einrichtungen interessiert, kann vom praktischen Ratgeber im Obst- und Gartenoau dte Nummer, welche den Bericht hierüber enthalt, kostenfrer ts
— Durstkuren bei Bronchialleiden. In der „Deutschen medizinischen Wochenschrift" empftehlt Dr.
* Die Einführung von zweistöckigen Straßenbahnwagen, die oben völlig überdacht sind, ist in Berlin deshalb notwendig geworden, weil die Polizeibehörde eine Erhöhung der Zahl der Straßenbahnwagen in den verkehrsreichsten Straßen nicht mehr erlaubt, da der Verkehr dort schon lebensgefährlich ist und durch die fast ununterbrochenen Reihen von „Elektrischen" manchmal mehr gehemmt wird, als gut ist. Die neuen Straßenbahnwagen, wie sie Wien und Newyork schon eingeführt haben, sollen insgesamt 56 Sitzplätze und 36 Stehplätze erhalten.
* Ein gefährlicher Posten. Im schweizerischen Städtchen Alten starb dieser Tage der Lokomoitvführer und Mechaniker Dominik Hof, der 15 Jahre lang den russischen Hofzug auf allen Reisen geführt hat, was bei den Gefahren, denen der Zug des Zaren trotz aller Maßregeln ausgesetzt ist, keineswegs ein leichter Posten ist. Hof erzählte häufig, daß chm wiederholt von Nihilisten große Summen geboten worden seien, damit er hilfteiche Hand bei einem Attentat ■ böte. Nach feiner Pensionierung zog er sich in seine I schweizerische Heimat zurück.
— Deutsches Obst. Es gibt Leute, die behaupten, daß wir die amerikanischen Aepsel nicht entbehren können, weil keine gleichwertige deutsche Ware auf den Markt komnrt. Dem gegenüber ist ein Bericht des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau über eine deutsche Buschobstgroßplantage in der Nähe von Dresden von Interesse. Es handelt sich um 'rund 90 000 Buschobstbäume auf einer Fläche von zusammen 100 Hektar, die in musterhafter Weis» gepflegt werden und bereits vorzügliche Ernten geliefert haben. Von Aepfeln wurden in der Hauptsache Cox' Orangen-Reinette, Winter-Goldparmäne, Baumanns Reinette, Schöner von Boskoop, Gelber Edel-
Amt Geisa und Umgebung.
X Geisa, 5. Febr. 1913. Die Geisaer Wurst- undFleischpreise sind ins Wanken geraten. Während ein Metzger prima Rindfleisch das Pfund mit 75 Pfg. verkauft, behalten die übrigen Metzger immer noch die alten Preise mit 90 Pfg. bei.
* Vacha, 4. Febr. 1913. Nachdem die letzte Ver- sammlung der »Freien Schneider-Innung zu Vacha" sich für die Errichtung einer Schneider-Zwangs- tnnung ausgesprochen hatte, fand die erste Versammlung Sonntag statt. Bei der Vorstaudswahl wurde der langjährige Obermeister Nordheim-Vacha wiedergewähft; zum stellvertretenden Obermeister wurde Langlotz-Vacha, zum Schriftführer Hüther-Tiefenort und zum Kassierer Perniß-Stadtlengsfeld gewählt. Als Beisitzer gingen aus der Wahl hervor v. Sohl- Geisa, Sell-Kaltennordheim und Rauch-Kaltensund- heim. — Der Absatz auf dem deutschen Kalimarkte hat in dem ersten Monat d. I. eine starke Zunahme erfahren, die gegen die gleiche Zeit des Vorjahres eine Steigerung von über 80 Prozent bedeutet. Da auch für diesen Monat bereits zahlreiche Aufträge vorliegen, so sind die Aussichten recht günstig.
* KlingS, 4. Febr. 1913. Tiefer Tage feierte daS älteste Glied unserer Gemeinde, der Lindenmüller Schlotzhauer in Rüstigkeit und Frische seinen 90. Geburtstag.
* Brmmharthauseu, 4. Febr. 1913. Am Montag nachmittag brach in dem Wohnhause des Karl Denner Feuer aus und äscherte das Haus binnen kurzer Zeit ein. Das Feuer konnte auf seinen Herd beschränkt werden. ________________
den Helden auf der Buhne. Die jugendsichen Darsteller entledigten sich in mustergiltiger Weise ihrer nicht leichten Aufgabe. Die Deklamaüonen mit lebenden Bildern, welche darauf folgten, versetzten uns in Deutschlands „große Zeit". Die Bilder wurden von den Mitgliedern des kathol. Kirchenchors in bester Weise gestellt. Herr Kuratus Fi eg«, d« zum ersten Male unter uns weilte, hatte aufmerksame Zuhörer, als er in seinen Schlußworten die Vaterlandsliebe pries als eine Tugend, die begründet ist auf echte Religiosität. Mit einem begeisterten Hoch auf unfern Kaiser schloß die schöne Feier.
)!( Salmünster, 4. Febr. 1913. Gestern abend feierte bet hiesige Obstbau-Verein im Gasthause „Zum Engel" seinen Familienabend. Gartenbau-Inspektor Huber aus Kassel hielt einen interessanten LichtbUder-Vortrag über die Pflanzung und Behandlung der Spalierbäume, sowie über die Bekämpfung der Obstbaumschädlinge. Dann sand eine Verlosung von Obstbau- und Gartenwerkzeugen statt.
r. Oberursel, 4. Febr. 1913. Montag nacht brach in der Appreturfabrik der Bollon-Blacking- Compagnie ein Brand aus, der Waren im Werte von 4200 Mark und Maschinen im Werte von mehr als 5000 Mark vernichtete. Der Feuerwehr gelang es, das schwer gefährdete Benzinlager vor den Flammen zu bewahren und dadurch eine große Explosion zu verhüten. Man vermutet Brandstiftung.
* Scholten, 3. Febr. 1913. Am hiesigen Bahn- Hof werden bereits in diesem Jahre Umbauten vorgenommen. Der Güterbahnhof kommt außerhalb der Stadt im Verfolg der Staatsstraße Nidda- Schotten. Auch wir) der Personenbahnhof Ver- beflerungen erfahren.
* Gilsa, 3. Febr. 1913. Ein bei dem Guts- Pächter Wolfram im nahen Wickershof in Stellung befindliches Dienstmädchen aus Hundshausen hat bei seiner Herrschaft eine Summe von 400 Mark angeeignet und sich für 80 Mark Pelze und Kleider von einem auswärtigen Kaufmann kommen lassen. Als es das Paket, das unter Nachnahme bei ihm abgegeben wurde, einlöste, wurde es ertappt. 200 Mark wurden noch bei ihm vorgefunden.
* Staffel, 4. Febr. 1913. Im neuen städtischen Elektrizitätswerk kam der Arbeiter Z. bei der Arbeit der Starkstromleitung zu nahe und wurde durch einen elektrischen Schlag sofort getötet. — Bor der Strafkammer als Berufungsinstanz wurde wegen Vergehens gegen das S e u ch e u g e s e tz der Kreistierarzt Menche zu 100 und der mit chm befteundete Domänenpächter Klostermann aus Harmuthsachsen zu 75 Mk. sowie zur Tragung der bedeutenden Kosten beider Instanzen verurteilt. In der Vorinstanz waren beibe freigesprochen worden.
"* Aus Thüringen, 3. Febr. 1913. Nach Amerika ausgerückt ist der frühere Geschäftsführer der Automobillinie Apolda-Jena, Kaufmann Siedentopf. Er hinterläßt zahlreiche Verbindlichkeiten, die voraussichtlich nie eingelöst werden. — Auf dem Bahnhof von Gräfenroda wurde ein Arbeiter aus Geschwenda getötet. Der Verunglückte hinterläßt Frau und vier Kinder. — In Weimar wird eine Aus- fteUung von Briesen und Manuskripten aus dem Nachlaß Otto Ludwigs veranstaltet. — Privatdozent für Chemie an der Münchener Universität Dr. phil. Schlenk hat einen Rus an die Universität Jena erhalten, als Nachfolger des nach. Prag berufenen Professors Rabe. — Das Schwurgericht in Rudolstadt verurteilte einen Volontär aus Jena zu drei Monaten Gefängnis, weil er eine Eisenbahnkarte gefälscht und benutzt hatte. — Nach einem Brand in der Tonwarenfabrik von Gebr. Knabe u. Stade in Geschwenda sind beide Brüder Knabe verhaftet und nach Arnstadt eingeliefert worden. Der Mitinhaber der Firma, Stade, ist in Zürich ergriffen worden. — In Rubitz hat der Arbeiter Weiser seine Ehefrau erdrosselt und die Leiche an einem Baum aufgeknüpft, um einen Selbstmord vorzutäuschen.
* Vom Westerwald, 3. Febr. 1913. Der selten vorkommende Fall, daß Ururahne, Urahne, Großmutter, Mutter und Kind einträchtig in der Stube beisammen zu finden sind, ist in Unnau im Westerwald zu konstatieren. Die Ururahne, eine 90 Jahre alte Frau, die Witwe des früheren Bürger- meisters Buchner in Unnau, feierte am 31. Januar ihren Geburtstag und erfreut sich noch immer ziem- sicher Rüstigkeit. Ihr Mann ist vor etwa 25 Jahren schon verstorben und ihre einzige, etwa 70 Jahre alte Tochter ist ebenfalls schon jahrelang Wftwe.
• b» Butzbach, 4. Febr. 1913. Beim Aufspringen auf einen fahrenden Zug geriet auf dem Bahnhof Saasen der Arbeiter Horst unter die Räder, die ihm ein Bein und einen Arm abfuhren und das Rückgrat schwer verletzten.
* Eltville, 4. Febr. 1913. An der Burg Kraß am Rheinufer fand der Schiffer Brömser einen Damcn- GuMv Singer die Anwendung von Durstkuren bei chronischen Erkrankungen der Bronchien. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Fälle von Luftröhren-
Aus Gberhessen u. den Hess. Aemtern.
* Marburg, 4. Febr. 1913. Mehrfache Erd- rutsche bei der Sandkaute am Marbacherweg haben in den letzten Tagen großen Schaden angerichtet. Dicke Bäume wurden mitgeriffen und an mehreren Stellen die Telephondrähte zerfetzt.
* Frankenberg, 4. Febr. 1913. In der letzten Stadtverordnetensitzung wurden zur Ergänzung der Ausrüstung des Eichamts 400 Mark bewilligt, gleichfalls die Kosten für einen Automobilschuppen. Sodann wurde die Frage der Errichtung einer Rektoratsschule abermals besprochen. Nach den bisherigen Verhandlungen ist die Errichtung der Schule bis Ostern sicher zu ermatten.
* Gemünden a. d. W., 4. Febr. 1913. Gestern wurde das städtische Fischwasser verpachtet. Auch hier wurden, wie neulich beim fiskalischen, sehr hohe Preise erzielt. Die Verpachtung erfolgte in drei Losen zum Preise von 209 Mark, insgesamt gegen 87 Mark 50 Pfg. der vergangenen Pachtperiode. Die Pachtzeit dauert 6 Jahre.
* Schwetnsberg, 4. Febr. 1913. Das Jubiläums- Abzeichen für eine 25jährige Zugehörigkeit zum preußi- scheu Landes - Kriegerverband wurde 8 Personen von hier verliehen.
Ans dem Nachbaraebiete.
-p° Müs, 4. Febr. 1913. Ueberall in deutschen Landen regt man sich, um die Gedenktage an eine e Zeit in würdiger, erhebender Form zu begehen.
der Familienabend der hiesigen Vereine am letzten Sonntag bewegte sich in den Grenzen einer Erinnerungsseier an die große Zeit von 1813—15. Mit Prolog und dem Liede für Männerchor „Lützows wilde Jagd" wurde die Feier eröffnet. Im Mittelpunkte des Abends stand die. Rede des Seminaristen Pleines zum Gedächtnisse Körners, des Sängers und Helden von 1813. Der Vortragende entwarf in begeisterten Worten und schöner Sprache ein lebenswarmes Bild dieses in der Blüte der Jugend gefallenen Dichters. Im nachfolgenden Theaterstück „Das Lützowsche Freikorps" sahen die Zuhörer
Hut und einen Muff. Aus einem danebenliegenden Briefe ging hervor, daß es sich um Kleidungsstücke einer in einem Wiesbadener Warenhause beschäftigten Verkäuferin handelt, die wahrfcheinlich ihrem Leben ein Ende gemacht hat. In dem Briefe war die Bitte ausgesprochen, die Gegenstände chren Ellern m Wiesbaden zu übermitteln. ~ .
* Main;, 4. Febr. 1913. Die Stadt Mainz beabsichtigt, das Ufer auf der rechten Rheinfefte unter- halb der Sttaßenbrücke bis zur Korreftwnslmie des Rheins vorzuschieben und das gewonnene Gelände auszufüllen. — Ein Offizierspferd, das im Fastnachtszug mitging, glitt aus und fiel auf den Knaben des Gemeindedieners Nathan von Koftheim. Der 11jährige Junge wurde totgedrückt.
* Erfurt, 4. Febr. 1913. In einer Gläubiger- Versammlung der in Konkurs geratenen sog. kath. Spar- und Darlehnskasse St. Joseph, an der von über 3000 Sparern mehr als 1000 persönlich teilnahmen, beruhigte der Konkursrichter die erregten Gemüter mit der Versicherung, daß die Jntereffen der Sparer wirksam vertreten würden. Vor allem müßten die vielen Bermögensschiebungen, die in jüngster Zeit unter haftpflichtigen Mitgliedern vor- gekommen seien, rückgängig gemacht werden. Ferner stellte der Konkursrichter strafrechtliche Verfolgung der an dem Zusammenbruch Schuldigen, soweit sie noch am Leben seien, in Aussicht.
* Aus Franken, 4. Febr. 1913. Der seitens der Kämmerers- und Rittmeisterswitwe Freifrau von Schrottenberg mit einem Kapital von 20 000 Mark, einem Baufonds von 2500 Mark nebst Einräumung einer Dienstbarkeit zum Unterhalt der Kinderbe- wahranstalt und ambulanten Krankenpflege bestimmten „Marienstiftung" in Reichmannsdorf wurde die staatsaufsichtliche Genehmigung erteilt. — Ein raffinierter Betrüger, der es speziell auf Geistliche und Klöster abgesehen hatte, überall von seinen sechs armen Kindern, denen er zu essen kaufen wolle, sprach und stets aus Mitleid Unterstützungen bis zu 10 Mark erzielte, in Wirklichkeit aber ein unverbesserlicher Zuchthausbruder ist und u. a. einem Kaplan in Schweinfurt 150 Mark aus einem Schreibtische gestohlen hatte, wurde zu 1 Jahr Zuchthaus verurteilt. — Wegen Notzuchtversuchs wurde der 19 Jahre alte ledige Bauernsohn Busch von Wiesenbronn, der erst vor kurzem wegen Vergehens wider die Sittlichkeit mit 6 Monaten Gefängnis bestraft war, vom unterftänkischen Schwurgericht zu einer Gesamtgefängnissttafe von 1 Jahr 9 Monaten verurteilt. . ,.u. i
Handel und Jndnftrie.
* Berlin, 4. Febr. 1913. Die Börse wurde' durch die Erwartung einer österreichisch-russischen Abrüstung ermutigt und blieb nach wie vor zuversichtlich. Die führenden Montanwerke holten ihre anfängliche Abschwächung fast durchweg ein. Veränderungen auf dem Gebiete der Bankaktien waren belanglos. Schiff, sahrtsaktien lebhafter im Verkehr. Auch Elektrizitäls- werte vorwiegend fest. Der Staffamartt war überwiegend höher. Ter Privatdiskont zog um 0,5 Prozent auf 5 Prozent an.
Märkte.
Frankfurter Getreidemarltbrricht vom 8. Febr. 1913. Am heutigen Markte war daS Geschäft sehr still. Die festeren Auslandsofferten blieben ohne Einfluß. Hafer und Mais unverändert. Mehl und Futterartikel stetig. — Es notierten je nach Qualität und Herkunft: Weizen: hies. und Wetterauer 21.00—21.10 Mk., ans dem Lande abgeholt 20.40—20.50 Mk., kur Hess. 21.10—21.20 Mk., norddeutscher 21.00—21.20 Mk., Manitoba 22.00 bis 23.25 M., Kansas 23.50—24.00 Mk., russischer Nicolaieff 23.25—23.90 Mark, Saxonska 23.50—24.00 Mark, Ulla 23.50—24.25 Mark, Azuna 23.25—24.00 M., La Plata 22.00—23.00 Mark, rumän. 23.75—24.75 Mark, Walla Walla 00.00—00.00 M. — Roggen: hiesiger, 18.10 bis 18.20 M., auf dem Lande abgeholt 17.50—17.60 Mk., Pfalzer 00.00—00.00 M. russischer 18.50—19.00 M., Amerikaner 00.00—00.00 Mk. — G erste: hies. 20.75 bis 21.25 Mark, Pfälzer 21.50—22.00 M., fränkische 21.25—21.75 M.. Riedgerste 21.25—21.75 M., ungarische 00.00—00.00 Mark, Futtergerste 00.00—00.00 M. — Hafer: hiesiger und Wetteraner 19.50—20.00 kurhess. 19.25-20.00 M., hager. 19.50—20.00 Mark, La Plata 18.00—18.50 Mk., russischer 20.00—21.00 Mark. — Mais sMixeds 00.00— 00.00 Mark, Donaumais 14.50—15.75 M-, La Plata 14.75—15.25 Mark, Cinqantin 20.00—20.25 M., russischer 00.00—00.00 Mark. — Wes per 100 Kilo netto, effettiv loko hier. — Mehl: stetig. — Es notieren je nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 82.00—32.25 Mark, südd< Nr. 0 32.00—32.75 M., hiesiges Nr. 1 30.00-30.25 M., süddeutsches Nr. 1 30.00-30.25 Mk., hiesiges Nr. 3 27.00-27.25 M., süddeutsches Nr. 3 27.00—27.25 M., hiesiges Nr. 4 24.00—24.25 Mark, süddeutsches Nr. 4 2400-24.25 M. — Roggen mehl, hiesiges, Nr. 0 27.0S bis 27.25 M., do. Nr. 01 26.00—26.25 M., do. Nr. 1 24.75—25.00 M. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. — Futterartikel: stetig. Weizen, chalen 10.50—19.75 M., Weizenkleie 10.50—10.75 M., Roggen- tiefe 10.75—11.00 M., Weizen - Futtermehl 16.00 bis 16.50 M., Biertreber, getrocknet, 14.25—14.35 M., Malzkeime 14.00—14.25 M., Rapskuchen 13.75—14.00 Mk., Palmkuchen 14.25—14.50 Mark, Futtergerste 16.50 bis 16.75 M., Melaffeprodukte 00.00—00.00 M., Kartoffeln 0.00—0.00 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10900 Kilo.
* Frankfurter amtliche Notierungen der Biehmarkt- preise vom 3. Februar 1913. Austrieb: 1212 Stück ceinschließlich 00 Rinder auS Holland, forote 00 Rinder aus Schweden», barunter 395 Ochsen, 45 Bullen 772 Färsen und Kühe, 00 Fresser 286 Kälber, 141 Schafe, 2071 Schweine. Preise für 1 Zentner, Rinder: A. Ochsen: a. vollfleischige, ausgemäsiete höchsten Schlachtwertes 1. im Alter von 4—7 Jahren sLebendgewichtj 50—56 Mark, sEchlachtgewichtj 90 bis 96 Mark, 2. die noch nicht gezogen Haden sungeiocht) Lebendgewichts 00—00 M., sEchlachtgewichtj 00-00 Mark, b. junge fleischige nicht ausgemüflete und äUere ausgemästete sLebendgew.j 47—49 M., jschlachtg.j 85—89 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere sLebendgew.j 44-46 M., sSchlachtgew.s 80-34 Mark, d. gering genährre jeden Alters sLebendgew.^ 00—00 M., sSchlachtgew.s 00-00 M. 6. «ulten: t. vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes sLebendgew.j 47—50 M., fSchlachtgewichtj 78-83 M.< b. vollfleischige längere sLebendgewichtj 44-46 Mark, sSchlachtgew.s 73-76 M., c. müßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgewicht 00 00 Marr. sSchlachtgew.j 00—00 M., d. gering genährte sLebdgew.j 00—00 M., sSchlachtgew.s 00-00 Mark. C. Färsen und Kühe: a. vollfleischige, ausgemästets Färsen höchsten Schlachtwertes sLebendgewichis 46—50 Mark, sSchlachgew.s 83—90 M, b. vollfleischige, ausgemästete. Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren sLdgew. 44—47 M., sSchlachtgew.s 82-84 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen sLebendgew.s 40—45 M., sSchlachlg.) 77—87 M., do. 2) ältere ausgemästete Kühe uuo wenig gut entwickelte jüngere Kühe [Cebcnögero. 89-43 M., Schlachtgew.s 72—78 M., d. müßig genährte Kühe und Färsen sLebendg.s 33-37 M., sSchlachtgew.s 66-74 M., e. gering genährte Kühe und Färsen sLebendgew.j 27 - jI Mark, sSchlachtgew.j 61—67 M. D. Gering genahtes Jungvieh lFresser) sLebendgew.j 00—00 M„ sSchlachtg.; [00—00 M. Kälber: a. Doppelender seinste Mau sLebendgew.j 00—00 M„ sEchlachtgewichtj 00—00 Mi. b. feinste Mast- sBollmilchmastj und Veste Saugkälber sLebendgew.j 00—00 M., sSchlachtgew.j 000-000 M., c. mittlere Mast- und gute Saugkälber sLebendgew.j 60-65 M.. [Schlachtg.j 102—110 M., d. geringere Mast-u. gute Saugkälber sLebendgew.j 55—59 M., sSchlachtgew.j 93—100, e) geringe Saugkälber sLw.j 00—00, sSchlachtgew.j (0-00 M. Schafe: A. Wridemaftschafe: a. Mast, lämmer und jüngere Masthämmel sLebendgew.j 48 Mk., sSchlachtgew.j 100 M-, b. geringere Masthämmel und gut genährte Schafe sLebendgewichtj 40 Mark, sSchlachtgew.j 96 M., c. mäßig genährte Hammel und Schafe «Merz-Schafel sLebendgewichtj 00-00 M., sEchlachtgewichtj 00—00 Mark, d. Marschschafe oder Niederungsschase sLebendgewichtj 00—00 M., sÄchlachl- gew.j 00-00 M. B. Stallmastschafe: 00. Schweine: a. vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht sLebendgew.j 63-65'/, M., sSchlachtgewichtj 80— 82 'M, b. vollfleischige Schweine dis 80 kg Lebendgewicht sLebendgewichtj 63-65 M., sSchlachtgew.j 80 - 82 M., c. vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht sLebendgew.j 63—66 M., sSchlachtgew.j 80—82 M., d. vollfleischige Schweine von 120 — 150 kg Lebend- gew. sLebendgew.j 63—66 M., sSchlachtgew.j 80 bis 82 Mark, e. Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht sLebdgew.j 00-00 M., sSchlachtgwrchtj 00 -00 Mark, t. unreine Sauen und geschnittene Eoer sLebendgew.j 00-00 Mk., sSchlachtgewichtj 00—00 Mk. — Non den Schweinen wurden am 3. Februar verlaust: a. Lbdgew. zum Preise von 68 M. 2 Stück, von 67 M 2 Stuck, von 66'/, M. 2 Stuck, von 66 M. 42 Stuck, von 65V, M. 109 Stück, von 65 M. 110 Stuck, von 64V, M. 30 Stück, von 64 M. 71 Stück, von 63'/, M. 28 Stuck, von 63 M. 42 Stück; von 62 M. 14 Stück, von 59 Mark 1 Stück, b. Schlachtgewicht zum Preise von 84 M. 24 Stück, von 83 M. 189 Stück, von 82 M. 371 Stuck, von 81 M. 331 S ück, von 80V, M. 4 Stück, von 80 M. 213 Stück, von 79 M. 77 Stück, von 78V, M. 16 Stück, von 78 Mark 8 Stück, von 77 M. 10 Stuck, von 75 M. 3 Stück. — Marktverlauf: Am Rmdermarkt in Ochsen schlevpendes, in Kühen und Rindern ledhastes Geschäft; mit Ochsen wird nicht geräumt. In Kälbern langsamer, in Schafen ruhiger und in Schweinen mäßig reger Handel; Schweine hintertaffen Ueberftaud.