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Amt Geisa und Umgebung.
♦ Geisa, 1. Febr. 1913. Das Großh. Staats» ministerium will auch für die höheren Lehranstalten des Großherzogtnms besondere Schulärzte aufstellen. Diese sollen die Schüler beim Eintritt in die Anstalt genau untersuchen und dann fortgesetzt deren Gesundheitszustand eingehend überwachen. Die Schulärzte sollen für ihre Tätigkeit eine Pauschale erhalten. Dafür sollen in Ansatz gebracht werden 75 Pfg. für die erste und 50 Pfg. für die laufende Untersuchung und Ueberwackung der Schüler.
* Vacha, 1. Febr. 1918. Der außergewöhnlich starke Wagenmangel, unter dem ganz besonders auch die Kaliindustrie im Herbst 1912 zu leiden hatte, ist seit kurzem im Werragebiet fast gänzlich behoben.
* Kaltenwestheim, 1. Febr. 1913. Der diesige Darlehnskassenverein feierte gestern das Fest seines 25jährigen Bestehens.
Versicherung zusammen. Nach einem Vortrag und eingehender Debatte wurde eine Entschließung angenommen, in der die Versicherung als eine für die Landwirtschaft segensreiche Einrichtung empfohlen wird.
Gotterdienftordnunq.
Faünachtsdienstag, 4. Febr. Fulda. Stabt« Pfarrkirche. 5 Ubt Aussetzung des Alterheiligsten und hl. Messe, 6 und 7 Ubt hl. Messen, 8 Uhr Amt, 9 Uhr hl. Messe; iO Uhr Beginn der Betstunden: Bruderschaft von der Todesangst des Herrn, 11 Ubt erste, 12 Uhr zweite 1 Ubt drittes 2 Uhr vierte und 3 Ubt fünfte Fronleichnams-Andacht und Schluß, Prozession und Tedeum. Die Auflegung der Kerzen wie gestern. — Frauenberg. (Erster Dienstag der Novene zu Ehren des hl. AntoniuS.) Aussetzung des Allerbeilig'ten von morgens 5 Uhr bis zum Schluß des Hochamts. */i8 Uhr hl. Messe mit Antoniusandacht, */s9 Uhr Levitenamt, darauf Kreuzwegandacht.
Lokales.
Fulda, 3. Februar 1913.
i V Literarisches. Von der bei Schöningh in Paderborn erschienenen 3. Auflage des Werkes „Der Mensch* von Prof. Dr. Konstantin Gutberlet ist soeben eine italienische Hebersetzung erschienen, die von Pros. L. E. Bongianni in zwei Bänden besorgt und von P. Agostino Gemelli 0. F. M. devorworlet ist. Damit hat der Fuldaer. Gelehrte auch in der ausländischen Lsteratur seinen Einzug gehalten. Das Vorwort ist überschrieben: „Konstantin Gutberlet und die Wiedergeburt der Philosophie in Deutschland". Von einem Kenner der deutschen Philosophie und Hauptträgerder neuscholastischen Philosophiebewegung in Italien, wie es P. Gemelli ist, wird hier dargelegt, welch wesentlichen Anteil Gutberlet durch seine zahlreichen Werke und durch die von ihm herausgegrbcne Vierteljahrsschrift „Philosophisches Jahrbuch" an der Begründung und Entwicklung der neuscholastischen Philosophie in Deutschland genommen hat und noch ; fortwährend nimmt. Die Ausführungen berühren sich vielfach mit denjenigen desselben italienischen Phtlo- sophen, die er vor Jahresfrist int „Corriere d’Italia“ von Rom und vor kurzem im „Momente“ von Turin, in zweien der größten italienischen Zeitungen, über Prof. Gutberlets Lebenswerk und Lebensbedeutung geschrieben hat. .
§ Ernannt. Zum Revierschreiber bei der hiesigen Königl. Polizeidirektion ist Schutzmann Bäumert er- nannt worden.
£. Der Entwurf einer neuen Verdingungsordnung, der schon seit längerer Zeit von den hiesigen Handwerks- $ reifen erwartet wurde, ist nunmehr der Stadtverordnetenversammlung zur Begutachtung zugegangen. Der Entwurf ist sehr umfangreich und genau auögearbeitet. In den allgemeinen Grundsätzen bei Herstellung der Vorarckeiten wird gesagt, daß ein genauer Kostenanschlag als Grundlage für die Verdingung aller Arbeiten rmd Lieferungen anzufertigen ist. Der Kostenanschlag soll ' in den einzelnen Positionen immer nur gleichwertige Arbeiten, die genau zu beschreiben sind, zufammen- fasfen, damit jeder Unternehmer über alles im Klaren ist. Im Kostenanschlag sind die ortsüblichen von der Handwerkskammer in Kassel alljährlich feftge;etzten und genehmigten Einhei ts preise einzusctzen. Bei Arbeiten, wo solch- Preise nicht festgesetzt sind, sollen diese durch zwei vom Magistrat zu bestimmende Sachverständige, in der Regel ein Handwerker und ein Architekt, festgesetzt werden. Die Verdingungsordnung sieht vor, daß Leistungen und Lieferungen in der Regel off ent- tltch ausiuirbreiben find. Mit Ausschluß der Oeffent-
Haudel und Industrie.
Sx Berlin, 1. Febr. 1913 Die Börse verharrte bei ihrer zuversichtlichen Auffassung bezüglich der Balkankrists. Nennenswerte Aenderunyen waren keine zu verzeichnen. Am Monlanmarkt blieben die meisten der in Betracht kommenden Aktien noch V* bis */s Prozent über gestern. Das Gebiet der Bankaktien lag fest bei ruhigem Geschäft. Eisenbahnaktien meist sehr still bis auf Orientbabn. SchiffabrtSaltien nach fester Eröffnung abgeschwächt. Elekrizitätswerte waren wenig beachtet. Der Kaffamarkt war überwiegend weiter anziehend. Der Privatdiskont erhöhte sich auf 4% Prozent.
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j tagen, geriet unter die Räder und blieb schwer \ erletzt liegen. Ein später vorbeiko mnendes F.:hr- ) rk nahm den Verletzten, trotz seines inständigen 1 chens, nickt auf Ter hilflos in einer Blutlache ti 'legende Mann wäre zweifellos erfroren, wenn ns st bald darauf ein die Straße passierender Rad- fc' rer sich barmherziger gezeigt hätte. Er holte einen A! t aus Hofgeismar, der mit seinem Automobil den S! werverletzten in sein Heimatsdors brachte.
♦ Carlshafen, 1. Febr. 1913. Die Müller und M hlenardeiler der Diemelmühle (Firma Ernst Malz- felit haben die Arbeit niedergelegt, weil feiten! der Firma einem Arbeiter weaen Mangels an Ars it gekündigt worden ist. Die Firma hat sofort and re Arbeiter eingestellt.
' ■ Hann. Münden, 1. Febr. 1913. Senator Louis Wi kelmann ist gestern gestorben. Er hat 22 Jab! e lang als Bürgervorsteher viel Segensreiches zum Wohle unserer Stadt geschaffen.
* Aus Thüringen, 1. Febr. 1913. Gegen den Berka tf des Kurbades Lieben st ein an den Grafen b. Wiser aus Wiesbaden ist abermals Einspruch beim l 'andgericht Meiningen erhoben worden. — In Cam bürg wurde eine Lehrling aus Leipzig verhaftet, der Grpresscr-Briefe geschrieben haben soll. — Im Großherzogtum Sachsen ist ein Rück- gang d r Schüler an den Gymnasien zu beobachten. So ist die Schülerzahl am Gymnasium in Weimar von 401 auf 355, in Eisenach von 234 auf 174 und in Jena von 287 auf 254 gesunken. Dagegen wächst der Best ch an den Real- und Oberrealschulen des Landes. - - In W e i m a r wurde ein Fleischermeister zu 100 M ark Geldstrafe verurteilt, weil er der Wurst Kartoffelmehl und dem Hackfleisch Präservesalz zugesetzt hatte. — Musikdirektor Marin in Sondershausen ist gestorben. Er war das älteste Mitglied der fürstlichen Hofkapelle.
ch. Gustav?bürg, 2. Febr. 1913. Eines gräß. lichen lobe * starb gestern nachmittag ein Matrose des Kohlenschiffs „Niederrhein". Er geriet zwischen die eisernen F ngarme eines Kohlenkrans, die ihn langsam buchs, üblich zu Tobe drückten.
ch. Vilbel, 2. Febr. 1913. Auf dem Frankfurter Gelände nabe der hiesigen Feldmark beabsichtigt die Stadt Frankfurt vom Frühling ab umfangreiche Bohrungen nach Mineralquellen vorzunehmen. Vorerst sollen hierzu 10000 Mk. ausgeworseu werden. — Die Frau des Arbeiters Klöß benutzte Petroleum zum Feueranmacheu und verbrannte sich, als das Petroleum natürlich explodierte, derart schwer am ganzen Leibe, daß sie hoffnungslos darniederliegt.
ch. Butzbach, 2. Febr. 1913. Bei der Geburts. tagsfeier des Kaisers trank in Queckborn ein Mann derart viel Schnaps, daß er an Alkoholvergiftung starb.
* Heiligenstadt, I. Febr. 1913. Das fünfjährige Mädchen des Kutschers Scharf war dem Oienfeiter zu nahe gekommen. Die Kleider fingen Feuer und das Kind erlitt so schwere Brandwunden am ganzen Körper, daß an feinem Auskommen gezweifelt wird.
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4, Wichtige Ergebnisse der Viehzählung vom 2. Dezember 1912.
Am 2. Dezember 1912 fand in allen deutschen Bundesstaaten wieder eine Viehzählung auf er» „eitertet Grundlage statt. Diese Viehzählung ist, weil gerade in eine Zeit außergewöhnlicher Preis- aestaltung fallend, vou einem besondern Interesse. Ergebnisse sind bisher bekannt geworden für Bayern und Baden.
Die Zeitschrift des Kgl. Bayerischen Statistischen Landesamts veröffentlicht in Nr. 1 (1913, 113 ff) die vorläufigen Ergebnisse für B a y e r n. Gegenüber der letzten, großem, im ganzen Deutschen Reiche veranstalteten Zählung vom Jahre 1907 ergibt sich in Payern eine Zunahme hauptsächlich für Pferde, Ziegen und Bienenstöcke, während die übrigen Viehgattungen, insbesondere auch Rinder und Schweine, sich an Zahl vermindert haben. Im einzelnen gestaltete sich die Bcstandsziffer für die Fleischviehgattungen folgendermaßen. Es haben gegenüber der Zahl von 1907 abgenommen: die Zahl der Rinder um 4,6 Prozent, der Schafe um 35,6 Prozent, der Schweine um 12,4 Prozent (auch die Zahl der Kaninchen ist zurückgegangen, und zwar um 15 Prozent). Da in Bayern auch im Jahre 1910 eine außerordentliche Viehzählung stattgefunden hat, die sich auf Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen erstreckte, so ist es von Interesse, die neuesten Zählungsergebnisse auch mit denen von 1910 zu vergleichen. Das Ergebnis ist dann folgendes: zugenommen haben in dieser Zeit die Rinder um 2 Prozent, abgenommen aber die Schafe um 25,8 Prozent, die Schweine um 19,5 Prozent die Ziegen um 0,7 Prozent.
Ein ähnliches Ergebnis zeigt die Zählung in Baden. Auch dort hat sich gegenüber dem Vorjahr — die letzte Zählung war dort 1911 — die Zahl der Rinder um 2,38 Prozent vermehrt, ist o6er_ immer noch bedeutend geringer als im Jahre 1907. Die Schweine haben sich auch dort vermindert, gegenüber 1911 um 4,95 Prozent. Bei den ein halbes bis unter einem Jahr alten Schweinen ist sogar ein Rückgang um 24,4 Prozent eingetreten. Ebenso ist bei den Zuchtebern und Mutterschweinen eine Abnahme festgestellt worden. Es fehlt also bei den Schweinen an "der Nachzucht'. In dieser Hinsicht scheint es in Baden bei den Rindern bester zu stehen. Es zeigt sich gerade bei den unter einem Jahre alten Rindern eine starke Vermehrung.
Im großen und ganzen zeigt sich also bei beiden süddeutschen Staaten dasselbe Ergebnis. Starke Abnahme des Schweinebestandes bei Rückgang der Nachzucht, langsame Besserung desRinderbe st andes bei noch starkem Zurückbleiben hinter der 1907 erreichten Ziffer. Bei der starken Aehnlichkeit, die in den landwirtschaftlichen Verhältnissen der süddeutschen Staaten besteht, kann man annehmen, daß auch für Württemberg und Elsaß- Lothringen sich das gleiche Herausstellen wird wie für Baden und Bayern.
Bon besonderer Wichtigkeit werden unter diesen Umständen die Zählungsergebnisse in Preußen, als dem größten Bundesstaat, sein. Hoffentlich läßt auch hier die Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse nicht mehr allzu lange auf sich warten. Auch die Landwirtschaft hat daran das größte Interesse, damit sie sich in ihrer weitern Produktionsentwicklung entsprechend einrichten kann. Es ist freilich kaum zu erwarten, daß die Ergebnisse der Zählung in Preußen ein wesentlich anderes Bild geben werden. Schon fest Wochen konnte man vor allem im Westen von mit der Sache Vertrauten von einer Abnahme der Schweinehaltung hören.
Ins Gewicht fallen aber in jedem Falle schon auch die süddeutschen Ergebnisse. Denn bei der Inanspruchnahme sämtlicher deutschen landwirtschaftlichen Gebiete, wie sie heute für die Lebensmittelversorgung der großen Konsumplätze notwendig ist, wirkt die Entwicklung auch nur eines Produktionsgebietes bestimmend auf die Gesamtlage der Versorgung ein.
Unter diesen Verhältnissen fällt auf die Aussichten !unserer Fleischversorgung und der Teuerungsverbält- !nisse für die nächste absehbare Zeit freilich kein er- !k r e u l i ch e s L i ch t.
vermischtes.
* Zweifacher Mord. In der Gemeinde Werne in Westfalen wurde in seinem Studierzimmer der evangelische Pfarrer Luther und sein Freund und Studiengenosse, der Gutsbesitzer Grotze-Brauk- m a n, erschossen aufgefunden. Der Fall hat sich nach der „Tremonia" wie folgt aufgeklärt: Grotze-Braukmann, der früher in der Gegend von Soest als Pächter ein große?. Gut bewirtschaftete, geriet in Vermögensverfall und zog nach Arnsberg, um sich dort als Agent niederzulassen. Pastor Luther, ein herzensguter und von allen geachteter Mann, hat des öftere seine milde Hand gegenüber Große-Bruckmann geöffnet und ihm häufig aus finanziellen Verlegenheiten geholfen. Dieser weilte jetzt zu Besuch bei dem Pastor Luther, der feit etwa zwei Iah- ren Witwer ist. Am Donnerstagnachmittag haben beide gemeinschaftlich in der Wohnung des Pastors gespeist. Nach den getroffenen ""Wellungen ist kein Zweifel daran, daß Große-Bra- nn zunächst seinen Freund und Wohltäter erschossen u:.o dann sich selbst eine Kugel durch den Kopf jagte. Das auftretende Gerücht, daß beide gemeinsam in den Tod gegangen seien, ist völlig haltlos und durch nichts begründet. Pastor Luther lebte in durchaus guten Vermögensverhältnissen. Es liegt die Vermutung nahe, daß Grosie-Braukmann den Pastor um Darlehen anging, aber abschlägig beschieden wurde. Hierin dürfte das Motiv zu dem entsetzlichen Vorgänge liegen. Die Tatsache, daß der erschossene Pastor auf seinem Schreibtische angefangene und vollendete Briefe an einen Rechtsanwalt liegen hatte, in welchen er Anweisungen für einen bevorstehenden Termin gab, weisen darauf hin, daß er nicht freiwillig aus dem Leben geschieden ist.
* Eine frivole Wette. Der 21jährige Student Willibald Mathias aus Leipzig, der an der technischen Hochschule in Eharlottenburg studiert, wettete im Kreise sei. ner Freunde, daß er imstande sei, eine ganze Flasche Kognak in kurzer Zeit zu leeren. Trotzdem, die An-, wesenden ihn von feinem Vorhaben abhalten wollten, trank der junge Mann in wenigen Zügen eine Flasche aus und fiel sofort, von einem Herzschlag getroffen, tot zu Boden.
* Mit gebrochener Schraube. Der Kreuzer „Cin- einnati" hat den Befehl erhalten, nach dem britischen Dampfer ,.?)ingchoro" zu suchen, der hilflos mit gebrochener Schraube auf der Hohe von Luzog (Philippi- neni gesehen wurde. Der Dampfer „Dingchoro" hat 200 Passagiere an Bord.
* Felssturz. An der Südküste Englands bei Rot-' tingdenn stürzte eine riesige Menge der die Küste bildenden steil aitffteigenben Felsmauer ein. Sieben Personen wurden verschüttet. Zwei Leichen wurden bereits g e b o r ge n. Zwei andere Verunglückte wurden bewußtlos geborgen und ins Hospital gebracht. Zwei Personen werden noch vermißt.
» Der grösste Bahnhof der Welt. Der Hauptbahnhof in N e w y o r k ist gestern unter großen Feierlichkeiten eröffnet worden. Damit hat der neue Leipziger Hauptbahnhof seinen Ruhm, der größte Bahnhof der Welt zu sein, an Amerika abtreten. Leipzig muß sich auf weiteres damit Begnügen, den größten Bahnhof Europas zu haben. Der Newyorker Zentralbahnhof bildet ein Denkmal für das gewaltige Wachsen des amerikanischen Verkehrswesens. Der Bahnhof umfaßt zwei Stockwerke, auf dem oberen laufen auf 42 Schienenpaaren die Sckmellzüge ein auf dem unteren auf ebenso viel Schienenpaaren die Vorortzüge. Die mächtige Halle bietet 1043 Eisenbahnwagen eine gedeckte Unterkunft.
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Aus Gberheffen u. den heff. Aemtern.
♦ Marburg, 1. Febr. 1913. Zur Steuerung des Fastnachtsunfugs ist hier eine Polizeweroronung erlasfen worden, durch die u. a. das Tragen von Gesichtsmasken in Straßen und öffentlichen Lokalen nach 6 Uhr abends verboten wird. Ferner müssen alle öffentlichen Lokale um 1 Uhr nachts geschlossen werden.
♦ Kirchhain, 1. Febr. 1913. Ein Brand, der gestern abend im Hause des Landwirts Bierwirth ausbrach, konnte von Nachbarsleuten, welche rasch zur Stelle waren, gelöscht werden, ohne großen Schaden angerichtet zu haben.
* Aus dem Kreise Biedenkopf, 1. Febr. 1913. Bei einem Einbruchsdiebstahl im Hotel Tannhäuser in Biedenkopf wurden 50 bis 60 Flaschen Wein und Sekt, sowie mehrere Kisten Zigarren gestohlen. — Das Stricken von Strümpfen und der sich ehemals bis nach Marburg und der Wetterau ausdehnende Handel mit ihnen kommt immer mehr aus dem Gebrauch. Infolge der günstigen Eisenbahnverbindung wird unsere Gegend immer mehr dem Verkehr erschlossen und die uralten Hausindustrien verschwinden.
* Zella (Kr. Ziegenhain), 2. Febr. 1913. In- ifolge der heftigen Regengüsse ist die Schwalm seit heute nacht derart gestiegen, daß sie aus ihren Ufern getreten ist und das Ufergelände überflutet hat. Der Weg nach unserer Station Scheidlache ist zu Fuß nicht zu passieren, ebenso ist der Fußweg nach Lor- hausen nicht gangbar.
* Aus dem Edertal, 1. Febr. 1913. Infolge der starken Schnee« und Regenfälle ist das Hochwasser, das seit der letzten Flut kaum merklich zurück, gegangen war, bedeutend gestiegen.
» Treysa, 1. Febr. 1913. Der 88 Jahre alte Schuhmacher Ritter von hier, welcher noch die Revolution 1848 in Baden mitgemacht hat, ist gestorben.
* Bott-ndorf, 1. Febr. 1913. Hier ist dieser Tage durch den Genossenschaftsdirekto-. Schüler-Kassel und den Unterverbandsdirektor des Kreises Frankenberg, Hauptlehrer Dilcher-Frankenau, ein Raiff- eisenschen Spar- und Darlehnskassenverein gegründet worden, der sich dem Hessischen Verband ländlicher Genossenschaften angeschlossen hat. Dem neuen Verein sind sofort 44 Mitglieder *on hier bei- getieten. Der Vereinsbezirk erstreckt sich auch auf die Gemeinde Willersdorf.
* Aus dem Kreise Fritzlar, 1. Febr. 1913. Die Mitglieder des landwirtschaftlichen Kreisvereins Fritzlar traten in Wabern zwecks Stellungnahme zu
Reklame«- und Anzeigenteil.
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lichkeit können zur engeren Bewerbung ausgeschrieben werden Leistungen, die nach ihrer Eigenart nur ein beschränkter Kreis von Unternehmern ausführt oder wo bei der öffentlichen Ausschreibung ein annehmbare? Ergebnis nicht erzielt wurde. Ferner Leistungen, die bei Maurer-, Zimmerer- und Steinmetzarbeiten den Wert von 2000 Mk. und bei allen übrigen Arbeiten den Wert von 1000 Mk. noch überschreiten. Unter Ausschluß jeder Ausschreibung kann die Vergebung erfolgen bei Leistungen, die nachstehende Werte nicht übersteigen: Bei Erd-, Ebaussierungs- und Pflasterarbeiten 500 Mk., Maurerarbeiten 1000 Mk., Zimmererarbeiten 750 Mk., Schlosserarbeiten 200 Mk., Steinhauerarbeiten 500 Mk., Dachdeckerarbeiten 300 Mk., Spenglerarbeiten 150 Mk., Schreinerarbeiten 300 Mk., Glaserarbeiten 200 Mk., Maler-, Anstreicher- und Tapezierarbeiten 200 Mk. Weiter kann die Vergebung direkt erfolgen bei Dringlichkeit. bei Ergänzungs- und Nachbestellungsarbeiten, sofern feine höhere Preise gefordert werden, bei Aus- besie iSarbeiten. deren Umfang oder Preis im Voraus nicht genau zu berechnen ist. Bei der Auswahl der Unternehmer ist nach Möglichkeit in alphabetischer Reichenfolge zu wechseln. Die ortsangesessenen Ge- werbetreibenden sind vorzugsweise zu berücksichtigen. Die Arbeiten sind nach Berussarten getrennt und die Ausschreibungen tunlichst derart zu zerlegen, daß a u ch k l e i. nere Handwerker sich an der Bewerbung beteiligen können. Bei Lieferungen dürfen bestimmte Ur« sprungsorte oder Bezugsauellen nickt vorgeschrieben werden. Die Zuschlagsfrist darf im allgemeinen den Zeitraum von 14 Tagen nickt übersteigen. Nachträgliche Angebote bleiben unberücksichtigt. Die niedrigste Geldforderung als solche darf für die Entscheidung über den Zuschlag keineswegs den AuSicklag geben. Der Zuschlag darf nur auf ein in feder Beziehung annehmbares die tüchtige und rechtzeitige Ausführung gwährleistendes Gebot erteilt werden. Es sind nur solche Bewerber zu berücksichtigen die für die bedingungsmäuige Ausführung sowie für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen gegenüber ihrem Personal die erforderliche Sicherheit bieten. Liegen von mehreren Handwerkern gleichartige Angebote vor, so sind bei der Zuschlagserteilung diejenigen Bewerber zu berücksichtigen, berechtigt find, den Meistertitel zu führen. Im übrigen ist bei öfrent» licken Ausschreibungen demjenigen der drei als Min- destsordernden in Betracht kommenden Bewerber zu erteilen, dessen Angebot unter Berücksichtigung aller Umstände als das annehmbarste zu erachten ist. Entsprechen die Arbeiten nickt den Vorschriften, werden sie zurück- aewiesen und sind durch neue zu ersetzen. In besonderen Fällen werden Sackverständige hinzugezogen. Zur lieber« nähme von Arbeiten kommen nur Unternehmer in Betracht, die im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind, Steuer entrichten, zwei Jahre in der Stadt ansässig sind und ihren Arbeitern die tarifmäßigen Löhne zahlen. Unpünktliche Unternehmer können auf die Dauer bis zu zwei Jahren von Lieferung städtischer Arbeiten ausgeschlossen werden.
& Die Fastnachtsfestlichkeiten waren am Samstag und Sonntag recht zahlreich. Am Samstag abend halte der Bürgerverein fein Maskenseft im eigenen Heim; ein Großstadt-C^o war der Gedanke der Veranstaltung. Am selben Abend hielt der Turn- und Fechtklüb in den Stadtfälen fein Fastnachtsver« gnüacn in Form eines bunten Abends ab. Der gestrige Sonntag brachte das gewohnte Maskentreiben in den Hauptstraßen der Stadt. Im Allgemeinen ist alles ruhig verlaufen. Am Dalberg griffen gegen Abend einige Soldaten des hiesigen Artillerieregiments fünf als Schlitzerinnen verkleidete junge Mädchen in frecher Weise an, zogen blank, nahmen ihnen die Mützen und die Pritschen ab und verübten Unfug, so daß Passanten sich ins Mittel legen mußten. Am Abend hielt die Turngemeinde Fulda ein Volks- und Trachtenfest im Stadtsaale ab. Der St. JosephS« verein veranstaltete eine karnevalistische Abendunterhaltung im Gesellenbause. Auch die Jünglingsvereine feierten ihre Fastnacht. Der Verein „Waldlust" hatte ein Kostümkränzchen in „Hoben- zollern". Auf den heutigen Rosenmontag hat der katholische Gesellenverein eine karnevalistische Abendunterhaltung mit allerlei Klimbim im Gesellen« bospitium vorgesehen. Der vor städtische Bürgerverein (Türkenbund) hSIt seinen Einzug in die Stadrsäle und verspricht besondere Heber« raschungen. Andere größere und kleinere Fastnachtsveranstaltungen finden noch in verschiedenen Lokalitäten statt. Morgen abend hält der Fuldaer Fußballverein in der „Bellevue" einen fidelen Abend mit ausgesuchten humoristischen Vorträgen ab.
O Die neue Satzung der Heffen-Naflauifchen landwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaft, die tn der am 23. November v. I. in Kassel abgehaltenen Versamm- lung beschlossen wurde, ist vom Reichs-Versicherungsamt in Berlin genehmigt worden und mit dem 1. Januar 1913 an Stelle des bisher geltenden Statuts und feiner Nachträge getreten.
* Für die gelben Unfallanzeigen ist vom Reichs- versicherungsamt vom 1. Januar 1913, dem Tage des Inkrafttretens des dritten Buches der Reichs- versicherungsordnung, ab ein neues Muster festgestellt worden. Dieses gilt für den Bereich sämtlicher gewerblicher und landwirtschaftlicher Berufsgenoffen, schäften sowie der Versicherungsgesellschaft der Privatfahrzeug- und Reiitierbesitzer. Die bisherigen Formulare können noch bis zum 31. Dez d. I. be« benutzt werden.
= Zehn Millionen Markenhestcheu sind seit ihrer Einführung am 1. November 1910 von der deutschen Reichspost zur Ausgabe gelangt. In diesen zehn Millionen Heftchen waren im ganzen 290 Millionen Freimarken im Gesamtwerte von 20 Mill. Mark enthalten, nahezu der zwanzigste Teil aller Zehn« und Fünfpfennigmarken, die von der Post überhaupt auS« gegeben worden sind.
♦ Militärische Hebungen. Für den 6. Febr. sind jetzt. aus allen Teilen des Bereichs des 11. Armee- korps mehrere Hundert Reservisten zu einer längeren Hebung nach dem Truppenübungsplatz zu Ohrdruf einbeiufcn worden, wo sie mit einer großen Anzahl aktiver Mannschaften aus allen Regimentern deS 11, Armeekorps gemeinsam mit der Handhabung der Maschinengewehre vertraut gemacht werden sollen. Die aktiven Mannschaften sind bereits in voriger Woche aus dem Truppenübungsplatz eingetroffen. Die Hebungen werden sich nahezu dis Ostern aus» dehnen.
Berichtigung. In dem Artikel über Reform der Mädchenlchule in Nr. 26 sind leider einige sinnstörende Fehler. Nicht von der Mittelschule sollte die Rede sein, sondern davon, daß zur gründlichen Einübung des Rechenstoffes der Mittel stufe (Kl. 7, 6 und 5) noch Kl. 4 herangezogen werden soll. Weiterhin sollte darauf hingewiesen werden, daß ein Schuler, der zum Beispiel im ersten Jahre in Geometrie wenig leistet, im zweiten Jahre in Arithmetik genügen — also in der wlgreden Klaffe mit arbeiten und daher auch versetzt werden tonn.
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Aus dem Nachbargebiete.
* Niederlistingen, Kr. Wolshagen, 1. Febr. 1913. Auf der Landstraße zwischen Niederlistingen und Hofgeismar wurden gestern abend die Pferde deS Landwirts Müller aus Zwergen fcheu. Müller siel vom
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