Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer Leitung

beehrte .O^ent.

Iter fouftte aanz nennt.

daß ich das Hans bei erster (^elfne^beit herfmtfen

tomlTte.

Pfennig stecke ich mehr in die

i'.nncn

t

sass

Heller Maimorgen, DMge stiegen, um idtten keine andere

Abs. 2 der Reichsversicherungsordnmtg) geführt haben, und wie lange dieser Erfolg während eines gewissen Zeitraums angehalten hat. Das Reicksversicherungs« amt stellt nun fest, daß sich für die 1906 Behandelten

gegenwärtig bin. Es war eil als zwei junge Männer in ds

Lokales.

Fulda, 1. Februar 1913.

(*) Sitte Siadlverordneten-Sitzung mit folgender Taoeeordnuna findet am Mittwoch, den 5. Februar 1913, abends 7>/» Uhr, statt: 1. Aushebung der Ord­nung vom 16. Januar 1906 bett, die Erhebung eines Kanalbeitrages und die bimu gefaßten Beschlüffe. fl. B.-E. Fritz, 2. B.-E. Dux) 2. Aenderung des § 3 der Ordnung vom 4. April 1911 belr. die Er­hebung einer Kanalbenutzungsgebühr. (1. B.-E. Fritz, 2. B.-E. Dux.) 3. Etatsberatung: a. Spar« und Borschnßkasie (Dux); b. Waisenhaus (Kapp); c. Stadt­saal (Plappert); <1. Schlachthof (Fritz); e. Friedhof (Sauer); f. Kaserne (Eschwege); g. Gaswerk (Weber). 4. Ueberschreitung des Schloß-Etats. (Singer). 5. Ver­dingungsordnung. (1. B.-E. Breitenborn, 2. B.-E. Dux.) Für die geheime Sttzung stehen folgende beiden Punkte zur Beratung: 1. Rückgabe der ver­fallenen Kaution an das Elektrizitätswerk. (Schwarz.) 2. Anaestellten-Vcrstcherungspflicht der auf Kündigung angestelltcn städtischen Beamten. iWohlgemuth.)

<n Tie Errichtung einer Bolksbadcanstalt ist in größere Nähe gerückt. Wie verlautet, soll der Fonds za dieser Anstalt, die den Namen Kaiser Wilhelms- bad fuhren soll, aus Anlaß des 25jährigen Regie­rungsjubiläums unseres Kaisers seitens der Stadt mit einer größeren Zuwendung bedacht werden.

io Ausschmückung des Bonifatius- und Domplatzes. Für Ausschmückung des Bonifatmsplatzes hat die

JVs 26.

Samstag t. Februar 1913.

Der Graf von Tarent.

31] Roman in 3 Bänden von F. Steinkirchner.

„Jeder nach seinem Geschmacke," sagte Mene« bille leichthin, „Se. Hoheit muß übrigens bestätigen können, tote es in einer angeblichen anderen Wett aussieht, denn ich hörte vorhin den Ausspruch, Hoheit hatten nach daselbst gekannt."

„Ich sagte, ich habe Sie gekannt in einem ande­ren Leben, nicht tu einer anderen Welt", sagte der Prinz feierlich. „Das andere Leben bezieht sich auf mich, aus einen Wechsel, den iS Ihnen nicht ertlären kann und will. Doch wenn Sie wünschen, will ich Ihnen Beweise geben. Sie sehen, ich bin ein alter Atann . . . Mein Haar ist ergraut, auf meiner Stirn zeigen sich Furchen, die das Alter eingegraben hat, und sicherlich bin ich über jeden Verdacht er­haben, als sei ich je ein Jugendgefährte von Ihnen gewesen. Nehmen Sie an, ich sei tausend Jahr alt, und wechsle die Form . . . Herr von Meneville, trotz­dem ich ein alter Mann bin und sicherlich meine Kindheit nicht mit dm Ihrigen zusammengefallen ist, so loill ich Ihnen doch Dinge sagen, die nur Ihnen bekannt sein können."

<< Die Heilbehandlung in der Juva- lidenverficherung.

Es stellt sich immer mehr heran?, eine wie hohe Bedeutung der soaenatmten Heilbehandlung in der Invalidenversicherung, die auch in bet am 1. Ja­nuar 1913 in Kraft getretenen Angestelltenversiche- rung vorgesehen ist, int Interesse der Versicherten behumeffen ist. Zur Einleitung eines solchen Heil­verfahrens sind die Versicherungsanstalten befugt, wenn eine drohende Invalidität verhütet ober eine bereits eingetretene Invalidität wieder beseitigt werden tarnt. Der Keletzaeber bat sich hier auf den gewiß berechtigten Standpunkt gestellt, daß die Er- Haltung bezw. Wiederzusührung der Arbeitskraft bezw. Erwerbssädigftit ungleich wertvoller ist, als die Ee- Währung einer Rente. Wo jetzt die Gesetzgebung durch die Angestelltenvetsicherung das Heilverfahren auf eilten weiteren Kreis von Personen ausgedehnt bat, dürfte es nicht uninteressant fein, zu sehen, welche Erfahrungen man bisher mit denselben gemacht hat, zumal dafür zwei Quellen augenblicklich zusammen- tresicn: ein Beitrag des Reiwsversicherungsamts in der Rr. 11 des .Reichsarbeilsblatts' und ein Artikel: Die Leistungen der deutschen Arbeiterversi hernna von dem sozialdemokratischen Reichsta i?abg. E. Fischer in der Nr 24 der ,Soz altstjichen Monatshefte'.

Ten außerordentlichen Wert der Heil- behandtung erkennt Fischer rückhaltlos an. „Un­bestritten dürste ‘ein", w gesiebt Fischer,

„daß die Keilbebandkung in der Invalidenversiche­rung heute schon von außerordentlich großer Be­deutung ist; vielleicht stellt sie die wertvollste Einrichtung der Invalidenversicherung dar. Die Ab. nähme der Tuberkulose in Deutschland ist nicht zuletzt dieser Heilbehandlung zu danken." Es werden aber, so fährt er fort, nicht nur Tuberkulöse in Heil, behandlung genommen, sondern auch Personen, die an Rheumatismus, Gicht, Herzkrankheiten, sonstigen Lun­genkrankheilen, Blutarmut, Nervösität, Harn- und Ge- schlechtskrankheiten, Trunksucht sowie Zahnkrankheiten leiden. Die Heilbehandlung Tuberkulöser erfolgt aber nicht ausschließlich in den Lungenheilanstalten der Ber- sicherungSträgcr und in privaten Lungenheilstätten, son­dern auch in Luftkurorten und. teilweise in Bädern. An. dere Kranken werden in Genesungsheimen, Kranken­häusern, Kliniken, orthopädischen, medikomechanischen Anstalten, Heilanstalten für Geschlechts- und Alkohol, kranke, Wasserheilanstalten, Luftkurorten und in See-, Mineral-, Schwefel-, Moor- usw. Bädern behandelt.

Bts zum Jaore 1911 cinfchtteßlich siuv nach der Mitteilung deS Rcichsverstcherungsamts im ,Reichs- arbeitsblatt' im ganzen 856917 Personen mit einem Kostenaufwand von 205 559 959 Mark behandelt worden. Davon entfallen auf das Behandlungsjahr 1911 allein 123602 Personen mit einem Kostenauf­wand von 27748853 Mark.

„Uebcretnflimtnenb wird bestätigt, daß die Heil-

2. Blatt.

Druck der Zuldaer Setienttutttei in «fulda.

es ereignete sich, datz der Kahn in eine gefährliche Strömung geriet, die der kundige Fische? in jener Gegend gerne meidet. Tas Boot wurde plötzlich von einem Wirbel erfaßt und schlug um. Der eine Knabe verlor beim Schwimmen bald die letzte Kraft und rief laut um Hilfe, der andere, etwas kräftiget und der Kunst des Schwimmens besser kundig, sah den Freund sinken und tauchte nach ihm. — I'lh Aufbietung seiner letzten Kraft brachte er den Ge­fährten empor an die Oberfläche, und als es ihm endlich gelungen war, das Gestade zu erreichen, da brach neben dem Geretteten auch der Retter ohn­mächtig zusammen, denn seine letzte Kraft hatte er dahingcgcben.--Ich erinnere mich nicht des

Namens des schwarzgelockten Knaben, aber ich würde ihn auf der Stelle wieder erkennen, wie ich Sie wie­der erkannt habe, Baron, obwohl Sie unterdessen zum Manne in der vollsten Blute des Lebens hcran- gereist sind. — Habe ich recht berichtet, Baron?"

Meneville war bleich geworden.

„Ich muß gestehen, mein Prinz, der Vorfall hat sich genau so zugetragen. Ich begreife nicht, wie Sie Kenntnis davon haben können, denn außer uns bei- den Knaben wußte niemand um den Vorgang. Wir befanden uns, als das Bewußtsein wiederkehrte, auf einer kleinen Felseninsel, die nur von einem einzigen Fischer bewohnt war. Dieser Fischer fand uns im Sande liegen und leistete uns Hilfe. Er trocknete am Fcner in seiner Hütte unsere Kleider und labte uns mit Wein und Früchten. Nachdem der Sturm sich gelegt hatte, brachte er unser umgeschlagencs Boot ans Ufer und machte es wieder flott. Wir kamen dann nach Hause und sagten von dem Un­fälle kein Wort, auch der Fischer hatte uns sein Wort gegeben, zu schweigen. Ich begreife nicht, wie Sie von dem Vorfälle Kenntnis erlangen konnten."

Ter Prinz lächelte.

„Sie sehen also, cs gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir Brenschen nicht begreifen und mit dem bloßen Worte „Ich glaube nicht" ist cs nicht abgetan. Ich will Ihnen aber einen anderen Fall wiede^ in die Erinnerung zurückrufen, bei dem cs

behanvlung lehr gut ist, die Heilstätten auf das beste i eingerichtet sind", bemerkt zu den Ziffern des Reichs- •* versiLerungsamts „Genosse" Fischer.

Eine der wichtigsten AufgÄen der Statistik bildet der Nachweis, inwieweit die übernommenen Heilbe­handlungen zur Erkaltung oder Wiederherstel­lung der Erwerbsfähiakeit im Sinne des § 6, Abs. 4 des Jnvalioenveisicherungsgesetzes (§ 1255,

auch war um diese Tagesstunde kein Jägerblick mehr zu erwarten. Unmutig setzten sich die beiden in den kühlen Schatten und nahnten von den mitgebrachten Speisen etwas zu sich. Plötztich^Mrerkte der eine, daß et einen Ring vom Finger verloren hatte, der ihm lieb und teuer war —"

Meneville machte eine hastige Bewegung, seine Augen starrten in grenzenlosem Erstaunen auf den Erzähler.

„Ah, ich sehe, Sie erinnern sich der kleinen Af­färe", fuhr der Prinz von Indien gleichmütig fort. „Als der junge Mann nach etlichen hundert Schrit- ten auf dem zurückgelegten Wege den verlorenen Ring wicdergefunden hatte und zurückkehrte, da bot sich ihm, als er an der Stelle anlangtc, ein entsetz­liches Bild. Eine riesige Bärenmutter stand aufge­richtet auf den Hinterbeinen vor dem Freunde, hinter der Bärin trotteten vier Junge. Die beiden Jäger hatten ihre Feuerwaffen vorher an die Felsenwand gelehnt, welche Schutz gab gegen die brennende Son­ne, und zwischen dem Jäger und seiner Waffe stand das grimme Raubtier, die Tatzen zum Schlage er­hoben. Die Sage des Jägers war eine verzweifelte. Ter starke Wolfshund schien die Situation ztt ver­stehen rtnd sprang der Bestie an die Kehle, aber mit einem einzigen Tatzenhieb, der den ganzen Körper des Hundes ausriß, machte sich das Raubtier von dem Bedränger los, der artne Hund verendete fast in derselben Sekunde.

‘ben wollen." Herr Leisegang atmete

„Das ist unmöglich, mein Prinz, Sie müßten ein Geisterseher sein, ein übernatürliches Wesen, das ja nicht existiert! Geben Sie mir Beweise!"

-Sie waren im Knabenalter einmal dem Tode Vdije", begann der Prinz, „wenig hätte gefehlt, und Sic wären ertrunken. Zwei Knaben ruderten hin­aus bei leuchtendem Sonnenschein auf das blaue Meer, kein Lüftchen bewegte sich, die See war glatt und ruhig. Ter eine der Knaben war schwarzgelockt, der andere war blond, der blonde Knabe waren Sie, lieber Baron. — Plötzlich zog im Westen eilte schwarze Wolke auf, dann kam ein Windstoß, ein zweiter und ein dritter. — Das vorher so ruhige Meer begann zu schäumen und zu wogen, der kleine Kahn tanzte wie eine Nußschale auf und nieder, und die beiden arbeiten mit Anstrengung aller Kraft, das "fer zu gewinnen. Kinder haben keine starken Arme,

hab? Hi ihm so und ko oft aefagt. Und — nicht wobrv — ■'S kann doch niemand aut meine Rech- nuna Gescstöfte für nnch beiordn, von denen er ccnan m 'n hab ich davon nichts willen will." — „Do h'llen Sie Mion cmnt recht, Herr Leifenang' bei solcherlei tmachmstenen GefchaK-n ist im allgemeinen natürlich H^nvtbedinmtng, daß der, der sie vorntmmt, hntnif i-' Dch-nxn Willen rn handeln meint. Sonst isi's nick-ts mit feitrn ErsMwrde'-tmaen. denn da könnte ia iemand Ihnen direkt einen Tort

sviAen mH hinterher auch noch feine Auslagen von

ich um Ihr Leben handelte. Der Vorfall ereignete ich vor ungefähr drei Jahren, als ich mich zu' Be­uche bei meinem langjährigen Freunde, dem Ma- haradschah von Bithnor in Indien befand. Die Pest war eben ausgebrochen dort und begann ihren Zug über das Erdreich, bis sie vor etwa fechs Monaten auch in dieses schöne Land kam, deffen Gast ich

Hochwild zu jagen. Die bei

Begleitung, als einen großen, starkgebauten, zottigen Wolfshund. Stunde um Stunde verann, der Mittag nahte, und kein Wild war vor den Schuß geraten,

städtische Finanzkowmission in ihrer letzten Sitzung als erste Rate die Summe von 3000 Mark bewilligt. — Für die Instandsetzung des Domplatzes hat die genannte Kommission, wie wir hören, erstmalig 1000 Mark ausgeworfen.

-y- Diebstahl. Gestern abend wurde aus dem Wartezimmer eines Tictarztes in der Kanalstraße ein Mantel mit wertvollen Instrumenten sowie ein Spazierstock gestohlen. Die Kriminalpolizei konnte schon nach einigen Stunden den Täter mit seiner Beule in einer Herberge festnehmen. Nach seinen eigenen An­gaben ist er schon wiederholt vorbestraft. Der Dieb wurde sofort in Untersuchungshaft gebracht.

[:] Meteor. Die gestern aus Halle gemeldete Er­scheinung eines prachtvollen Meteors ist auch hier beobachtet worben. Personen, die am Donnerstag morgen zur ersten hl. Messe auf den Frauenberg gingen, sahen gegen 3/<5 Uhr die Gegend plötzlich bläulich erleuchtet. Ein Blick zum östlichen Himmel, woher das Licht zu kommen schien, zeigte ihnen die niederfall nde Feuerkugel.

:*: Zagdkalender. Im Monat Februar darf fol­gendes Wtld erlegt werden: Männliches Rot- und Dammwild, Auer-, Birk-, Hasel- und Fasanenhahne, wilde Enten, Trappen, Schnepfen, wilde Schwäne, Kraniche, Brachvögel, Wachtelkönige und alle jagd- baren Sumps- und Waffervögel. Alles andere Wild hat Schonzeit.

* In der WilddiebSangelegenheit, in der gestern im Amtsgericht eine Voruntersuchung staltfand, hat sich herausgestellt, daß der Verdacht gegen die Angeschul- digten unbegründet ist. Wie uns auch der Jagd- pächtet, Herr Göb in Dietershan, selbst mitteilt, hat der Betreffende, bei dem gelegentlich der Haussuchung das Wilosleisch vorgefunden wurde, diefes von ihm aus rechtmäßige Weise erworben. Tie Gemeinden Werthesberg und Steinau kommen bezüglich des Wildfleisches nicht in Frage.

O Streuen! Bei den jetzt auftretenden nächtlichen Frösten nach vorausgegangenen Niederschlägen sei zur Verhütung von eigenem und fremdem Schaden an die Pflicht des Streuens erinnert.

ü Tie 2000 ste Holzbearbeitungsmaschine wurde gestern in der hiesigen Spezialsabrik für Holzbear­beitungsmaschinen von Klein u. Stiesel fertig- gestellt. Aus diesem Anlaß fand heule morgen im Fabrikgebäude eine kleine Feier statt. Die Firma, deren Leistungen wiederholt prämiert wurden, hat sich aus kleinen Anfängen innerhalb der 7 Jahre, ihres Bestehens zu einer nennenswerten Fabrik empor- gearbeitet und hat auch im Ausland ausgedehnte Beziehungen. Das Perional besteht zurzeit aus 130 Per-onen.

(*) Eine Verfügung der Königl. Eisenbahn-Direktion Frau jurt erregt in Eisenbahner-Kreisen Aussehen. Sämtliche Eisenbahn-Beamten-, Arbeiter- und Fach- ccteine haben die Tagesordnungen ihrer Ver­sammlungen 14 Tage vor dem Versammlungstage auf dem Dienstwege der Enenbahn-Direktion einzu- reichen. DieTageeordnu-gen müssen so gehalten sein, daß Gegenstand und Zweck der Vcriammlung klar und ohne Zweifel erkannt werden kann. Angaben in der Tagesordnung, roie „Sonstiges", „Verschiedenes", „Diskussion" sind unsachlich und werden nicht zugelaffen.

(*l Ehemalige 14 er Husaren. Aus Anlaß des lOOjäbtigen Jubiläums des Huiarenregimenls Nr. 14 findet morgen nachm. 4 Uhr im Restaurant »Alte Post" eine Vermmmlung ehemaliger Angehöriger dieses Regi­ments statt.

„Ter Mann hatte den Augenblick, da der Hund die Bärin an fiel, benützen wollen, um nach den Fel­sen zu springen und die dort lehnende Waffe zu ho­len, aber einer der jungen Bären war ihm zwischen die Beine gekrochen, der Jäger stolperte und fiel aus die kläglich heulende Britt. Wutschnaubend stürzte die Bärin auf den Unglücklichen los. Ehe er sich erheben konnte, halb liegend, versuchte er das Weid­messer aus dem Gürtel zu ziehen, als die Bestie Plötz, lich hart neben ihm zusammenbrach, im Fallen sich überschlagend und mit den riesigen Klauen um sich schlagend. Der andere junge Mann war gerade recht gekommen, den Freund zu retten und den wertvollen und treuen Hund zu rächen. Von hinten aussprin- genb, stieß er dem Raubtier seinen Dolch bis ans Heft mitten ins Genick, daß es fast augenblicklich ver endete Im Fallen hatte die Bärenmutter die rechte Hand des unter ihr liegenden anderen Jägers mit der Tatze gestreift und eine tiefe Fleischwunde ver­ursacht. Ich sehe eben an Ihrer rechten Hand die Narbe, lieber Herr von Meneville. Sie hatten da­mals gutes Glück, denn wäre Ihr Freund nur um ein paar Sekunden später gekommen, so waren Sie ein toter Mann. Als Knabe hatte er mit Hintan­setzung des eigenen Lebens Sie vom Tode des Er­trinkens gerettet, als Manu wandte er die Todesge­fahr zum zweiten Male von Ihnen ab, glücklich der, der solche Freunde in der Not findet! — Ah, nun entsinne ich mich, der Ring, den Sie da an dem klei­nen Finger der rechten Hand tragen mit der Devise „Treu und wahr", ist derselbe Ring, den Ihr Freund verloren und wieder gesunden hatte."

Jeder der Untsitzenden erkannte, daß der Prinz von Indien den Vorfall richtig geschildert hatte, denn Meneville schaute mit sprachlosem Staunen, gepaart mit Furcht und Entsetzen, auf den Erzähler.

„Herr von Meneville, Sie schauen ja ganz grau aus im Gesichte", unterbrach Vieomte Bixio das Stillschweigen „Die Erzählung scheint Ihre Ner­ven angegriffen zu haben. Den Kuckuck auch. Sie haben ein seltenes Glück, einen Freund zu besitzen, der zweimal das eiaene Leben einsetzte für das Ihre."

am Schl»sie des Jahxes 1907 ein Dauererfolg von 65 Prozent bei Männern und 70 Prozent bei Frauen, Ende 1909 für die 1908 Behandelten 66 bezw. 71 Prozent und Ende 1911 für die 1910 Be­handelten 75 Prozent bezw. 78 Prozent. Nach Ab- lauf des dritten Jahres nach dem Behandlungsjahr (a.fo Ende 1909) werden von hundert der 1906 be­handelten Personen noch 49 Männer und 57 Frauen von je 100 als erwerbsfähig gezählt, Ende 1911 bleiben von diesen noch 44 bezw. 53. Ein günstigeres Ergebnis zeigt sich bei den mit Erfolg behandelten Personen. Die 1906 Behandelten weisen Ende 1911 noch 55 Prozent erwerbsfähige Manner und 62 Prozent Frauen auf. Aus den bisherigen Zahlen zieht Fischer den Schluß, „daß annähernd die Hälfte vollständig geheilt worden ist".

Endlich verweist Fischer noch auf den Zusammen­hang zwischen der allgemeinen Tuberkulose ft erb­lich keit in Deutschland und der Bekämpfung der Tuberkulose durch die Heilftättenbebandlung.

„Tie Statistik der Tuberkulosesterblichkeit in Deutsch­land ergibt, daß in den etwa 348 Orten des deutschen Reiches mit 15000 und mehr Einwohnern im Jahre 1905 auf je 10000 Wnwohner 22,3 Personen an Tuberkulose gestorben sind, im Jahre 19< 9 nur noch 15,7. In Preußen ist die Tuberkulosesterblichkeit von 17,16 unter 10000 Be­wohnern im Jahre 1907 auf 15,17 im Jahre 1911 gesunken. Daß die Heilbehandlung in der Invalidenversicherung daran mindestens einen große» Anteil hat, kann nicht bestritten werden."

Neben den 66 Millionen, die bisher für den Bau der eignen Heilstätten aufgewendet worden sind, hat die Invalidenversicherung auch noch 14 055 135 Mk. Darlehen zur Förderung des BaMF von Heilstät- t c n, ländlichen Kolonie n für*Tuberkulöse usw. gegeben, zum größten Teil an Heilstättenver­eine, vereinzelt auch an Gemeinden und Aerzte. Dazu kommen noch die Darlehen für andere ge­meinnützige Zwecke. Im ganzeii find bis einschließlich des Jahres 1909 Darlehen für gemein­nützige Zwecke in der Höhe von 877,1 Millionen Mark gegeben worden.

Angesichts tiefer von dem sozialdemokratischen ReichZtagsabg. Fischer eben wieder in den „Sozia­listischen "Monatsheften" und von andern „Genoffen" vor ihm anerkannten segensreichen Leistungen der deutschen Arbeiterversicherung muß immer wieder gefragt werden: wie konnte es die Sozial­demokratie verantworten, abgesehen von einzelnen Novellen, gegen d i e gesamte deut­sche Sozialversicherung zu stimmen und noch letzthin durch die Ablehnung der Reichsver- sichemngsordnung ihrer Verneinungspolitik die Krone aufzusetzen? Die Sozialdemokratie mag sich angesichts ihrer Kinderpoliiik drehen und wenden wie sie will. Die Tatsache wird sie niemals aus der Welt schaffen: die deutsche Arbeiterschaft müßte die segensreichen Leistungen unserer Sozialversicherung entbehren, wenn die bürgerlichen Parteien sich auf den gleichen Standpunkt geftellt hätten wie die Sozialdemokratie. Den bürgerlichen Parteien, vor allem auch dem Zentrum, verdanken Deutsch­lands Arbeiter die von ihnen heute so wohltätig em­pfundenen Folgen der staatlichen Arbeitcwersiche- ning.

auf r«b nickte B-stcikl. Seine Freude sollte jedoch nicht lanoe Vorhalten. „Sehen Sie," ftrhr nämlich sein fort, „b"i Ihnen Hot die Sach" aber noch ein Ertroh^fh-m. Denn die ®cntor,beu waren ae- fnndh-siks'chökrich und.in verbotener Berfasinna. Da? öfseutsichc Jnteresie machte Jhn^n demnach die er­forderlichen Bänderungen zur Besicht In solchen Fällen, in d-'nen ein anderer für Sie eine vom öffentliehpn Jnteresic gebotene Pflicht erfüllt, der sonst nickst rechtzeitig aenüat würde, niwt es nichts, daß Sie sich dagegen anstemmen. Stellen Sie sich beisvielsweise vor, Sie würden Ihren fnnsiährioen Junaen hungern lallen, und ein anderer naiv ihm zu esien und vräsentt-'rte Ihnen dann die Rechnung dafür. Da müßten Sie auch zahlen, weil der Andere eine Ihnen vom Gcfcst diktierte llnt"rhaltuuosvflicht für Sic crl-'digt hat. Daß Ihre Absicht, den Jun-mn hungern lassen zu wollen, bekannt war, rettet Sie nicht von der Notwendigkeit, dem anderen seine Aus- laacu wiederzugeben." — „Na, das werd: ich schon nicht machen," entgegnete Herr Lciseganq dem be­

lustigten Anwalt. „Aber schließlich kann sich da je­mand, den ich nie im Leben etwas, für mich habe tun beißen, auf meine Kosten ein gutes Stück Geld ver­dienen." — „Tas ja nun nicht gerade," erwiderte der Rechtsanwalt: „von Verdienen kann bei anderen, die ungeheißen für Sie tätig werden, überhaupt keine Rede sein. Das einzige, was solche Leute verlange» können, sind die gehabten Auslagen, die sie Ihnen natürlich auf Heller und Pfennig nachweifen müssen. Ueberdics werden Ihnen die Leute noch obendrein schadenersatzpflichtig, wenn si: bei ihrer ungeheißenen Betätigung mit Absicht Unheil an richten oder nicht mit der nötigen Sorgfalt zu Werke gehen."

Herr Leisegang sah, daß er immer mehr und mehr dem Verwalter gegenüber an Boden verlor. Sein unglückliches Gesicht entlockte dem Anwalt einen trö­stenden Zuspruch. „Wissen Sie", meinte er, „wir werden alles tun, um das llnglückshaus zu verkausen. Ich habe in K. gute Beziehungen, sodaß wir gewiß bald cimt Reflektanten finden werden. Da kann es uns aber natürlich nur von Vorteil sein, daß jetzt dort manierliche Zustände herrschen." Das leuchtete Herrn Leisegang schließlich ein. Halbwegs getröstet verließ er seinen juristischen Berater, um schnur­stracks das geforderte Geld auf seiner Bank zu er­heben. r

Aus dem Uachbargebiete.

X Fliesenhausen, Kr. Fulda, 31. Jan. 1913. Das bei einem Auszüger hier beschlagnahmte und in der Wohnung des Bürgermeisters zwecks späterer Unter­suchung untergebrachte Fleisch eines vor kurzem ge­schlachteten Schweines wurde über Nacht aus der tm 2. Stockwerk des Hauses gelegenen Fteischkarnmer ge­stohlen. Dieb und Fleilch find spuros verschwunden.

* Bad Salzschlirf, 31. Jan. 1913. Ter wertvolle Jagdhund eines benachbarten Jagdeigemümers war auf einer Streife unbeobachtet im hiesigen Ge­meindewald in ein F u ch s c i f e n geraten. Zwei Tage schon wurde der Hund vermißt, als Waldar­beiter auf das klägliche Geheul des Tieres aufmerk­sam wurden und es befreiten. Der Hund war stark erschöpft, hatte aber durch den Schlag des Eisens eine nur unbedeutende Verletzung am Bein erhalten,

* Lauterbach, 31. Jan. 1913. Die Mutter der beidenFreihcrrenRiedesel zuEijenbach, MarthaRiedesel, Freifrau vonEisenbach, geborene von Rabenau, ist im Schlosse zu Stockhausen im 82. Lebensjahr gestorben

ä Niederbieber, 31. Jan. 1913. Laut Beschluß der hiesigen Gemeindevertretung wurde

Born ungeheitzenen Einmischen in fremde Angelegenheiten.

Herr Traugott Seifegang saß mit allen Zeichen höchster Erregung am Frühstückstische und zeigte sich unnahbar für die duftenden Lockungen des Morgen­kaffees. Man fand doch auch weiß Gott sein Geld nicht auf der Straße. Wütend schleuderte er den Brief vor sich hin, der ihm eben seinen sonst so guten Appe­tit gründlich versalzen hatte. Derweilen verfolgte die Gattin voll ängstlicher Spannung das Düfte« We­sen des gestrengen Gemahls; bis sie es mi^ihrem Geschick klüglich zuwege brachte, daß er ihr endlich einen Einblick gönnte in die Kümmernisse seiner Seele. Also das elende Haus in K. war's wieder, das sie sich im Vorjahre hatten ausschwatzen lassen. Während sie sich in der Schweiz einige Wochen von den Strapazen des Daseins erholten, hatte der Haus­verwalter, allerdings wohl auf leisen Druck der Me­ter wie auch der Gesundheitspolizei, eine Anzahl Ar­beiten an den stark verbesserungsbedürftigen Senk­gruben und an der Wasserleitung vornehmen lassen. Nun fordette er von Herrn Leisegang seine Aus­lagen dafür und bezifferte sie auf das hübsche Sümm­chen von 688 Mark. Aber diesmal sollte der vor­eilige Verwalter die Rechnung buchstäblich ohne den Wirt gemacht haben. Fest entschlossen, keinen Pfen­nig zu zahlen, stülpte sich Herr Leisegang den Hut auf den Kopf und machte sich wutschnaubend auf den Weg zu seinem Anwalt,-dem er ein Biertelstündchen später in heiligem Grimme seine Sache vortrug. Was er hier hören mußte, war freilich auch nicht'gerade Balsam für seinen Schmerz. Man verhandelte zu­nächst über den Betrag. „Die Summe mag schon stimmen." gab Herr Leisegang kleinlaut zu, „der Ver­walter hat ja alle Rechnungen der Bauhandwerker beigelegt, und die scheinen ja ganz bescheiden zu sein." Der Anwalt runzelte die Stirn. „Also wird nicht viel zu machen sein, Verebrter", meinte er. Mer fein Klient war anderer Ansicht. „Zunächst," war seine Entgegnuna. „hätte ich doch mindestens erst gefragt werden müssen." Das gab der Anwalt zu.' „Je­mand, der ohne Auftrag oder fonstige Bcrechtianng Geschäfte für andere Leute besorgt, muß das äller- dinos tunlichst an die Betreffenden berichten und ihre Entsck^'eßung abwarten. Aber das war eben, scheint'?, hier nicht til"lich, denn während alle Welt üfrr Ihre Senkgruben schimpfte, waren Sie ja in der Schweiz, Jnerr Leisegang; und Jbre Adresse hatten Sie, tote Sie mir eben crchbltcn, bestens geheim acbalten. Da nun schon die Bolftci cinnreiten wollte, schien für ein schnelles K^ndeln offenbar böchste Zeit. Wenn aber mit dem Abwarten auf die Antwort Gefahr vcrbtm- den war. b'-aMüe d-r Verwalter die Hände dach nicht in d"n Schaß -v lcaen, bis Ihre Genehminnng ein« ircf. mer -»-4» Mann wird gewiß oeharht hnh-n, «ranz in Ihrem Sinne tu handeln." „Das isi es ia eben, tr>es mich nn her Gelchichts so nraerf." halterte der also