Zuldaer Leitung.
Kleines Feuilleton
Aus Oberheffen u- den heff. Aemtern.
* Marburg, 30. Jan. 1913. Zur Beförderung des Ausgleichs der in der Marburger Studentenschaft ftbwebenden Streitigkeiten hat Professor Hevmann auf den Fackelzug verzichtet. — Die Stadtschuldeputation hat sich gegen die Errichtung emer M t V- telschule in Marburg ausgesprochen. Angeregt wurde,' die Bürgerschule durch Errichtung von Parallelklassen auszubauen.
* Ziegenhain, 30. Jan. 1913. Dem Lehrer Liebermann in Oberaula und dem Lehrer Wald, schmidt in Schrecksbach ist der Kantortitel verliehen worden. __________
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Sreitag 51. Januar 1915.
♦ Dillenburg, 30. Jan. 1913. Unsere Stadt zählt 25 Personen, die über 80 Jahre und 6 Personen, die über 85 Jahre alt sind. Weitere 38 Personen haben das 75. und weitere 62 das 70. Lebensjahr überschritten, sodaß im ganzen 125 Personen über 70 Jahre alt sind.
* Vom Eichsfclde, 30. Jan. 1913. In Uder zerstörte ein Schadenfeuer, das ostenbar aus Brandstiftung zurückzuführen ist, Scheune und Stallungen des Händlers Biel. Das Wohnhaus konnte von der Ortsfeuerwehr gerettet werden. -Me Gebäude waren erst vor einigen Jahren errichtet.
* Aus Staaten, 30. Jan. 1913. Bei einem Brande wurden gestern in Würzburg große Lager« bestände des Korbwarengeschästes Kuhn vernichtet. — Ein junger Geistlicher aus der Bamberger Gegend, der sich studienhalber in Würzburg aushrelt, wurde plötzlich irrsinnig und mußte in die psy oiatrische Klinik gebracht werden. — In Oberndorf wurde der Viehhändler Siebe! au8 Altengronau von einem Herzschlag betroffen. Seine Leiche wurde in daS Leichenhaus Oberndorf überführt. — Die Einwohner, zahl in Schweinfurt betrug End« Dezember 1912 25 121, seit der letzten Volkszählung eine Vermehrung von 2927. — Einer der bedeutendsten und glücklichsten Orte im Sinngrunde ist Burgsinn. Hier gibt es keine Gemeindeumlagen, und die Schulkinder erhalten ihre Materialien aus der Gemeindekaffe gestellt. Eine ausblühende Industrie vermehrt die allgemeine Wohl« habenheil. — Der 41jährige Tüncher Geis von Unlerdörrbach, der auf seinen Stiefwhn nach einem hest'gen Wortwechsel über deffen Verhältnis zu einem Mädchen, das er nicht duldete, angeblich drei Schreckschüsse abgab und ihn mehrfach verletzte, wurde vom unterfränkischen Schwurgericht zu vier Monaten Gesängnis und zur Zahlung emer Geld-" büße von 50 Mark an seinen Stiefsohn verurteilt.
2. Blatt.
Druck der Fuldaer üctiendrucerei ii» 5m>da.
vom Abschlüsse des Vertrages an gerechnet, ihre lieber- I laffung zum Auftrieb von Vieh in erster Lime zu beanspruchen. Zwecks Beschaffung von schlacht- reifem Großvieh hat auch das Hospital wm bet- liaen Geist, das bekanntlich über ausgedehnte Lände- reien verfügt, mit einem Gutsbesitzer der Jiacbbat- schatt einen Vertrag zur Lieferung einer bestimmten Anzahl Großvieh vereinbart; ebenso laßt da- Husp tal durch einen andern Gutsbesitzer eine M aste- I rei für hunderte von Schweinen cinrichten, I die die Stadt wöchentlich mit einer bedeutenden Anzahl fetter Schweine versorgen soll.
* Königstein, 30. Jan. 1913. Die Königin von Holland wird am Samstag nach dem Haag zuruck- kehren. .
♦ Aus dem Kreise Homberg, 29. Jan. 1913. Die Besitzer der Baialtsteinbrüche zu Weimar bei Zieren- berg lassen zur Zeit probeweise bei Drckershausen Basaltsteine brechen, um einen Steinbruchs, betrieb anzulegen. — In dem nahen Sipper- Hausen geht die neu angelegte Gemeindewaffer. leitung ihrer Vollendung entgegen. — Dem Vernehmen nach will die Gemeinde Oberbeisheim I einen Darlehnskaffenverein gründen, welchem sich auch die Gemeinden Sipperhausen und Dickershausen anschließen werden.
♦ Kassel, 30. Jan. 1913. In einer größeren Fabrik technischer Artikel in MederzwehrerEist man umfangreichen Diebstählen von wertvollen Me- ! tallen insbesondere von Kupfer und Messing, auf die I Spur' gekommen. Em Teil der Diebesbeute ist von der Kriminalpolizei bereits aufgefunden und beschlagnahmt worden. — In Kirchditmold stürzte ein Bewohner bei Besichtigung seines Eisteiches t« s Wasser Ein Arbeiter, der in der Nähe beschäftigt war, bemerkte rechtzeitig den Unfall und brachte den Verunglückten wieder aufs Trockene. — Jvr Alter von 68 Jahren starb hier der frühere O*>wregtffeur des Kgl Hoftheaters Albert Steude. Er kam 1894 nach Kassel, wo er zehn Jahre hindurch als Oberregisteur totr*C3Iu8 Thüringen, 29. Jan. 1913. Eine Polizei- Verordnung der Apoldaer Bezirksdirektion untersagt den Gast- und Schankwirten wie den Brannt- weinktemhändlern bei Straie bis zu 60 Mk. vom 1. Februar ab das Verabfolgen von Branntwein und I nicht denaturiertem Spiritus auch an fortbildungsschulpflichtige Kinder zum sofortigen Genuß und macht neben den Genannten selbst auch deren Stellvertreter, Beauftragte und Gewerbegehilsen für die Befolgung der Vorschrift verantwortlich. — In Hetschbach bei Koburg erschoß der türztich vom Seminar ent. laffene Lehrer Rösner seine a s Gotha gebürtige 18 jährige Braut, die Tochter eines Fabrikbesitzers, | und dann sich selbst. Vorhaltungen von Seiten der i Ettern sollen den jungen Mann zu der Tat veranlaßt I haben. - Beim Holzfaftren ist bei Koburg em Knecht, Vater von fünf Kindern, tödlich verunglückt. — Beim Bobsleighrennen in Oberhof um den Pokal von Wickersdorf siegte der Bob „Teufel", der schon zweimal dieses Renneu gewann und nun end. gültig den Pokal errungen hat. — Em französischer Werber batte in Eisenberg zwei junge Seute für die Fremdenlegion angeworben. Aus der Reife nach Frankreich wurden die Jünglinge angehalten, der Werber entkam. _..
♦ Gonsenheim bei Mainz, 30. Jan. 1913. Die Untersuchung gegen den Rechner Dölfel, der den Kranlen- und Sterbeverein in Gonsenherm durch große Unterschlagungen schwer geschädigt bat, tst jetzt abgeschlossen. Die Unterschlagungen belaufen sich auf mehr wie 7000 Mark. D lebte nut einem Frauenzimmer in Wiesbaden, mit dem er dann auch durchbrannte, als ihm der Boden zu heiß geworden war Seine Frau hat er im größten Elend zurück- 6ela*'g»ain$, 30. Jan. 1913. In der gestrigen Stadt- verordneten-Versammlung teilte der Oberburgermer- ster einen Vorschlag des Ministeriums nut, das städtische Lehrerinnenseminar in eme zehnstufige Studienanstalt umzuwandeln mit der Berechtigung zum Maturitätsexamen, das zum ersten Mal 1916 abgelegt werden kann und Glerchberechtr- aunq für die Landesuniversität haben soll. Diese Neuordnung hat ihren Grund in den Mißersolgen, die man mit der Koedukation gemacht hat.
* Wiesbaden, 31. Jan. 1913 Der 20jährige Handlungs jehilfe Tiefenhardt von Schwanheim a. M., der ein Jahr lang fortgegtzt einer Lehrerin tn Schwanheim a. M. anonyme Schmahbrrefe zugehen lieb und im Oktober v. I. auf deren N.>men ein Schönheitsmittel bestellte, erhielt von der hiesigen Strafkammer wegen Beleidigung und Urkunden- fälicbung einen Monat Gefängnis.
ihm erbauten neuen Schulgebäudes die folgenden beherzigenswerten Sätze über das Wahlrecht des Käufers: „Hunderttausende betreten heute, Hunderttausende morgen Tausende von Läden jahraus, jahrem und legen mit ihrem guten Gelde ihre Wahlstimme für diesen oder jenen Gegenstand auf den Ladentisch. Wie wenige aber sind sich darüber klar, daß sie damit ein Wahlrecht ausüben, das über Wohl und Wehe ganzer Industrien entscheidet. Dieses direkte und allgemeine Wahlrecht, das an keine Altersgrenze gebunden ist, das auch die Frau Nicht ausschlieht, ja, das von ihr mit ganz besonderm Eifer, aber lewer nicht immer in der richtigen Weise ausgeubt wird, ist in seiner wirtschaftlichen und ethischen Bedeutung so gut wie nicht erkannt. Gleichgültigkeit, Eile, Beqnemli'/'eit, der Redestrom eines geschwätzigen Verkäusers sind vielfach maßgebend, ob den geschmackvollen oder den geschmacklosen Gegenstand die Stimme trifft. Und lebten Endes ist ha§ Wahlcesultat der Millionen deutscher Käuserstimmen entscheidend, ob die deutsche Industrie weiterhin noch Rainschware fabrizieren muß, oder ob sie es straflos wagen darf, Gegenstände zu erzeugen, die des sonst so ,oltden deutschen Namens würdig sind."
der Assoziationen zum ersten Male aufsielen, Ww z. B. der Anblick meines Taschenmessers em fubelndes Äppappl", also die Vorstellung des Apferls weckte, weil ich mit dem Messer die Aepfel zu schalen Pflegte. In dem Buche finde ich weiter em Gespräch, das ich mit der knapp Zweijährigen führte und gleichzeitig stenographierte. Es führt unS ins Haus der Großeltern, wo wir zur Sommerfrische weilten. ^n diesem Gespräche tauchte das bedeutungsvolle Wörtchen „ich" zum ersten Male auf, was ans das leise Erwachen des Bewußtseins vom Selbst hindeujet. Dann: ein Querschnitt durch dre sprachliche Fähigkeit und die Denkweise der fast Dreijährigen zur Zett einer schweren Krankheit. Nebenan aus dem Karton klebt die Karte, die damals von Großmama an ine kleine Kranke kam und so freudigen Stolz weckte. Kleine Malereien des Kindes zeigen, daß neben der Sprache noch andere Ausdrucksmtttel im Kmde schlummern und nach Ausbildung ^ufen. Gepreßte Blumen von lieben Orten, einige gute Ansichtskarten, einzelne Bilder aus dem Lieblingsliederbucye, kleine Skizzen von meiner Hand, ein Zettel mit der -lus- arbeitung eines gelungenen Aussätzchens der Kelteren, das „Gedichtchen", das Hanna zum 60. Gwurw- tag des Großpapas sagte, Photographien aus allen Lebenslagen und in allen Korperstellungen, auch von einzelnen Gebäuden, z. B. vom Geburtshause, Erinnerungszeichen an große und kleine Freunde finden sich teils auf der Schreib-, teils auf der Klebsette. Und noch vieles mehr. Welche Menge Sonnenscheins für mich! Und für meine Kinder, wenn sie Mütter, Großmütter sein werden! Und was werden meme Urenkel sagen, wenn sie die vergilbten Seiten betrachten und mit einem Seitenblick auf das graue Großmutterchen lesen und sehen, was für ein sonniges Kerlchen ihre Großmutter gewesen sein muß! Von solchem Sonnenschein geht Jahr um Jahr, ach nein: Tag für Tag so unendlich viel verloren. Wer schenkt seinen Kindern solche Mappen und sammelt mit? (SB. Ulbricht im Kunstwort, München.)
— Das Wahlrecht der Käufer. Der Direktor der Technischen Lehranstalten in Offenbach, Professor $?u' Eberhardt wrow bei der Einwe'bllna des von
f — Sammelt Sonnenschein! Als Dreikäsehoch Batte ich eine respektable Knopfsammlung. Dann schleppte ich bunte Steinchen, später zum Entsetzen 'meiner Mutter Blassen von Flechten und Moosen zusammen. 'Drauf kamen die Tiere an die Reihe, besonders die armen Käfer. Vor etwa zehn Jahren wurde ich Bilderliebhaber, und ganz neuerbings fing ftch an, Sonnenschein zu sammeln. „Wie weiland die Schiwbürger?" Und doch tue ich vielleicht einem Sammler, der noch auf einer der früheren Entwicklungsstufen hockt, einen Gefallen, wenn ich ihn auf diesen Zweig des Sammelns aufmerksam mache. Ich binVater von zwei Mädeln. Mustermädel sind's nicht, und doch geht von ihnen all der Sonnenschein aus, den ich sammle. Ich habe schon ein hübsch Teilchen davon mit Papier, der Kamera und anderen Apparaten cingefangen, hab's fixiert, so gut ich konnte, und in Mappen aufgespeichert. Daran werde ich mich ergötzen und mein Weiö und meine Kinder und Kindeskinder in kommenden trüben Tagen. Wenn Roseg- gei nicht viel älter wäre als ich, würde ich glauben, er hätt' es mir abgeguckt, oenn in seinem „Buche von den Kleinen" hat er viel solchen gesammelten Sonnenscheins wiederum in die Welt gesandt. Eine Mappe habe ich für jedes Mädel gekauft. Grauer Karton wechselt mit weißem Schreibpapier ab. Dahinein schreib ich, was dem Mäulchen der Hanne oder dem Schnabel der Marianne an drolliger Torheit, an bewußter und unbewußter Weisheit entquillt, was mir selbst in bezug auf körperliche und geistige Entwicklung meiner Mädel ausfällt, was von ernsten und heiteren Erlebnissen der Kinder nach meiner Ansicht größeren Wert hat und darum Stützen fürs Gedächtnis verdient. Bei der E ßen begannen die Aufzeichnungen gleich mit der Geburt. Damals hatte ich noch viel Zett, und ich habe z. B. die sprachliche Entwicklung peinlich genau verfolgt. Ich notierte dann später, wie die ersten Urteile sich bildeten. „Ma- ma allall — Gücke!" (Die Mutter ist weg — sie 'st in der Küche.) Ich schrieb aus, al* I * * * s mir die Bildung
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I Milchsaftes nicht das ganze Jahr über dieselbe ist, fort«
Lern besonders kräftig im Mai und September auf
tritt. Sicher war diese jetzt neu entdeckte Tatsache den Alten vor 3000 Jahren schon bekannt, sodatz damals im Jahre zwei Käsekampagnen abgehalten worden sein dürsten. kc‘
_ Ein Stückchen Würfelzucker Hai jeder schon ein- mal in der Hand gehabt, aber wohl kaum sonderliche Smdien damit getrieben. So ein kleines süßes Ding ist jedoch gar nicht so miinteressant. Zucker besteht bekanntlich aus Kohlenstoff, und mit Kohle kann man Wärme erzeugen. Durch die Wärme wiederum lasten sich motorische Kräfte hervorbringen. Verbrennt man ein Stückchen Würfelzucker, so bleibt nichts übrig als ern kleines Häufchen tiefschwarzer Asche. Was aber rst verloren gegangen? Man hat eine ganz bedeutende „Energie", wie die Gelehrten sagen, nutzlos entweichen lassens Ein Stück Würfelzucker im Gewicht von nur
5 Gramm repräsentiert nämlich 20 Kalorien oder .8480 Meterkilogramm, d. h. einen Energiewert, der hinreicht, um eine 84 Kilogramm schwere Last 100 Meier hochzu. heben! Nach statistischen Berechnungen wird pro Kopf und Jahr in Deutschland etwa 12 Kilo Zucker verbraucht, oder täglich 33 Gramm. Damit könnte man ein Gewicht von fast zwei Zentnern fast 600 Meier hochheben d. h. zweimal so hoch, wie der Eiffelturm- , Diese gewaltige Energiemaste verbraucht der Mensch ' tagtäglich, um sich bei Kräften zu erhalten; eigentlich noch viel mehr, denn jede mehlhaltige Nahrung, die er zu sich nimmt: Brot, Kartoffeln, Hülsenfrüchte usw., wird im Magen ebenfalls teilweise in Zucker umgesetzt. So sieht man also, wie vorteilhaft, ja sogar tote notwendig es ist, wenn man mir Zucker nicht gar zu sehr spart! ,,
i — Fatale Zweideutigkeit. Ein Bürgermeister, Der i gleichzeitig Guisvesitzer ift, zeigt in der Z'"unaan । daß er em fettes Schwein zu verkaufen bade Tags darauf meldet sich ein Händler bei der F.au Burger. Meisterin. .Ist der '-Bürgermeuter da. — »Ja, er liegt aber noch zu Bett." „fiann ich das Schwein mal seh'n?"
Ans -em Nachbargebiete.
(*) Horas, 31. Jan. 1913. Der Gesangverein .G e- mütltchtetl" lührl aus Anlaß seines 14. Stiftungsfestes das Schauspiel ,®te hl. Ottilia" auf. Gerade dieses Stück hat jur die Pfarrei HoraS nut der Filial- psarrei Riesig eine besondere Bedeutung, da Riesig eine schöne Ottilienkapelle besitzt und erst vor einigen Jahren durch das eifrige Bemühen deS Herrn Pfarrers Haus- mann-Hvras einige Reliquien der ul. Ottilia vom Ottilien« berge im Elsaß bekommen bat. (Rat), j. Inf erat.)
„§• Kleinlüder, 29. Jan. 1913. In der vet- gangenen Woche fand die Abnahme der von der
totales.
Fulda, 31. Januar 1913.
-ff- Verliehen wurde dem Fabrikbesitzer Schmelz ,u Kassel der Rote Adlerorden 4. Klaffe.
’ s Personalien Regierungsbaumeister Goer ke, Vorstand der kgl. Eisenbahnbau-Abteilung Fulda, ist ,um 1- Februar nach Ostrowo versetzt. An lerne Stelle tritt am 1 März Regierungsbaumeister Wist in Posen. Für Den Monat Februar ift Regierungs. baumeister Sammet von Franksurt a. M. mit der Dciwaltung der Bauabteilung Fulda beauftragt. — Bahnmeisteraipircint Hahnstein von Fulda ist nach Qtanfiurt verhetzt. ,
° ri Etnbetusmig. Der bisherige Revterschretber bet
1 tiicfi ien Königl. Polizei. Direktion, Schutzmann Diedrich, ift “um 1. F-druar als Meldeamts. Mro-Diälar zur Pcobedieuitleistung an das Polizei- niäfioium in Kiel embetu'en worden.
v a Die Stadlverordneteiisitzung, die für Montag, den 3. Februar, angelt war, ist auf Mittwoch, den k Februar verlegt worden.
-X- WlldDikberei. In der Wilddiebangelegenhett, übcr oie wir m Rr. 23 der ,Fu.d. Zig/ berichteten, iand beute vormittag im Amtsgericht hier eine u >. nnareidie Voruntersuchung statt. Es wurden fünf Männer al« Angeklagte und sechs Zeugen vernommen
= Arbeitsjubiläum. Heute begeht der Vottisch- ser Philipp R u p p e l hier sein 30jähriges Arbeits- iubiläum als Vortischler in der Eisenbahn-Haupt- werkstätte Fulda. Von der Direktion und seinen Kollegen wurd: der Jubilar mit Geschenken bedacht.
. Pom Wetter. Trug, regnerijch uno unbciiänöig war'bis vor einigen Tagen die Signatur des Wmter- wetlers; fdbft die von den „Fachkundigen" prophc- reite Schneeperiode ist ausgeblieben, weil die toten "Berechnungen zu Grund liegenden „Hochs" und Tiefs" keinen nachhaltigen Einfluß ausüblen. Kaum batte in den ersten Tagen der Woche unvermutet ein »arker Frost eingesetzt, als die Herten 'Meteorologen auch sä on eine längere Frost Periode anlünotgten. Unb in der Tat bat die Frosttemperalur bis jetzt stand gehalten und uns einige schöne Tage mit unge« mobnt herrlichem Sormerttchein beschert. Doch wenn auch die al e Regel: „Wenn die Tage langen, kommt ber Wmter gegangen* früher ihre Berechtigung oft acnUg erwiesen haben, fo verschonten uns bie letzten hinter doch zumeist vor solch späten Beweisen ihrer aeftrengen Macht. Zwar ist das beitete Ftostwettet in mancher Beziehung der lauen, trüben Wintetwitte. tung vorzuziehen; immerhin wollen wir im Interesse unseres Feuerungsbudgets wünichen, daß das angc» kündigte strenge Regiment nicht lange anhält, eine Hoffnung, die um fo berechtigter ist, als bet der vorgerückten Wmletzeit die Sonne mit jedem Tage mehr an erwärmender Kraft gewinnt und die Aussicht auf den nahenden Flützling weckt. Daß eine Kätteperiode nicht zu befürchten ist, dafür spricht auch der in vergangener Nacht eingetretene Witterungswechsel. Heule morgen ging auf kurze Zeit ein Schneegestöber mit feinen Eisnadeln nieder. Doch auch dieses Bild währte nicht lange, indem statt des Schnees bald Regen mit verstärktem Sturm einfetzie, mit Rücksicht auf den nahen Lichtmeßlag gleichfalls ein Hoffnungsstrahl für das Nahen des Frühlings nach der Bauernregel: „Stürmt's und schneit's am Lichtmeß, der Frühling nicht mehr fern ist."
— Gegen de» Verkauf von Jnnuugs- und Kir- chenalterturnern wendet sich ein regierungsamtlicher Hinweis. Es ist gerade wieder in letzter Zeit, so heißt es darin, beobachtet worden, daß Händler von Altertümern mit Vorliebe die Vorstände von Innungen aussuchen, um sie zum Verkauf alter wertvoller Jn- nungs-Jnveittarstücke, z. B. Becher, Urkunden usw. zu veranlassen Ein derartiger Verkauf bedarf zur Vermeidung d*r Richtigkeit gemäß § 89 I Ziffer 3 der Reichs-Gewerbeordnung der Genehmigung der Jnnungsaufsichtsbehörde, tue ohne triftigen Grund nicht zu erteilen sein wird. Gleichzeitig wird ersucht, auch Kirchen-Altertümer nicht zu veräußern. ,
Firn a (Sehr. Späth-Ennetach-Mengen (Württemberg) gelieferten Orgel statt. Das Werk hat 10 Register, die auf 2 Manuale und das Pedal verteilt sind. Der Revisor. Herr Dommusikdirektor Rübsam.,rulva führte in dem Revisionsberichte aus: „Die Intonation der einzelnen Stimmen inbezug auf charakterinftche Klangfarbe und Glei bmäüigkeit der Tonstärke und auf die Präzision der Awprache muß als vortrefflich gelungen bezeichnet werden. Wirken die einzelnen Stimmen überaus schön und sympathisch, so entwickeln das Forte, und das Tutti-Spiel eine angenehme, weiche und abgerundete, nicht schreiende, aber doch hinreichend kräftige Tonfülle, welche den Raum des prä t tigen, neuen Gotteshauses mehr als genügend aussüllt und für den Volksgesang eine wirk'ame Unterlage bilden wird. Das Werk besitzt an Neben- zögen 4 Druckknöpfe: Piano, Me-zosorte, Tutti und Aus ösung, sowie 5 Koppelungen, von denen nament- lieh die Okiavkoppeln vom 2. Manuale zum 1. aufwärts, sowie eine solche abwärts, dem feinsinnigen Organisten zu einer stattlichen Reihe mannigfacher und wunderbarer Kombinationen Gelegenheit bieten. Tadellos saubere und solide Arbeit in allen einzelnen Teilen, der Röhrenpneumatik, den Kegelladen und Kanälen, nicht zum wenigsten in dem freistehenden Spieltische und dem gesamten Regierwerke, Vorzug, ftches 'Material an Meiall und Holz, das aus einem Magazinbalge bestehende und überaus leicht tretbare Gebliise und der geschmackvolle, dem Stile der Kirche enliprechendr Prospekt — alle diese Eigenschaften vereint, lasten das Werk als das Ideal einer Land« kirchenorgel erscheinen.
* Aus der bayerischen Rhön, 29. Jan. 1913. Dis Stelle eines landwirtschastlichcn Wanderleh- r e r § für die Rhön ist nunmehr ausgeschrieben und soll am 1. April d. I. besetzt werden. Tie Aufgabe des neuen Wanderlehrers besteht vor allem darin, die wirtschaftlichen Verhältnisse der Rhön an Ort und Stelle gründlich zu erforschen, durch Vorträge und praktische Unterweisungen belehrend und ausklärend auf die Bevölkerung einzuwirken und die zur Verbesserung der wirtschaftlichen Verhättnisse geeigneten Versuche und Unternehmungen im Einvernehmen mit den beteiligten Behörden einzuleiten und dnrch- zusühren. Als Dienstsitz ist Bischofsheim tn Aussicht genommen. Ter Wanderlehrer erhalt em Gehalt von 3000 Mark jährlich aus Kreism'tteln, außerdem für Ausübung seiner Wanderlehrtattgkett ein Retseaversum timt 1200 Mark und zur Bestreitung der Bureaubedürsnisse ein Aversum von 300 Mark.
* Gelnhausen, 30. Jan. 1913. Vom Kuratorium der Realschule wurde Herr Dr. Kleeberg, bisher am Realgymnasium Magdeburg, zum Oberlehrer erwählt und vom Protiinzial-Schulkollegmm bestätigt.
* Hanau, 30. Jan. 1913. Der in der Jrnpräg- niercmftalt in Groß-Auheim beschäftigte 30 Qa^m alte Heizer Ehr. Richter sollte von dem etwa 5 Meter hohen Turm der Fabrik eine Fahne herunterholen. Hierbei stürzte er ab und erlitt einen schweren «cha- delbruch Nach dem katholischen Schwesternhause verbracht, ist er dort an den Verletzungen gestorben. Der Fall ist um so tragischer, als der Verunglückte noch am selben Vormittag seine Trauung vollziehen lasten wollte. — Der gestern hier wegen Diamanten- d i e b st a h l s festgenommene Dtamantenschleiser Maurer, auch Mohrer genannt, hatte außer den hier gestohlenen Diamanten noch euren wetteren Poften Diamanten in seinem Besitz, üftrr deren Herkunft er sich nicht ausweisen konnte. Er will zuletzt tn Antwerpen in Stellung gestanden haben und es Wird vermutet daß er dort die anderen Diamanten gestohlen hat. — Der tiom Kaiser gestiftete Ehrenpreis für Kavallerieoffiziere, der in federn Jahr für die beste Leistung im Dauerritt vergeben wirb wurde von Leutnant Danner vorn hiesigen Thür'ing. Ulanenregiinent Nr. 6 errungen.
d. Frankfurt, 29. Jan. 1913. Der neue Vertrag des Kreises Westerburg mit der Stadt Frankfurt über die Herrichtung einer Fettvieh weide ist petzt en, gültig fertiggestellt. Danach stellt der Kreis eine nach Dem Projekte des Dillenburger Melwrattons-Bauamies mustergültig eingerichtete Fettmehwerde von /0i JHor- gen auf 6 Jahre derart wt Verfügung, daß zu Be ginn der Weideperiode 1914 bis zu 20 stuck, tn e Jahren 1915—1919 je bis 40 Stück aMgelrteben werden können. Die Weideperiode umfaßt loO Tage. Die Tiere müssen bis zur Schlachtreife gebracht werden und sind von Frankfurt zu liefern. Für die Benutzung der Weide bezahlt Franksur an ben to für jedes schlachtreife Stück V-eh bet der Abnahme 50 Mark. Richtet der Kreis weitere FettmehwelDen ein, so bat die Stadt das Recht, innerhalb 20 Jahren
Ami Geisa und Umgebung.
Zs Geisa, 30. Jan. 1913. Vor dem Prüfung?, ausswuß der Handwerkskammer in Kaltennordheim unterzog sich am Dienstag der Schreiner Robert Lotz von hier der Meisterprüfung, die er nut dem Prädikate „fehr gut" bestand.
* Vacha, 30. Jan. 1913. In der gestrigen Ver- {ammlung des Gewerbevereins hielt Landtags. Abg. Kaffer-Tiefenort einen Vortrag über ferne Tätigkeit im Landtage und über die Ergebnisse der letzten Sitzungs.PerwDe. Aus der Vorstands-Wahl gingen hervor als erster Vorsitzender Architekt Goller anstelle" des Schneidermeisters Langwtz und als Schriftfüvrer Kollaborator Kohlschmidt anstelle des Kassierers Ad. Krö <er. — lieber das Vermögen des Bauunternehmers und Materialwaren-Händlecs Brill m Manen- gart ist das Konkurs-Versahren eröffnet worden. — Bei der gestrigen Zwangsversteigerung des „Wald- Ichlößchens" gab die Veremsbrauerei Salzungen das Höchstgebot von 30,600 'Mark ab und blieb da- mit Meistbietende. Die Taxe betrug 34,000 'Mark. Der Termin zur Verkündigung der Entscheidung über den Zuschlag wurde auf den 4. Februar bestimmt.
* Dorndorf, 30. Jan. 1913. Die Gemeindebehörden haben mit Rücksicht auf die stete Zunahme der Schulkinderzahl die Anstellung eines neuen Lehrers zu Ostern 1913 beschlossen.
* Dönges, 30. Jan. 1913. Die 21jährige Tochter des Landwifts Koch, die mehrere Mädchen zu sich zur Spinnstube eingeladen hatte und selbst auf der Nahmaschine während der Unterhaltung nahte, wurde plötzlich von einem Herzschlag getrosten und mußte tot aus dem Zimmer getragen werden.
* S-Ndheim, 30. I n. 1913. Die hiesige Hand- arbeitslehrerin, Frau Grob, feiert am morgigen Tage ihr 40jähriges Jubiläum als Handar- beitslehrerin.
__Wie stellten die Alten ihren Käse her? Wie toobl ziemlich allgemein bekannt ist, wird her aus frischer Milch hergestellle Käse idadurch gewannen, daß der Milcb ein Gärungserreger, ein sogenanntes Ferment, zugesetzt wird. Dieses ist nichts anderes als die Haut des vierten Magens der Wiederkäuer, des sogenannten Labmagens. Das Lab ist schon seit Jahrtausenden durch diese Wirkung bekannt, auch ist in neuerer Zeit kaum ein bemerkenswerter Ersatz, trotz aller Fortschritte der Wissenschaf,, für dieses Ferment in Vorschlag gebracht worden. Schon Aristoteles erwähnt die verkäsende Wirkung des Kälbermagens. Und doch wurde in noch älterer Zeit der Käse auf andere Weise bereitet. Der bei Homer erwähnte Ziegenkäse wurde nämlich aus süßer ?Nilch bergesteüt, der man den Milchsaft des Feigenbaumes zusetzte. Neuere Untersuchungen über die Gärungswirkung dieses Saftes find von einem französischen Botaniker C. Gerber angestellt worden. Er hat 1 gefunden, daß die käsebilde'^e Gigen{cfr’ft ^e§ ir- > ,