Fuldaer Leitung
Welfen.
erhöhten Standpunkte aus bequem verfolgen konnte. MS die mutige Tat gelungen war und er mit eigenen Augen gesehen hatte, daß der Retter in der Not und das Kind vollkommen unversehrt waren, da zuckte er mit den Schultern und sagte zu sich selbst: „Em Narr ist der das eigene Leben aufs Spiel setzt, um einen schmutzigen Balg zu retten!"
Der Mann, welcher diese Worte vor sich hin ge- sprochen hatte, war über und über mit Staub bedeckt und schien eine lange Fahrt hinter sich zu haben —1 es war Baron Anatole von Meneville.
MS der Prinz zu den Kavalieren zurückkehrte, deren Kreis er vorher verlassen, da kam er drchtan der Reisekutsche vorbei, und die Blicke der beiden Männer kreuzten sich. Ein Zucken schien den Pinn, zen zu durchbeben, für einen Moment ballten sich seine Hände zur Faust, dann ging er ruhig und gleichmütig den Kavalieren entgegen und horte mit müdem Lächeln die Gratulationen.
Anatole von Meneville hatte den Prinzen nie im Leben vorher gesehen gehabt, er kannte auch nicht die tausendfache Sage, die um dessen Person sich ge--
tokales.
Fulda, 29. Januar 1913.
4t- Derli'hen wurde dem Oberbahnassistenten a. D. Ullrich zu Eschwege das Dcrdienstkreuz in Gold, dem Eisenbahnzugführer Schrader zu Kassel das Verdienst, kreuz in Silber, dem Eisenbahnwe'chensteller Blanken, berg zu ZimmerSrode im Kreise Fritzlar da? Allgem. Ehreo,eichen.
L Militarpersonalie«. Delörden wurde zum Major Hauptmann Diettrich, Mitglied deS Bekler- dunaSamtes deS XI. Armeekorps; zum Fähnrich Unteroffizier Martini im 2. Kurhess. Feldariillcrie. Regiment Nr. 47; zum Leutnant der Reseioe Kasiropp. Hannover deS 2. Kurhess. Feldartillerie-Regiments
JVs 25.
Mittwoch 29. Januar 1913
letzie Zuflucht daS Kind in eine HMShallungsichule oder in ein ausländische? Pensionat zu tun, roo oft nur tn einem kurzen flüchtigen Jahre den Mängeln nachzuhelfen versucht wird. , . _
DaS Institut selbst würde auch em en Vorteil Haven, indem flck nicht, wie ,. Zt. in den höheren Klaffen, ein so auffallende« Abnehmen der Echülerinneniahl zeigen würde. DaS Geld würde dann im Lande bleiben.
Auch ich finde, um Reformen der großen Anzahl Interessenten vorzuführen, keinen besseren Weg, als die gr*^man(t)en Nähten hilft man sich mit Eltern- vereinigungen; eS dürfte aber nicht immer jede Mutier über die feftgesetzte Zeit verfügen oder sich berufen fühlen. daS Wort zu ergreifen, und deshalb ist der Erfolg solcher vereinigunsen oft recht gering. .
Ich möchte hoffen, daß meine gutgememten Worte, die wohl manchen Müttern, aus dem Herzen gesprochen sind, auch einen guten Ort finden. ' Eine Mutter.
zu lassen. .
(*j Der Turn- und Iechtklub Fulda veranstaltet fernen diesjährigen Maskenball am Samstag, 1. F'^uar Das Programm, das der rührige Verein aufgeftellt hat wird die Idee „Bu'-'er Abend" m jeder Hinsicht zum Ausdruck bringen Aus den vielen Nummern seien folgende her- v-rLhoben- DaS russische Ballet "Vawlowa" Auflreten !»-- «”i ata*,!» sää. SS
2. Blatt.
Vr«<k Ur Klldaer Letiendrnceee! in Mda.
Ans dem Nachbargeviete.
1; s Hünseld, 28. Jan. 1913. Hier wurde gestern nachmittag einer der angesehensten Bürger unserer Stadt Herr Julius Steinbach, Mitinhaber der Firma F. C. Aha, zur letzten Ruhe bestattet.. Der Verstorbene zeichnete sich aus durch echte Religiosität, Vornehmheit und größte Ehrenhaftigkeit des Charak- ters hervorragende Herzensgüte und ein ruhiges urteil 'in allen Verhältnissen. Jahrzehnte hindurch bekleidete er im Dienste seiner Vaterstadt eine Rrrhe von Ehrenämtern, durch deren gewissenhafte Verwaltung er sich reiche Verdienste erwarb. Welcher Hochachtung und Verehrung sich der Verstorbene erfreute, zeiche gestern nachmire-o der schier endlose Trauerzug, der seine Leiche zum Grabe geleitete. Sem Andrnken wird gesegnet sein.
nn Rasdorf, 28. Jan. 1913. Der der heutigen letzten Vogelabnahme wurden 29o Hahne und 456 Weibchen zum Preis von 1618 Mark verkauft. Im verflossenen Jahre wurden insgesamt 1853 Hähne und 1436 Weibchen gezüchct zu einem Gesamtpreis von 7310 Mark. Gewiß sur manchen Züchter eine erfreuliche Nebeneinnahme. Abnehmer war wie seit Jahren Herr Joh. Hämmelmann tn Schlotzau. Die Zahl der Mitglieder betragt zur ^Poppenhausen, 28. Jan. 1913. Die theatralischen Aufführungen des hiesigen Jungfrauenvereins am vorigen Sonntag haben, wie alle früheren Darbietungen des Vereins, großen Anklang gefunden. Der geräumige Schönberg'sche Saal samt Empore war bis auf den letzten Platz gefüllt, ^ncht nur waren es die historisch getreuen, farbenprächtigen Kostüme, die allgemein gefielen, mehr als diese haben der Inhalt der Stücke und die meisterhafte Darstel- lung die Zuschauer in Bewunderung versetzt. Eine
Bilder aus zwei Welten.
Im Ad-lskasino zu Rom war drei Tage nach den geschilderten Vorgängen eine zahlreiche Menge von Herren versammelt." Die Räume waren glanzend beleuchtet, die vornehmen römischen Patrizrer waren säst vollständig versammelt, denn es galt, die von den Provinzen tzingetroffenen adeligen Mandesge- nassen, welche jedes Jahr um diese Zett zu den gro. ßen Kirchenfeierlichkeiten nach der ewigen Stadt kamen, zu bewirten und zu bewillkommnen.
Baron von Meneville ging am Arme deS reichen Bankiers Herrn von Torloni durch die Raume.
„Mein lieber Herr von Meneville", sagte Herr von Torloni, „wie Sie sehen, befinden wir uns m illustrer Gesellschaft. Das ganze blaue Blut des Landes scheint sich heute in sväter Abendstunde hier zu versammeln. Die besten Geschlechter und dre berühmtesten Namen sind hier vertreten Sehen Sre dort den Mann mit dem gelben Gesicht und der krummen Nase, feine Augen blinzeln fortwährend, und sein Schädel ist fo glatt wie ein Billardball, das ist der Herzog von Tesia, Gesandter Seiner Aller- chlistlichsten Majestät von Spanien. Zu seiner rechten Seite steht ein junger Herr, der Vicomte Birw, der es in fünf Jahren fertig gebracht hat, dre Besitztümer und Ersparnisse vo- vielen Vorvätern zu verschwenden. Er ist ein Liebling der Frauen und em Raufbold von der allerersten Klasse. Nehmen Sie sich in Acht vor ihm, Baron, er tötet fast leben Gegner im Duell, Pistole oder Degen, oder Sabel, das ist ihm ganz gleich."
„Ich hoffe nicht, mit ihm je eine Affäre zu haben" entaegnett der Baron, „aber auch ich schieße den Vogel' im Fluge, und mit..dem Degen war mit nur einer über, und der ist nun toi."
„Wer war das?" fragte sein Begleiter.
, „Der Graf von Tarent, ein Freund und Jugend. :. Er kam nicht mehr heraus. ; aenosse von mir."
^'^Auch' süV Kmder von Beamten re., die von anderen Orten hierher versetzt werden, ergibt sich der Vorteil, daß die Kinder in die Klasse kommen können, tn die sie I ""umer normalen Verhältnissen soll daS Mädchen nach zehnjähriger Schulzeit mit 16 Jahren dte Schule mit eener abgeschlossenen Bildung verlassen können I Bleibt eS aber ein bis zweimal Utzen, so entbehrt, es beim Verlassen der Schule mtt 16 Jahren das Pensum der 2. und 1. Klasse, das doch der Erziehung einen ae- missen Abichluß verleihen |oll. Manche Fächer, rote j. -8 I Religion, tiueratur, Kunftge,chichte, die "ttt 'hrem mte. reflanten Inhalt die Schuler nicht belasten, iondern ihnen eine Erholung bedeuten und sür das spaicre Leben jedenfalls wichtiger wie Mathematik sind, verliert das I ^^SeT'bem jetzigen Stundenplan ist jede häusliche Betätigung ausgeschlossen. Es muß streng darauf gesehen werden, daß bas Mädchen von 14 Jahren auf I nichts anders als auf daS Studium seine Zen verwend«,. Von der Handarbeit find von die em Alter an, wieaus dem Jahresbericht ersichtlich, etwa die Halste der- Mad. chen dispensiert, während sur eine zullliifiige HauSsrau doch gerade in Liefen Jahren der Grund zu legen wäre sich wirifchaftlich zu betätigen, und die Mehrzahl der Schülermnnen ergreift doch den B-cuf det Hausfrau und Mutter! Aus dem Jahresbericht ersieht man ja ohne weiteres, wie wenige sich »u Lehrerinnen rc ausb.lden lassen, und unter diesen sind gewch wieder viele, bte nicht aus Neigung oder häuslicher Verhältnisse wegen den Berus einer Lehrerin ergreifen, sondern weil es heute geradezu Mode geworden ist, sein Examen gemacht zu haben. Sobald sich eine passende Partie findet, wird der oft gezwungen erwählte Beruf gerne an den Naget gehängt und aus dem gelehrten Fräulein soll nun eine Haus,rau und Mutter werden!!! ... -
Der Handarbeitsunterricht durfte tn der Halbtages- r*ule etwa io emaeteilt werden:
Vom 6. dis 13. Jahre wären die Kinder ,u unter- richten in S:ricken, Sticken und Häkeln, vomi 18.. bt8 16. Jahre müßte das Anfertigen einfacher Wäschestücke und bei anders Ausbessern gelehrt werden. Damit würde der spät re Besuch einer Nähschule, mit von 8-12 und 2-6, den ich aus gesundheitlichen und anoeren Gründen verwerfe, überflüjstg werden. Der vorgeschlagene Stundenplan ist nicht nur für jene be« rechnet, die das Oberlyzeum nicht besuchen wollen, sondern auch sür jene, die nach Ansicht der Lehrerinnen oder auf Wunsch der Eltern sich m den EntwicklungS- iabten größere Schonung auferlegen sollen.
9 Die Ausführung meines Vorschlages wurde, wie gesagt, zur Folge haben, daß die Kinder mit Leichtigkeit dar Klassenziel erreichen; ein Sitzenbleiben wäre ausgeschlossen. Die Eltern wären nicht gezwungen, ^als
Der Gras von Tarent.
28] Roman in 8 Bänden von F. Steinkirchner.
Bange Minuten vergingen. Oben neigte sich Vas Dach und drohte niederzustürzen, em tausend- strmmiger Aufschrei der bangsten Erwartung und pes Entsetzens, da ---
Das Kind war vom Fenster in der Höhe oben verschwunden, dafür tauchte nun eine große, schlanke Männergestalt auf und schwang 'ch, dtckrn Bündel im Aru-e, auf daS Gesim e. Er hatte das Kind in den nassen Mantel gehüllt und stand 'tun da int grellen Feuerfcheine, mtt den Augen dte Tiefe messend, um den Sprung mit feiner Last tnt Arme
Merkwürdig, war der Tod wirklich fein Freund? Der Wind drehte sich im selben Augenblicks und dte Feuersäulen und Rauchwolken schlugen nach anderer Richtung, ihm einen freien Ausblick gewahrend Nun bückte er sich zum furchtbaren Sprunge, hoch hob er mit beiden Armen das Kind, dann buchte -tut Schat-
zusaMNieN. tun - —u - , .
Prinz und das Kind wären verloren gewesen!
Kurze Zett vorher war eine ^isokutschc auf dem da sah er
nach einer kleinen Weile kamen die Knechte und brachten Pferde und Wagen in die Stallung.
Der Prinz von Indien hob drohend dte Faust.
Wieder durchzuckte ein Beben seinen Körper.
„Verfluchter!" murmelte er für sich. . „Tu, betrittst meinen Bannkreis die Rache beginnt!
3. Mi
ten durch die Lust. „
Der Sprung war gelungen, der Prinz stand voll- fcirmen unverletzt unter den Lebenden. Die Mutter des Kindes kniete laut weinend vor ihm, und nachdem sie sich überzeugt, daß auch das Kind nicht den geringsten Schaden genommen, da küßte sie ihm die Hände und rief laut den Segen der Himmels auf ihn berab. Freudig jubelnd drängte sich das Volk um ihn, Hunderte von Händen streckten sich .hm zum Danke entgegen, der Prinz hatte Muhe, sich der Kundgebung zu wehren.
Im selben Augenblicke neigte sich das brennende Haus, glimmende Balken flogen durch die Lust, ein lautes Krachen, ein Regen von St ein em Splittern und Feuergarben folgten, dann brachen die Mauern
Bauplatz ist ein Teil des früheren Reulingschen Gartens und des Viehmarttes an der Hainstraße vorgesehen — Der hier beschäftigte Eisenbahnarbettcr Huth von Groß-Auheim hatte am Samstag abend tm „Deutschen Haus" an der Geburtstagsfeier des Kat- sers teilgenommen und trat morgens gegen 4 Uhr seinen Heimweg an. Am Friedhof schloß sich ihm ein fremder Mann an, wöcher vorgab, auch nach Groß-Auheim zu gehen. Kaum waren beide einige Schritte gegangen, da überfiel der Fremde den Huth, entriß ihm die llhr und e itfloh. Bis jetzt hat man von dem Räuber keine Spur.
* Oberursel, 28. Jan. 1913 Im Nachbarorte Kalbach versuchte die Ehefrau des Wchlosjers Hinz das Herdfeuer durch Nachgießen mtt Petr ole um einer etwa iw unu.™ I an-»fachen Hierbei schlug die Flamme tn dte Flasche,
«A.”... m.,
die Unglückliche nach Homburg tns Krankenhaus, wo --1 ” r | sie bald ihren Wunden erlag.
' * Offendach, 28. Jan. 1913 In einem Konzert
be§ Evangel. Kirchengesangvereins wurde da- dramatische Oratorium „Quo va ä ^usgesuhrt und -rrang einen durchschlagenden Gcfolg, so daß die Aufführung als das bedeutsamste Ereignis der jetzigen Konzertsaison bezeichnet werden kann. , ,
* tzofgeiSmar, 28. Jan. 1913. Gestern abend entschlief der in weiten Kreisen bekannte Besitzer der Burg in Trendelburg, Oberst v. Stockhausen, tm Alker von 76 Jahren infolge einer Lungenentzm düng.
* Au, dem Kreise Wolfhagen, 27. Jan. 1913. In Martinhagen wurde der bisherige Bürgermeister Beller auf die Dauer von 8 Jahren einstimmig wiedergewählt, nachdem er schon während des langen Zeitraumes von 24 Jahren der Gemeinde als Ober- Haupt vorgestanden hat. — Der Landwirt Jakob tu Bst ha schlachtete ein Schwein, welches das slaltuche ewicht von über 6 Zentner hatte.
• Sottdheim b. Homberg, 28. Jan. 1913. Die Vorstände deS Eszet a l-S än g er b und es tra- ten hier zusammen, um über Abhaltung eines San- gersestes oder einer gemeinschaftlichen Reise zu beraten Schließlich entschied man sich für eine Zusammenkunft in Carlshafen und für eine Wesertour. AlS Reisetag wurde vorläufig der 25. Mai festgesetzt. An der Fahrt werden sich etwa 200 Sänger beteiligen und die in guten finanziellen Verhältnissen stehende BundeSkasse wird einen Beitrag von 500 Mark
Nr 47. .
S Personalien. Bahnmeiste» Kramer hier ist an das BetriebSamt versetzt worden. An seine Stelle tritt der technische Eisenbahnsekretär Fleck auS Frankfurt a M. , , ,
S Der Schalterverkauf von Ssnrituosen. Emer AnzM Gass- und Schankwirte in unserer Stadt wurde gestern eine Verordnung der Polizei-Direktion zngestellt, nach welcher laut Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts vom 28. März 19l2^der Kleinhandel mit Bier und der Ausschank von «spintuofen durch den Schalter verboten und strafbar ist, fall? nicht dem betr. Gast- oder Schankwirt mit der Konzession auch hierzu die Genehmigung erteilt worden ist. Diese neue Verfügung tritt mit dem Tage der Zasiell'ing in Kraft.
<GP Post und DerdingungSwrsen. Hmfichtlich deS VerdingungSwesenS betont das ReichSpostamt m seinem neuesten Amtsblatt, daß es die bei der Vergebung von Leistungen und Lieferungen beteiligten Post« und Telegravhenbehörden als vornehme Aufgabe betrachten, den Bedürfnissen deS Gewerbes, inS- besondere deS Handwerks, gerecht zu werden, soweit eS irgend möglich sei. Ebenfowenig, wie rein fis- I kalische Interessen eS rechtfertigen könnten. Rechte und Pflichten zum einseitigen Vorteile der auftraggebenden Behörde sestzusetzen, ebensowenig dürfe auch fönst ein Verfahren eingeschlagen werden, das billige Forderungen des Gewerbes und des Handwerks unberücksichtigt läßt. Es müsse gefordert werden, daß «lle bei der Vergebung von Leistungen und Lieferungen beteiligten Beamten sich damit vertraut machen, welche allgemeinen Wünsche hinsichtlich dieser Vergebung in den beteiligten Kreisen bestehen. Die Handelskammern, Handwerkskammern, Innungen I usw. wären gewiß gern bereit, hierbei unterstützend I mitzuwirken. Ganz besonders fei auch dahin zu streben, daß sich die kleineren Gewerbetreibenden und die Handwerker einzeln oder in Lieferungsver- bänden am Wettbewerbe bei öffentlichen Ausschrei- | düngen beteiligen. Ferner seien auch zu elektrotechnischen Jnstallationsarbeiten, wenn irgend angängig, Handwerker ober Handwerkervereinigungen heranzuziehen. DaS ReichSpostamt erwartet, daß die beteiligten Beamten der ReichSpostverwaltung sich be- mühen werden, zur Lösung der wichtigen Aufgabe, I den gewerblichen Mittelstand zu kräftigen und insbesondere das Handwerk leistunaSsähiger zu machen, durch genaue Beachtung der Vorschriften über die Vergebung von Leistungen und Lieferungen und der dieserhalb sonst ergangenen Verfügungen beizutragen.
<7 Wilddiebereien sollen in letzter Zeit im Kreise Fulda wieder in stärkerem Maße vorgekommen fein. Aus Veranlassung der Staatsanwaltschaft Hanau fanden vorige Woche umfangreiche Haussuchungen durch einen Gendarmerie-Wachtmeister von Fulda
in den Orten Dietershan, WertheSberg und Sternau statt. Hierbei wurden nicht nur Jaqdgerate, sondern auch Fleisch von Wild, da? zweifellos auf unrecht- mäßige Weise erbeutet wurde, beschlagnahmt Die Angelegenbett wird in Kürze vor der Strafkammer Fuida verhandelt werden. .
Znm Sinken der Schweinepreise. Hebet die Ge- stattung der Viehpreise in der nächsten Zett ist von interessierter Seite eine Rundfrage an die Ooermemer brr deutschen Fleischer-Jnnungen u d Vieh ändlet gerichtet worden. Obermeister Jung-Frankfurt ant- wartete: Der Austrieb an Rindvieh und Schweinen war kürzlich etwas besser durch die Zufuhr von anderen Gegenden. In der hiesigen Segen d aber ist er nach wie vor aerina. Die Preise sind seit acht^ ».agen gesunken Für Schweine wird eS vorlanng anhalten und voraussi^tlich ein weiterer Preisrückgang em« treten. Für G>oßvieh und Kälber dagegen werden die Preise voraussichtlich wieder steigen. —.P^wdem bereit- vorige Woche auf dem Frankfurter Viehmarkt die Schweinepreise bedeutend gesunken waren, wurde am Montan ein weiteres Fallen sestgettellt. — Auf dem Wiesbadener Schweinomarkt war der Preissturz noch stärker. Hier wurden bei tubnern Geschäft für 1 Qualität das Pfund Lebendgewicht 62Vs—64 Vfg., Schlachtaewicht 80-82 P'g. bezahlt, sür 2. Qualität 61—62V, Pfg. bezw. 78—80 Pfg. Durchgängig wurden gegenüber der Vorwoche vier Pfg. weniger
wettere Aufführung der Stücke, die vielseitig ge- wünscht wurde, ist nur deshalb unterblieben, well auch die anderen Vereine vor Fasten zu ihrem Recht kommen sollen. „ _ ,
+ Aur der Rhön, 28. Jan. 1913. In Rtünchen flarb am 25. Januar der freirefigptertc Pfarrer Adam Treudert im Atter von ^2 Jahren. Er war vom 1. Oktober 1864 bis 1. Oktober 18,2 Kaplan in Rieinfaden und besorgte als solcher die damalige Filiale EckweiSbach. In der Reche der Raplüne der vom Würzburger Domkapitular Johann Philipp Hartmann von Roßenbach 1,46 gegründeten Raplenet war er der 37., zugleich der letzte aus der Diözese Würzburg. Sein Nachfolger war der als Pfarrer von Reulbach 1910 geitotbene Kaplan Stimmet unter dem Eckweisbach Lokalkaplane» wurde. Von den ehemaligen Rlemsassener Kaplänen aus bayerischer Zeit lebt unseres Wissens nur noch der damalige Psarrer von Helmstedt, Prälat Ignaz Darchelmes, gebürtig von Wetberg, der als Neopresvyter 1846 (als 26. Kaplan) nach Kleinsassen kam und bis 1849 dort blieb. Er war srüher auch Pfarrer von Hilders (Vorgänger deS jetzigen Herrn Pfarrers
woben hatte. .
Er sollte ihn aber kennen lernen bis in die innersten liefen der Seele tn schrecklicher Stunde!
Der Baron lehnte den Kops zurück in die staubbedeckten Kissen des Wagen?, und die Rader rollten durch da? Tor der ewigen Stadt.
Der Prinz und seine Begleiter entfernten sich in entgegengesetzter Richtung. Wie geistesabivesend starrte er schweigend in da? Dunkel des Abends, er war plötzlich einsilbig und zerstreut und antwortete selten den Bemerkungen seiner Begleiter. Auf feiner S-tirne zeigte sich eine tiefe, drohende Falte. .
Die vornehmen Männer rechneten die plötzsiche Einsilbigkeit des Prinzen auf das vorhcrgegangene Den TDiqien uu..u ----------- Ereignis, und sie dachten, er bedürfe der Ruhe.
Eine Minute nur länger, und der Einer um beiz anderen fchied.
' “! । Alz der Prinz in feinem Hotel angelangt war,
As,'’»”pS&»w R^/nmenae^ StillstÄ ^wungen worden, der Grafen von Tarent emailliert war. Schweigend Menschenmenge zum Stillstehen beobachtete er, wie der Baron aus dem Wagen st,eg
Diaaens neiate sich au? dem Fenster und und in dem gegenüberliegenden Gasthose sich nach
„Der Graf von Tarent, hm, ich habe von ihm oft gehört, ein Name von gutem Klang durchs ganze Land, soll plötzlich und auf etwas rätfelhaftc Weiss gestorben und begraben fern. Man munkelte hier verschiedenes in Äom, warten Sie einmal, wenn ich mich recht erinnere, war auch Ihr Name mit dem Dechorbrnen in irgend eine Verbindung gebracht. DaS Gespräch ist Ihnen doch nicht unangenehm?"
Eine leichte Röte war dem Baron ins Gesicht ge- stiegen, die Frage selbst schien er überhört zu haben.
"„Wer ist der schlanke Herr mit dem einen Arme und der tiefen Narbe im Gesicht?" fragte er. „Er steht zwei Schritte hinter dem Vicomte, und wenn ich mich nicht täusche, habe ich ihn in srüheren Zeiten bereits gesehen?"
„Wohl möglich, daß Sie ihn früher gesehen haben, aber er ist kaum mehr zu erkennen. Er verlor den einen Arm tm Kampfe gegen die Türken, die ihn gefangen nahmen und gut verpflegten. Jahre lang blieb er dann als Sklave im Haufe etneS Pascha, da die geforderte Löfesumme fo hoch war, daß feine Familie dieselbe auch dann nicht hätte auf« bringen können, wenn sämtliche Familiengüter ver- äußert worden waren. Nebrigens wurde er nicht schlecht gehalten in der Sklaverei der Unalänbigen, denn der Pascha ernannte ihn zu seinem Leibarzte, als man ausgefunden hatte, daß er medizinische Kenntnisse besaß, wie wenig andere. Er hatte m semer Jugend auS Liebhaberei die Hellkunde studiert und das kam ihm nun trefflich zu statten Alz der Pascha im Laufe der Zeit auf den Tod erkrankte und eS unserem Landsmanne gelang, ihn wieder herzustellen, da schentte man ihm die Freiheit. Sie kennen den Namen des Mannes ohne Zweifel, wenn ich denselben nenne, es ist der Marchese Grnnaldi. Sn- nen erwachsenen Töchtern zum Trotze, dre ihn nicht hatten wieder erkennen wollen und über seine Zu- : rückkunst nicht gerade erbaut waren, hat er sich trotz seines Atter? und des einen Armes wieder verlobt mit der Tochter des Mannes, ber eben auf ihn zuschritt und nun die Hand ihm schüttelt. Es ist der Marquis Tejano, der Trager einer unserer stolzesten . Namen. Er leitet seine Ahnenrethr zuruck dis Neroz • Zetten."
| (Fortsetzung folgt.)
fpcnden.
♦ Kassel, 28. Jan. 1913. Der Koppelknecht H. leitete einen PferdetranSPort und ritt selbst das Hand- pscrd. Plötzlich scheuten die angekoppelten Pferde vor der Straßenbahn, daS Handpferd bäumte sich hoch auf und warf den Reiter ab. Dieser blieb unglücklicherweise im Steigbügel hängen und wurde von den wild davorigaloppierenden Pferden ein ganzes Stück Weges geschleift, fodaß er schwere Ver-
Breitung). _ , ,
* HerSseld, 28. Jan. 1913. Hauptmann S chulze, Lehrer an der hiesigen Kriegsschule, ist unter gleichzeitiger Ernennung zum Lehrer an der wianne« wurden gegenüber der Vorwoche vier Pfg. weniger l “^nj^eg^Ti^aW Sebrer für biefißen
f«. ”^"71713 Sie Wtoebn««
i^sÄemT«# beiA.in ii>.« W-« S*im« Situng Er. stattsanden, waren von insgesamt 117 Landwirten | nftung emer n^u Renlinascken Gar
aus den verschiedensten Kreisen des Regierungsbezirks besucht. Daß die Veranstaltung lebhaftem Interesse begegnete, beweisen nicht nur die sehr lebhaften Debatten, die sich täglich an die Vortraae an- chlossen, sondern auch der Umstand, daß am Schlüsse des Kursus allgemein angeregt wurde, die Vortrage nicht wie bisher in längeren Zwischenräumen sondern alle zwei Jahre oder sogdr jährlich stattsinden
h Zum Artikel „Notschrei*.
/ Nachdem Bäte, und Fachleute fich »ur fraglichen flngeiegenbett ausgesprochen haben, ser oS auch emer gjlutter vergönnt, sich zu einigen Punkten zu aupern.
4 In Nr. 20 bet ,Fuldaer Zeitung' wird verraien, daß das Englssch-Fräuletn-Jnstitui mit dem Planeum- «ehe, eine gehobene MLochmfchule zu schaffen iui tzinver, denen die Ziele des LyieurnS zu hoch find * Ich und wohl manche andere Mutter begrüßen diese Absicht fteuhigft Doch möchte ich mir hierzu emen Bor- ^^Em^Neugründung einer Schule ist meines Erachtens nicht nölig 9)ian braucht nur in den norbantenen t^cen (»ne Fächer, die der größeren Anzahl Schuler W fcno, als Wahlfächer zu bezeichnen. Für jene
Vie das Obettyzenm zu abfolmeien deabsichiige» und Berechiigungen erlangen wollen, wurden diese Wahljacher ^l<$a^@d)UlgelD tonnte für Letztere etwas erhöht, für Lrklere enttprechend erniedrigt roerden.
Aus diese Weise werden Unionen, die eute Neu- yfinbung mit sich bringen, vermieden und allen wird ®el,0®inJ Schule neben dem Lyzeum herlaufend roirb «orausstchilich wenig besucht werden, denn eine so auffallende Einrichtung würde die sie besuchende Schülerinnen L Mm de, weriige stempeln, was manche Eltern abhallen bürste, diese wohl gehobene, nichtsveftoweniger aber vielen doch als nicht voll geltende schule zu befchicken.
Als Wahlfächer wären Maihemaitt und Englisch besonders zu neunen und müßte der Unterricht tn diesen Bäckern auf die'Nachmittage verlegt werden.
Folgende Vorteils der .HalbtageSschule wurden sich et0t$a8 Heranwachsende Mädchen könnte an den freien Nachmittagen nach Erledigung ferner nicht zu groß zu bemessenden Hausaufgaben und even' Bttätipung m der Mustt, sich tm Freien erholen und auch der Mutter hils- tCid,güc auswörttge'Schülerinnen ergeben sich die Vor-
Em Sitzenbleiben und der damit verbundene Verdruß bet Eltern, Lehrerinnen und Schülerinnen wäre ausgeschlossen, während bet dem jetzigen Schulplan bie menten Schülerinnen nur mit Rachdllle,landen, oft unter großer Mühe und beständigem Drill das jährliche