Fuldaer Zeitung
Btentag 27. Januar 1915-
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im Stadlsaale Herr Professor Dr. Melchior, tm Lehrerseminar Herr Seminarlehrer Strecker und im Gymnasium Herr Oberlehrer Goebel. Heute vormittag fand nach Beendigung der Miliiär-Festgoltes« dienste die Aufstellung des Regiments zur Parade statt. Nachdem der Regimentskommandeur selbst eine kernige Ansprache gehalten und das Kaiserhoch cms- gedracht halte, f -nd ein Parademarsch statt. Darauf schloß sich die Paroleansaabe an, während der das
Auch für die „Sierra Nevada" war das St. Elmsfeuer, das sic am Skagerak mit geisterhaftem Lichte grüßte, von großer Bedeutung. Wohl setzte bald nach feinem Verschwinden ein starker Südweftsturnr ein, aber er tat dem starken Schiff keinen Schaden und ruhig und sicher hat cs feinen neuen Heimathafen Bremen erreicht, den es am 4. Januar zu seiner ersten Fahrt nach Brasilien und Argentinien vollbesetzt mit Passagieren und Ladung verlassen hat.
— Ein St. Elmsfeuer. Von einer eigenartigen Naturerscheinung wissen die Teilnehmer an der Probefahrt des neuen'kürzlich in den Südamerikadienst deS Norddeutschen Lloyd eingestellten Dampfers „Sierra Luyuneier, äjninwupe unu ^lunivu^n, |u.<. m.v. ------- »- —f ?L J3V’ r J
siiz - leisten ist kann mit rurs 10 'W beziffert . tiner Vulkan erbaute -chiss befand sich aus der rzahrt
Kleines Feuilleton.
— Etwas mehr Verständnis für viele Dinge im praktischen Leben, ein tiefgründiges Urteil über den Zweck so mancher gesetzlicher Bestimmungen, ein gerechteres Anerkennen der Rechte unserer Nebenmenschen und unserer eigenen Pflichten gegenüber der Gesamtheit — das konnte uns allen nicht schaden. Man urteilt heute vielfach zu schnell, zu einseitig nur bon seinem eigenen Standpunkt, ohne Erwägung dessen, was für und gegen spricht. Nur aus diesem Grunde konnte die Sozialdemokratie so große Erfolge hinsichtlich der Quantität ihrer Anhänger verzeichnen. Mancher Arbeitnehmer, der spater selbst Arbeitgeber wurde, erkannte nun erst, von welchen Irrtümern er bisher befangen war. Nur aus diesem Grunde lausen 'Hinz und Kunz so oft und sogleich zum KM und streiten und klagen, bis schließlich keiner recht bekommt. Es wird ein Vergleich geschliffen von Amts wegen, dieweil Friede und Eintracht herrschen soll, denn in der Tat: Wie oft haben beide recht und doch auch beide Unrecht, je nachdem man die Sache ansieht. Nur aus diesem Grunde endlich versteht man sich oft so wenig in der Ehe und verscherzt sich durch Rechthaberei und Eigensinn das ersehnte Glück. Es ist wirklich etwas Schönes, wenn sich die Menschen einander zu verstehen suchen, die beiderseitigen Jnteresien und Ansichten abwägen und nicht immer gleich mit dem Kopfe gegen die Wand rcn-
2. vlan.
Drud 6er Fuldaer Äctlenrruverei m
Lokales.
Fulda, 27. Januar 1913.
* Personalien. Der Gerichtsassessor Wallach bei her Emkommensteuer-Veranlagungskommilsion tut den Stadtkreis Kassel wurde unter Ernennung zum Regierungsassessor in die Verwaltung der duckten Steuern übernommen. — Der zum Bürgermeister der Stadt Obernkirchen aus Lebenszeit gewählte bisherige Bürgermeister Richard Herzog ist bestätigt worden.
(♦) Befördert wurde Harntmann Liebe vom hiesigen FeldartillerieiRegiment zum Batteriechef im Feldartillerie-Regiment Rr. 34 in Metz.
= Verliehen wurde dem O berbahnmeiiter Adam H en ke l in Frankfurt a. M, einem geborenen Fuldaer, der Kronenorden IV. Klasse.
Trompeterkorp? auf dem Domplatz konzertierte. Am heutigen Mittag findet das Festesten der Bürgerschaft im Stadtsaale statt.
<<0? Postscheckverkehr. Vom 1. Februar ab können die Inhaber von Postscheckkonten, die in der Schweiz oder Luxemburg durch Postauftrag und Postnacknabme Geldbeträge einzieken lassen wollen, beantragen, daß die eingezogenen Beträge durch Postanweisung unmittelbar ihrem Postscheckkonto in Deutschland üb r- wiesen werden. Zu dem Zweck ist am Fuße des ersten Teils de? internationalen PostauftrasSfarmulars oder bei Nachnahmebriessendungen unmittelbar unter der Angabe des Nachnah nebetrag? ohne Anwendung von Abkürzungen zu vermerken: »Betrag an das Postscheckamt in H. . . . zur Gutschrift auf daS Konto Nr. ... des N. ... in M.......*. Enthält
der Postauftrag Wertpapiere für mehrere ZahlungS». pflichtige, so gilt der Neberweisunasvermerk tür alle einzulösenden Papiere. Bei Nachnahmepaketen hat der Absender die mit der Paketadresse verbundene, von ihm vorzuschreibende Postanweiiung unmittelbar an das zuständige deuttche Postscheckamt zu adressieren mit dem Zusätze: „Zur Gutschrift aus das Konto Nr. . . . des N. . » . in M. . .
a. Die Einnahmen der Gemeindekassen des Reg.« Bezirks Kastel für Obst betrugen im verflossenen Jahre insgesamt 271943,54 Mar?. Die einzelnen Steife sind an bieier Summe ro tolgt beteiligt: Hofgeismar 37 604,88. M., Marburg 20694,05 M., Eichwcge 19662,70 M., Kastel-Land 19 619,50 Pt., Wolshagen 18512,55 M., Fritzlar 17 986,60 M., Kirchhain 17190,10 M., Witzenhausen 15714 20 M, Gelnhausen 15568,91 M., Melsungen 14755,20 M., Homberg 12706,20 M., Frankenberg 12613,40 M , Ziegenhain 11860,90 M., Rotenburg 7452,40 M , Grafschaft Schaumburg 7380 M., HerSield 5080,80 M.. Schlüchtern 4851,82 M., Herrschaft Schmalkalden 4827,87 M., Hanau-Land 3426,98 M., Fulda 238i,05 M., Hünfeld 1773,83 M., Gersfeld 272,60 Ptark. Unter den 22 Kreil en steht Fulda somst an drittletzter Stelle und bringt nur reichlich ein Fünftel vom Durchschnitt.
-X- Auf freien Faß gesetzt wurde am SamStag mittag wieder der wegen Konkursoergehen und Meineids in Untersuchungshaft genommene Bäckermeistcr F. L. von hier. Das Verfahren nimmt seinen Fort- gana. .
F. Der sogen. „Zickzack", eine der ältesten, viel besuchten städtischen Anlagen am Kalvarienberge, erhält gegenwärtig einen neuen Schmuck. An die Stelle der Ftchtenbäume, die der Hitze und Dürre des vorletzten Sommers erlegen waren, werden etwa 2Ö0 Laubholzbäume in verschiedenen Arten gepflanzt. Auch einige hundert verschiedenartige Sträucher werden angepflanzt. Der „Zickzack" wird also ein ganz anderes Aussehen erhalten,
Aus dem Truppenübungsplätze für da? 11. Armeekorps in Ohrdruf wird in dieser Woche eme provisorische Maschinengewehr-Abteilung kriegsmäßige Winter übungen beginnen, die bis zum März andauern werden. Bon allen Maschinengewehr-Abteilungen des 11. Armeekorps werden dazu größere Teile abkommandiert; sie werden auf dem Truppen« platze zu einer kriegsstarken Abteilung $ufammengelegt. Es sind bereits 264 Mannschaften dort eingetroffen. Derartige Uebungen finden zum ersten Male in einem deutschen Ärneekorps statt.
2- Der Kohleueinkanssverein Fulda, der hier fast 15 Jahre lang besteht, hatte im verflossenen Jahre einen Umsatz von rund 200 Eisenbahnwaggon?, das sind 40000 Zentner Kohlen (Nußkohlen 125 Waggons, Briketts 74 Waggons), im Betrage von 44,603.27 Mk. Gegen das Vorjahr hat sich besonders der Brikett« verbrauch gesteigert. Der Verein zählt über 1000 Mitglieder.
X Der LandeSanSschuß hält in diefim Jahre seine regelmäßtgenSitzuNgenam3. März, 28. April, 23. Juni, 22. September und 24. November ab. In der letzten Schung wird das Datum der erneu Sitzung des Jahre? 1914 festgesetzt werden.
a. Prüfungen von Schmieden zwecks Erlangung der Befähigung zum Betriebe des HusveichlaggewerbeS werden für den Umfang des Reg.-Bez. Kassel am 15. März, 7. Juni, 6. September und 6. Dezember ds. Js. in der Schmiede deS Schmiedemeisters Hellwig. Wörthstraße 4, vormittags 9 Uhr abgehalten. Meldungen zu diesen Prüfungen sind bei Einsendung einer Prüfungsgebühr von 10 Mark mindestens drei Wochen vor dem Termin an den Departementstierarzt zu richten. Nur solche Schmiede werden angenommen, die 19 Jahre alt sind und den amtlichen Nachweis erbringen, daß sie die drei letzten Monate vor der Meldung zur Prüfung sich im Reg.-Bez. Kassel ausgehalten haben, schmiede, welche die Prü'ung nicht
Ans dem Nachbargebiete.
* Priickengik, 25. Jan. 1913. Das dreijährige Söhnchen des Metzge.Meisters Bräutigam, das tu einen Mit heißem Waster gesüllten Behalicr gel, an den erl-ttenen Detletzunaen gestorben. .
* Au? dem PogeMerg, 25. Jan. 1913. nie drer Studenten- undSchülerherbcraen tm Vogelsberg winden im Sommer 1912 von 225 Personen bemckt; 11 Ort'chasten hatten einen Besuch w'N 12—75 Wanderern. Die fünf Herbergen in der R on hatten 44—114 Bekucker.
* Wächtersbach, 25. Jan. 1913. Auf dem letzten Schützentag- des Kurhcsiischcn Schutzcnbundes in Kastel wurde das diesjährige Wettschicßen des .Kurhestischen Schützenbundes nach Wächtersbach verlegt. Der Schützeuvcrem Wächtersbach bcmuht sich, das Fest, das 3 Tage lang bauern soll, würdig zu
«ttnhausin, 25. Jan. 1913. Die gestrige Stadtverordnete n versa mmlun g stimmte dem Beschlüsse des Magistrats zu, dem Bergeordne en Dinges in Anerkennung feiner 15;ghrigen Tattgketi im Dienste der Stadt den Titel -Stadtaltester zr verleiben. — Die von der Sparkasse Wußenrl- ge> forderte Erhömng des Zinsfußes für das für den Sanalban aukaenömmene Darlehen von 1/0000 Mk., sitzt noch 156280,10 Mk., von 32 s auf 4 Prozent tzmehmtatc die Verfamml ng. - Auf eme Eingabe «egen Verlegung der Unterrichtsstunden m ttx. Volksschule erhielt Stadtverordneter Hartz die Rach- richt, daß dem Wnnfche, die Mittagsstunde zwischen 12 und 1 Uhr vom Unterricht frei zu lassen, statt. 6eß»bC$<att«, 25. Jan. 1913. Die städtischen Kör- perschastcn haben beschlossen^ dem Thüriug. U.anen< reoiment Nr. 6 zur Hunderftahrfeter em G c s cq e n k int Kostenbeträge von 1000 Mark Zu überweisen. — Das Projekt der Erbauung cmes Mainhafens Hai in allen Instanzen Zustimmung gesunden sodaß mit der Erbauung bald begonnen werden wird. Dtc Enteignung von anliegenden Grundstücken wird demnächst erfolgen. _. , ... .
Osinibach, 25. Jan. 1913. Die Technischer- Lehranstalten wurden gestern mit einer akademn schen Feier in der Aula des neuen Schulgebäudes in Anwesenheit des Großherzogspaares, des Fürsten zu Jsenbnra-Birstein nebst Gemahlin, des Ministers von Hombergk zii Vach, Vertretern der Regierung und der städtischen, staatlichen und Muttarbehorden feierlich eröffnet. AuS diesem Anlaß sind als Grundstock eines GewerbemuicumS Gegenstände tm Werte von über 25000 Mk. und ferner em Sti- pendienfonds von über 30000 Mark von Offen« dach-r Dürvern und Burgerinnen gestiitet werken.
* Frankfurt, 25. Jan. 1913. Rach dem nunmehr vorliegenden Bericht der Finanzkommifsion des 17. deutschenBundes-und goldenen Jubiläums- schießens 1912 beträgt das pelcliche Ergebnis des Schützenfestes annähernd 100000 Mark U e b e r f ch u ß. 70000 Mark stehen hiervon sofort zur Verfügung; der Zentra auSschuß wird über d.e Verwendung dem- nächst beschließen. Die Übrigen 30000 Mark werden vorsichtshalber für die Erfüllung etwa noch ans- tretender Ansprüche zurückgestellt. — Hier hat sich unter verFührungderSenkenbergifchen natur'orjchenoen GefellsLaft ein Hilfskomitee für bte beutfmc Spitzbcrgenexpedition gebHbet. — tzusige Zmlrumsorgan .Frankfurter Volksblatt, das 43 Jahre besteht, ging nut dem 1-Januar 1913 au» Privathänden in eine G. m. b. H über. J{eöaheur <v B. Krauß, der seit 7 Jahren an der .Durener Zeitung' tätig war, hat eine Berusung als Chefredakteur dieser Leitung und als Direktor der diesem Unternehmen^ zugrunde liegenden Gesellschaft ersahen und angenommen. — Gestern abend braute sich em 19- jähriger Kaufmann in selbstmörderischer Absicht einen .Schuß in die Herzgegend bei. In seiner Wohnung wurde er bewußtlos aufgefunden. Das Motiv der
werden, woraus sich für Frankreich insgesamt etwa 86 000 Automobile ergeben. Den drittelt Rang nimmt Deutschland -in. Die amtliche Zählung am 1. Januar 1911 ergab insgesamt 49849 Automobile (43 162 Personen- und 6687 Lastwagen), das sind um 12 552 (10 268 Personen- und 2484 Lastwagen) mehr als genau ent Jahr zuvor. Motorräder wurden 20 157 festgestcklt, ihre Zahl war im Laufe des Jahres 1912 um 548 zurückgegangen. In Oesterreich reichen die jüngsten statistischen Daten auf das. erste Halbjahr 1912 zurück, an dessen Schluffe 7721 Automobile und 8819 Motorräder registriert wurden. Ueber Rußland schien offizielle Taten; sein Bestand dürste den Oesterreichs kaum erreichen.
— Falsche Haare sind jetzt ein ganz ^beträchtlicher Handelsartikel geworden, seitdem eine üppige Fülle von Locken bei den Damen zur Mode geworden ift Ter Bedarf ist so groß, daß man schon zu „käuflichen Haaren" aus allerhand Stoffen seine Zuflucht nehmen muß, um wenigstens die nötigen „Unterlagen" billig herstellen zu können. Das Gleiche geschah auch 'früher schon, man schaue sich nur einmal die Damen und Dämchen der Rokokozeit an mit ihren weißgepuderten Haargebäuden. Die Sitte, falsches Haar zu tragen, ist im sechzehnten Jahrhundert in Frankreich entstanden, oder richtiger natürlich, in Paris. Schon dazumal mußte man aber das benötigte Material von weither holen, und wenn die Zöpsc der Chinesen nicht gewesen waren, wer weiß, ob man dann jemals an falsches Haar gedacht hätte. Die größte . Menge falschen Haares kommt aud> jetzt noch aus China, ein ganzes Zehntel aber von dem -rraare, das in den Handel kommt, wird aus „ausgekämmtem". Haar.hergestellt, das von zahlreichen Hausierern, die Dörfer be- fuchen und hier ihre Kundschaft haben, als Neben- geschäft gesammelt wird. vs-
Tat ist unbekannt. .
* Mairn, 25. Jan. 1913. Der Chefredakteur und Verleger des Mainzer 9teueften Anzeigers, Heinrich Hirsch, war wegen verschiedener int Jahre 1910 erschienener Artikel, die sich gegen die Amtsführung der neuangestellten Polizeiasftstentm S ch a p i r o und den ihr als Dezernent bes Polizeiwesens vorgesetzten damaligen Bürgermeisterei-Beigeordneten Berndt richteten, im September 1911 von der Strafkammer Mamz. zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden Tas Reichsgericht verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer Darmstadt; diese erkannte am 9. Juli 1912 auf vier Monate. Inzwischen war Hirsch wegen Beleidigung Berndts nochmals zu zwei Monaten verurteilt worden Hiergegen und gegen das Darmstadter Urteil hatte Hirsch das Reichsgericht angerufen, das auf sein Ersuchen beide Sachen heute gemeinschaftlich verhandelte. Es erkannte cmf Verwerfung der ^^Tietz, 25. Jan. 1913. Die Markierung des Lahnhöhenweges, die gegenwärtig vom --.au. nustlub Frankfurt eifrig gefordert wird wird bis Juni-Mai vollendet sein. Das „Richtfest to.rb tm Mai in Diez abgehalten. _ ■
- Höchst, 25. Jan. 1913. In den Höchster Farbwerken wurde einem 30 Jahre alten -rbcLer namens Dietrich, der an einem Kassel zur Destillation von Karbolsäure beschäftigt war, von einer plötzlich aus der Neizunq schlagenden Stichflamme, bte gleich- -eitig den Kessel erfaßte, getroffen und mtt Saurc uberschüttm. Er stand sofort in flammen und war in wenigen Augenblicken eine Leiche.
anschließende ergiebige Diskussion drehte sich in de. Hauptsache nm dic vor Jahren erkärnpstc Korord mng und Einführung der Reinzucht. Manche Ansichten gingen dabm, daß die mtpntüigen Erfolge, die man in den letten Jahren hier in bet Viehzucht beobachtet haben will auf Kosten beS harten Zwanges ber Kor- orburng zu fetzen seien. Bon anbcrcr Seite wurde hervorgehoben, baß die Schuld an etwaigen Mißerfolgen in Fehlern seitens her Züchter begründet sei. Tic jetzige Ordnung sei noch, zu jung, als < j man ein endgültiges Urteil über ihre Zweckmässig reu abgeben könne Ein vielerseits unterstützter Vorschlag ging dahin, in Gemeinden mit günstigen Bedingungen erMffiges Zuchtmsterial aufzustellen und diese gewissermaßen zu Hochburgen der Zucht -u..nachen. «fiert Disving mahnte al? letzter DiSkufftonsred- ner dazu, auf dem einmal beschrittenen Wege weiter zu arbeiten itnb die erzielten Erfolge nicht ans der Hand zu geben. . . , . ,
l") FusMlllport. Die heifuchen Kreisspiele m Kasiel und © ei'en muß'en ro<gm des schlechten Zustandes der Spielplätze ousfallcn. Nur das -picl Fuldaer Fußballverein-Kaffeler FußbaNverem konnte ausgetra-en werden Letztere gewann bei fchr fchonew Spiel beiderseits mit 4 : 2.
von Stettin durch das Kattegat und das Skagerak nach Bremerhaven. Unterwegs wurde es von schweren Stürmen ersaßt und batte so ziemlich bte ganze Skala meteorologischer Erscheinungen durchzukostcn. Schwer kämpfte es gegen Winb und Wogen. Regen und Schnee, ja Hagel, Blitz und Donner begleiteten die Fahrt und als ber Sturm etwas abflaute, ba zeigte sich in bläulich schimmerndem Licht an der Spitze deS Vorbermastes unb an vielen anderen Stollen ein ganz ungewöhnlich lebhaftes St. Elmsfeuer. Alle Spitzen sprühten elektrische Funken aus unb bläuliche Flanimen hüpften unb tanzten auf ihnen einen ma-
gischen Tanz. Auf bem vordersten Ladebaum an Back- ! bordseite schwebte eine Zeitlang eine große blaue Feuerkugel und es bot einen wunderbaren Anblick, wie sie den Bewegungen des Schiffes folgend sich bald hob, bald senkte. — Nur wenige Seeleute wissen von dieser seltenen Naturerscheinung zu erzählen. M-ist erscheint das St. Elmsfeuer, das auf eine elektrische Lufterscheinung zurückzuführen ist, nach einem schweren Sturme. Es wird von den Schiffern als em Zeichen angefehen, das Gott schickt, um den Schiffern anzuzeigen, daß ihnen besferes Wetter bevorstehe. Man sagt, daß in früheren Zeiten beim Erscheinen des St. Elmsfeuers die Seeleute mit dem Ruse Sankt Elmo'. Sankt Elmo! auf ihre Kniee fielen und sangen und beteten. Sankt Elmo gilt als der Patron der Schisser, der mit einem Segel ht der Hand gewöhnlich dargestellt wird. In einem alten Reisebericht schreibt Dietrich von Schachten:
„da saatten uns die schieffleutie, wie sie gesehnn batten auff dem maftbaume denn Lieben benenn S. ! Lielmus mitt einet barmiten Kietchenn, unbt wann die Schteffleutre dastelbige febenn so fienbt sie auff etter Nott, da? fie mebtt belorgenn, f^nhenn tu en>'nf-«'”in"
neu. —-- mo.
— Das Auto in den europäischen Großstädten. Tie Zahl der Auwmobilc in den europäischen Großstädten läßt sich auf Grund amtlicher Daten wie folgt f-ftftellen. In Enaland waren bis 1. Dezember 1912 (0 954 Automobillizenzen (Personen-, Lastwagen und Omnibusse) ausgegeben. In den . ersten zehn Monaten des vorigen Jahres betrug die Zunabme 14 371, Motorräder waren 71020 registriert; der Zuwachs betrug 19 (M3. An zweiter Stelle steht Frankreich mit 76 771 R--vgtautomobilen, das sind 12 562 mehr als im Vorjahr?. Die Zahl der Auto- . .
tarameter, Omnibusse und Nutzwagen, sür bte ferne Nevada zu berichten
-y. Drahtlose Telegraphie. Am Samstag nach- mittag hielt Herr Ingenieur Ferd. Schneider von hier im Kaiserempfangssaal des Hauptdahnhois Frankfurt für die technischen Beamten der Eisen« badnvlrektion Frankfurt einen Vortrag über brabtlofe j Telegraphie, drahtlose Zeitübertragung und drahtlose Minenzündung. Anwesend waren auch Herren aus dem Auslande, sowie Beamte der Oberpostdirektioii Frankfurt und des Frankmrter Stadlbauamtes. Der Saal war erdrückend gefüllt und die Zuhörer folgten bem Vortragenden mit großem Interesse. Eingehend behandelte Herr Schneider seine neuesten Erfindungen und zwar die akustische Telegraphie ohne Draht mit gleichzeitiger Niederschrift in Niorseschrift. Die dabei vorgeführten Apparate funktionierten tadellos. Alsdann führte der Referent die Uüt vor, welche mittels elektrischer Wellen betrieben wird, und zum Schluß erklärte er die drahtlose Minenentzündung, wobei er auch einige Entzündungen vorsü! rte. Der Vortragende wies in seinem Vortrag darauf hin, daß die in letzter «eit von verschiedenen Zeitungen gebrachten Berichte, in denen Prof'ssor Cerobotani-München, der sich als Erfinder der drahtlos n Uhr und drahtlosen Minenentzündung auSgibt, nicht den Tatsachen entsprechen. Die Erfindungen seien bereits einige Jahre vor dem luftreten Cerobotanis gemacht worden.
Strafkammer. In der Verhandlung gegen die Verkäuferin I. H. am Samstag wurde die Beweisaufnahme um l’/i Uhr geschloffen. Der Staats- anWaIt betonte u. a., daß bei der Strafbemessung da? jugendliche Alter der Angeklagten zu berücksichtigen fei. Sie habe sich einen großen Vertrauensbruch zu schulden kommen lassen, auch sei der Fehlbetrag nicht ersetzt worden. Er beantrage sechs Monate Gefängnis. Der Verteidiger plaidierte auf Freisprechung. Das Gericht verkündete nach halbstündiger Beratung, daß H. wegen Unterschlagung und Untreue zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten und den Kosten des Verfahrens verurteilt sei.
8. Von der Güterbahn Fulda-MaberzeL. Mit Rücksicht auf die fast unüberwindlichen Schwierigkeiten, welche sich der Ausführung ihrer Pläne entgegenstellten, beschloß in ihrer außerordentlichen Generalversammlung vom 25. Januar die Güterbahn Fulda- Maberzell, G. m. b. H. hier, ihre Liquidation. Zum Liquidator wurde Herr Antou Schwarz hier gewählt. , . c. „
-s- Die Kaisergeburtstagsseier nahm auch m diesem c^ahre den üblicken Verlauf. Unter dem Einfluß des ungewöhnlich schönen Wetters brachte der Zapfen- streich am gestrigen Abend recht viel Leben auf die Straßen, und überall war die Regimentskapelle mit« samt ihrem Anhang von berittenen und fackeltragenden Mannschaften von einem dichten Mcnfchenschwarm umkreist. Hier und dort flammten einige bengalische Feuer auf, und im allgemeinen war eine stärkere Illumination der Häuser gegen srüher zu bemerken. Auch dic Kaserne selbst erstrahlte im Lichterglanze. Die Mehrzahl der Vereine hat den gestrigen Sonn« tag dazu benutzt, dem Kaiser ihre Huldigung darzu« bringen. Heute morgen zwischen 7 und 8 Uhr er« tönten wieder die Klänae der Artillerie-Reglments« kaprlle zur Reveille. Während das Kgl. Gymnasium und die Volksschulen den Geburtstag des Kaisers heute morgen begingen, fand die Feier seitens der Dbemahcbule bereits am Samstag nachmittag und die des Lehrerseminars gestern nachmittag statt.
gestrede hielt bei der Feier der Oberrealschule tabtfaale Herr Professor Dr. Melchior, tm
bestanden haben, können erst nach sechs Monaten wieder m einer neuert Prüäinn piseGtt'n Wern--.
-z- Eine landwirtschaftliche Versamntlung, einberufen vom landwirtschaftlichen Krcisverein und der Züchtervereinigung für Snurneitthaler Dich im Kieise Fulda, sand am Samstag nachmittag im Ball- hauSssale unter recht zahlreicher Beteiligung statt. Der Direktor der landwirtschastlichen Winterschulc, Herr Schoppmann, bcqrrißtc als Vcrfammlnnqs- leitcr die Erschienenen unb übermittelte den Dank des Herrn Oberrcgicrungsrates S p r i n g o r u m für dessen Ernennung zum Chrenntitgliedc de? landwirtschaftlichen Kreisvereins Herr Kreistierarzt Weber teilte mit, daß der Vorstand Herrn Landrat Frhrrn. v. Doernbcrg, ber an der Versammlung teilrimmt, zum Vorsitzenden ernannt habe. Als Ge- i schäftsfübrer der Zuchtervereinigung teilte er solgen- ‘ des mitt Bezüglich der Rindviehznch-terei herrschen unter den Mitgliedern des Vereins noch manche Unklarheiten, besonders in der KörungZsache. Ter Kreis Fulda wie die Landwirischastslammer unterstützen die Bestrebungen der Regierung auf dem Gebete durch Spenden und Anlegung von Weiden. Das Ziel des Züchtervereins geht dahin, auf ®runb deS bodenständigen Viehs nicht etwa lediglich mit der Simmcn-thaler Rasse di? Landwirflchaft zu heben. Infolge der starken Konkurrenz der Gießener und Offenbacher Märkte fei es nötig, den Fuldaer Markt zu heben. Zu dem Zwecke sei ein starker Deretn erforderlich. Dieser zahle jetzt 186 Mitglieder, Auf dir vielfach erhobene Einwendung, daß dic Körungs-« f mtnifftott in der Frage der Zuchtrichtung nicht kompetent sei, könn: erwidert werden, daß die Korungs- kvmmission durch gesetzliche Vorschrift gehalten Jet, die Bullen ber Zuchtrrchtung der betreffenden Gemeinde entsprechend zu wählen. Nach dem Rechen- schattsbericht betrugen im letzten Jahre bic Einnahmen 157 Mk. (viele Mitglieder sind mit den Beitragen noch tm Rückstände), die Ausgaben 141,75 Mktt dng Gesamtvermögen beläuft sich auf 1762,64 Mr. Sodann nahm der Geschäftsführer des Landwrrt- sckaftskammerauSschufscs Gießen, Herr Schwarz, das Dort zu einem eingehenden Dortrag über bte Maßnahmen zur Forderung der Rindvichzucht tm Kreise Fulda. Er führte folgende Grundgedanken an?: Auf den Kopf der Bevölkerung kommen ,ahrltch 50 Kgr. Fleisch und 125 Liter Milch. Dtc starke Einsuhr von landwirtschaftlichen Produkten aus dem Auslande läßt crfemien, daß dic einh-imtlche Produktion nicht zur Versorgung der Bevölkerung vus- reicht. Dies zu erreichen ist das Bestreben der Land- wittschast. Die wichtigste Grundlage sür ein gutes Gedeihen besteht darin, daß die Viehhaltung mtt der Futtcrproduktion im Einklang stehe. Darum muß in erster Linie das Augenmerk auf Vermehrung der Futterproduktion gerichtet werden. Wtesenduitqung Und Wiefenbehgndlung werden noch sehr verngchlaf- sigt. Außerdem muß in gewisicn Gegenden berücksichtigt werden, ob nicht statt des starken Kornanbaucs eine Vermehrttng des Futtcrbaues anzuwenden tst. Von weiterer Bedeutimg ist die Betriebsfornt tn ber Dtebhaliung. Im allgemeinen ist eme einsetttge Be- triebssorm auf die Dauer weniger lohnend. Für die Verhältnisse der hiesigen Gegend ist dtc gemtschte Form bestehend in Mich- und Fletschproduktton, Wobei bte Tiere auch als örbcitSmaterial verwendet werden können, empfehlenswert. Weiterhin tst auf das Zuchtmaterial Gewicht zu legen. Wenn hierher bte gesetzmäßigen Maßnahmen auch als eme Bevor- mnnounq erscheinen, so hat boch bte Erfahrung gelehrt. daß dic Viehzucht dort am schnellsten cmpor- komrnt, wo die Verordnungen am strengsten durch- aelührt wurden. Ferner müssen, dtc natürlichen Zuchtbedinaungen jede Zucht unterstützen Wo dte nicht geschah, stellte sich selbst bet schronster Durch- fübrunq ber Reinzucht stets ein Rückschlag em. Dtc Erfolge hängen aber auch ab von einem twtwendtgen Maß von .Zuchtkenntnissen seitens ber Züchter. Di. Bestrebungen der Rein- nnb Rafsezucht werben nachhaltig unterstützt durch die Herdbuchfuhrung welche ez ermöglicht, solche Tiere herguszuheben, welche sich für die besonderen Berhältnifse der Gegend etgnen. Außerdem ist zur Erzielung von leistungsfahtgem Vieh die Methode in der Jungvichzucht und eme technisch richtige Fütterung von größter W'chtigkett. Do der Weidegang nicht allg?metn durchsuhrbar tst, muß die Stallhaltunq möglichst gesund etngertchtet sein Gerade die gesundheitlichen Verhaltntfie Md sehr tm Rückstände, sodaß alljährlich dadurch 60 Mtl- lionen Mark in Deutschland verloren gehen, zwecks Durchführung aller Maßnahmen, die eme gesunde Viehhaltung "gewährleisten, ist ein mogltchst großer Zusammenschluß der Landwirte in Viehzuchterver- etntgungen notwendig. — Die an den Vortrag sich