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Zuldaer Leitung

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Kleines Fenitteton

Reklame«- nnd Anzcrgeuteil.

Amt Geisa und Umgebung

2 anwenden. ES wird sich empfehlen, daß auch das Publikum von dieser Neuerung allgemein im Fern- spreckverkehr Gebrauch macht.

A DaS Scharfschießen des hies. Feldartillerieregi. wentS das nach einer uns zugegangenen eisten Mit­teilung des Regiments auf den 23. Januar angesetzt war hat bereits gestern stattgeftrnden. Dieser neue Termin war auch schon in einer amtlichen Bekannt» niachuna vom Landratsamt mitgeteilt worden.

rj Fuldaer Geschichtsverein. Herr Rentner Dr. Siemens hält heme abend 8 Uhr im Bürgerverein einen zeitgemäßen Vortrag über das »Zigeunerun» roefen in den allfuldischen Landen". Durch die voriährige Zigeuneraffäre in der Nähe FuldaS hat sich das' Interesse in höherem Maße als seither dem un» ruhigen Zigeunervolke zugewendet, sodaß der Vortrag besondere. Beachtung finden dürste. Herr Dr. Siemens hat eifrige Studien in der Zigeunerfrage gemacht.

♦ Dermbach, 21. Jan. 1913. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde der Gemeinde, e^t a t für 1913, welcher in Hinnahme und Ausgabe mit 44 730 Mark abschließt, genehmigt. Dabei ist eine U-vwae von 3 Psg. pro Mark berücksichtigt worden.

♦ Vacha, 21. Jan. 1913. Der zweigleisige Aus.

XI.

Mittwoch 22. Ianuar 1918.

Aus Gberheffen u. den Hess. Aemtern.

* Sterzhaufen, 21. Jan. 1912. Sonntag abend wurde das 2'/»jährige Töchterchen des Rottenarbeiters Jakob vom Zuge am Bahnübergang nach Michelbach überfahren und sofort getötet.

* Neukirchen «Kr Ziegenhain), 21. Januar 1913. Dor einigen Tagen schlachtete H. Lippert hier ein Schwein, welches 4 Ztr. und 2 Psd. Schlacht- gewicht hatte. Es war dabei erst 10 Monate alt.

Antrag des Turnvereins Kaltennordheim wurde de, Rhönturnbezirk in einen Südbezirk mit 13 Turnver einen und einen Nordbezirk mit 15 Turnvereinen gr. teilt. Als Vorsitzender des Rhönturnbeziiks roucth Möller-Empferishausen gewählt. Ebenso einstimmig fand die Wahl des Lehrers Orf-Wiesenchal zum Br. zirksturnwart statt. Ferner wurden gewählt Fühl- Kaltennordheim als stellvertretender Vorsitzender de» Rhönturnbezirks, H. Heim-Kaltensundheim als Turn» wart des SüdbezirkS und Forstaufseher Wagner- Tiefenort als Turnwart des Norddezirks. Das dies­jährige Turnfest des gesamten Rhönturnbezirks wird in Fischbach abgehalten werden.

* Oechsen, 21. Jan. 1913. In einer Ausschuß­sitzung des Rhönsängerbundes „Buchonia* wurde Lehrer Bechmann von hier als Liedermeifter gewählt. Auch ist für 1915 unser Ort zur Abhaltung, des Bundesfestes gewählt worden.

Eingesandt.

Kür Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt di« Redaktion nur die prehgesetztiche Verantwortung.

Nachdem die Königl. Eisenbahndirektion durch du Einlegung des vierten Zugpaares und die Beibehaltung der späten Abendzüge im Monat Oktober auf den beiden Rhönbahnen Fulda in dankenswerter Weise ein großes Entgegenkommen gezeigt hat, bliebe noch ein Wunsch zu erfüllen. Es betrifft dies die schulfreien Nachmittage, die zu einem stärkenden Ausflüge in die weitere Umgebung so sehr locken; jedoch die sruhe Abfahrt der Mittagszüge um 12 Uhr, wo die schulen erst schließen, versagt den Schülern der Volksschule und der 6 höheren Lehranstalten, und mit den Schülern auch deren Eltern und Lehrern, jeden größeren Ausflug. Denn die erst um 4 Uhr fahrenden Züge können höchstens im Hochsommer einen kleinen Ersatz bieten.

Wie wäre es, wenn zunächst an dem Mittwoch auf beiden Bahnen gegen 2 Unr ein Zug eingelegt würde? Oder wenn zur Probe wenigstens der bestehende Sonn­tagsausflugszug 2.12 Uhr auf Mittwoch ausgedehnt würde? Auch die am Mittwoch zahlreich eintreffenBen Wochenmarltsbesucher würden nicht selten diesen frühen Nachmittagszug begrüßen. Möge man sich auch in Gersfeld, Hilders, Milsebu>g ufro. regen. y

vermischtes.

* Von Geiern entführt. Ein furchtbares Men- teuer hatte der Hirt Cristoforo Gallina auf der Insel Sardinien zu bestehen. Er weidete seine Herde am Abhang eines Berges, als er zwei Nrefengerer sah, die eben ihre Mahlzeit an etnent gefallenen Pferde beendet hatten. In der Meinung, die voll- gefressenen Geier seien keines großen Widerstandes mehr fähig, wollte er sie ergreifen. Da erhoben sich beide Raubvögel gleichzeitig und rtssen den laut schret- enden Hirten mit sich hoch in die Lüfte. Glücklicher­weise verloren sie bald die Kräfte. Etn rasch herbei»

geeilter Kamerad befteite den armen Hirten und tötete beide Tiere. ,

* Zwölf Mann auf brennendem Schiff umgr»,

kommen. An Bord des russischen Dampfers „Et- sonia" der vor Aden im Roten Meere lag, brach, wie jetzt erst bekannt wird, am Donnerstag nachmit­tag ein Feuer aus, das mit so großer Heftigkeit um sich griff, daß die Offiziere und Mannschaften keine Zeit hatten, an die Löschungsarbeiten zu gehen. Der Kapitän, der Maschinist und zehn Matrosen fanden in den Flammen den Tod. Die übrigen Personen, die sich an Bord des brennenden Schiffes befanden, wurden von dem Dampfer „Priam" gerettet und in Aden ans Land gebracht.

2. Blatt.

vrckr »et Ruliaer Actiendrmttrei m Seite,

und für die Bevölkerung lohnender Verdienst in Aus­sicht gestellt.

-X- ArbeitSjubiläum. Ter Vorsattler Karl Le sch beging gestern sein 40 jähriges Arbeitsjubiläum in der Eisenbahnhauptwerkstättr Fulda. Im wurden die üblichen Ehrungen zu teil.

* Fortbildungsschnlwksm im Bezirk Kassel. Die diesjährige Verband sversammlung der Lehrer und Freunde deS Fortbildungsschulwesens int Re­gierungsbezirk Kassel findet am 26. März in Schlüchtern statt. Fortbildungssehullehrer Kompen- Hans-Kassel wird über »Die psychischen Eigentüm­lichkeiten der Entwicklungsjahre und ihre Berücksichti­gung im Erziehungsplane der Fortbildungsschule" sprechen. Rektor Blum-Reichensachsen hält einen Vor» t>ag über „Die Berufskunde in der ländlichen Fort- bildungsfchnle".

X Barbier-, Friseur, und Perückcnmacher- Zwangsinnung-Fulda. In der am Piontag, den 13. d. Mts., abgehaltenen Hauptversammlung der Barbiere, Friseure und Perückenmacher Fuldas wurde Obermeister Adam Leilich, der sein Amt schon fett 6 Jahren bekleidet, einstimmig lviedergcwählt; neu gewählt wurden Karl Richter als 2. Vorsitzender, Paul Gärtner als Schriftführer, Albert Frantz als Kassierer und K. Englert als Stellvettreter. In den Lehrlings-Ausschuß wurden K. Richter und B. Kiehl gewählt. In das Jnnungsschirdsgericht wurde O. Hartmann als 1. Vorsitzender, als Stellve?ttÄas K. Richter, sowie als Beisitzer Trübe und Englert ge­wählt. Das Amt eines NachweisbureauvorsteherS wurde I, Hartmann, Marktsttaße, übertragen. Fer­ner wurde beschloffen, gegen dieienigen Händler, die den Ankauf von Haaren in ausgedehntem Maßstabe betreiben, energisch vorzugehen, da diese Handlungs­weise direkt schädlich für unser Gewerbe ist. Auf eine Anfrage seitens der Handwerkskammer Kassel betr. die Lehrzeit im Damenftiseur-Handwerk wurde be­schlossen, daß die Lehrzeit von 2 Jahren genügt, die Anzahl der zu hallenden Lehrmädchen soll dieselbe wie bei den männlichen Lehrlingen sein.

D. Raturhrilverem. Die oroemUche Jahres-Haupt- Versammlung fand am Montag abend im Gasthaus .Zur Traube* statt. Der Naturheilverein zählt nach dem Jahresbericht jetzt 425 Mitglieder. In sechs größeren öffentlichen Versammlungen haben auswär­tige Redner und Rednerinnen Vorträge gehalten. DaS bedeutungsvollste Ereignis im Veremsleden war die Eröffnung zweier neuer Luftbäder, des Damen- bades am Badegarten und des Bades an der Wörth- straße. Der Verein besitzt außer seinen Licht-Luft- Bädern einige Badegeräte (bereit Zahl jetzt vergrößert werden soll) und eine reichhaltige Bücherei. Letztere kann, ebenso wie die große Bundesbücherei, unent- geltlich von Mitgliedern benutzt werden. Seit Ende 1912 erscheint ein eigenes Nachrichtenblatt, das die Mitglieder über die wichtigsten Vorgänge im Vereins- leben unterrichtet. Nach dem Bericht des Kassierers betrugen die Einnahmen 3387,77 Mk. und die Ausgaben 3 38 0,5 4 Mk. Die Vermögenslage ist günstig. Luftbadschulden sind freilich vorhanden. Da jedoch der Verein sich bisher stetig und kraftvoll ent­wickelt hat und ein Rückgang fast ausgeschlossen ist, so dürfen die Mitglieder sicher darauf rechnen, daß innerhalb 3 bis 4 Jahren alle Schulden getilgt, alle Anteilscheine eingelöst fein werden. Der Haushalts­plan wurde wach Entlastung des Kassierers genehmigt und damit auch der Beschluß des Vorstandes, wo­nach vom 1. Januar 1913 ab Adalbertstraße 14 eine Geschäftsstelle eingerichtet worden ist, bestätigt. — In der Vorstandswahl wurden die Aemter der beiden Vorsitzenden, Schriftführer und Kassierer den Herren Andrö, Beih, Decke, Fräulein H-inlin, Herren Ruland und Bau üertragen. Zwei Anträge betr. Anlage einer Wasch» und Brausevorrichtung im neuen Damen­bad und betr. Abhaltung eines Kursus in Anwen- dungsformen deS Naturheilverfahrens nahm die Ver­sammlung an. Ferner beschloß man, am 23. Febr. einen Familien -Unterhaltungsabend (Lichtbildervor­trag über Prießnitz, Musik-, Gesang- und sonstige -Vorträge) im Giesel'schen Saale zu veranstalten.

* Zwee statt zwei. Im Fernsprechbetrieb entstehen bei der Uebetmittelung der Zahlwörter „zwei" oder „drei" wegen des Gleichklanges der Doppellaute oft Unsicherheiten. Um dem vorzubeugen, werden in Zukunft die Vermittelnngsbeamtinnen der Postämter d,e Zahl 2 als „zwee" aussprechen und diese Aus- spräche auch bei mehrstelligen Zahlen mit der Ziffer

scheint der Verwirklichung näher zu kommen, denn zur Zeit läßt das Eisenbahnbetriebsamt auf der ganzen Strecke Vorarbeiten vornehmen.

♦ Stadtlengsfeld, 21. Jan. 1913. Letzten Samstag wurde hier ein ans ländischer Arbeiter wegen versuchten Betrugs in H a f t genommen. Er batte sich irgendwo ein Rad ungeeignet und versuchte in verschiedenen Geschähen gegen Verpfändung des Rades Geld zu borgen. Wiebes heißt, batte er sich einen Sprech- apverat kommen lassen und um denselben auf der Post cinlösen zu können, brauchte er Geld.

* Kaltennordheim, 21. Jan. 1913. Die auf Sonn­tag nachmittag hier einberufene Generalversammlung des Rhönturnbezirks war sehr gut besucht. Auf

— Wie schnell sich heutzutage eine große Erfindung kutwickelt, das lehrt recht augenscheinltch die Dampf» turdtne. Erst 27 Jahre alt, ist sie doch schon seit einigen Jahren zum ^stärksten Mann der Welt' herangereist und hat es vermocht, unsere gesamte Techruk umzuwandeln. Im Prinzip beruht die Dampf- 'tutbine darauf, die Energie des Dampfes mit Um­gehung der Kolbenbewegungen direkt aus Die Maschine wirken zu lassen, wie ja auch die Windturbme und «die Mühlenräder direkt vom Winde oder Wasser an- [getrieben werden. Die Erfindung der Dampfturbine nun — es ist seltsam genug, daß man nicht früher lschon aus die Idee verfiel — geschah 1884 durch ^Charles A. Parsons in England. Dann trat auch iber Schwede Laval auf. Noch im Jahre 1900 galten beide den Fachleuten für Abenteurer! Aber schon 1895 hatte man beachtenswerte Verbesserungen er­reicht, und die Techmker wurden aufmerftam. Immer beträchtlicher wurden die Erfolge, man erkannte die bedeutenden wirtschaftlichen ißottetle, man ahnte, daß dem kaum zehnjährigen Kinde die Zukunft gehöre! Und nun ging's mit Riesenschritten vorwärts. Die Großindustrie, die Großschiffahrt fand Jntereffe an bet neuen Erfindung, Ausstellungen erweckten ge­waltiges Erstaunen, aber noch immer blieben Probleme iu lösen und Versuche anzustellen. Fünf Jahre weiter,

• 1905, besitzt die Dampfturbine schon das volle Bürger» cecht in allen stationären Betrieben, und im Jahre 1910 ist die Revolution vollendet: In allen großen Kraftwerken, auf Paffagierdampfern und Kciegsichtffen arbeitet die Dampsturbtn l So hat sich fast ganz im stillen eine technische Umwälzung von gewaltigster Bedeutung in kürzester Zett vollzöge: , und in aber­mals fünf oder zehn Jahren wird man sich der Kolbenmaschinen mit ebensolchen Gefühle» erinnern, wie heute z. B. der seligen „Pferdebahn". vs. i — Tie Rechenkünste russischer Bauern. Bet ganz 'einfachen Leuten, die keineswegs aus der Höhe der Bildung stehen, finden sich zuweilen ganz etgentum- liche Kunstgriffe geistiger Tätigkeit, die sonst gar mcht bekannt sinh. So hat Professor Bowven den russischen Bauern die Ehre erwiesen, über ihre Rechenkunst tm Multiplizieren vor der Amerikanischen Mathemau wen Gesellfchast einen Vortrag zu halten. Die Sache mutz also doch merkwürdig genug sein, um eine gelegne Gesellschaft eines anderen Erdteils damit zu belassen. Her fragliche Brauch findet sich m vielen Dörfern

Aus dem Nachbarqebiete.

-ü- Vom Lande, 21. Jan. 1918. Leider wird die schon mehrfach in Zeitungen gegebene Anregung, den Boden um die Ob st bäume herum zu lockern, noch wenig beachtet. Es sind sogar Ansichten verbreitet, nach denen dieses Baumscheibengraben geradezu als schädlich hingestellt wird, weil daditrch die Wurzeln gehoben würden und der Baum bald entgehen müsse. Dem vielfach beobachteten Absterben junger Obst­bäume liegen jedoch andere Ursachen zugrunde. In vielen Fällen ist es auf das mangelhafte Festbinden der jungen Stämme und auf ungenügendes Lichten der Krone zurückzuführen, infolgedessen die Bäume vom Winde auf die Seite gelegt werden. Daß hierbei Hf« jungen Wurzeln leicht abreißen, tft klar. Auch ist es nicht unmöglich, ^aß das Absterbcn eines Bau­mes durch Nagen der Erdmäuse und Ratten herbci- gefiihrt wird. "Diesen Fragen müßte seitens der All- gememheit mehr Beachtung geschenkt verden, wie denn überhaupt der Obstbau auf dem Lande durchweg nicht gebührendes Jrttereffe findet. Und doch stelki der Obstbau eine nicht unbeträchtliche Einnahme­quelle bei verhältnismäßig wenig Arbeit für den Landmann dar.

— Reu-nberg, 21. Jan. 1912. Die gestrige gut- besuchte Dolksvereinsversammlung gestaltete sich zu einem wahren Familien-Abend. Waren doch die Mitglieder so zahlreich der Einladung gefolgt, daß der Saal nicht alle fassen tonnten und ver­schiedene wieder umkehren mußten. Herr Kaplan Möller in Fulda halte das Trommlerkorps des Jünglingsvereins mitgebracht, die thr Bestes leisteten. In seiner Rede wies er auf die Bedeutung des Volksvereins hin und beaniworlete dann die Frage: »Warum stehen so viele auf Seiten des Unglaubens? Herr Volksvereins-Sekretär Frank sprach über das Freidenkertum und fein Glaubensbekenntnis. Beide Redner fanden stürmischen Beifall. Zum erftenmate waren auch die Frauen und Jungfrauen zahlreich erschienen. Von diesen trat eine Anzahl in den Volksverein ein. Mit einem Hoch auf Papst und Kaiser scbloß die Versammlung.

♦ Alsfeld, 21. Jan. 1913. Eine Hauptversamm­lung des landwirtschaftlichen Provin- zialvereins für Oberhessen fand am Sonntag unter dem Vorsitz des Grafen Wilhelm v. Solms- Laubach hier statt. Der Hauptpunkt der Tagesord­nung war Besprechung der Frage: „Entschuldung des landwirtschaftlichen Grundbesitzes". Von den Referenten wurde darauf hingcwiefen, daß es drin­gend nötig sei, daß berufene Organe im Jntereffe der Erhaltung eines gesunden Bauernstandes tatkräftig eingreifen, damit eine allmähliche Verminderung der Schuldenlast eintritt. Drei Wege sind möglich: 1. der Tilgungsweg durch Aufnahme von Tilgungs- darlehn, 2. der Versicherungsweg und 3. beide Sy­steme gleichzeitig. Letzterer Weg wird nach Ansicht der Redner der beste sein.

* Steinau, 21. Jan. 1913. Der Männergesang. Verein „L i e d e r k r a n z" wird sein 75jähriges Be­stehen mit einer Jubelfeier am 7., 8. und 9. Juni begehen. Besonders lebhaftes Jntereffe wird dem aus diesem Anlaß zu veranstaltenden Resorm-Ge- sangwettstreite entqeqeugebracht, für den bereits meh­rere Preise in Aussicht gestellt sind; auch besteht be­gründete Aussicht auf Verlethung des Kaiserpreffes. Das bevorstehende Fest dürste in seiner Großzügigkeit und Eigenart in Steinau und näherer Umgebung einzig dastehen.

* Büdingen, 21. Jan. 1913. Der Hilfsverein m der Konkursangelegenheit der Obermock st ödter Vorschußkasse wird in den nächsten Tagen mit dem Erwerb der Forderungen an die Konkursmasse beginnen. Sämtliche bis zum 31. d. M. abgetretenen Forderungen werden bis spätestens den 17. Februar ausbezablt. oder es werden den Gläubigern, sofern dies gewünscht wird, in Höhe ihrer Forderungen Spareinlagebücher auf die Bezirkskaffen Nidda oder Büdingen' verabfolgt.

• Ans dem Sinngrund, 21. Jan. 1913. In Aura ist der Plan fftt ein neues Gotteshaus bereits fertiqgestellt. Das gegenwärtige .Kirchengebaude ge­nügt nämlich den allergeringsten Anforderungen, dm man an eine würdige Kirche stellt, durchaus nicht mehr; zudem ist es räumlich zu sehr beschrankt, um die seit den letzten Jahren stettg wachsende Gemeinde aufzunehmen. Es fehlen nur noch etmge Mittel.

* Frankfurt, 21. Jan. 1913. Das Schwurge- richt verurteilte den 3ljähriaen Friseur Wimmer, der einer übel beleumundeten Person Zuhälterdienste geleistet und sie, als sie seiner überdrüssig geworden war, erschossen hatte, zu IO1/* Jahren Zuchthaus. — Die Stadtverwaltung bat seit kurzem den Bezug von holländisckem Vieh eingestellt, ba_bte Preise in Holland für Rindvieh fast ebenso hoch sind wie hier.

Keine Enttäuschung.

In bezug auf Nährwert, Schmackhasligkett und leichte Verdaulichkeit steht Scotts Emulsion, dieses feit Jahrzehnten rühmlichst bekannte Krästigungs- und Stärkungsmittel, zweifellos an erster Stelle. Wer sich die Vorteile dieses Präparates FOp sichern will, bestehe darauf, die echte tlSr Scotts Emulsion zu erhalten. A . Ä Der Erfolg wird bann nicht fehlen, und Enttäuschungen, wie sie beim Gebrauche minderwertiger Nach­ahmungen unvermeidlich find, bleiben erwart. Es ist die Marke „Scott", welche, seit 37 Z-Hreu eiugefährt, für Güte und Wirkungskraft bürgt.

Lokales.

Fulda, 22. Januar 1913.

) G^Berlikheü wurde dem Oberzollkontrollrur a. D., Zollinspektor Homberg zu Fritziar und dem Lehrer a. D. Weber zu Frankfutt der Rote Adlerord«« i. Klasse, dem Bankier, Stabtrat, kgl. bayerischen Generalkonsul Albert v. Metzler zu Frankfurt a. M. den Stern zum kgl. Kronenorden zweiter Klaffe, dem Rechnungsrat Munk zu Gudensberg im Kr. Fritzlar bet Kronenorden 3. Klaffe, dem Oberstleutnant beim Stab« des Jrift-Reg. Nr. 83 v. Wurmb in Raffel das fürstlich waldeckische Offizierskreuz, dem Regicrungs- rat Reinhard in Bad Wildungen und dem Saniläts- rat Dr. Hartwig in Corbach das fürstlich waldeckische Berdienstkrenz 8. Klaffe.

> B Die Rekruten - Besichtigungen beim 2. Kurh. Feld-Art. Regt. Nr. 47 finden am 30. und 31. Jan. statt.

t j+j Schöffengericht. (Fortsetzung.) Der 40 Jahre alte Arbeiter Jakob Blum von hier, der bereits schon 30 mal vorbestraft und auch der Landesbehörde über­wiesen war, hatte sich gestern wegen schwerer und einfacher Körperverletzung, wiederholter Beleidigung, sowie wegen Beamienbeleidigung zu verantworten. Am 29. Nov. v. Js. brachte er dem städtischen Auf­seher Weißhahn an der Maberzellerstraße ohne Ur­sache erhebliche Kopfwunden mit einem Pflasterstein bei, so daß W. fünf Tage arbeitsunfähig war. Am folgenden Tag beleidigte Bl. den Schutzmann Er. St aufs gröblichste. Auch die Eheleute R. bedrohte, eibigte und mißhandelte Bl. Der Amtsanwalt hatte insgefumt zwei Jahre Gefängnis beantragt. Das Gericht verurteilte Bl. wegen gefährlicher Körper- serletzung in zwei Fällen, einfacher Körperverletzung, öffentlicher Beleidigung des Schutzmanns Er. und wegen Beleidigung der Frau R. zu insgesamt, einem Jahr und vier Monaten Gefängnis. Da Flucht­verdacht vorlag, wurde Bl. so; ort verhaftet. — Wegen öffentlicher Beleidigung der Schutzleute Er. und W. wird der Fabrikarbeiter F. Fr. von hier zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verurteilt. Der Amtsanwalt hatte 30 Mk. beantragt. — Wegen Unterschlagung 'eines Paares schwarzer Schnürschuhe wird der 25 jähr. Taglöhner O. R., z. Zl. im Landkrankenhaufe in Raffel, zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt, die durch die erlittene Unterfuchungshast verbüßt sind. — Wegen Bettelei wird der 46 jährige Arbeiter H. P., zuletzt sm Schlüchtern wohnhaft, zu drei Wochen Haft verurteilt. - -y- Verhaftet wurde gestern im Sitzungssaal des

Schöffengerichtes der in der Strafsache gegen Blum stls Zeuge vernommene Gelegenheitsarbeiter Rack von hier. R. sollte sich am 17. ds. Mts. vor dem Gericht in Herbstein wegen Zechprellereien und Ent- weydung eines wertvollen Hundes verantworten. Da er zu diesem Termin nicht erschien, und Flucht­verdacht vorlag, hatte das Gericht einen Haftbefehl gegen R. erlassen. Er wurde von einem Kriminal­schutzmann nach Herbstein gebracht.

i * * Versorgung hessischer Kreise mit Elektrizität. Die ,Franks. Nachr/ teilen in dieser Frage etwa folgendes mit: Nachdem der Staat sich bereit erklärt hat, so­wohl den nördlichen Teil des Kreises Marburg, wie auch den südlichen, den von der Gießener liebet» ianbgenttale umworbenen Ebsdorser Grund, an die Edertal Urberlanbzentrale anzuschließen, dürfte diese Angelegenheit hier erledigt sein. Die Versorgung des Kreises Lauterbach mit Elektrizität wird zurzeit von zwei Unternehmungen eifrig betrieben. Während ter nördliche Teil einschließlich der Städte Lauterbach und Herbstem von der Allgemeinen Elektrizitäts- gesellschaft in Berlin in Anspruch genommen wird zmb an die große Ueberlanöjentrale bei Ostheim im Kreise Melsungen angeschlossen werden soll, beab­sichtigt die bayerische Treuhand-Aktiengesellschaft in Nürnberg den südlichen Teil, einschließlich der benach­barten preußischen Gebietsteile der Kreise Schlüch­tern und Fulda, nut Elektrizität zu versehen, wozu sie die Wafferkräfte des Vogelsberges nutzbar machen will. Zu diesem Zwecke sind zwei Talspeeren östlich Altenschlirf projektiert, die das Wasser der Altseld und Lüder in zwei großen Staubecken auf­nehmen und beten Abflußrohre sich dicht vor der preußischen Grenze vereinigen sollen, woselbst auch die Zentrale zu stehen lommt, ist auch für diesen Teil des Vogelsberges, in dem sich selten ein Wan­derer verirrte, ein Zuzug von Fremden zu erwarten

Handel und Industrie.

$ Berlin, 21. Jan. 1913. Das Geschäft an bet Börse war still. Ihr Schluß gestattete sich fest. Auf dem Montanmarkt wurden die anfänglichen Ab- schwäckuugen zum Teil mit einem halben n-it 1 Pro­zent überholt. Auf dem Bankenmaikt waren die Kurse aebrüdt, bann bei etwas mehr Nachfrage fast umsatzlos. Eisenbahnwerte meist ohne Geschäft. Elektrizitätswerte leblos. Schiffahrtsaktien anfangs weiter schwach. Ter Kaffamarkt der Jndustnewerte lag günstig bei überwiegenden weiteren Preissteige­rungen. Der Privatdiskont hielt sich auf seinem bis­herigen Stand.

Rußlands. Er besteht in einem Verfahren dcs Ver­doppelns, Halbierens und Addierens. Der russische Bauer bedarf dazu aber keiner Tabelle oder eines geschriebenen Hilfsmittels, daS den meisten ruffischen Bauern vermutlich auch gar nichts nützen würde. Den Gang der Rechnung, der allerdings keineswegs weniger umständlich ist, als eine Multiplikation auf gewöhnlichem Wege, veranschaulicht am besten ein Beispiel. Die Ausgabe soll 48 mal 23 lauten. Man nimmt dann den ersten Faktor, teilt ihn solange durch 2, bis man zur Einheit gelangt, wobei die Reste ausgelassen werden. In dem gegebenen Fall wird man dann folgende Zahlenreihe erhalten: 48, 24, 12, 6, 3, 1, und diese schreibt man untereinander. Dann wird dieser Reihe eine zweite gegenübeigestellt, die aus den Verdoppelungen bes zweiten Faktors besteht, in der Aufaabe demnach 23, 46, 92, 184, 368, 736. j Von dieser "zweiten Reihe werben diejenigen Ziffern addiert, die den ungeraden Zahlen der ersten Reihe gegenüberstehen, in unserem Fall also der 3 und 1. Es sind also zu addieren die Ziffern 368 und 736, und ergeben daS richtige Resultat 1104. Die Sache stimmt natürlich immer, und ein mathematisch ge- schütter Kopf wird bald herausbringen warum. Pro- fessor Bowven macht darauf aufmerksam, daß dies Verfahren namentlich auch dazu benutzt werden kann, mit römischen Zahlen zu multiplizieren.

— Bockbier. Allerorten feiert man bald Bock- bierfeste, und es ist auch dafür gesorgt, daß man fei­nen Bock als Flaschenbier jederzeit tut Hause hat. Immer auch um diese Zeit herum taucht die Frage auf, wieso das kräftig gebraute und lange gelagerte Bic-. zu dem Namen Bockbier gelangt fit Natürlich denkt man znächst dabei au einen Ziegeubo-. Aber wft diesem lieben Tierchen hat das Vier nicht daS . v_... -----

mindeste zu tun, so sehr auch allerlei Gerüchte, tfa» bau der Strecke S altungen-Vacha-Gerstungen b?ln, Erzählungen, Abbildungen, Lieder und Lobge- r , «Äh»- -» fnmmen. denn

sänge die sich mit d-m Bockbier beschäftige^ ohne den Ziegenbock mcht auszukommen vermögen. Dre rich- tige Erklärung ist Wohl jene, nach wcAer der Name „Bock" sprachlich nach dem Namen Eimbecker Bier abgeleitet wird Aus Eimbecker Bier wikrde Eim- bccker Bier und dann kurzweg Bockbier. Das Eim­becker Bier, aus der Gegend van Hildesheim, war vor Zeiten berühmt und allgemein bekannt. Auch in Frankreich kennt man den Namen „bock"; aber man versteh darunter nicht eine bestimmte ‘Sorte Bier, wie bei uns, sondern einen kleinen Kelch schaumenden Bieres, gleichviel welcher Herkunft.