Zuldaer Leitung
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Schulneubau
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weitere Erhebungen erforderlich sind.
3. Eine LöfchungSurkunde wird genehmigt. Schluß der öffentlichen Sitzung halb 10 Uhr.
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totales.
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Dienstag 21. Januar 1913.
ter Schulsaal nicht vorhanden ist.
* Hanau, 20. Jan. 1913. Heute morgen ist der Gefreite Dieter aus Dietersheim an Typhus gestorben. Mit den drei auswärts gestorbenen Reservisten beträgt die Zahl der dem Typhus zum Opfer gefallenen Personen 17. Krank sind noch 122, davon liegen 17 in hohem Fieber; 62 befinden sich in der Genesung. 41 Mann haben heute einen sechswöchigen Erholungsurlaub in ihre Heimat angetre- ten; zwei haben ein Genesungsheim aufgesucht. Heute weilt der Kommandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz v. Schenck, hier, um sich über den Stand der Krankheit zu orientieren.
* Frankfurt, 10. Jan. 1913. Bei dem Bau der Westerwald-Bahn sollen große Unregelmäßigkeiten vorgekommen sein. Die Unternehmer-Firma wird beschuldigt, mit zu kurzen Meßapparaten gemesien zu haben, sodaß der Eisenbahn-Fiskus umvieleTau- sende geschädigt ist. Es sind bereits eine Anzahl von Verhaftungen vorgenonrmen worden. — Seit Freitag wird eine geisteskranke Frau vermißt, die sich seit einigen Tagen bei Verwandten in Darmstadt zu Beluch aufhielt. Am Freitag ging fte dort weg, angeblich um in ein Kloster zv gehen, sfieg aber auf Anregung der Frau, bei der sie gewohnt hatte, in den Zug nach Frankfurt. Schon in Arbeilgen sprang die Geisteskranke aus dem Abteil und lief fort, ohne daß man sie einholen konnte. Sie ist ungefähr 35 Jahre alt.
♦ Kassel, 20. Jan. 1913. Gestern wurde em Mann verhaftet, der sich als Elektromonteur ausaibt und im Verdachte steht, an verschiedenen Ein. brrrchsdiebstählen beteiligt gewesen zu sein, die sie letzter Zeit in unserer Stadt auSaefiihrt wurden. Im benachbarten Waldau erfolgte am SamStag die öffentliche Vervachtung der Gem ein d es agd. Köchftbietender blieb mit 850 Mark Rentner Diecker von hier. Der zulevt erzielte Pachtzins betrug nur 160 Mark. — In der Nacht zum Sonntag sind aus einem Haufe der Steinbergftraße vier Halen und aus einem anderen Haufe in der Nabe feW Hühner g e- ftoblen worden. Die Diebe blieben bisher uner- kannt. — Der Kaninchenruchwerein Kastel 1911 der- anstaltete eine aroße Ausstellung. Der Besuch war sehr zahlreich. Die Ausstellung batte 101 Kaninchen, in der Hauptsache Rammler der Zlbteilunaen Belgische Riefen. deEcke Riesenschecken, französische Widder, weiße Riefen, Rheinisch- Schecken, Angora, Javaner. Holländer, Rusten. Vtack and wn. englisch- Schecken, blaue und weiße Wiener. Havanna und Hermeline aufzuweisen. Mit der Ausstellung war auch eine Produktenausstellung verbunden.
* Gättinaen. 20. Jan. 1913. Die Frau des Ggst- v-irtS K. aus Bishausen wurde unterhalb der Ruine Hardenberg bei einer Jagd durch einen Schuß über dem Auge schwer verletzt, sodaß ihre Neberführung nach der Klinik in Göttingen erforderlich war.
Vorsitzende dankte dem Herrn Oberbürgermeister für seine Ausführungen. — Der
2. Punkt: Herstellung eines zweiten Zementrohr- kanals in der Borgiasstraße, wird zurückgestellt, da noch
Aus Gberheffen u. den hefi. Remtern.
* Marburg, 20. Jan. 1913. In der gestrigen Generalversammlung des Geflügelzuchtvereins des KreiseS Marburg wurde als Vorsitzender Derr L. Mengel, als Kassierer Herr S. Pfeiffer gewählt. Es wurde mitgeteilt, daß die 5. Hessische Junggeflügelschau (12. Allgemeine) vom 31. Oktober bis 3. November d. I. stattfindet.
* Frankenberg, 20. Jan. 1913. Der Schadender gestern durch den Brand des Finger'schen Hauses angerichtet wurde, soll sehr beträchtlich fern, zumal ein großer Teil des Inventars und des Viehbestandes nicht oder nur gering versichert ist. Außer einer größeren Anzahl Tiere, die nach unserer gestrigen Meldung mitverbrannten, fielen große Fleisch- und Wurstbestände, «in großer Frucht- und Futtermittel- Vorrat, sowie landwirtschaftliche Maschinen dem Feuer zum Opfer. Auch soll der Besitzer den Verlust von Wertpapieren zu beklagen haben. Ueber die Ent- stehungSursache deS Feuers, welches in dem Hinterhaus zum Ausbruch gekommen fein muß, ist Bestimmtes nicht zu ermitteln. Eine aufregende Szene spielte sich bei den Rettungsarbeiten ab, als em Te,l der Giebelwand einstürztr, während einige Feuerwehrleute sich um die Bergung der toten Tiere bemühten. Glücklicherweise wurden nur zwei Mann leicht ver- letzt. Der 89 Jahre alte Finger, welcher am Abend vorher einen Schlaganfall erlitten hatte, mußte auS dem brennenden Hause getragen werden.
• Frankenau, 20. Jan. 1913. Im Frühjahr wird mit dem Bau der neuen Schule begonnen, deren Kosten aus 60 - 65000 Mark veranschlagt wird. Der Neubau wird 4 Schulsäle und 2 Wohnungen für verheiratete und eine für einen unverheirateten Lehrer enthalten. Im Frühjahr 1914 soll die Schule ihrer Bestimmung übergeben werden.
X Neustadt, 20. Jan. 1913. Der VolkSverern für das kath. Deutschland, der sich in erster Linie die Aufgabe gestellt hat, die Katholiken Deutschlands zu schulen und sie in allen wissenswerten Fragen des privaten und öffentlichen Ledens aufzuklären, hat auch in der letzten Woche in unserer Gegend sein Banner entfaltet. In der Zeit vom 12. bis 20. Januar fanden in den katholischen Orten Oberhessens. wie Ginseldorf, Schröck, Roßdorf, Mardorf, Erfurts- Hausen, Rüdigheim, Niederklein, Amöneburg, ©taufe« bach, Anzefahr, Emsdorf, Allendorf, Momberg und Neustadt Versammlungen statt. In den Versammlungen, die durchschnittlich sehr zahlreich besucht waren, herrschte Überall große Begeisterung. Die im Vordergrund deS öffentlichen Jntereffes stehenden Fragen: Radikalismus, Teuerung, Jeiuitismus, So- zraldemorratle u. a. m. wurden ausgiebig erörtert. Als Res-rent trat in allen Versammlungen der in unserer Gegend im besten Andenken stehende Landessekretär des Volksvereins, Herr Gotthardt aus Frankfurt a. M., auf. Redner verstand es, in kernigen, von Herzen kommenden Worten das Interesse für den Volksverein zu wecken und echte katholische Begeisterung zu entfachen. Wir wollen hoffen, daß die begeisterten Worte des Redners bei unseren braven Oberhessen auf guten Boden gefallen sind und reiche Früchte tragen werden.
[:] Neustadt, 20. Januar 1913. Die kirchliche Gemeinde-Vertretung beschloß die Erhöhung unseres Kirchturmes nach der Zeichnung des Architekten Karl Marschall aus Göllheim bei Mainz. Ter Kosten- anichlag beträgt 10500 Mk. Von der Baiyumme sind 8000 Mk. durch Sammelgelder vorhanden, der Rest soll, wenn die politische Gemeinde keinen Zu- schuß gibt, durch fortgesetzte Sammlung aufgebracht werden. Der Zuschluß der Stadt ist in der Llete« rnng von Holz gedacht. Für später wurde die Erweiterung des Chores nach dem Marktplätze zu in Aussicht genommen, und im Anschluß hieran die Anlage einer Dampfheizung, da die Kirche an und für fick etwas feucht ist und die Anlage im Interesse des pneumatischen Orgelwerkes unbedingt nötig ist. Die Anlage einer Dampfheizung dürfte wohl allseitig, den Beifall der hiesigen Bevölkeruna finden.
Ausstattung der Kirche stammte, harte 16 klingende Register. Mit der Zeit waren die Holzpseifen ganz wurmstichig geworden und die übergroße Hitze des Glatjahres 1911 hatte die Orgel gänzlich unbrauchbar gemacht. Das Großherzogl. Sächs. ©taatSminifterium übertrug dem Orgelvaume^er Herrn Otto Markert aus Ostheim den Neubau der Orgel. Die Mechanik des neuen Werkes funktioniert in allen ihren Teilen zuverlässig, leicht und geräuchlos. Auf eine angenehme, weiche Spielart der Manuale und des Pedals ist besonderes Gewicht gelegt. Die Windladen sind Kegelladen neuester und bewährtester Konstruktion aus Eichen- und Kiefernbolz mit Konusvenli!- aus Ayorn- Holz. Für das Obermanual ist eine Sa.melleranlage eingebaut. Das Obermanual bat: Geigen-Prinzipal 8', Siebt. Gedankt g', Zartflöte 8', Salcinal 8', Gems- born 4', Flauto trauerio 4'. Das Hauptmanual be« sitzt: Prinzipal 8', Bordun 16', Gemshorn 8', Gambe 8', Hohlflöte 8', Flaute dolce 4‘, Oktave 2', Quinte 22/3, Mixtur 2' vierfach. Das ganze Werk klingt durch das ,$utti". Den vorhandenen Streichern sind durch passende Bärte unbedingte Präzision der Ansprache vermittelt. Bei der Intonation von Bordun 16' ist in Betracht gezoge i, daß das Register durch Koppelung in das Pedal die Verwendung als geeigneter Baß zu den zarten Stimmen des Obermanuals gestattet, namentlich auch dann noch, wenn man den „Schweller" teilweise oder ganz schließt. Das Gehäuse der Orgel ist nach einer besonderen Zeichnung von dem Kunstschreiner Jobann Link aus Stockheim dem Stile der Kirche entsprechend hergestellt; es hat stumme Prospekt - Pfeifen mit aufgeworfenen Labien. Hinter dem Kreuze ist ein Kästchen mit eingelegten Schriftstücken und Zeitungen. Die Abnahme der Orgel erfolgt du^ch den Orgelrevisor und Stadtorganisten, Herrn Hugo Hartung aus Weimar. Nach einer Predigt des Herrn Pfarrers Selz er und Einweihung durch Herrn Psarrverwalter Braun fluteten die vollen Töne in wundersamen Harmonien und verschiedenen Färbungen durch die vichtdeietzte Kirche. Nach der Einweihung versammelte ein fröhliches Fest einen kleinen Kreis Geladener.
* Diedorf, 20 Jan. 1913. Am Sonntag feierte der Landwirtschaftliche Verein für Derm- bach und Umgegend hier sein Stiftungsfest. Der Feier ging ein geschäftlicher Teil vorauf. Bezirks- tierorzt Wächter hielt einen Vortrag über das neue Reichsviehseuchengesetz. Die Besetzung der Vorstands- posten ist dieselbe geblieben.
♦ Aus dem Eisenacher Lande, 20. Jan. M3. Die Postverwaltung will in diesem Jahre in den Orten Abterode, Auenheim, Fernbreitenbach, Gospenroda bei Gerstungen, in Herda, in Horschlitt bei Berka, in Vitzeroda und in Wünschelsuhl bei Marksuhl öffent- liche Telegraphenhilfsstellen und Fern- sprechstellen errichten.
Ztadtverordneten-versammlung.
Fulda, 21. .Jan 1913.
An der g^'trigen Schung der Stadwerordnetenvev-
Stadtverordnetenvorsteher 0 . ,toe:
Sänge Mitgeteilt. $ertfcA ^gebrachten Wünsche einem Schreiben snr entbietet dem Stadtver-
zu seiner Wicdergenesu^g ^^jahrswünsche. Sodann ordnetenkollegium 1 Kenntnis von einer Einladung
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V (Ziemeindeangelegenherten gemäß § 66 bet ködte-rbnung. Oberbürgermeister Dr. Antonis. JrÄrf mit Rücksicht auf den großen Umfang des JKa. terials nur auf die wichtigsten Punkte emgehen zu HinTforr STrohbem nahm der Bericht etwa 1% Stunden A Anspruch. $ Wir entnehmen ihm folgendes. Was die Bevölkerungsbewegung
-rnbelanat so ist ein gleichmäßiges Steigen der Em. wobnerzahl zu bemerken. Die durchschnittliche Ver- rnÄrninas-iisfer beträgt 400 Personen pro Jahr. Die ^/nwobnerzahl stellt sich nach der letzten Zählung auf M8?9 Mt Die für das Ausscheiden der Stadt aus dem Kreise und die Bildung eines eigenen Stadtkreises erforderliche Einwohnerzahl (25 000) dürfte demnach erst um das Jahr 1920 erreicht werden. Die Bedeutung dieser Ausscheidung liegt auf finanziellem Gebiete. Die Stadt leistet an Beiträgen für den Kreis msgesami das Sümmchen von 56—58 000 Mk., für Wegebaukosten allein fchon 51 600 Mk. Die Gegenleistungen des Kreises be- traaen dagegen nur 6—7000 Mk. Durch das Ausscheiden aus dem Kreise würde die Stadt so viel iparen, um die ganzen Polizei- und Oberrealschulkosten darau- be- streiten zu können. Den wichtigsten Punkt in unserem Etat bilden die ,,,, , r
VolkSs chulen,
deren Lasten für die Stadt von 108 217 Mk. im Jahre 1905 auf 175 900 Mk. in 1912 gestiegen sind und auch künftig bei der stetigen Zunahme der Schulkmderzahl noch wachsen werden. Letztere stieg von 2274 tm Jahre 1910 auf 2521 in 1912. Die Zunahme ist auf den wach- senden Zugang von auswärts zurückzufuhren, wahrend der U eberschuß an Geburten relativ etwas zuruckgegcm- n,n ist. In absehbarer Zeit werden weitere Schulbauten nostvendig werden. Dazu kommt, daß bei der stadptfarr- lichen Schule bald eine Trennung in zwei Systeme erforderlich wird, ein Umstand, der die Anstellung eines neuen Rektors erheischt. Allerdings werden die Kosten, die der Stadt hieraus erwachsen, nicht bedeutend sein.
Fulda, 21. Januar 1913.
-s Unfall. Auf dem schlüpfrigen Bürgersteig am Schweinemarkt glitt gestern nachmittag eine altere Frau aus, kam zu Fall und fiel in die Scheibe des Schaufensters am Saufe des Herrn Schuhmachermeisters Klüber. Während die Scheibe zersplitterte, erlitt die Frau keinerlei Verletzungen.
= Als Vergütung für Fourage, die im Monat Januar verabreicht wird, gelten in den Kreisen Fulda, Hünfeld, Gersfeld und Schlüchtern folgende Preise: Der Zentner Hafer 9,98 Mk., Heu 3,41 Mk., Stroh 2,36 Mk.
-f-; Vom Handwerk. Bis Ende des Jahres 1912 bestanden in Preußen 8808 Innungen und zwar 5803 freie Innungen und 3005 Zwang?,nnungen sowie 210 JmmngSausschüss«. Auf die Provinz Hessen-Nassau entfallen hiervon 110 freie Innungen und 120 Zwangsinnungen. Der Reg.-Bez. Kassel ist hieran mit 70 freien und 89 ZwangSmnungen, und der Reg.-Bez. Wiesbaden mit 40 freien und 31 Zwangsinnungen beteiligt. Jnnungsausschüsse zählt die Provinz Hessen-Nassau 8, nämlich Kussel 5 und Wiesbaden 3. Die Stadt Fulda ist hierunter mit 4 Zwangsinnungen und 1 JnnungSausschuß vertreten. Wie wir sehen steht der vorwiegend land- wirtschaftliche Bezirk Kassel oem überwiegend indu- ftrieüen Wiesbadener Bezirk bezüglich der Jnnungs- organifat'vn voraus. ES ist jedoch zu berücksichtigen»
daß im Bezirk Wiesbaden der vorzüglich organisierte | Nassauische Gewerbeverein, dem mehrere hundert Lokalgewerbevereine angehören, in Blüte steht.
rt Schöffengericht. Zwei 13 jährige Dolksschülcr, die sich am Fischkasten beim Badegarten unbefugter Weise zu schaffen gemacht und einen Fisch mit der Fischgabel verletzt hatten, erhielten einen Verweis. — Ein Mann aus S. erhält 30 Mk. Geldstrafe, weil er von dem Acker einer Domäne Zuckerrübenblätter gestohlen hatte. — Der 27 Jahre alte Arbeiter W. D. von K. erhält wegen gefährlicher Körperverletzung des Fabrikarbeiters F. H. dem Anträge des Amts- anwalts gemäß zwei Monate Gefängnis.
a Viehseuchen. Im Regierungsbezirk Kassel herrschen z. Zt. in folgenden Ortschaften Viehseuchen: Maul- und Klauenseuche: Kreis Fritzlar: Gudensberg. — Sch Weineseuche und Schwei- n e p e st. Kreis Kassel-Stadt: Kassel; Kreis Gelnhausen: Wolferborn, Mosborn, Wüstwillenroth, Waldensberg; Kreis Eschwege: Renda, Nesselröden, Wommen, Breitzbach; Kreis Hersfeld: Frielingen, Niederaula, Hersfeld; Kreis Schlüchtern: Altengronau, Oberzell; Kreis Hofgeismar: Grebenstein, Calden; Kreis Homberg: Remsfeld; Kreis Fritzlar: Haddamar, Gersmar, Gilsa, Elnrode; Kreis Grasschaft Schaumburg: Rinteln; Kreis Rotenburg: Rotenburg; Kreis Kirchhain: Amöneburg; Kreis Gersfeld: Schachen, Gersfeld, Gackenhof.
a Fleischpreise. In der zweften Hälfte des Monats Dezember ist in F u l d a der Durchschnittspreis für Rindfleisch von 1,89 Mk. auf 1,78 Mk. pro Kilogramm gefallen. Die Preise für die übrigen Fleisch- sotten haben sich auf der alten Höhe gehalten und betrugen für Kalbfleisch 1,85 Mk., für Hammelfleisch 1,76 Mk., für Schweinefleisch 2,02 Mk., für Schinken 2,60 Mk., für Speck 2,40 Mk.
= Einen lustigen Abend will das Trompeter- korpS unseres Feldartillerie-Regiments am nächsten Mittwoch anläßlich seines vierten Abonnementskonzertes seinen Freunden bieten. Herr Musikmeister Sandoro hat aus der älteren und neueren Overettenliteratur das beste auSgewäbtt und zu einem reizenden Programm zusam- mengestellt, aus dem die folgenden Nummern hier besondere Erwähnung stnden mögen: Ouvertüre zur Operette »Leichte Kavallerie- von Suppe; Selektion au8 der japan. Operette „The Geisha" von Jones; Du und Du, Walzer, von Strauß; Ouvertüre zur Operette „Orpheus in der Unterwelt" von Offenbach; Vilja-Lied von Lehar; Waldteufeleien, Melodienkranz aus Werken von Waldteufel, von Kling ; Lysistrata-Walzer von Linke; Operetten-Revue, Potpourri, von FatraS. — Das Konzert findet, wie immer, tm Saale des Bürgervereins- haui-s statt.
■jW* Neber Veranstaltungen von Kaisergeburtstagsseiern find uns schon mehrere Berichte von Vereinen zugegangen. Die Veröffentlichung der Berichte über alle die zahllosen Kaisergeburtstagsfeiern in unserm Bezirke würde den un8 zur Verfügung stehende Raum bei weitem überschreiten. Da zudem die patriotische Gesinnung unserer Bevölkerung bekannt ist und keiner weiteren Hervorhebung mehr bedarf, werden wir rote in früheren Jahren über diese Feiern nicht berichten. Wir bitten deshalb von der Zusendung weiterer Berichte absehen zu wollen.
Aus dem Nachbargebleie.
• Heinebach, 20. Jan. 1913. Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung die Anstellung eines vierten Lehrers abgelehwt, weil ein toter«
anbelangt, so stellen sich die Kosten hierfür nach den aufgestellten Plänen auf 420 000 Mk., wahrend nur 250 000 Mk. für den Bau vorgesehen waren. Es sind deshalb bereits Schritte eingeleitet worden, um dre Plane au reduzieren. Für den Fonds dos Neubaues sind m den nächsten Etat 80 000 Mk. eingestellt worden, sodaß er Ende dieses Jahres mitsamt den Zinsen 260—270000 Mk. betragen wird. Im
Fortbildungsschulwesen
sind gegen das Vorjahr keine großen Abweichungen ein» getreten. Gegen die seitens der Stadt beabsichtigte Er- Höhung des Gehaltes der Lehrer cm der gewerblichen Fortbildungsschule hat die Regierung energischen Pro- test eingelegt. Die Zahl der Schüler an der gewerblichen Fortbildungsschule beträgt 461, die an der kaufmännischen Fortbildungsschule 102, insgesamt also 563. . Nach dein neuen Gesetze hat die Stadt das Recht, auch die Arbeiter und Arbeiterinnen aus den Fabriken zur Teil- nähme am Fortbildungsunterrichte zu berufen. Betreffs dieser Frage mutz demnächst ein Beschluß herbeigeführt werden. Jedenfalls würde die Durchführung dieser Frage in bejahendem Sinne der Stadt bedeutende Kosten nuferlegen. Die Ausgaben für unser gesamtes Schulwesen zehren ohnehin unsere sämtlichen Realsteuern auf; denn während letztere nur 213 600 Mk. einbringen, Werben für das Schulwesen jetzt 227 040 Mk. ausgewendet. Nachdem bie Stadt im Jahre 1911 in bet
Armenpflege
-schlecht abgeschnitten hatte unb eine Ueberschreitung beS Etats um 4619 Mk. nachträglich bewilligt Werben mutzte, würbe bei der Aufstellung des vorjährigen Etats vorsich« foget vorgegangen. Da zudem auch im Vorjahre die Leistungen in der Armenpflege etwas zurückgegangen -find, dürften im Jahre 1912 voraussichtlich Ueberschrei- tungen nicht ftaügefunben haben. Die Zahl der Kin- bei im Waisenhause ist fortwährend im Steigen; sie betrug 95 tm Jahre 1911 unb ist im verflossenen Jahre nicht geringer geworden. Der Zuschutz der Stabt zur Armenpflege ist im neuen Etat auf 25 700 Mk. erhöht Worden. Von besonderer Wichtigkeit ist unser
Bauwesen.
Größere Bauten sind auch tat letzten Jahre nicht aus- geführt Worden. DaS Bauamt hatte sich in der Haupt- fache mit Erledigung von Baugesuchen zu beschäfttgen. Im letzten Jahre Wurden deren gegen 300 erledigt, gegen 250 tat Jahre 1911. Wegen der steigenden Anforderun- gen im Bauwesen ist die Anstellung eines Stabtbaurates geplant. Für
Stratzenreinigung
finb tat verflossenen Jahre 18 000 Mk. ausgegeben Wor- bett. Bei einer Uebernahme der Reinigung auf die Stadt Entsteht die Frage, ob sie gänzlich ober nur zum Teil übernommen werden soll. Die Reinigung der gepflasterten Fahrbahn an sich Würbe einschlietzlich bei Kosten füt bie Beschaffung bei Maschinen bei zweimaliger Reinigung wöchentlich etwa 10 000 Mk., unb mit Einschließung bet ungepflasterten Straßen 16 000 Mk. erfordern. Die Kosten einer Reinigung durch Arbeiter ohne Maschinen würden sich' wesentlich höher belaufen unb etwa 44 000 Mk. betragen bei zweimaliger Steint- gung in bei Woche. Die Neupflasterung unb Anlegung von Bürgersteigen hat Weiter gute Fortschritte gemacht. Im Berichtsjahre stab 10 Festsetzungen von Fluchtlinien, planen erfolgt. Mehrere Fluchtlinienpläne mußten zurückgestellt Werben, Weil bie Eisenbahnver. Waltang bezüglich ihres Bauprogramms noch keinen enb. gültigen Beschluß gefaßt hatte. Inzwischen sind deren Vorarbeiten soweit gediehen, baß füt den 1. April mit bem Beginn bes Neubaues gerechnet wird. In der AuS- arbeitung besSubmissionswesens ist ein großer Schritt vorwärts getan worden. Es konnte für biefe Angelegenheit bereits eine Kommission eingesetzt werben. Im allgemeinen hat sich unsere
Kanalisationsanlage
gut bewährt, obwohl sich einige Mängel eingestellt hab-n, deren größter in der Kanalisation der Borgiasstraße liegt. Die dortige Anlage ist zu klein unb falsch gelegt worben. Wer hier die Schuld trägt, wirb bie eingelei- iete Untersuchung ergeben. Was unsere
Kläranlage
betrifft, so arbeitet sie sehr gut. Dir ständigen Unter- suchungen bes Wassers durch einen Chemiker haben ergeben, daß bas Wasser vollständig rein ist. Betreffs bet Kanalisationsbeiträge ist bekannt, baß bte Stadt- Verwaltung in ihrem Prozesse in dieser Angelegenheit Segen die verschiedenen Parteien unterlegen ist unb daß sämtliche Beschlüsse bes Stadtverordnetenkollegiurns in btefet Sache vom Oberverwaltungsgericht für ungültig Earl worben finb. Es ist lange hin unb her beraten worden, um einen einigermaßen günstigen Ausweg aus bieten unerquicklichen Verhältnifsen zu ftaben. Air Magistrat ist schließlich zu dem Entschluß gekommen, von der Erhebung von Beiträgen gänzlich abzusehen
Um* (IWa und Ama-bima.
• Dermbach, 20. Jan. 1913. Für den znm Bürgermeister-Stellvertreter gewählten Herrn Fischer, welcher dem Gemeinderat aitgclyktc, findet eine Ersatzwahl am 31. Januar statt.
gt. Zella, 19. Jan. 11,13. Tcr utige Sonntag brachte un8 die Einweihung der ncim bauten Orgel. Das alte Werk, dessen Orgelgehäuse von der ersten
Prozent bedeuten. DaS
Wasserwerk
bat sich in ruhiger Weise weiter entwickelt. Immerhin brachte der Ausbau des 2. Rohrstranges trnd; einige Schwierigkeiten. Jedoch ist seine im Laufe des Jahres erfolgte Fertigstellung von Bedeutung, da nunmehr für alle Fälle reichlich Wasser vorhanden ist. Dw Kosten für den Rohrstrang belaufen sich aus 317 470 Mk. Auf die Dauer läßt es sich nicht vermeiden, einen neuen Bebälter für Hochdruckwasser zu bauen. Im vorigen Jahre hat eine Revision des
Gaswerkes
stattgefunden, deren Resultat dahin zusammengefaßt wurde, daß die am Gaswerk bestehenden Verhaltnti;e sich in gesunden Bahnen bewegen unb eine gute SSetter« entwicklung gewährleisten. In ben letzten 9 Monaten Würben 1039 000 Kubikmeter Gas verbraucht, gegen 998000 im ganzen Jahre vorher. Auch bie Einnahmen aus dem Verkauf- von Koks und Teer sind gestiegen. Zur Straßenbeleuchtung bienten 681 Laternen Die Gasautomaten haben sich gut eingeführt. Es sind deren 191 mit 955 Flammen im Betrieb. Die Anzahl der GaZmotore (73 mit 269 Pferdekräften) ist gegen ba? Jahr 1911 stehen geblieben unb Wird voraussichtlich wegen der Einführung der Elektrizität in die Kraftbetriebe zurückgehen. Die größte TageSabgabe war am 21. Dezember mit 6480 Kubikmeter zu verzeichnen. Wa» das Verhältnis beS Gaswerks zum
Elektrizitätswerk
angeht, so wirb vielfach befürchtet, baß ersteres von bie- fern verdrängt werden könnte. Diese Auffassung ist je- doch unbegründet, dafür bürgt die Statistik der Gas- abnahme in der letzten Zeit. Erfreulicherweise hat bte Kommission bie Gaspreise für dieses Jahr etwas herab- gesetzt. Tas Elektrizitätswerk selbst scheint sich gut zu entwickeln. In den beiden letzten Monaten konnte es schon einen Teil der Bruttoeinnahmen an die ©tabt abliefern. Es steht somit zu erwarten, baß der Stadt auch hierin eine gute Einnahmequelle erwachst. Das Gelb soll in einem Fonbs für unvorhergesehene Wunsche betreffs deS Elektrizitätswerkes angelegt werben. Die Aktion betreffs Einkaufs bes
fremd en F leifch es
hat wenig gut abgeschnitten. Anbere Stabte, bie sich ber Sache gleichfalls angenommen hatten, gaben ben Einkauf von Fleisch in letzter Zeit vielfach wieder auf. Es ist zu hoffen, daß im Laufe des Frühjahrs eine Ver- Billigung des Fleisches eintritt. Die Einführung des Fischverkaufs dürfte auch preismildernd gewirkt haben. Das Solleinkommen der direkten
Gemeindesteuern
hat sich im Laufe ber letzten Jahre beträchtlich erhöht. Die Einkommensteuer brachte im Jahre 1912 bank der guten Konjunktur 268 274 Mk., die Grund- unb Gebäudesteuer 139 631 Mark, die Gewerbesteuer 71400 Mark, bie gesamten direkten Steuern 488 482 Mk Die Grundstücke der Stabt haben einen gemeinen Wert von 65 Millionen Mk. Die Branntweinsteuer geht etwas zurück, sie ergibt nur 12—13 000 Mk. Die Abgaben von Obstwein unb Essig find etwas, diejenigen von Bier stark in die Höhe gegangen; letztere betrugen 16 143 Mk. Die Umsatzsteuern stellen eine unsichere Einnahme bar, sie brachten nur etwa 16 000 Mk. Einen besonberS guten Griff hat man mit ber Einführung der Luftbarkeitssteuer getan; sie erzielte 7988 Mk., gegen 2—3000 Mk. in früheren Jahren; darin find allerdings miteinberechnet bte Abgaben aus ben Kinematographen» theatern unb von Konzerten in Restaurants. Die Hunde, steuer brachte 4500 Mk., bie Wertzuwachssteuer 4704 Mk., Von letzterer verblieben der Stabt nach ben Abzügen für Staat unb Kreis mir 646 Mk. Die
Fonds
geben ein sehr erfreuliches Bild. Sie find tat letzten Jahre gewaltig angetvachfen. Von 823 950 Mk. im Jahre 1906 stiegen sie auf 803 000 Mk. tm vorigen Jahre. Der Vermögensstand ber Stabt ist von 15 543 000 Mk. auf 15 892 000 Mk. gewachlen, sodaß nach Abzug der Schulden von 9 878 758 Mk. ein Reinvermögen von 6 013 242 Mk. verbleibt. Der nächste Etat ist als ein günstiger zu bezeichnen. Steuererhöhung en brauchen nicht einzutreten, obwohl bedeutend größere Summen eingesetzt worden sind. Unter anderen soll auch ein Fonds bis zu 10 000 Mk. für den BonifatiuS- platz geschaffen Werben. Zwecks enbgültiger Lösung ber Domplatzfrage soll bte Ausschreibung beS Eigentumsrechts erfolgen. Der Fiskus hat zugesagt, baß er keinen Einspruch erheben werde. Mit der Regelung dieser An» gelgenheit käme auch die Frage der Instandsetzung deS Platzes ins Rollen, bte jebenfallS auch große Kosten verursachen Wirb. Außerdem find im neuen Etat 80 000 Mk. für Pflasterung vorgesehen. Als
Aufgaben der Zukunft
Werden wir energisch den Bau der kath. Volksschule tat Auge behalten und den Ausbau des SchulneubaufonbS, ferner die Errichtung eines VolkSbabes, beffen Fonds sich jetzt auf 62 380 Mk. stellt unb Ende 1913 auf 70 000 Mk. angewachsen sein wirb. Freilich reicht biefe Summe noch nicht aus. Jedoch ist die Errichtung von Wannen- unb Brausebädern möglich, an ein Schwimmbassin ist noch nicht zu denken. Daneben ist eine Anzahl von kleineren Ausgaben zu erledigen. Hoffentlich wird ein gutes Einvernehmen zwischen Magistrat unb Stadtverordneten bie Arbeiten fördern und zu einem glücklichen Ziele führen.
Die reichhaltige Jahresrückschau Wurde von ben Stadtverordneten mit Bravorufen ausgenommen. Der
I unb bte Kosten durch Erhebung von Gebühren zu decken. Falls sie durch Steuern aufgebracht Werben sollten, würde das eine Erhöhung des Steuersatzes um 30—40
2. Blatt.
vruck 6er Mbaer Actievdrnüerei in Selbe- V f -