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Suldaer Zeitung

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Illustrierte Sonnfagszeifung

Zuldaer Seschichtsblätler

~ Ziebungsilften 6er preußisch-süddeutschen Klaffen-Lotterie. — tzalbjährllch i'aschenfahrplan.

erschein» »glich mit Ausnahme der Sonn- und Jeiertoge. viertel­jährlicher Bezugspreis ohne Bnngeklohn und Bestellgeld in Zulda sowie auswärts 1.50 mark. —» Rolationsörudt und Verlag der s z Zuldaer flctienbrudterei in Zuldo. Zernsprecher Nr. s. z z

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Nr. 5

Erstes Blatt.

Mittwoch Öen S. Januar 191Z.

40. Zahrgang.

hler aber auf dis Wünsche des katholischen Volkes Rücksicht nehmen, di- das Gute haben, de-.- Gerechtia- keit zu entsprechen. Di--' l System wird charakteri­siert durch die Fälle Hi. ein, Stadtler und Baier. Treses System wird zurückgewiesen werden bei den Etatsdebatten im Landtag. In Bezug auf die Be­soldungsvorlagen geht die Fraktion nicht ab von chren Beschlüssen in der .Kommission. Auch was die Geistlichenbesoldüng anbelangt, wird die Fraktion von rhrer Forderung nach Parität nicht ablassen.

Trustwerke zu besuchen, und es wurde ihnen dann zur Mschreckung das „Trauerzimmer" gezeigt. Zur Bekämpfung von Konkurrenzen war ein besonderer, reitb dotierte Fonds vorhanden. Neue Patente wurden svstematisch angefochten und niederpro­zessiert.

♦* Soldatenmeutereien in China. Infolge von Unregelmäßigkeiten bei der Auszahlung des Soldes kam es in Tschifu zu schweren Ausschreitungen der Soldaten, die in den Strafen schossen. Zweiund- dreißig Leute wurden getötet und General Hin schwer verwundet. Mehrere chinesische Barken wurden gevlündert und einige Häuser in Brand gesteckt.

Aus dem Nachbarqebiete.

Das vierzehnte Opfer.

* Hanau, 7. Jan. 1913 Heute ist wieder einer von den tnphuskranken Solvaten vom 1. Bataillon acs Eisenbahn »Re nments gestorben, der Pionier Schellbaas aus Burgwlms, Kreis Wetzlar. Es ist das 11. Opfer, das Vie Epidemie beim Regiment bis jetzt gefordert hat. Dazu kommen noch 3 verstorbene Reservisten.

0 Pilgerzell, 7. Jan. 1913. Am Abende der Treikömgslages fand hier eine Weihnachtsfeie.r des Kriegervereins, verbunden mit einer Verlosung, statt. Außer den Vereinsmttqliedern waren zahlreiche Gäste erschienen, so daß das letzte Plätzchen des Saales besetzt war. Der Vorsitzende, Herr Rübei» begrüßte die Gäste und Kameraden und brachte das Kaiserhoch aus. Sinnreiche Deklamaiionen we-yselten mit Liedern und Musikvorträgen. — In einer ordent« ltchen Sitzung, die der Feier voranging, wurde die Kaisergeburtslagsfeier aur den 26. Januar icftgetegt. Sodann erfolgte die Aufnahme von 29 neuen Mit« gliedern.

rt Pilgerzell, 8. Januar 1913. Einem hiesigen Bürger wurden in der Nacht vom Montag zum Dienstag sämtliche Fensterschetben feines Hauses zertrümmert. Man vermutet einen Racheakt.

Aus Airche und Schule.

= Limburg, 7. Jan. 1913 Die feierliche Bei. setz»ng des Bischofs Dr. Dominikus Willi findet am 9. Januar, vormittags 10 Uhr im hohen Dome statt. Bischof Dr. Schmitt von Fulda wird die Trauerrede halten.

bulgarischen Kreisen einige Abneigung, über die Grenzfrage zu verhandeln; es wiegt die Meinung vor, daß ein bulgarischer Spezialgesandter ernannt werden sollte, um mit der rumänischen Regierung diesen Gegenstand zu diskutieren. Die Rumänen scheinen die Verhandlungen über die Grenzfrage nicht allzu hoffnungsvoll zu beurteilen.

* Eine schwierige Rechnung. Das Gehalt des französischen Präsidenten F a l l i tz r e s für den kommmten Februar bietet eine schwierige Rechnung, über die sich die Behörden gar sehr den Kopf zerbre- chcw Das Gehalt des Oberhauptes der Republik beträgt für jeden Monat 240 000 Mk., 120 000 Mk persönliches Gehalt, 60 000 Mk. für Hausbaltsko'sten und weitere 60 000 Mk. für Reise- und Repräscn- tationskosten. Am 17. Januar findet bekanntlich die Wahl eines neuen. Bräsidenten statt. Für Ja­nuar wird Fallirres ferne 240,000 Fark noch voll und ganz ausgezahlt erhalten. Aber am 17. Fch- ruar ist sein Amt abgelaufen und am 18. tritt sein Nachfolger in die neue Würde. Mit der löblichen Genauigkeit, die der französischen Regierung, wie allen Behörden eigen ist, will man ihm nicht einen Centime zuviel austablen. Er hat also nur noch von 240 000 Mk. für Februar zu erhalten Die rcstierenden n/„ der Summe erhält der neue Prä­sident. Fallitzres wird sich also mit einem Schluß­gehalt von genau 182 142 Franken 8 Centimes be­gnügen müssen, und sein Nachfolger bekommt bei Beginn seines Amtes für den Februar die Summe von 117 856 Franken 65 Centimes ausgezahlt.

♦* Der englisch-amerikanische Panamastreit. Prä­sident Taft erklärte sich dafür, daß die Frage der Pa­namakanalgebühren einem Schiedsgericht ua- terbreitet werde, aber nicht dem Haager. Wie es heißt, zieht er die Ernennung »?»•'.• ^ ,-pei-tommis- swn, die aus Amerikanern und Engländern in glei­cher Jobl bestehen würde, vor.

** Für die Ausschreitungen der amerikanischen Drustaewaltigen bietet der Prozeß, der setzt in Ein- einnati in Ohio qeaen die leitenden Männer im Re- gistrierkallentrust National Casb Register Comvg. ny' geführt wird.. interellante Beispiele. Von be- sonderem Jnterefle war bei der Beweiserhebung bis jetzt die Angabe eines früheren Angestellten,' laut welcher der Trust ein „T r a u e r z i m m e r" einge­richtet hat, in welchem die Produkte von aus dem Geschält gedrängten Konkurrenten, gehörig mit „Grabschrilten" versehen, ausgestellt waren. 'Erfin­der und Fabrikanten, die in die Reqistrierkassen- branche zu geben gedachten, wurden eingeladen, die

stattfinden, sei er ohne , amtliche Nachricht: er habe soeben wegen einer solchen deveschiert.

Ein neuer Vorschlag.

* Konstantinopel, 7. Jan. 1913. Der offiziöse „Jkdam" meldet, Sir Edward Grey habe Bulga­rien und ter Türkei eine neue Formel für die Reoe- lung des künftigen Schicksals von Adrianopel vorgeschlagen. Danach soll zwischen den beiden Staa­ten eine neutrale Zone gebildet werden, in die Adrianopel einbegriffen wird. Diese Zone soll durch Beamte eines unbeteiligten Landes verwaltet wer­den.

Ein gemeinsamer Schritt der Machte.

* Berlin, 7. Jan. 1913. Für die Friedensver­handlungen in London steht ein gemeinsamer Schritt der Mächte unmittelbar bevor, und zwar soll dieser' Schritt ungefähr gleichzeitig in Konstantinopel nnd in London erfolgen. In Konstantinopel werden die dortigen Botschafter und Gesandten der Mächte bei der türfischen Regierung in London bei den tür­kischen Delegierten vorstellig werden. Das Vorgehen der Mächte zi>elt dahin, unter allen Umständen eine Diederaufnahme der Feindseligkeiten zu verhindern. Die Schwierigkeit liegt noch immer in der Frage, was aus Adrianopel werden, soll. Bis jetzt hat der Kommandant der Festung jeden Verhandlungsver­such mit der Erklärung aba-lebnt. teft er in Meter» gabeverbandlungen nur auf ausdrücklichen und di­rekten Befehl des Sultans eintreten werde. Diesen Befehl zu geben, habe sich der Sultan bis heute energisch geweigert.

Rumänien nnd Bulgarien.

W Sofia, 7. Jan. 1913. Die „Agence Bulgare" erklärt? Die Nachricht des „Dailv Telegraph" von dem Abschluß eines Uebereinkommens zwi­schen Bulgaren gnb Rumänien, durch das Bulgarien einen Landstreifen von Olteniha an der Donau bis zum Kav Kaliakra am Schwarzen Meere an Rumä­nien abtrete und sich außerdem verpflichte, an Ru­mänien eine Entschädigung zur Deckung der militä­rischen Kosten zu zahlen, ist in allen Teilen er­funden.

* London, 13. Jan. 1913. Das Reuter-Bureau erfährt folgendes: Die Besprechungen über die Grenzberichtigung zwischen Bulgarien und Rumänien machen keine Fortschritte. Der rumä­nische Minister Jonescu hatte heute weitere Bespre­chungen mit Dr. Danew. Geaenwärtig herrscht in

* London, 7. Jan. 1913. Infolge des von den Verbündeten gewählten Ausweges, die Behandlun­gen auf unbestimmte Zeit zu suspendieren, anstatt sie abzubrechen, wird der Waffenstillstand f o r t- dauern, während auf den Abbruch der Konferenz der Beginn der Feindseligkeften nach vier Tagen zu folgen hatte. Rcfchid Pascha las zunächst seine Er­widerung auf die Forderungen der Verbündeten vor, worin es hieß, die Abtretung von Adrianopel sei „unter anderen Gründen unmöglich mit Rücksicht auf die Sicherheit von Konstantinopel und den Dar­danellen". Als der Vorsitzende Nowakovitsch dann nach kurzer privater Beratung mit seinen Bundes­freunden die Sitzung suspendiert hatte, fragten Ne- schid und Rizami Pascha, der „Times" zufolge, an, was sie unter „Susvension der Konferenzarbeit" zu belieben hätten. Nowakowitsch gab darauf die orakelhafte Antwort, dies sei buchstäblich zu verst-hen und er könne nicht mehr sagen. — Ersichtlich ist es der Wunsch beider Seiten, sich zu dem Eutgegenkom- men, von dem der Friede abhängt, von den Groß­mächten nötigen zu lassen. Auch die Kommentare der Blatter laufen darauf hinaus, daß die Haupt­rolle nunmehr den Mächten zufalle.

W London, 7. Jan. 1913. Das Reuter-Bureau erfährt in spater Abendstunde von Dr. Danew, daß feit der Siispensation der Friedensverhandlungen die Dmge keinen Schritt vorwärts gekommen seien. „Wir haben", so sagte er, „von den Türken keine Mitteilung erhalten und die Verbündeten haben ihnen keine Mitteilung zu machen. Ich hin vollständig ruhig und voller Zuversicht, daß unsere Forderungen angenom­men werden nnd daß der Friede' erhalten bleiben wird." Dr. Danew erklärte weiter, über die Konferenzen, die angeblich zwischen den türkischen und bulgarischen Kommissionären wegen Adrianohel

Kammin wurde Jnfti'rat G r u n d m a n n-T r e v- tow a. b. Rega fkons.) ohne Gegenkandidaten ge­wählt.

a Erhöhung der Zollsätze Wie die „Landesrei- Itit'ng für beide Mecklenburg" von testinformierter Stelle erfährt, bringen die vom Reichsämt des In­nern aufgenommenen Borbemitungen für die nen-n fianbefsh-rträ'fd eine rund fünfprozeittige Er­höhung ber Zollsätze.

* Der Bort-ütag her Preußischen Smiasvemokratie beschäftsote sich einnpheub mit bet Landarteiters-aae. Cs wurde eine Entschließung anaenommen, die volles Koalitionsrecht für die Landarbeiter fordert, ferner Beseitigung aller Ausnahmegesetze und der Gesindeordnung, rZch§g<>f?tzlicte Regelung des Lond- arbeiterr-chtes usw. Darauf folgte die Wabl- cechtsdebatte, zu der außer dem Anträge ber Lan­deskommission noch mehrere andere Anträge Vorlagen bis ai'f eine mehr oder minder kräftige Unterstützung fortfchrtttlicher Kandidaten obzielten. LaydtaaSabg Hirsch betonte, die Wahlparole ber Sozialdemokratie könne nur lauten: Gegen alle offnen und verkappten Anhänger des Dreiklaffen-Wablsystems. Zu den ver- ^vpten Anhänger dieses Svstems zählte Redner alle bürgerlichen Parteien unb bis zu einem gewifien Grade auch bte Fortschrittler.

+ Die Novelle mm Refchsbeamtenaefetz, durch bw das Wiederaufnahmeverfahren ermöglicht werden soll, ist noch nicht dem Bundesräte, sondern erst dem Staats..^znsterium zugegangen. Bei der Regelung - evn 2 ^elt naturgemäß auch die Entschädioung im Falltz eines erfolgreichen Wieberaufnahmeverfgh- renS emi ^Rolle. Es soll vorgesehen werben, baß für rtv»-ur '-Ambach welcher ber Beamte infolge des Di. ztvl . ^verfahrens von seiner Stellung enthoben eines zur Disposition gestellten Be- gebracht werden. Auch sind Hinterbliebene von Beamten in Erwägung gezogen, die inzwischen gestorben sind-

und Konsumvereine. Der

kl? f bat nach Berliner Blät-

^eunbe§ Werblichen Mittelstandes über a» ä"?bezug der Beamten und ihrer S n Äton,^ehcn Mm Anlaß genom- walvtn?Grundsätze ber Eisenbahnver- bnm^hÄirtSr A Der Minister erkennt an, daß te? ÄSEIa bC,clen ®ton^unfte manches für bandel Vermittlung des Zwischen-

dem daß^? CiftnR??" andererseits nicht verbin- düttnisi^i? e ^rc wirtschaftlichen Be-

ourrntiie rn en gemessen-« st« . Konsumvereine decken, wenn der ?, burch tokert durch etliche Et7femunq ist ^oter^wenn toenTVTS55™^ ?°u2rung besteht oder werd»» ^et ?Eikrm öu Konsumvereinen befürchtet fueit bte ntcf)t auf brihafhitrHArttoTtAA

Zwecke allein gerichtet sind. Jede B e g ü n 0?. ,,,?! ber Konsumvereine od« des gemeinsamen Warentz? 5iAbUTC5 bie Tisenbahnverwaltttng ist ab« arund^ satzltch zu v er m er dem

. M Straßburg, 7. Jan. 1913. Der Dele- glertentag der elsässischen Zentrumspar- t e i trat gestern zur Beratung der Politischen Lage zusammen. Neber 100 Delegierte waren anwesend die meisten Abgeordneten des Mchstags, des Land­tags und des Bezirkstag?. Der Präsident der Par-«! tei, Landtagsabg. Dr. 'Schott, erörterte kur; bie Organisationsjragen und teilte mit, daß von den GO Landtagskreisen 49 nach dem neuen Organi­sationsstatut bereits eingerichtet seien, lieber die britische Lage referierte Landtagsabg. Martz. Er kennzeichnete sie als stark beeinflußt durch die Angst ber Regierung vor Berlin und ben Alldeutschen. Dese Furcht beherrscht auch das kirchenpolitische Ge­biet. Dis Straßburger Regierung berücksichtigt mehr da» „Dolksempfinden", welches ber Reichskanzler gegen die Jesuiten angeführt hat, als das Empfinden Ms überwieaend kathoffkchen Landes. Wir müssen

Sie M-nWe.

Die Pauie in London.

ES war nicht schön, aber schlau — das Verhakten ber Dalkanverbündeten. Nachdem sie vorige Woche förmlich und feierlich ein Ultimatum gestellt und die Türken am Montag die Hauptpunkte abgelehnt hatten, mußten sie die Drohung wahr machen und die Ver­handlungen abbrechen. Aber der Abbruch paßte ihnen nicht: sie hatten inzwischen eingesehen, daß es für sie bester sei, die Dinge in ber Schwebe zu lassen, bis Adrianopel gefallen ober sonst ent klärendes Ereignis erngetreten sei. Daher ließ man bas großartige UI- nmatum unter den Tisch gleiten und schob die neue b i e'r t1"'’01' "$'e Verhandlungen sind susp en-

Also eine Pause; man kann wieder anfangen zu verhandeln, wenn beide Teile wollen. Den neuen Kampf scheut man offenbar auf beiden Seiten

Ausland.

-. △ . französischen Jakobiner gegen Poincors.

Die Jakobiner haben eine heftige Abwehr gegen die Präsidentschaftskandidatur PoincarKs cingeleitet Eine neue Partei, bte sich „Republikanische Wiederge­burt nennt und aus Radikalen und unabhängigen Sozialisten besteht, hat eine Tagesordnung angenom- men, in der Poincarä der Vorwurf gemacht wird, daß er seine Kandidatur in einem Augenblicke erklärt hat, in dem die republikanischen Parteien gespalten sind. ES wird die Hoffnung ausgedrückt, daß sich alle republikanischen Parteien auf einen Namen einigen, der wirklich der republikanischen und (kirchenfeindlichen) Mehrheit angehört und besten Vergangenheit ohne Schwäche ihn tatsächlich zu sei­nem Amte befähigt zeigt. Es bürste nicht leicht fein, einen solchen Kandidaten im heutigen Parlament zu ftnben. Genannt werden der Senatspräsibent Du­bois und der Ackerbauminister Pams, ber mit seiner Zigarettenfabrik verschiedene Millionen verdient hat. Auch im Senate macht sich unter den radikalen Mit­gliedern eine heftige Ovvositiog aegen die Kandida­tur Poinearss bemerkbar. Auch die Anklage er strebe nach bet Diktatur, ist gegen den Ministerpräsi­denten aefchlenbert worden.

Deutsches Reich.

*♦ Berlin, 7. Jan. 1913. Anläßlich des Ge­burtstages des Prinzregenten Ludwig von Bayern war heute eine Frühstückstafel beim Kaiserpaar. — Auf Befehl des Kaisers ist das diesjährige Ordens­fest auf den 12 Januar verlegt worden. — Das dänische Königspaar trifft Ende dieser oder anfangs nächster Woche in Berlin ein, um seine An­trittsvisite am Berliner Hofe abzustatten. Don dort wird das Königspaar zum gleichen Zwecke nach Lon­don und Paris reisen.

a Ter neue Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Jagow verläßt heute Rom, um den Ber­liner Posten zu übernehmen. Er wird aber dann noch einmal dorthin zurückkehren, um in einer Ab­schiedsaudienz dem König von Italien sein Abbe- rufiingsfchreiben zu überreichen.

~ Der Reichstag nimmt heute seine Verhand­lungen wieder auf. Neben der sozialdemokratischen Interpellation über die Ausrüstung der preußischen Staatsbahnen mit ausreichendem Betriebsmaterial stehen Wablvrüfnngsfragen auf ber Tagesordnung. Die Kommission beantragt bie Gültigkeit der Wahlen des Zentrums"bg. Werr unb des nationalliberalen Abg. Schwabach. Auch über die Wahl des freikon- servattven Landrats v. H a l e m in Schwetz, der sein Mandat bereits nieberaelegf hat. wird verhandelt werden, da die Kommission heschlollen hat, „den Reichskanzler zu ersuchen, den Wahlkonnnifsar des Schwetzer Wahlfteise? auf das llngsietzliche seiner .Handlungsweise hinzuweisen". Die Rüge der Wabl- pnifnngs'ommisiion bezieht sich auf das Verhalten des Wahlkommistars, ber «toei von ben Wahlvorllän- ben für gültig erklärte Stimmen bei ber amtlichen Ermittelung des Ergebnisses der Hauviwahl für un­gültig erklär! nnd damit erreicht hat. daß dem Polm v. Saß-JgA °*i die absolute Mehrheit verloren ging und eine JÄt ahl notwendig wurde, in bet bann v. Halem MWtzs wurde.

)( Bei der * dwasersatzwahl in Greifenberg-

Bei ben Türken erst recht. Als die Balkanverbünde­ten chr voreiliges Ultimatum stellten, hatten die Tür­ken es in der Hand, durch ein klares und unbedingtes Nein ihre Gegner zu einer Wiederaufnahme des Kamp­fes zu nötigen. Sie gaben aber nach viertägiger Frist eine höfliche, verklausulierte Antwort, die ihren Geg­nern den Rückzug auf die Suspension ermöglichten. Auch nach dem gewalttätigen Vorgehen des serbischen Präsidenten hätten die Türken Anlaß genug gehabt, ihrerseits den Abbruch festzustellen. Aber sie wagen nicht einen neuen Waffentanz, sondern lassen lieber den Gegnern die Pause, die für das Schicksal Adria- nopels verhängnisvoll werden kann.

„Suspendiert" sind nur die förmlichen Sitzungen der Delegierten. Nicht suspendiert ist der Hunger in dem verlassenen Adrianopel, und erst recht sind nicht suspendiert die Verhandlungen der Botschafter und die formlosen Besprechungen der Delegierten unter einander. In den Zwischenaktspausen Wied hin­ter den Kulissen mit verstärktem Eifer gearbeitet.

Für die europäischen Zuschauer ist es beruhigend, daß von beiden Seiten die schönste Gelegenheit zum Abbruch zielbewußt verpaßt worden ist, woraus man folgern darf, daß es überhaupt nicht wieder zum Losschlagen kommen wird. Das istzgut: denn die wei­teren Kämpfe könnten immer noch „Komplikationen" herbeiführen, die das übrige Europa in Mitleidenschaft zögen. Wenn nicht , gefochten, sondern nur gefeilscht totrb, so können wir das Zusehen noch aushalten. Für das voreilige Ultimatum, das im Sande stecken geblieben ist, kann man also insofern den Balkanver- bunbeten dankbar sein, als hierdurch die allgemeine Abneigung gegen eine weitere Waffenprobe vor aller Welt klargestellt worden ist.

hl. Oberbimbach, 7. Jan. 1913. Der katholische Männer- und Arbeiterverein ber Pmrrei Oberbimbqch feierte am Sonntag fein 1. Stiftungs­fest. Es mar eigentlich ein Familienfest, was sich oem Betncher bot. Eine einleitende Ansprache des Herrn Präses weckte das Bewußtsein bet Zusammen­gehörigkeit zu einer Familie. Vereinsmitglieber boten in mustergültiger Weise das Weidnachtsstück: .Um Gelb und ®ut* ober „Die Veriöhnung am Christfest". Ter begeisterte Beifall zeigte, wie sehr die Ausführung gefiel. Zum Schluß sorgte ein lustiges Stückchen: „Der Bauer als König Herodes" für Erheiterung. Die Vorlreffttchkeit des Gebotenen und die Beilimmung ber Einnahme für die kürzlich beraubte Pfarrkirche lassen sür die demnächst'ge butte Aufführung am 12. ds. Mts. abermals stärksten Besuch erwarten.

-ü- Kirchhasel, 7. Jan. 1913. Am 28. Dezember schied Herr Pfarrer Rudolph nach mehr als 16jäh- rigen eitrigem Wirken von hier, «um Zeichen ber Dankbarkeit für feine großen Verdienste um die Plarrei überreichte ihm die hiesige Gemeinde zu feinem Abschied einen prächtigen Sessel unb eine zchöne Statue des guten Hirten. Am 30. Dezember hielt lobonn umer neuer Herr Pfarrer Hannig seinen Ein- zug m die Psarrei unb wurde am 1. Januar durch Herrn Psarrer Herzig von Rasbors eingekührt.

„/" Rönshausen, 7. Jan. 1913. Gestern fand in ber Wirtschaft Herbert die erste Generalversammlung des kath. Arbeitervereins statt. Herr Schmitt erstattete den Bericht über den Delegierten- tag in Fulda. Bei ber Vorstandswahl wurden keine Neuerungen vorgenommen. Herr Lehrer Gramm wurde' in anbetracht seiner langjährigen Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zmn Schluß verbrettete sich Herr Schäfer aus Eichenzell in einem Vortrag über die Notwendigkeit der christ­lichen Gewerkschaften. Er ging mit den freien Ver­bänden scharf ins Gericht und verurteilte nicht we­niger die gelben Werkvereine.

* Gersfeld, 7. Jan. 1913. In ber Zeit vom 1. bis 5. Februar wird der Skiklub Mainz dahier einen Skikursus abhalten. Dazu werden sich auch viele Ntitglieder anderer, dem mitteldeutschen Ski- verband angehörender Wintersportvereine einftnden. Bei einigermaßen günstigen Schneeverhältnissen, die wir hoffentlich zu Fastnacht haben werden, wird zu dieser Zeit in Gersfeld ein reger Verkehr herrschen. Das Gelände in der kuppenreichen Rhön ist sowohl für Anfänger wie für Meister im Skilauf bestens ge­eignet. Direkt an die Ortschaften schließt sich das abwechslungsreiche Sfigelände an, Rodelbahnen und Eislaufbahn geben dem Naturfreund Gelegenheit, sich im Freien nach Herzenslust zu tummeln und die Er­habenheit des Winters in unserer Rhön kennen zu lernen. — Während der beiden Feiertage lSonntag und Montagi sah man viele Fremde die Rhön durch­wandern. Besonderen Zuspruch hatte naturgemäß wieder der Kreuzberg mit seinen gastlichen Unter« kiinftsräumen.

* Mellrichstadt v. Rhön, 7. Jan. 1913. In jüng­ster Zeit wird auch wieder an der Durchführung der Flurbereinigung gearbeitet. Durch eine Ein­gabe an das kgl. Bezirksamt sollen bie Verhandlungen angebahnt werden und nunmehr festen Fuß fassen. Die Stadtverwaltung bat in einer Sitzung einstimmig dem Gesuch beigestimmt. Gerade. bei unser unge­heuer großen Flurgemarkung und ber intensiven Land­wirtschaft ist die starke Aufstückelüng der Grundbesitze sehr störend für den Betrieb und wäre eine Zusam­menlegung, als der Hauptzweck ber. Flurbereinigung, von unsagbarem Nutzen. In Bayern sind zudem die Kosten nicht zu hoch, nachdem die Geometerarbeiten aus staatlichen ^onds beftritten werden.