3. Natt.
Druck der $n!6aet Xctiroftnidetti fe
>$* Fuldaer Leitung.
M 5.
Samstag 4. Januar MS.
ereilten Tisch zu machen suchen, so wäre das der lg vom Ende der Partei. Schon beim letzten Delegiertentag hat sich gezeigt, daß sich die altnationalliberalen Elemente nicht in ihre „Mauselöcher" — tote Ludewig sich ausdrückt — jagen lassen. Diese Gruppe ist zu mächtig, nicht an Zahl, sondern an An. sehen und durch den vollen Geldsack, über den sie verfügt. Drängt man diese Leute au» der Partei heran», so ist die Spaltung totsicher. Schuld an diesen Ser» hältnifsen ist allerdings Basiermann selbst, der das Parieischifflein immer mehr nach link» gesteuert hat.
Reklamen* und AnzelgenteN.
Vernunft und Gesichtspflege
Bon einet Sachverständigen.
Sogar bei bet Suche nach Schönheit ist die Wissen» schäft bemüht, Grundsätze der Vernunft zu verbreiten. Anstatt die Poren ihrer Haut mit kosmetischen Salben zu verstopfen, wendet die kluge Frau von heute die „AbsorbierungS-Methode" an. Daß heißt, sie entfernt durch einen vorsichtigen Absorbierungs-Prozeß den unreinen, verwelkten Teint, den die Statur au» irgendeinem Grunde nicht mehr erneuert, wie biet bei einer jugendlichen, gesunden Gefichtshaut geschieht. Jede Frau ist im Besitze emeS lieblichen Teint» unter der unreinen, blaffen Oberschicht.
Um diese erstickende Hülle häßlichen Teint» zu entfernen, gebrauchen moderne Frauen einfach ein wenig halbstarkes Cleminit in derselben Weise wie Goldcream. Dieses Mittel scheint den erschlafften äußeren Teint in wenigen Tagen in mikroskopisch kleine Teile aufzu lösen und bann zu absorbieren, wodurch der junge, schöne Teint, bet sich darunter befindet, zum Vorschein kommt.
Wenn Sie diese Erfahrung an sich selbst machen wollen, genügt eS, daß Eie von Ihrem Apotheker ungefähr füufunddreißig Gramm Halbstarke» Cleminit kaufen und es des NachtS wie Goldcream auflegen. ES rotrtt durchaus nicht unangenehm, und die Verbesserungen, die es gewöhnlich hervortust, müffen da» Hetz jeder Frau erfreuen. 13257
. Vochen-Kun-schau.
[:] Fulda, 3. Januar ISIS.
DK Kunde von dem Ableben des Staatssekretär» £. Kiderlen Waechter kam allen unertoartet Noch bi» zum Weihnachtsfest ist Kiderlen Waechter rastlos tätig getoesen und als er zu kurzer Erholung Berlin verließ, dachte niemand daran, daß er so ur« Ö vom Leben Abschied nehmen würde. Kiderlen ir starb an einem Herzschlag. 2y2 Jahre lang tat er das Amt des Staatssekretärs des Auswärtigen geführt, eine kurze zwar, aber bedeutungsvolle Zeit- flxinne. lieber die Leistungen Kiderlen Waechters während dieser Zeit schon heute ein Urteil abzugeben, wäre verfrüht. Soviel aber läßt sich sagen: Die friedlich« Beilegung des deutsch-französischen Marokko- ftreiteS und die Orientierung der deutschen Diplomatie in den Balkanwirren werden der diplomatischen Tätigkeit des verstorbenen Staatssekretärs eine geschichtliche Bedeutung geben. Es muß ihm auch zum hohen Verdienst anM-rechnet werden, daß es ihm ge- hingen ist, bessere Beziehungen zwischen Deutschsand und England herzustellen. Bon Kiderlen Waechter findet denn auch in der Presse im allgemeinen einen recht freundlichen Nachruf. Selbst Blätter, die mit seiner Politik insbesondere während der Marokkokrisis nicht ganz einverstanden waren, können dem verstorbenen Staatssekretär ihr Lob nicht versagen. Selbst die Gegner seiner Marokkopolitik geben heute zu, daß die Vorwürfe, die ihm während der Marokkokrise gemacht wurden, nicht im vollen Umfange berechtigt find, daß er eine früher verfahrene Sache übernommen und gerettet habe, was zu retten war. Es ist nicht übertrieben, wenn die halbamtl. „Nordd. Allg. Zeitung" dem Staatssekretär nachsagte: Sein vorzeitiges Scheiden hinterläßt eine tiefe Lücke und be» deutet einen schweren Verlust für Kaiser und Reich. Gerade im gegenwärtigen Moment, wo die Balkan, krise durch das Versagen der Friedenskonferenz wieder in ein akutes Stadium getreten ist, wird Deutschland den Verlust seines „Balkansachverständigen" schmerzlich empfinden. Von Kiderlen Waechter kannte die Balkanvölker aus langjähriger Erfahrung und hatte einen scharfen Blick für die Interessen des deutschen Kaufmanns. Nicht nur in Deutschland, auch bei unserem verbündeten Oesterreich hat die Nachricht von dem plötzlichen Hinscheiden des Staatssekretärs aufrichtige und schmerzlichste Teilnahme hervorgeru- ftn. Alle Blätter widmen dem Staatssekretär warm- empsundene Nachrufe, in denen sie seines kraftvollen, Nelbewußten Wirkens in der Leitung der Politik Deutschlands gedenken.
Die Nachwahl in Stolpe Lauenburg endete mit einem glänzenden Siege des konservativen Kandidaten b. Boehn und mit einer schweren Niederlage des Freisinns, der trotz seiner skruppellosen Agi- tation einen Rückgang von mehreren tausend Stimmen zu verzeichnen hat. Dix Nachwahl in Stolp- Lauenburg hat gezeigt, daß der Freisinn mit seinem Paktieren mit der Sozialdemokratie keine Geschäfte mehr machen kann.
: Die Friedensverhandlungen in London haben bisher noch kein Ergebnis erzielt. Für den allgemeinen Frieden ist es zu begrüßen, daß nun
doch di« Türken nachgeben. Sie bestehen allerdings daraus, daß Adrianopel und die Inseln des Aegäischen Meeres, von denen jetzt keine mehr in ihrem Besitz ist, da sie teil» noch aus dem Tripoliskriege her von den Italienern, teils im Balkankriege von den ®rie. chen besetzt sind, türkisch bleiben müssen. Auf Adria- nobel wird die Pforte ja Wohl auf keinen Fall der- zichten, eher schon auf einige der Inseln, bereit Bewohner doch zum großen Teile Griechen sind. Zu dem Konflikt der Balkanftaaten mit der Türkei ist jetzt noch, während die Uneinigkeit zwischen Bulgarien und Griechenland fürs erste vertagt worden ist, die Spannung zwischen Bulgarien und Rumänien gekommen. Die Regierung Königs Karols in Bukarest hat während des Krieges volle Neutralität bewahrt. Jetzt aber, wo ihre Nachbarn daran gehen, das europäische Gebiet der Türkei unter sich aufzuteilen, möchte auch Rumänien nicht leer ausgehen. Es verlangt zum mindestens SUistria an der bulga- risch-rumänischen Grenze.
Eine überraschende Krisis ist in Spanien aus- gebrochen. Dort haben der frühere Ministerpräsident Manra und mit ihm seine konservativen Parteifreunde ihre Deputiertenmandate niedergelegt, weil sie nicht mit den republikanerfreundlichen Liberalen zum Wohle ihres Vaterlandes zusammen arbeiten könnten. Dieses Vorgehen einer großen Partei kommt uns seltsam vor, denn sollten die Konservativen auf ihrer Mandatsniederlegung verharren, so dürste die Folge vielleicht eine weitere Verstärkung der Liberalen fein, die doch sicherlich nicht der Wunsch der Partei Manras fein kann. Dem bisher provisorischen, jetzt aber von König Alfons definitiv bestätigten Ministerium RomanoneS kann dieser parlamentarische Streik, bei dem bedeutenden Umfang, den et sofort angenommen hat, schwere Ungelegen- heiten bereiten.
In Frankreich rückt gegenwärfig die Präsidentenwahl mehr und Mehr in den Vordergrund des Interesses. Am 17. Januar wird der Kongreß in Versailles den neuen Präsidenten der blick wählen. Die Zahl der Präsidentschaft^ baten ist diesmal außerorbentlich groß uno es wird für die einzelnen Kandidaten vor und hinter den Kufiflen recht eifrig Propaganda gemacht. Poincars und Ribot haben ihre Kandidatur bereits in aller Form bekannt gegeben. Weiter werden als Präsident- schastskandidaten genannt bet Kammerpräsident De- schanel und der Senatspräsident Dubost. Nach allem waS man in der Pariser Presse liest, scheint Poincars die meisten Ehancen zu haben, der als französischer Ministerpräsident sich in der Tat um die französische Politik große Verdienste erworben hat. In gewissen französischen Kreisen macht sich die Ansicht breit, daß man darauf sehen müsse, einen „starken" Mann an die Spitze der Republik zu setzen, einen Mann, der nicht wie Fallitzres, sich lediglich aufs Repräsentieren verlege und man hat bereits die Frage ventiliert, inwiefern die Verfassung der Republik eine stärkere Initiative des Präsidenten erlaubt.
In Rußland ist es zu einer partiellen Minister- krisis gekommen. Der russische Premierminister Kokowzew hat während der Weihnachtsferien einen Wechsel im Innenministerium vollzogen und an die
Stelle Marakow» den früheren Gouverneur Makla- kow gesetzt. Wie verlautet, ist auch die Stellung des russischen Unterrichtsministers erschüttert.
Im fernen Osten ist die Situation nach wie vor eine recht gespannte. Rußland richtet bekanntlich schon seit Jahren seine Augen begehrend nach der Mandschurei. Darob herrscht in China begreiflicher Weise große Aufregung und man spricht viel von einem kommenden Kriege zwischen Rußland und China. Die Meldungen aus dem fernen Osten sind derartig unklar und einander widersprechend, daß es I schwer ist, sich ein klares Bild über die dortigen politischen Verhältnisse zu machen. Jedenfalls, so viel steht fest, daß auf Grund der russischen territorial« Gelüste ein Krieg nicht unwahrscheinlich ist. Vieles wird davon abhängen, auf wessen Seite sich bei diesem Jnteressenstneit Japan stellen wird.
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<p Der Anfang vom Ende.
Aus München wird uns geschrieben:
In Bayern hat die n a t i o n a l l i b e r a l e P ar- tei vollständig abgehaust. Der Linksliberalismus hat die nationalliberalen Positionen besetzt f und die Führung an sich gerissen. Man j sieht die Einflußlosigkeit der Nationalliberalen in der ■ liberalen Kammerfraktion, in der Presse und im Ser« ! einsleben. Diese Rückwärtskonzentrierung des Nationalliberalismus in Bayern zeigt sich seit geraumer Zeit auch im R e i ch e. Die Jungliberalen drän- gen nach links und die Asioziation mit den linken Parteien hat schon wesentliche Fortschritte gemacht. Während aber in Bayern die Nationalliberalen von den „Fortschrittlern" fast widerstandslos kapstulier« s ten, wehren sich die nafionalliberalen Kreise im Reiche aufs heftigste gegen die Erdrückungsversuche | seitens der Linksliberalen. So entstand der A l t - nationalliberale Reichsverband, der für den Nationalliberalismus zu retten sucht, was noch zu retten ist.
In der jämmerlichsten Sorge befindet sich natürlich Abg. Bassermann, der nationalliberale Führer utt Reiche. Er hat weder den Mut noch die Kraft, den Auflösungsprozeß seiner Partei aufzu« halten. Eines der angesehensten Mitglieder der norddeutschen nationalliberalen Partei, Geh. Justizrat L u d e w i g, beschuldigt ihn offen der Unfähigkeit.
Baffermann fei nicht mehr in der Sage, schreibt ' Ludewig, in einem für die ,Nail. Rundschau' bestimmten Artikel, die Innere Entwicklung der Partei zu beherrschen. Ludewig vermißt die sichere Führung der Partei, er verwirft die Pendeltaktik Baffermanns,' der immer zu der» mi'teln sucht und sich zu keiner festen Haltung aufzu« raffen vermag. Ludewig ist der Meinung, daß der letzte Parteitag den Allnalionalliberaien Reichsverband nicht hätte aufkommen lassen sollen. Er steht die Baffer- mannsche Führung zwischen den bekannten zwei Stühlen i und bemerkt, daß das ewige Verkleistern der inneren $ Parkeigegensätze aus die Dauer nicht gehen wird.
i Das ist auch nufere Meinung. Allein in gerechter Würdigung der Verhältnisse muß gesagt werden, daß Baffermanns Stellung außerordentlich schwierig ist. Würde ein ttationaltiberaler Parteitag, wie Ludewig vorschlägt, zwischen den beiden Richtungen ent-
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tt Etwas über Russe.
(Nachdruck verboten.)
_ Die in den verschiedenen Nußarten enthaltenen Nährstoffe sind in ihrer chemischen Zusammensetzung, in ihrem Nährwert und ihrer Nutzanwendung für den Körper dem Fleisch fast völlig gleich. Zum Beispiel entspricht die Zusammensetzung des fetten Specks nahezu derjenigen der Mandel. Also wenn bleichen, abg^ehrten Personen verordnet wird, recht viel Speck z>r essen, so sollten sie besser recht viel Mandeln gemeßen, in welchen anstatt freien Fettes sich solches in einem Zustand der natürlichen Emulsion befindet, das sofort verdaut werden kann, ohne daß man be- fütt^ten muß, die Verdauung irgendeiner anderen Speise zu hindern.
Sämtliche Nußarten sind auch an Eiweihgehalt «ich,- sodaß im Durchschnitt ein Pfund Nüsse aerobe so viel enthält, wie ein Pfund mageres Ochsenfleisch. Hinzu kommt noch eine beträchtliche Menge anderer im Fleische nicht enthaltener Bestand- teile. Kürzlich veröffentlichte Dr. med. Kellogg eine chemische Analyse über die Nüsse, wonach die Haselnuß 89 Prozent, die Wallnuß 88 Prozent, die süße 'Mandel 87 Prozent, die Kokosnuß 51 Prozent Nah- [tungsftoff für den Menschen enthält, während das :hefte Rindfleisch nur 29 Prozent enthalte, und er hebt hervor, daß in der Nuß alle Bestandteile enthalten sind, die zum Aufbau und zur Erhaltung unse- «» Körpers erforderlich seien.
Bon allen Nährstoffen ist neben Eiweiß bekanntlich das Fett der wichtigste. Wir können bedeutend bester ohne Stärke als ohne Fett leben, da eben das Fett die Stärke vollkommen ersetzt, während letztere daS Fett nicht völlig ersetzen kann. Die vegetarische Diät ist im allgemeinen zu arm an Fett. In den Nüssen wird nun der vollkommene Ersatz für alle Arien Fett geboten. Eine Ernährung von Obst, Körnerfrüchten und Nüssen bildet eine vollkommene Diät. Tie Nüsse besitzen ferner den Vorteil, die Darmtätigkeit anzuregen. Weiter regen auch alle Arten Nußfett die Leber an und fördern den Verdauungsprozeß, Personen, die an trockener Haut, Sib» magerung und zehrenden Krankheiten leiden, finden, -daß sich ihr Zustand bei Annahme der Nußdiat sehr schnell beffert. Diabetiker (Zuckerkranke), Leute, die an Brightscher Nierenkrankbeit leiden, Nervenlei- dcnde, Leute, die Fleisch und Blut nötig haben, die zehrende Krankheiten durchgemacht haben, Schwind- süchttge — alle werden große Hilfe durch den regelmäßigen Genuß von Nüffen und Nußnahrungsmit- teln finden.
Der Haupteintoand, der gegen den Genuß von Nüssen erhoben wird, ist die Schwierigkeit beim Kauen, um sie dadurch richtig für die Verdauung vorzubereiten. Nur infolge dieses Umstandes gelang es nicht, den hohen Nährwert der Nüsse rn genügendem Maße auszunutzen. Es dauerte recht lange, bis man ihre richtige Zubereitung in leichtverdauücher Weise entdeckte. Heutzutage gibt es nun iuutznah- rungsmittel, die dem Fleisch so ähnlich sind, tote man nur wünschen kann. Manchem sind sie infolge der ihnen eigenen Feinheit und Reinheit ein Hochgenuß.
Uebrigens dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß die Zunft der Nahrungsmittelverfälscher selbst ein so natürliches Nahrungsmittel wie die Ätuß nicht verschont hat. Vne sehr interessante Feststellung ist in dieser Hinsicht vom Nahrungsmittelunterfuchungs- amt der Stadt Berlin bei der Untersuchung von Walnüsse gemacht worden. Es wurde ermittelt, daß große Mengen der im Handel befindlichen Walnüsse vorjähriger Ernte stark gewäffert sind. Der Wassergehalt betrug 35—50 v. H., während unge- wösserie Walnüsse des vorigen Jahres nur etwa 10 v. H. Wasser besitzen. Der Grund zu dieser Fälschung liegt auf der Hand: da die Walnüsse nach Gewicht verkauft werden, so soll das Gewicht durch den Wasserzusatz erhöht werden. Beim Kauf eines einzelnen Pfundes Nüsse ist diese Gewichtserhöhung wenig merkbar; es handelt sich für den Käufer nur um einen Unterschied weniger Nüsse. Der Verkäufer jedoch hat durch die Wässerung beim Verkauf eines Zentners Nüsse einen ganz erheblichen Gewinn. Da aber gewässerte Nüffe vorzeitig in Fäulnis übergehen, so ist beim Einkauf von Walnüssen die größte Vorsicht geboten. Ungewässerte Nüsse haben eine klare trockene Schale, gewässerte Nüffe dagegen eine dunkle Schale, besonders in den Vertiefungen und Riffen. Tie Schalenhälften haften bei diesen Nüssen nur lose aufeinander, der Kern ist weich und meist in Schimmel gebettet; er hat einen muffigen öl- artiaen Geschmack und erregt Uebelkeit und Magen- heschtoerden.
Ak. Wmterivandermrgen.
„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt;
Dem will er seine Wunder weisen In Berg und Wald und Strom und Feld."
So singt unser Dichter Eichendorff über das Wandern. Wandern, welch köstliches Vergnügen! Welche Labung für Geist und Körper! Im Frühling, Sommer und Herbst, da geht es hinaus in GotteS herrliche Natur, aber wenn der Frost über das Land zieht und der Winter seinen Einzug hält, dann wollen die Wenigsten von' einem Wandern im Freien etwas toiffen. Indessen auch zur Winterszeit • soll unsre Jugend mcht hinter dem Ofen hocken. Hinaus in» Freie! Auf den Eisplatz und an schönen, klaren Dinteriagen hinaus in den Wald ober bis in eins der nächsten Dörfer. Beim tüchtigen Wandern wird's einem warm. Hei, wird das die Backen rot machen und was für gesunden Appetit bringt man von einem solchen Spaziergang mit nach Haus. An ein Erkälten ist bei einer Winterwand'erung nicht zu denken, wenn man toarm angezogen ist, nicht übermäßig verpackt, und fleißig marschiert. 'Stets hierbei durch die Nase atmen, nicht durch den offenen Mund. Men Kindern, die viel in der Schule beschäftigt sind, sind solche Winterspaziergänge nicht genug zu empfehlen. Die Zungen atmen gierig die reine frische Luft ein und wie frisch und neu gestärkt wird sich ein jedes Kind nach einer Wanderung zur Winterszeit fühlen. Was hat uns hierbei die Natur nicht alles Schönes zu erzählen. Dort der stille Weiher von dunklen Tannen umrahmt, da die eng beieinander stehenden Häuschen des Walddörfchens, aus deren Schornsteinen heller Rauch in vielfachen Windungen zum Himmel emporsteigt und voc uns die im Sonnenschein wie mit Tausenden von Diamanten übersät erschei- ncnbe. in leuchtendes Weiß getauchte Landstraße
Wie schön ist es doch auch im Winter im Freien. Die im Frost erstarrten Bäume des Waldes erschließen uns eine förmliche Wunderwelt. Man muß nur Augen haben, um all die Schönheiten, zu sehen. Ihr Eltern, nehmt eure Kinder bei der Hand und wandert mit ihnen auch im Winter durch Gottes herrliche Natur. Das so leicht empfängliche Kinderherz wird jubeln über des Winters Pracht. Aber noch .eine besondere Belohnung bringt euch dieses Winterwandern. Es schafft euch kräftige, gesunde Kinder. Ein Lohn, der nicht hoch genug zu schätzen ist.
äZ Das Stinken der Automobile.
Eine unangenehme Beigabe des Automobils, die sich zwar weniger für den Benutzer als für die unbeteiligten Straßenpassanten bemerkbar macht, bilden die vorwiegend aus unvollständig verbrannten Kohlenstoffverbindungen bestehenden Auspuffgase der Antriebsmotoren
Da die Brennstoffe als reine Kohlenwafferstoff- verbindungen bei genügender Sauerstoffzufuhr vollständig zu Kohlensäure und Wafferdampf verbrennen, die absolut geruchlos sind, so muß in den Motorzylindern eine unvollständige Verbrennung erfolgen. Das trifft auch tatsächlich zu. Die unverbrannten Brennstoffreste gehen entweder nur verdampft mit dem ihnen anhaftenden Ursprungsgeruch oder durch die Hitze und den Druck der Erplosionsvorgänge in Kohlenstoff umgetoanbelt als Rauch ins Freie, in beiden Fällen das Publikum belästigend. Dadurch wird aber nicht nur eine Verschlechterung der Luft, sondern auch eine Verschwendung von Brennstoff und somit eine Verteuerung des Betriebes bedingt, sodäß es sich wohl lohnt, den Gründen hierfür nachzuforschen.
Diese können zweifacher Natur fein und einmal dem Brennstoff und zum anderen dem Motor zur Last fallen. • Der erstere Fall, der die Verwendung minbertoertiger unreiner Brennstoffe voraussetzt, trifft wohl nur selten zu. Ist boch wohl jedem Automobilbesitzer aus Erfahrung bekannt, daß die besten Brennstoffe für Automobile auch die billigsten sind, und zwar fowohl bezüglich der Kosten derselben Pro Kilometer Fahrt, als auch betreffs der Leistungsfähigkest und Unterhaltung der Maschine. Zumeist liegt der zweite Fall vor und dann ist gewöhnlich in dem Vergaser und Mischer der schuldige Teil zu suchen. Diese äußerst wichtigen Telle der Maschine müssen so eingerichtet fein, baß sie ihre Ausgabe bei jeher Fohrgeschwinbigkeit voll und ganz erfüllen. Daran fehlt es aber vielfach und es bebürfen daher diese Einrichtungen noch einer weiteren Ausbildung und Vervollkommnung.
Ein anderer Veranlasser der unangenehmen Auspuffgase, dem stellenweise sogar, allerdings Wohl mit Unrecht, die alleinige Schuld zugeschoben wird, ist die Zylinderschmierung der Maschine. Was die Schmieröle anbelangt, so muß bei diesen vor allem an dem Grundsatz festgehalten werden, daß das das Beste gerade gut genug und im Erfolg auch das Billigste ist. Schwere und dickflüssige, sowie alle dunklen, schon durch ihre Farbe vielfach die Anwesenheit fremder Bestaubtelle berratenben Oele find zu vermeiden, ebenso solche mit hohem Entflammungsvunkt, da sie gewöhnlich feste Rückstände im Zylinder bilden. Derartige Schmieröle liefern bei ihrer Verbrennung die bekannten bläuweißlichen Dämpfe. Mer auch das beit» ^bmiermaterial ist nicht imstande, die Rauch-
i bilbung zu verhindern, wenn es nicht in der richtigen Weise und in angePaßtenMengen zugeführt wenn also die Schmierung selbst unsachlich vorgenommen toirbi ' Die letztere erfolgt denn auch heute vorwiegend durch \ automatisch arbeitenden Apparate, die das Oel zu- bringen, und zwar sowohl an den richttgen Stellen toi« auch in dem Gang der Maschine angepahten Mengen^
«Wertet.
— Bauernregel« vom Monat Januar. Ist der Ick» niiar gesund und lind, Lenz und Sommer fruchtbar find. — Ist der Jänner von Anfang bis zu Ende gut, so hat das ganze Jahr guten Mut. — Fe frostiger der Januar, je freudiger das ganze Jahr.— Januar muß krachen, soll der Frühling lachen. — Wenn Gras wächst im Januar, wächst es schlecht das ganze Jahr. — Sind di« ■ Flüsse klein, gibt es guten Wein. — Neujahr Snacht, still und klar, deutet auf ein gutes Jahr. — Januar mutz vor Kälte knacken, wenn di« (Ernte gut soll sacken. —■ Ist der Januar hell und weiß, wind der Sommer sicher i heiß. — Januar, Schnee zu Haus, dann Dauer, Halle den Sack auf. — Reichlich Schnee im Januar, machet Dung fürs ganze Jahr. — Januar warm, daß Gott erbarm! — Ist der Januar warm und naß, bleibet leer Scheune und Fatz. — Tanzen im Januar bie Mucken, muß der Bauer nach dem Futter gucken. — Nebel im Januar macht ein naffeS Frühjahr. — Im Jänner viel Regen, wenig Schnee, tut Saaten, Wiesen und Bäu« j men weh.
— Soll man sich jetzt mit kaltem ober mit warmem Wasser waschen? Die kalte Jahreszeit bringt es mit sich, daß man friert und daß man sich deshalb toärntcr kleidet und seine Wohnräume heizt. Wi« aber soll s mit dem Waschen früh und abend» gehalten werden? Man schlüpft aus d-m warmen Bett, das Zimmer ist kalt, das Wafchtyaffer fft kalt, beides oft sehr falt Schroffe Temperaturwechsel haben aber bekanntlich nachteilige Einflüsse auf die Haut, anderseits fordert die naturgemäße Gesundheitspflege, daß man sich abhäriet. Um es kurz zu sagen: eine ganz allgemeine, für jedermann gültige Regel, ob man stoh kalt ober toarm waschen soll, läßt sich gar nicht aufstellen, denn die Antwort auf die Frage hängt vom Gesundhettszustand des Betreffenden im großen und ganzen ab- Blutarme Menschen besitzen wenig Eigenwärme, frieren gar zu leicht, und wenn sich diese mit kaltem Wasser waschen sollten, würden sie direkte Nachteile haben. Solche uno ähnlich kränkliche Personen werden instinktiv zu warmem Wasser greifen. Gesunden Personen hingegen wird es nicht einfallen, vom gewohnten kalten Waschwaffer Abstand zu nehmen. Sie empfinden nach kaltem Waschen eine besondere Frische, weil die Blutzirkulation mächtig angeregt Wirb. Man kann sehr wohl den Satz aufstellen, baß ein Mensch, bet bei kaltem Waschen zufammenschaueri, irgendwie krank ober boch wenigstens nicht ganz gesund ist, und umgekehrt. Kinder lieben sehr bas warme Waschen; man sollte es ihnen aber nicht angewöhnen. Die Hauptsache bleibt, bah man sich nicht einfach abtrockuet. sondern Gesicht und Hals, auch Brust und Arme kräftig frottiert, und bei strenger Kälte nicht sofort ins Freie geht. Ein derartiges Verfahren schabet überhaupt niemals. Auch kalte Abwaschungen am Abend sind außerordentlich ! vorteilhaft und schaffen einen ruhigen, gesunden ! Schlaf. Slbends kann man diese Waschungen, an die • sich jeder gewöhnen sollte, allerdings vorteilhafter in * einem gebeizten Zimmer vornehmen. gf.