MM
Ludwig Richter: Osterspaziergang
berdjen.
mußten tüchtige Frauen, Schafferinnen auf ihren Hof
Hans krabbelte sich langsam aus der Wiese auf und
Dee sotzd sich ins Hazz nie, on fchdörd minn Verschdaand Bee ichs minner Ladbich ned eimo getaanb.
als sie die aufglimmende
gesteigerter Verlegenheit,
,mein
sie der Auf-
Ja,
daß
Freude, wie Der eigene
lauter Glok- durch einem dessen
.wollen wäre keinem DK-iburschen einen
lag der
im ein
Wärme in dem schönen Mannesauge verspürte, „ Töchterchen eilte voraus und verirrte sich zu Ihnen. Ein Lächeln verschönte die Züge des Mannes.
So war der Dorf strich der Straßen waren
ihn bisher von hatte.
„Herr, wir das Ei, auf Diener werde
(Eine Ostergeschichte.
Erzählt von Josef Gutberlet.
bitten Dich, segne diese Deine Schöpfung, daß es zur heilsamen Speise für Deine und sie es in dankbarer Erinnerung an
schwingendes Glockenspiel auf dem Turm sie gerade schauen konnte. Wie ein Märchen lag es dort, im Hintergrund von einem Birkenwäldchen halbkreisförmig umschlossen.
Dieses idyllische Häuschen mit dem großen Garten kannte sie nicht. Das hatte damals noch nicht gestanden. Das war neu. Wie vom Frühling hergezaubert!
Und als sie weiterschritt, da sah sie, wie der Weg direkt in das kleine Anwesen hineinführte. So hatte sie sich in Gedanken ganz verirrt und offenbar einen privaten Seitenweg der Promenade eingeschlagen. Mit verlegenen Augen bemerkte sie, wie ihr Kindchen beim Vorauseilen bereits durch den Eingang der umgürten- ben Gartenhecke getreten war und sich gerade zu dem spielenden Knaben drinnen gesellte.
Sie wollte mit zaghaftem Schritt das Kindchen zurückholen, wurde dabei aber bemerkt von dem Besitzer des kleinen Anwesens. Er trat hinter einer Hecke hervor — eine große, schlanke Erscheinung, jugendlich aufrecht, mit beherrschenden Augen — ging auf sie zu und neigte grüßend den Kopf.
„Entschuldigen Sie", stammelte die junge Frau mit
zu Laden
tummelten.
Unter einem weißen Tuche lagen hier Ostereier und Hasen von Schokolade und Marzipan, die nun in zwei Teile geteilt wurden, fürs Schwesterchen und fürs Brü-
ihm ein Patschhändchen geben ließ.
Die Augen der Mutter glänzten vor sie die Zärtlichkeiten dieses Fremden sah. Vater hattet sie niemals so gefunden! —
Bald sieht sie wie ein Wunder aus — — dann tritt sie prangend vor das Haus und preßt im Klang der Osterglocken den Brautkranz in die hellen Locken! —
Gertrud Lemke.
Nr. 76
50MM 31 IHatj 1929.
gen Frau. Sie sah meist stumm, in Dankbarkeit und Glück!
„Ich war vorhin gerade dabei, hinter der Hecke ein Nest zu bauen für den Bub. Gut, daß Sie rechtzeitig mit der Kleinen gekommen sind! Das wird eine Freude geben!"
Groß standen die Augen auf die junge Mutter gerichtet. Sie fühlte ihr Herz eiliger schlagen.
„Wir können uns beglückwünschen zu diesem unbeabsichtigten Zusammentreffen, verehrte Frau. Kinder pflegen ost mit ihrem göttlichen unbewußten Sinn Schicksale zu leiten. — So war es auch, als ich vor drei Jahren meine Frau verlor. Sie starb wenige Tage nach der Geburt des zweiten Kindes, das ihr bald folgte."
Frau Paula fühlte sich leidverbunden mit dem schwergeprüften Mann. Ihr Blick streifte das leise ergraute Haar an seiner Schläfe, das in seltsamem Gegensatz stand zu den kräftig straffen Zügen seines Antlitzes.
Und mit den Worten die sie tauschten, wuchs das Vertrauen zueinander. Ein unsichtbares Band schlang
(Ein Mermorgen
Von Fritz K ai s e r - Ilmenau.
Nach zehn Jahren schritt sie zum erstenmal wieder die lieben, alten Wege ihrer Heimat. Ihre Züge waren ernst und trugen einen stillen Leidenszug. Nur wenn das vorantrippelnde Kindchen sie anschaute, da trat ein Lächeln in das schmale, bleiche Antlitz und ließ seine jugendliche Schönheit ganz erkennen.
Sie war eine einsame Frau trotz ihrer schönen dreißig Jahre. Ihre Eltern waren tot. Geschwister hatte sie nicht. Und ihren Mann hatte das Leben ihr genommen in seiner rücksichtslosen, grausamen Art. Der einzige Lichtblick ihres Lebens war das Kindchen. Sonst hatte ihr Herz zu schweigen gelernt, soviel Jugend es
unbewußt auch noch besaß.
Ohne so recht auf den Weg zu achten vor innerem Schauen, vernahm sie plötzlich melodische kentöne, die zart und hell wie Kinderstimmchen das morgenstille Tal zitterten. Sie sah jetzt auf anmutigen Hügel ein Landhäuschen grüßen, in
Nur einer war von Marie so eingenommen, daß er sie unbedenklich vom Fleck weg geheiratet hätte: Hans Krämer. Er wußte selbst nicht, was mit ihm vorgegangen war. Vielleicht lag es auch daran, daß Marie ihn auffallend vor den anderen bevorzugte.
Der Vorsatz, den er vor kurzem gefaßt hatte, spuckte ihm immer noch im Kopf herum. Nur, daß nicht der schlichte blonde Scheitel Gretens mehr der Gegenstand dieses Vorsatzes war, sondern ein raffiniert onbolierter
Boos roerrn ich doch froh yn dee Sorche Derbei, Bann du häddsd gefonge doos Osderei
On dädst mir gaanz offe on freindlich geschdenn: Aa mir leid der Hannes fo zärdlich im Senn!
Ach, soä mersch, bann du hidd begähnsd mir vierm Hui» Ich fälroer, ich brengs uifm Muill ned eruis.
Dröm doos nur, banns sonsd a tei Mode ned eß.
Ich mökd doch ze gärrn ball die Meinung geweß."
Darunter fetzte er fein säuberlich seinen Namen vergaß aber eine Anschrift beizufügen. Vielleicht wai er sicher, daß das Gedichtchen in die richtigen yänd« fallen mutzte, vielleicht hätte er aber auch nichts dagegen gehabt, wenn . . . Na, ja, es war doch jedenfalls seltsam, daß beim Schreiben wieder einmal der blonde Gre- telscheitel in feinem Kopf herumgespuckt hatte.
Das Zettelchen wurde mit einem' roten Bändchen umgeben und mit einigen Schokolade- und Zuckereiern in ein kleines buntes Osterei aus Pappe, das er sich vor kurzem in Fulda gekauft hatte, gepackt. Das versteckte er des Abends heimlich in Fischers großem Obstgarten, der mit einer niedrigen Hecke an die Straße grenzte, unter eine aus vier derben Pfählen und einem ungefügten Brett bestehende Bank. Die wurde fast nur von Marie benutzt, die gern unter dem breittronigen Apfelbauv ihre Romane aus der Leihbibliothek las.
*
Am nächsten Morgen hielt es Hannes nicht im Bet. Schon vor lagesgrauen schlich er zum Fischers Hof, ah er plötzlich Grete aus dem Hause treten sah. Sie wai eine Frühaufsteherm und pflegte jeden Morgen vor Bc ginn der Tagesarbeit einen kleinen Bummel durch der Garten zu machen. Sie band Karo los, der schon mit Freuden auf diesen Morgenspaziergang gewartet hatte und nun schweifwedelnd an dem jungen Mädchen hochsprang. Hannes wußte im Augenblick nichts anderes zu tun, als sich hinter die Hecke zu ducken.
Hoffentlich entdeckte ihn der Hund nicht. Der aber hatte etwas anderes für feine Aufmerksamkeit gefunden. Wir er so hin- und herrannte, nach Hundsart die
*
Dfterfamstag gekommen. Durch das Duft von felbftgebadenen Kuchen, die ganz besonders sorgfältig gereinigt, an
sie, und doch — sie heiraten zu eingefallen. Dafür hatten diese
die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christi genießen". So heißt es in einem von Papst Paul V. (1605—1621) für England, Schottland und Irland ausgefertigten Rituale. Was soll gerade das Ei in dieser Bedeutung in der Liturgie der Kirche? Was hat es ausgerechnet mit der Auferstehung Jefu zu tun? — Unser Gefühl sagt uns, daß es hier nicht ursprünglich fein kann.
In der Tat, es ist aus dem heidnischen Naturglauben von der Kirche als Sinnbild übernommen worden. Bei Worms entdeckte man im Jahre 1897 in einem Steinfarg mit Münzen aus der Zeit von 320 vor Ehr. neben einem Mädchenjkelett bemalte Eier, und derartige Eierfunde hat man dann noch häufiger in Süddeutschland wie in Skandinavien gemacht. Es war demnach eine uralte Sitte, den Toten Eier mit ins Grab zu legen. Wir finden diesen Brauch auch bei den Griechen, Römern und Etruskern wieder, bei den Indem — die die Welt aus einem Ei entstanden wähnen — und Babyloniern. Alle diese Völker kennen auch das gegenseitige Schenken bemalter, ja vergoldeter Eier. Noch heute pflegen die Perser die Sitte an ihrem Neujahrsfest, das ja auf den 21. März unserer Zeitrechnung fällt.
Was ist der Sinn dieses eigenartigen Brauchs? Wie die Osterfeuer bereits in ältester vor- christlicher Zeit aufloderten aus der Freude über die Auferstehung der Frühlingssonne, so hat dies kleine geheimnisvolle, scheinbar leblose Rund, das doch in Wirklichkeit die Hülle für stärkste Lebens- und Auferstehungskraft ist, schon früh bei den Menschen die entsprechende sinnbildliche Bedeutung bekommen: Seine starre weiße Hülle erinnert an die schneeverhüllte, frostharte j Erde, aus der im Lenz junges Leben hervorbricht, wie das Küchlein aus dem Ei. So fand das Ei als S i nn- | bild des keimenden Lebens bei der Feier / des neuer stehenden Frühlings eine selbstverständliche Verwendung: es galt dann als Zeichen des Auferstehungsglaubens schlechthin. Und glaubte man schon mit der immergrünen Lebensrute das in ihr wohnende Leben auf die damit Geschlagenen übertragen zu
nach und nach von Herz zu Herzen.
Das feine, silberne Läuten der kleinen Glocken Turm, die der Diener rührte, log darüber wie
Fuldaer Zeitung 5. Blatt
Druck der Fuldaer Aciien- druckerei, Fulda.
Schwermütige Volksweisen fangen die jungen Leute unter der Dorflinde in den lauen Frühlingsabend hin- nein. Ganz melancholisch hörte Hannes Krämer Er lag seitlich tm Grase und träumte vor sich hin. bei taute er befangen an einem frischen Grashalm, er in Gedanken abgerissen halle.
Dom Osterei und Osterhasen
Don Dr. Paul I. von L o n e.
schimmernder Segen.
Als die junge Frau mit ihrem Kinde schied, ihre feine schmale Hand etwas länger als üblich in seinen. Er bat mit Blick und Wort um ihre Wiederkehr. Ihr Handdruck schwellte an zum Gelöbnis.
Dann schritt sie den Weg zurück, den sie gekommen mar, mit einer tiefen, schönen Hoffnung im Herzen.
merken, daß sie eigentlich doch recht übel dran war. Denn in der Großstadt, was sie aber beileibe nicht ein» gestand, hatte man sie nicht für voll genommen Nicht, well sie aus dem Dors kam, sondern weil sie sich bei ihren Pensionsfreundinnen so aufdringlich anzubiedern versucht hatte. Und hier , . . Gewiß, man bewunderte sie und sagte ihr recht viel Schmeicheleien. Die Bur- schen umschwärmten
»>«! »t -lefunben Instinkt Sie
den Fenstern der Häuser hingen frische Vorhänge in blanker Sauberkeit, und in den Häusern selbst wurden die letzten Arbeiten des Osterputzes beendet.
Hans Krämer war auf eine, wie er meinte, ganz besonders kluge Idee gekommen. Er hatte sich am Palmsonntag hingesetzt und ein Gedichtchen zu schreiben versucht, das seine Liebe, die er nun einmal nicht in gesprochene Worte kleiden konnte, in geschriebenen aus- drücken sollte.
Und die Worte waren ihm auch ziemlich leicht in die Feder gestossen. Nur stand ihm dauernd, während er Reim für Reim setzte — er mochte sich wehren, wie er wollte — das Bild der Grete vor Augen. Und er hatte die Verse doch für Marie bestimmt.
Er las feinen Herzenserguß, den er ja nicht gerade für sehr schön, aber für deutlich hielt, noch einmal durch:
„Boos klobbd mir des Häzz nur fo komisch on schwer? Bee bann ich e Keind vier der Weihnacht wär Des Blood eß bee doll on dee Hoffnung fo groß.
Ich frähd mich goär manchmo: Boos eß mit dir los? Uff eimo, do muur mersch fo sonnich on floär, D->ß doos. ho 'ch fohl, nur dee Liebe rooär.
Mit ehrfurchtsvoller Sympathie folgte forderung, am kleinen Tisch int Sonnenschein mit Platz zu nehmen, während die Kinder sich beim Spiel herum-
die Grete neben ihm ginge, Hand in Hand, und man könnte so ein wenig von der Zukunft reden, wie man die Wirtschaft rationell gestatten, ein gemütliches Heim schaffen, die Kinder . . . Zum Donnerwetter, die Sache mußte endlich zum Klappen kommen. Vielleicht hatte er Ostern einmal Gelegenheit, die Grete um sein Glück zu befragen.
Mit diesem Gedanken kletterte er in sein Bett und schlief, von den schönsten Träumen begleitet, ein.
*
Nun war Marie schon acht Tage wieder tm Dorfe, und noch immer bildete sie das Tagesgespräch. Die Frauen und Mädchen bewunderten mit einem Stich Neid die modische Kleidung und Wäsche, die das Mädchen trug, und rümpften die Nase über die kecke Jungenfrisur, die es sich zugelegt hatte.
Die Burschen aber waren hinter ihm''her, wie die Gänse im Dorf, wenn ein fremdes Mädchen vorübergeht. Gerade wie diese renkten sie sich die Hälse aus, wenn Marie über die Dorfstraße ging, und abends unter der Linde suchte jeder neben ihr, die sich herablassend zu den früheren Schulkameraden gesellte, zu sitzen.
Das war aber eine Feine geworden. Wie die sprach, wie sie lachte, wie sie alles so von oben herab behandelte und so nett von der großen Stadt und ihren vornehmen Bekanntschaften erzählen konnte.
Marie weidete firfi eitel an der Bewunderung, die man ihr überall ziemlich unverblümt zollte, ohne zu
brauner Bubenkopf.
Seine übergroße Schüchternheit allein war es, die einem bindenden Schritt abgehalten
Das Kind und das Osterei.
Von Waldemar Wanderer.
Gerade als die Frau Geheimrat Endacher nv ihrem Töchterchen aus dem Konfitürenladen trat, ereignete sich das Unglück. Obgleich es zwanzig Schritt entfernt passierte, umschlang die Frau Geheimrat instmktw ihre Kleine, die ihrerseits wieder ängstlich das neugetaufte große glänzende Osterei an sich drückte.
Die Menschen waren hastig zur Seite gesprungen: denn das aus der Kurve geschleuderte Auto drohte einen Augenblick nicht nur über den Radfahrer, sondern gänzlich über den Bürgersteig zu stürzen. Das zersplitternde Rad und die steile Bordkante machten jedoch der Fahrt ein Ende; und kaum hielt das Ungetüm, da stürzten schon von allen Seiten die Menschen herbei, um den Un- glücklichen zu befreien, der bleich und regungslos dalag;
hi» Oliitnfnhrer mit -.em Specken d
„O, bitte, bas bedarf keiner Entschuldigung — Sehen Sie nur, wie mein Bub sich freut, einmal eine kleine Spielgefährtin zu haben in seiner Einsamkeit. Gönnen Sie's ihm und auch — mir, wenn ich bitten darf".
Die junge Frau war überrascht wie ein junges Mädchen.
Mit feinem Takt half ihr der vornehme Mann über die leise Beklommenheit hinweg, indem er seine Aufmerksamkeit auf das kleine Mädchen lenkte und sich von
können, fo erhoffte man von dem Geschenk des Ei« du gleiche Wirkung in noch höherem Maße. Galt das frisch gelegte Ei doch auch als Sinnbild reiner, entsühnender Kräfte. Daher war denn die Gabe eines Eie. immer ein Zeichen besonderer Liebe. ...
Segen aller Art versprach man sich davon für das ganze Jahr. Ein solches Ei wurde aufbewahrt sm den Hochzeitstag, wo man es der jungen prau ms Slcib »eckte. Die byzantinische Kaiserin Irene trug sogar e
Eierkrone", kunstvoll aus ausgeblaffenen Eiern herge- k'teilt Auch die Saaten wähnte man durch wesen Eier- zauber fördern zu können. Noch heute werden d.e Schaken der Ostereier an manchen Orten unter den ;varfi • kamen gemischt oder man vergräbt die Ostereier unter den Acker und unter die Schwelle der Stall iure: beim ersten Pflügen läßt man den Pflug über em Ei gehen, und der Pflüger mutz bei feiner ersten Tätigkeit auf betn Acker ein Ei ober einen Eierkuchen essen, und was dergleichen Bräuche mehr find Selbst noch dem Wasser, worin die Ostereier gekocht sind, wird m einigen Segen- den Deutschlands Zauberkraft zugefchrieben. Man gibt . B. den Kühen davon zu trinken. Wie so manchen anderen sinnigen Brauch echter Naturfromm,gkett hat dann die Kirche bas Osterei mit ber entsprechenben llmbeutung auf bie Auferstehung des Erlösers übernommen Schon Im 12. Jahrhundert wurde die Segnung des Eies eingeführt. Es wurde nun das Sinnbild des tm Grabe liegenden Heilandes, und die braune F - bung der Schale, die man mit Zwiebelsast erreichte, wurde auf bas Blut Christi gedeutet.
Seher ber fo die sinnvolle Bedeutung des Ostereies kennt, wird den Hafen als Svender dieses Eies um fo unverständlicher finden. Tatsache ist denn auch, daß noch unsere Grotzeltern in Niederdeutschland m ihrer Jugend den Osterhasen nicht kannten. Auch ist, beson- ders in den katholischen Gegenden, das eigentliche Ostertier das Sa mm. Dieses wird noch heute von manchem Abt und Bischof am Charsamstag auf dem Chor der Kirche geweiht. In anderen Gegenden Deutschlands spricht man vom „Ofteroogel . 3 ber goldenen Aue ist es der Hahn, im Solling der Kuk- kuck, in einigen Teilen Westfalens der Storch, ,m nordöstlichen Westfalen sogar ber Fuchs, der die Ostereier svendet. So ist denn der Osterhafe durchaus nicht bas deutsche Ostertier; auch die Skandinavier unb Briten kennen ihn nicht, unb in den ältesten religtonsmif- senschaftlichen Quellen ber Germanen pielt er ferne Rolle Wir finden ihn vielmehr erstmals in ber griechischen und von da auch in ber römischen Gotteriehre, bie ihn wegen seiner Fruchtbarkeit ber Göttin Aphrodite oder Venus zuschrieb. Von dort aus hat man ihn wahrscheinlich mit ber germanischen Freia tn Verbindung gebracht. Diese Vermutung wird burch bie Tatsache gestützt, datz ber Osterhase ursprünglich nur in Italien, Tunis, Frankreich, bann erst tn der Schweiz unb in Siidbeutschlanb bekannt würbe, wo bie Öfter- fachen auch wohl in ber Form eines Hasen gebacken mürben. Hier, wo die schön bemalten Pateneier oft 20 bis 30 Jahre aufbewahrt werden, hält noch heute der Pate mit seinem Patenkinde die „H a s j a g e i e' ab, b. h., bie Ostereiersuche, wobei bann bie schlauen i modischen Jungen singen bürfen:
„I woatz, was i woatz, s' Hinfel isch ber Has: die Mutter färbt bie Eier, ber Vater trägt'» ins Gras."
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gut".
Aber bei ihm, bem Krämerhans, tonnte es nicht wieher gut werben, benn — es war ;a noch nichts gewesen. Er war feiner Gretel ja garnicht sicher. Gewiß, sie hielt sich gern in seiner Nähe auf und schlug ihm nie einen Tanz ab. Auch glaubte er sie oft habet ZU erwischen, wenn sie ihn mit einem langen nachdrücklichen Blick ansah. Aber ... er konnte sich ja auch getauscht haben. Wer kennt sich in einem Mädchenherzen aus? Und ber Hans war zudem so furchtbar schüchtern.
Heute abend war sie garnicht mit unter bie Sinde gekommen. Es gab noch viel Arbeit im Haufe ihrer Tante, benn morgen kam ja die Base Marie aus der Pension zurück. Ja, die Fischers wollten mit ihrer Tochter hoch hinaus. Sie konnten sichs auch leisten, hatten sie doch bas schönste unb größte Anwesen weit unb breit.
Gretes Ellern hätten ihre Tochter auch in bie Pension schicken können, aber ber alle Wieser meinte immer: „Mir eß e büchtich Bauernfrau, do ihrem Mann kann oänblid) zor Haand gegeh, meh wärd, bee zah versuschbe Schdoadtsch
Deshalb hatten sie Grete zu ben Verwandten in den Haushalt gesteckt, wo sie in Haus unb Hof tüchtig anpacken unb sich auf ihren Beruf als zukünftig» Bauersfrau richtig vorbereiten konnte.
Gstertag.
Die Zeit träumt wie ein Fährmannskind, bas heimlich, leis und ungefehn ein wunberherrlich Brautfleib spinnt. — Des Monbes Strahlen überwehn wie Silber ihren Rocken, und stehn wie letzte Winterflocken, wie munberfeiner, Heller Glanz, ein Blütenweih — im Myrthenkranz! —
Gerabe wie bem Hans tm Liebe ging es ihm.
noch viel schlimmer. Denn ber Liedhans wußte hoch zum wenigstens, wie es im Herzen seiner Gretel aus» sah, wußte, baß sie ihn liebte unb wußte hoch auch, es bald heißen würde: „Unb alles war wieder