Silvefterplauderei.
Ausgerechnet am Silvesterabend kommt mir diese Reklame auf den Tisch: „In diesem Jahr feiert die Welt den 250. Geburtstag ihres edlen Getränkes, des weltberühmten Champagners .... Der kreidehaltige, fonnendurchglühte Boden der Champagne verleiht seinen Reben jenes gewisse Etwas, welches ihnen höchste Eignung zur Herstellung des köstlichen, prickelnden Weines gibt. Wer trüge nicht gerade in unfern Tagen der geistigen Anspannung das Verlangen, das Grau des Alltags mit solchem Festtrunk zu bannen? . . ." und so weiter — es gipfelt in einer Grenzsektkellerei im heiligen Trier. Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß was ich leide .... In den Papierkorb! Aber die Phantasie ist geweckt. Schon die Dorstellung berauscht. 250 Jahre ist dieser Golfstrom nun schon geflossen und hat mir armem Teufel kaum je ein Tröpflein mitqegeben. Aber die Anzeige arbeitet nun wie prickelnder Saft in meinen Adern. Gesichte steigen auf, ist es doch ein Abend und eine Nacht, die alle Jahre nur einmal wiederkehren.
Eine riesige Schwelle dehnt sich vor mich hin. Darauf glüht es in immer neuen Farben: 1933. Auf der Schwelle sehe ich Füßchen, immer mehr, in endloser Reihe, so als sei die qan,ze Menschheit angetreten und stehe nun da in breiter Front, und sie alle heben das Füßchen und treten auf die glückverheißende Schwelle. Die Menschen sehe ich nicht. Es ist Nacht. Nur die Füßchen sehe ich, die im Lichte der Schwelle leuchten. Schöne Füßchen und weniger schöne. Die einen in Schnabelschuhen, die andern in Sandalen oder in Filzpantoffeln oder in Atlas oder in Gummi oder auch ohne alles Schuhzeug. Der Stiefel da mit Sporen tritt kräftig auf — gehört einem General. Jener berührt nur mit der Spiße die Schwelle — tanzt ins neue Jahr. Einer schiebt sich langsam und schwer vor — er trägt einen Menschen mit vielen Sorgen. Wieder einer krümmt sich — der Mann ist verzweifelt. Diesen Fuß betrachte ich etwas länger. Er ist viele Wege gegangen, um Arbeit zu finden. Wie müde hat er sich oft ausgestreckt. Wie grau war die Hoffnungslosigkeit, in die er dann wieder weiter gewandert ist. Und nun tritt er über die Schwelle, um im neuen Jahre die alten Wege noch einmal zu machen. Vielleicht gehört der andere, der so zögert, einer Mutter. Ich überlege, wie viele Treppen er auf und ab gestiegen ist. Wie sie Geschäfte gesucht hat, wo es billiger wäre. Viele Wege der Liebe lind Sorge ist sie gegangen und wird sie wekter gehen im neuen Jahre .... Jener Filzschuh eignet, sicherlich einem heute leise auftretendem Parlamentarier. Der Nachbar stampft nur so — er ist für Diktatur. Jener zögert voran — gibt es Konkurs oder Vergleich? Jener tritt nach unten. — er ist gestern nach oben gekommen. Jede Partei hat so ihre eigenen Füßchen, jeder Stand tritt anders auf, jede Nation geht auf ihrem Wege durch die Geschichte. Endlos ist die Reihe, jeder verschieden vom andern, und doch alle gleich in dem Schicksal, daß sie nun auf die Schwelle treten müssen, hinein in das Jahr 1933 ....
Grenzsektkellerei? Ein lustiges Wort. Offenbar ein billiger Erholungsaufenthalt für den Klepperausschuß. Sei nur kein Pharisäer! Das war immer so in der Geschichte. Schon im Alten Testament ging einmal ein Linsenmus über die Erstgeburt. Schiebung, rufst du? ixu't du eine Ah-
S.s ist seit Jahrhunderten geschoben worden in der Welt, der Unterschied ist nur: die einen lernen's schon in der Kinderstube und machen das stilgerecht und standesgemäß, die andern beginnen zu spät, stolpern und fallen einem Gendarm in die Arme. Di« größten Schieber sitzen nicht im Zuchthaus, ebensowenig wie die größten Narren im Narrenhaus. Das läuft alles frei herum, wird? auch im neuen Jahr, im Jahr des Herrn 1933. Erforsch' dein Gewissen. Prosit Neujahr!
Da sind die Füßchen wieder. Zeichen der wandernden Menschheit. Immer ist es das Kommende, was sie zieht. Im Kommenden ist soviel Raum. Man kann sich darin ergehen nach Herzenslust. Man schleudert Fünfjahrpläne hinein und Fahrten nach dem Mond Das Kommende ist auch noch un, schuldig. Man stellt sich's vor wie das verlorene Paradies. Alle diese Füßchen sind gelenkt von einem Zukunftstraum. Ein Bräutigam wartet oder eine Braut. Natürlich ist auch immer Frühling. Bei der Liebe wird die Treue stehen. Immer wird die Nachtigall singen und der Flieder blühen. An Honigkuchen wird kein Mangel sein. Sicherlich wird man das nächste Mal in der Lotterie gewinnen, warte nur auf die erste Ziehung im Jahre 1933. Auch jener Verzweifelte, der Ketten trägt, der seinen Kindern diese Ketten vererben wird —
Gottesdienst-Ordnung.
Sonntag, den 1. Januar 1933.
Katholischer Gottesdienst.
Fest der Beschneidung des errn.
Fulda, vom. (Kollekte für die Iosephskirche.) Beichtgelegenheit: Samstag vormittag ‘A.6—8 Uhr, nachmittags 2—3 Uhr für die Kinder, ,5—7 Uhr für Erwachsene. Sonntag vormittag von *A6 Uhr an. Gottesdienste : ’^e, 6, 7i7, 7 Uhr hl. Messen. In der 7,7 Uhr Messe heilige Kommunion des Männerapostolates. 8 Uhr Vforramt mit Predigt, und hl. Kommunion des 7. und 8. Schuljahres. *'il0 Uhr Kathedralamt m. Pred. V«12 Uhr letzte heilige Messe mit Predigt. 7,2 Uhr Andacht zum göttlichen Kind. 4 Uhr Predigt mit Andacht und hl Segen. 6 Uhr in der Marienkapelle Andacht mit hl. Segen zur lb. Mutter Gottes. Wochentags: f)L Messen morgens um 7i6, 6, 7,7, 7, 7.8 und 9 Uhr m. Austlg. der hl. Komm. Montag nachm. 5 Uhr Andacht zum göttlichen Kind. — Stadkpfarrttrche. (Kollekte für die St. Canisiuskiiche.) Beichtgelegenheit: Samstag nachmittag 3—7 Uhr. Sonntag früh 6—7 Uhr. Samstag abend 8 Uhr Silvester- predigt und Andacht zum Iahresfchluß. Sonntagsgottesdienste: 67« Uhr heilige Messe. 7 Uhr heilige Messe und Kommunion des Männerapostolates. 87« Uhr erster Kinder- gottesdienst, Predigt u. Kommunion des 7. und 8. Schuljahres. 9* i Uhr Pfarramt und Predigt. 11 Uhr zweiter Kindeigottesdienst und Predigt Am Schluß der Morgengottesdienste Sammlung an den Kirchentüren für die Armen des Vinzenzvereins. 27- Uhr Rosenkranzbruderschaft. Die heilige Kommunion wird von 6—7,8 Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 87« und 97« Uhr. Werktagsgottesdienste: 67i, 7, 7’« und 8‘ i Uhr heilige Messen. — Zum Hl. Geist. Beichtgelegenheit: Samstag nachmit'ag 4—6 Uhr. Sonntag früh 6—77, Uhr. Gottesdienste: 7 Uhr Frühmesse u. Änspr., Komm, des Männerapostolates. 8 Uhr Hochamt u. Pred., Komm, des 7. u. 8. Schuljahres. 7*11 U. Kindergottesdienst u. Anspr. 5 U. abds. Andacht. — St. Joseph. Beichtgelegenheit: Samstag 2—3 Uhr für Kinder, 5—7 Uhr für Erwachsene und Sonntag morgens von 7,7 Uhr ab. Gottesdienste: 7,8 Uhr Austeilung der hl. Kommunion. 7,8 Uhr hl. Messe mit Ansprache 7,10 Uhr Hochamt mit Predigt. Danach Christenlehre. Nachmittags um 7,2 Uhr Andacht mit Segen. Werktags morgens 7,8 Uhr hl. Messe mit Kommunion-Austeilung. — St Sturmius. Beichtgelegenheit: Samstag nachmittag von 3 Uhr an und am Neujahrstag früh 7,7 Uhr. Gemeinschaftliche heilige Kommunion für die Männer und die Kinder des 7. und 8. Schuljahres. */«8 Uhr Austeilung der hl. Komm. 1,8 Uhr Frühmesse mit Ansprache
und Austlg. der hl. Komm. '710 Uhr Hochamt u. Pred. 2 Uhr nachm. Seaensandacht. Werktags: 7,8 Uhr hl. Messe. Kapelle am FrauzoseumSldcheä. Sonntag 67« 11 t morgens hl. Messe mit Ansprache und Kommunion - Aus- teilg. Wochentags 77, Uhr hl. Melle mit Komm.-Austlg. - Herz-Zesu-Heim. 7,7 Uhr Fr'"'hmelle. 7 9 Uhr Predigt und Am». 2 Uhr Segensandacht. Werktags 7 Uhr heil. Messe. Donnerstag abends 87« Uhr Segensavdacht. — Frauenberg. (Ablaßtag und Generalabsolution für die Terziaren.) Heilige Mellen von 5—7 Uhr. 8 Uhr Bruderschaftsmesse mit liturgischen Gebeten 9 Uhr Senil enamt mit Festpredigt. Nachmittags 7,3 Uhr Predigt und Andacht für die Frauengemeinde des 3. Ordens m. Einkleidung. 7,5 U. feiert. Krippenandacht m Anspr. u. Seg. Die 10 ersten Bänke rechts sind für die Arbeitsgemeinschaft re seroiert. Montag. (Fest des heiligsten Namens Jesu.) Ablaßtag. Gegen 67« Uhr Levitenamt. Nachm. 7 6 Uhr feierliche Vesper mit sakramentalem Segen. Donnerstag. Nachmittags 7 6 Uhr feierliche Vesper mit sakramentalem Segen. — Neuenberg. 7,9 Uhr Amt mit Predigt. Lehnerz. ö Uhr Amt mit Predigt, vietershan. 7,10 Uhr Amt mit Predigt.
Evangelischer Gottesdienst.
Samstag, den 31. Dezember.
Fulda. 5 Uhr nachm. Andacht zur Jahreswende im Altersheim Emmaus, Kreispfarrer Weber. — 8 Uhr abends Jahresschlußseier in der Kirche, Pfarrer Hattendorff.
Sonntag 1. Januar (N eu j a h rs t a g.)
Fulda. 9.30 Uhr norm. Predigigottesdienst mit Liturgie, Pfarrer Hattendorfs. — 5 Uhr nachm. Predigtgottesdienst, Vikar Kruger. — Amtswoche: Kreispfarrer Weber. — Schlo ß Bieberstein. 9.15 Uhr norm. Predigtgottesdienst, Pfarrer Reichard. — Großenlüder. 1.45 Uhr nachm. Predigtgottesdienst, Pfarrer Hattendorfs. — Bad Salzschlirf. 2 Uhr nachm. Predigigottesdienst, Kreispfarrer Weber.
Evangelische landeskirchliche Gemeinschaft, Fulda.
Sonntag, 1. Januar 1933, Neujahr abends 8 Uhr: Gemeinschafisftunde. — Freitagabend 8Vi Uhr: Bibel- und Gebststunde.
einmal, so sagt er, werdet ihr sie abschütteln. Einmal kommt der Tag der Freiheit, der Brüderlichkeit, einmal das Reich der Liebe und der Gerechtigkeit. Und so treten sie hinein in das Kommende, Wanderer, weil sie Menschen sind. Weiter nur zu, Ziqeunerkind hat keine Ruh . . . Prosit Neujahr!
In meiner Grenzsektkellerei geht es gewiß lustig her. Es lohnt sich hier und da über die Leute nachzudenken, die heute noch Sekt trinken können. Ich freue mich, daß es solche gibt. Nur müßte Kultur bei der Sache sein. Hier und da begegne ich einem Menschen aus alter, guter steinreicher Familie. In der Arbeit langer Geschlechter ist das Vermögen erworben, das Luxus gestattet. Auch der gehört zum Leben. Was ein richtiger Diener der alten Zeit war; so freut« er sich, wenn die Herrschaft ein glänzendes Fest gab. Der Glanz fiel auch auf ihn und seine blitzende Uniform. Man muß kein Banaüs« werden. Der Sekt will getrunken werden, könnte man ihn nur immer an würdige Lippen bringen. Am liebsten versammelte ich heute am Silvesterabend alle alten Exzellenzen und stiftet« ihnen die gesamt« Grenzsektkellerei. Die Orden müßten sie anheften und meinetwegen könnten sie singen: Heil dir im Siegerkranz! Ich tränte gern mein Glas dazu oder deklamierte Goethe: Vorüber, ihr Schäslein, vorüber . . . Prosit Neujahr!
Nun erwacht in mir der Deutsche. Er liebt es, auf dunkle Schwellen zu treten. lob und Teufel, Nacht und Schicksal kühn fordert er sie heraus. Er glaubt in den Stimmen, die ihn innerlich treiben. Er geht nicht in die Zukunft, er stürmt sie. Einmal muß Barbarossa sich erheben oder Kaiser Friedrich. Es liegt eine Krone im tiefen, tiefen Rhein ... Hart ist das Leben, dunkel die Nacht, grausam das Schicksal, aber der Held überwindet. Sonnenkraft bricht aus seinem Auge. Hagen von Tronje ist wieder da und der herrliche Siegfried. Arminius steht auf und überwältigt die Legionen. Viel germanisches Blut ist auf allen Schlachtfeldern der Erde geflossen. Die Geister der Erschlagenen rasen noch in uns. Dunkle Kräfte wogen in den Untergründen unserer Geschichte. Deutsches Völk, wann sehen alle deine Söhne von neuem das Reich, das dir in Wahrheit von Gott geschenkt ist? Wann steigt aus Not, Unterdrückung und Wirrnis die neue Gestalt? Wann findest du zurück zu deiner alten Treue? —
Jener Fuß gehört einem Mönche. Man sieht
es an der gleichmäßigen Ruhe, mit der er über die Schwelle tritt. Mit dem gleichen Schritt geht er in die Kirche, in den Speisesaal, in den Garten, zum Chorgebet, zum Studium... immer mit dem gleichen Schritt. Er spürt die Veränderung nicht mehr, er ist ganz im Gleichmaß des Unveränderlichen. Den Sternen gleicht er, die sich ganz er* wiß mit ungeheurer Geschwindigkeit durchs Universum bewegen, die aber doch still« zu stehein scheinen in himmlischer Ruhe. Der geht nicht mehr auf irdische Ziele los, wandelt nur noch im Ewigen. Was soll ihm der Wechsel von 1932 auf 1933? Die Differenz spielt in seiner Größenordnung keine Rolle. Sie tut das so wenig, wie sie es tat bei den gewaltigen Umschichtungen der Erde in den Zeiten der Tertiär oder des Quartär. Er rechnet mit der Ewigkeit, und davor brechen selbst die Millionenjahrobschnitte zusammen. Der Wechsel der kleinen Ziffern erinnert ihn höchstens an die Beständigkeit seiner Größen. Gloria Patri, so singt er in dieser Nacht, einerlei — um einen Gedanken des Kardinals Faulhaber aus feinem jüngsten Buch „Zeitruf«, Gottesruf«" (Herder u. Co., Freiburg) zu verwenden — ob nun der Psalm ein Lied der Freude roar oder der Trauer. Gloria Patri, so lautet der Schluß. Gott fei in allem gepriesen, in dem Gestern und Heute, Gott, vor dem tausend Jahre sind wie em Tag, Gott, der alle Schicksale lenkt und alle Jahrhunderte zu ihrem Ziele führt, Gott sei in allem gepriesen. Gloria Patri . . . Man ruft dort nicht Prosit Neujahr, man geht still weiter wie der Winterdraußen, wie der Orion oder die große Waage, wie die Welt des Meeres: Gloria Patri . . . Venite adoremus.
Und da ist noch «in Fuß. Schon hat er sich gehoben. Schon will er niedertreten auf die Schwelle. Da ist er verschwunden. Der Mensch, den er trug, hat nicht mehr die Kraft gehabt, über die Schwelle zu treten. Er muß bleiben im alten Jahr. So wie der oder wie ich im neuen. D^r kann es wissen? Mitten im Leben sind wir im Sterben. Prosit Neujahr! Füßchen, wie weit hast du noch? Prosit Neujahr! Füßchen, sieh zu, daß du auf Gottes Wegen bleibst. Zwischen der Schwelle 1932 und 1933 sind viele frische Gräber. Prosit Neujahr! Es werden auch zwischen der Schwelle 1933 und 1934 viele frische Gräber sein . . . Prosit Neujahr! Das hat nun nichts mehr mit der Grenzsektkellerei im heiligen Trier zu tun. Schließen wir das Goethejahr: Warte nur, balde . . .
Der Mann im Monde.
Vor 10 Jahren wurde das Ruhrgebiet beseht.
Französischer Doppelposten an der.Zech« „Monopol" bei Hamm.
Am 11. Januar sind es 10 Jahre, daß die Franzosen und Belgier als Repressalie gegen eine angebliche Nichteinhaltung von Bestimmungen des Versailler Vertrages durch Deutschland in das Ruhrgebiet einmarschierten. Durch diese Aktion wurde der Inflation, der letzte schwerste Antrieb gegeben und zahlreiche Vermögen vernichtet, während andere sich bereichern konnten. Durch die Ruhrpolitik wurde der europäische Derständigungswille, soweit er nach dem Krieg noch vorhanden war, in verhängnisvoller Weis« beeinträchtigt. Mit dem französischen Vormarsch vor 10 Jahren begann eine in materieller und geistiger Beziehung sehr unglückliche Episode der Noch- '-iegszeit, di« durch Stresemann-Marx Ende 1923 liquidiert werden mußte.
* Präsident Mafaryk leicht erkrankt. Aus Prag wird gemeldet: Präsident Masaryk ist leicht an der Grippe erkrankt.
Ein moderner Märchen-Palast.
Eine englische Firma hat die Pläne und Zeichnungen für einen modernen Palast für den Maharadscha!) van Jodhpur entworfen. Der Bau des Märchenpalastes hat bereits begannen. Das Gebäude wird auf einem Hügel errichtet werden, von dem man einen herrlichen Rundblick genießt. Es wird «rtthalten: ein rundes Schwimmbad mit einem Durchmesser von 20 Metern, einen großen Ballsaal, ein Theater mit mo» dernsten Bühneneinrichtungen, das 200 Besucher fast. Zu jeder zusammenhängenden Zimmerflucht gehört ein Badezimmer, so daß nicht weniger als 40 Badezimmer vorhanden sein werden. Ein besonderer Teil des Gebäudes wird lediglich für die Frauen reserviert, die auch einen eigenen großen Garten mit einem Ausblick auf die Stadt benutzen dürfen. Die Baukosten sind mit fast fünf Millionen Mark veranschlagt. In Europa wurde ein derartiger Märchenpalast natürlich weit kostspieliger sein, aber in Jodhpur sind Arbeitskräfte und Materialien so billig, daß man mit dieser „kleinen" Summe mtskommen kann. Die „zenana", der Te>l des Gebäudes, der lediglich für die Frauen bestimmt ist, bietet Raum für 50 Frauen. Der Maharadschab selbst hat aber nur eine Frau, die zenana wird nur deren Verwandte und Gäste mit aufnehmen. Da alle Frauen in diesem Staate in strengem „purdah" gehalten werden — kein Mann darf sie sehen — werden die Gesell- schastsräume so angelegt werden, daß die Frauen in die Säle hmeinschauen können, ohne daß sie selbst gesehen werden. Selbstverständlich hat der Palast alle nur erdenklichen technischen Einrichtungen wie Telephone, Warmwasseranlagen, elktrisches Licht.
Allerlei Weisheit.
Der größte Unterschied Mischen Ebbe und Flut, 22 Meter, herrscht in der Fundybucht zwischen Neuschottland und Neubrandenburg.
Bei der Zubereitung der Torfkohle zu Heizungszwecken wird nebenbei noch Naphtha, jchwefelsaures Ammoniak, Essigsäure, Teer und Paraffin gewonnen.
Die erste mit Asphalt belegte Straße wurde 1854 in Paris hergestellt.
Bilder vom Tage.
Henry de Jouvenel,
her bekannte französische Senator und frühere Mi. nister, wurde zum französischen Botschafter in Ron, ernannt. Jouvenel wird sich nach einer Zwischenzeit von sechs Monaten entscheiden mässen, ob er den Botschafterposten endgültig übernimmt oder sein parlamentarisches Mandat weiter ausübt.
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Regierungsrat Dr. Voß Waldeck,
tritt als Landes-Vizepräsident in die Verwaltung des Landes Böhmen ein. Seine Ernennung dürst« ein Zeichen dafür fein, daß die tschechoslowakischen Behörden jetzt eine Verständigung mit den Deutschen des Landes erstreben.
Sport im Bild.
Paris - Hinderindien in zehn Tagen.
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Der französische Flieger Lefövre
hat die 12 000 Klm. lange Strecke Paris—Saigon (Kotschinchina) in 10 Tagen zurückgelegt und damit den ausgesetzten Preis des französischen Staats- Präsidenten gewonnen.
Wissenschaft und Forschung.
Berliner llniversitälsprosessor erhält als erster Mus* länder den rumänischen pour le merife.
Prof. Ernst Gamillscheg,
der hervorragende Romanist der Universität Der« lin, wurde als erster Ausländer durch die Derlei, bunq des rumänischen Ordens Pour le merit« geehrt. _________________
Wie wird das Wetter?
lieber Mitteleuropa setzt sich der schon vor einigen Tagen begonnene Luftdruckfall fort unb schwächt das im Osten liegende, noch recht kräftige Hochdruckgebiet weiter ab. Die flachen Tiefausläuser der rm Nord» westen befindlichen Tiefüruckwirbel üben keinen wesentlichen Einfluß auf unser Wetter aus, da» immer noch unter der Herrschaft des östlichen Hochdruckgebiets steht, o daß höchstens mit geringen Niederschlägen gerechnet werden kann.
Aussichten für Samstag: Keine wesentliche Aen» berung des bestehenden Witterungscharakters.
Temperatur- und varomekerstaud in Fulda.
Mitgeteilt von Diplom - Optiker Sauerborn.
Barometerstand (auf Meere-höhe reduziert)
Thermo- meterftanb
29. 12. 6 Uhr abends
765,0 mm
- 1,0“ C
30. 12. 8 Uhr morgens
765,0 mm
- 1,5' C
30. 12. 12 Uhr mittags
764.5 mm
+ 1,0' c
Höchste Temperatur im Schatten am 29. 12.
+1,0' c
Höchste Temperatur in der Sonne am 29. 12. + 2,0' L Niedrigste Temperatui seit 29 12. — 3,0' 6
Niederschi. v. 29.12. morg. 811.- 30.12. morg. 8 LL 0,0 mtz, Relative Feuchtigkeit der Lust am 30.12. mitt. 12 Uhr 64,0'»/»