Letzte Nachrichten der Lutdaer Zeitung'
polnisch-russische Nichtangriffspakt unterzeichnet
Der
Vie Abrüstung»- Frage.
Politische Kreise sind der Meinung, daß die englische Regierung den Gedanken einer Wiederaufnahme der Fünfmächtebespre- [(jungen im Januar in London noch nicht fallengelassen hat.
Großer Siaalspreis für Architekten.
wtb. Berlin, 30. Dez. (Gig. Meld.) Der Wettbewerb um den Großen Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste für Architekten ist heute entschieden worden. Der Große Staatspreis kam nicht zur Verleihung. Es wurden dafür drei gleich hohe Prämien den Architekten Sergius Rüegenberg, Johannes Brandt und Willi Pieper, sämtlich in Berlin, zugesprochen.
Die englische Ratifizierung des österreichischen Anleiheprotokolls in Genf eingegangen.
wtb. Genf, 30. Dez. (Gig. Meld.) Die englische Re- gierung hat ebenfalls die Ratifizierung des österreichischen Anleiheprotokolls dem Dölkerbundsfekretariat eingesandt. Man erwartet, daß die französische Ratifizierung bis morgen eingehen wird, da die Kammer, wie bekannt, ihre Zustimmung zu geben hat. So kann das Protokoll am letzten Tag feiner Ratifizierungsfrist doch noch in Kraft treten.
Aeber die Reichsreform.
In einem Artikel zur Jahreswende verweist der Landesoorsitzende der Bayerischen Volkspartei, Staatsrat Schäffer, auf die bedenkliche Zunahme des politischen Radikalismus in Deutschland und erklärt, es fei eine oordrinaliche Aufgabe der neuen Reichsregierung, die p s y ch o - logischen Fehler ihrer Vorgängerin wieder gut zu machen. Keine Regierung könne das Vertrauen einer breiten Volksschicht entbehren. Das Ringen unserer Zeit um neue Formen und neuen Inhalt unseres Staatslebens stelle eine Volksbewegung dar. Keine Regierung könne sich dem verschließen. Bayern als ein Hauptteil des außerpreußischen Deutschland könne es nicht zulassen, daß die Reichsreform bei der jetzigen Ver
Der polnische Außenminister Beck (Mitte) unterschreibt in Anwesenheit der russischen und polnischen Delegierten in Warschau den Nichtangriffspakt zwischen den beiden großen Ländern im Osten Europas. Die feierliche Unterzeichnung beschließt die langjährige Periode gespannter Beziehungen zwischen den beiden slawischen Völkern.
♦ General fiunbf doch Oberbefehlshaber der bolivianischen Slreilkräsle? Havas meldet aus La Paz, daß Ge- neral Kundt durch Verordnung vom 7.12. zum kommandierenden General der im Felde stehenden Streitkräfte ernannt worden sei. General Lanza bleibe Generalstabschef.
Bunte Zeitung.
— Zur Geschichte des Fracks. In der Gefellschpfts« saison, in der wir uns jetzt befinden, spielt der Frack eine gar große Rolle, eine so große, daß sich bereits die Göttin Mode seiner annahm und an Form und Farbe dies und jenes änderte. Man sagt, Ludwig VX. habe den Frack «ingeführt, andere meinen, die „Erfindung" sei einem Reiter aus dem Heere Friedrichs des Großen zu verdanken, der die ihm beim Dahinstürmen hinderlichen Rock- schöß« zurückschlug und damit bald Nachahmer fand. Al» distinguiertes Kleidungsstück ist der Frack aber erst von Goethe in die Gesellschaft eingesührt worden, und zwar eigentlich erst, als der große Dichter nach Weimar kam. Siegreich trug er hier bei festlichen Gelegenheiten seine Werther-Uniform (blauen Rock mit Messingknöpfen, gelbe Weste und Lederhose und Stulpenstiefel). Jnsdefondere die Damen waren entzückt davon. Bald legte die ganze Hofgesellschaft diese Tracht an, die Tracht der emanzipierten Geister, und es kann nicht Wunder nehmen, daß eben deshalb die Literaten sie ganz besonders bevorzugten. Später wurde er zum politischen Parteiabzeichen, als in Frankreich die Versammlung der Notablen stottsanb Der Adel erschien in goldstrotzender Uniform, der dritte Stand in einfachem schwarzen Frack. Aus dem revolutionärcn Frack wurde bald das vornehmste Gesellschaftskleid, aber man trug es nur noch tn schwarzer Farbe. Sogar Philipp Egalite, der Vater des Königs Louis Philipp, beflieg dos Schaffst in gelben Hofen und grünem Frack. Goethes höchste Gala war zuletzt schwarzer Frack, schwarze Beinkleider, weiße Weste, feine Manschetten und auf der Brust der Stern des Falkenordens.
— Darum trinkt man beim Jahreswechsel mit Bor- liebe Punsch? Wie alle Neujahrsbräuche ist auch der Sil« oesterpunsch schon uralter Herkunft. Freilich nicht in der substanziellen Mischung, in der wir ihn heutzutage genießen. Erst im Mittelalter kam die Vorliebe für das Zusammenmischen, Erhitzen und Würzen von wenigen Getränken auf. Die fröhliche Geselligkeit während des Jahreswechsels wurde schon zur Zeit der Kirchenväter durch besondere Getränke gehoben. Auch die Germanenvölker, die alten Römer und Aegypter, diese bis 1,5 Jahrtausend v. Ehr., kannten so etwas wie einen Silvesterpunsch, wenn sie einander zu Neujahr Geschenke austauschten und die Freude darüber „begießen" wollten.
Gefotzt!
Untersuchungen bei der Beffrksdirekttsn Köln der Deutschen ReichspostreklaMe G. m. b. H. — Der Leiter und sein Stellvertreter verhaftet.
cnb. Köln, 30. Dezember. (Erg. Meld.) Der Leiter der Bezirksdirekbion KöVn der deutschen Reichspostrekkame G. m. b. H. Bonz und sein Stellvertreter, Kind, sind heute vormittag unter dem Verdacht der Unterschlagung oder Veruntreuung verhaftet und tn§ Untersuchungsgefängn.s Kllngelpütz gebracht worden. Der durch die Veruntreuungen entstandene Fehlbetrag soll sich a u f 160 000—170 000 RM. belaufen.
Die Finanzierung der Siedlung.
Von Landrat z. D. R ö n n e b u r g, Staatsminister a. D.
Aus einem Vortrag des bekannten Siedlungs- I Vorkämpfers, der soeben unter dem Titel „Vor- I wärts mit der Siedlung"! als Nr. 1 der Schriften- I reihe der Arbeitsgemeinschaft der privaten Sied- I lungsunternehmen e. V. erschienen ist.
Die weitere Vorantreibuna der Siedlungsarbeit wird. in starkem Maße abhängig sein von der I Lösung des Finanzierungsproblems und der damit in Zusammenhang stehenden Fragen. Zunächst muß man dringend wünschen, daß I die Reichsmittel wesentlich verstärkt werden. Es muß mögl'ch sein, von den 2,7 Milliarden, dir I für das Wirtschaftsankurbelunasprogramm vorgesehen sind, einen wesentlich größeren Teil für die I Siedlungsarbeit zur Verfügung zu stellen. Wenn die jetzige Reicksregieruna. wie verlautbart worden ist, die Absicht hat, die 700 Millionen Reichs- mark, die für die sogenannten Beschäftigungsprä- mien ausgeworsen worden sind, anderweit, und I zwar für die Arbeitsbeschaffung bereitzustellen so sollte gerade von dieser Summe für d i e S i e d- I lung als einer besonders wichtigen Teilaufaab« I in diesem Arbeitsbeschaffungsprogramm ein größerer Teil bereitgestellt werden.
Dabei muß man bedenken, daß zwar durch die Verstärkung der Siedlung nur «ine —. allerdings recht bescheidene, unmittelbare Verminderung der Erwerbslosenzahl herbeigeführt wird. Darüber hinaus erfahren dadurch aber auch andere Wirtschaftszweige Belebung: Bauwirlschaft, Handwerk und Produktionsmittelindustrien mannigfachster '»rt erhalten sowohl einmalige erhebliche neue Aufga- I ben wie auch ein dauerndes neues Arbeitsgebiet. „Wenn die Könige bauen, haben die Kärrner m tun." Das bedeutet aber für diese Kreise wie auch für den Handel, die gerade bei der Durchführung der Osthilfe erhebliche Opfer bringen müssen, einen gewissen Ersatz. __
Darüber hinaus müssen Mittel und Wege gefunden werden, und im Interesse der Siedlung für die Siedlunqsträqer die Z w i s ch e n b e l a st u n- q e n, die sich aus Nichtablöfung der Zwischsnkre» dite ergeben, wesentlich zu vermindern und ihnen jede Erleichterung zu aewähren, die überhaupt möglich ist. Hierher gehört die Senkung der Zinssätze für die gewährten Kredite, die auch den Siedlungsträgern für die Zwischenkredite zugute kommen I sollte. Das gleiche gilt für den Erlaß der halben Jahresrentenleistung der Siedler ab 1. Juli 1931. Nur wenn eine möglichst schnelle Auslösung der Siedlungsttäaer aus Ähren finanziellen Derpflich- * hingen erfolgt und damit die Ueberbeanspruchung ihres eigenen Kapitals und Kredits auf ein erträgliches Maß herbeigeführt w'rd, werden sie die Beweglichkeit wi^derkinden. die sie im Interesse einer schnellen Weiterarbeit, nicht um ihrer selbst willen, benötigen.
Die Bewilligung von ausreichenden Krediten muß eine wesentliche Beschleunigung erfahren. Die Klagen über die jetzige Handhabung und Verzögerung dieser Kreditgewährung erscheinen berechtigt. Hierzu gehört auch die eindeutige Klärung der Frage der Unterverteilung der auf den Siedlungsgütern stehenbleibenden Hnvothekarlaften. Die Praris hat gezeigt, daß diese Frage mit der Herbeiführung der Bereitwilligkeitserkläruna der Landschafts- und Hypotheken-Jnstitute zum Stehen- lassen der ersten Hypothek leider nicht immer gelöst ist, sondern daß sich in lehr vielen Fällen bei der Unteroerteilung noch außerordentliche Schwierigkeiten ergeben, die zur Ueberwindung erhebliche Zeit brauchen und so im Effekt auf eine weitere unnötige Belastung der Verfahrensträger hinaus, laufen.
Im ganzen gesehen, erscheint es dringend erwünscht, endlich einmal zur Aufstellung eines langfristigen, finanziell fundierten Siedlungsplanes »u kommen, damit endlich in die Siedlunasarbeit bk Stetigkeit hineinkommt, die ein Disponieren von langer Hand ermöglicht und eine planmäßige Arbeit sicherstellt. Nichts hat sich für die praktische Arbeit in der Siedlung verhänanisvollex ausgewirkt wie die fortwährenden Schwankungen, die 1 leider nicht nur von der finanziellen Seite her immer wieder empfindliche Störungen gebracht haben.
einigung der Gewalten in Reich und Preußen stehen bleibe, ohne daß auch das Verhältnis der übrigen Länder zum Reich einer grundlegenden Neuordnung unterzogen werd«. Bayern habe nicht gewollt, daß die Dinge in Prxu- jen überstürzt wurden und noch dazu in einer Weise, die das Vertrauen in Rechtssinn und Brr- assungstreue schwer erschüttert habe. Bayern erwarte von der neuen Reichsregierung nicht nur ein Lippenbekenntnis zur unzerstörbaren bun- desstaatlichen Grundlage des Reiches, sondern auch die Erkenntnis, daß es auch außerhalb Preußens noch ein Deutschland gebe.
♦ Die Vesihverhällnisse der „Täglichen Rundschau" unverändert. Die „Tägliche Rundschau" sandte einem Berliner Abendblatt, das einen Besitzwechsel de- Blatte »gemeldet hatte, eine Berichtigung, in der es für u n- wahr erklärt wird, da ßdie „Tägliche Rundschau" am 1. Januar in ben Besitz des Deutschnationalen Handlungsgehilfenoerbandes übergehe. In den Besitzvefhältniffen der „Täglichen Rundschau" trete vielmehr keine Veränderung ein. Auch sei die „Tägliche Rundschau" nicht größtenteils von schwerindu- ftriellen Kreisen finanziert, sondern die zur Uebernabme des Blattes erforderlichen Mittel feien vielmehr gus bim „Tat"-Kreis heraus aufgebracht worben. Ebensowenig seien Veränderungen in ber politischen Rebaktiou beabsichtigt. Auch sei ber verantwortliche Redakteur F. W. v. Oertzen niemals „Verbindungsmann zu in Reichswehrministerium" gewesen.
Heues japanisches Armeeprogramm.
Das neu« japanische Armeeprogramm hat, einer Mitdeiliung des jepanilschen Kriegsminifteriums zu- folge, das Hauptziel, die Arme« in bezug auf die Ausbildung und di« technische Ausrüstung auf die Höhe der anderen modernen Armeen zu bringen, umd Japan die Erfüülunig seltner Verpflichtungen aus dem Mandschukuo-Protokoll zu ermöglichen. Die SonderauisbAdung in der mechanisierten Kriieasführung wivd jährlich 100 000 Offizieren und Mannschaften erteilt werden. Ferner sollen «ine größere Anzahl Kadetten eingestellt und freiwillige Offiziere mit kurzer Dienstpflicht ausgebildet werden.' Auch title systewadMe Ausbildung in der Ausführung von Gasangriffen ist vorgesehen. ... ,'J
Der „Nachtangriff" wird eingestellt.
cnb. Berlin, 30. Dez. (Erg. Meld.) Der erst feit kurzer Zeit herausgegebene „Nachtangriff", eine Spätausgabe des „Angriffs" wird ab Samstag nicht mehr erscheinen. Zur Begründung der Einstellung des Blattes wird int heutigen Angriff darauf verwiesen, daß der „Nachtangriff" als „Berliner M o r g e n z eit u ng" erscheint.
Wahrscheinlich haben sich für den „Nacht- Angriff" nicht genügend Interessenten gefunden. Die Anhänger der „Na ch t - R u h e" waren anscheinend auch im Hakenkreuz-Lager in der Mehrzahl!. ____________________
Vergeht die Ostmark nittjt!
Don Prälat Ulitzka, M. d. R., Ratibor.
Was ich dem deutschen Botte im neuen Jahre wünicke? Daß es die inneren Note und den Haus- licken Zwist überwinde, damit es sich in Geschlossenheit und Einiakeit. in Entschiedenheit und Kraft seinen großen Schicksalsaufgaben widmen kann.
Ein Volk das mit äußerster Not ringt und innerlick zerrissen ist, ist zur Lösung außenpoliti- sch"r Aufgaben unfähig. Die zielbewußteste und klügste Diplomatie muß versagen, wenn ste nickt ein geschossenes und entschlossenes Volk hinter sich
Sind wir auch außenpolitisch seit Der'aill-s um «in gutes Stück voranaekommen, so bleibt doch noch «in größeres Stück Weges zurückzulegen. bis wir unsere volle Souveränität und Freiheit erreicht haben Zur Zeit steht im Vordergrund die Frage d-r Gleichberechtigung Deutschlands in der Abrüstuna und Sicherheit. Sie ist in ein Stadium getreten, in dem einer baldigen klaren Lösuna nicht mehr ausaewichen werden kann. Das neue Jahr wird in dieser Beziehung von entscheidender Bedeutung sein.
Bei aller Sorge um die Gegenwart und nächste Zukunst darf die große Zukunstsfraae, die eine Schicksal-fraae nicht bloß für Deutschland, sondern fü7aanz Europa, ja für die bestehende Gesellschaftsordnung und Kultur der ganzen Welt ist, nicht außer Acht gelassen werden.
Wohin treibt die Entwicklung im nahen und fernen Osten?
Wie eine Sphinx schaut sie uns an. Was wird aus Rußland und was wird es am Ende seiner gigantischen Entwicklung über Europa bringen? Was tut sich im fernen Osten, und was bereitet sich da für Europa und die Kultur des Abend- landes vor? Hierüber müßten sich die Völker und Staaten Europas Gedanken machen und erwägen, ob nicht all« Fragen, über bi« sie zu feiner Einigung fonttnen und die sie ganz einzunehmen scheinen, klein sind im Vergleich zu dem großen gemeinsamen Schicksal, das im Osten emporsteigt. Man finde sich zu gemeinsamen Ueberlegungen und Vorkehrungen zusammen, ehe es zu spät ist.
Den Blick auf den Osten gerichtet, hat das deutsche Volk als nächste Pflicht, seine Ostgrenzen zu schützen und, da sie in ihrer jetzigen Gestalt I der dem deutschen Volke gestellten Aufgabe nicht entsprechen, auf ihre zweckaemäße 2len.be rung bedacht zu fein. Durch den Versailler Vertrag gebunden, werden wir nicht alles tun können, was L sonst möglich und notwendig ist. Aber eines kann und muß geschehen:
Die Grenzgebiete politisch, wirtschaftlich und kulturell so auszubauen, daß sie ein fester leben- biger Schutzwall des Reiches werden.
Die Erfülluna dieser wichtigen nationalen Pflicht darf nicht der Grenzbevötteruna allein überladen bleiben, auch nicht bloß Sache der amtlichen ©.eiten sein, sondern muß vom verständnisvollen und I opferbereiten Interesse des ganzen Volkes getragen sein.
Hierin fehlt es noch in bedenklichem Maße. Wei- I ten Kreisen des beutscken Volkes, selbst deutschen | Behörden ist der deutsche Osten noch ein terra I incognito. Kam doch neulich in Gleiwitz, einer f vberschlesischen Stadt mit 112 000 Einwohnern, die Verfügung eines Berliner Amtsgerichts an, die I di« Ortsaufschrift trug: Gleiwitz in Polen und mit i Auslandsporto frankiert warf Um ein Beispiel von Mana«l an wirtschaftlicher Sora« um die deut» I schen Eren'aebiet» anzuführen, wurde vor kurzem das nur wenige Kilometer von der polnischen Grenze I entfernte, mit den modernsten Maschinen ausge- I stattete Borsigwerk ftillgeieat wodurch mit einem I Schlage 6000 Menschen brotlos wurden. Ist das I verantwortungsbewußte Grenzpolitik? Wir sind grundsätzlich gegen Subventions- und Protektionswirtschaft. Wenn es sich aber um Wahrung lebenswichtiger nationaler Interessen handelt, dann müssen über alle sonst geltenden Grundsätze und Praktiken hinweg Wege gefunden wenden, um «ine derartige Schwächung bedrohter Grenzen zu vermeiden.
Grenzfragen sind Schicksalsfragen des gelam- I ten Boltes, deren Lösung im Programm einer wahrhaft nationalen Staatsführung mit an erster Stelle stehen muß Wenn daher dem deusichen Volke an der Schwelle eines bedeutungsvollen Jahres Wünsche und Weisungen auf den Weg gegeben werden, dann darf unter ihnen nicht die Mahnung I fehlen:
Deutsches Volk, vergiß Deine Ostgrenzen nichkk
* Wegelagerer plündern einen Arbeitslosen aus. Ein ganz gemeiner UeberfaU wurde auf einen Arbeitslosen am Hinkelstein bei Kreuznach verübt. Dort, wo der Hinkelstein sich schluchtartig verengt, sprangen plötzlich zwei maskierte Wegelagerer auf den Arbeitslosen zu und forderten Geld und ein Päckchen, das der Ueberfallene bei sich trug. Geld bekamen die Banditen allerdings nicht, weil der Erwerbslose keines besaß. Sie raubten aber das Päckchen, das ein kleines Weihnachtsgeschenk enthielt und suchten das Weite. Sie enttarnen unerkannt.
* (Eine Milliarde Schadensersahsarderung gegen ehemalige fireuger-Direttoren in Amerika. Die Irving Trust Company, die Treuhänderin der bankerotten International Molch Company der amerikanischen Tochterfirma des Kreuger-Konzerns hat acht Direktoren her amerikanischen Gesellschaft auf insgesamt 2 5 0 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt Die Direktoren der International Match Company sollen die Kontrolle des Unternehmens sahrläfsigerweise Ivar Kreuzer überlassen, und damit ihre eigenen Aufsichtspflichten verletzt haben.
» Folgenschwere Explosion in einer vanmwolk^.^- rei. In der Baumwollspinnerei Lampertsmühl- bei Kaiserslautern ereignete sich eine Explosion, die großen Materialschaden anrichtete. Eine Rauhmaschine wurde an die Decke geschleudert, das Dach eingedrückt und auf der Ostseite sämtliche Fenster'cheiben in ben Fabrikhof geschleudert. Die Grundmauer erhielt einen durchgehenden 10 Zentimeter breiten Riß Im Inneren wurde eine Mauer umgeriffen. Drei Arbeiter, die an einer Rauhmalchine arbeiteten, wurden i.n die Wand geschleudert, tarnen aber mit o->m bloßen Schrecken davon.
besitze, mit den anber/n Parteien und der Regie- Ma verhanhe n zu Arsen. Wenn Strasser diese D/msche durchsetzen/ könnte, wäre die politische - Lchae schnell aeklärr- denn Strasser würde unbedingt mit Schl e/ch e r gehen. Aber auch wenn Hitler nicht naebg/be 'ei es noch keineswegs sicher, ob die NSDAP. eine unbedingte Oppositions- ftellung gegen bin Reichskanzler einnehmen werde.
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Was bi« / nationalsozialistische Bewegung in bieten Tagen/guf das schwerste erneut belastete, das ist der Fememord in Dresden. Noch den- - ten wir mit Schaudern und Entsetzen an die nationalsozialistische Mordtat von Pvtempa. Damals ...war es Hitler leibst, der in einem Telegramm an die verurteilten^ Mörder schrieb: „Meine Kameraden! Eure Freiheit ist von heute an d i e Ehre der Partei!"
Ebenso entsetzt ist man jetzt über den neuen Fememord in Dresden, durch den einer armen Mutter der Sohn, ihre einzige Stütze im Alter, von mrtionalso-ialistischen Mördern entrissen wurde. Immer noch sind die Mörder Mitglieder der Dresdner SA. Immer noch ist Hitler nicht von ihnen abgerückt. Keiner der Führer gab der schwer geprüften Mutter auch nur ein Trostwort, noch weniger halfen sie ihr. Ja, der Stabschef ber SA Röhm schrieb sogar recht zynisch an sie: „Ihren Sohn, bÄauere sehr, kenne ich nicht, weiß von nichts, wie soll ich ber Hüter eines SA-Manne« sein, wo war hunderttausend SA-Männer haben " Die Mörder fitzen in Italien. Mit wessen Hilfe und von wem finanziell unterstützt?
Aber mit dem allen noch nicht genug. Der na« Uonalsozialistische „Freiheitskampf" in Dresden greift sogar noch die leidgeprüfte Mutter an, die in dem großen Schmerze um den Verlust ihres . einzigen Sohnes den Dresdner SA-Führern mitgeteilt hat, daß sie von der Bewegung nichts hören und sehen wijll, daß sie es sich verbittet, daß Nationalsozialisten an der Bee r bi- guna teittnehmen. Dieses nur zu verständliche Verhalten der Mutter benutzt die SA-Formation in Dresden zu einer unglaublichen Kritik, die . uns beweist, daß Menschlichkeit bei den Nationalsozialisten zum unbekannten Begriff geworden ist.
Wehe aber den Führern einer Bewegung, die es nicht mehr wagen dürfen, einen politischen Mord zu verurteilen und welche sogar offenkundig die Mörder der Strafe zu entziehen trachten.
Frankreich und Oesterreich.
Der Pariser Kammerbeschluß über ble österreichische Anleihe.
v Die österreichische Anleihe in von 100 winncnen Schilling, für die die Regierung Paul -Boncour bte Vertrauensfrage eingesetzt hatte, würbe von ber Kammer mit 352 gegen 188 Stimmen angenommen.
„Oeuvre" schreibt dazu, es hab« sich bei der Diskussion um da? Problem gehandelt, ob man mit der Politik brechen wollte, die es Frankreich ertaubt habe, zwar den Anschluß zu vorhin- d e r n, aber auch die Aufmertsamfeit auf die Notwendigfeit zu lenfen, Ordnung in Mitteleuropa zu schassen, ober aber, ob man sich ganz unb gar bes Rechtes begeben wollte, in den Donaufragen mit« jur eben. Die Abstimmung lege ber Regierung die Pflicht auf, in Mitteleuropa bte Politif des Aufbaues fortzufetzen.
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Der französische Senat hat mit 242 gegen 6 Stimmen das Budgetzwölftel mit nur geringfügigen Abänderungen am Text der Kammer angenommen. Auch mit der beantragten fier- auffetzung der Höchstgrenze der auszugebenden Schatzbonds auf 5 Milliarden hat er sich « inoer- st-g n d e n ertlärt.
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Die rabitale Kammerfrattion ertlärt, daß ber Zwischenfall zwischen Herriot unb einigen seiner Fraktionskollegen wegen ber Abstimmung in der amerifanifeben Schuldenfrage als endgültig geregelt anzusehen sei.
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Der belgische Senat hat mit 94 gegen 1 Stimme das von der Kammer verabschiedete Gesetz zur Sanierung der belgischen Finanzen a n - genommen, das die Regierung u. a. zur Einführung einer progressiven Einkommensteuer für das Jahr 1933 ermächtigt. Wie bei der gestrigen Kammerabstimmung verließen auch heute im Senat die Sozialisten vor der Abstimmung ben Sitzungssaal. _______________