FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.
Zahrg. 59
Samstag, 31. Dezember 1932
Nr. 302
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Well im Bild' und „Buchendlätier". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei In Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153. Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::
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Das Arbeils-Programm des Reichstags.
VDZ. Berlin, 30. Dez. (Big. Meld.) Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, wird in parlamentarischen Kreisen des Reichstages angenommen, daß das Reichstagsplenum bei seinem W jeder zu s a m m e n tr i t t in der 2. Januardekade eine längere politische Aussprache durchführen wird, die etwa eine Woche dauern soll. Grundlage dieser Aussprache sollen außer den Mißtrauensanträgen noch eine große Zahl weiterer Anträge verschiedener Fraktionen vor allem über wirtschaftspolitsche D i nge sein. Am Ende der Aussprache wird dann über die Mißtrauensvoten abgestimmt werden. Es heißt, daß ar cd hi» Nationalsozialisten
den Wunsch haben, vor Abstimmung über die Mißtrauensanträge die Regierungserklärung zu hören und die politische Debatte durchzuführen. Weiter verlautet, daß unmittelbar nach dem Zusammentritt des Aelte- stenrats, also nach dem 4. Januar, die Koalitionsbesprechungen zwischen Ratio- nalsozialisten und Zentrum wieder ausgenommen werden (?) Wie --bekannt werden dann am 10. Januar die Ausschußarbeiten bey Reichstags fortgesetzt und zwar zunächst mit Tagungen des Haushalts und des sozialpolitischen Ausschusses. Auch soll der Handelsausschuß des Reichstages sehr bald zusammenberufen werden.
Abschub von kommunistischen Agikaloren.
Zu den verschied. Meldungen, die von Massenausweisungen kommuni st ischer Agitatoren sprechen, erfahren wir von zuständiger Stelle der Berliner Polizei, daß es sich keineswegs um Massenausweisungen handelt. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich nicht um eine einheitliche Aktion der politischen Polizei handelt, sondern, daß die Ausweisungen im Laufe der vergangenen Wochen und Monate ei n z e l n erfolgt sind. Die Zahl der Ausweisungen läßt sich, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, schon deshalb augenblicklich nicht genau angeben, weil, wie schon gesagt, die Ausweisungen nicht auf einmal erfolgten und nicht an einer einzigen Stelle registriert worden sind; sie soll aber kaum 20 Personen treffen. Es handelt sich hauptsächlich um Ausländer, die zum Teil erst vor kürzerer Zeit in Deutschland das Gastrecht in Anspruch nahmen und es insofern mißbrauchten, als sie in ihrer politischen Tätigkeit in Deutschland nicht das notwendige Maß von Zurückhaltung beobachtet haben.
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Es ist sehr zu begrüßen, daß man in dieser Angelegenheit zu Taten schreitet. Wie viel wäre uns erspart geblieben, wenn man mit Ausländern, nicht nur mit kommuni st isch gesinnten, kurzen Prozeß gemacht hätte, sobaD sie nicht das „notwendige Maß von Zurückhaltung beobachteten". Leider hat sich das deutsche Volk mit Vör- liebs von solchen Ausländern auf der Rase herumtanzen lassen, statt ihnen Takt und pflichtgemäße Rücksichtnahme beiz »bringen.
Hindenburg und der Vuller-Lrlatz.
Amtlich wird mitgeteilt:
„Die Behauptung eines Berliner Abendblattes, daß der Herr Reichspräsident besonderen Einfluß aus den Erlaß der Verordnung zur Neuregelung der Fettwirtschast genommen habe, stellt sich nicht nur als eine in Form und Inhalt bedauerliche Entgleisung dar, sondern entspricht auch in tatsächlicher Beziehung tn keiner Weise der Wahrheit. Die fragliche Verordnung ist von den zuständigen Ministern einzig und allein auf Grund des vorliegenden sachlichen Materials ausgearbeitet und aus Grund einmütigen Kabineitsbeschlusses vom Reichskanzler dem Herrn Reichspräsidenten vor- fleicgt worden. 'Der Herr Reichspräsident hat sich den chm vorgetragenen Gründen, die auch amtlich bekannt gegeben worden sind, nicht verschlossen und die Verordnung alsdann unterzeichnet."
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Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Freiherr von Braun, ist von von seinem Weihnachtsurlaub zurückgekehrt. Maßgebend für diesen Entschluß dürste, wie die „Landwirtschaftliche Wochenschau" mitteilt, der erneut eingetretene Sturz der Butterpreise und die damit herbeigeführte weiterhin verschärfte Lage der bäuerlichen Veredelungswirtschaft gewesen sein. Die weiteren Agrarnraßnahmen, auch die Durchführung der Fettverordnung, würden nunmehr mit aller erforderlichen Energie beschleunigt werden.
Nationalismus tobt sich aus.
Kaplan Gilles' Abreise von Eupen.
Der aus Eupen ausgewiesene Jugendführer Kaplan Gilles ist am Donnerstag abend von den belgischen Behörden bei Aachen über die deutsche Eren.ze gebracht worden. Der Jünglingsver- n • dessen Präses Gilles war, hatte ihm zum Abschied noch ein Ständchen bringen wollen. Dre belgische Behörde hatte aber diese wie jede andere Kundgebung verboten.
belgischen Behörden, die unter dem Ein- ""twnal-liberalen Brüsseler Behörden ste- hen, naben natürlich dem Gedanken europäischer Zusammenarbeit und vor allem auch der ch r i st, !' e" G^^nschast einen schlechten Dienst gelei- m~7.r Nationalismus, der bei den verschiedensten Volkern Europas der Ausfluß d e r A b w e n.
düng von Jesus Christus und seiner Lehre ist (Redensarten ändern an die- fern Sachverhalt nicht das geringste), wütet zur Zeit in besonders heftiger Weise. Es ist voraus- znfehen, daß die göttliche Vorsehung auch diese Geistesverwirrung zu dem verdienten Fiasko führen wird.
Der deutsch-französische vertrag
Der Abschluß des deutsch-französischen Handelsvertrages oder bester des Berliner Zusatzabkommens zu diesem Vertrag, ist am Donnerstag durch die Veröffentlichung des Abkommens in den Hauptstädten beider Länder „sanktioniert" worden. Diese Veröffentlichung hat lange auf sich warten lassen. Es hat sich dabei herausgestellt, daß die Indiskretionen auf französischer Seite stärker gewesen sind, als auf der deutschen. Diese Tatsache aber als einen Vorzug der Pressepolitik der deutschen Regierung zu bezeichnen, geht doch wohl zu weit. Es würde manches in Deutschland besser ausgenommen werden, wenn die amtlichen Stellen in bezug auf die Verlautbarung mehr dem Urteil ihrer Sachverständigen, folgen würden. Es sind in dieser Hinsicht gerade in der letzten Zeit einige „Unfälle" passiert, die sich sehr gut vermeiden ließen. Auch Regie gehört zur Politik. Ohne Regie wird Politik unter Umständen sogar dilettantisch.
Das Abkommen selbst ist bemerkenswert durch die Veränderungen der Meistbegün,- st i g u n g s k l a u s e l, die in ihm enthalten sind. Je nach der Einstellung des Beurteilers werden diese Veränderungen mehr oder minder betont. Im allgemeinen stimmt man jedoch auch in Deutschland der französischen These zu, daß, die Meistbegünstigung durch das Abkommen de jure a b g e s ch a f f t wurde und nur noch de fakto für einzelne Warengruppen beibehalten worden ist. Als einen Fortschritt betrachtet man dabei auch in industriellen Kreisen die Kurzsichtigkeit, in der bei einzelnen Positionen die Tarisbindunaen gelöst werden können. Auch die Erleichterung des Abschlusses von Präferenz- und Kollektivverträgen gilt als ein Schritt nach vorwärts, da bei dem Abschluß weiterer Handelsverträge mit anderen Ländern wahrscheinlich doch nach dem Vorbild des deutsch-französischen Vertrages verfahren werden dürfte. Bedauert wird allerdings, daß über die Kontingentierung der deutschen Ein. fuhr nach Frankreich überhaupt nicht ver- handelt worden ist. Hier bleibt ein peinlicher Rest ungelöster Fragen offen, der vielfach auch in deutschen Grenzgebieten, die von den französischen Einsuhrkontingenten besonders schwer betroffen wurden, als äußerst unangenehm und bedauerlich empfunden werden dürfte.
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Die Unterzeichnung des französisch-deutschen Handelsabkommens wird von der französischen Presse lebhaft begrüßt. Der französische Handelsminister setzte den Pressevertretern die Vorteile auseinander, die dieses Abkommen für die französische Industrie aufweise. Die Pariser Presse unterstreicht die Bedeutung, die die Frankreich teilweise wiedergegebene Tariffreiheit für die Außenhandelsbilanz habe. Die Tournee Industrielle" bezeichnet den Abschluß der Berhand- lungen als eines der glücklichsten Ereignisse, da Frankreich nicht nur die Tariffreiheit wiedergewonnen habe, sondern auch die Meistbegünsti- gungskalusel in ihrer Anwendung stark beschränken könne.
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wtb. Paris, 30. Dez. (Eig. Meld.) Im französischen Außenministerium wird zu Beginn des Jahres 1933 eine Propagand ast ekle zur Vertretung der französstchen Interessen im Ausland geschaffen.
keine Zusammenkunft Schleichers mit Paul-Boncour.
„Daily Telegraph" .zufolge, spricht man in Londoner diplomatischen Kreisen viel von der Möglichkeit einer baldigen Zusammenkunft ober sogar eines Besuchsaustauschs zwi - schen General von Schleicher und Paul-Boncour. Eine Entwicklung in dieser Richtung würde nicht nur in London, sondern auch in Washington einen günstigen Eindruck machen.
An Berliner zuständiger Stelle ist von einem beabsichtigten Zusammentreffen des Reichskanzlers mit Paul-Boncour nichts bekannt.
Bombenfunb in Barcelona.
Die Aufdeckung einer anarchistffchen Derschwörung. wtb. Barcelona, 30. Dez. (Eig. Meld.) Durch die zufällige Entdeckung eines großen Bombenkagers scheint man einem anarchistischen Kom- pchtt aus die Spur gekommen zu fein. In eben- falls gefundenen Dokumenten sollen 54 Verschwörer namentlich aüfgeführt sein. Die Polizei T)Cu 'bereits 3 Personen festgenommen. In einem großen Möbeklager hat sich Donnerstagabend ein eigenartiger Vorfall abgespielt, dessen Hintergründe noch nicht aufgeklärt werden konnten. 15 bewaffnete Männer drangen in den Laden ein, sie zerstörten das gesamte Jnvemar. Der Schaden wikd aus 300 000 Peseten geschätzt.
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Den griechischen Behörden sind Mitteilungen zugegangen, wonach ausländische Anarchisten den griechischen Staarspräs identen Zaimis ermorden wollen. Es find alle Vorsichtsmaßnahmen gegen den Anschlag getroffen worden.
ASM?. für Enthaltungs-Politik?
Für den Fall einer Reichstags-Auflösung soll die Parole „Stimm-Enthaltung- lauten?
Eine Berliner Meldung erzählt von neuartigen Absichten der NSDAP, bei einer eventuellen Reichstagsauslösung. Sie spricht davon, daß in einem solchen Falle möglicherweise von der Führung der Partei die Parole ausgegeben wird, überhaupt nicht zu wählen. Dadurch würden einmal V e r l u st e, mit denen man rechnet, nicht so stark in Erscheinung treten. Auf der anderen Seite würde der Reichskanzler mit seiner Regierung in eine hoffnungslose Situation geraten, weil er gegen seinen Willen einer Links- mehrheit ausgeliefert würde und die praktische politische Arbeit eines neuen Reichstages geradezu unmöglich wäre. Obwohl auch diese Meldung überspitzt ist und ihre Wahrheit nur sehr problematisch beurteilt werden kann, stammt sie doch aus nationalsozialistischen Kreisen, wie im übrigen auch ihre typisch nationalsozialistische Dialektik beweist. In politischen Kreisen wird sie allerdings vorläufig noch nicht völlig ernst genommen, da die Nachteile eines solchen taktischen Verhaltens die fast nur propagandistischen Vorteile erheblich überwiegen. Bor allem weist man darauf hin, daß bei einer solchen Einstellung der NSDAP, der Reichskanzler keinesfalls so an den neuen Reichstag gebunben märe, w i e die Vertreter eines solchen Luftexerzierens glauben. Die Antwort der Regierung wäre zweifellos die völlige Ausschaltung des Reichstages und ein diktatorisches Vorgehen, das auch den Nationalsozialisten nicht mehr angenehm sein könnte. Aber auch hier ist abgesehen von der Wahrheit, die sehr zweifelhaft ist, die Meldung als solche interessant. Sie zeigt das sinnlose politische Kombinieren, in das gegenwärtig manche Kreise hineingeraten sind. Da man auf einfachem Wege nicht weiterkommt, sucht man nach komplizierten. Das Erwachen wird nicht sehr erfreulich sein.
Jteuj ahrsproph eten.
Sie sind auch in der Politik zu finden umd besonders bei den Nationalsozialisten beliebt. Dort müssen sie den Mafsemvahn schüren und einen Wunderglauben erhalten. Für 1933 sind von dieser Seite Prophezeiimgen noch nicht erfolgt. Aber vielleicht werden sie in der Ankündigung und im Erfolg denen früherer Jahre wieder gleichen, die der Reichspropagandaleiter D r. Goebbels so gern hinausposaunte. Wie sagte er doch?
1932, das Jahr unseres endgültigen Sieges.... Wenn wir dieses Jahr die Trumpskarte nicht ausspielen, dann ist es aus.....Dieses Jahr 1932 ist das Jahr
der Entscheidung. Rur noch wenige Monate, und wir werden die Macht übernehmen. . ."
ch persönlich gebe Ihnen die Garantie, daß das Jahr 1932 das Jahr sein wird, in dem wir Nationalsozialisten nicht nur in Preußen, sondern damit auch im R e i ch e unsere Macht entfalten werden! Ich garantiere Ihnen persönlich, daß dieses Jahr noch unser nationalsozialistisches Reich bringen wird."
Aus der Traum! Kein „Nationalsozialistisches Reich", kein Reichspräsident und kein Reichskanzler Hitler! Unaufhaltsame Zerfallserscheinuii- gen dafür. Gregor Strasser flüchtet vom Hitler- Schiff. An den Straßenecken klappern die Sammelbüchsen für die bankerotten Finanzen. Das groß- angekündigte Reichsjugendtreffen muß abgeblasen werden. Brauchen wir da noch zu prophezeien?..
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Das überlassen wie lieber einem „Harzburger Freund" Hitlers, dem deutschnationalen Abgeordneten S t a d t l e r, einstmals em Vorkämpfer der Windthorstbünde, der sich anscheinend in der Hitler-Bewegung sehr gut auskennt. Er erklärt nämlich:
„Wir haben es mit einem konstitutionellen Zerfall, mit einer Totalkrise (bei der NSDAP, die Red.) zu tun. Der ideelle Lebenskern ist erschüttert, der Kops des Organismus ist zum Objekt eines politischen Krankheitsfalles, des
Falles Hitler, geworden. Die Führerschicht ist fast restlos durcheinander geraten, die Wähier- massen befinden sich in zentrifugaler Rücksiut und zwar ebenso elementar, wie sie noch vor einem halben Jahr ins Zentrum der national- sozialistischen Bewegung hineintendierien. Die ideelle Krise ist unverkennbar.....In der
letzten Zeit hat der blinde, gedankenlose, fana- tlfche und naive Hitlergiaube einen beträchtlichen Schlag erlitten. Wer vor etwa einem halben Jahre in geschlossenen nanonalsozialisti- schen Kreisen gewagt hätte, an Hitler als Gesarntpersönlichkeit Teilkritik zu üben, der wäre geradezu tn einen gefährlichen persönlichen Konflikt mit diesen hitlergläubigen Fanatikern geraten.
Nun aber wird im eigenen Lager der NSDAP, sogar heftige Kritik geübt- So lesen wir im „Reichswart", dem Organ des nationalsozialisti- schen Abgeordneten Graf Revenlow:
„In der gesamten europäischen Presse ist besprochen worden, daß vor einiger Zeit einige junge Nationalsozialisten am Faschismus-Denkmal in Südtirol Mussolini eine Ovation gebracht haben. Man hat dem „Reichswart" Anfragen geschickt, was er dazu sage. Unsere Antwort ist sehr kurz: Der Vorfall ist ganz unerhört, schien auf den ersten Blick unglaublich, verdient — inzwischen bestätigt — schärfste Mißbilligung und findet diese selbstverständlich auch bei der Führung der NSDAP. Eine Verstiegenheit solcher Art, welche die Leiden der eigenen Volksgenossen in Südtirol vergißt, ist weder national noch sozialistisch. Es ist schwer, einen genügenden Ausdruck dafür zu finden, zum aller» mindesten ist es empörend und beschämend!"
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„Empörend und beschämend" ist es auch, wenn das Organ Hitlers, der „Völkische Beobachter", in Nr. 364 vom 29.12. 1932 schreibt:
„Würde der Führer heute wieder den Massen dib Frage vorlegen, ob er seinen guten Namen und den herrlichen Geist unserer Bewegung diesen halben Maßnahmen opfern sollte . . . dann würden ihm die Zehntausende wie beim letzten Deutschlandflug wieder ein dcmnerndes „Nein!" zur Antwort geben. Die immer grauenvoller werdende Not ist unser zuuerläUiglt-v Bundesgenosie im Kampf um die Macht. Vor dieser Not wird auch das Kabinett Schleicher in kurzer Zeit kapitulieren müssen."
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Dieser unglaublichen Aeußerung haben wir hier schon Erwähnung getan. Hier erweisen sich die Nationalsozialisten als echte „Brüder" der Kommunisten, denen auch die Volksnot nur Parteiwaffe ist. Der „Sozialdemokratische Pressedienst" vom 27. 12. 1932 berichtet über folgenden Vorfall, der sich in einem Leipziger Vorort abspielte. Dort „verlangten die Sozialdemokraten in der Gemeindevertretung, daß die Gemeindeverordneten auf ihre Aufwandsentschädigung zugunsten der Wohlfahrtsunterstützungsempfänger verzichten sollten". Ein Kommunist erklärte dazu:
„Es kommt uns überhaupt nicht darauf an, ob die Fürsorgeempfänger ein oder zwei Mark mehr bekommen; wir müssen Revolution machen und zwar im Weltmaßstab gesehen, nicht die lumpigen Mark brauchen wir, revoltionären Geist müssen wir erzeugen!
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Immerhin ist es den nationalsozialistischen Worthelden nicht sonderlich behaglich in ihrer Haut. Es kommen allerlei merkwürdige Gerüchte aus dem Braunen Haus in München aerobe jetzt durch den noch längst nicht beigelegten Konflikt zwischen Hitler und Strasser. Die „Bayerische Staatszeitung" schreibt, daß aber Ueberraschun- gen selbst grundsätzlicher Art nicht völlig außer Rechnung zu lassen seien.
Hitler scheine die Notwendigkeit eingesehen zu haben, sich mit dem früheren Reichsorganisationsleiter wieder zu versöhnen, weil bei einem endgültigen Bruch zu große Verluste drohen. Auch Strasser wisse, daß Hitler ihn brauche, und denke nicht daran, sich reumütig zu unterwerfen. Er habe Bedingungen gestellt, die aus nichts anderes hinausliefen, als auf die Forderung, Hitler von der politischen Verantwortung zu entlasten und ihm lediglich die propaganda-technischen und die repräsentativen Aufgaben mu» weisen. Bei einer derartigen vollständigen Neuorganisation der Partei fordere Strasser die Stellung eines Art Generalsekretär, der die Vollmacht
Zu den neuen Kämpfen in der Süd-Mandschurei.
°Mukden
lAharbin J
-Qy, <"*
o Pehing"ji|| CHI- NA
Karte der Mandschurei, deren Provinz Jehol die Japaner jetzt besetzen wollen. Die chinesische Zentralregierung hat erklärt, daß sie die Provinz mit allen Mittest» verteidigen werde.
Marschall Tschangshüliang
hat die Organisation des chinesischen Widerstandes in Jehol übernommen. Zwischen seinen Truppen und den Japanern ist es bereit» -A
■«- zu den ersten Zusammenstößen gekommen