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Fuldaer Land und Aachbargebiek

= Almendorf (Sr. Fulda). Man schreibt uns: Am. zweiten Weihnachtsfeiertag beging der hiesige Jung' männerverein in der Gastwirtschaft 2)ange(, Horwieden seinen diesjährigen Theaterabend, Die Auffüh­rung des fünfaktigen Schauspiels: „Ich halt' einen Kameraden" von Max Carus hatte eine große Zu­schauermenge aus der Umgegend herbeigelockt, so daß bei Beginn der Vorstellung der Veranftaltungsraum voll besetzt roar. Das Stück mit seiner spannenden Handlung, wurde von sämtlichen Spielern gut wiedergegeben und machte tiefen Eindruck, Dank gebührt den Spielern und besonders der Spielleitung, die bei der Einübung keine Mühe gescheut hatten. Die Pausen während der Büh­nenumwandlung wurden durch Musikstücke ausgefüllt. Damit auch der Humor nicht zu kurz kam. hatte man das Luststück: „Der Bauer als König Herodes" ge­wählt. Wunschgemäß werden diese Stücke am nächsten Sonntag (Neujahr) wiederholt.

Schafft Freude!

— Kommet) (Krs. Fulda). Auf unsere-- zi ?i 1OO0 Einwohner zählenden Arbeitergemeinde löstet infolge der Stillegung des Kaliwerkes und des Mangels lon- tiger Verdienstmöglichkeiten die Not der Zeit beionders tark. Die Arbeitslosigkeit ist sehr groß. Um das chreckliche Gespenst der Hoffnungslosigkeit zu bannen, beschlossen Schule und Vereine, der Gemeinde für we­nig Geld freudvolle Stunden und belehrende Anregun­gen für Verstand und Gemüt zu bieten. Die Sonntag­abende der Advents- und Weihnachtszeit waren hierfür ausersehen. Wie sehr man einem Bedürfnis entgegen­kam, zeigte die Tatsache des jedesmal übervoll besetzten Jmhof'schen Saales. Ein Kriegergedächtnis­abend rief die Erinnerung wach an unsere gefallenen Väter und Söhne und empfahl ihre Seelen dem Erbar­men des himmlischen Vaters. In der Iugendträume goldenes Märchenland führte die Schule. Sie ver­mittelte wertvolle Lebensweisheit, erfüllte mit Opti­mismus und Glauben an den Sieg des Guten über das Böse. In Form eines Pfarrabends zeigte der Iungmännerverein den hohen Wert der un­bedingten Redlichkeit und Wahrheitsliebe im praktischen Leben. Unsere wackeren Jungmänner haben ihre Sache wirklich gut gemacht. Die marianische Kongre­gation brachte am Tage des urchristlichen Protomär­tyrers ein vieraktiges Drama des Italieners A. Cuic! „Fabiola und Agnes" zur Aufführung, übersetzt von M. Bergervoort. Die klassischen Gewänder unterstützten das künstlerische Spiel, so daß die Zuschauer mit Bei­fall nicht kargten. Das Weihnachtserlebnis eines armen Waisenkindes weckte Mitleid mit der Not des Mitmen­schen. Musik- und Gesangverein verschönten die Abende. Auch in der Christmette und der Hirtenmesse half er mit, Weihnachtsfrieden in bedrückte Menschenherzen zu zaubern.

Goldene Hochzelk.

— Buchenrod (Kr. Fulda). Die GoldeneHoch- zeit feierten am 2. Weihnachtstage im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder die Eheleute Gregor Lein­weber und Frau Judith geb. Kräh. Der Jubilar steht im 74. Lebensjahr und ist noch sehr rüstig, die Jubilarin, die im 72. Lebensjahr steht, ist körperlich etwas leidend. Unter den vielen Gratulanten, die des Jubelpaares ge­dachten, befand sich auch der Hochw. Herr Bischof, der durch H. H. Pfarrer Walk eine schönes Geschenk über­reichen ließ.

Umfangreiche Wechselfälschungen.

0 Schlüchtern. Unter der schweren Anklage der Wechselfälschung hatte sich vor dem Schöffengericht Ha­nau der 61 Jahre alte Kaufmann Ja. Ro. aus Schlüch­tern, der ein sehr gut gehendes Warengeschäft betrieb, jedoch infolge der Wirtschaftskrisis in Schwierigkeiten geriet, zu verantworten. Er stand seit Jahren mit der Bankfirma Abraham Sichel in Schlüchtern, über deren Vermögen bekanntlich vor einigen Monaten (20. Ott. d. I.) das gerichtliche Vergleichsverfahren eröffnet worden ist, in Geschäftsverbindung. Als zur Abdeckung seines Schuldkontos die Bank eigene Wechsel desselben nicht mehr annahm und andere Wechsel verlangte, fer­tigte Ro. fälschlich Wechsel mit der Namensunterfchrist anderer Personen an und reichte dieselben der Bank ein. Weiterhin füllte er ihm übergebene Blankoakzepte in ab­redewidriger Weise an, die er der Bank gleichfalls über­gab. Die Bankfirma Sichel hatte gefälschte Wech­sel im Betrage von über 10 000 Mk. erhalten. Der Angeklagte hatte gehofft, die gefälschten Wechsel selbst einlösen zu können. Das Urteil lautete auf 10 Mo­nate Gefängnis. Nach Verbüßung der Hälfte der Strafe soll Strafaufschub eintreten.

= Alsberg (Kr. Gelnhausen). Alsberg ist in der glücklichen Lage, ein für das kleine Dorf recht geräumi­ges Jugendheim zu besitzen. In wochenlanger Arbeit wurde jetzt von der Jugend eine feste Bühne in dem Heim geschaffen. Die Schreiner bastelten das Rahmen­werk und Herr Lehrer Paul leitete. die Malerabtei­lung, die eine farbenfrohe, naturgetreue Bühnenaus- rüftung herftellte. Am Weihnachtsfest war die Bühnen- Einweihung. Nach einleitenden Worten des Jugend­präses über die Bedeutung des Spielens und des Büh- nen-Bastelns spielte zunächst die Schule das dreiaktige Märchenstück „Die Zwergenpost im Walde". Sodann spielten Jungfrauen und Iungmänner das bekannte Stück: „Der Glockenguß zu Breslau". Die Spieler hat­ten ihre Rollen im allgemeinen gut erfaßt. Farben­frohe, selbstgefertigte Kostüme gaben dem Spiel, na­mentlich dem Märchenspiel, erhöhte Wirkung. Am Neu­jahrstag abends 7 Uhr wird das Spiel noch einmal ge­geben.

Bad Orb und Umgebung.

— Bad Orb. (Primiz.) Man schreibt uns: Am 2. Weihnachtstage feierte der Neupriester Franz Schopp in feiner Heimatstadt sein erstes heiliges Meß­opfer, nachdem ihm am Feste des hl. Sturmius durch den Hochw. Herrn Bischof im Dome zu Fulda die hl. Priester­weihe erteilt worden war. Feierliches Geläute klang vom Turme des ehrwürdigen Gotteshauses, während die Schulkinder und die Vereine den Primizianten und feine Angehörigen durch die Straßen des festlich geschmückten Ortes zur Kirche geleiteten. Herr Dechant Dehler, der ehemalige Pfarrer von Bad Orb, hielt die Feftpredigt über die Würde des Priestertums und feine Notwendig­keit in der Heilsaufgabe der Kirche. Anschließend brachte der hochw. Herr Neüpriester sein Erstopfer am Hochaltäre dar unter Assistenz der hochw. Herren Karitasdirektor Baier, Religionslehrers Becker-Fulda u. des Herrn Stadt­pfarrers Lins-Bad-Orb. Chorgesang, Orgel und Orchester begleiteten die feierliche Handlung in dem bis zum letzten Platze gefüllten Gotteshaufe. Am Schluffe der Weih­nachtsandacht am Nachmittage erteilte der H. H. Neu- priefter allen Anwesenden den Primizsegen. Im Saale der Guten Schwestern von der hl. Elisabeth vereinten sich Angehörige und Freunde desPrimizianten zu einer würdigen und herzlichen Familienfeier. Ws.

(Ein vierjähriges Kind vom Auto gekökek.

— Hanau. Beim Ueberqueren der Lamboystraße lief * die vierjährige Hildegard Seidel in ein Personenauto und geriet unter die Räder. Das Kind wurde in schwer­verletztem Zustand in das Krankenhaus gebracht, wo es nach einigen Stunden starb.

Neues aus Frankfurt.

— Das wachsende Frankfurt. — 30 000 Neuwohnun­gen. Heute ist bereits jede sech ste Wohnung im Deutschen Reich eine Neuwohnung, d. h. nach 1918 e r» baut. Durch diese Bautätigkeit hat sich manches Stadt­bild sehr verändert. Frankfurt weist einen Bestand von 30 000 Neuwohnungen auf. Davon kann man sich nur einen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß Wies­baden insgesamt nur 45 000 Wohnungen zählt. Aller­dings ist auch in Frankfurt bereits jede fünfte Wohnung als Neuwohnung anzufehen. Bemerkenswert ist noch, daß jede dritte Wohnung in Frankfurt eine Kleinwoh­nung mit höchstens drei Räumen einschließlich Küche ist.

— Das Großfeuer in den Eifenbahnwerkstätten. Wie bereits gestern kurz gemeldet wurde, entstand Dienstag­abend in den Eifenbahnwerkstätten der Reichsbahn an der Idsteiner Straße ein Brand, der in wenigen Augen­blicken einen großen D-Zugwagen und das Dach des Raumes in Flammen setzte. Als die Feuerwehr mit zwei Löschzügen eintraf, war das Feuer bereits soweit vorgeschritten, daß Gefahr für das ganze große Gebäude bestand. Erft nach einstündiger harter Arbeit, bei der man sechs Schlauchlinien verwandte, konnte man des Feuers Herr werden. Ein D-Zugwagen verbrannte vollständig, zwei weitere wurden sehr schwer beschädigt. Der Schoden dürste sich auf mehr als 60 000 Mark be­laufen. Auch der Dachstuhl muß völlig erneuert wer- den. Man vermutet, daß bei Schweißarbeiten am Nach­mittag ein Funken in die Holzteile flog, hier weiter glimmte und dann abends zur hellen Flamme entfacht wurde.

weil er einen Korb betarni

— Flörsheim. Der Landwirt Klees, der feinen Sohn Ernst vermißte, machte sich noch spät abends ge­meinsam mit feinem anderen Sohne auf die Suche nach Ernst Klees, der schließlich im Gebälk der Scheune er­hängt aufgefunden wurde. Es konnte feftgeftellt wer­den, daß der junge Mann am Nachmittag des gleichen Tages von feiner Braut abgewiesen worden war, die nichts mehr von ihm wissen wollte. Dies hat . sich der junge Mann "o sehr zu Herzen genommen, daß er seinem Leben ein Ende machte.

Ausgrabungen an der Burgruine Königstein.

— Königstein. In den Ruinen der einst mächtigsten Burg des frühen Mittelalters und der späteren Lan­desfestung des Mainzer Kurstaates werden gegenwär­tig vom freiwilligen Arbeitsdienst umfangreiche Aus­grabungen veranstaltet. Vor allem ist man dabei, den 1796 von den Franzosen verichütteten Teil der Burg freizulegen. Es konnte bereits ein Teil der mit dem Einsturz drohenden Baureste gestützt und vor dem Ver­fall bewahrt bleiben. Die bisher unzugänglichen und mit dem Zauber des Aberglaubens umwobenen Burg- verliehe „Teufelskeller" und „Teufelsküche" wurden freigelegt und dem Besucher zugänglich gemacht. Ge­genwärtig werden die dunklen Räume des einstigen Staatsgefängniffes, die so manchen politischen Gefan­genen sahen, von Geröll und Gestein frei gemacht. Freigegraben wurden ferner die Bäckerei an der Ost­front, dann entdeckte man einen bisher unbekannten Schießstand und eine steinerne Wendeltreppe. Die Aus­grabungen werden fortge'etzt. Als man den Königstem als Festung aufgab, wurde er von Mainz u. dann später von Nassau zum Verkauf gestellt. Erst den Bemühun­gen der Königsteiner Bürger gelang es um die Mitte des 19. Jahrhunderts die weitere Zerstörung der Ruine zu verhindern, die jetzt von der Eigentümerin, der Groß­herzogin von Luxemburg, erhalten wird.

Unterschlagungen e nes Bürgermeisters.

Gelder für den Freiwilligen Arbeitsdienst veruntreut.

— Helferskirchen (Unterwesterwaldkreis). Der Bür­germeister von Helferskirchen hat sich Unregelmäßig»

Hier wird der deutsch-italienische Futzbalt-Länderkampf ausgetragen.

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Das Stadion Lilloriale in Bologna.

das schönste italieniMje Stadion, wo am Neujahrstag die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen die Fußball-Els Italiens antritt. Vor dem Turm in der Mitte sieht man ein Reiterstandbild des Duce.

feiten bei der Auszahlung der Förderungsbeträge für die Freiwilligen Arbeitsdienst zu Schulden kommen las­sen, in dem er für eine Reihe von Tagen, an denen er nicht arbeiten ließ, die Förderungsbeträge mit dem Arbeitsamt Niederlahnstein verrechnete und auch Beträge für Festtage, die bestimmungsgemäß auszuzahlen sind, und über die er gleichfalls quittiert hatte, nicht zur Aus­zahlung brachte. Der Vorsitzende des Arbeitsamtes Nie- derlahnstein, der die Verfehlungen persönlich feftfteUte, hat durch die zuständige Stelle Anzeige bei der Staats­anwaltschaft veranlaßt. Auf feine Anzeige hin hat der Landrat des Unterroefterroalbfreifes den ungetreuen Bür­germeister veranlaßt, sofort feinen Bürgermeisterpoften niederzulegen. An Ort und Stelle vorgenommene Un­tersuchungen durch den Vorsitzenden des Arbeitsamtes und den zuständigen Landjägermeister bestätigten die Verdachtsgründe.

Die Brandstistungsfenche.

(Ein Brandmeister unter dem verdacht der Brandstiftung verhaftet.

— Rotenburg a. d. F. In R a ß d o r f Hai es dieser Tage, wie gemeldet, innerhalb eines Monats zum vier­ten Male gebrannt und zwar wurde die Scheune des Gastwirts Bartholomäus eingeäschert. Großes Auf­sehen erregte es nun, als der hiesige Brandmeister und SägemühleNbesitzer B. mit seinen beiden Söhnen unter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet wurden. Der eine Sohn ist inzwiichen wieder auf freien Fuß gefetzt worden. Die Untersuchung in der Brandstiftungsange­legenheit ist noch nicht abgeschlosien, so daß abgewartet werden muß, ob B. mit den Brandstiftungen tatsächlich etwas zu tun hat. Inzwischen hat man verschiedentlich Zettel mit folgender Aufschrift gefunden: „Wir sind unser acht und wandern bei Tag und Nacht: wir zünden überall Feuer an, da haben wir unsere Freude dran." Weitere Drohbriefe künden Feuersbrünste in dem nahen Obersuhl an.

Die Auldaschissahrt ruhl.

— wolfsanger. Die Fulda schiff ahr t ruht nun auf die Dauer von 5 bis 6 Wochen. In den letzten Tagen vor dem Feste hat man bereits die Fuldawehre niedergelegt und hat nun mit dem Leerpumpen bei Wolfsanger begonnen, um Reparaturen vornehmen zu können.

Freistaat Hessen.

Selbstmord auf den Schienen.

— Wallenrod. In der Nähe des Bahnhofes Wallen­rod im Gleise der Strecke Gießen-Fnlda wurde ein 22iähriges Mädchen aus Wallenrod tot aufgefun­den. Das Mädchen hatte sich von einem Zuge über­fahren lassen.

Die Schwierigkeiten eines kommunistischen Bürger­meisters.

— Lampertheim. Nach einer Mitteilung der „Ar­beiterzeitung" wurde auf Grund eines Beschlusses der Bezirksleitung der Funktionäre und einer Mit­gliederversammlung der stellvertretende Bürgermeister Kretschmar wegen parteischädigenden Verhaltens aus der Kommunistischen Partei ausge­schlossen. Kretschmar hatte sich geweigert, eine von den Kommunisten beantragte Gemeinderatssitzuna einzu­berufen, in der über Winterhilfsanträge der KPD. be­raten werden sollte.

Wiederaufbau der tzildegardiskirche.

— (Eibingen (Rheingau). Vor einigen Monaten kurz nach der Vernichtung der Hildegardiskirche und ihrer Nachbargebäude durch eine Feuersbrunst, besich­tigte der Bezirkskonservator Prof. Wichert- Frank­furt a. M. die Brandruinen, um festzustellen, ob ein Wiederaufbau der abgebrannten Gebäude möglich er» scheint. Die Kirche wie auch die anschließenden südlichen Flügel der früheren Klostergebäude wurden von ihm nicht als solche Bauwerke bezeichnet, die sich durch be­sondere Architektonik auszeichnen. Es waren lediglich zwei Baukörper von einfachen Formen. Trotzdem bil­dete die ganze Anlage eine Baugruppe von sehr reiz­voller Wirkung, fo daß ihr völliges Verschwinden zu bedauern wäre. Ein Wiederaufbau in der alten Form wurde sehr wünschenswert bezeichnet. Bei dem Kloster­flügel besteht sogar die technische Möglichkeit, die er« hal'tenen Teile durchweg wieder zu benutzen. Ungünsti­ger liegen die Verhältnisse bei der Kirche, deren Außen­mauern durch den Brand ziemlich stark mitgenommen sind. Bester wäre es, die Kirche ganz abzutragen und an gleicher Stelle sie wieder neuaufzubauen. — Nach langen Beratungen der zuständigen Stellen hat man sich' jetzt zum Wiederaufbau der Kirche mit einem dazu gehörenden Gemeinde- und Pfarrhause entfdüoffen. Die Kirchengemeinde hat bereits unter den selbständi­gen freischaffenden katholischen Baumeistern der Diö­zesen Limburg und Mainz einen Wettbewerb zur Er­langung von Ideenskizzen ausgeschrieben und dafür drei erste Preise von 400, 300 und 200 Mark ausge­setzt. Bis zum 24. Februar 1933 müssen die Pläne für die neue Kirche eingereicht fein. — Noch im Laufe des Sommers soll dann mit dem Wiederaufbau der Gebäuüegruppe begonnen werden.

De« Gatte« erschossen?

Die Rlordassäre auf Schloß Wollershausen.

— Würzburg. Die Mordaffäre auf Schloß Walters» Hamen hat in den letzten Tagen eine weitere Klärung insofern erfahren, als der Gärtner und Chauffeur Karl Liebig aus Recklinghausen, der bekanntlich von der Baronin beschuldigt worden war, ihren Gatten erschos­sen und sie selbst verletzt zu haben, aus der Hast ent­lassen worden ist. Der Verdacht gegen die Baronin selbst, die sich noch in Untersuchungshaft befindet, ver­dichtet sich mehr und mehr, doch sind die ganze Ange­legenheit und besonders die Motive der Tat noch nicht endgültig geklärt.

Wissenschaft und Forschung.

(Eine neue seuchenfeste Schweinerasse.

Die Züchtung einer neuen seuchenfesten Schweine- rasse gelang, wie H. P. Ossent berichtet, im Kaiser-Wil­helm-Institut für Züchtungsforschung zu Müncheberg. Durch zahlreiche Untersuchungen hatte man einen Zu­sammenhang zwischen Wildfarbe und Seuchenfestigkest festgestellt. Darum griff man bei den Züchtungsver- suchen auf Wildrasfen zurück und paarte eine bayerische und eine hannoveranisch-braunschweigische Landfchwein- fau mit einem Wildschweinkeiler aus dem Zoologischen Garten in Berlin. Durch Auslese und Weiterzüchtung erhielt man schließlich ein wildfarbenes Schwein von böd)fter Widerstandsfähigkeit, großer Fruchtbarkeit und Mastfähigkeit, das sich bei der Aufsicht und den Ferkeln gegenüber äußerst gutartig zeigt. Man hofft, die neue Schweinerasse bald aus den Markt bringen zu können.

K. O. S.

Technik und Verkehr.

Fiebermejfung in 10 Sekunden.

Ein empfindliches Fieberthermometer, das ein Ther­moelement verwendet, ist in Amerika hergestellt worden. Mit diesem Instrument ist es möglich, die Körperwärme an jeder beliebigen Stelle des Körpers innerhalb 19 Sekunden auf ein Zehntel Grad genau festzustellen. Das neue Fieberthermometer wird wegen feiner verwickelten Apparatur und feines zunächst noch beträchtlichen Prei­ses wohl nur für Krankenanstalten in Frage kommen: in Amerika ist es in der berühmten Mayo-Klinik :n Rochester in Gebrauch. O. K.

Wider vom Tao

Wufchonoff,

der Ministerpräsident Vukaariens, ist zurück? ten. Die Kabinettskrise ist ausgebrachen, d< bulgarischen Agrarier einen verstärkten Eil auf die Regierungssührung verlangen.

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Die neueste Aufnahme des Fürsten Wolff Heinrich zu Stolberg-Stolberg' (rechts).

der bereits als Gatte der Thronfolgerin von Hol­land, der Prinzessin Juliane, genannt worden war. Der junge Fürst hat sich jetzt aber anders entschlossen und sich mit Fräulein Irma Eifert, der Tochter eines mittleren Beamten, verlobt. Fräulein Erfert kam vor vier Jahren nach Stol­berg, und zwar als Haustochter des Bürgermei­sters. Nun wird sie die bescheidene bürgerliche Wohnung mit dem Sch'oß des Fürsten vertauschen.

Timur Tasch,

Ä..JM

V.

der bisher so einflußreiche persische Staatsmann und vertrauteste Ratgeber des Schahs, wurde jetzt plötzlich von seinem Herrscher entlassen. Man wirft ihm, der auch der „Mussolini" Persiens genannt wird, den Abschluß des englisch-persischen Oelver- trages vor, der jetzt für Persien so ungünstige Folgen zeigt. *

wtb. London, 29. 12. (Eig. Meld.) Sowohl „Daily Telegraph" sowie „Morning Post" berich­ten übereinstimmend aus Genf, in dortigen inter­nationalen Kreisen sei man der Ansicht, daß Persien versuchen werde, sich mit Groß-Britanmen über den P e t r o l e u m st r e i k z u^v e r stän­digen, bevor die Frage zum 23. Januar vor den Völkerbundsrat kommt.

Israelitischer Gottesdienst.

Freitagmittag 1 Uhr. — Samstag, 31. Dez.: Vor­abends 4.30 Uhr, morgens 8.15 Uhr, nachmittags 3.30 Uhr, Sabbatausgang 5.20 Uhr. — Wochen-Gottesdienst: Morgens 7.10 Uhr, nachmittags 4.15 Uhr.

Zeitschriften.

Soeben geht uns das erste Heft des fünfundvierzig­sten Jahrganges der illustrierten Familienzeitfchrift „Die Katholische wett" (Pallotiner Verlag, Limburg a. ö- Lahn) zu. Schon bei flüchtigem Durchblättern des prachtvollen Heftes merkt man, daß Schriftleitung uns Verlag unablä'ffig bemüht find, diese in allen deutschen Gauen bekannte Familienzeitschrift inhaltlich und tech­nisch auf der Höhe zu halten. Wir können es rund her­aus lagen: Unter der kundigen Schriftleitung von P- Joseph Lucas hat sich die „Kathol. Welt" zu einem füh­renden Familienblatt entwickelt. Die Zeitschrift bietet ihren Lesern nur erklasfige Romane und Novellen her­vorragender Schriftsteller, volkstümlich geschriebene Bei­träge aus Literatur und Kunst, Länder- und Völker­kunde. Sie orientiert auch in ihrem trefflichen „Web- stuhl der Zeit" (vom Herausgeber) über alle Vorgänge aus Kirche und Welt. Auch erwähnen wir noch beson­ders die Rubrik: „Für die Frauen und Töchter", die neben einem instruktiven Leitartikel des Herausgebers manche praktische Winke für Haus und Küche bietet- Neuerdings soll auch die Paramentik mehr gepflegt «er­den. (Jährlich zwei Paramentenbeilagens) Achtung dreißig vorzüglich wiedergegebene Bilder, darunter dre> prachtvolle Vollbilder und außerdem eine schöne Kunst- beilage: Hilde Vitzthum, „Baby", zieren dieses erste Hest des neuen Jahrganges. Der Preis biefer wirklich reich­haltigen Zeitschrift ist sehr mäßig, er beträgt pro Vier­teljahr nur Rm. 1.35. (Für das 48 Seiten starke Hest in Großquartformat also nur 45 Psg.) Man kann ru1 hig sagen: „Für wenig Geld viel Freude". Bestellung nimmt jeder Buchhändler, Briefträger oder der am Di befindliche Austräger entgegen. Bei Bezugsschwier. feiten genügt eine Karie an den Verlag.