das Gruppenkvminando I, die dritte Division und die erste Kavalleriedivision und die Heeres-Safti- tätsinspektion. Bei der Reichsmarine wechselten die beiden Stationschefs der Nord- und Ostsee und die Befehlshaber der Linienschiff« und der Auf- klärungsstreitträfte.
Die deutsche Marine batte im Juli den schmerz lichen Verlust des Seaelschulschiffs „Niobe" zu be- klaqen, bei dem viele brave Seesoldaten den Tod fanden. Das Ersakschiff für die „Niobe" ist in Auftrag Gegeben. Neu in Dienst Gestellt wurde das Artillerie-Schulboot „Bremse" als Ersatz für den „Drachen". Die „Karlsruhe" kehrte Gegen Ende de» Jahres von ihrer einjährigen Auslands- fahrt zur ÄusbildunG de» Ofsiziersnachwuchfes in die Heimat zurück. Sie hatte die Gewässer von Nord- und Südamerika ausgesucht und hatte zum ersten Mal nach dem Kriege Newyork angelausen. Der Kreuzer „Köln" hat mit gleichen Ausbildungszwecken die Heimat verlassen und wird zunächst das Mittelmeer und den Indischen Ozean aussuchen. Das Erscheinen deutscher Kriegsschiffe im Ausland hat wieder dazu beigetragen. Deutschlands Ansehen zu festigen und zu mehren.
Unerfreulich gestaltete sich zum Schluß des Jahres die Lage der Versorgungsanwärter der Wehrmacht. 13 000 ehemalige Soldaten befinden sich ohne Anstellung und Beschäftigung. Eine Verordnung des Reichspräsidenten zur Verbesserung der ^ioilversorgung wurde nowendig und brachte erfreuliche f>itfe, konnte aber naturgemäß die ungünstige Lage auf diesem Gebiet nicht restlos beheben.
Die Reichswehr kann bei einem Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr eine wettere Festigung ihrer Ausbildung auf allen Gebieten vermerken. Besonders erfreulich aber ist die sich immer enger knüpfende Verbindung der Wehrmacht mit dem deutschen Volk, dessen Interesse für Wehrfragen in Zusammenhang mit dem deutschen Kampf um die inilitärische Eleichberechtigung gerade in diesem Jahre erfreulich zu genommen hat.
Eine Jahreswende reizt zu Ausblicken. Prophezeien ist mißlich, aber Hoffnungen sind erlaubt. Dabei steht im Vordergrund die Erwartung, daß unser Kampf in Genf zu endgültigen Ergebnisstn führt, die die deutsche Wehrmacht wieder stärker in die Bahnen der Volkserziehung führen und sie von den unerträglichen ideellen und materiellen Fesseln des Versailler Vertrages befreien. Der WillederReichswehr, überallenPar- teien, un ge Hunden an wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen dem ganzen Volk zu dienen, bleibt auch im neuen Jahre unerschüttert. Er wird getragen von dem starken Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen, für die Sicherheit des Vaterlandes nach außen, und von dem Bewußtsein, die Klammer des Reichs zu bleiben, wie bisher.
=■ Zwei frohe Stunden haben die Kinder vom Antoniusheim am zweiten Weihnachtstage ihren zahlreichen Gästen bereitet. Ein wundervoller Reigen Kerzen tragender Engel, ein zartes Krippenspiel, die dramatische Legende van der geheimnisvollen Christrose und ein paar originelle lustige Stückchen: dieses reiche Programm bewältigen die Kinder mit einer Sicherheit, die den aufmerksamen Zuschauer erstaunen läßt über die ausgezeichneten Erfolge, die hier das Zusammenwirken von neuzeklricher Pädagogik und bei- spielloser Geduld ermöglicht hat. Weitere Aufführungen finden statt an Neujahr, Dreikönig und am darauffolgenden Sonntag, jeweils nachmittags um 4 Uhr.
— Die Weihnachtsfeier der Feuerwehr wind am nächsten Donnerstag, den 8. Januar 1933, abends 8 Uhr im Stadtfaal abgehalten. Auch diesmal wieder ist ein auserlesenes Programm aufgestellt worden, das an Reichhaltigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Wer einige recht frohe Stunden verleben will, versäume nicht, die Weihnachtsfeier der Feuerwehr zu besuchen. Die gesamte Bürgerschaft Ist herzlichst eingeladen.
Autzba«.
- Rundfunkübertragung de» Länderfuhballkompfe» Deutschland — Italien. Am Sonntag, dem 1. Januar, wird zum dritten Male der Länderkampf Deutschland- Italien im Fußball ausgespielt. Diesmal ist Italien, und zwar die Stadt Bologna, der Schauplatz der Austragung. Dr. Paul Laven wird im Südwestfunk über da» ganze Spiel berichten, während die übrigen deutschen Sender die zweite Halbzeit des Spiele» übernehmen. Die Uedertragung beginnt um 14.30 Uhr.
Ä« einem Tunnel bei Cordoba entgleiten 32 Wagen eines Güterzuaes. Fünf Personen wurden getötet und sechs verletzt.
vrennholzoerkaus in Hiesig.
Am Samstag den 31. Dezember 1932, nachm.
5.30 Uhr in der Gastwirtschaft Wehner
Knüppel 70 rm, 8eiS 350 rm,
Handel und Wirtschaft.
Berliner Effekten-Börse.
Uneinheitlich.
wtb. Berlin, 29. Dez. (Cig. Meld.) Die Tendenz des Vormittags und vorbörslichen Verkehrs war sowohl für Aktien als auch für festverzinsliche Werte als überwiegend fest zu bezeichnen. Man nannte die Kurse bis zu 1 Prozent, teilweise noch darüber höher. Der offizielle Börsenbeginn brachte dann aber eine gewisse Ent- r ä u s ch u n g. Die bei den Banken vorliegenden K a uf- o r d e r s, die teilweise sogar beträchtlicheren Umfanges sein sollten, betrafen in der Hauptsache die Renten- märkte, und man konnte sogar eher das Bestreben seststellen, Aktien-Positionen in Renten zu tauschen. Infolgedessen zeigten die ersten Notierungen keine einheitliche Tendenz und neben Besserungen bis zu VA Prozent konnte man auch R ü ck g ä ng e im gleichen Umfang feststellen, von denen besonders der Montanmarkt betroffen wurde. Es lagen nur wenig Momente vor die von Einfluß auf die Tendenz waren. So regten die Kurssteigerungen an der gestrigen Newyorker Börse an, ferner befriedigte die Zunahme der Spareinlagen, dagegen blieb die Zahlungseinstellung des Brandenburger Bankhauses Müller u. Co. ohne Eindruck. Siemens, über deren voraussichtliche Dividende in der Presse heute Erörterungen erschienen sind, die von 6 Prozent sprachen, lagen 1% Prozent schwächer. Wie schon erwähnt, konzentrierte sich das Hauptintereffe auf die festverzinslichen Märkte unter Führung von Alt-, Neubesitzanleihe und Reichsschuldbuch- sorderungen, die bis 1 Prozent höher lagen. Das Geschäft war hier, wie auch in anderen Werten des Rentenmarktes lebhaft und die Börse schloß sich den Käufen des Publikums gleichfalls mit Neuanschaffungen an. Im Verlaufe ließ das Geschäft allgemein weiter nach, doch zeigte sich für einige Spezialwerte etwas Interesse und so konnten sich R. W. E. um 1% und Rheinische Braunkohle um 2Proz. bessern. Altbesitzanleihe zog auf 61% Proz. an. Am Berliner Geldmarkt war die Situation kurz vor dem Ultimo natürlich weiter steifer und Tagesgeld zag an der unteren Grenze auf VA bezw. 5% Proz. an. Prioatdiskonten lagen weiter im Angebot. Reichswechsel und Reichsschätze waren so gut wie umsatzlos.
— Die amtliche Definition der südafrikanischen Währung. Die durch die Aufhebung der Goldeinlösungs- pflicht gefdyaffenen Währungsoerhältnlsie werden von amtlicher Seite als „re glementierte Goldwährung unter Wegfall des inneren Goldumlaufs" bezeichnet. Wie die Reserve-Bank in Pretoria mitteilt, sind alle amtlichen Devisenkurse für ungültig erklärt worden. Die Reservebank wird auch am Donnerstag keine amtlichen Deoisennotie- rungen veröffentlichen.
Konkurse und Insolvenzen.
— Zwangsversteigerung Lin- und Berkaufsgenossen- schaft der Schmiede und Schlaffer e. G. m. b. h-, Fulda. In diesem Zwangsversteigerungsverfahren wurde dem Schreinermeister Karl Herzig in Fulda der Z u - schlag zu seinem im Zwanasversteigerungstermin vorige Woche abgegebenen Höchstgebot von 15 541 RM. e r**U t. ——-—-......* v
— Zwangsversteigerung Hohmann in Benenberg. Das auf den Schreinermeister Ferdinand Hohmann in Neuenberg eingetragene Grundstück (Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten nebst Schreinerwerkstatt), kam am Mittwoch im Wege der Zwangsvollstreckung zur Versteigerung. Der Grundstückswerk ist auf 6000 RM. festgesetzt. Mitzuübernehmen sind an Hypotheken 6511.10 RM. Das geringste Gebot betrug 659.70 RM. Das Höch st gebot mit 3500 RM. gab der Kupferschmied Wilhelm B e n e ck e in Fulda ab. Der Zuschlag soll am 4. Januar erfolgen.
— Konkurs Schipper in Schmalnau (Rhön). In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Wilhelm Schipper in Schmalnau (Rhön) fand Schlußtermin statt. Bei einer Masse von 7826.51 Mk. wurden nach Zahlung der Massekosten und Masseschulden die bevorrechtigten Forderungen voll und die nicht bevorrechtigten Forderungen mit 6 Prozent befriedigt.
Der Kampf um den Treibstoff-preis.
Lenzinpreisermähigung durch Zoll- und Sleuerumbau beantragt.
Um die deutschen Treibstoffverbraucher preislich entlasten zu können, wurde, wie verlautet, von den deutschen Treibstoffproduzenten bei den zuständigen Stellen der Reichsregierung beantragt, den Treib st offzoll um zirka 3 Rpsg. je Liter zu ermäßigen unter der Voraussetzung, daß gleichfalls die A u s g l e i ch s st e u er in derselben Höhe, also ebenfalls 3 Rpsg. je Liter, wegfällt. Damit wäre die Voraussetzung dafür geschaffen, daß ohne Beeinträchtigung der deutschen Treibstoffproduktion der deutsche Treibstoffpreis um zirka 3 Rpfg je Liter gesenkt werden kann, ________
Die Sparkassen - Einlagen.
Der lleberschuß der Einzahlungen hält auch im November an.
Die Einlagenstatistik der deutschen Sparkassen zeigt, daß die Einzahlungen auf den Sparkonten, wie im Vormonat, auch im November größer als die Rückzahlungen waren. Der Einzahlungsüberschuß beträgt 9,8 Mill. Rm.; da an Zins- und Slufroertungsgutftbriften 13.4 Mill. Rm. den Spareinlagen zugewachfen find, erhöhte sich der Bestand der Spareinlagen auf 9782,8 Mill. Rm. Die Einzahlungen (349.3 gegen 399,5 Mill. Rm.) und die Rückzahlungen (339.5 gegen 384,2 Mill. Rm.) haben sich gegenüber dem Vormonat den jahreszeitlichen Schwankungen entsprechend vermindert, doch war die Minderung bei den Einzahlungen etwas größer, bei den Auszahlungen etwas weniger stark als man saisonmäßig erwarten konnte. Die günstige Einlagenbewegung der Sparkasten dehnt sich regional immer mehr aus. Von 34 Regierungsbezirken in Preußen weifen z. B. bereits 26 einen Eitnahlungsüberfchuß aus. Auch bei den außerpreußischen Ländern, z. B. in Württemberg, hat sich die Belserung verbreitert. Die Giroeinnahmen der deutschen Sparkassen erhöhten sich im November um 14,1 Mill. Rm. auf 1426,3 Mill. Rm.
= Adam Opel AG. Rüsselsheim. Mit Wirkung vom 1. Januar 1933 wird unter entsprechender Erhöhung des Gehalts von der Fünftage- zu der S e ch »t a g e -W o ch e für die Angestellten zurückgekehrt.
gtanffurtet Produktenbörse.
= Frankfurter Getreidebörse vom 28. Dez. Die Getreidebörse war bei kaum behaupteten Preisen geschäftslos. Futtermittel bleiben besonders vernachlässigt. Es wurden bezahlt für eine Tonne Weizen 202.5, Roggen 162.5, Gerste 180—185, Hafer 132—135, für je 100 Kilo Weizenmehl füdd. Spez. 28.15—29, niederrh. Spez. 28 bis 28.25, Roggenmehl 22.25—23.25, Weizenkleie 7.40, Roggenkleie 8. ' Tendenz: sehr ruhig. — Kartoffelnotierungen: Wegen der Feiertage ruhte das Geschäft. Abschlüsse sind nicht bekannt geworden.
Frankfurter Schlacht-viehmarkt.
N. D. Frankfurt, den 29. 12. (Efg. Drahtbericht.) Es wurden bezahlt für ein Zentner Lebendgewicht: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 33—35, mittT. Mast- und Saugkälber 28 bis §2, geringe Kälber 20—27.
Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- Hammel 1. Weidemast 23—25, mittl. Mastlämmer und ältere gut genährte Schafe 20—22, fleischiges Schafvieh 16—19.
Schweine: volkfl. Schweine von 200 bis 240 Pfd. Lebendgew. 34—38, vollst. Schweine von 160—200 Pfd. Lebendgew. 33—36.
Austrieb: Kälber 836, Schafe 153, Schweine 498.
Marktverkauf: Kälber und Schafe geräumt. Schweine schleppend, Ueberstand.
Staatspapiere
!7. 12
88. 18
Industrie-Aktien
17- 12.
28.12
6°/6 Relchsanlefhe 87
78,4
76,26
Adt Gebr.
9,6
9,76
Kni. Ahl. Schuld
5»,4
59,4
All SC- Elektr. Gea.
81,0
80,0
do. ohne Ausl.
6,47
6,66
Bad Salzscnlirf
9,0
V»» Oeetr. Goldr.
—
Cem. Heidelberg
46,0
46,6
♦»* Ungarn Goldr.
■e»
Gontin. Gea.
128,0
120.0
Daimler
«—
19,25
Bold. Pfdttr. u. Art.
0. Erdöl Berlin
86,0
8 .5
«O/O Pr. Ldsptbr. R. 19
6°/o Pr. Ldsjitbr. K. 21
RI,5
83,6
0. Scheideanstalt
118,5
116,1
81,6
82,6
Dürrkoppwerke
—
—
6% Pr. Gobikom. Obi
Eisenw. Kaiserei.
—
—
R. 20
78,6
78,6
Elektr. Lief.
78,76
79,5
6”/o Frkft. Hyn.-B.
Gold.-Pfdb. R. 18
86,7;
Elektr. Licht u. Kraft
94,7k
95,2.5
Farbenindustrie
95,8
9 ,85
Wo Frkti. Pfdb. B,
Frankf. Hof
89,6
87,1
Gold.-Pfdb. E. 15
—
—*•
Goldschmidt
28.0
8o,O
6«/oL.K.Kas«.G.K.Obl
—
—
Hammerson
•»
-•
«% L Kr. Käse.
86,0
Holzmann Ph.
07,6
58,26
Gold-Pfdh. 26R. 1
86,0
Konsv Braun
!7,o
6°/o L. Kr. Käse.
86,0
Lahmeyer & Co.
118,2
117,0
Gold-Pfdb. 26 R. v
86,0
Lingel. tionuhi
—
«8,5
6% L. Kr. Kass
Mainkraftw.
61,16
Gold-Pfdb. 27 R. 4
88,0
*•
IN.hi. U. (Neckarte.)
—
Wo Mein. Hyp.-B.
84,0
Siem. 4. Halske
126,6
184,5
Gold-Pfdbr E. 18
84,6
Südd. Zucker A.-U.
144,6
141,-6
V. Faßt. Cassel
—
—
Bankaktien
53,6
Wayü et Frey tag
5,2
6,0
Commerzbank
08,6
Zellst. Aschaffenb
—
-»
Danatbank
Zellst. Waldho!
40,20
45,0
D.-D-Bank
76,0
75,0
D. Eti. u. W. Bk Dresdner Bank
62,0
61,71
69,0 6 t, 71
Bergwerks-Aktion
Frankfurter Bank Frankl. Hyp.-Bank Meininger Kyp.-Bk. Reiohsbank
66,0
11,0
144,0
66,ii 73,U 72,0 144,6
Bruderus Eisenw. Gelaenk. Bergw. Harpener Bergbau Ilse Bergbau
44.7, 90^0
44,76 12,4 87,5
Aktien dtsch. Transp.-
Kali Aschersleben
111,0
113,0
Anatalten
Mannesmann
62,1
61,4
Cats. dtraUenbabn
40,0
40,0
Rlebek
•b
Hapa»
Nordd. Lloyd
18,u 18.76
18,0 18,6
Berliner Devisenkurse
27. Dezember
28 Dezember
Geld
bnei
Briet
Ueld
Newyork
4,209
4,217
4,209
4,217
Brüssel
18,27
68,39
18,30
68,42
Holland
169,13
169,47
169,18
169,32
uondon
14,<8
14,0V
14/4
Paris
16,42
16,4«
16,42
16,46
Schwei»
8« ,99
81,15
80,96
81,12
Spanien
54,37
84,48
84,87
84,43
Hali an
21,65
21,69
21,55
21,59
Dänemark
72,18
72,72
72,18
72,72
Norwegen
72,18
72,27
72,18
72,1-7
Schweden
76,87
76,53
'.6,48
76,68
Prag
12,465
12,481
12,465
12,481
Wien
li .96
ktH f>n
*1.95
hH.Of-
Zuschriften aus unserem Leserkreis.
Für die hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimmt die Schriftleitung nur die durch das Preßgesetz
geschriebene Verantwortung.
Bezugnehmend auf die gestrige Veröffentlickuim „ dieser Stelle bett. Arbeit sbeschasfunadu»^ den Dau von Eigenheimen, sei es gestatte? folgendes ergänzend hinmzufügen: ®ir alle begrüben p- wenn Anregungen gegeben werden, Arbeit und hn-ni Brot zu schaffen. Nichts darf unversucht bleiben um unserer heimischen Wirtschaft und dem Fuldaer Aar* werk die schwere wirtschaftliche Lage zu erleichtern Wenn auch der Gedanke, die Westseite des Frauenberges im Wege des Erbbaurecht für den Bau von Ginfamilicn. baufern zu erschließen, sehr ideal ist, so muß doch dabei berücksichtigt werden, daß durch das steil absatlende Ge. lände sich die Baukosten wesentlich höher stellen als dies bei ebenen Grundstücken der Fall ist. Ferner muß da bei in Erwägung gezogen werden, daß sich diese Gegend für eine Stadtrandsiedlung wohl weniger eignet Wir haben doch in unserer Stadt genug ideal gelegenes und vor allem „b a u f e r t i g e s" Gelände, das für die m schaffende Stadtrandsiedlung in Frage kommt. Denken wir einmal an bas zwischen Stadt und Kohlhäusericld gelegene Land und an die Grundstück«, die sich an den Wallweg und an die Edelzellerstrahe anschliehen Hier wird gerade dem kleinen Mann Gelegenheit geboten fein, sich für wenig Geld ein kleine» Plätzchen für das zu schaffende Eigenheim zu erwerben. Hier kann — und bas ist dabei bas Wichtigste — mit bem Bauen so- fort begonnen werben, ohne baß besonbere Kosten ent- stehen; benn bis fertigen Straßen finb vorhanben.
(Folgt Unterschrift.) *
Anmerkungen der Schriftleitung:
Die Stadtverwaltung hat feit langem ein Projekt, das die Schaffung von 20 vorstädt. Kleinsiedlungen auf einem Gelände hinter der Edelzellerbrücke vorsieht, bei der Regierung eingereicht. Es kann in Angriff genommen werden, sobald der Staat die versprochenen Mittel zur Verfügung stellt.
*
Die Zuleitung von Gas in die Häuser am Fuldaer Weg in der Gemarkung Horas wäre schon vor längerer Zeit vom Fuldaer Gaswerk gern durchgesührt worden. Die Gemeinde Horas machte ihre erforderliche Zustimmung aber davon abhängig, daß durch alle Horafer Straßen das Gas gelegt werde, wozu sich bas Gaswerk aus wirtschaftlichen Gründen nicht entschließen konnte. Es ist unwahrscheinlich, daß sich heute die Auffassungen ändern und die Gasleitung auf Horafer Gemarkung ge« führt werden kann.
*
Gegenüber den Hoffnungen aus den Gereke-Plänen hört man in Kreisen, die mit Kommunalpolitik zu tun haben, in wachsendem Maße Stimmen, die vor übertriebenem Optimismus warnen.
Wie wird das Vetter?
Ueber Nordeuropa setzt sich erhebliche Wirbeltäiigkeit fort, so daß die sonst um diese Jahreszeit kalten nördlichen Gebiete von milden ozeanischen Luftmassen überflutet sind, die sich bis nach Rußland hinein bemerkbar machen. Ueber dem Kontinent wird das kräftige osteuropäische Hochdruckgebiet immer weiter abgebaut, doch setzt es dem Eindringen stärkerer Tiefdruckstörungen vorerst immer noch beträchtlichen Widerstand entgegen.
Witterungsanssichten für Freitag: Bei südwestlichen Winden Fortdauer der verhältnismäßig milden und vorwiegend bewölkten Witterung mit Neigung zu vereinzelten Niederschlägen.
Temperakur- uud Varomekerstaud in Fulda.
28. 12. - 1,5° C
28. 12. 6 Uhr abends
29. 12. 8 Uhr morgen»
29. 12. 12 Uhr mittags
770,0
767,0
766.5
Thermo« metersiond
Höchste Temperatur im Schatten am
Höchste Temperatur in der Sonne am
Niedrigste Temperatur seit
Niederschl. v. 28.12. morg. 8 U. — 29 12. morg. 8 U. 0,0 mm Relative Feuchtigkeit her Lust nm 29 12. mitt. 12 Uhr 62,0%
Barometerstand
(auf Meereshöhe reduziert)
+ 1,0° c - 0,5° C + 0,51 C
+ 2,0° C + 3,5° C
mm mm
mm
28. 12.
28. 12.
lebend per Pfd. 85 Pfg. nur im
f Zu Sil veste
AM
Fischhaut Erb
Fuldaer Kunst-Brief.
Zu der Ausstellung, die kürzlich im Bürgerveretns- Haus von Alois Hack und Paul Klüber veranstaltet wurde, schreibt man uns noch:
Beide Künstler haben ihre Vorbildung auf der Kunstakademie in Kassel erhalten, und es ist sehr interessant, den Unterschied festzustellen. Alois Hack ist einer von den Stillen, die von sich nicht viel Worte zu machen pflegen. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb er noch nicht so weit in die Oessentlichkeit gedrungen ist, wie er es verdient. Sein Bildmaterial legt den Werdegang eines Künstlers und zwar eines ernsten Künstlers dar. Hack kommt nicht so sehr von einer Kunstrichtung her, als von der Natur. Seine ersten, streng akademisch durchgeführten Arbeiten beweisen dies. ' Aber bann kam bie Italienreise und unter der glühenden Sonne des Südens lockerte sich der Stil. Solches erklärt, weshalb die impressionistische Malweise alle Pastellarbeiten dieser Periode beherrscht, wobei man aber nicht außer acht lassen darf, daß gerade das Pastell zur Auflockerung der Formen hindrängt. Ich persönlich stehe dieser Art von Kunst sehr ferne und aus dieser Einstellung heraus sind mir (vielleicht!) diese Arbeiten etwas zu süßlich gehalten. Immerhin zeugen bie Blätter schon von einer festen künstlerischen Geschlossenheit, einer sicheren Beherrschung ber Technik, die den späteren Meister ahnen lassen. Die Aquarelle, welche Hack der Italienreise verdankt, zeigen hingegen eine große künstlerische Reife, eine sichere Linienführung und eine Farbgebung von solch zartem Reiz, daß der Betrachter sich weit in die Landschaft hineinträumen kann, in die Landschaft, bie in ihrer streng-zarten Stille ben klaff. Menschen zu verkörpern scheint. Die Natur berauschte ihn, ja sie bot ihm zu viel, sie sprudelte über in ihrer Herrlich- feit. Diese Naturverbundenheit, diese machtvolle Wechselbeziehung zwischen Künstler und der Außenwelt, also zwischen dem objektiven Eindruck und dem Verlangen, diesen Eindruck künstlerisch zu formen, ist glücklicherweise in ein ernstes, gewissenhaftes Streben zur Monumentalität gelenkt worden, also in eine mehr expressionistische Richtung: und wenn wir da» Fazit schon vorausnehmen wollen, so können wir ruhig eingestehen, daß diese Art ber Kunstauffassung Zeugnis ablegt für bie wesentielle
Gestaltung, ja noch mehr, baß A. Hack (besonders in feinen letzten Werken) jur wahren Monumentalität berangeretft ist. Seine Bilder sind (bewußt) typisch, das heißt, die Natur ist in die strengen Umrisse ihrer typischen Form gebracht: freilich sind die individuellen Egenheiten hierbei nicht beiseite gelassen, sondern durch die strenge Linienführung in den Vordergrund gestellt worden. Wir sehen also: eine Synthese zwischen ber künstlerischen Eigentümlichkeit de» Objekt (des Bildgedankens) und der ins Typische hinzielenden Ausdrucksweise der subjektiven Darstellung. Daß Alois Hack diese Synthese gefunden hat, ist feine Größe. Bei der Betrachtung feiner Stilleben ist diese Eigenart wohl am deutlichsten zu verspüren; und ich verrate nicht zuviel, wen nid; mitteilen darf, daß Hack feinen Stil durch die Bearbeitung dieses Themas gefunden hat. Was bie Stilleben angebt, so zeugen von einem großen, expressionistischen Vermögen. Die gezügelte, mit Hilfe typischer Formgebung gestaltete Ausdrucksweise findet man besonders gut in dem Landschaftsbilde „Nach der Schneeschmelze". ‘ Hier kontrastiert die düstere Farbgebung stark zu den breit aufgetragenen Flächen, bie im wogenden Rhythmus ineinander greifen, übereinanderwuchten und die langsam erwachende Natur, die den Winterschlaf wütend von sich schütteln will, plastisch darstellt. Nicht weit davon hing eine Seelandschaft, ganz in Blau gehalten. Aufdringlich flutet hier das Blau über das ganze Bild und so scheint die ganze Landschaft in ein Wassermeer getaucht zu fein. Mir persönlich erscheint der Farbton etwas süßlich. Immerhin, die formale Seite, die Komposition ist sehr gut, nur ist ber Gesamteindruck von dem allzuviel des Blauen geschmälert. Eine besondere Note tragen die Porträts. Ein Porträt ist, wenn wir es banal ausdrücken wollen, das Mittelding zwischen dem Künstler und dem Modell, also ein Produkt, das beide Eigenarten, das beide Seelenkräfte vereinigen muß. Ebensogut, wie ber Künstler in jedes Porträt seine eigene Persönlichkeit hinelnmalen muß (das entspricht ja jeder schöpferischen Intention!), so muß die ganze innere Glut der dargestellten Menschen vo r herrsch e n b sein. Die inbivibüelle Note eines Porträts wird sich also aus diesen beiden Kräften zusammensetzen. Ihre gegenseitige Durchdringung ist die Grundsorderung eines jeden Bildnismalens und diese gegenseitige Durchdringung ist A. Hack in harmonischer Weise gelungen. Die
scharfen Umrisse, bie aber nicht hart finb, geben ben Porträts einen eigentümlich ernsten Charakter. Schon die breiten Flächen wirken monumental, zumal, da die breiten Flächen in eine Flut von Farbigkeit, einer ins Symbolische weisenden Farbigkeit getaucht finb, fo daß die Bilder plastisch erscheinen; dieses Plastische ist aber nicht» anderes ass eine Tiefenwirkung, die in bie Person hineinführt. Das blaugetönte Damenbildnis ist hierfür charakteristisch. jKiltung und Ausdruck finb vollendet in ihrer Einheit, finb miteinander verschmolzen und bie Farben untermalen, ja bringen Blut in tas Bild. Die anderen Damenporträts können sich diesem würdig zur Seite stellen. Das Monumentalste, was fid) in der Ausstellung findet, ist ohne Zweifel die Selbst- barfteUung bes Meister». Hier erlebt man fo recht die sinnige Aussprache des Künstlers mit sich selbst. Da» Stille, Ruhige, da» bem Charakter A. Hacks wesentlich ist, herrscht auch in biefem Silbe. Technisch vollenbet ist bie Malweise, die Komposition verrät eine Sicherheit, die vollste Anerkennung verdient. Mag der Ausdruck manchem Betrachter auch zu gewollt erscheinen, ich für meine Person empfinde, daß in diesem massigen Kopse, sy dieser Haltung der Künstler sich dargestellt hat bei jener ekstatischen Zwiesprache, in jenem leisen Sichhinein- sühlen, In dem Schauen in sich selbst hinein, und dieses Infichschauen kommt in feiner ganzen harmonischen Art zum Durchbruch, begleitet und hervorgerufen von der technischen Stileigenheit, die den Ausdruck ganz still und verträumt, aber ganz unmittelbar dem Betrachter aufzwingt. Alois Hack hat in feinem Selbstbild ein Meisterstück geliefert, ein Meisterstück, bem man bie Verbreitung in weiteste Kreise wünschen mochte. Zusammenfassend können wir sagen: Alois Hack ist ein sicherer Techniker, ein Künstler mit einem starken intuitiven Einfühlungsvermögen, das auf die Monumentalität hinstrebt. Hack hat noch eine große Zukunft vor sich, wenn er in feiner Bahn weiterscheitet, wenn er sich selbst treu bleibt.
In demselben Saal stellte auch Paul Klüber aus. Sein umfangreiches Material gestattet nur eine summarische Würdigung, obwohl es interessant wäre, auch hier die Einzelheiten'eingehender zu besprechen. Die Mal- weise Klüber» ist wesentlich eine ganz andere als die A. Hacks. Scheinbar möchte Klüber gerne Expressionist sein; allerdings zieht er sich auch bisweilen gerne in verträumte Winkel zurück. Dann entstehen Schneelandfchaf-
ten, sicher gemalt und im melodischen Rhythmus, der die Erdschollen, die unter ber Schneedecke lagern, mitschwin- gen läßt. Und all' diese Feinheiten find nur mit ben primitivsten Mitteln erzielt. Die beiden versonnten Bauerngehöfte sind wohl zu sehr bewußt eintönig gehalten und erwecken dadurch ein Gefühl ber Leere. Sie lassen trotz ihres braungrünen Untertones kalt. Diese Hörte tritt bei ben Aquarellen noch viel mehr in Erscheinung. Oft lastet eine Farbe auf ber anderen, es kommt dadurch eine große Unruhe In das Bild, aber diese Unruhe führt nicht weiter, sie führt nur zurück in die Flüche. So kann keine Tiefenwirkung aufkommen. So sehr jedes Vermelden expressionistischer Excesfe zu begrüßen ist, so ist eine Malweise biefer Akt, bie aber aus ber Farbe kein künstlerijches Mittel zu schassen weiß, wenig geeignet, in eine intuitive Schon zu führen. Mit ben ausgestellten Köpfen wird wohl mancher wenig anfangen können. Ich auch nicht, obwohl ich mir redliche Mühe gegeben habe. Gerade hier müßte die äußere Form mehr Sorgfalt zeigen. Eine große, weiße Umrahmung für einen kleinen, nichtssagenden Kopf ist viel Lärm um Nichts. Die Kunst soll eben Allgemeingültiges darstellen, nicht ein Etwas, bas nur für wenige einen Reiz hat.
Paul Klüber ist sicherlich ein Talent, dessen künstlerische Begabung nicht abzustreiten ist, aber dieses Talent müßte sich mehr Fesseln anlegen. Viele gute Ansätze m™ vorhanden, Ansätze, bie, wenn sie gepflegt werben. M voll ausreifen können. Ein Künstler darf nicht alles ze>' gen wollen, befonbere nicht, wenn er noch jung ist, wenn fein Wollen noch in ber Entwicklung begriffen ist. 3*9 hoffe, baß Paul Klüber in ben nächsten Jahren wob" ausstellt. Dann wirb er sicherlich mehr Verfiänbnis t>n’ ben. Sein Wollen hat ohne Zweifel ein große» Ziel, aber biefes Wollen muß sich zügeln, muß vor allem aufgc* schloffen fein für eine ernste Kritik, denn Kritik ist Verantwortung, und Kritik, die alles Negative verschweigt, schadet mehr, als sie zu nützen vermag. Au» ber hatte' ften Rücksichtslosigkeit gegen sich selbst kann ein Kunst» ler nur feine Größe erwachsen lassen.
Hoffen wir, baß beibe Künstler im nächsten Jahre uns abermals einen Einblick in ihr Schaffen gewähren. / j
Willibald Stöber. .