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Fuldaer Land und Aachbargebiel

Sinder bescheren den Müllern.

— Welkers (Kr. Fulda). Die Welkerser Schulkinder veranstalteten zu Ehren des göttlichen Kindes von Beth­lehem eine sinnige Weihnachtsfeier, zu der auch der H. S). Pfarrer Mans-Eichenzell und S). $). Kaplan Hüh­ner erschienen waren. Nachdem der dreistimmige Be­grüßungschor verklungen war, kamen zunächst „Der Englein Weihnachtsreise" und „Die Zwergenpost" unter reichem Beifall zur Ausführung. Es folgte ein Zwerch­fell erschütterndes Lustspiel „Kasperl als Prinz". Sämt­liche 55 Kinder stellten ihre besten Kräfte in den Dienst der guten Sache. Den Schlußakkord des Elternabends bildete die Weihnachtsbescherung für die Mütter, die buntbestickte Tischdecken erhielten, die von den Mädchen unter Anleitung von Frau Lehrer Diegelmann her­gestellt worden waren.

— Welkers (Kr. Fulda). Man schreibt uns: Der^ hie­sige kath. Iungmännerverein hielt am Sonntag im Saale der Gastwirtschaft Buch einen gut gelungenen Theater­abend. H. H. Präses Hühner konnte eine zahlreich« Zuhörerschaft begrüßen. Ausgeführt wurde das vier­aktige Spiel: „Das Lied der Mutter". Der Theaterabend soll am 6. Januar wiederholt werden.

— Memlos (Kr. Fulda). Man schreibt uns: Als ein hiesiger Landwirt in der Frühe des zweiten Wsihnachts- tages den Stall betrat, merkte er zu seinem Schrecken, daß sich ein Stier unerlaubter Weise des Nachts heimlich entfernt hatte. Eine Umfrage bei den Nachbarn nach dem Ausreißer hatte keinen Erfolg. Der Stier hatte also das Weite gesucht. Wohl oder übel machte sich der Be­sitzer mit einer zahlreichen Hilssmanntschaft aulf die Suche nach dem edlen Wild. Die ganze Flur wurde übgestreift, ohne daß man eine Spur hätte entdecken können. Endlich traf am Nachmittag die Nachricht ein, daß der unternehmungslustige Ochse Unterkunft auf dem Hof Hatenrohi gefunden habe. Man machte sich freudig auf den Weg, um den „verlorenen Sohn" heimzuholen. Festlich geschmückt, mit einem Fichtenkranz um die Hörner, kehrte der Stier am Abend in den väterlichen Stall zurück.

— Seiferts (Rhön). Man schreibt uns: Der katholi­sche Gesellenverein Seiferts veranstaltete am 2. Weihnachtsfeiertag wieder einmal einen Theaterabend. Zur Aufführung gelangte zunächst ein Weihnachtsstück „Der Bergschmied". Im Mittelpunkt des Abends stand das romantische Schauspiel: „Die Zigeunerin von Rocca Walla." In abwechslungsreichen Szenen steigert sich die Spannung von Minute zu Minute. Das Schau­spiel, in dem 23 Personen mitwirkten, zeigte uns, wie durch die List einer Zigeunerin der unschuldige Edel­mann Don Florestan aus den Kerkern von Rocca Walla befreit wird. Den Spielern und Mitarbeitern ist für die Leistungen aller Dank auszusprechen. Wie verlautet, hat sich die Theaterleitung entschlossen, diese Darstellung am Neujahrstage nochmals zu geben.

— Rasdorf (Ars. Hünfeld.) Am ersten Weihnachts­feiertag brachte der Gesellenoerein Rasdorf, Schillers Schauspiel „W i l h e l m Teil" im Saale der Josef Flachschen Wirtschaft zur wohlgelungenen Auffüh­rung. Wer die bescheidenen Mittel kennt, die einem dörflichen Verein zur Bewältigung einer so riesenhaften Aufgabe zur Verfügung stehen, muß sich über den Mut und' die Tatkraft wundern, die nötig waren, das einmal gesteckte Ziel zu erreichen. Guter Wille, kameradschaftli­cher Sinn, Idealismus, Fleiß und Ausdauer, bringen aber auch scheinbar Ungewöhnliches zuwege. Dem Wil­len des Herrn Josef Flach, der sich in langen Winter- wachen keine Mühe verdrießen ließ, seine Spielschar ein- zustudieren, ist wohl in erster Linie das vorzügliche Gelingen der Aufführung zu danken. Die Rollen lagen

durchweg in besten Händen. Alle Mstwirkende gaben sich die größte Mühe, sich in den Geist der Handlung zu vertiefen, so daß sie diese selbst wirklich erlebten. Billi­gerweise muß im besonderen das ausgezeichnete Spiel des prächtigen T e l l hervorgehoben werden, der lebens­wahr und treu den Freiheitshelden verkörperte. Ferner die glanzvollen Leistungen des Staufacher, Melch- t h a l und Walter Fürst, 'owie die des jungen R u- denz. Gleich hervorragend in Maske und Spiel: Auch die Frauenrollen fanden sehr verdienten, ungeteilten Beifall. — Herr Jas. Flach hatte nach kurzen und ker­nigen Begrüßungsworten des H. H. Präses, Kaplan Wand, vor Beginn des Spiels eine erläuternde Ein­führung in den Gang der Handlung gegeben. Er pries die Einigkeit und Vaterlandsliebe des Schweizervolkes, durch die es in zähem Kampf zu innerer und äußerer Freiheit gelangt fei, und zog einen Vergleich zur heu­tigen Notzeit, aus der uns nicht Zersplitterung, wohl aber Einigkeit, Liebe zur Scholle, zu Heimat und Volk befreien könne. Seine markigen Worte sanden stürmi­schen Beifall und bereiteten die außerordentlich .zahl­reich Erschienenen vorzüglich für den Gang der Hand­lung vor. Diese selbst war, wie schon erwähnt, für unsere Gemeinde em großes Erlebnis, von dem Alt und Jung noch lange zehren, von dem es noch länger spre­chen wird.

Primizfeier in Kirchhasel.

— Sirchhasel (Krs. Hünfeld). Unser uraltes Dorf­kirchlein, das wie eine steinalte Urahne in die graue Vorzeit schaut, hat schon viele Menschenschicksale auf der Völkerstraße, die sich von Frankfurt nach Leipzig hinzieht, oorüberftränten sehen. Aber wohl noch nie vollzog sich in feinen Mauern ein so großes Ereignis, wie in diesen heiligen Weihnachtstagen. Ein Men­schenkind aus dem nahen Weiler Neuwirtshaus, batte in der hl. Priesterweihe Gewalt bekommen, den Gottessohn in die Gemeinde der Menschen herabzurufen. Herr Pius Most feierte feine Primiz. Kein Wunder, daß die echt gläubige Gemeinde lebhaften Anteil an dem Geschehnis nahm. Die Häuser und die Kirche wa­ren beflaggt. Fichten umsäumten die Straße. Ehren­pforten mit sinnigen Inschriften der Dorfkunft boten den Durchlaß für den Kirchgang des Primizianten. Schule und Geistlichkeit geleiteten den Neupriester mit den Eltern und zahlreicher Verwandtschaft zum festlich ge­zierten Gotteshaus. Eine Flammen schritt: „Ehre fei Gott in der Höhe" sowie die von elektrischen Lichtern gltzernde Krippe erinnerte den Neupriester, daß das Prie­stertum Dienst für das Gotteskind von Bethlehem fein muß. Dem gab auch die hochgestimmte Predigt des H. H. Kaplan R ü b s a m - Oberndorf Ausdruck. Der gre- vorianische Gesang des Kirchenchores unter Leitung des Herrn Lehrers Hambach untermalte in wuchtigen und zarten Sätzen den Glaubensinhalt des Festgedankens. Geist!. Rat Rektor Sondergeld, Pattr Schmitt und Diakon Nähling vom Oblatenkloster in Hünfeld affiftier- ten bei dem heiligen Opfer. Feierlich ergriffene Stille stellte sich ein, als bei der hl. Wandlung die geweihten Hände des Neupriefters den Gottessohn zum erften Mal emporhoben. Zahlreiche Gläubige, unter ihnen die Eltern und der Iungmännerverein, der seine General­kommunion hielt, empfingen die hl. Kommunion. Brau­sendes Tedeum und Primizsegen beschlossen die heilige Handlung. Die Feier wurde erhöht durch die herrli­chen Gewänder, die der Kunstsinn der Benediktinerin­nen in Fulda gestickt hatte. Nach Nachmittag hielt der Primiziant, ebenfalls unter feierlicher Assistenz, eine von Pfarrer Trageser verfaßte Herz-Jeiu-Andacht um die Erlangung guter Priester. Damit auch der weltliche Teil zu feinem Rechte käme, versammelte sich eine zahl­reiche Festversammlung mit dem Neupriester und den glücklichen Eltern zu einem Familienmahl. Ein Abend­ständchen, unterstützt von der Blasmusik von Kirchhasel

Turnen und Spott

FutzbaN.

„Roland" Rothenkirchen—Rasenfp. Petersberg 2:4 (1:0).

Am 2. Weihnachtsfeiertag war der Rasensport Pe­tersberg mit zwei Mannschaften zu Freundschaftsspielen nach Rothenkirchen verpflichtet worden. Das Vorspiel der 2. Garnituren endete 1:1 unentschieden, wobei zu berück­sichtigen ist, daß Petersberg fast das ganze Spiel nur mit 10 Spielern austragen mußte, da der Mittelläufer in­folge seiner alten Verletzung ausscheiden mußte.

Das Hauptspiel der 1. Mannschaften endete mit einem 4:2 Sieg der Petersberger. Bis zur Halbzeit führte Ro­thenkirchen 1:0 Einige Minuten nach Halbzeit gelang den Einheimischen sogar noch ein zweites Tor, das der Petersberger Torhüter durch leichtsinnige Abwehr ver­schuldete. Die Umstellung der Mannschaft, die man jetzt vornahm, hat sich vorteilhaft ausgewirkt. Das Spiel wurde flüssiger, die Durchbrüche gefährlicher. Endlich in der 60. Minute erzielten die Gäste durch den Mit­telstürmer den ersten Treffer. Bis zum Schluffe war Petersberg noch dreimal erfolgreich, während Rothen­kirchen kein Tor mehr erzielte. Als verdienter Sieger konnte Petersberg den Platz verlassen. D.

= Riederkaldach 1. M—Hutten 1. Rl. 2:2 (1:2). Obige Mannschaften trugen am 1. Feiertag ein Freund­schaftsspiel aus, dessen Endergebnis den Gesamtleistun­gen beider Mannschaften entsprach. Hutten konnte schon in der 12. Minute in Führung gehen. Zehn M inuten später hieß es sogar 2:0 für Hutten. Nun kam Nie- derkalbach allmählich in Schwung und erzielte in der 32. Minute durch den Halbrechten den ersten Gegentref­

fer. Nach dem Wechsel lag N. mehr im Vorteil. In der 17. Minute kam N. durch eine Bombe des Mittel­läufers aus etwa 30 Meter zum Ausgleich. — Hutten hatte feine Stärke in der Hintermannschaft und im Mit­telläufer. Niederkalbach in Verteidigung and Läufer­reihe. — Ein auf den 2. Feiertag festgesetztes Spiel zwi- Niederkalbach und Neuhof 2. M. fiel wegen Nichterscheinens des Schiedsrichters aus. mr.

Sportncuigfeiten in kürze.

Schön-Bufchenhagen gewannen am zweiten Weihnachtsfeiertage in Frankfurt das Dreistunden- Mannschaftsrennen vor Göbel-Pijnenburg. Rausch- Hürtgen endeten mit drei verlorenen Runden an achter Stelle.

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Einen zweiten Sieg errangen die Saar­brücker Sportfreunde auf ihrer Frankreichreife, indem sie den FC. Mühlhaufen 4:3 besiegten.

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Um den Spengler-Pokal begannen am Diens­tag in Daoos die Spiele. In den beiden Spielen des Tages siegte EHE. Davos 5:0 über Cambridge, LTC. Prag über den Akademischen SC. Zürich mit 4:0.

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Von den Nothilf es pielen der f ü d d e u t f ch en Fußballer am Neujahrstag werden 10 Prozent von allen Spielen an den Verband abgeführt, um einen eigenen Wohlfahrtssond zu gründen.

Vor dem Futzball-Länderkampf Deutschland — Italien.

Auf sie hofft Deutschland:

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Ganz links Jakob-Regensburg, der deutsche Torwart; daneben der Mittelstürmer Rohr (in schwarz- weißem Trikot); im Kreis Kobierski (der Linksaußen-Stürmer); oben Leinberger (Mittelläufer) und Knöpfle, linker Läufer; ganz rechts Bergmaier (Rechtsaußen-Stürmer).

Am Neujahrstage stehen sich die Nationalmannschaften Deutschlands und Italiens in Bologna zu einem Fußball-Länderkampf gegenüber. Die spielstarken Italiener kämpfen vor ihren temperament­vollen Landsleuten und auf eigenem Büden. Die deutschen Spieler haben also einen schweren Gang zu tun.

und gewürzt durch die Rede des Herrn Lehrers Ham­bach, gab der Feier einen eindrucksvollen Ausklang.

Aus dem Freigericht.

— Somborn. Der Freigerichter Heimatdichter und Frankfurter Lokalhumorist Adam Müller (genannt Millerche), ist nach 54jähriger Ansässigkeit in Frankfurt am Main im Alter von 69 Jahren gestorben. Adam Müller ist am 9. Oktober 1863 in Somborn als ältester Sohn der Landwirtseheleute Georg Müller III. (ge­normt „Schreinerch Schorfch)" geb. Seine Mutter war eine geb. Bilz. Noch seiner Schulentlassung verließ der Verstorbene am 6. Mai 1878 das Elternhaus. Er erlernte in Frankfurt a. M. das Schneiderhandwerk, das er bis 1914 ausübte. Durch feinen gefunden Humor wurde er in Frankfurt rasch populär. Besonders in der „Frank­furter Karnevalgefellfchaft" war er eine der maßgeben­den Kräfte. Durch feine eigenen humorvollen Dichtungen und Lieder wurde er in der Folgezeit von den größeren Frankfurter Vereinen immer mehr verpflichtet. Zu Schallplatten-Aufnahmen wurde er mehrmals nach Ber­lin berufen. Er erzielte außerordentlich große Erfolge mit feinen bekannten Balzer-Platten. Einige der vielen Aufnahmen feien hier genannt: „Balzer als Culerpassa- gier", „Beim Aeppelwein", „Im Strandbad", „Fulder in Frankfurt" und „Abschied von der ahle Brick". In vielen Vereinen war er Ehrenmitglied, besonders in dem im Jahre 1925 in Frankfurt a. M. von Gottfried Müller- Somborn und einigen Getreuen ins Leben gerufenen „Verein der Freigerichter". Im Januar 1928 wurde Herr Adam Müller infolge Schlaganfalles aus feinem Arbeitsfeld herausgerftsen. Sein Tod bedeutet für den „Verein der Freigerichter zu Frankfurt am Main" einen schweren Verlust.

Aus Mederhesseu.

Das 2lcfeU im Raiffeisen-Prozetz

— Schlierbach. Nach fünftägiger Verhandlung ver­urteilte das Marburger Große Schöffengericht, das in Schlierbach tagte, den Rechner der Schlierbacher Raiff- eifentaffe Jakob Vietor wegen fortgesetzter Unter« schlagung und Untreue zu 2% Jahren Gefängnis. Don der Anklage der fortgefetzten Bücherfälschung wurde er freigesprochen. Die Ehefrau des Vietor wurde anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 10 Tagen zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagten Wik- kert und Siebert wurden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Im Lause der Verhandlung, zu der 50 Zeugen geladen waren, wurde festgestellt, daß der An­geklagte Vietor etwa 4-500 Kassenposten nicht in die Der- einsbiüher, sowie rund 31OOO Mark Getrerdelieserun- gen nicht in die Kontobücher eingetragen und auf die Einzelkonten verteilt hat. Durch die Kontrolle war sestgestettt worden, daß rein bilanzmäßig ein Fehlbetrag von 90000 M k. vorhanden war. Die Buchführung war außerordentlich lückenhaft und genügte in keiner Weise den gesetzlichen Bestimmun­gen. Die Eheftau des Angeklagten Vietor stand unter der Anklage der Urkundenfälschung, während die Vor­standsmitglieder der Raifseifenkasse Wickert und Siebert sich des Betrugs schuldig gemacht haben sollten.

Heues aus Frankfurt.

— Auszeichnung einer journalistischen Körperschaft. Der Magistrat der Stadt Frankfurt verlieh dem Verein Frankfurter Presse für feine Verdienste um Vorberei­tung und Durchführung des Goethe-Jahres die Goethe- Plakette der Stadt Frankfurt a. M. Es ist das erste Mal, daß diese Auszeichnung einer Körperschaft ver­liehen wurde.

— Brand in einem Frankfurter Eisenbahnausbefse- rungswerk. (Eig. Meld.) In einer Hatte des Eisenbahn- ausbesierungswerks brach in der Nacht <um Mittwoch gegen 21 Uhr Feuer aus. Ein Personenwagen brannte vollkommen aus, ein zweiter wurde beschädigt. Die Ein­deckung und ein Teil der Eifenkonstruktion der Hatte wurden beschädigt.

— Fälschung von Gutscheinen für die Winterhilfe. Sehr geschickt nachgeahmte Gutscheine der Winterhilfe über 2 und 2.50 Mk. tauchten seit einigen Tagen bei den Geschäftsleuten auf. Jetzt wurden die Fälschungen entdeckt: das Wohlsahrtsamt sperrte sofort die Scheine und hat sämtliche Geschäftsleute ermcht. keinen der Gut­scheine, ob echt oder unecht, vorerst anzunehmen.

Ob dos nützen wird?

Der Kampf gegen die Brandstiftungsseuche auf dem Westerwald.

— Wiesbaden. Der Landesausfchuß in Wies­baden hat auf Antrag der Nassauischen Brandversiche­rungsanftalt beschlossen, die Gemeinde Alpenrod (Oberwesterwaldkreis) nicht nur nicht an der für den Oberwesterwaldkreis beschlossenen Senkung der Brand­versicherungsbeiträge teilnehmen zu lassen, sondern rod) die Beiträge um 25 Prozent auf 75 Pfennig je 1000 Mk. Beitragskapital zu erhöhen. Die öemeinne Alpenrod hat in den Jahren 1928—32 zusammen 14 484 Mark Beiträge zur Nassauischen Brandversicherungskasse ge­leistet. In der gleichen Zett betrugen aber die Brand­schäden in dieser Gemeinde 44 567 Mk. Der Kampf gegen die Brandstiftungsseuche aus dem Westerwald wird also nun auch von dieser Seite aus ausgenommen. Gleich­zeitig setzt die Nassauische Brandversicherungskasse eine Belohnung bis zu 1000 Mark je Brandfall für denjenigen aus, der einen Brandstifter entdeckt und anzeigt, so daß seine Bestrafung erfolgen kann.

Die hereingefallenen Kokainhändler.

— Wiesbaden. Bei dem Versuch, eine große Menge Kokain an den Mann zu bringen, wurden die schon öfter vorbestraften August Fröhlich und H. (Ebings- Haus, beide von hier, von der Kriminalpolizei festge­nommen. Die Behörde war schon längere Zeit hinter einer Kokainschmugglerbande her. Bei den Kokainge» schäften von Fröhlich und Edingshaus handelte es sich eigentlich um keinen Handel mit Rauschgift, sondern der Spediteur Willi Böhm hatte, wie sich nun heraus- fteilte, in einer Drogerie pulverisierte Bor­säure gekauft, diese in gut versiegelte Giffflaschen ge­füllt und die Flaschen als echtes Kokain an Interessen­ten angeboten. Hereingefallen sind u. a. ein Gastwirt in Wiesbaden-Schierstein und ein bekannter Tabak- fchmuggler in Mainz, die beide für das vermeintliche echte Kokain größere Geldbeträge ausgezahlt hatten. Der Gastwirt merkt« den Schwindel und gab das Zeug weiter, wodurch es in die Hände von Fröhlich und Edingshaus kam, die dann bei ihren Versuchen, das angebliche Kokain zu verkaufen, verhaftet wurden. Au­ßer Fröhlich, Edingshaus und Böhm wurde auch des letzteren Vater, ein Zollbeamter, verhaftet, weil er dem Mainzer Schmuggler geholfen hatte, Kokain zu beschaffen. Obwohl es sich in diesem Falle um unechtes Kokain han­delt, haben die Verhafteten hohe Strafen zu gewärtigen, weil nach dem Opiumgefetz auch die Personen hart be­straft werden, die Handel mit Stoffen betreiben, die als Rauschgift ausgegeben werden, in Wirklichkeit aber keine sind.

Freilegung einer Römerslraße.

— Oberursel. Bei Arbeiten des Freiwilligen Ar­beitsdienstes in der hiesigen Gemarkung stieß man in einer Tiefe von annähernd zwei Metern auf eine zweifellos von den Römern angelegte Straße. Der Un­terbau, der vollständig dem anderer römischer Straßen gleicht, wurde teilweise bloßgelegt und enthielt neben tiefrot gebrannten Scherben auch eine Anzahl behauener Steine. Weitere Nachgrabungen unterblieben vorerst aus finanziellen Gründen. Es handelt sich bei dem Wege wahrscheinlich um eine Zufahrtsstraße nach einer römischen Befestigung.

— Limburg. In Nauheim konnten am Montag die Eheleute Jakob Hohly die Diamantene Hochzeit feiern. Der Jubilar ist 90, feine Gattin 82 Jahr« alt.

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Geheimrat Ludwig Ritter von Hertertch, .

Professor an der Münchener Stunftofabemte, im Alter von 77 Jahren gestorben. Herterich n*r zumeist historische und genrehaste Vorgänge.

Feuerzeug in Kinderhänden.

--- Aschaffenburg. Das 5 Jahre alte Söhnchen Familie Josef O st h e i m e r in Groß-Ostheim spielte dem 8 Monate alten Schwesterchen. Die Mutier in der Küche beschäftigt Mit einem Streichholz h der Knabe plötzlich die Zelluloidschlotter des Babys gezündet. Durch die Stichflamme trug bas Kind fch? Brandwunden am ganzer Körper davon. An fe® Aufkommen wird gezweifelt. *

Freistaat Hessen.

Mllionen-Llistung der Adam Opel A.-G.

— Rüsselsheim. Vor 70 Jahren legte Ad« Opel mit dem Bau feiner ersten Nähmaschine! Grundstein zu den Opelwerken, die trotz der kritifä Zeit ununterbrochen über 6000 Arbeiter und Angeste in Rüsselsheim beschäftigen. Aus diesem Anlaß fP beten Geh. Dr. Jng. e. h. Wilhelm von Opel, Dr. 3 e. h. Fritz Opel unb die Erben der Brüder Carl! Heinrich von Opel eine Million Mark zu einer „2® Opel-Gedächtnisstiftung". Die Adam Opel 21=®. ihrerseits, da die augenblicklichen Verhältnifse nicht vt angetan sind, große Feste zu feiern, in dankbarer Et nerung an den verdienstvollen Gründer ihres Wer unb feine treue Mitarbeiterin Sophie Opel einen v>e ren Betrag von einer Viertel Million Mark zum » chen Zweck zur Verfügung gestellt. Alle Einkünfte < biefer Stiftung, bie künftig nach Möglichkeit ®C1 ausgebaut werben soll, bienen dazu, langjährigen Wer angehörigen, bie wegen Alter ober Invalidität a scheiden mußten, regelmäßige Zuwendungen neben i ihnen aus staatlichen Versicherungen gewährten Ren zu machen.

Die ein Gerichtsvollzieher ums Leben kam.

— Worms. Der 30jährige Pfandmeister bes, nanjamtes Haber hatte vor einigen Monaten in Ob ftörsheim rückständige Steuern einjutaffieren. Da wurde er von einem erbosten Landwirt bedroht 1 mußte, um Mißhandlungen zu entgehen, schleuß flüchten. Haber stürzte dabei die Treppe hinab t zog sich einen Lungenriß zu, an dessen Folgen nun nach schwerem Krankenlager starb.

„Früh krümmt sich, . .

— Koblenz. Die Kriminalpolizei verhaftete h einen Lehrling aus Essen, der feinem Meister 60 Mark unterschlagen hatte. Binnen vier laf hatte der hoffnungsvolle Sprößling 4000 Mark i braucht. Bei feiner Festnahme fand man nur * 2000 Mark bei ihm vor.

Bilder vom

er sich im Dienste des Nori

Jahren befindet fchen Lloyd.

fifipifän Ziegenbein,

der Kommandant der „Bremen", die unter das Blaue Band errang, ist jetzt nach dem - des Eommodore Johnson durch Vorstandsbesc des Norddeutschen Lloyd mit dem Gommot Titel ausgezeichnet worden. Eommodore Zi« dein steht im 59. Lebensjahre. Seit mehr ab

• Fritz Drolat,

der zurzeit beurlaubte Direktor der BVG., ist m einer Vernehmung durch den Untersuchungsrich wegen Meineidsverdachtes verhaftet worden. Bi lat soll im Sklarek-Prozetz unter Eid falsch ai gesagt haben.

Aus Kunst und Wissenschaft-

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