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Direkttonswechsel bei den Berlinern Staats-Kunstschulen

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Man schreibt uns:

von den Vausyarkasfen.

' rkasse der Gemeinschaft der Freunde Wü- >igsburg. Die Gemeinschaft der Freunde * ■ , in Ludwigsburg (GdF.) finanzierte innerhalb von 8 Jahren bis heute 1 3 6 6 6 Baufparer- Cigenheime mit 200 Mill. RM. und zwar ganz •> eigenen Mitteln ohne jede fremde Hilfe.

Prof. Bruno Paul,

der namhafte Architekt und Kunstgewerbler, ist von der Leitung der Vereinigten Berliner Staatsschulen für angewandte Kunst zurückgetreten, der er 25 Jahre vorstand.

Prof. Hans poelzig.

der bekannte moderne Bauschöpfer, ist vom preu­ßischen Innenministerium auf Vorschlag der Aka­demie der Künste mit der Leitung der Berliner Kunstschulen kommissarisch beauftragt worden.

Am Mittwoch, dem 14. Dezember 1932, hielt Reichsoevband des Deutschen Tiefbaugewerbes E. 33., Bezirksverein 11, Frankfurt a. M., umfassend Gebiete Hessen, Hessen-Nassau, Sieg-Lahn, Pfalz und Nahe, eine stark besuchte Mitgliederversamm­lung ab, die insbesondere zu den Fragen der Arbeits­beschaffung Stellung nahm . Die katastrophale Notlage, in welcher sich das Tiefbaugewerbe heute befindet, kam in der außerordentlich erregten Aussprache zum Aus­druck.

Haufiererhavdel mit Kleiderstoffen.

Die die Hausierer in der hohen Rhön ihre Geschäfte machen.

Aus der Rhön wird uns geschrieben:

Immer wieder beklagen sich die Leute über die un­lauteren Gesehäftsmetboden der fremden Hauüerer. Zum Beweis sei nur folgender Fall, der sich in der Nähe von Wüstensach'en zutrug, angeführt:

„Ein Hauüerer fuhr bei einem Landwirt in einem Auto vor. Die Frau des Hausierers bot zwei Anzug- stoffe an zum Preise von 60 Rm. Der Landwirt bot der Hausiererin die Hälfte. Die Händlerin erkannte, daß der Bauer handeln wollte und sagte, die Stoffe seien für den Landwirt in Farbe und Maß nicht paffend. Im Auto hätte sie das richtige und sie veranlaßte ihren Mann, den Stoff zu bringen. Sie forderte für den Stoff, der in Wirklichkeit wohl 12 Rm. wert war, 40 Rm. Der Landwirt bat 20 Rm. Die Hausiererin schlug den Stoff zu. Der Landwirt dachte, natürlich günstig gekauft zu haben."

Noch ein zweiter Fall:

Ein Hausierer besuchte während der Abwesenheit des Mannes eine Frau. Er gab sich als Engländer aus, der nur einige Tage in Deutschland sei und nicht länger bleiben dürfe. — Die Stosse habe er zollfrei nach Deutschland herüber geschmuggelt — er habe keine Zeit und muffe weiterziehen, wenn die Frau nicht alsbald sich entschließe. Es handele sich um erstklassioc englische Stoffe. Der Hausierer verlangte für 3. Stoffcoupon 70 Rm. (die 3 Coupon waren zusammen 9 Meter Stoff). Die Frau gab ihm 57 Rm. Auf Grund der chemischen Untersuchung ergab sich, daß die Stoffe im Kleinhan­delspreis im Höchstfall 34.50 Rm. kosten und auch nicht mehr wert sind Der Ehemann der Frau hatte ur­sprünglich dos Geld für andere Zwecke bestimmt und war natiirlich sehr verärgert über diesen Reinfall seiner leichtgläubigen Frau.

Beim Stoffkauf bei Hausierern hat der Käufer immer ein großes Risiko zu übernehmen. Die Ware ist mei­stens mindeqvertig und zu teuer. Der Hausierer hat meistens nur ein Jntereffe an einem einmaligen Geschäft mit dem Käufer. E^ kommt ihm nur daraus an, bei diesem einmaligen Geschäft einen mög- lickst großen Gewinn zu machen. Wenn sich na^träq- lich herausstellt, daß die gekaufte Ware in keiner Weise den gemackten Versicherungen entsvncht, und der Preis für die Ware zu hoch ist, dann ist der Hausierer mei­stens nicht mehr zu erreichen. Die ortsansässigen Schnei­der und Geschäfte wollen daaegen die Käufer zu Kunden machen, das heißt, sie wollen sie auf die Dauer zufrieden stellen.

Auch fft in Bezug auf englische Stoffe folgen- des zu sagen: „Der Deutsche schwärmt von jeher für ausländische Daren, insbesondere für englische Stoffe Die Hausierer verstehen ^urdy Aufdrucken von englischem Text auf die Stoffe, die England nie gesehen haben, diele Vorliebe auzunutzen.

In den meisten Bällen sind folgende Aufdrucke auf deutschen (hauptsächlich minderwertigen) Stoffen zu ftnden: London shrunk (auf deutsch: Londoner Dekatur.), Equal to english manusocture lauf deutsch: englischer Ware gleich), Guaranteed enalifh waal! (auf deutsch: Garantiert englische Wolle), Made like in England' (hergestellt wie in England).

Das lieber ee-Deulschkum im Zahre 1932.

Von Dr. H. Klinkenberg.

Das Jahr 1932 brachte mit der Hundertjahr­feier des Todestages von Goethe nicht nur den deutschen Volksgruppen in Europa, sondern auch dem Ueberseedeutschtum einen ganz besonderen Anlaß, seine Verbundenheit mit dem Schicksal und dem Geist des großen deutschen Mutter­volkes vor aller Welt zu bekunden. Ueberall, wo draußen In der weiten Welt Deutsche wohnen, in den Städten Nordamerikas und Kanadas, in Mittel- und Südamerika, im ehemaligen Deutsch- Südwestafrika, in Ostasien fanden sie sich in ihren Vereinen und "Klubs zusammen, um den Todestag des großen Genius der deutschen Nation mit einer Feier zu begehen, sich zu seinem Geist und zur Sprache seiner unsterblichen Werke zu be­kennen. So fanden Goethe-Feiern statt in New Pork, Washington, Chikago und Milwaukee, in Toronto (Kanada), in Buenos Aires und Rio Grande, Sao Paulo und vielen anderen Städten jenseits des Ozeans, die Deutsche in ihren Mauern beherbergen. Em höchst erfreuliches Ergebnis hat­ten die Eoethefeiern in den Vereinigten Staaten. Schon im Februar d. Js. hatte der Vorstand des deutsch-amerikanischen Naiionalbundes die Anre­gung gegeben, dem Andenken Goethes in Nord­amerika ein bleibendes Ehrenmal durch Errich­tung von sogenannten Sonntaasschuken zu setzen. Der Zweck dieser Schulen soll der sein, den Kin­dern deutscher Ellern mehr als bisher Gelegen­heit zum Unterricht in deutscher Sprache zu ver­schaffen. In Omaha hat diese Art Schulen be­reits gute Erfolge gezeitigt. Es geht in den letzten Jahren ein frischerer Zug durch die deutsche Be­völkerung in den USA. "Das zeigt sich vor allem in der Belebung des deutschen Vereinswesens. Selbst in die kleinsten und entlegensten Orte 'ist Bewegung hineingekommen. Die deutschen schlie­ßen sich überall in Vereinen, vielfach Gesellig- keitsvereinen, zusammen und bi eie Vereine bilden wiederum einen besonderen Verband. Heüte'fällt diesen Verbänden vor allem die Aufgabe zu, sich der notleidenden Deutschen anzunehmen, die infolge der Wirtschaftskrise Stellung und Brot verloren haben und dem größten Elend anheim­zufallen drohen. Von großen Kundgebungen sind neben den Goethefeiern vor allem zu nennen das Sängerbundesfest der nordwestlichen deutschen Sängervereine in St. Paul und die Tagung des Deiutsch-amerikanischen Kongresses in New Pork vom 27. und 30. Oktober. Der Kongreß bildete eine große Heerschau der Vertreter der gesamten deutschen Verbände Nordamerikas. Das noch ferne Ziel dieser Vertreter-Tagung ist die Bildung eines großen „Deutschen Kultur- und Volksbun- bes" in den Vereinigten Staaten. Der „Deursch- amerikanische Verband" von Los Angeles er­reichte durch eine entschieden« Protestaktion, daß die öffentliche Bibliothek von aller noch vorhan­denen antideutschen Hetzliteratur gesäubert wurde. — In Kanada haben die deutschen Farmer und Kolonisten ganz besonders schwer unter der toin- schnftlichen Not zu leiden. Auch hier bilbe-n sich überall tn ben Stabten Unterstützungsvereine. In Westkanada hat die jetzt alljährliche Veranstal­tung der „Deutschen Tage" (Saskatoon, Winni­peg, Edmonton) die Idee eines Zusammenschlus- s«s der gesamten deutschstämmigen Bevölkerung immer mehr gefördert. In Edmonton allein nah­men 5000 Deutsche an der Kundgebung teil.

In Mittvlamerika ist das Deutschtum in nen­nenswerter Zahl fast nur m den Städten ver­treten. Das deutsche Schulwesen erfreut sich hier

mehr eine Mittelsucht war. Er sagte, um überhaupt irgendwo anzukommen und Aufnahme zu finden, mußte er als etwas erscheinen.

Die ihm jetzt zur Soff gelegte Betrugsserie basiert zum Teil darauf, daß er sich „als führendes Mitglied des Missionskreuzzuges" oder als „Hochmeister des Papst Pius-Ordens" ausgab, deren es nur neun gebe. Der Angeklagte war in einem gelben Mantel dem Gericht vargeführt worden. Das Gericht ersuchte Meys einmal, sein Habit sehen zu lassen, aber nur unwillig öffnete er den Mantel und man gewahrte, daß er kurze schwarze Hosen und eine tiefblaue von einem Gürtel ge­haltene Bluse trug. Auf dem Koppel stehen die Worte: „Gott mit uns". Die Bluse ist mit reicher Silberstickerei versehen, hat Fangschnüre, wie sie der kaiserliche 8afei auf seiner Uniform besitzt. Auf der Brust besitzt die Bluse ein großes gesticktes Kreuz, das Abzeichen der angeblichen Kreuzritter. Diese Phanta­sieuniform hat sich der junge Mann selbst anfertigen lassen.

Die ihm zur Last gelegten Schwindeleien nahmen ihren Ausgang von seinem 'Auftreten beim Essener Ka­tholikentag. Dort erschien er bei einer Familie, die sich zur Aufnahme von Teilnehmern bereiterklärt hatte und behauptete, hierhin verwiesen worden zu fein. Der junge Herr Hochmeister wollte von einem Pater ge­schickt worden fein. Die Leute nahmen den Unbekannten gastlich auf und gaben mehrere Tage Unterkunft und Speise und Trank. Da der Gast Rohköstler war, be­sorgte man ihm besonders gutes Obst. Von Essen be­gab er sich in die Eifel, dann ins Rheinland, überall erschien er in Klöstern, bei Geistlichen oder bei Ursuline­rinnen und ließ sich Quartier und Geldbeträge zu ir­gendwelchen Reisszwecken geben. In Frankfurt fiel er einem Kaplan auf, der die Fest­nahme des Betrugsverdächtigen be­wirkte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten we­gen Betrugs, Landstreichens, unbefugter Titelführung und falscher Beurkundung zu einem Jahr und drei Wei chen Gefängnis.

Es gibt Menschen, die sich auf dem Boden der Wirk­lichkeit nicht wohl fühlen und immer wieder in den Schein eines erträumten Lebens hineingeraten. Zu dieser Gruppe der phantastisch-pseudologen Psychopathen zählt auch der 23jährige Norbert M e y s, gegen den sich eine Gerichtsverhandlung richtete. Er gehört spe­ziell dem Formenkreis der religiösen Hochstapler an, ist aber von gutem Intellekt und keineswegs geisteskrank. Nach Ansicht des Sachverständigen wäre es das beste für den Angeklagten, wenn er in Hände kommt, die ihn dauernd beaufsichtigen. Meys ist ein schmächtiges klei­nes Kerlchen mit fast mädchenhaftem Teint und großem Redetalent. Der junge Burscke ist im Rheinland zu Hause. Er ist der Sohn eines Kantinenwirtes und kam, ob zu Recht oder zu Unrecht mag dahingestellt bleiben, früh in Fürsorgeerziehung. Das unstete Leben brachte Obdachlosigkeit und Not mit sich, da er nicht den Weg gehen wollte auf dem man ihm zu helfen luchte. Er sollte Schreiner werden und brachte es zum Weltbumm- ler und Vagabunden, der mit Hilfe seiner Phantasiebe- gabung bald da, bald dort kleinere Betrügereien beging, um Unterkommen und Geld zum Leben zu erlangen.

In der Verhandlung ergab es sich aus dem reichen angesammelten Aktenmaterial, in welchen Rollen er schon aufgetreten fft. Eine Familie suchte einen eng­lischen Studenten aufzunehmen, da meldete er sich und gab sich als Sohn des portugiesischen In­nenministers aus. Ein andermal behauptete er, ein Verwandter Wilhelms II. zu fein, feine Mama sei eine geborene Vogel von Falckenstein. In Holland spielte er sich als führende Persönlich- feit im deutschen Fußball auf. Dort auch gab er sich als Landesbezirksgauleiter des Vereins zur Er­haltung des Deutschtums aus. Dann wieder spielte er den „leitenden Referenten" des IungstahI - Helms. Eine Zeitlang trat er auch als Hitler­go rd i st auf. In Norddeutfchland ist er al? Dr. Graf von Reka aus dem Haag erschienen. Schließlich war er Dr. med. und Dr. chem. und bezeichnete sich als Erfin­der eines Schlafpulvers. Meys gab in der Verhand­lung eine plausible Erklärung für feine Titelsucht, die

Das Tiefbaugewerbe ist, seinem Aufgabengebiet ent­sprechend, auf die öffentliche Bautätigkeit angewiesen, die infolge der finanziellen Notlage der in Frage kommenden Auftraggeber auf ein Minimum zu- rüefgegangen ist. Die Arbeitsbeschaffungsprogramme der letzten Zeit haben nur einen Bruchteil der dringendsten Bauarbeiten ermöglicht, die an und für sich ausgeführt werden müßten. Es ist daher eine Irreführung der öffentlichen Meinung, wem» in bezug aus die direkte airbeitsbefdraffung von unrentablen und nicht notwendi­gen Bauarbeiten gesprochen wird. Nicht nur den zahl- reichenArbeitslosen des Baugewerbes muß wieder Be­schäftigungsmöglichkeit gegeben werden, es gilt auch, einen wichtigen Bestandteil unserer Volkswirtschaft, das Baugewerbe, zu erhalten, welches wieder in Gang ge­fetzt werden muß. wenn die Bemühungen um die Be­lebung der Wirtschaft Erfolg haben sollen. Bei der trost­losen Baumarktlage tritt es doppelt stark in Erscheinung, wenn weiterhin die noch verbliebenen geringen Arbeits­möglichkeiten dem Baugewerbe durch Regiearbeit und freiwilligen Arbeitsdienst noch restlos entzogen werden. Zwar hat die letzte Reichsregierung wiederholt bekundet, insbesondere dem Gewerbe und dem Handwerk helfen zu wollen. Als Ergebnis ist aber festzusteUen, daß in Wirklichkeit das bisherige Arbeits­beschaffungsprogramm in der Hauptsache anderen In­dustrien zugute kommt, während die mittleren und klei­neren Unternehmungen des Baugewerbes fast vollkom­men leer ausgehen. Die geringen Mittel, die für Ar­beitsbeschaffung im Baugewerbe aufgewandt worden sind, haben nur einigen wenigen Firmen Beschäftigungs­möglichkeiten gebracht. Dazu haben maßgebliche öffent­liche Auftraggeber, wie die Deutsch« Reichsbahngesell- schast und di eReichspostverwaltung. ihre Arbeiten aus­nahmslos in eigener Regie ausgeführt. Alle Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft sind so bis heute ergebnislos geblieben. Die Sage des Tiefbauge­werbes hat sich trotz aller Versprechungen noch weiter verschlechtert, der völlige Zusammenbruch steht bevor.

Diese Feststellungen, die einstimmig von der Ver­sammlung getroffen werden mußten, erfüllen das Ge­werbe mit der bittersten Enttäuschung. Es wird die dringende Forderung erhoben, daß das neue Arbeits­beschaffungsprogramm den Belangen der privaten Bau­wirtschaft mehr Rechnung tragen muß, als dies bisher der Fall war, durch bessere Zuteilung der Mittel an diejenigen Stellen, die dringende Bauarbeiten vorliegen haben, wie insbesondere auch die kommunalen Auftraggeber, durch bessere Unterteilung und Ver­gebung der Bauaufträge, so daß die gesamte Bauwirt- schast Berücksichtigung findet und durch völligen Aus­schluß der Regiearbeit, sowie weitgehendste Einschrän­kung des freiwilligen Arbeitsdienstes.

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Für den „freiwilligen Arbeitsdienst" haben sich in erster Linie die rechtsradikalen Parteien eingesetzt, denen zu Tausenden die kleinen Un­ternehmer ihre Stimme gegeben haben. Für die Drosselung der kommunalen Aufträge ha­ben sich gleichfalls in erster Linie die Rechtspar­teien, solange sie in der Opposition standen, ein­gesetzt. Die kommunale Arbeitsbeschaffung ist mit allen Mitteln der Demagogie von dieser Seite b e - kämpft worden. Der Hinweis aus Neubauten der Gemeinden und der Krankenkassen gehörte zum eisernen Bestand der Agitation der Nazis. Es ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte, daß gerade von den Kreisen der Ruf nach öffentlicher Arbeitsbe­schaffung kommt, die vor einigen Monaten noch denen zujnbelten, die öffentliche Arbeitsbeschaffung in Grund und Boden kritisierten.

Der „Kreuzzug des falschen „plusrikker"

Jugendlicher Abenteurer vor Gericht.

besonderer Beachtung, so daß die einzelnen Schu­len zu einem großen Teil auch von Kindern nichtdeutscher Ellern besucht werden. Die Sied­lungen der deutschen Kolonisten liegen über das Land zerstreut und vielfach ohne Zusammenhang untoreniander.

Im Gegensatz zu dem überwiegend in den großen Städten lebenden Deutschtum der Ver­einigten Staaten gibt es in Südamerika überwiegend größere und geschlossene bäuerliche Siedlungsgebiete, vor allem in den Mittel- und Südstaaten Brasiliens. Diese Gebiete haben auch tn diesem Jahre vielfach im Brennpunkt der politischen Umsturzbewegung gestanden. Die revo­lutionären Bewegungen und die schwere Absatz- krise, die sich gerade in den auf Massenausfuhr angewiesenen Ueberseeländern verhängnisvoll aus­wirkte, haben auch die deutsche Kolonistenbevöl- kerung stark in Mitleidenschaft gezogen.

Nicht wesentlich anders liegen die Verhältnisse in Argentinien. Ueberall entstehen Hilfs- ausschüsse zur Linderung des sozialen und wirt­schaftlichen Elends unter der deutschstämmigen Bevölkerung. So haben sich kürzlich in Buenos Aires die dortigen deutschen Verbände zur Spei­sung der deutschsprechenden Arbeitslosen zusam­mengeschlossen. Die entlegenen Siedlungen im Gan Chaco leiden besonders unter den an­haltenden kriegerischen Verwicklungen. In Pa­raguay haben deutsche Kolonisten neuerdings Versuche mit Anbau von Weizen unternommen. Sie konnten auch bereits erste Erfolge erzielen, die den Beweis erbrachten, daß dort wenigstens für gewisse Weizensorten ein Anbau möglich ist. Die Kolonisten sind dazu gekommen, well der Anbau der ausgedehnten Nerba-Külluren infolge der durch die argentinische Zollpolitik hervor- gerufenen Absatzstockung vielfach nicht mehr loh­nend ist. Im argentinischen Chaco-Eebiet ver­dient die Siedlung Charata besondere Erwähnung, weil sie an Ausdehnung beständig zunimmt und bereits einer größeren Anzahl deutscher Siedler Unterkunft gewährt.

Einige Fortschritte konnte das Deutschtum in der ehemaligen Kolonie D e u ts ch s ü d w e st - afrrka erzielen. Anfang d. Js. fand die so- genann-te „Marienthaler Konferenz" statt, auf der die Vertreter des „Deutschen Bun­des" nachdrücklich die Forderung stellten, daß die deutsche Sprache neben dem Holländischen und Englischen als dritte Amtssprache eingeführt werde und die deutsche Bevölkerung ein« zahlen­mäßig stärkere Vertretung im Landesrat erhalle. Lange war um die Verwirklichung der ersten Forderung gekämpft worden. Am 6. Februar tagte der „Deutsche Bund" in Windhuk, und End« April wurde die Einführung des Deutschen als dritte Amtssprache im Landesrat beschlossen. Die fortschreitende Wirtschaftsnot hat in der letzten Zeit zu gewissen Meinungsverschiedenheiten über die Form der politischen Vertretung der deutschen Bevölkerung geführt. Es handelt sich dabei um die Frage, ob der „Deutsche Bund", der sich bisher den Umständen entsprechend mehr politisch- kulturell betätigt hat, sich auch der wirtschaft­lichen Fragen annehmen soll, oder ob für diese Angelegenheiten die Bildung wirtschaftlicher Jn- tere'ssenparteien zweckmäßig erscheint.

In Ostasien hat der deutsche Kaufmann, wenn auch keineswegs in der Ausdehnung der Vorkriegszeit, langsam wiederum Fuß fassen kön­nen. Vor allem in den Städten Chinas und Japans gibt es wieder deutsch« Kolonien mit hochragenden Geschäftshäusern. Deutscher Fleiß

und deutsche Zähigkeit haben sich auch < besonders erschwerten Verhältnissen der krivgszeit einen Weg gebahnt und dem h», Namen, tote auch dem deutschen Saufman t'd)>2n Ansehen wieder gewonnen, das er e:n"-nil fbaS Ein großes deutsches Kullurwerk hat L; lQ^ Kämpfen zwischen China und Japan tomJr ' htten: die chinesisch-deutsche Urllversttät w fung bei Shanghai. Ihre technische und nelle Ausstattung hatte die deutsch« übernommen. Bet der Beschießung des ® sorts durch die Japaner sind die Gebäude ihren Einrichtungen teilweise erheblich zerstör« worden.

Das auf dem Archipel und in der Süd,-» verstreute Deutschtum lebt zumeist völlig isolier« Es sind größtenteils Kaufleute, Lehrer, Farm„ und Forscher, die hier ein Auskommen gefundm haben und auf einsamem Posten ausharren Di« Wirtschaftsnot im Reiche und die seit dem Kriegs­ende völlig veränderten politischen Verhältnisse, lassen es kaum zu, daß Regierung und offi- zielle Stellen diesen besonders gefährdeten Außen­posten Rückhalt und 'Hilfe bieten. Umso mehr gewinnen die Auslandsreisen der deutschen Kreuzer cm Bedeutung, von denen die „Karlsruhe" im vergangenen Jahre ihre große Wellfahrt unter- nommen hat.

Aber auch sie vermögen zwar nur vereinzelt und flüchtig eine Verbindung zwischen dem Ueber­seedeutschtum und dem Mutterlande herzustellen. Daher bleibt die eigentliche Betreuungs- und Unterstützungsarbeit heute mehr denn je die Auf­gabe privater Verbände, vor allem des Vereins für das Deutschtum tm Ausland.

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Zehn Landstreicher in einem Strohschober verbrannt.

Auf dem Gute Bujny, Kreis Petrikau (Polen), geriet ein Strohschober in Brand. Die Tätigkeit der Feuer­wehr beschränkte sich darauf, das Ueberfpringen der Flammen auf die in der Nähe stehenden Häuser zu verhindern. Als der Schober vollkommen niederge­brannt war, machte man eine furchtbare Entdeckung. In der Asche wurden die zur Unkenntlichkeit verkohl­ten Leichen von zehn Personen gefunden. Es handelt sich um Landstreicher, die in dem Strohschober übernachten wollten, da der Gutsbesitzer an jedem Mor­gen und Abend an Landstreicher Verpflegung zu vertei­len pflegt. Das Feuer ist wahrscheinlich durch Ziga­rettenrauchen entstanden

Zwei Kinder beim Brand einer Wohnlaube ums Leben gekommen.

Am Dienstagabend brach in der Laube eines Ar­beiters in der Kolonie „Falkenstein" in Berlin ein Brand aus, der die große Wohnlaube vollständig ein- äscherte. Beim Aufräumen der Brandstelle fand man unter den Trümmern die verkohlten Leichen der beiden Kinder des Arbeiterehepaares.

Großfeuer äschert zwei Wohnhäuser und acht Scheunen ein.

In einer Scheune in Sindolsheim (Baden) brach Feuer aus, das rasch auf sieben weitere Scheunen und zwei Wohnhäuser Übergriff und alle Gebäude bis auf die Grundmauern einäscherte. Die gesamten Ernteoorräte sowie die landwirtschaftlichen Maschinen sind verbrannt, dagegen konnte das Vieh gerettet werden. Der Schaden ist sehr groß Die Branduriache ist unbekannt.

Das siebenstöckige B u t a r e ft e r Hotel „Bri - t a n n i a" wurde am Dienstagabend von einem Groß­feuer heimgesucht. Der Sachschaden wird auf 40 Mil­lionen Lei geschätzt

Neues in kürze.

Der Vulkan Aso auf der Insel K i u s i u ent­faltet feit kurzem eine Tätigkeit, wie man sie' seit einhundertfünszig Jahren nicht mehr erlebt hat. Die Feuersäulen reichen bis 300 Meter hoch und bieten einen großartigen Anblick. Schaden ist bis­her nicht entstanden. 1

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Der Direktor der Berliner Verkehrsge- sellschaft, Brokat, gegen den der Untersuchungs­richter im Anschluß an eine Vernehmung Haftbefehl er­lassen hatte, ist am Dienstag in das Untersuchungs­gefängnis eingeliefert worden.

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In einem griechischen Grenzdorf bei Kilkia kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Gendarmen und fün fberoaffneten Komitatschis. Ein Gendarm wurde tödlich verwundet. Die Komitatschis entkamen. Man nimmt an, daß es sich um die Leute handelt, die den Anschlag auf den Simplon-Expreh ver­übten.

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In den Weihnachtstagen tarnen in England ins­gesamt 25 Personen durch Unfälle ums Leben.

Fuldaer Vuttermarkt.

— Fulda, 28. Dez. Auf dem heutigen Buttermarkt kostete das Pfund Butter 0.90—1.00 Mk.; Eier 10 und 11 Pfg. das Stück. Gänse wurden zu 70—75 Pfg. das Pfund verkauft.

Zuschriften aus un etem Leserkreis.

Für die hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimmt die Schriftleitung nur die durch das Preßgesetz vor- geschriebene Verantwortung.

Arbeitsbeschaffung mit sofortiger Wirkung ist das große Wort dieser Tage. Kann man es vielleicht i N Fulda irgendwie verwirklichen? Man erschließe das Baugelände an der Westseite des Frauenberges vom Lichtweg an bis zur Gemeindegrenze, den sog. Elsässer Garten, für Einfamilienhäuser im Erbbaurecht. Zu dem Zwecke führe man die Elisabethstraße durch in der gleichen Höhe bleibend, als Garten- und Einbahnstraße unter Anschluß an die von Horas bezw. dem Kreis zu verbessernde Straße, den sog. Fuldapfad. Kann ferner nicht die städtische Gasleitung weiter ausge­dehnt werden, ohne daß bei der Anlage geldliche Opfer gebracht zu werden brauchen? Die aufgewandten Mit­tel werden sich rentieren, da viele Hausfrauen sicher die grofce Bequemlichkeit ergreifen Derben. Wieviel Ar­beit könnte so beschafft werden! Kopf- und Handarbei­ter fänden sofort lohnende Betätigung für ihren Arbeits­willen auf viele Wochen hinaus Wieoiele Geschäfts­leute unserer Gegend hätten Lieferungen an Material und Geräten! Mittel sollen ja nach der Rede des Herrn Reichskommifsars Dr. Gereke zur Verfügung gestellt wer­den, da gerade die Aufträge von feiten der öffentlichen Hand für die wirksame Belebung der Wirtschaft nicht zu vermissen seien. Werden wohl die Körperschaften der Stadt bezw. der betreffenden Gemeinden solche Arbeits­beschaffung beschließen? (Folgt Unterschrift.)

•Sonne, das Mitteldeutsch« Braunkohleu-Brikett", ist der 8uf» druck de» heute beiliegenden Wandkalender». In der Pronin, und im Lande Sachsen, in Anhalt, in Braunschweig und in Thüringen liegen die mitteldeutschen Braunkohlenvorkommen, räumlich weit verteilt, doch rrdgeschichtlich gleichaltrig und daher in ihren Eigen­schaften kaum voneinander abweichend. Die tropische Sonne der Terttär-Epoche der Erd« ließ im heutigen mitteldeutschen Raum üppig- Waldvegetation sprießen, die jetzt, im Laufe von Jahr. Millionen zu Braunkohle geworden, den Rohstoff der „Sonn Brilctis liefert. Biele Hundert- von Brikettpressen auf zahl- reichen Gruben Pressen zurzeit annähernd 12 Millionen Tonnen e o n n « . »titelt» im Jahr, Lehntausenden deutscher Arbeiter gibt der mitteldeuttche Brauntohlen-Bergbau Brot und mehr al» 18 Millionen Tonnen Sonne. Brilett» können jährlich von den mitteldeutschen Brikett-Werleu hergeftellt werden. 1