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Fuldaer Land und Aachbargebiek

— Dipperz (Kr. Fulda). Der Landwirt Josef D e h - ler von der Mengelsmühle konnte dieser Tage in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburt?- t a g feiern.

Einbruch und vrandfkiitung

während der Christmetke.

— Rudolfshan (Kr. Hünfeld). Während der hier um 4 Uhr morgens stattfindenden Christmette wurde es einem jungen Mann unwohl, so daß er die Kirche ver­lassen mußte. Als er ins Freie kam, hörte er in der nächsten Nachbarschaft Fenster klirren und sah aus dem Wohnhause des Bürgermeisters Albert Wehner Feuer schlagen. Er alarmierte sofort die Kirchenbesucher, die das Feuer, das noch im Entstehen war, tn kurzer Zeit löschten. In dem Hause war alles durchwühlt. Schränke und Kästen aufgebrochen, Geld, Fleisch und Wurstwaren gestohlen. Nach getaner Arbeit hatten die Spitzbuben die Haustüre von innen verriegelt, alle Sicherungen der Lichtleitung herausgedreht, Stroh unter die Betten und Schränke gestopft und dasselbe angesteckt. — Den Die­ben sollen größere Geldbeträge in die Hände gefallen sein, da der Bürgermeister die Kirchen- und Schulkasse verwaltet. Gleichzeitig verwaltet er die Gelder der Dorfgenossenschaft und nimmt Spargelder für eine Spar­kasse an. Bon den Dieben fehlt noch jede Spur. Nur der Zufall, der den jungen Mann aus der Kirche führte, verhütete ein größeres Unglück.

— Weyhers (Rhön). Ein Arbeitsloser schreibt uns: Ein edler Menschenfreund bedachte die hiesigen Arbeits­losen zu Weihnachten mit je zwei Zentnern Briketts. Da es uns nicht möglich war, den Namen des' freund­lichen Spenders zu ermitteln, möchten wir ihm auf die­sem Wege unfern herzlichen Dank abstatten.

Verschlechterung des Arbeiksmarkkes im Kinzigtal.

— Schlüchtern. Im Bezirk des Arbeitsamtes Hanau hat sich in der ersten Dezemberhälste die Ziffer der Ar­beitsuchenden von 13 860 auf 14181 gesteigert. Die Steigerung ist auf Entlassungen in den Außenberufen infolge Frosteintritt, aber auch durch Zugänge aus an­deren Berufsgruppen zurückzuführen, in denen die Lage fast allgemein ungünstig geblieben ist. Arbeitsuchende in den einzelnen Bezirken: Hanau-Stadt 4942, Hanau-Land 5207, Gelnhausen 2797, Schlüchtern 1240. Die Lage in der Land- und Forstwirtschaft ist der Jahreszeit ent­sprechend unverändert geblieben. In der Industrie der Steine und Erden wurden im Bezirk Schlüchtern in­folge Einstellung der Steinbrucharbeiten und durch Still­legungen in der Ziegeleiindustrie 13 0 Arbeiter er« werbslos. In der Metallindustrie hielten sich die Entlassungen in mäßigen Grenzen; die allgemeine Lage blieb ungünstig wie bisher.

Der Lahnbau in den Vogelsberg geht welker.

— Licstein. Trotz der wirtschaftlichen Nöte konnte die Leitung des Bahnbaues in den hohen Vogelsberg als Fortsetzung der Kreisbahn Wächtersbach- Bierstein nach Norden bis Hartmannshein die Arbeiten so weit fördern, daß die Schienenlegung — der Oberbau ist seit geraumer Zeit fertiggestellt — sich allmählich dem Endpunkt der neuen Strecke nähert. Den Gemeinden des hohen Vogelsberg flössen durch die Ar­beiten bisher etwa 1 Million Mark zu, die an dem Bau beteiligte Arbeiter zur Auszahlung gelangten.

Die Ehefrau mit einem Hammer erschlagen.

— Hanau. Im Hinterhaus des Anwesens Frank­furterstraße 19 ereignete sich ein fürchterliches Ehedrama. Vermutlich in einem Anfall geistiger Störung zertrüm­merte der in den 60er Jahren stehende Rentenempfän­ger Georg Merx seiner noch im Bett liegenden gleich­altrigen Ehefrau mit einem Hammer den Schädel. Der Täter stellte sich selbst der Polizei mit der Erklärung, seine Frau erschlagen zu haben. Als die Kriminalpoli­zei am Tatort erschien, fanden sie die noch schwach rö­chelnde Frau mit einer furchtbaren Kopfwunde in einer großen Blutlache im Bett vor. Die Rettungswache brachte die Frau ins Krankenhaus, wo sie am Montag­morgen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, ihren furchtbaren Verletzungen erlegen ist.

0 Hanau. Der 70 Jahre alte Holzhändler Karl Minner hat sich erschossen.

— Großauheim (Kr. Hanau). Am Mittwoch vor Weihnachten veranstaltete die Bischöfl. Rektoratsschule ihren üblichen Eltern- und Weihnachtsabend. Nach herz­licher Begrüßung der Erschienenen durch den Leiter der Anstalt, H. H. Rektor Werthmüller, sang der Schü­lerchor ein schönes Adventslied. Dann spielte die Spiel- schar des Herrn Dr. Mohr zwei Schwänke „Kaspar Larifari als Bildhauer" und „Mückenstich". Beide Stücke wurden mit viel Frische und Humor flott gespielt und ernteten reichen Beifall. Eine Kapelle ehemaliger Schüler der Anstalt sorgte für die nötige Unterhaltung während der Pausen. Der Abend ist als wohlgelungen zu bezeichnen. ________________

Falsche Fünfziger i

vierlausend Falschslücke in Süddeutschland abgeseht.

— Kassel. Der Kasseler Kriminalpolizei ist es am Weihnachtsabend gelungen, zwei Falschmünzer festzu­nehmen. Einer von ihnen, der 19 Jahre alte Böckler aus Kassel, gab in einem Lebensmittelgeschäft ein fal­sches Fünfzigpfennigstück in Zahlung. Ein zufällig in den Laden kommender Polizeibeamter verhaftete den jungen Mann. Die weiteren Ermittlungen führten am gleichen Abend zur Festnahme des Komplizen, des 30- jährigen Paul Hoyer aus Berlin in dem Augenblick, als er in feiner Wohnung damit beschäftigt war, Falsch­geld und zu dessen Herstellung bestimmtes Werkzeug in Sicherheit zu bringen. Die beiden sind geständig und

gaben an, etwa 4000 falsche Fünfzigpfennigstücke, hauptsächlich in Süddeutschland, in den Verkehr gebracht zu haben.

Freistaat Hessen.

Folgenschwere Schlägerei unter Holzhauern.

— Alsfeld. Bei einer Schlägerei unter Holzhauern im Staatswald bei Wahlen (Kreis Alsfeld) wurde der Arbeiter Heinrich W ö ß n e r aus Wahlen durch einen Messerstich in die Brust schwer verletzt. Der Mann mußte nach der Klinik in Marburg gebracht werden.

Schweres Auto-Anglück in Rheinhessen.

Auto stürzt eine 20 Meter hohe Böschung hinab.

1 Toter, 2 verletzte.

— Alzey. Auf der Landstraße bei Alzey, unweit der Wartbergbrücke, ereignete sich ein verhängnisvolles Autounglück. Ein großer Personenwagen, der sich auf der Fahrt von Kaiserslautern nach Frankfurt a. M. be­fand, kam infolge Glatteises auf der abschlüssigen Strecke ins Rutschen und stürzte an einer Eisenbahnüberfüh­rung den 20 Meter hohen Straßendamm hinab. Das völlig zertrümmerte Fahrzeug blieb auf den Gleisen der Eisenbahn liegen. Passanten, die den Vorfall beobachtet hatten, eilten zu Hilfe, um die in den Trümmern des Wagens eingeklemmten drei Fahrgäste zu befreien. Es handelte sich um den 35jährigen Chemikalienvertreter Ludwig Mentzel aus Leipzig, der den Wagen selbst ge­steuert hatte, seinen Chauffeur und eine Begleiterin. Mentzel hatte so schwere Verletzungen erlitten, daß er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Seine Begleiterin und der Chauffeur tarnen mit Kno­chenbrüchen und Prellungen davon.

Tragischer Abschluß einer Familientragödie.

— Darmstadt. Am Heiligenabend erhängte sich die Witwe des städtischen Gaserhebers Drohmann. Damit fand eine Familientragödie ihren Abschluß, die im Januar d. I. ihren Anfang nahm. Damals hatte Drohmann sich und feine drei Kinder mit Gas vergiftet, während die Frau gerettet werden konnte. Sie lag monatelang im Krankenhaus und wurde bann schwer­mütig. ________________

* Vertreibung eines deutschen Geistlichen aus Ren-Belgien. Der an der St. Nikolaus-Pfarrkirche in Eupen amtierende Kaplan Gilles wurde am Heiligen Abend aus dem Beichtstuhl gerufen, um vom Gerichtsvollzieher einen königlichen Er­laß entgegenzunehmen, der seine Ausweisung aus dem Königreich Belgien innerhalb 24 Stunden anordnet. Die Wirksamkeit des Erlasses wurde al­lerdings schließlich bis zum Dienstag verschoben, weil der Ausgewiesene bei der Gemeindeverwal- timg seinen Passierschein in Empfang nehmen soll und die Verwaltung der Feiertage wegen bis Dienstag geschloffen ist. Es handelt sich um einen Geistlichen, der sich in Eupen sehr großer Be­liebtheit erfreut. Das Vorgehen gegen ihn hat infolgedessen in der katholischen Bevölkerung tiefe Erbitterung erregt. Kaplan Gilles war Prä­ses des Katholischen Iünglingsver- eins in Eupen, der weitaus größten Jugend­organisation in dem deutschen Sprachgebiet Bel­giens. ________________

praktische Winke

für den Hausgarlen, den Keller und den Blumen­schmuck im Zimmer.

Auf der Versammlung des FränkischenGartenbau- Vereins machte H.Gewerbeoberlehrer Schüße interes­sante Mitteilungen über die Pflege des Hausgartens im Spätherbst; er soll noch vor Eintritt des Win­ters, aber erst nach dem Laubfall völlig umgestochen werden. Düngen ist jeßt nicht mehr angebracht, Stallmist im Freien ist abzudecken. Die Wasserlei­tung und die Wasserbecken sind wegen der Frostge­fahr zu entleeren. Die Obstbäume sind mit lOpro« zentigem Carbolineum zu bestreichen. Nicht win­terharte Pflanzen sind einzupacken, aber nicht mit Oelpapier, sondern am besten mit Tannenwedeln, da nicht die Kälte und der Regen, sondern die Sonne und der eisige Wind im Winter die Pflan­zen zerstören. Pflanzen an Eisen anzubinden ist nicht ratsam.

Die Zimmerpflanzen sind zum lieber« wintern herzurichten. Die Blumen in den Kästen sind in Töpfe umzupflanzen, die Kästen sind zu reinigen und frisch zu streichen. Die noch anhaf- tenden Blüten sind als Fäulnisträger zu entfernen. Neupflan,zungen sind nicht mehr vorzunehmen. Das Gießen darf nicht ganz vergessen werden. Die Vo­gelhäuschen fürs Freie sind herzurichten; kein ein- geweichtes, sondern nur trockenes und fettes Fut­ter geben.

Im Keller sind die Schnecken mit Lichtfackeln zu entfernen. Einlagern der Aepfel und der Kartof­feln in Torfmull schützt vor Fäulnis; die Pflan­zenknollen dürfen nicht ganz trocken gehalten wer­den. Die Kellerfenster müssen von Zeit zu Zeit ge­öffnet werden, damit die Fäulnis befördernde Hitze entweichen kann. Alle Flaschenweine ufw. sind lie­gend aufzubewahren. Obstweine müssen von der Hefe gelassen werden, bevor diese faulig wird.

Debatte im Aebenzimmer.

Kriminalskizze von Gerd Land.

Kriminalkommissar Kessing, in eingeweihten Kreisen als „Sorefänger" bekannt, war endlich der berüchtig­ten „Tourenbande" auf die Spur gekommen. Lange hatte er mit dem ihm zur Verfügung stehenden Polizei-^ apparat versucht, dieser raffinierten Gesellschaft das Handwerk zu legen. Allein es war vergeblich. Die Technik, mit der die Einbrüche verübt wurden, ließen auf keine alten Bekannten der Polizeibehörden schlie­ßen. Und vor allem die Ablenkungsmanöver waren in ihrer Art durchaus neuartig.

Deshalb hatte Kessing dem Manne, der jetzt vor ihm stand, anfänglich äußerstes Mißtrauen entgegengebracht. Dieser, seiner Statur nach etwa ein Viehhändler, mit großem Schnauzbart, gerundeter Weste und breiter, ge­mütlicher Aussprache, war ein Spitzel von jener Sorte, ohne die kein» Polizeibehörde der Erde heute aus­kommt, ein im Ganovenjargon „Halbseidener" genann­tes Individuum, das die Pläne der Bande, die ihn für „fti'um", d. h. zuverlässig hält, der Polizei hinterbringt.

„Also, Herr Kommissar, bat is nämlich so" — der Mann macht jetzt den Eindruck aller Spitzel, er wurde plötzlich ängstlich, äugte nach den Türen — „das Lokal von der Witwe Piperski ist jarnich so jutbürgerlich, wie es aussehen tut. Vorne im Schankraum da sind ja Stammgäste so aus der Gegend. Aber, Herr Kom­missar, heute abend zum Beispiel sind wir da, und heute abend werden alle Einzelheiten der Kiste bespro­chen, die noch in der Nacht steigen soll. Konfektion, janz jroße Sache! Mehr weiß ich ooch nid), da der Bost immer erst in letzter Minute einsteigt. Hier ist der Plan von den Ausgängen des Lokals. Janz niedlich, nirfi? Aber stellense nun nid) etwa Ihre Männekens

vor den Ausgängen auf und faufcnfc denn im Auto hinterher, denn . . ."

„Ihre Belehrungen verbitte ich mir, Herr Pivatz."

„Na ja, ich meine doch bloß, es kommt Ihnen doch darauf an, die Kolonne und den Bost auf frischer Tat zu packen. Sie wissen ja selbst, daß eine Festnahme ohne Tatbeweise sinnlos wäre. Sie haben ja nichts in Händen. Nein, Sie müssen schon im Nebenzimmer hor­chen. Und dann nach! Die Piperski is meine Braut. Herr Kommissar, die wird Ihnen behilflich fein beim Horchen, sie ist im Bunde. Und noch eins: während die andern schränken, ich steh' Schmiere. Ich bring' mich in Sicherheit, Sie verstehen. Und menn’s mal hart auf hart geht, Herr Kommissar, mein Name ist Hase, ich weeß von nischt. Ick habe teene Lampen jemacht, ick habe niemand Dapfiffen. Wenns« wieda mal was brauchen, Herr Kommissar. Na denn, atjöh!"

Kessing saß noch lange in seinem Dienstzimmer, als der Mann bereits gegangen war. Ein abgefeimter Acht- grofche war das. Er hatte nicht einmal nach Zaster ge­fragt. Er wußte schon, wo bei der Polizei Geld zu haben war. Der Bursche kannte sich aus . . .

Der solide gekleidete Herr, der an diesem Abend an der Theke des Lokals der Eleonore Piperski ein Glas Bier trinkt, unterscheidet sich wenig von den anderen Gästen des Lokals, von den feierabendlichen Angestellten und Beamten, die hier die nötige Bettschwere erwerben wollen. Nur, daß er in der Tasche einen entsicherten Re­volver und unter dem Ausschlag die Ausweismarke der Kriminalpolizei trägt. Ja, es ist Kessing her hier so seine Beobachtungen macht. Der Kommissar betrachtet die schmucke Wirtin, Frau Piperski persönlich, Schank­wirtin und Räuberbraut.

Jetzt klopft er mit Bern Kognakglas auf bas Weiß­blech der Theke das Morsesignal, das ihm Herr Pivatz gezeigt hat. Jetzt kommt die Wirtin auf ihn zu und fragt: „Der Herr wünschen?"

Hubert 0 ö

ist ein totes Land ge=

Unsere Früchte enthalten alle sehr

ganzen.

fiw

Riesengebirgsstrecke Hirschberg—Landshuk elektrisch

Kaminen kein dünnes zu einer Himmelsrcise

dem und Und

worden. Und das kam so: An einem Abend — alt und jung saß und fang und sprang unter der alten Dorflinde und feierte den Erntedank — an diesem Abend mischte sich ein fremder Gast unter das Bauernvott. Keiner kannte ihn. Und doch glaubten bald alle, er sei der ihre: denn Glut war seine Rede, und R e i ch tu m schenkten seine Hände, und Reichtum verhieß sein Mund und w e- niger SIrbeit und mehr Lust und Freuden. Und die Bauern glaubten dem Fremden. Und dunkel schienen ihnen mit einmal das Gold ihrer Aehren in den hängen­den Erntekränzen. Leuchtend und lockend jedoch sahen sie den Reichtum des Bodens, den ihnen der Fremde auf« leuchten ließ. Und nach diesem Abend zogen sie aus. Zuerst die Jungen. Sie wollten klüger sein als die Alten, wollten sich nicht mehr schinden und rackern um bas tägliche Brot. Silber wollten sie in Händen halten und Gold. Und drüben — so hatte der Fremde gesagt

— drüben in den großen Städten würden sie es den!

Und die Alten, die blieben, starben einer nach anderen. Müde und krumm g:ngen sie bis zuletzt säten dünne Saat in die Benediktsroder Ewigkeit, den meisten ging sie auf — droben beim Herrgott.

Und an diesem Tag — heute — sitzt nur einer noch unter seinem breit schützenden Dach. Der Bauer Knut! Die Alten konnten ihn noch nicht mitnehmen in des Herrgotts Ewigkeit. Und die Jungen — hte auszogen, vergaßen ihn. Und den, der feiner dachte, traf die Ku­gel im großen Kriege. Er kam nicht wieder, sondern ging dem wartenden und vergessenen Vater, dem Bau­ern Knut, den Weg voraus! So ist er allein. Der Bauer Knut mit dem lichtweißen Haar. Ganz allein ist er.

Immer dann, wenn es Abend wird, wenn die Sonne eine goldene Straße zieht, die von den blauen Bergen in die Benediktsroder Ewigkeit eilt, immer bann steht der Bauer Knut auf seinem Hof. Und immer ist fein Denken das gleiche:

Und sie werden den Weg zurückfinden! Ich weiß es, ich, der Bauer Knut. Sie werden von den

die großen Häuser, aus deren Rauchwölklein mehr sinnig-still auszieht.

Die Benediktsroder Ewigkeit

(Einfuhrverbot für Rundholz und Schmalz

Der Reichsanzeiaer veröffentlichte eine > Reichsernöhrunasminister und vom Reichsw fchaftsminister unterzeichnete Verordnung, roo mit Wirkung vom 1. Januar 1933 ab die Sin von Rundholz (Zolltarifposition Nr. 86) und Schmalz von Schweinen (Tarifposition Nr. 1 nur tut t Bewilligung gestattet ist. 16. Februar 1933 wird Schweineschmalz in Verzeichnis für Waren, deren Einfuhr nur Bewilligung gestattet ist. wieder gestrichen

Wasser. Je größer der Baum, je durchlässiger Boden, umso größer muß die Wasserzufuhr I Kleine Bäume erleichtern die Pflege betracht Nur bei ihnen ist es möglich, ab und zu ganze Anlaoe mit dem Schlauch abzuspritzen, durch der Staub von den Spaltöffnungen foi schwemmt wird, was wieder der Atmung zu kommt. Unbewachsene Baumscheiben sind Gri bedingung eines guten Fruchtansatzes, weil sonst dort sich ansiedelnde Gras den ganzen? servorrat der Oberschichten an sich reißt und sich verbraucht, so daß der Baum keine Mögliä hat, seinen Flüssiakeitsbedarf zu decken. Unlieb empfehlenswert ist dagegen das Bedecken Baumscheibe mit Torfmull, da dieser Niedersch und Gießwasser wie ein Schwamm auffaugt erst allmählich an die darunter liegenden Boi schichten abgibt.

Woher kommen verkrüppelte gtfitye

Große Früchte will jeder Gärtner haben, 0 besonders wenn nur Zwergobstbäume zur ; fügung stehen, die im Massenertrag nicht tim befriedigen. Trotzdem sindet man auf ihnen f[e oder verkrüppelte Früchte, mögen die Sorten« noch so gut sein. Von selbst kommt niemals < reiche Ernte auf die Dauer zustande. Krüppelh Früchte sind häufig darauf zurückzuführen, nach der Blüte eine Trockenheit eintrat. D wird es dem Baum schwer gemacht, mit den $ zeln genügend wasserlösliche Nährstoffs aufzui men. Wasser braucht der Baum v el mehr, vom Menschen angenommen wird, schon um durch Verdunstung entstehenden Verbrauch zu

Vom Bauern, den man vergatz.

‘ Nachstehenden Beitrag entnehmen wir dem „Aufrechtenkalender 193 3", dem all­jährlich gemeinsam von der Katholischen Schul­organisation, dem Kath. Deutschen Lehrerverband, dem Verein katholischer deutscher Lehrerinnen und dem Aufrechten und herausgegebenen katholischen Kinderkalender. Auch diesmal ist das Kaien­derchen wieder erstklassig, Text und Bild vorbild- lich, ein Kinderkalender, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann. Zugepackt, Ihr Eltern und Erzieher! (25 Pf., Hoheneck-Verlag, Berlin SW. 68).

Mitten im weiten Land lag das Dorf Die from­men Mönche, die als erste hier die Axt an starke Eichen und stolze Buchen legten, gaben ihm den Namen. Bene- diktsrode hießen sie den Ort ihrer Arbeit. Dem Grün­der ihrer Gemeinschaft zum Gedenken. Und dann wuchs ein stolzes Geschlecht hier unter dem blauen Himmel mit ben schwer unb bitt geballten Wolkenburgen. Männer furchten ben Boden mit dem blinkenden Pflug. Breit­schultrig und mit eckigem Gang zogen sie die Acker­rinnen. Und Frauen banden im Herbst goldene Aehren- bünbeL Schwer unb gesegnet. Unb es war ben Men­schen hier, als sei ber Herrgott mit feinem Segen ihren Felbern unb ihrem Vieh am nächsten. Sie sagten es auch unb nannten bas Land, das ihnen Heimat war, Benediktsroder Ewigkeit. Und die Bauern waren stolz ob ihres Reichtums, ob der Körnerfülle ihrer Ernte und wegen der vielen Stück Kühe, die auf den Weiden gra­sten. Sie wußten es: Die Benediktsroder Ewigkeit war ein Stück Himmelsland. Doch dann ... Es war einmal, so erzählen die Märchen. Es war einmal, fo erzählen zur Stund', die Bildstöcke, die in den leeren Feldern stehen. Es war einmal, fo haucht der Wind, wenn er durch die Glockenstube der breitturmigen Dorf­kirche klagend streicht. Und es war einmal, fo erzählen die breitlagernden Scheuern, die leer und gähnend stehen,

Schriftleiter: Dr. vhil Johannes Sram

Verantwortlich für allgemeine und kommunale1 litif Dr phil. Johannes Kramer, für Heimat, genbblatt unb religiöse Beilage Dr. oec. publ. 5 seph Sauer, für ben übrigen Text Dr. rer. Karl Austermann, alle in Fulba. Verantwor. für bie Anzeigen: Direktor ber Fuldaer 21ctienbru4( I. Parze11er.

dunklen Berghängen kommen, werden 3Ur-.. _ l den Steinmauern der Städte unb aus be^ra me#i bas Tageslicht nicht sehen. Jung« Gruben, kommen, bie noch Blut von uns in ihren ®* Unb bas Leben wirb wieder wach werbe:? 1 *>• bittsrober Ewigkeit. Leben und ©efunbhei ,2 $ fachheit und Arbeit! Die goldene Sonnenftr s*16 werden sie ziehen. Von dorther aus bem%^ sehe ich sie kommen, die Iungenscharen Unh Osten sehe ich sie schreiten. Den Bauern zu fu*

Und bald schon werden die Bildstöcke und die und weitgespannten Häuser ein neues „g5 mQrto7e erzählen, werde es der Dorflinde weitersagen Und"» wenn Dein Wanderwrg dich unter bie Torflinb t» wird sie es dir raunen: Die Benediktsrvoer Ern- e wieder ein Stück Himme'-iand mit Bauern mb SA« bie von Kornfrucht voll. Sie wirb es dir sagen bii linde, daß man den fand, den man vergaß. ' 3

Wandere und suche. Dann findest auch du fi Benediktsroder Ewigkeit!

(Ein Zug der Riesengebirgsstrecke mit elektrischem Triebwagen.

Auf der 40 Kilometer langen Strecke Hirschberg—Schmiedeberg—Landshut hat die Reichsbc jetzt den elektrischen Betrieb ausgenommen. Vor allem werden sich die Wintersportler über die 5 schleunigung des Verkehrs freuen, die durch die Elektrifizierung ermöglicht wird. Z

Sie Fuldaer Zellm

das Zuldaer Helmal-vl

ist auch den Fuldaern, die in der Ferne wohnen, als Bote aus der Heimat ein lieber Freund. Sie ist

Zimmer ist leer. Nur'auf dem Tisch steht die maschine. Unter der Nadel eine abgelaufene Pla° „In drei Autos zur Jnselstraße dreiunddreihig!" I

Kriminalkommissar Kessing fühlt sich zum ersten in seiner Laufbahn entscheidend besiegt. Er geht hin»« Unb er hört noch, wie bie Wirtin zu einem Gast f<N „Ein komischer Mensch, bieser Herr! Er wollte ®° die Akustik prüfen."

Kessing schickt noch eine Streife zur Jnselstraße. W als er wieder am Alexanderplatz ist, kommt schon • Durchspruch: „Die Jnselstraße zählt überhaupt nur z® undzwanzig Häuser!" Und gleich darauf: Alarm! ■

In der Krollstraße ist ein Juwelendiebstahl vekß worden. Die Art des Einbruchs deutet auf die „Tovo banbe" hin. Ja, bie Krollstrahe befinbet sich am 4 gegengefetzten Enbe ber Stabt wie bie Kessing ist einer Schallplatte aufgesessen, deren zu biefem Zweck besprochen würbe.

Unb jetzt erwacht von neuem in bem Kommissar Pflicht. Er muß bie Banbe packen. Sein Weg fg zu einem ausgeraubten Juwelenlaben, es ist ein 1 ins Ungewisse . . .

„Ach, liebe Frau, wenn Sie mir mal bie Vereins­zimmer zeigen wollten! Ich habe ba nämlich ein paar Sangesbrüder, die suchen einen geeigneten Saal."

Die Frau geht voran. Kessing folgt. Wenn er nun doch in eine Falle gegangen ist? Wenn Pivatz im Auf­trag feiner Bande handelt? Wenn sie ihm nach dem Leben trachten?

Kessing denkt sekundenlang an seine junge Frau und das süße Kindchen, das sie ihm geschenkt hat. Aber nein, das wäre ja Selbstmord für die Bande, für den Bost. Sie wissen: Wo der „Sorefänger" auftaucht, da ist lud) die Polizei nicht fern. Und tatsächlich: die Jungens ha­ben das Haus umstellt.

Es ist fo weit. Er bleibt allein. Im Nebenzimmer brennt Licht. Stimmengewirr bringt heraus.

Behutsam schließt er bie Verstärkeranlage en, biefe neueste in ben Dienst ber Kriminalpolizei gestellte tech­nische Errungenschaft, öffnet bas Fenster, bamit er ge­gebenenfalls ben Polizisten Signale unb sich in Sicher­heit bringen kann. Dann stellt er sich an das Fenster, den Kopfhörer auf die Ohren gestülpt, die rechte Hand am Abzug des Revolvers.

Kessing hort.

Erst spricht der Chef der Bande. Er verteilt bie Rol­len. Er skizziert mit knappen Zügen bie Lage des Ge­schäfts. Er spricht sachlich, klar unb knapp,' fast in be­fehlendem Ton. Widerrede wird laut. Andere Stim­men mengen sich ein. Und schließlich beendet der Bost die Debatte: „In drei Autos zur Jnselstraße breiunb- dreißig!" Das sind seine Worte.

Aber nun schleicht sich ein jähes Entsetzen in bas Herz Horst Kessings. Er hort immer wieder die Worte: „In drei Autos zur Jnselstraße dreiunddreißig ... In drei Autos zur Jnselstraße dreiunddreißig ... In drei Autos zur. . ."

Das klingt ja, als ob eine Schallplatte abgelaufen ist . . . Unb wirklich — er hat sich nicht geirrt, bas