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Zahrg. 59.

Sonntag, 25. Dezember 1932

Ur. 298

auf die großen Konflikte zu sprechen,, die

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-re Rente jährlich

Die russischen amtlichen Stellen lehnen es ab, die Nachricht von der Verhaflung früherer Volks­kommissare zu demontieren. Die Zahl der verhaf­teten Personen soll sehr groß sein.

Nolwerk der deutschen Jugend

Aufruf des Reichspräsidenten und der Reichsregierung.

Die Ausführungen Gerekes werden vor allem die Gemeinde-Politiker lebhaft interessieren. Wie lange ist es her, daß gerade aus den Rechtskreisen, denen doch Eereke angehiört, auf die zu groß­zügige Unternehmungslust der öffent­lichen Hand g e s ch i m p>f t wurde. Die Nazi- Agitation ist zu 50 Prozent mit dem Hinweis auf dis angeblich unzweckmäßige Bautätigkeit der Städte, der Kreise, der Krankenkassen usw, bestrit­ten worden. In einer Art, die alles selbständige Denken vermissen ließ, wurde gerade von Seiten des kleinen Unternehmertums auf die Bemühungen der öffentlichen Hand, Arbeitsgelegenheit zu geben, geschimpft und geheßt. Jetzt iist die Arbeitsbeschaf­fung durch die öffentliche Hand wieder einmal d i t einzige Rettung. Namentlich in den kleinen Unternehmerkreisen soll, wie wir hören, der Vor­trag Gerekes im Rundfunk begeisterte Zustim­mung ausgelöst haben.

mete der Papst Worte der Anerkennung und des Dankes allen Bischöfen und Priestern,, sowie den Gläubigen, die durch heroische Treue und Bestän­digkeit ihre Anhänglichkeit an ihn und an die Kirche in den genannten Ländern erwiesen ha­ben. Er gab seiner Freude Ausdruck, die seinem Vaterherzen die Kunde von dem zwischen den beiden in Südamerika sich bekämpfenden Vöi!- kern abgeschlossenen Waffenstillstand berei­tet habe. Allen Bischöfen, allen Brüdern, allen Ordensleuten, den Gläubigen und der gesamten Christenheit entbot der Papst seine Glückwünsche und erflehte für jeden Gnade und Trost vom Himmel. Allen Völkern entbot er seine Glück- wünsche und erflehte für sie Frieden, Ruhe, gegen- seitiges Vertrauen und genügend und ent­sprechend entlohnte Arbeit.

Hierauf gab der Papst eine weitere Botschaft im Namen des Erlösers an die Kinder Christi, an die ganze Menschheit bekannt. Für das Jahr 1933, das Jahr mit den seit dem Tode Christi 19 Jahr­hunderte verflossen sind, hat der Papst ein hei­liges Iaht angeordnet, das mit dem 2. April 1933 beginnt und bis zum 2. April 1934 dauert also von Palmsonntag des Jahres 1933 bis zum 2 Osterfeiertag des Jahres 1934, damit, wie der Papst ausführte, die gesamte katholische Welt die Wohlfahrt eines heiligen Jahres, eines Jah­res des Gebetes und der Sühne, genie­ßen könne mit allen Vorteilen, die für das See­lenheil damit verbunden find und die der Heilige Vater in weiteren Erlassen und Bullen im Sauf* der nächsten Woche der Christenheit kundmachen werde.

Der Hamburgische Senat hat für das Jahr 1933 Dr. Petersen zum 1. Bürgermeister wieder- gewählt.

* Rittergutsbesitzer wegen krcdstbetrug verhaf. tef. Aus Anordnung des Untersuchungsrichters beim Berliner Landgerich I wurde der Oberst­leutnant a. D. und frühere Rittergutsbesitzer Karl Thilo von Stechow unter dem dringenden Verdacht des Kreditbetruges von der Kriminal- po'izej festgenommen und in das Untersuchungs­gefängnis eingeliefert, von Stechow soll mehrere Hotesbesißer, Geschäftsleute und Handwerker ge­schädigt haben.

Reich. Außerdem werden noch zwei Freijahre vor­gesehen. Für werbende Anlagen, z. B. Gas-, Was­ser- und Elektrizitätswerke u. bergt, werden dage­gen die Kreditbedingungen so gestaltet, daß die Tra­ger die normalen Zins- und Tilgungslasten aufzu- bringen haben-

Sämtliche Arbeiten müssen volkswirt­schaftlich wertvoll und notwendig sein. Sie

Getreidespeicher ein^eäschert.

Großfeuer in Chikaqo. Eine Million Dollar Sachschaden.

In C h i k a g o wurde ein fünfstöckiger Ge­treidespeicher mit 1 350 000 Bushols Weizen Inhalt durch mehrere Staubexplosionen zer­stört. Das Gebäude brannte völlig nieder. Der Schaden wird auf 1 Million Dollar geschätzt. 35 Löschzüge waren an der Brandstelle tätig.

Zum Schluß seiner Weihnachtsbotschaft erfleht der Heilige Vater den Segen des Himmels und den Segen Gottes für die Geistlichkeit und für die ganze Christenheit nicht nur, sondern auch f u r bie gesamte Welt mit dem Wunsche nach Frieden, nach Brüderlichkeit, nach wahrer Nächstenliebe unter allen Völkern, damit man w e n ig st e n s für 1 Jahr nicht mehr von Schäden und Repara­tionen, von Schulden und Insolven­zen und Vertrauen und Mißtrauen, von Konflikten und Gegensätzen spre­chen hört, sondern von Brüderlichkeit, von der Erhebung der Geister, die im neuen heiligen Jahr, das am 2. April 1933 anhebt, die Menschheit in eine andere Atmosphäre, in die Atmosphäre der Geister, in die Atmosphäre der Seele hinaustragen möge.

Arbeit durch die öffentliche Hand

Was der Reichs-Kommissar Gereke attstrebt.

wtb. Nom, 24. Dez. (Eig. Meld.) Papst Pius XI. übermittelte heute mittag von seinem Arbeitszimmer im Vatikan aus an die Christen­heit eine Weihnachtsbotschaft, die von fast allen europäischen Sendern übernommen und verbrei­tet wurde. Einleitend erwiderte Seine Heilig­keit die ihm vom Kardinaldekan übermittelten Wünsche des Kardinal'kollegiums und bedankte sich für die Ausdrücke der Untertänigkeit und Anhänglichkeit.

Der Heilige Vater gab seinem Schmerz und seinem tiefen Mitgefühl und Kummer' für die schrecklichen Verfolgungen Ausdruck, denen die katholische Kirche in Spanien, in Mexiko und in Rußland ausgesetzt ist. Weiter kam er

Franzokengold für Amerika.

wtb. Paris, 24. Dez. (Eig. Meld.) Wie dem Matin aus Cherbourgh gemeldet wird, sind gestern an Bord des deutschen DampfersAlbert Ballin" 198 Kisten Gold im Werte von 127 Millio­nen Frank mit Bestimmung nach New Port abgegangen.

*

Die französischen Blätter der Mehrheitspar­teien stellen mit Genugtuung fest, daß Paul-Bon- cour bei der Abstimmung in der Kammer m t » liche republika nischen Gruppen der Lin» k e n auf sich Bereinigte.-

*

Die belgische Kammer sprach am Freitag der neuen Regierung de Broquevill» mit 100 gegen 80 Stimmen das Vertrauen aus.

Papst Pius XI.

Welt zerflei chen, auf den Krieg und Bürgerkrieg, die so viel Unheil noch immer stiften, und unter­strich besonders die schlimmen Auswirkungen der Weltkrise, die leider als die grüßte Krise der Weltgeschichte weiterbestehe und die insbesondere die Armen und die Arbeiter so schwer bedrücke.

Papst Pius erbat vom Himmel die Erleuch­tung für die Regierungen, auf daß s o - ziale Gerechtigkeit und ch r i st I i ch e N ä ch- sten liebe die Lenker der Welt und die Völker führen mögen. Im weiteren Verkaufe seiner Rede hebt er die Tröstungen hervor, die ihm im Laufe des vergangenen Jahres zugekommennib, insbe- sonbere den Triumpf der Kirche beim Eucharisti­schen Kongreß in Dublin, die so erfolgreiche und vielversprechende Entwicklung des Missions­werkes und der katholischen Aktion. Weiter wid-

Die Veihnachls-Botschaft des Papstes

1933 ein «heiliges Jahr".

Der Reichspräsident und die Reichsregierung erlassen folgenden Aufruf:

Die Not der Arbeitslosigkeit lastet schwer ge­rade auch auf der deutschen Jugend. Weder Ar­beitsbeschaffung noch Arbeitsdienst können verhin­dern, daß mit dem Anbruch des Winters Hundert- taufenbe junger Deutscher mit bem Schicksal ber Arbeitslosigkeit unb ber Untätigkeit zu ringen ha­ben. Darum rufen Reichspräsident und Reichsre­gierung das deutsche Volk am Weihnachtstage zum Notwerk der deutschen Jugend auf. Das Notwerk soll der arbeitslosen Jugend Gelegenheit zu ernst­licher beruflicher Bildungsarbeit bieten unb ihr sonstige sinnvolle, geistige und körperliche Be |t> gung ermöglichen. Es soll ihr in Verbindung da­mit täglich eine gemeinsame warme Mahlzeit sichern.

Gemeinsinn und Hilfsbereitschaft aller Teile der Bevölkerung mässen in diesem Notwerk Zusammen­wirken, um bie arbeitslose Jugend körperlich unb geistig gesund und lebenstüchtig zu erhalten und ihre Willen zur kameradschaftlichen Selbsthilfe stär­ken. Die freie Willensanstrengung der Bevölke­rung werde die planmäßige Unterstützung des Rei­ches erfahren. Die Reichsregierung stellt allen ge­eigneten Einrichtungen, insbesondere auch freiwilli­gen Kameradschaften junger Arbeitsloser, die sich in den Dienst des Notwerks stellen und es praktisch verwirklichen, Hilfe zur Verfügung. Sie wollen vor allem bie vorgesehene Verpflegung ermöglichen.

Die Förderung des Notwerks ber deutschen Ju­gend . ist dem Reichsarbeitsminister übertragen. Er wird bie notmenbigen Anordnungen treffen."

Berlin, ben 24. Dezember 1932.

Der Reichspräsident, gez. v. Hindenburg. Die Reichsregierung,

gez. von Schleicher, Reichskanzler.

Amtlich wird dazu noch mitgeteilt:

Das Notwerk ber beutfchen Jugenb, zu dem Reichspräsident und Reichsregierung aufgerufen, ®irb auf Anorbnung bes Reichsarbeitsministers drirch bie Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung durchgeführt. Für bas

soll der voraussichtlichen Lebensdauer der zu er­stellenden Anlagen amgepayt werden. Die Dar­lehen sind von den Darlehensnehmern in gleichen Raten zu tilgen. Bei einer Tilgungszeit spielsweise 20 Jahren beträgt die Reut 6 Prozent des Darlehens.

Die Hauptkosten des Kapitaldienstes trägt das

müssen auch möglichst im t^aufe des Jahres 1933 beendet werden und vorwiegend der Instandsetzung unb Verbesserung vorhandener Anlagen bienen. Es muß sich insbesondere um Arbeiten handeln, die von den Trägern bereits vorgesehen waren, aber aus Mangel an Geldmitteln bisher nicht aus­geführt werden konnten und äckch in absehbarer Zeit voraussichtlich nicht ausgefüh.rt werden kön­nen.

Es ist einer der Grundgedanken Meines Pro­gramms, F e h l i n v e st i t i o n e n -\ auszuschlie­ßen.

Die Vergebung der öffentlichen Arbeiten soll auch grundsätzlich an Unternehmer erfolgen, wobei die Vergebung der Arbeiten an Generalunterneh­mer möglichst auszuschalten ist. Die mittleren und kleineren Betriebe in Handwerk und Gewerbe sind ausreichend zu berücksichtigen, und eine Schwarzarbeit muß unterbunden werden. Im Rah­men des technisch Vertretbaren soll auch menschliche Arbeitskraft den Vorrang vor der Maschine haben. Außerdeutsche Baustoffe dürfen nur verwendet werden, wenn inländische Baustoffe nicht beschafft werden können. Bei Neueinstellungen dürfen nur inländische Erwerbslose berücksichtigt werden, die durch die Arbeitsämter vermittelt werden. Vor­nehmlich sollen langfristig erwerbslose Familien­ernährer, vor allem Kinderreiche berücksichtigt werden. Die bei den Arbeiten beschäftigten Ar­beitnehmer sind zu den geltenden Tarifsätzen zu entlohnen. Um möglichst vielen Deutschen Arbeit schaffen zu können, soll die Arbeitszeit 40 Stun­den wöchentlich nicht überschreiten.

Sehr ernster Prüfung bedarf selbstverständlich die Frage, wieweit insbesondere die Gemein­den bei ihrer schwierigen Finanzlage überhaupt Anleihen aufnehmen und tilgen kön­nen. Die Bedingungen für die einzelnen Kredite müssen deshalb so gestaltet werden, daß sie auch ben in schwerster Bebrängnis be» finblichen Kommunen bie Möglich­keit gehen, im Interesse ber Bekämp­fung der Ar'beitslos igkeit Krebite au f z u n e h m e n.

Die Bekämpfung ber Arbeitslosigkeit ist nicht nur ein wirtschaftspolitisches, sondern ebenso ein staatspolitisches und soziales Problem. Sie bietet vielleicht bie zurzeit noch einzige vorhandene Mög­lichkeit zur Milderung ber ungeheuren sozialen Spannungen, unb sie kann wohl allein nur noch bie Grundlage schafßen, von ber aus man bas von bem Herrn Reichspräsidenten v. Hinbendurg er­strebte Ziel erreicht: Sicherung des sozialen Frie­dens und Schaffung einer deutschen Volksgemein­schaft.

Krawatte im Wuppertal.

Kommunistische Demonstrationsversuche. Zusammen­stöße mit der Polizei. Plünderung von Läden.

Kommunistische Ausschreitungen, die sich bis in die Nacht und in den frühen Morgen des Freitag fortsetzten, hatten in W u p p e r t a I zu Zusammenstößen mit der Polizei an verschiedenen Stellen der Stadt geführt. In Wuppertal-Elberfeld gingen Teilnehmer eines Demonstrationszuges gegen zwei Poli­zeibeamte vor und entrissen ihnendie Gum­miknüppel und Tschakos. Die beiden Beamten wurden schwer verletzt. Ein größerer Demonstrationszug wurde an anderer Stelle der Stadt a u s g e l ö st. In einigen Staßen wurden die Laternen durch Steivwürse zertrümmert, in anderen das Straßenpslaster nach Ein­bruch der Dunkelheit aufgerissen. Bei vorangegangenen Unruhen auf dem Marktplatz wurden drei Personen durch Schüsse verletzt. Jedoch besteht bei keiner Lebensgefahr. Die Unruhestifter benutzten mehrfach auch die Gelegenheit, Läden, deren Scheiben sie einwarfen, auszu plündern. Nach dem amtlichen Bericht der Polizei sind die Ausschreitungen aus Anweisung der KPD erfolgt.

Wie wir zu ben Pressenachrickffen über eine Verordnung, bie ben Beimischungszwang von Butter zur Margarine regeln soll, erfahren, ist bie Frage noch durchaus offen. Jeden- falls ist vor Weihnachten mit bem Erlaß einer sol­chen Verordnung nicht zu rechnen.

Sir toiffen, baß ich seit langem dafür ein­getreten bin, eine möglichst umfassende Arbeits­beschaffung durch bie öffentliche Hand zu erreichen. Dabei bin ich von der Voraussetzung ausgegangen, baß es in einer Jo tiefgehenden Kriese wie der heutigen, nicht möglich fein wird, allein von ber Privatinitiative her die Schwie­rigkeiten zu lösen. Gelingt es nicht, die öffentlichen Arbeiten wenigstens teilweise wieder so zu füh­ren, bann werben wesentliche Zweige ber Privatwirtschaft ohne Aufträge blei­ben. Es besteht also keinerlei Gegensatz zwischen einem öffentlichen Arbeitbeschaffungsprogramm unb den Interessen der Privatwirtschaft; im Gegen­teil .gerade die Privatwirtschaft muß das große Interesse haben, wie früher von ben größten Auftraggebern, nämlich von der öffent- lichen Hand, wieder Aufträge zu erhallen. Jeder Anreiz zur Produktionssteigerung kann sich doch nur dann auswirken, wenn eie wichtigste Frage, nämlich die des Absatzes, positiv geklärt ist. Ge­rade ist Krisenzeiten, wie ben heutigen, ist es meines Erachtens Pflicht der öffentlichen Hand, ber Privatwirtschaft auch durch Arbeitsausträge neben der notwendigen steuerlichen Entlastung jede nut mögliche Unterstützung angedeihen zu lassen.

Auf diesem Grundsatz baut sich mein Pro­gramm auf. Dabei möch.e ich vorausschicken, daß es im Augenblick nicht darauf ankommt, einen festen Plan auf Jahre hinaus festzulegen, son>- bern ganz real und nüchtern alle vorhan­denen Möglichkeiten für den Augenblick

Am Freitagabend sprach der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung, Dr. Geveke, im Rundfunk über das Arbeitsbeschasfungsprogramm. Heber ben Kern des von ihm feit längerem vorgeschlagenen öffentlichen Arbeitsbeschaffungsprogramms sagte er

Nach dem Sofortprogramm erhallen Träger öffentlicher Arbeiten zunächst bis 500 Millionen RM. Darlehen. Die Durchführungsbestimmun­gen werden in Kürze veröffentlicht. Die Finan- ?ietuno dieser Summe ist si ch er g e ft e 11t. Die Reichsbank hat die vorgeschlägene Finan­zierung gebilligt. Die Sicherheit derWäh- rung ist auch für mich se 1 bstverständliche Voraussetzung für jede Arbeitsbeschaffung. Als Darlehensgeber sind die Gesellschaft für öffent­liche Arbeiten und die Rentenbank-Kreditanstalt vorgesehen. Träger der Arbeit können zunächst nur Reich, Länder, Gemeinden, Gemeindever­bände und sonstige Körperschaften des ösfenllichen Rechts sowie gemischtwirtschaftliche Versorgungs­betriebe sein.

So sehr ich Wert darauf lege, daß die Art- beitsbeschaffung zentral überwacht wird, so sehr verfolge ich andererseits ben Grundsatz gesunder Dezentralisation bei der Auswahl der Ar­beitsprojekte. Alle öffentlichen Körperschaften sol­len von sich aus die Initiative ergreifen und be­schließen, welche Arbeiten sie für vordringlich und unentbehrlich hallen. Die Laufzeit der Darlehen

Notwerk stehen aus Reichsmitteln in dem laufenr den Haushaltsjahr neun Millionen Rm. zur Ver­fügung. Hieraus dürfen Beihilfen solchen Einrich­tungen unb insbesondere auch solchen freiwilligen Körperschaften gewährt werben, bie allein ober im Zusammenwirken mit anderen Stellen jugendliche Arbeitslose im Alter dis zu 25 Jahren außer zu gemein-amer Mahlzeit burchschnittlich minbeftens vier Stunben am Tage zusammenhalten. Hiervon sollen nach Möglichkeit zwei Stunden der berufli­chen Fortbildung bienen, die übrige Zeit soll sport­licher Betätigung unb geistlicher ^Übungsarbeit gewidmet sein. Die Beihilfe soll so errechnet wer­den, daß höchstens, je nach den örtlichen Verhält­nissen, 15 bis 25 Rpfg. für jeden Teilnehmer ge­währt werden. Sie haben regelmäßig zur Vor­aussetzung, daß sich auch andere private oder öf­fentliche Stellen mit eigenen Mitteln an der Verpflegung und sonstigen Aufgaben des Not­werks beteiligen- Die Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung wird die hiernach erforderlichen Maßnahmen im engsten Einvernehmen mit den Körperschaften, Verbän­den, Vereinigungen und allen sonstigen Stellen einleiten und durchführen, die sich nach ihrem Auf- gabenfreis mit der Hilfe für die arbeitslose Jugend befassen.

Zur Förderung des Notwevks sollen unverzüg­lich in den Bereichen aller Arbeitsämter Arbeits­gemeinschaften gebildet werben; sie sollen unter Vermeidung überflüssiger Ovgamsationsavbeit alle Stellen zusammenfassen, bie sich der arbeitslosen Jugend annehmen: Neben den Arbeitsämtern vor allem die Gemeinden (Jugend- unb Wohlfahrts­ämter, Berufsschulen) die frei Wohlfahrts- und Jugendpflege (insbesondere Winterhilfe), die Geist- lichen unb Lehrerschaft, bie Jugendverbände aller Art, bie Berufsverbänbe bet Arbeitnehmer, bie Arbeitgebervereinigungen usw.

Der Reichsarbeitsminister hat sich an sämtliche Sanbesiegierungen sowie an die kommunalen kari- kativen Vereinigungen unb sonstige in Betracht kommenden Spitzenverbände gewandt und sie um Unterstützung des Notwerks und Mitwirkung bei sein« Durchführung gebeten.

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblalt.