Die Verschlechterung am Arbeiksmarkl.
In der ersten Desemderhälfte haben die Arbeitsuchenden in Hessen und Hessen-NassiM um 9000 zugenommen.
lieber die Arbettsmarktlage im Bezirk des San» desarbeitsamts Hessen fit der Zeit vom 1. bis 15. Dezember 1932 teilt das Landesarbeftsamt mit:
In der ersten Hälfte des Monats Dezember hat die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden bei den Arbeitsämtern um 9095 oder 2,8 v. H. des Standes, vorn Ende November angenommen. 5 n de r gleichen Zett des Vorjahres war die Zunahme bei allerdings niedrigerem Aus- gangsstande m i t 9370 oder 3,1 v. H. etwas höher. In sämtlichen Arbeitsamtsbezirken ergab sich während der Berichtszert ein Zugang der verfügbaren Arbeitsuchenden. Gegenüber dem Durchschnitt von 2,8 v. H. i'm gesamten Bezirk war er relativ in den Bezirken Corbach (9,6 v. H.), Fulda (9,4 v. H.) und Worms (8,1 v. H.) a m ft ä r f ft e rt; verhältnismäßig am niedrigsten war er in Dillenburg und Mainz mit 1,4 bezw. 1,7 v. H. der Ausgangszahl vom Ende November. Insgesamt wurden am Stichtag vom 15. Dezember 328 348 verfügbare Arbeitsuchende gezählt gegenüber 319 253 Ende November.
Die Zahl der Arbeitslosen nahm stärker zu als die der verfügbaren Arbeitsuchenden. Sie erhöhte sich während der Berichtszeit um 10 600. Die Erklärung dafür ist darin zu suchen, daß infolge des eingetretenen Frostes die Notstandsarbeiten wenigstens zunächst in erheblichem Umfange zur Einstellung gelangten und die bei solchen Maßnahmen Beschäftigten daher zur Entlassung kommen mußten. Diese Entlassungen aus Norstandsarbeiten wirken sich in der Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden nicht aus, da Notstandsarbeiter während ihrer Beschäftigung auch weiterhin als verfügbare Arbeitsuchende gemeldet blei» be.n.
Während in der vorhergehenden Berichtszeit sich bei den Frauen noch eine Abnahme ergeben hatte, hat nunmehr auch die Zahl der arbeitsuchenden und arbeitslosen Frauen zugenommen. Der Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Arbeitsuchenden beträgt Mitte Dezember 154 v. H., an der Zahl der Arbeitslosen 15,3 v. H.
Wie sich aus den Berichten der Arbeitsämter entnehmen läßt ist die während der Berichtszeit eingetretene stärkere Belastung des Arbei'tsmark- tes vornehmlich auf Einflüsse der Witterungsverhältnisse zurückzuführen.
In der Arbeitslosenversicherung wurden am 15. Dezember d. Js. 33 274, in der Krisenfürsorge 56 734 Hauptunlerstützungsempfänger gezählt. Gegenüber den Bestandszahlen von Ende November liegt die Zahl der Hauptunterstützungsemp- sänger in der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung um 548, in der Krisenfürsorge um 1112 höherl In dieser Zunahme der Hauptunter- ftützungsempfänger in der Krisenfüyorge wirkt sich erstmalig die Verordnung vom 7. November d. Js. aus, nach der nach dem 28. November Aussteuerungen in der Krisenfürsorge bis Ende März 1933 nicht mehr erfolgen dürfen. Jnsge- famt beträgt die Zahl der Hauptunterstützungs- empfänger Mitte Dezember in beiden Unterstützungseinrichtungen rund 90 000 gegenüber rund 88 350 im Zeitpunkt von Mitte November d. Js., so daß die Zunahme insgesamt 1660 beträgt. Bei den Notstandsarbeiten waren End« November d. Js. 7115 Personen beschäftigt,- von diesen waren 564 Wohlfahrtserwerbslose. Die Zahl der aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung unterstützten Kurzarbeiter hat sich wieder erhöht; sie betrug in der letzten Novemberwoche rund 8 500, während in der letzten Oktoberwoche nur rund 8100 gezählt wurden.
Die Weihnacht der Kinder.
weihnachlsbescherung durch die Slabt im Stadtsaal.
Weihnachten ist ein Fest der Familie. Je größer diese ist, desto schöner pflegt die Feier zu werden. Aber Arbeitslosigkeit und Verwirrung der Geister lassen befürchten, daß die traute deutsche Weihnacht zu einem Reservat für Leute wird, die noch nicht durch widrige Verhältnisse dem Sinn des Festes entfremdet wurden. Damit aber wenigstens alle Kinder an der Weihnachtsfreude teilhaben könnten, veranstaltete die Fuldaer Stadtverwaltung gestern nachmittag im großen Stadtsaal eine Weihnachtsfeier mit der dazu gehörigen Bescherung. Etwa 600 Kinder füllten die Stuhlreihen. Auch zahlreiche Eltern waren zur Teilnahme an der Bescherung erschienen. Oberbürgermeister Dr. D a n z e b r i n k und einige Vertreter von Behörden und Lehrerschaft waren zugegen. Auf der Bühne hatte die Fuldaer Krippengemeinschaft eine schlichte, aber desto eindrucksvoller wirkende Krippe aufgestellt.
Vor der Bühne stand eine lange Reihe von Tischen, auf denen sich die Geschenke wie Berge türmten. So mag sich auch wohl die kindliche Einfalt die himmlische Ge- päckstube vorstellen, in der sich vor der Abreise des Christkinds zu seiner Erdenfahrt die Geschenke häufen. Die städtische Feuerwehrkapelle und das Mandolinenorchester des kathol Gesellenoereins hatten sich unentgeltlich in den Dienst der guten Sache gestellt. Sie brachten den Kindern Weihnachtsmusik zu Gehör. Zwei junge Oberreal, schiller trugen Gedichte vor. Dann fangen die Kleinen unter Musikbegleitung das Weihnachtslied „Stille Nacht". Pater Sebastian vom Kloster Frauenberg richtete einige erklärende und dem Sinn des Festes gewidmete Worte an die Kinder, deren Augen wie gebannt an dem mächtigen Weihnachtsbaum hingen. Städtische Feuerwehrleute hatten durch ein nur der Feuerwehr vorbehaltenes Verfahren die Kerzen des Baumes in einigen Sekunden bis in die höchste Spitze hinauf angezündet. Zum Schluffe verkündete Herr Oberbürgermeister Danzebrink den Beginn der Bescherung. Die Kinder wurden von den Lehrern zum Geschenktisch geführt und jedes erhielt ein Paket in weihnachtlicher Aufmachung. In jedem Paket befand sich ein Stollen, ein paar Knobelinen und kleine Wäsche- und Kleidungsstücke. Vor dem Saale warteten die Eltern auf ihre beschenkten Kinder. An freudigen Gesichtern fehlte es nicht
Wenn auch das Fuldaer Weihnachtshilfswerk kein Wunder wirken und alle Menschen dauerhaft zufrieden machen kann, so hat es doch einmal für einige Stunden Friede und Glück verbreitet. Es wird dieses Glück um so dauerhafter sein, als die einzelnen sich jagen können, daß fie an dem Unglück, das heute überall bereit steht, nicht durch das eigene Verhalten ein gewisses Maß von Schuld tragen. Solchen Notleidenden wird zweifellos auch über bas Weihnachtsfest hinaus die Hilfe aller derer, die helfen können, nicht fehlen. Dafür ist die gestrige Veranstaltung der Weihnachtsbescherung wieder ein Beweis gewesen.
Die Stabtfaffen sind leer!
Die finanzielle Jloflaqe Hamburgs. — Keine Mittel für Weihnachtsbeihilfen.
Der Haushaltsausschuß der Hamburger Bürgerschaft lehnte am Mittwoch nationalsozialistische und kommunistische Anträge auf Gewährung von Wech- nachtsbeihilfen für Erwerbslose ab, nachdem die Senatsoertreter sich eingehend über die finanziellen Verhältnisse Hamburgs geäußert hatten. Für das laufende Haushaltsjahr ist danach mit einem Steuerausfall von über 23
Millionen Mark zu rechnen. Der Fehlbetrag des diesjährigen Haushalts sei mit 48 Millionen Mark eingesetzt, werd« sich allerdings noch durch Einnahmen aus Anleihen vielleicht auf 25 Millionen Mark senken lassen. Die manatlichen Einnahmen feien feit Juli dieses Jahres um rund 10 Millionen Mk. zurückgegangen. Die Wohlfahrtslasten würden im Dezember wenigstens 10 Millionen Mark betragen.
Der Senat hat, wie wir weiter erfahren, den hanseatischen Gesandten in Berlin beauftragt, die Reichsreaieruna auf die besonders schwere Notlage der Hamburger Erwerbslosen hinzuweisen.
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Angesichts solcher Feststellungen kann man mancher zeitgenössischen „Leuchte" zu Weihnachten nur einige „Erleuchtung" wünschen.
Dre Durchführung der Mnkerhllse
im Bezirk Kassel. — Mißbrauch der Winterhilfe- Sammlungen für politische Zwecke.
Auf einer Pressekonferenz bei Regierungspräsident Dr. Friedensburg berichtete Regie- rungsrat Dr. Elze über die Durchführung der Winterhilfe in diesem Jahre. Einleitend stellte er gegenüber den verschiedentlich aufgetauchten Behauptungen, daß in diesem Winter die allgemeine Winterhilfe versage, fest, daß sie genau so organisiert sei, wie im Vorjahre, Auch das Ergebnis der Sammlungen sei bis. jetzt besser gewesen, als man erwarten durfte. Allerdings find die Mengen, die bei dem „Bezirksausschuß für Winterhilfe" eingehen, verhältnismäßig klein, da das meiste, was gesammelt wird, bei den Ortsausschüssen und den Kreisausschüssen, die überall für die Winterhilfe gebildet worden sind, verbleibt, um an Ort und Stelle an die hilfsbedürftigen verteilt zu werden. Nur der Ueberschuß wird an den Bezirksausschuß abgeliefert, dessen Vorsitz der Regierungspräswent fuhrt, und in dem die fünf Wohlfahrtsverbände (Karitasverband ufw.) vertreten find. Der Bezirksausschuß hat die Aufgabe, den Ausgleich zwischen den lieber- schuß- und den Notstandsgebieten herbeizuführen. Zu den Notstandsgebieten gehören vor allem Stadt- und Landkreis Kassel sowie Stadt- und Landkreis Hanau.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kam Regierungspräsident Dr. Elze auf die Gründe zu sprechen, die die Sammlungen der allgemeinen Winterhilfe beeinträchtigten. Zu nennen sind da vor allem die Sammlungen der radikalen Parteien, die einige Wochen vor der allgemeinen Sammlung einsetzte und in manchen Landkreisen den Rahm abschöpfte. Der Referent bedauerte in diesem Zusammenhang, daß infolge einer Lücke im Gesetz Sammlungen dieser Art nicht unterbunden werden können, da Sammlungen zu politischen Zwecken nicht genehmigungspflichtig sind. Es bestehe keine Garantie, daß die von den polit. Parteien gesammelten Gaben wirklich für Wohlfahrtszwecke verwandt würden. Ein Fall in Kassel, rao ein SA.-Führer einen Waggon Kartoffeln verkauft habe, um den Gelderlös für Partei zwecke zu verbrauchen, beweise das nur zu deutlich. Ueberhaupt fei ganz allgemein feftzustellen, daß diese Sammlungen in erster Linie parteipolitischen Zielen, und nicht der Allgemeinheit dienten. Die allgemeinen Sammlungen wurden weiter beeinträchtigt, durch das Umsichgreifen des ha m st e r n s, das z. T wieder Formen wie in der Kriegszeit angenommen habe. In ganzen Kolonnen zögen die Leute aus der Stadt auf die Dörfer, und die Bauern müßten ihnen, die sogar mit Autos kämen, immer wieder etwas geben.
Nach dem jetzt vorliegenden Ergebnis sind dem Bezirksausschuß für Winterhilfe zur Verfügung gestellt worden: 2837,75 Zentner Kartoffeln (im vorigen Winter 4975,95 Zentner) 29,71 (27,89) Zentner hülsenfrüchte, 37 Ztr. Steckrüben (20 Ztr. Mohrrüben) 12,03 (504,09) Ztr. Obst, 60,73 (120,11) Ztr. Frischgemüse, 165,23 (138,66) Ztr. Getreide. Weitere Sammlungen, vor allem an Fleisch und Fett, sind noch fn Vorbereitung. Das endgültige Ergebnis soll später noch bekanntgegeben werden.
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Die Gaupressestelle der NSDAP, teilt gegenüber den Mitteilungen von Regierungsrat Dr. Elze mit, daß die aufgestellte Behauptung, ein SA.- Fiihrer habe das Geld für einen verkauften Waggon Kartoffeln dazu benützt, Schulden der Partei, Uniformstücke der SA. usw. zu bezahlen, nicht richtig sei. Wahr ist, daß eist Waggon, der für die SA. - Notstandsküche bestimmten Kartoffeln verkauft wurde, um mit dem Erlös die Bahnfracht der anderen Waggons bezahlen zu können. Da dieser Verkauf trotz des genannten Motives mit den Anordnungen des Gauleiters nicht in Einklang zu bringen ist, fei der betreffende SA.-Führer seines Amtes enthoben.
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Tatsache ist also, daß zum mindesten dieser eine Waggon nicht für die Zwecke, denen sie die Stifter zugeführt wissen wollten, verwendet worden ist.
Wchsbaudarleheu für Eigenheime.
Nach den jetzt veröffentlichten Bestimmungen über die Gewährung von Reichsbaudarlehen für Eigenheime können "nur solche Anträge aus Städten uni) Gemeinden berücksichtigt werden, bei denen d i e Zahl der unterstützten Arbeitslosen wenigstens sechs Prozent der Einwohnerzahl beträgt. Als Eigenheime gelten Einfamilienhäuser (Einzelhäuser, Doppelhäu- fer und Reihenhäuser). Der Einbau einer zweiten Wohnung ist zulässig. Die Herstellungskosten des Eigenheimes einschließlich aller Nebenkosten, jedoch ausschließlich des Grunderwerbs, dürfen 8000 Rm., in besonders gelagerten Fällen 10 000 Rm. nicht übersteigen. Bei Einbau einer zweiten Wohnung ist die Kostenhöchstgrenze 12 000 Rm. Eigenheime, die vor Erteilung des Darlehnsbefcheides begonnen werden, dürfen nicht berücksichtigt werden. In jedem Fall muß der Bewerber Eigenkapital von mindestens 30 Prozent der Bau- und Nebenkosten zuzüglich des Wertes von Grund und Boden nachweifen können. Das Reichsbau^arlehen darf 1500 Rm., in besonderen Fällen 2000 Rm. nicht übersteigen. Ist eine zweite Wohnung eingebaut, dann darf das Darlehen um 1000 Rm. erhöht werden. Der Zinsfuß beträgt vier Prozent. Der Tilgungssatz beträgt jährlich ein Prozent. Die Sicherung des Reichsdarlehens geschieht durch Buchhypothek zu Gunsten des Reiches in der Weise, daß es ein- schließlich der im Range vorhergehenden ober vleichstehenden Rechte mit höchstens 70 Prozent der Bau- und Nebenkosten zuzüglich des Wertes von Grund und Boden ausläuft. Der Antrag auf Be
willigung des Darlehens ist bei den Bürgermeistereien vor Baubeginn zu stellen.
Fortbildung der Schulamlsbewerber-
Durch einen Erlaß hat der preußische Kultusmi- nifter die Fortbildung der Schulamtsbewerber neu geregelt. Der Erlaß legt besonderen Wert auf die Gewinnung alter erfahrener Berater für den Schulamtsbewerber und auf die zweckdienliche Gestaltung des gegenseitigen Verhältnisses in der Arbeit an der Klasse. Dem Bewerber fall in steigendem Maße Gelegenheit zu selbständigem Unterricht und zu selbständiger Klassenführung gegeben werden. Don Wichtigkeit ist der Hinweis auf den Erlaß vom 4. Januar 1932, wonach Schulamtsbewerber, die bis zu 11 Stunden wöchentlich unterrichten und die zweite Prüfung ablegen wollen, mindestens das letzte Jahr vor Ablegung der Prüfung nach Möglichkeit an derselben Schule beschäftigt gewesen fein müssen.
Wieviel Betten sollen in einem Krankenhaus Ausstellung finden?
Während man früher, dem damaligen Charakter der öffentlichen Krankenhäuser entsprechend, Krankensäle für 20 bis 36 Kranke und verhältnismäßig wenig Einzehzimmer schuf, muß man jetzt die Veränderung der sozialen Verhältnisse berücksichtigen. Man geht meist nicht mehr über 12 bis 16 Beiten in einem Krankenraum hinaus. Der Gutachterausschuß beim Deutschen Städtetag hat in den von ihm herausgegebenen „Richtlinien für den Neubau von Krankenanstalten" folgende Forderungen ausgestellt: „Die einzelnen Krankenräume sollen höchstens 10, in der Regel nicht mehr als 6 Betten enthalten; e.s müssen aber auch auf jeder Abteilung mehrere Räum« für 4 Betten, für 2 Betten und mindestens 2 Räume für je 1 Bett vorhanden sein." Das neue katholische Gertrauden- Krankenhaus in Berlin hat als Höchstbettenzahl 6 in einem Raum und legt größeren Wert auf zahlreiche 4-, 3- und 2-Betten,zimmer neben einzelnen Einbettzimmern. Daß hierdurch eine größere Anzahl von Pftegepersonen gebraucht wird, muß man in Kauf nehmen, obwohl das gerade heute ein starker Hinderungsgrund sein wird. Auch die Baukosten erhöhten sich. Im Frieden rechnete man bei 16bettigen Sälen 8800 Mk. pro Bett, bei 22bettigen 7700 Mk. pro Bett, bei 28bettigen 7000 Mk. und bei 32bettigen nur 6600 Mk. pro Bett.
Möbel aus Wassereiche.
Der Schreibtisch, den Schreinermeister Ludwig M e d l e r - N e u e n b e r g bet Sell an der Pfarrkirche ausstellt — eine .zünftige Meisterarbeit, wie Kenner sie zu schätzen wissen — verdient durch eine Besonderheit Beachtung, und das ist sein M a- terial: uraltes Holz einer Eich«, die in germanischer Vorzeit durch eine Hochflut entwurzelt wurde und bis vor kurzem im Schlamm des Fuldaflusses lagerte, daher die schwarzgraue Farbe. Es ist sicher nicht leicht gewesen, dieses barte Holz zu verarbeiten, um so dauerhafter wird das Möbelstück sein.
= An alle ehemaligen Angehörigen des R. $. A. 51. „Dir Geschichte des R. F. A. R. 51 im Weltkriege" erscheint Weihnachten 1932. Sie ist über 00 Seiten stark, mit über 600 Feldaufnahmen, zahlreichen Personenaufnahmen und dem nötigen übersichtlichen Kartenmate- rial. Sie erzählt von Langemarck und Poelcapelle, von der Champagne und Verdun, von Montdidier, Soissons, Reims, Somme-Py und dem bitteren Ende. Sie erzählt von guten und bösen Tagen, von Kameradschaft, Opferwilligkeit und dem Sterben unserer vielen Kameraden, deren Namen in einer Ehrenliste verzeichnet sind. Sie ist eine bleibende Erinnerung für uns, unsere Kinder und Kindeskinder. Durch langjährige Rücklagen ist es dem Vorstand möglich, das Werk für Mitglieder beider Vereinigungen zu dem Preis von 5.50 RM., für Nichtmitglieder zum Selbstkostenpreis von 8.50 RM. abzugeben. Bestellungen an W. Heinemann, Kassel, Wolfsschlucht 14.
Me behandle ich meinen pelz?
Ist der Pelz naß geworden, dann schüttelt man ihn leicht aus und hängt ihn auf einen Bügel. Ist er am anderen Tag trocken, dann schüttelt man ihn leicht auf und streicht mit der Hand oder einer feinen Bürste leicht hin und her. Dann verschwinden alle Spuren der Nässe.
Einen nassen Pelz darf man nie am Ofen trocknen,
da Hitze jedem Pelz schadet. Das Haar bekommt da- durch krumme Spitzen, der Glanz verschwindet.
Uebertreibt man dieses falsche Trocknen, dann verbrennt auch noch das Leder, es wird brüchig, und der Pelz zerfällt.
Ein heißes Bügeleisen, das mit dem Pelz unmittelbar oder auch nur durch den Bezug des Tuchmantels in Berührung kommt, verbrennt das Leder. Man darf also auf diese Weise auch nicht Flecken oder Druckstellen entfernen.
Bei längerem Tragen nehmen Pelze Fett an,
ganz besonders der Kragen. Diese Stellen werden dann fleckig und unansehnlich. Jeder Kürschner kann den Pelz aber in kurzer Zeit wieder reinigen.
Eine solche Reinigung empfiehlt sich von Zeit zu Zeit, nicht erst bann, wenn der Pelz so zusammengeballt ist, daß er sich nur unter Verlust von Haaren wieder lockern läßt.
Je früher man Schäden von sachkundiger Hand heilen läßt, um so besser, einfacher und billiger.
Am besten werden solche Ausbesserungen im Sommer durchgeführt. Der Pelz ist dann bei Eintritt kühler Witterung wieder gebrauchsfertig.
Pralle Sonne bleicht jeden Pelz. Sie roirft ungünstig auf das Oberhaar und auf die Färbung ein. Ein Stiften der Pelze hat keinen praktischen Wert, ganz besonders sollte man einen Pelz im Sommer niemals in die Sonne hängen; dadurch ist schon mancher Nerz- oder Skunkspelz rot geworden. kos.
— Der INufikverein Vioneck veranstaltet auch in diesem Jahre am 1. Weihnachtsfeiertag ein Weihnachtskonzert im Saale des Kath. Gesellenhauses mit einem ausgewählten Programm. (Siehe Anzeige.)
— Der fjofm. Mannerchor feiert am 2. Weihnachtstag fein 40. Stiftungsfest im großen Stadtfaal. Eine abwechslungsreiche Festfolge sorgt für gute Unterhaltung der Gäste: 'auch die Jugend kommt beim Tanz zu ihrem Recht. Neben Musik- und Gesangsvorträqen führt der Verein die Operette „Winzerliesel" mit Or- chefterbegleitung auf. (Näheres siehe Anzeige.)
Briefkasten der Schriftlettung.
6. 5- Wahrscheinlich soll auf diese Weise die Landwirtschaft gegen die fragliche Steuer mobil gemacht werden. Ein Recht, diese Steuer dem Landwirt a b 3 u • ziehen, besteht für den Aufkäufer in keiner Weise.
Ans dem Fuldaer Gerichts
Schwarzgebrannter Schnaps kann fefe werben.
Der Zollfahndungsstelle in Frankmrr war mitgetetlt worden, daß bei dem 9 E. Mü. in Steinwand öfters heimliche wein her gestellt würde. Beamte bet’ fahndungsstelle Frankfurt a. M. nahmen am Juni eine .Hausmchung des M'schen Anm-i,7.- vor. Die Beamten fanden dabei alletlti* ratschaften, die zum Brennen benutzt wardl^ waren, in der Scheuer und im Hame versteh In der Hauptoerhandlung vor dem 'i-chen Schöffengericht bestritt der Angeklagte briS schnaps gebrannt zu haben. In dem aufaeh»/ denen Bottich will er Maische mit Hefe für bn« Vieh bereitet haben. Diesen Angaben schenkte dnL Gericht keinen Glauben, zumal sich der Sohn des K bei der Vernehmung durch die Zollbeamten dadurch verdächtig gemacht hatte, daß ihm di« Drohung heraussuhr: „Wenn ich wüßte, werdas verraten hat, der würde sofort ,kaltgemacht' “ Das Urteil lautete wegen Vergehens gegen das Brannt» wein-Monopolgesetz auf eine Geldstrafe von 579 ->o RM., im Nichtbeitreibungsfall auf einen Monat Gefängnis, außerdem auf eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen und Erstattung des Wertersatzes von 115.19 RM., wofür im Nichtbeitreibungsfalle eine Woche Gefängnis zu verbüßen sind.
Verhängnisvoller Schlag mit Zaunlatte.
Am 20. September kam es in Kirchhafel zwischen Landwirtsföhnen zu einem Wortwechsel wegen unbefugten Weidens von Vieh auf einer Wiese. Im Laufe dieses Disputs versetzte der P. R. dem K. K. einige Ohrfeigen. K. K. lief nach'ei- nem elterlichen Anwesen; P. R. setzte ihm nach. K. rief daraufhin dem R. zu, vom Hofe seiner Eltern fernzubleiben. Das tat R. jedoch nicht. Da K. befürchtete, noch weiter von dem Verfolger angegriffen zu werden, riß er eine Zaunlatte^ an der sich ein Nagel befand, ab und hieb damit um sich. Hierbei wurde P. R. derart ins Auge getroffen, daß seine sofortige Ueberführung ins Fuldaer Landeskrankenhaus erfolgen mußte, wo das Auge entfernt wurde. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde gegen K. K. ein Strafverfahren ein» geleitet. Gestern fand vor dem Schöffengericht die Hauptverhandlung statt. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte gegen K. K. ein Jahr Gefängnis beantragt. Das Gericht stand auf dem Standpunkt, daß K. in berechtigter Notwehr gehandelt habe, zumal P. R. keine Veranlassung hatte, K. bis zu seinem eiter- lichen Hofe zu versolgen. Es sprach deshalb den Angeklagten frei.
hinzuzufügen.
Josef Gutberlet.
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Fulda(Stadr) —Aulda (Bistum).
Wer hat nicht schon einmal das Bedürfnis gefühlt — besonders von uns „Fuldern" in der Fremde — einmal schnell etwas kurz und prägnant über Geschichte, Topographie, wirtschaftliche Struktur ufw. seiner Vaterstadt Nachlesen zu können. Eine in ihrer Knappheit außerordentlich instruktive Uebersicht über Stadt und Bistum Fulda finde ich nun im vierten Band*) des „Großen Herder", der jetzt kurz nach dem prachtvollen Welt- und Wirtfchaftsatlas erschienen ist. Zwe, treffliche Photos vom Dom und vom Schloß mit dem Bonifatius» denkma lvervollständigen diesen Gruß aus der Heimat.
Das ist fo ein kleines Beispiel, wie der „Große Herder" jedem etwas bietet. Die oben erwähnten Angaben find ja nun etwas, was man van jeder Enzyklopädie — allerdings dach nicht in dieser Form und diesem Umfang — erwarten darf. Das Besondere des Großen Herder aber, seine Ausgestaltung für die praktische Wirklichkeit, feine Zeitnähe und vor allem feine feste, w e 11 a n- schauliche Fundierung, die ihn aus der Reihe aller anderen sogenannten „neutralen" Lexika hervorhebt, stellt auch der vierte Band wieder klar heraus. Das Werk hält sich in jedem neu erscheinenden Band auf dem hohen Niveau, das von vornherein angektindigt worden war. Nennen wir einmal die Titel einiger Rahmenartikel, die fo kennzeichnend gerade für dieses katholische Lexikon sind und schon allein durch ihre Aufzahlung Interesse su das Werk wecken müßten: Elektrizität (wer beschäftigt sich mit ihr heute nicht in irgend einer Form?), Entwickeln (brauchbares Rüstzeug für den angehenden Amateurphotographen), Erste Hilfe (rote .st b.e ge- rade für unsere Zeit so wichtig), Fernsehen, FUm (hier findet man selbst eine ganze Anzahl von „Liebli. qen" des Kinopublikums im Bild), Flecken b e feit gung (Achtung! Hausfrauen!), Eltern, Er l e b n' s, Erlösung, Erziehung, Familie Freiden (er, Freizeit, Fiihrertum, Furs 0 rge (Pro bleme, die uns heute fo stark bewegen) ufw. usw.
Wie man in anderen Lagern den Großen Herder mertet mögen einige Zeilen aus einer eingehenden se- schenWe11" sand, beweisen. Es heißt da u.».. ,,2« les Lexikon ist überhaupt eine gute Sache. Ich benutz alle drei eben erscheinenden oder erschienenen neuen1 2 rifa ." (hier folgen einige würdigende Ausführungen über den Brockhaus und den Meyer) aber ohne Zweifel ist der Text des Herder-Lexikons der durchsichtigste, stilistisch am klarsten und einfachsten ge faßte, der ökonomischste, lakonischste, und übrigens a rf) der bewußt aktivste und pädagogischste — was freilich erleichtert wird durch die geschto fene katholische Haltung die er vertritt." An anderer Stelle: .D,eses kaiho '!ch Lexikon kann ruhig jedermann benutzen, der einiger maßen informiert ist über die Punkte, m denen d'e katho lisch- Kirche unnachgiebig ,st und unnachgiebig 'em mutz, wenn sie sich selbst erhalten will. Und welter .JM Ganzen ist und bleibt er eine monumentale Sulhiriet a5 die größten Respekt und ein finanzielles Wagms, emunberung verdient. — Erwähnt fei noch, daß eigener geographisch-statistischer Ma- dazu herau-kom men soll (ist inzwischen erschienen! — I. G.), den meine Wissens kein anderes Lexikon hat — wie hier ufaerbaup Überall ein Wille zur Zusammenfassung und geschlossenen Gliederung komplexer Themen sichtbar wird."
Dieser vorzüglichen Rezension unseres (ich betone dies als Katholik) Lexikons braucht man wahrlich Nichts
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