Begebenheiten aus aller Wett
Zum tausendsten Mat aus dle Zugspitze
Alle Weine
Der weit über Bayern hinaus bekannt« Bergführer Johann Ehrhardt aus Kaltenbrunn bei Partenkirchen, genannt der „Schweizer Bartl", konnte gleichzeitig mit dem 75. Geburtstag das Jubiläum seiner 1000. Besteigung der Zugspitze feiern.
* Die Aushebung der kommunistischen Terror- gruppe in Nürnberg. Zu der gemeldeten Aushebung einer kommunistischen Terrorgruppe in Nürnberg ist noch zu berichten, daß es sich um die Einbrecherbande handelt, über deren Verhaftung vor etwa zwei Wochen berichtet wurde. Einem der
Wieder 3 Opfer des Eises.
Auf der noch schwachen Eisdecke des Sees bei Kirchlainen im Landkreis Allenstein (Dftpr.) sind drei Schüler eingebrochen und ertrunken. Die Leichen konnten geborgen werden.
* Das Urteil im Uelzener Sprengstoff-Prozefe. Nach zweitägiger Verhandlung wurde vor dem Vierten Straf'enat des Reichsgerichts das Urteil gegen sechs Kommunisten verkündet, die in der Nacht zum 2. August 1931 eine große Anzahl von Handgranaten und Sprengkapseln aus der Scheune eines Landwirts in Melzingen bei Uelzen in Hannover gestohlen hatten. Der 24jährige Schlosser Johann Ofzarek wurde wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Verbrechen gegen Paragraph 7 des Sprengstoffgesetzes und schweren Diebstahls in strafverschärfendem Rück- -alle sowie Vergehens gegen das Schußwaffengesetz zu drei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Gegen den 25jährigen Tischler Paul Mundil wurde wegen Vergehens gegen das Kriegsgerätegesetz auf ein Jahr 3'/, M o- nate Gefängnis erkannt. Die übrigen vier Angeklagten wurden freigesprochen.
Glimpflich ab gelaufen.
INit 20 Pfadfindern besetzte Fähre schlägt um. Sämtliche Insassen retten sich durch Schwimmen.
Aus Maria ort bei Regensburg wird gemeldet: In der letzten Nacht wollten etwa 20 Regensburger Pfadfinder in einer Wald Hütte im Naabtal eine Weihnachtsfeier veranstalten. Um zum Ziel zu gelangen, wollten sie sich bei der Ma. riaorter Fähre mittels eines großen Kahnes durch ein Fischermädchen übersetzen lassen. Als die kleine Fähre mit den vielen jungen Menschen in der Mitte der Naab angelangt war, schlug die Fähre um und sämtlich« Insassen fielen ins Wasser. Zum großen Glück waren alle, auch das Fischermädchen, des Schwimmens kundig und konnten sich dadurch ans Land retten. Als die Beteiligten, die außer einem kalten Bad keinen weiteren Schaden genommen hatten, noch zitternd vor Frost am Ufer beisammenstanden und abzählten, ob auch keiner fehle, fragte die resolute Fischermaid, die sich zuerst von dem ausgestandenen Schrecken erholt hatte: „H a t jeder von nk's Fahrgeld scho zahlt?"
* Beim Holzfällen von einem Baumstamm erschlagen. In den Waldungen in der Nähe von Maria-Laach ereignete sich ein schwerer Un- glücksfall, dem ein im Alter von 20 Jähren stehender Arbeiter zum Opfer fiel. Mehrere Holzarbeiter waren mit dem Fällen von Bäumen beschäftigt. Hierbei rutschte ein gerade durchgesägter Baum plötzlich ab und traf den Arbeiter so unglücklich, daß er bald darauf starb.
* wieder ein Toter der „Niobe" geborgen. Don einem deutschen Kreuzer, der sich in den dänischen Gewässern aufhält, wurde am 20. Dezember nachmittags mitgeteilt, daß durch Fischer eine an der Untergangsstelle der „Niobe" geborgene Leiche in den Hafen von Rödby gebracht worden fei. Das sofort dahin entsandte Torpedoboot übergab um Mitternacht den Toten an das Marinelazarett Kiel- Wik. Nach einwandfreien Feststellungen ist der Tote der Signalgefreite Joseph v. Gemeren, der aus Oberhausen-Sterkrade im Rheinland stammt. Die Beisetzung erfolgt am Freitag auf dem Ehren- friedhof im gemeinsamen Grab der „Niobe"-Toten.
* Line Frau wegen Verrats militärischer Geheimnisse zu Zuchthaus verurteilt. Vorn Strafsenat des Oberlandesgerichts in Stuttgart wurde in nichtöffentlicher Verhandlung eine 25'ährige Prostituierte aus Mannheim wegen Verrats militärischer Geheimnisse zu zwei Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. Sie war im Sevtember d. Js. in Ludwigsburg auf frischer Tat festgenommen worden, als sie sich im Auftrage des französischen Nachrichtendienstes von einem Reichswehrangehörigen geheime militärische Schriftstücke zu verschaffen suchte. Das Urteil ist rechtskräftig.
Bayrisch Vier für Amerika.
Ein Ehikagoer Hotel bestellt telegraphisch 20 000 Faß Löwenbräu.
Die Münchener Löwenbrauerei erhielt laut ..Münchener Neuesten Nachrichten" von dem bekannten Bismarckhotel in Ehikago eine telegra- phische Bestellung über 20 000 Fässer Helles und dunkles „Münchener Löwenbräu". — Das amerikanische Repräsentantenhaus hat am Mittwoch die Gesetzesvorlage, die den Vertrieb 3 '/i projentigen Bieres gestattet, angenommen.
Die griechische Halbinsel S ch a l k i d i k e wurde am Mittwoch erneut von starken Erdstößen heimgesucht. In Saloniki und auf der Insel Tha- sos wurden gleichfalls Erdstöße verspürt, die zwar schwach, aber von verhältnismäßig langer Dauer waren. Schaden ist anscheinend nicht entstanden.
Teures tzok!
Zehn Jahre Zuchthaus weaen schweren Landfriedensbruches.
Wegen schweren Landfriedensbruches, Forst- diebstahls und Vergehens gegen die lerrornoteer» ordnung wurde hier der 25jährige Arbeiter Kranz zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.
Kranz war anfangs November in Tale (Harz) mit etwa 50 Kommunisten beim Magistrat für di« Gewährung einer Kohlenbeihilfe für die Erwerbslosen vorstellig geworden. Als der Magistrat dies a b l e h n t« . zog ein Teil der Kommunisten un'er Anführung des Kranz in einen stadt- eigenen Wald, wo sie etwa 25 junge Eichen abholzten. 33 Kommunisten sollten sich wegen Landfriedensbruches verantworten jedoch wurde mit Rücksicht auf die erwartete Amnestie die Verhandlung hinausgeschoben. Kranz mußte sich aber jetzt als Rädelsführer vor der Strafkammer des Landgerichts verantworten.
* Die deutschnationale Reichstagsabgeordnete v. Müller-Otfried ist von der deutschnationalen Parteileitung gezwungen worden, ihr Mandat niederzulegen, um ihrem, Augenberg genehmen Listennachfolger Platz zu machen. Diese Maßregelung hat in den deutfchnationalen Frauenorganisationen große Mißstimmung erregt. Der "Deut sch- Evangelifche Frauenbund erklärt, daß, „durch das Ausscheiden von Frau Müller-Otfried aus der Reichstagsarbeit der Frauensache ein großer Schaden zugefügt ist " Man ersehe aus der ganzen Angelegenheit, „wie gering Fraueneinfluß und wie gering Frauenrat eingeschätzt werden."
* Ex-Kaiser Wilhelm leicht erkrankt. Wie aus Doorn berichtet wird, ist Kaiser Wilhelm an einer leichten Erkältung erkrankt, in deren Gesolge sich rheumati'che Ansäll« eingestellt haben. Der Leibarzt hat dem Kaiser empfohlen, das Zimmer zu hüten.
* Staatspräsident Adelung beim Reichskanzler. Reichskanzler von Schleicher empfing am Mittwoch Mittag den zur Zeit in Berlin weilenden hessischen Staatspräsidenten Dr. Adelung, der von dem hessischen Gesandten Nuß begleitet war, zu einer längeren Unterredung. Gegenstand der Aussprache war eine Reihe von Fragen, die bas Land Hessen besonders berührten.
* Die Tagegelder der schweizerischen Parlamentsmitglieder werden für die Dauer des Lohnabbaus in der Schweiz von 40 auf 35 Franken gekürzt; der Beschluß wurde mit 82 bürgerlichen gegen 35 sozialdemokratische Stimmen angenommen.
* Das Gesetz über die Kürzung der Sfaats- beamtenaehälter wurde im tschechoslowaki- schen Abgeordnetenhaus unter wüsten Särm- szenen angenommen; Druckschriften flogen durch den Saal, während ein rhnthmisches Pultdeckelkon- zert nur durch Johlen und Pfeifen unterbrochen wurde.
Italien und Hiller.
8on unterem römischen Mitarbeiter:
<nOrt Zeit zu Zeit ist «s Pflicht des deutschen Pachters römischen und überhaupt italienischen chehens auf die Wandlungen hinzuweisen, die faschistischen Italien hinsichtlich der Beurtei- a Adolf Hitlers vor sich gehen. So recht behaltloie Zustimmung hat Hitler miifamt dem tschen Nationalsozialismus in Italien eigentlich e gefunden, aber es ist immerhin bemerkens- rt, daß die Stimmen der Kritik immer stärker worben finb, bis sie nun neuerdings auf manchen Mischen Seiten als direktablehnend be= tuet werden müssen. Freilich haben die zeit- sen großen Wahlerfolge Hitlers regelmäßig da- geführt, daß die italienische Presse sich wieder tioer zu Hitler einstellte, aber das hat, aufs ize gesehen, gewöhnlich nicht lange vorgehal- Entscheidenü ist ja wohl immer eine gewisse zlichkeitseinstellung gewesen, wie sie in der ita- ischen Außenpolitik Tradition geworden ist.
Gewisse persönliche Beziehungen zwischen ein- ien faschistischen Kreisen und einzelnen Nat'o- jozialisten haben immer bestanden und sind j yeut« noch vorhanden; gelegentlich erfährt n davon, wenn nationalsozialistische Abordnun- ! einen Besuch in Rom machen, ober wenn Fasten an einer Veranstaltung der nationalsozia- ,„..scheu Ortsgruppe in Meran teilnehmen. Und doch fehlt es selbst bei solchen Gelegenheiten nicht on Zeichen italienischer Reserve.
Nunmehr beginnt jetzt die faschistische Presse Süd irol, die ein besonderes Interesse an der oralischen Unterstützung Hitlers hatte, von ihm «zurücken. Sie zitiert Artikel aus der führen» n italienischen Presse, die in Einzelheiten gewiß n Ziel vorbeischießen, so was die Beurteilung r deutschen Zentrumspartei angeht, aber b:e rundtenbenz ist beachtenswert. Da wird nämlich »n dem hervorragenden Kenner deutscher Dinge ippola in der größten politischen Zeitschrift ims, der „Politica", u. a. geschrieben:
„Von Hindenburg will ich noch sagen> daß ne Gestalt in den Augen derer, die ihn distanz- aus zu großer Nähe betrachten, leicht zwischen bsln vetzdunkelt erscheint, während im Gegen- I wir aus der Ferne die historischen Umrisse ler Persönlichkeit endgültig klar und deutlich -blicken, als die eines Verteidigers des Staates, der Ordnung, der Autorität und mithin der Zivi- Lfation in dem heute empfindlichsten und gefährlichsten Bereich des europäischen Lebens."
Coppola, der Hitler einiges Positive zuerkennt, vor allem, daß er weitere Kreise der verzweifelnden deutschen Jugend auf den Weg der nationalen statt der kommunistischen Opposition gewiesen habe, hält es für wünschenswert, daß sich die deutsche Wiederausbaupolitik nicht auf Hitler und seine Partei stützt, sondern auf einen Kanzler, Himer dem die hohe Autorität Hindenburgs steht. Dieser Italiener ist davon überzeugt, daß Frankreich im Falle einer Machtergreifung durch Hitler zu Sanktionen schreiten würde, denen Deutschland nicht gewachsen wäre. Die Folge sei die kommunistische Revolution in Deutschland, deren Gefahr er für ernster hält, als man es in Deutschland selber abznschätzen imstande ist. Daß Eop- »la dieser Meinung ist, obwohl er vom Ideal iner „autoritären Staatsführung" durchdrungen t, lind obwohl er an Dr. Brüning und am Zentrum gelegentlich Kritik übt, erhöht den Wert sei- Ausfiihrungen nur. Niemand kann einem sol-
Beobachler Vorliebe für das „alte System" nachsagen! Eoppolla steht mit feiner Kritik an h-tlcr in Italien nicht allein da. Die Nationalso- lialisten suchten bislang die Sache so bar,tüftelten, als ob es sich dabei um Nebenfragen handle, daß ober im übrigen das schönste Einvernehmen zwilchen den Faschisten und den Nationalsozialisten herrsche. Dazu sagt nun aber die „Alpenzeitung" com 18. Dezember, das maßgebende saschistische Organ in Bozen, ausdrücklich:
„Die von einem großen Teil der italienischen preise bisher sehr oft geäußerte Hitlerfreundlichkei' hat gar manche Stelle im Ausland zur durchaus irrigen Ansicht verleidet, als ob Italien in feiner deutschfreundlichen Einstellung nicht das Reich lon^etn ausschließlich die Nationalsoziali. Msche Partei, und mithin diese mit dem deutschen ■Hälfe identifizierte oder an den Endsieg Hitlers Megianische Hoffnungen knüpfte. Daß dem nicht !° W- acht aus zahlreichen Derösentlichungen in r.*tnid>en Leitungen und Zeitschriften hervor die M dem Nationalsozialismus gegenüber krit'sch oft auch ablehnend verhalten, der mystischen Erwar- wnq Hitlers den gesunden Wirklichkeitssinn des Fa- Wsmus entgegenstellen und manchmal sogar auf ”Ie Erfahren Hinweisen, die eine faschistisch« Stüt- iung der nationalsozialistischen Ideen heraufbe. "tooren konnte."
■ v Eine ganze Reihe führender italienischer $Iät= **r hat sich neuerdings in diesem Sinne ausgefpro- wn Es handelt sich um Organe, die zum Test äste Fühlungnahme mit dem italienischen Mini- . et’Um und mit der faschistischen Parteileitung un- w rt'ten" ®.aran kommt die nationalsozialistische ?"sse nun nicht mehr vorbei, und vielleicht wird a? auch deutschen Nationalsozialisten ernstlich zu senken geben.
In der Nähe der brasilianischen Stadt F o n t a- le za ereignete sich infolge Zugentgleisung ein schweres Eisenbahnunglück. Fünf Fahrgäste und der Heizer wurden getötet und 40 Perso- nen verwundet
Mitglieder der Band« gelang es zu entfliehen. Bei dem Flüchtigen handelt es sich, wie feftgeftellt werden konnte um die Person, die vor etwa einem halben Jahr bei einem Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Post-ei am Ausse'p'atz in Nürnberg den Kommunisten Falkner versehentlich erschossen Hal. Nach der Bei- setzung Falkners kam es seinerzeit in der Johan- nisstrafee zu Demonstrationen bet Kommunisten, die von berittener Polizei zerstreut wurden. Dabei gab. ein Kommunist aus einem Revolver Schüsse auf die Polizeibeamten ab, ohne jedoch zu treffen. Dieser Mann befindet sich unter den Verhafteten.
Technik und verkehr.
Reue Zündapp-Modelle für die kommende Saison.
Wie die Verwaltung mittcilt, werden die Zündapp- Werke Nürnberg zur kommenden Automobil- und Motorrad-Ausstellung im Jahre 1933 mit einigen Neuschöpsungen auf den Markt kommen, die grundlegende Aenderungen in den bisherigen Konstruktionstendenzen von Zündapp aufweisen werden. Neben zwei billigen volkstümlichen Typen — die eine mit verbessertem größeren Schwungradmagnet, die andere mit 50 Watt Batterie-Zündlichtanlage — mit einem neuen 175 ccm Zweitakt-Motar, angeblocktem Dreigang-Getriebe und öldicht gekapselter Getriebskette, wird eine neue 200 ccm Type mit Zweitakt-Blockmotor. Viergang-Getriebe, mit Schnellgang und Kardan-Antrieb geliefert.
Eine Erweiterung des Programms bietet Zündapp durch die Aufnahme von Viertakt-Motoren. In glei- cher Ausführung wie die 200 ccm-Mafchine wird zunächst eine 400 ccm- und 500 ccm-Maschine mit Zwei- zyIinder-Viertakt-Borermotor mit seitlich gesteuerten Ventilen gebaut werden und später eine 600 ccm- und 800 ccrn-Maschine mit Vierzylinder-Viertakt-Boxermotor.
Die japanische Stabt Itoigawa (Provinz Niigata) wurde von einem gewaltigen Groß- feuer heimgesucht, dem 5p0 -stä"'!>r zum
Opfer fielen- Die Zahl der Todesopfer wird auf 10 geschätzt. Jtoigawa bat runb 6000 Einvohner.
* Die Zahl der Erwerbslosen in den Großstädten. Rein zahlenmäßig gesehen, steht Berlin mit 592 922 Ar- beitslosen an der Spitze. Dann folgt Hamburg mit 141 611, Leipzig mit 102 896, Dresden mit 89 016, Bre». lau mit 88 951, Köln mit 81 906, Essen mit 78 902, München mit 75 402 und Dortmund mit 73 488 Arbeitslosen. Die stärkste durchschnittliche Belastung mit Erwerbslosen- Ziffern entfällt auf Chemnitz, wo auf 1000 Einwohner 179,7 Arbeitslose fallen. Solingen weist einen Erwerbslosensatz von 172,9 auf und Leipzig einen von 151,1 pro 1000 Einwohner. Die niedrigste Arbeitslosenziffer innerhalb der deutschen Städte hat die Stadt Münster in Westfalen, wo auf je 1000 Einwohner „nur" 56,2 Erwerbslose fallen. Insgesamt wurden am 15. September dieses Jahres innerhalb der deutschen Großstädte 2493839 Arbeitslose gezählt. Demnach entfällt die Hälfte der Er- werbslofenzisfern allein auf die Großftädt c. Im Durchschnitt kommen in den Großstädten auf je 1000 Einwohner 130,3 Erwerbslose, so daß zur Zeit jeder sechste Großstädter arbeitslos ist. Dennoch darf bei diesen Erwägungen nicht außer acht gelassen werden, daß die finanzpolitische und rein menschliche Not- läge der kleinen Gemeinden infolge der hier herrsckiend-n wirtschaftlichen Enge und geringen Bewegungsfreiheit um nichts geringer ist.
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♦ Nach 12 Jahren wegen Sattenmorde« zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Passau ver- urteilte am Mittwochabend bi« Landwirtsehesrau Therese Strafe!1 von Wühr in Nieberbayern wegen Ermorbung ihres früheren Ehegatten Josef Schös- tenhuber zum Tobe, und ihren Ehemann unb früheren Gesiebten Karl Strafei wegen Beihilfe zum Morb zu 7 Jahren Zuchthaus. Die bürgerlichen Ehrenrechte würben ber Ehefrau auf Lebensbauer, bem Ehemann auf bie Dauer von 10 Jahren aberkannt. Der wegen Beihilfe Mitangeklagte Gastwirt Hochwimmer von Glonn wurde freigesprochen. Das Verbrechen liegt schon 12 Jahre zurück. Am 10. Juki 1920 war ber damalige Ehemann Joses Schöstenhuber unter Krämpfen verschieben. Eine auf Betreiben ber Brüder des Verstorbenen durchgeführte Leichenöffnung wurde damals etwas mangelhaft durchgeführt unb blieb baher ergebnislos. Trotzdem wollte bas Gerücht nicht verstimmen, bafe Schöstenhuber aus bem Wege geräumt worben war. Seine Frau Therese hatte währenb bes Krieges ein Liebesverhältnis mit ihrem jetzigen Ehemann Karl Strafei äuge- sangen unb mit seiner Hiffe Schöstenhuber nach seiner Rückkehr aus bem Felde burch Gift beseitigt.
Laffeefchmuggel in Hamburg.
wtb. Hamburg. 22. Dez. (Big. Meld) Der hiesigen Zollfahndungsstelle ist die Aufdeckung einer umfangreichen Zollunterziehung gelungen. Unter Kohlenlabungen versteckt sind seit August d. Js. etwa 170SackRohkaffeeaus bem Freihafen geschmuggelt worben. Der dem Fiskus dadurch hinterzogene Zoll beträgt etwa 18 000 Mk. Als Täter kommen zwei Kaufleute in Betracht, gegen bie wie gegen zwei weitere Mitarbeiter Haftbefehl erlassen worden ist.
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