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Beschaffung Seg Heizmaferials fehlen. Die Verwal­tung hat deshalb bei den zuständigen Stellen be­antragt. die Weihnachtsferien um 1 4 T a g.e a u verlängern Hoffentlich bleiben uns solche für die Entwicklung der Schüler be­dauerlichen Maßnahmen in Fulda erspart.

Das Vahn-Post-Abkommen.

Für Senkung der personentarise.

Auf einer kürzlich in Köln abgehaltenen Kon­ferenz der zuständigen Dezernenten sämtlicher w«si- und südwestdeutscher Reichsbahndirektionen stand u. a. das Bahn-Postabkommen vom Juni 1929 zur Beratung. Einstimmig wurde die Auffassung zum Ausdruck gebracht, daß die Oeffentlichkeit eine Trennung der beiden großen Vertragspartner nicht verstehen würde. Man rechne allgemein mit einer Verlängerung des vorerst auf fünf Jahre befristeten Abkommens. Große Beachtung müsse man auch der in der Presse immer wieder ventilierten Frage eines Zusammengehens der beiden großen Ver­kehrsanstalten schenken-, es werde immer wieder die Frage einer Zentralinstanz für Reichsbahn und Reichspost in allen Verkehrsfragen angeschnitten.

Gegenüber der großen Abwanderung von der Reichsbahn sei es erforderlich,daß die Reichsbahn sich selbst bemühe, das Publikum wieder der Schiene zuzuführen, z. B. durch Sen­kung der zu hohen Personentarife. Für eine Senkung der Personentarife sprachen sich bei dieser Gelegenheit sämtliche Versammlungs­teilnehmer aus.

Das Schaufenster eingeschlagen.

In der vergangenen Nacht wurde an der Marktdrogerie (Photohaus Müller) am Gemüse­markt eine Schaufensterscheibe eingeschlagen und aus der Auslage zwei Photoapparate, Marke „Leica" und „Kodak", entwendet. Der Ge­schädigte hat für die Wiederherbeischaffung der Apparate einen guten Photoapparat als Beloh­nung ausgesetzt. Erst kürzlich waren aus einem zertrümmerten Schaukasten der Marktdrogerie ebenfalls zwei Photoapparate entwendet worden.

Luftpost zur Weihnachtszeit.

Wegen Einstellung des Flugdienstes an den bei­den Weihnachtsfeiertagen ruht auch der LuftpoÜ- verkehr an diesen Tagen. Ausgeführt werden nur dis Flüge Köln—Brüssel—London und zurück.

Die Aufnahmen an den Pädagogischen Akademien.

Der Erlaß über das Fortbestehen der Pädago­gischen Akademien roirt) soeben veröffentlicht. Bei seiner Würdigung muß in Betracht gezogen wer- den, daß es sich um eine Notstandsmaß- nähme handelt, aus der Schlüsse für die künftige Entwicklung der Institute nicht gezogen werden dürfen. Man hält vielmehr daran fest, daß sich an der Idee und Organisation der Pädagogischen Akademien grundsätzlich nichts ändert. Für den Ostertermin 1933 werden Halle und Kiel bis zu 50 evangelische Studenten, Elbing und Dortmund bis zu 45 evangelische Studenten und 15 Studentinnen zulassen. In B « u t h e n können 45 katholische Studenten rind 15 Studentinnen, in Bonn 50 Studenten zugelassen werden. Die simultan« Aka­demie Frankfurt am Main läßt 50 Studenten zu. Die früheren Aufnahmebedingungen sind geblieben, auch die Forderung des Nachweises musikalischen Könnens bei den männlichen, der Fertigkeit in der Nadelarbeit bei den weiblichen Bewerbern. Erleich- terungen werden in besonderen Ausnahmefällen zugelassen. Den Abiturienten von 1933 werden solche Bewerber, di« sich inzwischen anderen Aus­bildungsmöglichkeiten zugewandt haben, nicht vorgezogen.

Vergiftung durch Kesselstein - Entfernungsmittel „Lapaex".

Wie dem Amtlichen Preußischen Pressedienst aus dem Preußischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit mitgeteilt wird, ereigneten sich beim Reinigen einer Warmwasserbereitungsanlage mit dem Kesselsteinentfernungsmittel „Lapaex" in ei­nem Privathaus in Köln zwei tödliche Ver- g i f t u n g e n. Das Kesselsteinentfernungsmittel wurde von einer belgischen Firma geliefert und von einer Kölner Firma vertrieben. „Lapaex" ist eine Lösung von arsenischer Säure in Salzsäure. Bei der Einwirkung dieser Lösung auf Metalle kann der äußerst giftige Arsenwasserstoff entstehen. Das Arbeiten mit dem Kesselsteinentfernungsmittel ,.Lapaer" ist daher mit schwerer Gesundheitsgeiahr verbunden und unter Umständen lebensgefährlich.

Oie Notlage des Hotelgewerbes.

Ein entgegenkommender Erlaß des Reichsfinanz- ministers.

Wie alle Steuerzahler und wirtschaftlichen Be­triebe. so leidet auch das Hotelgewerbe unter der gegenwärtigen Wirtschaftsdepression in besonders starkem Ausmaße. Immer wieder hört man die Klagen über die zu hohen Steuerlasten, insbeson­dere der hohen Getränkesteuer, und immer wieher werden die Angehörigen des Hotelgewerbes vor­stellig bei Staais- und Gemeindestellen um Ermä­ßigung bzw. Niederschlagung der Steuerlasten.

Auf eine Eingabe des Reichsoerbandes der Deutschen Hotels und Restaurants hat der Reichs­finanzminister, Graf Schwerin von Krosigk einen Erlaß veröffentlicht, dem wir folgendes entneh­men:

Zu den Betrieben, die durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise erheblich gelitten haben, gehört auch unzweifelhaft das Hotelgewerbe. Die Vertre­ter des Reichsoerbandes der Deutschen Hotels und Restaurants haben dem Minister persönlich ihre Sorgen und Wünsche einmal vorgetraqen, auf Gründ deren der Minister den Eindruck erhalten hat, daß im Rahmen des Möglichen alles versucht werden müsse, die Lage deg Hotelgewerbes zu er­leichtern. Ausdrücklich gibt der Minister zu, daß die Beschäftigungsprämie, die nach der Papen'schen Notverordnung durch S t e u e r g u t s ch e i n e für Mehrbeschäftiqunq von Arbeitnehmern gewährt werden sollen, für das Hotelgewerbe nur von geringer Bedeutung ist.

Was die Hauszins- und Grundsteuer betrifft, so sollten von den Ländern Stunüungs- und Nieder- schlaaungsanträge des Hotelgewerbes —allerdings im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen — wohlwollend behandelt werden. Darüber hinaus liege es. um einen Zusammenbruch des Hotel­gewerbes zu vermeiden, auch im eigenen Interesse b-r Länder und Gemeinden, ein Entgegenkom-

' im besonderen Maß« zu zeigen. Das gelte len Dingen in den Fällen, in denen die Aus-

Die Siedlung im Bezirk Kassel.

3m Jahre 1932 wurden 7000 Morgen Domänenland an Landhungrige abgeoeben. Auch der Forslfis us zeig! sich entgegenkommend. — Was geschieht im Fuldaer Land?

Regierungspräsident Dr. Friedensburg hatte die Vertreter der Presse gestern nachmittag zu einer Konferenz in den Sitzungssaal des Re- gierungsgebäudes in Kassel eingeladen. Von den aufgeworfenen Fraaen dürfte auch für unsere Ge- gend das Referat von Oberregierungsrat Dr. Schönkaes über die Fortschritte der Siedlung im Bezirk Kassel größeres Interesse beanspruchen, da wie wir wissen, viele kleinere Be­sitzer eine Vergrößerung ihres Grundbesitzes durch den Ankauf bzw. die Pacht von Domänen- und Forstland anstreben Es war erfreulich zu verneh­men. daß in unserer Heimat sowohl die o o r - städtiiche Kleinsiedlung und di« K l e i n- garten-Siedlung vor allem sedoch die für die hiesige Gegend besonders bedeutunasvolle A n- liegersiedlung stark in Fluß gekommen >st

Im letzten Jahre sind rd. 4 0 0 Kleinsied­le r st e l l e n fertiggestellt worden. Das Reich ge­währte einen Zuschuß von 1 Mill. Weitere 240 Anträge auf die Erstellung von Kleinsiedlungen sind bereits geprüft und qenehmiat. Mit ihrer Durchführung wird begonnen, sobald weitere Mit­tel zur Verfügung stehen. Nach den Nachrichten aus Berlin ist damit zu rechnen, daß für den Re­gierungsbezirk Kassel in den nächsten Tagen grö­ßere Summen zur Verfügung gestellt werden. Wie Oberregierungsrat Dr. Schönkaes mitteilt, sollen bei der diesmaligen Ausschüttung der Mittel ins­besondere auch die größeren Kreis st ädte und Gemeinden berücksichtigt werden, bei denen die Kleinsiedlung vordringlich ist. Hoffentlich kann jetzt endlich auch dasProjekt derStadt Fulda, das die Erstellung einer Anzahl Klein- sieidlungen auf einem Gelände hinter der Edel­zeller Ei'enbahnbrücke vorsieht, in Angriff genom­men werden.

Weiterhin wurde im vergangenen Jahre für die Schaffung von 885 Kleingärten rund 58 000 Mk. aufgewandt. 135 Kleingärtner, die sich weiterhin gemeldet haben, sollen ebenfalls bei der Verteilung der Mittel berücksichtigt werden.

Von ganz besonderer Bedeutung ist auch für das Fuldaer Land di« sog. Anliegers ied- l u n q. um die Hüttner und sonstige kleine Leute in eine einigermaßen selbständige Ackernährung zu bringen. An Domänenland sind bereits über 7 000 Morgen in den letzten 12 Monaten in das <Wg«n- tum landbedürftiger Hüttner übergegangen, lieber wettere größere Flächen schweben noch Verhand­

lungen. Insbesondere sollen die Streuparzel- len des Domänensiskus, die rund 10000 Morgen ausmochen, durch Ver­kauf an bäuerliche Kleinbetriebe abgegeben wer- den. Zu den ganz aufgeteilten Domänen im Be­zirk Kassel gehört auch das frühere Gestüt Alte- feld im Kreise Eschwege, wo 3 4 selbstän­dige Bauern st ellen geschaffen wur­den und außerdem größere Flächen an die Bewoh­ner von drei umliegenden Ortschaften abgegeben werden. Aufgeteilt wurde weiter die Domäne Winne, aus der 60 kleinbäuerliche Stellen ge- bildet wurden.

Neben dem Domänenfiskus ist auch die gerade im Bezirk Kassel recht ausgedehnte Forst Ver­waltung an der Abgabe von Anlieaerland be­teiligt. So haben z. B. in dem inzwischen an die Provinz Hannover gefallenen Kreis Rinteln vier Oberförstereien fast 2 500 Morgen an landhungrige Anlieger abgegeben.

Auch in den übrigen Kreisen des Bezirks sind mehrere tausend Morgen für diese Zwecke zur Verfügung gestellt worden. In etwa 70 Oberförstereien schweben noch Ver­handlungen über die Umwandlung von Wald in Ackerland. Auch im Kreise Fulda sind in verschiedenen Dörfern in dieser Richtung bereits die Vorarbeiten durchgeführt. Leider scheiterten die Verhandlungen bisher in der Regel daran, daß die landhunorigen Anlieger die vom Forsffiskus gefor­derten Kauf- bezw. Pachffummen nicht aufbringen können. Besonders ausgedehnte Maßnahmen sol­len im Kreise Marburg durckgeführt werden, wo 1430 Familien durch Zuteilung von Land zu selbständigen ober nahe­zu selbständigen Bauern st ellen ge­brachtwerden sollen. Schwierigkeiten bereitet hier aber die vielfach zutage tretende Unmöglich­keit, das von den zu rodenden Waldstücken abfal­lende Holz, selbst zu Schleuderpreisen, zu verkau­fen. So liegen z. Zt. in den verschiedensten Ober­förstereien große Mengen geschlagenen aber nicht absetzbaren Holzes, die erst verkauft werden müssen bevor man daran gehen kann, weitere Bestände zu schlagen.

Oberregierungsrat Schönkaes sprach zum Schluß die Erwartung aus, daß durch verständnisvolle Zusammenarbeit der in Frage kommenden In­stanzen die bedeutungsvolle Arbeit der Anlieger- fiedlung in allen Teilen des Regierungsbezirkes weiter aef^rdert werden könne.

nutzungsmöglichkeit der Grundstücke gegenüber der Vorkriegszeit eingeschränkt ist. Hier müsse eine ent­sprechende Steuererleichterung Platz greifen.

Aus den Kreisen der Hotelbesitzer werden dar­über Klagen geführt, daß in den Gemeinden, in denen zunächst wegen Rückgangs der Belegung der Bettenzahl eine Erleichterung bei der Zahlung der Hauszinssteuer gewährt morden fei, die Hauszins­steuer sofort wieder erhöht werde, wenn auch nur eine bloß vorübergehende stärkere Belegung ein­trete. Das habe häufig dazu geführt, daß die Er­höhung der Steuer größer fei, als der aus der vor­übergehenden stärkeren Belegung der Betten er­zielte Nutzen...Der.Reichsfinanzminister betont in seinem an die Landesregierungen gerichteten Er­laß, daß er es mit Dank begrüßen würde, .roetn in der Frage der Steuerentlastung des Hotel­gewerbes Abhilfe geschaffen werden könnte. KPD.

Vas die Kranken kaffenslaWk befaßt

Das dritte Vierteljahr 1932 bestätigt die allge­meine Tendenz des Berichts der Reichsanstalt über die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Der Viertel- jahrsbericht der Krankenkassen umfaßt die Monate Juli, August und September und schließt mit der bedeutsamen Feststellung, daß im Monat Septem­ber die Beschäftigtenziffer um rund 80 000 gestie­gen ist. Ende September hatten die KrankenkassLn 18183 372 Mitglieder, von denen 12 834 351 in Beschäftigung standen.

Vergleicht man di« Entwicklung der Beschäfti­gung im Laufe des dritten Vierteljahres der letz­ten vier Jahre untereinander, dann zeigt sich daß in allen vier Jahren und in allen drei Monaten immer ein erheblicher Rückgang in der Zahl der beschschästigten krankenkassenversicherten Arbeit, nehmer eingetreten ist, mit der einzigen Ausnahme des Zuganges von 80 000 im September 1932. Die Abnahme der beschäftigten Arbeiter, soweit sie durch die Krankenkassenstatistik ersaßt werden be­trug im September des Jahres 1929 rund 112 000. Sie stieg an im Jahre 1930 auf 147 000 und wei­ter im Jahre 1931 auf 2-18 000. Gerade öie'er starke Rückgang im September der letzten drei Jahre und der Zugang der Zahl der beschäftigten Abeitnehmer im September 1932 ist ein deutlicher Beweis dafür, daß sich die Steigerung der Beschäf­tigung trotz der saisonmäßigen Verschlechterung, wie sie in früheren Jahren die konjunkturelle Ver­schlechterung ergänzte, durchgesetzt hat.

..Verwaltungskosten und Uutzeffeü."

Bundestagung der Zivttsupernumerare.

Man schreibt uns:

Der Bund Deutscher Zivilsupernumerare (Standes- Vertretung oberer Beamten der Zivilsupernumerarlauf- bahn) hielt in Berlin seinen diesjährigen Bundestag ab. Neben zahlreichen Vertretern aus allen Teilen des Rei­ches und Delegierten aus Danzig und dem Saargebiet nahmen eine Reihe von Behördenvertretern, Abgesandte von Verbänden, Reichs- und Landtagsabgeordnete sowie die Verwaltungsakademie in Berlin an der Tagung teil.

In einem großangelegten Vortrag beleuchtete Bun­desvorsitzender Schneider „Beamtenzeitfragen und deutsches Zioilsupernumerariat". Bei aller Wahrung der Standesinteressen wurde die unbedingte Notwendigkeit der Gemeinschaftsarbeit in den großen Fragen des Be­rufsbeamtentums deutscher Art und Prägung betont. Er setzte sich u. a. mit den überspitzten und der Verwal- tüngsarbeit abträglichen Forderungen (Stellenvorbehalt zu 100 Prozent) des Reichsbundes der Zivildienst­berechtigten auseinander und übte Kritik an dem Ver­halten der Lehrerschaft, die, abseits der offiziellen Hal­tung ihrer Berbandsorgane, offen und insgeheim die sachlich begründete Dorbildungsforderung der oberen Be­amten aller Verwaltungen bekämpft.

Bundesdirektor Schuler nahm im Rahmen der Geschäftsberichts Stellung zur Notverordnungspoliti? in Verbindung mit der These von der „institutionellen Ga­rantie" (Prof. Dr. Karl Schmitt) mit ihren verheeren­den Rechtsminderungswirkungen. Den oberen Beam­ten, Bindeglied der Verwaltungen mit der Oeffcntlich- keit, Bindeglied zwischen der auf akademischer Vorbil­dung beruhenden Tätigkeit der Höheren Beamten und der mechanisch-praktischen Tätigkeit der Beamten der andern Laufbahnen wird die sich anbahnende Velwaltungs-

reform in besonderem Maße und mit besonderer Wir­kung Erweiterung, Erhöhung und Verselbständigung ihres Aufgabengebiets überantworten, in deren Zug die Uebertragung von Dienstgeschäften von oben nach unten liegt. Der Bundestag darf daraus den Anspruch er­heben auf endliche gesetzliche Festlegung der Vorbildung, die in der Verwaltungsübung seit mehr als einem Jahr­zehnt in Anspruch genommen wird: Abiturium.

Der Bundestag wandte sich mit aller Schärfe gegen jede Absicht eines Stellenbesetzungemonopols, wie es der Reichsbund der Zivildienstberechtigten fordert.

Die viel besprochene Derwaltungsreform, zu der der Bund einen praktischen Beitrag geliefert hat, nahm in den Verhandlungen breiten Raum ein. Dazu behandelte Universitätsprosessor Dr. Hans Peters-Berlin die „Haupt- vrinzipien einer Verwaltungsreform". Wichtig ist es, inwieweit die Verwaltung durch Beamte und zwar ent­weder durch Berufs- oder Ehrenbeamte geführt werden foll. Von Interesse ist ferner die Stelluna des Spe­zialistentums in der Verwaltung, sei es, daß es in der Errichtung von Spezialbehörden oder nur in der An­stellung von technischen Beamten in der allgemeinen Ver­waltung seinen Ausdruck findet.

Derwaltnngskosten und Nutzeffekt müssen in angemes­senem Verhältnis zueinander stehen. Kollegial- oder bü­rokratisches Prinzip, Dezentralisation oder Zentralisation. Territorial- oder Realprinzip sind grundsätzlich für jede Reform zu klären. Ausschlaggebend bleibt die Forde­rung: Den richtigen Mann an den richtigen Platz. Als organisatorische Vereinfachungen kommen Frage Instan­zenzugsreformen, Büroresorni und innere Reformen im Aufbau der einzelnen Behörde. Endlich ist die '-spcholo- gische Wirkung behördlicher Maßnahmen stets in Rech­nung zu stellen. Mit der Betonung, daß die Verwal­tung und ihre Reformen vom Vertrauen der Bevölke­rung getragen werden müssen, und daß ohne Leistungs­steigerung durch entsprechende Dor-, Aus- und Wortbil­dung, ohne Stärkung des Berufsethor und ohne Rechts­sicherheit auch keinen Boden gewonnen werden könne, fchloh der Vortragende seine mit stürmischem Beifall auf» genommenen Ausführungen.

Der Bundestag verwahrte sich gegen die volkszer- segende Beamtenhetze und gegen die Forderung des In­dustrie- und Handelstages auf Ilmgestaltung der Reichs- poft nach dem Muster der Reichsbahn, forderte dagegen eine Rückführung der Reichsbahn unter die Verfügungs­gewalt und das Eigentum des Reiches. Schließlich ver­urteilte er die Schädigungen, die die inaktiven Beamten und Hinterbliebenen erfahren haben, und forderte Besei­tigung der dem außerplanmäßigen Beamten und Beam­ten im Vorbereitungsdienst auferlegten und untragbaren Härten. Der Bundestag wandte sich mit Nachdruck gegen die empfohlenen Minderungen an den staatsbürgerlichen Rechten der Beamten und erwartet statt ihrer Fort- und Vorwärtsentwicklung der allgemeinen Beamtengejehe.

— Der katholische Arbeiterverein der Dompfarrei hielt im „Goldenen Anker" seine Monatsversammlung ab. Der Vorsitzende Jostf Happ konnte eine stattliche Anzahl der Mitglieder begrüßen. 10 neue Mitglieder konnten wieder dem Verein zugeführt werden Sie ge­lobten durch Handschlag, treu zu der katholischen Arbei- terstandesbewegung stehen zu wollen. H. H. Präses Dom» kaplan Diel hielt sodann einen Vortrag über „Krippe und Kreuz", der mit großer Aufmerksamkeit entgegenge­nommen wurde. Die Werkjugend verschönte den Abend durch Musikdarbietungen und Lieder. Nach dem Absin­gen eines gemeinsamen Liedes wurde die Versammlung gegen 10.30 Uhr geschlossen.

— Die pelzmodenschau der Frauengruppe Fulda für Felloerwertung, die am 17. und 18. Dezember ftattfanb, konnte sich eines zahlreichen Besuches erfreuen. — Aus­gestellt waren Pelzmäntel, Jacken, Herren- und Damen­schalkragen, Würger und Bettvorlagen. — Alle Pelzsachen waren von veredelten Kaninchensellen hergestellt. Sie legten Zeugnis von dem Fleiß der Ausstellerinnen und dem Wert des Kaninchenfelles ab. Es ist erfreulich, daß die Bedeutung der Kaninchenzucht wieder in breiteren Schichten des Volkes erkannt wird.

Turnen.

Gauwarteversammlung am 14. und 15. 3anuar in Kassel.

Aus Turnerkreisen wird uns geschrieben:

In gewissen Zeitabständen beruft die Deutsche Tur­nerschaft alle Fachwarte der Turnkreise, um mit ihnen in gemeinsamen Besprechungen für einen gewissen Zeitab­schnitt die Richtlinien der Arbeit in der Deutschen Turner- schaft sestzulegen. Diesem Vorbild folgend, hat der Ober» turnroart des 7. deutschen Turnkreises erstmalig alle Gaufachwarte des Oberweserkreises zu ein er Ta< gung am 14. und 15. Januar nach Kassel eingcladen. Es sollen bei dieser Zufamenkunst all­gemein schwebende Fragen besprochen werden. Im Vor­dergrund der Erörterungen steht das 15. Deutsche Turnfest Stuttgart; es wird bann weiter In den

Blickpunkt des Interesies gezogen werden- nen, die Verträge mit den anderen Verbän

wertung der Kreiswartetage in Stuttaort «nL° 30. Dezember.

Je nach der Erfahrung, die man bei dieser erft warteversammlung macht ist beabsichtigt, diese Go Versammlung alle zwei Jahre durchzusühren^ dan ndie Einzeltagungen der Gausachwarte fort

= 3m Kaiser-Lase konzertiert zur Zeit die Kapelle A d y S m a r d y, die täglich ein rei Programm durchführt.

— Zwangsversteigerung Ein- und verkaussaeno schäft der Schmiede und Schlosser e. G. m. b. h ch -t. Das auf die Ein- und 5Berfaufsgenoffen'fdiaft Schmiede und Schlosser e. G. m. b. H. m Fulda echa. gene Grundstück Petersbergerstr. 3, Haus und fiofre wurde Mittwoch im Wege der Zwangsvollstreö versteigert. Der Einheitswert des Grundstückes auf 23 500 RM. festgesetzt. Sämtliche auf Anwesen lastenden Hnvotbeken fallen aus. Das aerii Gebot betrug 540.20RM. Das Höch st gebot mit 15 RM. gab der ©djreinermeifter Karl Horzi inFuIdaab. Der Zuschlag soll am 28. Dezember ver- kündet werden. ik

Wie wird das Wetter?

Die Witterungsverhältnisse über Deutschland haben lich fast unverändert erhalton. Während der Süden mit Einschluß des Rhein-Main-Gebietes ir. den Riederunaen kaltes und durch Nebel oder Hochnvbelbildung meist un. freundliches Wetter zeigt, herrscht in den Höhenlagen und dem größten Teil Deutschlands heiteres und n ildes Wet­ter (Höchsttemperatur am Mittwoch Aachen 4-16, Hanno- ver +10, Feldberg im Taunus + 13, Feldberg int Schwarzwald + 11). Diese stabile Temperaturschwan, kung setzt einer raschen Witterungsänderung erheblichen Widerstand entgegen, doch befindet sich die Großwetter­lage in einer Umgestaltung, die auch später für unser Wetter wirksam werden dürfte.

Witterungsausfichten für Freitag: Steigung zu Ne­belbildung nachlasiend, dafür aber aufkommende Bemal- kung, im ganzen noch trocken, tagsüber über 0 Grad.

Temperatur- und Barometerstand in Fulda.

Mitgeteilt von Diplom-Optiker Sauerdorn.

Barometerstand

(auf Meereshöhe reduziert!

........ -

Therma- meterflanb

21. 12. 6 Uhr abends

767,5 mm

- 1,5' C

22. 12. 8 Uhr morgens

769,5 mm

- 2,5‘ C

22. 12. 12 Uhr mittags

771.0 mm

+ 2,0° C

Höchste Temperatur im Schatten am 21. 12. + 3,5* C

Höchste Temperatur in der Sonne am 21. 12. +10,0* C

Niedrigste Temperatur feit 21. 12. — 4,5' C

Niederschl. o. 21.12. morg. 81L — 22 12. morg. 8 U. 0,0 mm Relative Feuchtigkeit der Lust am 22 12. mitt. 12 Uhr 69,0%

Zu chrulsn aus ua erem Leserkreis.

Für die hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimmt die Schriftleitung nur die durch das Preßgesetz vor­geschriebene Verantwortung.

Alle» mit Maß und Ziel. Seit dem letzten Sonntage j haben die Schlittschuhfahrer auf der Eisbahn im Schloß«, garten zu Fulda das Vergnügen, bei ihrer sportlichen Betätigung von den musikalischen Darbietungen eine» Grammophons begleitet zu werden. SJ

Es ist gewiß anerkennenswert, daß ein hiesiges Ge­schäft in uneigennütziger Weise seine Musik-Apparate zur Belebung des Wintersports zur Verfügung stellt. SM cherlich wird durch diese Musik bei vielen die Freude am Eissport merklich erhöht. Auch die Zuschauer, HW sich von den künstlerischen Leistungen geschickter Schlitt» , fchuhläuser angezogen fühlen, hören zur Abwechslunz gerne ein schönes Musikstück Nur die Bewohner dlW Nachbarschaft sind von den Klängen der hier gebotenen Musikstücke nicht gerne erfreut. Es wirkt für sie stö­rend, des Sonntags von 3 Uhr nachmittags bis abends 10 Uhr und des Werktags in den Abendstunden fast ohne jede Zwischenpause in bunter Folge einen Militärmarsch,, ein Couplet, ein sinniges Weihnachtslied, einen moder­nen Schlager und dgl. mehr anhören zu müften, und zwar in einer Tonstärke, die auf die Dauer höchst unan­genehm empfunden werden muß. Die erwähnte Nach­barschaft wünscht durchaus nicht die Beseitigung der Mu­sik beim Eislauf, sondern nur die Abstellung der ge­nannten Begleitumstände, nämlich: nicht übermä­ßig lautes Spiel, längere Pausen und ent einheitliches Programm möglichst ohne religwtt Lieder, die bei solchen Gelegenheiten nicht am Platze find.

Ein Anwohner der Waides.

Briefkasten der Schriftleitung.

Nochmal« die Fleischbeschau. Sie Haden recht, daß Sie uns auf die verschiedene Regelung i® alten Teil des Kreises Fulda und im fru* Heren Kreise Gersfeld aufmerffam machen. Die Gebühren für die Fleischbeschau, einschließlich Trichinen­schau für Schweine betragen bei Hausschlachtungen all­gemein 1,20 Mark Hinzu tritt aber im alten Teil de, Kreises ein Betrag von 20 Pfennigen, die der Fleiftm beschauer an die sog. Ergänzungsschaukai fe abf zuführen hat. Aus der Ergänzungsschaukafse werden d» Unkosten der bei der Entdeckung von Krankheiten unter Umständen notwendigen Ergänzungsschau durch Tierarzt gedeckt. Im früheren Kreis Gersfeld besteht diese Erganzungsschaukafse nicht. In Lütter betragt deshalb, wie wir richtig mitteilten, die Gebühr für de" Fleischbeschau bei hausgefchlachteten Schweinen 1,20 Mk. In Keulos z. B. dagegen 1,40 Mk. Dafür müssen aber im früheren Kreise Gersfeld die Kosten der Er­gänzungsschau, mit denen der Einzelne nicht belaßet werden sott, von den Gemeinden aufgebracht werden. Natürlich wird in Kürze für beide Teile des Kreises eine einheitliche Regelung getroffen werden.

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